< Bibelfrage aus der Apostelgeschichte

F: Hat Lukas zwei getrennte Bücher verfasst: „das Evangelium“ und „die Apostelgeschichte“, oder hat er ein einziges Buch geschrieben, das dann von der Kirche oder der ersten christlichen Gemeinde in zwei Bücher aufgeteilt wurde?

A: Beide Bücher sind recht umfangreich, und Lukas verfasste sie ursprünglich getrennt voneinander. Apostelgeschichte 1,1 beginnt mit den Worten: „In meinem ersten Buch, o Theophilus, habe ich über alles geschrieben, was Jesus zu tun und zu lehren begann …“ Von den 31 vor-nikänischen Autoren, die Lukas und/oder die Apostelgeschichte zitierten oder darauf anspielten, schrieb keiner, dass es sich jemals um ein einziges Buch gehandelt habe.

F: War Theophilus in Apostelgeschichte 1,1 und Lukas 1,3 eine reale Person?

A: Es gibt drei Möglichkeiten, und ich neige zur dritten Ansicht.

Nein: Das griechische Wort „Theophilus“ bedeutet „Gottliebender“, und viele sehen darin eine allgemeine Ansprache an alle Gottliebenden. Dem Historiker Plutarch zufolge wurde ein gewisser Kleomenes auf wundersame Weise von einer Schlange beschützt und als „Theophiles“ oder „Liebling der Götter“ bezeichnet.

Ja: „Theophilus“ war jedoch ein bekannter griechischer Name, und einige Quellen, wie beispielsweise die „Nelson Study Bible“ (S. 1685), gehen davon aus, dass es sich bei Theophilus um einen bestimmten Gläubigen handelte. Ebenso heißt es in der „NIV Study Bible“ (S. 1532), dass sich „Theophilus mit ziemlicher Sicherheit auf eine bestimmte Person bezieht und nicht auf die Liebhaber Gottes im Allgemeinen“. Theophilus könnte der Gönner des Lukas gewesen sein, der dessen Ausgaben während seiner Recherchen und seiner schriftstellerischen Tätigkeit bestritt.

Absichtlich mehrdeutig: Eine dritte Ansicht besagt, dass diese Mehrdeutigkeit absichtlich herbeigeführt wurde, entweder seitens Lukas’ oder seitens Gottes.

Theophilus war der Name einer Reihe von Personen:

1) Ein antiker griechischer Geograf, der von Plutarch, Ptolemäus und Josephus erwähnt wird

2) Ein indo-griechischer König, entweder 130 v. Chr. oder 90 v. Chr., sowie ein Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.)

3) Ein Theophilus aus Caesarea (ca. 170–180 n. Chr.)

4) Der arianische Theophilus der Inder (gestorben 364 n. Chr.)

5) Ein Patriarch von Alexandria um das Jahr 391 n. Chr.

6) Der Verfasser des „Martyriums des Habib, des Diakons“, das sich im Jahr 315 n. Chr. ereignete

Frage: War Jesus in Apostelgeschichte 1,3 nach seiner Auferstehung vierzig Tage lang auf Erden oder weniger als fünf Tage, wie Lukas 24,50–52 angeblich andeutet?

A: Jesus war nach seiner Auferstehung vierzig Tage lang auf Erden, wie Lukas uns in Apostelgeschichte 1,3 berichtet. Im Gegensatz dazu berichtet Lukas in Lukas 24,50 von den letzten fünf Tagen; das Lukas-Evangelium gibt jedoch nicht die Anzahl der Tage an, die vergingen, bevor Jesus sie nach Bethanien führte und in den Himmel auffuhr.

F: Wussten die Apostel in Apostelgeschichte 1,8 im Voraus, was geschehen würde, wenn der Heilige Geist auf sie herabkommen würde?

A: Die Heilige Schrift sagt dies nicht, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie es wussten. Wenn wir Gott nachfolgen, teilt er uns oft nicht im Voraus mit, welche Segnungen er für uns bereithält.

F: Wer waren in Apostelgeschichte 1,10 die Männer in weißen Gewändern?

A: Es waren Engel. Lukas bezeichnete sie als Männer, da sie wie Menschen aussahen.

F: Warum haben die Engel in Apostelgeschichte 1,11 die Apostel sanft zurechtgewiesen?

A: Verständlicherweise standen sie einfach nur staunend da und sahen zu, wie Jesus in den Himmel auffuhr. Doch nachdem Jesus verschwunden war, starrten sie weiter in den Himmel. Sie müssen sich keine Sorgen machen, die Wiederkunft Christi zu verpassen; jedes Auge wird sie sehen. Wir sind, genau wie sie, nicht dazu berufen, nur als Sterngucker nach oben zu blicken, sondern wir sind dazu berufen, Zeugen für die Menschen auf der ganzen Welt zu sein.

F: Zeigt Apostelgeschichte1:11 , wie Jesus wiederkommen wird?

A: Ja. Jesus wird leibhaftig in den Wolken wiederkommen, so wie er leibhaftig in die Wolken aufgefahren ist.

Der frühchristliche Schriftsteller Irenäus (182–188 n. Chr.) sagt, nachdem er 1. Johannes 5,1 zitiert hat: „In dem Wissen, dass Jesus Christus derselbe ist, dem die Tore des Himmels geöffnet wurden, weil er Fleisch angenommen hat; der auch in demselben Fleisch wiederkommen wird, in dem er gelitten hat, und die Herrlichkeit des Vaters offenbaren wird.“ Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 16,8, S. 443

F: Was versteht man in Apostelgeschichte 1,12 unter einer „Sabbat-Reise“?

A: Dieser umgangssprachliche Begriff bezeichnete die Entfernung, die nach Festlegung der Pharisäer am Sabbat zurückgelegt werden durfte, ohne Arbeit zu verrichten. Die Mischna lehrt, dass diese 2.000 Ellen betrug, was 1,11 km, 1.200 Yards oder 2/3 einer Meile entspricht.

F: Zeigt Apostelgeschichte 1,12, dass wir am Sabbat nicht weiter als diese Strecke reisen sollten?

A: Nein. Die Tatsache, dass „eine Sabbatstrecke“ ein gebräuchlicher Begriff war und hier verwendet wurde, bedeutet nicht, dass wir den Traditionen der Pharisäer folgen müssen. Eine Sabbatstrecke betrug laut „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 354, etwa 3.000 Fuß oder etwas mehr als eine halbe Meile.

F: Warum begaben sich die Jünger in Apostelgeschichte 1,12 zum Ölberg, obwohl ihnen in Apostelgeschichte 1,4 gesagt worden war, sie sollten Jerusalem nicht verlassen?

A: Der Ölberg lag weniger als eine Meile von den Mauern des eigentlichen Jerusalem entfernt. Er befand sich noch immer im Großraum Jerusalem, so wie ein an eine Stadt angrenzender Vorort immer noch als Teil des städtischen Umfelds betrachtet wird.

F: Ist Jesus in Apostelgeschichte 1,12 vom Ölberg in den Himmel aufgefahren, oder ist er, wie in Lukas 24,50 beschrieben, von Bethanien aus in den Himmel aufgefahren?

A: Beides, denn Bethanien lag am Hang des Ölbergs. Bethanien lag näher an Jerusalem als die Entfernung, die ein Jude am Sabbat zu Fuß zurücklegen durfte, und der Ölberg befand sich zwischen Bethanien und Jerusalem.

Nebenbei bemerkt: Lukes Beschreibung des Ölbergs klingt so, als sei sie für einen nichtjüdischen Leser verfasst worden, dem dieser Ort sonst unbekannt wäre. Jüdische Leser, die bereits in Jerusalem gewesen waren, wussten bereits, wo sich der Ölberg befand. Daher findet man eine solche Formulierung bei keinem der anderen Evangelisten, die möglicherweise keinen Bedarf dafür sahen.

F: Warum begann Petrus in Apostelgeschichte 1,16 und 15,7 mit dem Gruß, den der Griechische Text als „Männer, Brüder“ (BSB: „Brüder“) wiedergibt, und warum begann Jakobus in Apostelgeschichte 15,13 auf dieselbe Weise?

A: Dies hat keine besondere Bedeutung; es handelte sich um eine der üblichen Arten, eine feierliche, respektvolle öffentliche Rede zu beginnen. So begann beispielsweise der griechische Redner Demosthenes einige seiner Reden auf diese Weise, wie aus „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 63, hervorgeht. Paulus begann in Apostelgeschichte 22,1 mit „Brüder und Väter“, in Apostelgeschichte 23,1 und 28,17 mit „Brüder“ und vor Heiden in Apostelgeschichte 27,21 lediglich mit „Männer“.

F: Was geht aus Apostelgeschichte 1,14 über Josef und Maria hervor?

A: Josef, der Adoptivvater Jesu, ist nicht anwesend. Wie Johannes Chrysostomos lehrte, war Josef wahrscheinlich bereits vor der Kreuzigung Jesu verstorben. Sie waren dort, um Gott anzubeten und zu ihm zu beten; von einer Verehrung oder einem Gebet an Maria ist keine Rede. Maria wird als Mutter Jesu geehrt; der Titel „Maria, Mutter Gottes“ ist im Neuen Testament unbekannt. Dies ist das letzte Mal, dass Maria im Neuen Testament direkt erwähnt wird.

F: Warum sollte Gott in Apostelgeschichte 1,17 Judas Iskariot Teil des Dienstes sein lassen, bevor Judas Jesus verriet?

A: Judas’ Verrat war gemäß Apostelgeschichte 2,23 Teil von Gottes Plan. Judas ist nur ein Beispiel in der Bibel für unwürdige Menschen, die als Leiter der Herde Gottes auftreten, in Wirklichkeit aber geistliche Wölfe sind. Das geschah damals in Apostelgeschichte20:29 –31, und es geschieht auch heute noch manchmal.

Gott war davon jedoch nicht überrascht; vielmehr hat Gott sogar Judas’ Verrat als Teil Seines Plans eingewoben.

F: Wie genau starb Judas in Apostelgeschichte 1,18 und Matthäus 27,3–10?

A: In Apostelgeschichte 1,18–19 heißt es, Judas sei kopfüber auf ein Feld gestürzt, was auf einen Sturz aus zumindest einiger Höhe hindeuten würde. Fügt man diese Verse zusammen, ergeben sich zwei Möglichkeiten. In beiden Szenarien hat sich Judas erhängt, höchstwahrscheinlich an einem Baum, der möglicherweise über eine Klippe ragte.

Die Hinrichtung schlug fehl: Während Judas noch am Leben war, riss das Seil, und er stürzte kopfüber auf das Feld hinab, wobei sein Körper aufplatzte.

Die Hinrichtung war erfolgreich, und Judas starb durch den Strang. Würde jedoch niemand hinaufsteigen, um ihn abzunehmen, würde der Leichnam früher oder später auf die eine oder andere Weise herunterfallen.

So oder so gab es eine Erhängung, ein gerissenes Seil und einen aufgerissenen Körper.

F: Spricht die Bibel in Apostelgeschichte 1,17 über Selbstmord? Kommt jemand in den Himmel oder in die Hölle, wenn er Selbstmord begeht? … Ich halte mir keine Waffe an den Kopf. Ich frage mich das nur. Es ist eine jener Fragen, die noch nie jemand in einem Bibelkreis angesprochen hat. Ich glaube, das liegt daran, dass die Menschen zu viel Angst haben, danach zu fragen.

A: Weder in Bezug auf Selbstmord noch auf andere Sünden gibt die Bibel genau an, wie Gott über einen Menschen urteilt. Selbstmord ist eine Form des Mordes, und gemäß den Zehn Geboten dürfen wir nicht töten. Die Bibel enthält einige Beispiele für böse Menschen, die Selbstmord begangen haben: König Saul und Judas.

Manche Menschen glauben, dass man, wenn man Christus angenommen hat, seine Erlösung verlieren könnte, wenn man eine Sünde begeht und niemals Buße tut. Jemand, der Selbstmord begeht, hat – je nach der Art der Tat – möglicherweise keine Zeit mehr, vor seinem Tod Buße zu tun.

Diese Argumentation ist jedoch falsch: Zwar sollen Christen alle ihre Sünden bereuen, doch werden wir durch Gottes Gnade im Glauben gerettet – nicht auf der Grundlage, dass wir jede einzelne Sünde bereuen. Ich bin mir sicher, dass jeder Christ, der stirbt, nicht ausdrücklich jede Sünde bereut hat, weil er sie entweder vergessen hat oder sich nicht bewusst war, dass es sich um eine Sünde handelte. Doch unser Heil ist ein Geschenk Gottes an alle, die es annehmen.
In der frühen Kirche gab es das Beispiel einer schönen, gottesfürchtigen christlichen Mutter und ihrer beiden Töchter, die von römischen Soldaten gefangen genommen wurden. Die Mutter sprach mit ihren Töchtern, und bevor sie vergewaltigt wurden, baten sie darum, an den Straßenrand zu einem Fluss gehen zu dürfen [vermutlich, um ihre Notdurft zu verrichten]. Dann stürzten sie sich in den Fluss und ertranken. Eusebius erwähnt sie in seiner „Kirchengeschichte“, Buch 8, Kapitel 12, S. 332–333, unter den „bewundernswerten Märtyrern Christi“. Dies war jedoch eine Sünde, da man keinen Mord begehen darf. Unter den frühchristlichen Schriftstellern lehrte Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.) in „De Institutione Divina“, Buch 3, Kapitel 18, S. 89, dass Selbstmord falsch ist. Auch Augustinus von Hippo lehrte, dass Selbstmord, selbst um einer Vergewaltigung zu entgehen, falsch ist.

F: In Apostelgeschichte 1,20: Inwiefern beziehen sich diese Zitate aus Ps 69,25 und Ps 109,8 auf Judas?

A: Psalm 69,21 bezieht sich ebenfalls auf Jesus. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Diese drei Verse besagen nicht ausdrücklich, dass sie sich auf den zukünftigen Messias beziehen.

2. Es gibt auch keinen Grund, warum wir diese Verse so auslegen sollten, dass sie auf niemanden außer Jesus und Judas anwendbar wären.

3. Die Situation, in der sich Jesus befand, entspricht jedoch sehr genau den Situationen, auf die sich diese Psalmen beziehen.

F: Warum sagte Petrus in Apostelgeschichte 1,20 „seinen Platz“, da in Ps 69,25 von „ihrem Platz“ die Rede ist?

A: Petrus zitierte Psalm 69,25 nicht Wort für Wort aus dem Gedächtnis, und die Apostelgeschichte berichtet uns (fehlerfrei), was Petrus tatsächlich zitierte. Es gibt zwei Ansichten zur Bedeutung dieser Tatsache.

Erste Sichtweise: Die Wahl von Matthias zum zwölften Apostel war ein Fehler, da von Matthias danach nichts mehr zu hören ist und Paulus zum Apostel wurde. Petrus’ Entscheidung, einen zwölften Apostel durch das Los zu bestimmen, beruhte auf seiner fehlerhaften Erinnerung an Psalm 69,25. Obwohl Petrus also versuchte, Gottes Wort zu befolgen, konnte auch er Fehler machen. Das ist jedoch in Ordnung, denn Gott wirkt auch durch unvollkommene Menschen.

Zweite Sichtweise: Die Umschreibung durch Petrus war eine zutreffende Anwendung, da der Psalm von den Feinden des Messias sprach und Judas zweifellos zu diesen gehörte.

F: Wie viele Apostel gab es biblisch gesehen in Apostelgeschichte 1,21–26? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Barnabas in der Apostelgeschichte als einer anerkannt wurde. Und dass Jakobus, der Bruder Jesu, ebenfalls ein Apostel war, wie an anderer Stelle in der Heiligen Schrift zu finden ist. War Apollos zudem ein Apostel?

A: Das Wort „Apostel“ hat mehrere Bedeutungen. Im Allgemeinen kann es „Gesandter“ bedeuten, und Barnabas sowie Jakobus, der Bruder des Herrn, waren in diesem Sinne Apostel. Während Barnabas in der Apostelgeschichte als Apostel bezeichnet wurde (14:4 ), wurden Jakobus und Apollos in der Bibel an sich nicht als Apostel bezeichnet, obwohl sie wichtige Rollen in der Gemeinde innehatten.

Um sie von diesen zu unterscheiden, gab es eine weitere, enger gefasste Gruppe, die „die Zwölf“ genannt wurde, was einen interessanten Punkt aufwirft. Da elf Jünger Jesu zu Aposteln wurden, wie sah es dann mit dem zwölften aus? Petrus sah die Notwendigkeit eines zwölften Apostels; sie warfen das Los zwischen Josef und Matthias, und Matthias gewann (Apostelgeschichte1:21 –26). Beim Loswerfen ist es zweifelhaft, dass es eine dritte Option „noch nicht wählen“ gab. Dennoch hören wir nichts Weiteres über Matthias. Später wurde Paulus der zwölfte Apostel und wurde von den anderen anerkannt (Gal 2,8–10; 2 Petr3:15 –16). Es ist fast so, als hätte Gott ihr Losverfahren einfach ignoriert, weil Seine Wahl auf Paulus erst später fallen sollte.

Eine interessante Randbemerkung ist, dass es in der Qumran-Gemeinschaft zwölf Leiter der Gemeinschaft sowie einen inneren Kreis von drei Personen gab.

F: Als in Apostelgeschichte 1,22–26 Matthias durch das Los ausgewählt wurde, um den Platz des Judas einzunehmen – war dies Gottes Wille?

A: Die Heilige Schrift berichtet weder von einer Zustimmung noch von einer Ablehnung dieser Entscheidung. Viele Christen sind jedoch aus drei Gründen der Ansicht, dass dies nicht Gottes Wille war.

1. In Offenbarung 21,14 erkannte Gott nur zwölf als Apostel an.

2. Paulus wird in 1. Timotheus 1,1; 2,7; Römer 1,1; 1. Korinther 1,1; 2. Korinther 1,1; Galater 1,1; Epheser 1,1; Kolosser 1,1; 2. Timotheus 1,1 und Titus 1,1 als Apostel erwähnt.

3. Von Matthias ist in der Bibel nie wieder die Rede.

Hier sind Argumente dafür, dass Matthias hätte gewählt werden sollen.

1. Es wäre sinnvoll, im nächsten Kapitel die Zahl „12“ als Erfüllung der Verheißung für Israel zu Pfingsten darzustellen.

2. In Verbindung mit dem Vorhergehenden hatte Paulus einen deutlich anderen Dienst: Er war zu Pfingsten nicht anwesend und begab sich weit weg zu den Heiden.

3. Petrus, inspiriert vom Heiligen Geist, hätte ein gutes Verständnis dafür gehabt, wie diese Psalmen hier anzuwenden sind.

4. Es gab keine Kritik oder Tadel seitens Gottes.

Wenn aufrichtige Gläubige Gott von ganzem Herzen dienen, werden sie dennoch Fehler begehen. Gott ist jedoch groß genug, um unsere Fehler zu verzeihen.

   F. F. Bruce vertritt die Ansicht, dass dies angemessen war. F. F. Bruce weist zudem darauf hin, dass sie Judas nicht ersetzten, weil er gestorben war. Vielmehr ersetzten sie Judas, weil er seinen Platz verlassen hatte. Sie praktizierten keine wörtliche „apostolische Nachfolge“, denn als Jakobus in Apostelgeschichte 12,2 den Märtyrertod starb, dachten sie nicht daran, ihn zu ersetzen. Auch Tertullian (198–220 n. Chr.) vertritt in seinem Werk „Über die Verjährung gegen die Ketzer“, Kapitel 20, S. 252, die Ansicht, dass die Wahl von Matthias angemessen war.

F: Was bedeutet „Barsabbas“ in Apostelgeschichte 1,23?

A: Wörtlich bedeutet es „Sohn des Sabbats“. Möglicherweise wurde Josef Barsabbas am Sabbat geboren.

F: War das Loswerfen in Apostelgeschichte 1,26 eine Abstimmung?

A: Nein. Das Loswerfen ist vergleichbar damit, dass man einen Stein mit dem Namen jedes Kandidaten in ein Gefäß legt und jemanden einen Namen nach dem Zufallsprinzip herausziehen lässt.

F: Wie viele Tage lagen in Apostelgeschichte 2,1 zwischen der Himmelfahrt Jesu und Pfingsten?

A: Da Jesus etwa 40 Tage nach der Auferstehung in den Himmel auffuhr (Apostelgeschichte 1,3) und Pfingsten 50 Tage nach dem Passahfest stattfand, waren es etwa 10 Tage.

F: Wer hatte in Apostelgeschichte 2,3 die Feuerzungen?

A: Auch wenn die Heilige Schrift nicht ausdrücklich besagt, dass dies auf die Apostel beschränkt war, war dies wahrscheinlich der Fall. Wir können nicht sagen, ob Matthias eine Feuerzunge hatte oder nicht. Andererseits vertritt der „Bible Knowledge Commentary: New Testament“ (S. 357) die Ansicht, dass zwar alle rund 120 Gläubigen Feuerzungen hatten, jedoch nur die Zwölf in Zungen sprachen. Außerdem heißt es dort nicht wörtlich „Feuerzungen“, sondern „Zungen wie von Feuer“. Ebenso ist nicht von einem Brausen wie von einem heftigen Sturm die Rede, sondern von einem Geräusch wie von einem heftigen Sturm.

F: Warum hat Gott in Apostelgeschichte 2,4 die Aussendung des Heiligen Geistes bis Pfingsten hinausgezögert?

A: Die Heilige Schrift gibt keinen Grund für die Verzögerung von fünfzig Tagen nach dem Passahfest an. Zwei Gründe liegen jedoch auf der Hand.

Vielleicht musste zuerst die Himmelfahrt stattfinden: Jesus erschien seinen Jüngern häufig, bevor er in den Himmel auffuhr. Er musste seine Unterweisung an sie vollenden und ihnen den Auftrag aus Apostelgeschichte 1,7–8 erteilen, bevor er in den Himmel auffuhr. Seine Himmelfahrt erfolgte vor dem Kommen des Heiligen Geistes auf sie.

Beachtung der Feste: Gott hat die jüdischen Feste im Alten Testament eingesetzt. Das Leben Jesu verlief parallel zu diesen Festen, und es war nur folgerichtig, dass der Heilige Geist am Pfingstfest herabkam. Pfingsten ist in 3. Mose 23,15–16 und 5. Mose 16,9–12 vorgeschrieben.

F: Wie konnten in Apostelgeschichte 2,4 alle die Zungenrede verstehen, da in 1. Korinther 14,27–28 steht, dass es in der Gemeinde keine Zungenrede ohne Auslegung geben sollte?

A: Die Reaktion der Menge zeigt, dass die Apostel nicht in unbekannten Sprachen sprachen, sondern in Sprachen, die den Sprechenden unbekannt, den Zuhörern jedoch bekannt waren. Daher waren keine Dolmetscher erforderlich.

Was die Vorstellung betrifft, dass sie gegen 1. Korinther14:27 –28 verstießen, bedenken Sie bitte Folgendes:

a) Die Zuhörer konnten selbst dolmetschen

b) dies nicht in einer Gemeinde geschah

c) 1. Korinther 14,27–28 war noch nicht geschrieben worden.

Obwohl Muslime keine Christen sind, sollte es ihnen nicht schwerfallen, diesen Bericht zu akzeptieren. Einer der bedeutendsten frühen muslimischen Historiker, al-Tabari, berichtet ebenfalls, dass die Jünger Jesu auf wundersame Weise die Sprache der Menschen sprechen konnten, zu denen sie gesandt wurden. (al-Tabaris Geschichte, Band 8, S. 99)

F: Beweist die Erwähnung in Apostelgeschichte 2,4, dass der Heilige Geist die Menschen erfüllte, dass der Heilige Geist keine Person sein kann, wie es die Zeugen Jehovas lehren?

A: Nein. Wäre diese Logik stichhaltig, dann wäre Gott – da Er, wie Jeremia23:24 sagt, Himmel und Erde erfüllt – kein persönlicher Gott. Die Tatsache, dass der Heilige Geist Dinge tun kann, die wir nicht tun können, und die Tatsache, dass Gott unendlich ist, hindern Ihn nicht daran, zugleich ein intelligentes Wesen mit Gedanken und Gefühlen zu sein. Wie in „When Cultists Ask“, S. 194–195, hervorgehoben wird, heißt es in Epheser4:10 , dass Christus alle Dinge erfüllt; ist Christus nach derselben fehlerhaften Logik also ebenfalls keine Person?

Während der vorangegangene Absatz zeigt, dass nichts den Heiligen Geist daran hindert, eine Person zu sein, verdeutlicht die folgende Auflistung, dass der Heilige Geist die Eigenschaften einer Person besitzt. Mit „Person“ meinen wir nicht einen Menschen, sondern ein intelligentes, persönliches Wesen.

Parakletos (der Tröster, derjenige, der uns zur Seite steht)

Er spricht zu uns (Johannes14:16 ,26; Johannes15:26 ; Apostelgeschichte 13,2; Hebräer 3,7)

Erinnert uns (Joh14:26 )

Wie ein Elternteil, damit wir keine Waisen (griechisch: „orphanos“) sind (Joh14:18 )

Er leitet uns (Johannes16:13 )

Lehrt uns (Johannes14:26 ; 1. Korinther2:13 )

wohnt in uns (1. Korinther3:16 ; 2. Timotheus1:14 ; Römer 8,9.11; Epheser2:22 )

In unseren Herzen (2. Korinther1:22 ; Galater 4,6)

Wir leben durch den Geist (Galater5:16 ,25)

Vom Geist geleitet (Galater5:18 ; Römer 8,9)

Er tritt für uns ein (Römer8:26 –27)

Er kann beleidigt werden (Hebräer10:29 )

Er bezeugt Christus (Johannes15:26 )

Er hat einen Verstand (Römer8:27 )

Er kann betrübt werden (Jesaja 63,10; Epheser4:30 )

Wählt aus, wem er Gaben schenkt (1. Korinther12:11 )

Besitzt Liebe (Römer15:30 )

Kann Dinge für gut befinden (Apostelgeschichte15:28 )

Er erforscht die tiefen Dinge Gottes (1. Korinther 2,9–10)

Gott in uns (1. Johannes 4,12–13,15–16; Römer 8,9–10; 1. Korinther3:16 ,6:19 ; Johannes 14,23; 15,4)

Ist immer bei uns (Matthäus 28,20)

Seufzt und sorgt sich somit um uns (Römer8:26 )

Schenkt Freude (1. Thessalonicher 1,6)

F: Beweist Apostelgeschichte 2,4, dass das Sprechen in Zungen eine normale Erfahrung für zukünftige Christen war?

A: Die Erfahrung der zwölf Apostel in Apostelgeschichte 2,4 beweist dies weder, noch widerlegt sie es, es sei denn, Sie halten Feuerflammen ebenfalls für eine normale christliche Erfahrung. Das Sprechen in Zungen fand zuvor nicht statt, da die Apostel vor Pfingsten noch nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt waren. Bei anderen Menschen, die danach in Zungen sprachen, wird nichts von Feuerzungen erwähnt.

F: Da in Apostelgeschichte 2,6–11 die meisten Menschen zu jener Zeit entweder Griechisch oder Aramäisch sprachen: Haben die Apostel zu jedem in seiner eigenen Sprache gesprochen, indem sie lediglich diese beiden Sprachen verwendeten – was kein Wunder gewesen wäre, wie der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 1002 nahelegt?

A: Viele Menschen in Palästina sprachen sowohl Griechisch als auch Aramäisch. Asimovs Erklärung, dass sie zwei Sprachen gesprochen hätten, ergibt aus mindestens fünf Gründen keinen Sinn.

1. „Da versammelte sich eine Menschenmenge, die in Verwirrung geriet, weil jeder sie in seiner eigenen Sprache sprechen hörte. Erstaunt und verblüfft …“ (Apostelgeschichte 2,6–7) Wie viele Menschen sind heutzutage erstaunt und verblüfft, wenn sie erfahren, dass ein Fremder zweisprachig ist?

2. „Erstaunt und ratlos fragten sie einander: ‚Was hat das zu bedeuten?‘“ (Apostelgeschichte2:12 ).

3. Andere sagten: „Sie sind vom neuen Wein berauscht!“ (Apostelgeschichte2:13 )

4. In Apostelgeschichte 2,8 heißt es, dass Menschen aus fünfzehn verschiedenen Volksgruppen das Evangelium in ihrer eigenen Sprache hörten. Es ergäbe keinen Sinn, fünfzehn Gruppen aufzuzählen, wenn nur zwei Sprachen gesprochen würden.

5. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass alle Parther und Araber entweder Griechisch oder Aramäisch sprachen.

F: Wie konnten die Menschen in Apostelgeschichte 2,7 erkennen, dass die Apostel Galiläer waren?

A: Die Menge erkannte es an ihrem Akzent. In Galiläa neigten die Menschen dazu, Silben wegzulassen. Galiläer hatten zudem Schwierigkeiten bei der Aussprache von Kehllauten (genau wie Englischsprachige). Kehllaute kommen im Englischen fast gar nicht vor, außer vielleicht im Wort „loch“. Sie ähneln am ehesten den Lauten h, g, k und dem deutschen r. Sie spielen im Deutschen, Hebräischen und Arabischen eine herausragende Rolle, wie mein Freund Akhmed bestätigen würde. Beispielsweise bedeuten die beiden arabischen Wörter „kalb“ und „qalb“ „Hund“ und „Herz“. Ich habe gehört, dass es Araber sehr schätzten, wenn ausländische Missionare, die Arabisch sprachen, die Menschen aufforderten, Gott ihr „Herz“ zu geben.

F: Sind die Reden in Apostelgeschichte 2,14–40 wortgetreu wiedergegeben?

A: Nein, und zwar aus mehreren Gründen. Apostelgeschichte 2,14–40 lässt sich in ein oder zwei Minuten lesen, und Petrus hat wahrscheinlich länger gesprochen. Tatsächlich berichtet Lukas in Apostelgeschichte 2,40, dass Petrus noch viele weitere Worte sprach. Lukas gab eine Zusammenfassung dessen wieder, was Petrus sagte, und hat wahrscheinlich auch Teile davon umformuliert.

Ein gutes Beispiel aus der weltlichen Geschichte liefert uns der zuverlässige Historiker Thukydides aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. In seiner „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“ hat er ebenfalls zahlreiche Reden aufgeführt. Thukydides schreibt: „Was die Reden betrifft … so fiel es mir und anderen, die sie mir berichteten, schwer, mich an die genauen Worte zu erinnern.“ Ich habe daher jedem Redner die dem Anlass angemessenen Gedanken in den Mund gelegt, so wie ich mir vorstellte, dass er sie wahrscheinlich ausdrücken würde, während ich mich zugleich bemühte, so genau wie möglich den allgemeinen Sinn dessen wiederzugeben, was tatsächlich gesagt wurde. … Was die Ereignisse des Krieges betrifft, so habe ich es nicht gewagt, mich auf zufällige Informationen oder auf eigene Vermutungen zu stützen; ich habe nichts beschrieben, was ich nicht entweder selbst gesehen oder von anderen erfahren habe, bei denen ich die sorgfältigsten und genauesten Nachforschungen angestellt habe. Es war eine mühsame Aufgabe.“ Thukydides, ins Englische übersetzt von Benjamin Jowett (1881), Band 1, Buch 1, Kapitel 22.

F: Warum hielten es die Juden in Apostelgeschichte 2,15 für falsch, zu dieser Zeit Wein getrunken zu haben?

A: Zwar war der maßvolle Weinkonsum üblich, doch an Festtagen war es Brauch, mindestens bis zur vierten Stunde zu fasten. Eine Person gilt als schwerer Alkoholiker, wenn sie Wein benötigt, um morgens aufzustehen. Im Allgemeinen tranken Juden morgens keinen Wein.

F: Wurde in Apostelgeschichte 2,16–21 diese Prophezeiung aus Joel 2,28–29 hier erfüllt, oder wird sie sich bei der Wiederkunft Christi erfüllen?

A: Sie soll sich bei jedem Kommen Christi erfüllen. Ein Teil davon erfüllte sich bei der Kreuzigung Jesu, als sich die Sonne am Nachmittag verdunkelte (Matthäus 27,45; Markus 15,33 und Lukas 23,44–45). Petrus erwähnte dies in Apostelgeschichte 2,16–21.

Auch vor der Wiederkunft Jesu wird es dunkel werden, wie in Offenbarung 6,12–14;8:12 ; 9,2;16:10 beschrieben.

F: Da sich in Apostelgeschichte 2,16–21 die Prophezeiung aus Joel 2,28–32 erfüllte, warum verwandelte sich der Mond dann nicht in Blut?

A: Dass sich der Mond in Blut verwandelt, bedeutet lediglich, dass der Mond eine rote Farbe annimmt. Laut Lukas 23,44–45 verdunkelte sich die Sonne während der Kreuzigung Jesu für drei Stunden. Ein nichtchristlicher palästinensischer Historiker namens Thales (auch Thallus geschrieben) schrieb im Jahr 52 n. Chr., dass die Kreuzigung Jesu von Dunkelheit begleitet wurde. Ein karischer griechischer Schriftsteller namens Phlegon schrieb ebenfalls, dass es in der 202. Olympiade (33 n. Chr.) eine Sonnenfinsternis gab.

Zu Apostelgeschichte 2,16–21 gibt es zwei Ansichten:

Vollständig erfüllt: Da der Mond oft auch tagsüber zu sehen ist, wäre der Mond, als die Sonne sich verdunkelte, wahrscheinlich ebenfalls verdunkelt oder gerötet worden.

Teilweise erfüllt: Die Prophezeiung in Joel 2,28–32 bestand aus mehreren Teilen. Die Ausgießung des Heiligen Geistes erfolgte erst fünfzig Tage später zu Pfingsten. Der Mond wurde hier offenbar nicht verdunkelt, wird aber bei der Wiederkunft Christi verdunkelt werden. Die Sonne wurde sowohl bei der Kreuzigung als auch bei der Wiederkunft Christi verdunkelt.

F: In welcher Beziehung stehen Psalm 16,8–11 und Psalm 2 in Apostelgeschichte 2,25–26 und 4,25–28 zu Jesus und den ersten Christen?

A: Diese beziehen sich in erster Linie auf Jesus. Da Jesus uns Sein Leben geschenkt hat, beziehen sie sich in zweiter Linie auch auf uns.

In Psalm 16,8–11 wird beschrieben, dass der Leib Jesu niemals dem Verfall anheimfiel und dass Jesus ewige Freude im Himmel haben wird. Unsere irdischen Leiber werden dem Verfall anheimfallen. Später werden wir jedoch verherrlichte Leiber erhalten, und auch für uns werden diese Leiber niemals dem Verfall anheimfallen, und wir werden ewige Freude im Himmel haben.

In Psalm 2 wird Jesus auf seinem Thron sitzen und über die Erde herrschen. In Epheser 2,6 und Offenbarung 3,21 heißt es, dass wir mit Christus auf seinem Thron (nicht auf unserem eigenen) sitzen und mit ihm herrschen werden.

Das Zusammenfügen zweier Verse, die dieselben Wörter enthalten, war die „zweite midraschische Regel“, die dem berühmten jüdischen Rabbiner Hillel zugeschrieben wird.

F: Ist David in Apostelgeschichte 2,34 in den Himmel gekommen oder nicht?

A: Letztendlich ja. Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

1. Zu dem Zeitpunkt, als David die zitierte Passage verfasste, lebte er noch auf der Erde.

2. Heute befindet sich Davids Seele im Himmel. Sein Körper ist jedoch nicht im Himmel, wie es in Apostelgeschichte2:29 , heißt.

F: In Apostelgeschichte 2,36 behauptet der Skeptiker Bart Ehrman, Petrus habe gezeigt, dass Jesus seinen erhabenen Status bei der Auferstehung erhalten habe (Jesus, Interrupted, S. 95).

A: Ehrman hat zur Hälfte Recht und zur Hälfte Unrecht. Während Apostelgeschichte2:36 zeigt, dass Jesus einen erhabenen Status erhielt, zeigt Johannes 17,5–7, dass Jesus den erhabenen Status zurückerhielt, den Er bereits vor Anbeginn der Welt besaß.

F: Bedeutet Apostelgeschichte 2,38, dass die Wassertaufe für die Erlösung notwendig ist?

A: Nein, wie der Schächer am Kreuz und einige frühe Märtyrer bezeugen können. Jesus ist für die Erlösung notwendig. Weder die Buße noch die Wassertaufe verdienen uns die Erlösung. Sie sind unsere Antwort auf das Werk Jesu. Die Taufe soll ein äußeres Zeichen unserer vorherigen inneren Buße sein. Doch Petrus sagte nicht: „Glaubt nur innerlich.“ Ihr innerer Glaube ging einher mit dem äußeren Bekenntnis vor Gott und anderen.

Beachten Sie, dass Apostelgeschichte2:38 ein Gebot war, keine Formel. Wäre Apostelgeschichte2:38 eine Formel, könnte man fälschlicherweise zu dem Schluss kommen, dass die Liebe zu Gott, der Glaube, das Vertrauen und das Verlassen auf Gott unnötig seien, da sie hier nicht erwähnt werden. Alle, die zu Christus kommen, sollten getauft werden, und das gilt heute ebenso wie damals. Es ist jedoch das Blut Jesu, nicht unsere Taufe, das uns rettet. Dennoch werden Christen Christus gehorchen und sich mit Wasser taufen lassen wollen.

Kolosser 2,11–12 zeigt, dass die Beschneidung eine Art der Taufe war. Wie Justin der Märtyrer hervorhob, bewies die Tatsache, dass nur Männer und nicht Frauen beschnitten werden konnten, dass die Beschneidung von Gott als Zeichen gegeben wurde und nicht als Werk der Gerechtigkeit. („Dialog mit Trypho“, Kap. 23, S. 206)

F: In Apostelgeschichte 2,38 sagen viele, man müsse zur Errettung von Sünden Buße tun; andere sagen, dies geschehe allein durch den Glauben, und wieder andere sprechen von Buße gegenüber Gott. Was sagt die Bibel dazu?

A: Ich glaube, dass der erste Weg dem entspricht, was die Bibel lehrt. Ich habe einmal gehört, dass zwei Missionare von „Campus Crusade“ in Moskau, Russland, waren und dort auf der Straße zwei Prostituierte sahen. Sie gingen auf sie zu, begannen ein Gespräch mit ihnen und holten ein Traktat mit den „Vier geistlichen Gesetzen“ hervor. Die Prostituierten zückten daraufhin ihre eigenen Traktate mit den „Vier geistlichen Gesetzen“, sagten, dass sie daran glaubten, und verteilten sie sogar an alle ihre Kunden!

In einigen Bibelversen heißt es: „Kehrt um und glaubt“, in anderen hingegen nur: „Glaubt“. Doch „glauben“ im biblischen Sinne bedeutet Gehorsam und nicht nur intellektuelle Zustimmung, wie es in Jakobus 2,14–20 und 1. Johannes 2,3–4.9; 1. Johannes 2,15–16 gelehrt wird. Nun sagt Johannes nicht, dass man sündlos sein muss (1. Johannes 1,10), sondern vielmehr, dass wir nicht in der Sünde verharren sollen (1. Johannes 3,6).

In der Predigt, die Petrus zu Pfingsten in Apostelgeschichte 2,38 hielt, lautete der Aufruf: „Tut Buße und lasst euch taufen.“ Wie Petrus in 1. Petrus 3,21 sagte, dient die Taufe nicht dazu, den Schmutz (sei er körperlicher oder geistlicher Natur) tatsächlich zu entfernen, sondern sie ist das Unterpfand eines guten Gewissens gegenüber Gott.

Weitere Verse, die unsere Notwendigkeit der Buße betonen, sind:

Hesekiel 18,23.32

Matthäus 3,2; 3,8.11; 4,17; 11,20; 21,32

Markus 1,4.15; 6,12

Lukas 3,3.5.8; 5,32; 15,7.10; 16,30; 24,47

Apostelgeschichte 2,38; 3,19; 5,31; 8,22; 11,18; 13,24; 17,30; 19,4; 20,21; 26,20

Römer 2,4

2. Korinther 7,9.10

2. Timotheus 2,25

Hebräer 6,1.6

2. Petrus 3,9

Offenbarung 2,5.16; 2,21.22; 3,3; 3,19; 9,20.21; 16,9.11

F: Gibt es in Apostelgeschichte 2,39 einen Bibelvers, der darauf hinweist, dass die Bibel auch für Menschen gilt, die keine in Israel lebenden Juden waren?

A: Ja, es gibt einige Verse, die die Verheißungen auf uns ausweiten. (Alle diese Zitate stammen aus der Berean Standard Bible.)

Apostelgeschichte2:39 : „Diese Verheißung gilt für euch und eure Kinder und für alle, die fern sind – für alle, die der Herr, unser Gott, zu sich rufen wird.“

Epheser 1,3 „Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in Christus mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen gesegnet hat.“

Römer 10,11–12: „Denn wie die Schrift sagt: ‚Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.‘ Denn es gibt keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen: Ein und derselbe Herr ist Herr über alle und ist reich gegenüber allen, die ihn anrufen.“

Galater 3,28: „Da ist weder Jude noch Grieche, weder Sklave noch Freier, weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“

2. Petrus 1,1: „… an diejenigen, die durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Erlösers Jesus Christus einen Glauben empfangen haben, der so kostbar ist wie der unsere:“ Beachten Sie, dass Petrus hier schreibt, und dass unser Glaube als Heiden ebenso kostbar ist wie sein Glaube als Jude; denn in Wahrheit gibt es nur einen Glauben.

Römer 11,17 „Wenn nun einige Zweige abgebrochen wurden und ihr, ein wilder Olivenzweig, unter die anderen eingepfropft worden seid, um an der Nahrung der Olivenwurzel teilzuhaben“,

Nun haben Christen unterschiedliche Ansichten darüber, inwieweit wir das Israel Gottes sind und welche Rolle Gott heute für die ethnischen Juden spielt. Betrachtet man beispielsweise den schrecklichen Holocaust des Zweiten Weltkriegs, so hat Satan offenbar immer noch ein böses Auge auf die Juden geworfen. Die Juden selbst haben sich gefragt, wie viel Schutz Gott ihnen seit diesen Ereignissen gewährt. Im Allgemeinen neigen Christen, die Dispensationalisten sind, dazu, dem jüdischen Volk heute besonderen Respekt entgegenzubringen, da Gott sich nach wie vor mit ihnen befasst. Christen, die der „Bundestheologie“ anhängen, neigen dazu zu sagen, dass die Juden, da sie Christus abgelehnt haben, in Gottes Augen derzeit keinen anderen Stellenwert haben als jede andere ethnische Gruppe.

Unabhängig davon, wie Gott das jüdische Volk heute betrachtet, kommt ihm offenbar in der Endzeit eine besondere Rolle zu. Die 144.000 Zeugen in der Offenbarung werden allesamt reine jüdische Männer sein. In Sacharja 12,1–9 werden sich ihre Feinde um Jerusalem versammeln. In Sacharja 12,10–14 wird es zu einer Massenbekehrung zu Christus kommen, wobei sie „um den trauern, den sie durchbohrt haben“. In Daniel9:26 wird der Antichrist einen Bund mit den Juden schließen, diesen nach dreieinhalb Jahren brechen und die Stadt sowie das Heiligtum zerstören.

Noch vor den Juden versprach Gott Abraham, dass alle Völker durch ihn gesegnet werden würden (Galater 3,8–9); wir alle sind durch den Glauben an Christus Jesus Söhne Gottes (Galater3:26 ), und wir alle gelten als Kinder der Verheißung – als Kinder Saras und nicht Hagars, wie Galater4:24 –28 zeigt.

F: Warum hatte Petrus in Apostelgeschichte 2,40 ein so dringendes Bedürfnis, die Botschaft des Evangeliums Menschen zu verkünden, die bereits versuchten, gut zu sein?

A: Petrus lag ihr Wohl aufrichtig am Herzen. Der bloße Versuch, gut zu sein, reicht nicht aus, um in Gottes Himmel zu gelangen; eine Verwandlung ist erforderlich. Selbst die Juden mussten wiedergeboren werden.

Petrus flehte die Juden sogar an, Jesus anzunehmen (2:40 ). Wenn sich jemand in einem brennenden Haus befindet, lädt man ihn nicht einfach ein, nach draußen zu kommen, weil das Wetter schön ist; man fordert ihn eindringlich auf, sich retten zu lassen.

Es ist bemerkenswert, dass derselbe Petrus, der Christus im Haus des Hohepriesters dreimal verleugnet hatte, nun im Tempelhof steht und Christus mutig verkündet. Würde Petrus dafür ausgepeitscht oder getötet werden? Petrus war das ziemlich egal, verglichen mit der Dringlichkeit, die Botschaft des Evangeliums zu verbreiten.

F: Was bedeutet das „Brechen des Brotes“ in Apostelgeschichte 2,42?

A: Dies bedeutet nicht einfach nur Essen und Trinken, denn sie hätten sich nicht nur dem Essen und Trinken „gewidmet“. Vielmehr bezieht sich dies auf die Teilnahme am Abendmahl, zu dem Jesus sie in Lukas 22,19 und 1. Korinther 11,24–26 aufgefordert hat, um seiner zu gedenken.

F: Bedeutet dies in Apostelgeschichte 2,44–45 und Apostelgeschichte 4,32, dass Christen kein Privateigentum besitzen sollten?

A: Nein. Dieses Beispiel der ersten Christen, die in Jerusalem lebten, müssen wir nicht unbedingt nachahmen. Im Neuen Testament gibt es ein Gegenbeispiel, nämlich Paulus’ privates Eigentum an seinem Mantel in 2. Timotheus 4,13. Darüber hinaus ermahnte Paulus die Korinther in 2. Korinther 8, großzügig zu sein. Er hätte dies nicht tun müssen, wenn die Gemeinde bereits ihr gesamtes Eigentum eingezogen hätte.

Diese Verteilung erfolgte auf freiwilliger Basis und galt nicht für alle, sondern nur für diejenigen, die in Not waren.

F: Umfasst der Ausdruck „alles gemeinsam“ in Apostelgeschichte 2,44 auch promiskuitives Sexualverhalten, wie es die Sekte „Children of God“ lehrt?

A: Nein, und zwar aus zwei Gründen.

1. Frauen und Männer sind keine Dinge, mit denen man handeln oder die man als Objekte benutzen kann. Dies bezieht sich auf materielle Dinge, nicht auf Menschen oder Beziehungen.

2. Da sie Gott gehorchten, hätten sie auch keine bösen Dinge gemeinsam gehabt, wie beispielsweise Diebesgut.

Es klingt, als würde man eine Mücke heraussieben und ein Kamel verschlucken, wenn man versucht, promiskuitives Sexualverhalten anhand dieses Verses zu rechtfertigen und dabei alles zu ignorieren, was die Bibel über sexuelle Reinheit sagt.

F: In Apostelgeschichte 3,1–3: Wann kann das, was wir wollen, von dem abweichen, was wir brauchen, und diesem sogar bei weitem unterlegen sein?

A: Der Mann wünschte sich ein wenig Geld, um seine derzeitige Lage zu erleichtern. Petrus forderte ihn auf, sich aus seiner derzeitigen Lage zu erheben. Der Mann hatte die Hoffnung aufgegeben, jemals geheilt zu werden, doch nachdem Petrus im Namen Jesu gesprochen hatte, fand er den Glauben dazu. Der Mann wusste, dass Jesus erst kürzlich gekreuzigt worden war, aber er wusste wahrscheinlich auch, dass Jesus von den Toten auferstanden war.

Manche Menschen, sogar Christen, glauben, sie könnten niemals mit dem Rauchen aufhören, sich nicht mehr betrinken, ihren Zorn nicht mehr beherrschen oder andere Sünden ablegen. Doch Gott ruft uns dazu auf, Glauben zu haben und uns aus unserer lähmenden Knechtschaft der Sünde zu erheben.

F: In Apostelgeschichte 3,2: Wo oder wann wurde der Mann verkrüppelt?

A: Das griechische Wort „koilia“ kann „Bauch“ oder „Mutterleib“ bedeuten. Während das Neue Testament dieses Wort an anderer Stelle in beiden Bedeutungen verwendet, benutzt Lukas es ausschließlich im Sinne von „Mutterleib“. Der Mann war also von Geburt an verkrüppelt.

F: Was sind in Apostelgeschichte 3,3 „Almosen“?

A: Dabei handelt es sich um Geld, das an arme Menschen verteilt wird.

F: Wie viel Glauben und Hoffnung hatte der Mann in Apostelgeschichte 3,3–6, dass er geheilt werden würde?

A: Der Bettler war von Geburt an gelähmt, er lag Tag für Tag am Tempeltor und gab keinerlei Anzeichen dafür, dass er auf Heilung hoffte. Er begnügte sich lediglich mit einer kleinen Geldspende. Inwieweit begnügen wir uns heute mit nur wenig von Gott, obwohl Gott in unserem Leben mehr tun möchte?

Diese Heilung ist ungewöhnlich, da der Mann lediglich um etwas Geringes bat, mit wenig Glauben, und durch Gottes Gnade etwas Großes erhielt.

F: In Apostelgeschichte 3,7 hatte der Mann angesichts der Schwere und Dauer seiner Behinderung allen Grund, eine Ausrede dafür zu finden, dass er nicht gehen konnte. Doch er tat es nicht. Wann versuchen wir, vor Gott Ausreden zu finden, obwohl wir es einfach tun sollten?

A: Wie mächtig etwas ist, spielt im Vergleich zu Gottes Macht keine Rolle. Wenn wir Gott einfach weiterhin gehorchen, sobald sich uns die Gelegenheit bietet, wird Gott uns begegnen und uns leiten. Während ein Kleinkind, das das Potenzial zum Laufen hat, dennoch einen langen Prozess durchläuft, um das Laufen zu erlernen, war dies bei diesem Mann nicht der Fall. Nicht nur wurden seine Beine geheilt, um ihm das Potenzial zu geben, sondern er verfügte auch sofort über die Fähigkeit und Geschicklichkeit, zu gehen, zu springen und zu hüpfen.

Wie jemand einmal sagte: „Sagen Sie Gott nicht, wie groß der Sturm ist; sagen Sie dem Sturm, wie groß Ihr Gott ist.“

F: Inwiefern unterscheidet sich die Predigt des Petrus in Apostelgeschichte 3,11–26 von seiner Predigt in Apostelgeschichte 2?

A: Diese improvisierte Predigt wirkt nicht so ausgefeilt wie die Predigt in Apostelgeschichte 2. Doch vielleicht spielt es keine Rolle, wie flüssig und gut einstudiert unsere Rede ist, wenn wir die Wahrheit des Evangeliums weitergeben, die in uns wohnt.

F: Haben die Juden in Apostelgeschichte 3,13 Jesus in der Gegenwart von Pilatus verleugnet, obwohl Pilatus entschlossen war, Jesus freizulassen?

A: Ja. Dies geht deutlich aus Matthäus 27,17–26, Lukas 23,4–25 und Johannes 19,4–16 hervor. Weniger deutlich wird dies in Markus 15,9–15.

F: Was stellt Petrus in Apostelgeschichte 3,14–15 hier gegenüber, und inwiefern gilt dies für uns?

A: Die Menge bei Jesu Prozess stand vor einer Wahl: einen Mörder freizulassen, der Leben nimmt, oder den Messias freizulassen, der Leben schenkt. Ihre Wahl fiel auf denjenigen, der Leben nimmt. Manchmal treffen Menschen falsche Entscheidungen und schlagen einen falschen Weg ein, dessen Ende den Tod bedeutet. Doch Petrus verkündete ihnen die frohe Botschaft, dass es noch nicht zu spät ist, Buße zu tun, ihre Meinung zu ändern und dem Weg des Lebens zu folgen. Petrus geht nicht hart mit ihnen ins Gericht, sondern verkündet in eindringlichen, dringlichen Worten, was sie getan haben und was sie nun tun müssen.

F: Was ist in Apostelgeschichte 3,16–17 das Besondere an „dem Namen“ Jesu?

A: Lukas hielt ihn zweifellos für bedeutsam, da er ihn 33 Mal erwähnt: Apostelgeschichte 2,21; 38; 3,6.16; 4,7.10.12.17.18; 5,28.40.41; 8,12.16; 9,14.15.21.27.29; 10,48; 15,26; 16,18; 19,5,13,17; 21,13; 22,16; 26,9; Lukas 10,17; 21,8; 24,47

F: Wurde dem jüdischen Volk in Apostelgeschichte3:17 –21 eine weitere Chance gegeben, das Reich Gottes hier auf Erden zu errichten?

A: Die Christen sind sich darüber uneinig.

Ja: Viele Dispensationalisten glauben, dass den Juden als Volk hier die Gelegenheit gegeben wurde, das Reich Gottes auf Erden zu errichten. Natürlich wusste Gott jedoch im Voraus, dass sie diese Gelegenheit ablehnen würden.

Nein: Viele andere vertreten die Ansicht, dass sich der Aufruf hier an jeden Einzelnen richtete, der die Botschaft hörte.

Theoretische Frage: Es handelt sich um ein echtes Angebot, jedoch um einen rein hypothetischen Fall, ähnlich wie das Verkünden des Evangeliums an die Verworfenen. Gott wusste, dass sie es nicht annehmen würden.

F: Warum wurden sie in Apostelgeschichte 3,19–20 aufgefordert, Buße zu tun und sich zu bekehren?

A: Dies ist ein wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt. In Apostelgeschichte 3,19 heißt es, dass der Zweck der Buße und der Umkehr zu Gott darin bestand, dass ihre Sünden ausgelöscht würden. Die Erlösung hat nach wie vor einen ewigen Aspekt, da Gott diejenigen, die in den Himmel kommen würden, im Voraus kannte und vorherbestimmt hatte. Apostelgeschichte 3,19 zeigt jedoch, dass es auch einen zeitlichen Aspekt gibt, und in gewisser Hinsicht werden uns unsere Sünden vergeben, „wenn“ wir Buße tun und uns bekehren.

Die Erneuerung und Verjüngung aller Dinge war den Juden bereits bekannt, da sie auch in Jesaja 34,4; 51,6; 65 prophezeit wurde. Sie wird ebenfalls im Buch Henoch 45,2; 62,1; 91,16–17 sowie in der Apokalypse des Baruch 32 erwähnt, wie in „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 116, nachzulesen ist.

F: Stützt Apostelgeschichte 3,21.26 den Universalismus, wonach alle gerettet werden?

A: Nein. Jesus kam als Sühneopfer für die ganze Welt (1. Johannes 2,2), um jeden von seinen bösen Wegen abzubringen. Doch diejenigen, die sich entscheiden, nicht von ihren gottlosen Wegen umzukehren, zwingt Gott nicht gegen ihren Willen in den Himmel.

Der „unmittelbare Universalismus“, wonach alle sofort in den Himmel kommen, ist gemäß Mt 25,46 falsch; Joh 3,36; 5,40–43; 6,45; 8,24; 10,8; 12,47–48; 14,6; (impliziert) Apg 4,12; 2. Thess 1,8–9.

Der „eventuelle Universalismus“, wonach manche zwar in die Hölle kommen, aber letztendlich alle in den Himmel gelangen, ist gemäß Markus 9,44–48; Offenbarung 20,10 falsch.

F: Warum wird Jesus in Apostelgeschichte 3,13.22.26 und4:27 in diesen Versen als heiliger Diener bezeichnet, und was bedeutet es, wenn er als Menschensohn bezeichnet wird?

A: Zwei der bevorzugten Titel Jesu schienen „Menschensohn“ und „Sohn Gottes“ zu sein. Doch offenbar führte Jesus diese Titel jeweils einzeln ein. Der erste betont, dass Jesus ganz und gar Mensch war, und der zweite, dass Jesus ganz und gar Gott war. Jesus sah nicht nur wie ein Mensch aus und hatte einige Gemeinsamkeiten mit den Menschen, sondern Jesus war zu 100 % Mensch. Er war in jeder Hinsicht genauso menschlich wie Sie und ich. Ebenso war Jesus nicht ein bisschen Gott oder teilweise Gott, sondern er war zu 100 % Gott.

Jesus besaß all die Herrlichkeit, die Gott im Himmel gebührt. Und doch stieg Jesus auf die Erde herab. In Hebräer 5,7–8 wird Jesus nicht als „Freund“ Gottes, des Vaters, bezeichnet, sondern auf Erden war Jesus „untertan“ und lernte Gehorsam. Im Philipperbrief heißt es nicht, dass Jesus ein rechtmäßiger Diener war oder dass er es verdient hätte, ein Diener zu sein, sondern vielmehr, dass er sich freiwillig dafür entschied, ein Diener zu werden.

Doch die Heilige Schrift fährt fort. Diener hatten oft hohe Positionen inne, etwa als Schulmeister, Privatlehrer, Regierungsbeamte und Buchhalter. Nur niedere Diener mussten die Füße ihres Herrn waschen. Doch Jesus war nicht nur ein Diener, sondern ein niedriger Diener der Jünger, der ihnen in Johannes 13,4–17 die Füße wusch. Jesus bekräftigte in Johannes 13,13 zwar, dass sie zu Recht „Herr“ zu ihm sagten, doch handelte er als Diener der Jünger und erklärte, dass wir alle einander dienen sollten.

Nebenbei sei angemerkt, dass das hier zitierte Deuteronomium 18,15.18–19 nicht genau mit dem masoretischen Text oder der Septuaginta übereinstimmt. Es folgt jedoch dem hebräischen Text von Deuteronomium 18,18–19 in der Schriftrolle 4Q175 (=4QTest), die zwischen 100 und 1 v. Chr. verfasst wurde.

F: Ist es Jesus in Apostelgeschichte 3,26 gelungen, jeden von seinen Sünden abzubringen?

A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Jesus war vollkommen erfolgreich darin, alles zu tun, was Er tun sollte, und von Seiten Gottes alles bereitzustellen, damit sich jeder von seinen Sünden abwenden konnte.

2. Einige entscheiden sich jedoch dafür, nicht von ihren Sünden abzukehren, und das ist nicht die Schuld Jesu.

3. Petrus betonte das Reich Gottes, nicht die Kirche, da er sich hier ausschließlich an Juden wandte.

F: Warum haben die Oberen in Apostelgeschichte 4,3–14 die Apostel zu diesem Zeitpunkt lediglich verwarnt?

A: Beachten Sie zunächst, dass die Oberen in Apostelgeschichte 4,7 im Wesentlichen fragten: „Mit welcher Kraft oder in welchem Namen?“; ihnen ging es ausschließlich um die richtige Autorität. Die Sadduzäer waren der Ansicht, dass das messianische Zeitalter bereits in der Makkabäerzeit begonnen habe, wie aus der „Message of Acts“ (S. 78) hervorgeht. Die Sadduzäer, die die Mehrheit im Sanhedrin stellten, sahen in der Verkündigung der Apostel über Jesus keinerlei gerechtfertigten Grund.

Zwar gibt die Heilige Schrift keine konkrete Antwort auf diese Frage, doch gibt es wahrscheinlich drei Gründe.

Die Herrscher fürchteten sich vor dem, was manche als „Öffentlichkeitsbild“ bezeichnen. Sie hatten Angst, die Unterstützung des Volkes zu verlieren und dass sich dieses gegen die jüdischen Herrscher wenden könnte, weil sie Menschen bestraften, die nichts anderes taten, als Gutes zu tun, indem sie jemanden heilten. Dies soll laut Apostelgeschichte 5,26 ein Hauptanliegen gewesen sein. Petrus, erfüllt vom Heiligen Geist, ging in Apostelgeschichte 4,9 auf diesen Punkt ein. Es könnte einen besseren Zeitpunkt geben, diese Apostel heimlich zu beseitigen.

Zweitens fürchteten sie die Reaktion der Römer auf einen Aufruhr der Menge. Die Römer hatten gezeigt, dass sie keine Skrupel hatten, jüdische Führer zu töten. Wenn die Menge die Tötung der Führer, die sie nicht mehr unterstützte, stillschweigend duldete, könnten sie in eine schwierige Lage geraten. Dies war ein Hauptanliegen des Kaiphas in Johannes 11,48–50.

Drittens musste nach jüdischem Recht eine Person sich der Folgen ihres Verbrechens bewusst sein, bevor sie dafür bestraft werden konnte. Die Warnung war also nur der erste Schritt, um sie auf die Folgen aufmerksam zu machen.

Petrus unternahm keinen Versuch, den Sanhedrin zu beschwichtigen oder in versöhnlichem Ton zu sprechen, um den Sanhedrin zu besänftigen. Dies mag schockierend gewirkt haben, da es von jemandem kam, der nach der Verhaftung geflohen war – ganz zu schweigen davon, dass er Jesus dreimal verleugnet hatte. Manchmal, wenn wir in einer Sache versagen und Buße tun, versetzt Gott uns in eine ähnliche Situation, damit wir dort siegreich sein können, wo wir zuvor gescheitert waren.

Die Entscheidung des Sanhedrins führte im Wesentlichen zu einer „Kriegserklärung“ zwischen der irdischen Autorität des Sanhedrins und der himmlischen Autorität Jesu.

F: Warum erfüllt Gott in Apostelgeschichte 4,8; 4,31; 2,4; 6,3; 11,24; 13,9; 7,55 die Menschen mit dem Heiligen Geist?

A: Die Apostelgeschichte nennt uns fünf verschiedene Gründe.

Um Gottes Wort zu verkünden (Apostelgeschichte 2,4; 4,8; 4,31)

Zum Dienen (Apostelgeschichte 6,3)

Um die Herde zu weiden (Apostelgeschichte 11,24)

Um zu zurechtweisen (Apg 13,9)

Für den Tod (Apg 7,55)

F: Ist Jesus in Apostelgeschichte 4,12 wirklich der einzige Weg?

A: Ja. Jesus ist gemäß diesem Vers, Johannes 14,6 und Apostelgeschichte 4,12 der einzige Weg für alle Menschen. Wenn Sie anderer Meinung sind, ist es zwar nicht so schlimm, mit fast allen aufrichtigen Christen der Geschichte nicht übereinzustimmen, aber es ist dennoch schwerwiegender, als Jesus und Petrus entweder als Lügner oder als Verrückte zu bezeichnen, weil sie glaubten, Jesus sei der einzige Weg. Glauben Sie wirklich, dass Jesus etwas gesagt hat, das alle seine Nachfolger über Jahrtausende hinweg in die Irre geführt hat, und dass er seinen Aposteln gestattet hat, dies ebenfalls zu tun? Glauben Sie, Sie wüssten es besser als Jesus oder Petrus?

Verleumdung bedeutet, etwas zu sagen, von dem man entweder weiß, dass es eine Lüge ist, oder bei dem man die Wahrheit rücksichtslos missachtet. Wenn Sie glauben, dass Jesus und Petrus Verleumder waren, wäre es eine Lüge, wenn Sie behaupten würden, an Jesus zu glauben und ein Nachfolger von ihm zu sein.

Manche Menschen wünschen sich ein „Bibel-Buffet“, bei dem sie alle Lehren akzeptieren, die ihnen gefallen, und jene ablehnen, die ihnen nicht gefallen. Das entspricht in etwa einer Haltung von „ich und Gott“ gegenüber „Gott und ich“. Doch das ist nicht das, was Gott, unser Herr, beabsichtigt hat.

F: Wie können wir – abgesehen von der Bibel – anhand von Apostelgeschichte 4,12 wissen, dass nicht alle Religionen wahr sind?

A: Bevor ich die Frage beantworte, hier ein kurzes Akrostichon zu den Glaubensgrundsätzen einiger Religionen.

Animismus – Nahezu jeder Baum und jeder Stein hat einen Geist, den man fürchten und mit Opfergaben besänftigen muss.

Buddhismus – Das Leben ist Leiden.

Cargo-Kult – (Neuguinea) Marschieren Sie in Formation, wie es die Götter (eigentlich Soldaten des Zweiten Weltkriegs) taten, damit diese mit ihren Geschenken in Form von Fracht zurückkehren.

Daoismus (später) – Es gibt viele Geister, die verehrt werden müssen.

Epikureische Philosophie – Das Leben ist großartig. Esst, trinkt und seid fröhlich, denn morgen sterben wir. Der ursprüngliche Epikureismus war nicht wirklich Hedonismus, sondern bedeutete vielmehr, alles (selbst das Böse) in Maßen zu tun.

Familie der Liebe (Kinder Gottes) – Seien Sie eine sexuelle Prostituierte für Jesus.

Griechisch – Verehren Sie Zeus, der Europa und andere vergewaltigte. Es gibt den Hades, aber keinen Himmel.

Haschischine (kleine muslimische Sekte) – Sie berauschten sich mit Haschisch, bevor sie Menschen ermordeten.

Islam – Die Dreifaltigkeit ist falsch, und Jesus Christus ist nicht der Sohn Gottes

Jainismus – Es gilt als spirituell, sich zu Tode zu hungern.

Khonds (aus Indien) – Es ist gut, Menschen langsam zu Tode zu foltern.

Lubawitscher – (aus den USA) Der verheißene Messias könnte bereits gekommen sein, und sein Name ist Rabbi Menachem Schneerson aus New York.

Maya (und auch Azteken) – Menschen bei lebendigem Leib das Herz herauszureißen, ist den Göttern wohlgefällig.

New-Thought-Bewegung – Ein aufgeschlossener Geist kann jede Krankheit heilen. Krankheit ist keine Realität.

Oneida-Gemeinschaft – (in Amerika) Alle Erwachsenen sind mit allen anderen in der Gemeinschaft „verheiratet“.

Papua-Neuguinea – Das Volk der Fore isst als Zeichen der Ehrerbietung das Gehirn seiner verstorbenen Angehörigen.

Quraysh (vor Mohammed) – verehren ein Mondgötzenbild namens Allah.

Römer (später) – Man muss den römischen Kaiser verehren oder sterben.

Shakerismus (in Amerika) – Alle sexuellen Beziehungen sind verboten.

Thuggees – (in Indien) Im Januar verehrt man Gott, indem man ahnungslose Männer erwürgt.

Unitarische Universalisten – Man darf sich jeder religiösen Überzeugung anschließen. (Mit der Ausnahme, dass es nur einen Weg durch Jesus gibt.)

Wikinger – Der einzige Weg, in den Himmel (Walhall) zu gelangen, ist ein gewaltsamer Tod.

Hexerei (früh) – Es gibt viele Dinge, die man tun muss, um den bösen Blick abzuwenden.

Yanomamö (Indianer) – Wenn jemand krank war, wurde eine halluzinogene Pflanze eingenommen – vom Schamanen, nicht vom Patienten.

Zoroastrismus – Es gibt nur einen wahren Gott, und die Verehrung anderer Götter sollte gewaltsam unterdrückt werden.

Es sollte offensichtlich sein, dass all diese widersprüchlichen Aussagen nicht wahr sein können.

F: Wie können wir – abgesehen von der Bibel – anhand von Apostelgeschichte 4,12 wissen, dass nicht alle großen Weltreligionen wahr sind?

A: Hier sind einige kurze Aussagen.

Juden glauben, dass Jesus nicht der Messias Gottes ist. Christen glauben, dass Jesus der Messias Gottes ist. Hindus und viele Buddhisten glauben an die Verehrung von Götzenbildern als Gott(e). Die christliche und jüdische Lehre besagt, dass Götzendienst ein großes Übel ist. Die frühen Christen zogen Folter und Tod der Verehrung von Götzenbildern vor. Mohammed lehrte die Muslime, dass Götzendiener, die nicht Buße tun, getötet werden sollten.

Wenn Sie anhalten und fünf Personen nach dem Weg zu einem bestimmten Ort fragen würden und diese so unterschiedliche Antworten gäben wie diese Religionen, müssten Sie zu dem Schluss kommen, dass zumindest einige von ihnen Unrecht hätten. Entweder

a) ist es in Ordnung, Götzen anzubeten,

b) Menschen, die Götzen verehren, sollten getötet werden

c) es ist besser, gefoltert zu werden und zu sterben, als Götzen anzubeten,

Alle drei der oben genannten Aussagen können nicht wahr sein.

Entweder

a) sollten Sie anderen ein Segen sein, oder

b) ist es eine gute Sache, die Gott gefällt, Juden und Christen zu verfluchen, wie Mohammed lehrte.

Beides kann nicht wahr sein.

Stellen Sie sich vor, Sie blicken auf die Kreuzung zweier Straßen auf einer kleinen Insel. Sie können wahrscheinlich jede beliebige Straße nehmen und gelangen schließlich an jedes gewünschte Ziel auf der Insel. Die meisten Religionen sind so. Solange Sie sich auf der Insel bewegen möchten, spielt es keine Rolle, welchen Weg Sie einschlagen. Sie können rechts, links oder in der Mitte um die Insel herumfahren. Die Straßen werden sich irgendwann kreuzen. Wenn Sie jedoch die Insel verlassen und auf das Festland des Reiches Gottes gelangen wollen, bevor der Hurrikan kommt, müssen Sie die eine lange Brücke nehmen. Dies zu sagen, ist keine Engstirnigkeit, sondern Geografie auf der Landkarte. Zu sagen, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, ist keine engstirnige Meinung unsererseits, sondern die von Jesus gelehrte Wahrheit.

Eine alte Geschichte erzählt von einem Betrüger, der neuen Einwanderern in Amerika die Brooklyn Bridge zeigt. Angesichts der vielen Autos, die darüber fahren, bietet der Betrüger an, die Brücke – die ihm gar nicht gehört – an den Einwanderer zu verkaufen, damit dieser durch das Eintreiben von Mautgebühren Geld verdienen kann. Manchmal möchten Menschen auf eine imaginäre Brücke vertrauen oder auf eine Brücke, die sie selbst bauen wollen. Die Wahrheit über die Erlösung ist, dass man nichts „kaufen“ kann. Sie können die schmale Brücke des Kreuzes Jesu frei überqueren, oder Sie können auf der Insel der Katastrophe bleiben.

F: Was können Sie jemandem sagen, der der Meinung ist, dass alle Religionen zu Gott führen (Apg 4,12)?

A: Das hängt von der Person und der Situation ab. Hier sind drei unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Antworten.

a. Es ist tröstlich zu glauben, dass mit der Welt alles in Ordnung ist und jede Religion die Menschen zu Gott führt. Sind die Taliban, der wohlhabende Reverend Moon, der unmoralische Rajneesh, der gewalttätige David Koresh und der selbstmordgefährdete Jim Jones allesamt „Leuchttürme“, die ihre Anhänger zu dem geführt haben, was Gott gefällt? War das Opfer Jesu, der unter Qualen am Kreuz starb, ohne Bedeutung oder, schlimmer noch, eine unnötige Verschwendung? Nein, Jesus sagte, dass der Weg, der ins Verderben führt, breit sei, und der Weg, der zum ewigen Leben führt, schmal. Nun lehnen manche Jesu Worte als die eines Narren ab und meinen, er habe nicht gewusst, wovon er sprach. Wenn wir jedoch ehrlich auf Jesus vertrauen, müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass mit dem Großteil der Welt nicht alles in Ordnung ist und dass wir noch viel zu tun haben, um den schmalen Weg zu verkünden.

b. Etwas weniger ernsthaft: Wenn mir jemand sagt, dass alle Religionen zu Gott führen, frage ich ihn, ob er sich bewusst ist, dass er sich mit dieser Aussage wirklich weit aus dem Fenster lehnt. In der Thuggee-Religion beispielsweise gilt es als Akt der Anbetung, andere Menschen zu Tode zu erwürgen. Da diese Menschen also glauben, dass alle Religionen zu Gott führen, und Sie nicht besonders gut kennen, würden sie sich bitte umdrehen und die Augen schließen, damit ich einen Akt der Anbetung gemäß dieser religiösen Tradition vollziehen kann?

c. Mohammed lehrte in Sure 9:29 und im Hadith von Bukhari, Band 4, Nr. 196, S. 124, Nicht-Muslime anzugreifen und Heiden zu töten. Menschen, die als muslimische Extremisten bezeichnet werden, sind einfach Menschen, die alles, was Mohammed gesagt hat, ernst nehmen. Ein solcher gewalttätiger Muslim könnte zu einem Universalisten sagen: Mein Prophet Mohammed, Friede sei mit ihm, hat uns aufgetragen, Ungläubige zu töten. Bevor ich Ihnen jedoch im Gehorsam gegenüber Allah den Kopf abschlage, möchte ich Ihnen nur mitteilen, dass ich es zu schätzen weiß, dass Sie meine Religion als richtig anerkennen.

F: Sind in Apostelgeschichte 4,12 Religionen, die gute Werke tun, gut?

A: Hier ist ein Empfehlungsschreiben über eine dieser Religionen, die die Nächstenliebe in den Vordergrund stellt.

„Zu wissen, wie sehr sich Ihre Gemeinde für die wichtigen sozialen und verfassungsrechtlichen Themen unseres Landes engagiert, ist für mich eine große Inspiration.“ – Walter Mondale (US-Vizepräsident) in einem Empfehlungsschreiben für Rev. Jim Jones. Jones legte dieses Empfehlungsschreiben der Regierung von Guyana vor, als Jonestown gegründet wurde. (zitiert in „The New Republic“, „12/2/1978 “ sowie in „Experts Speak“, S. 283.) Jim Jones zwang später seine Anhänger in Jonestown zum Selbstmord.

F: Wann sollten wir gemäß Apostelgeschichte 4,19 den Anordnungen religiöser Führer nicht gehorchen?

A: Drei Punkte sind zu berücksichtigen: die Gebote, die gottlosen religiösen Führer und Petrus.

Gebote: So wie die Gesetze eines Staates Vorrang vor den Gesetzen einer Provinz haben, haben Gottes Gebote Vorrang vor den Geboten anderer. Alles, was Menschen Ihnen sagen – selbst die Worte gottesfürchtiger Pastoren –, sollte man anhand der Heiligen Schrift überprüfen.

Führer: Paulus sagt in 2. Timotheus 3,5, dass es Menschen geben wird, die den Schein der Frömmigkeit haben, deren Kraft sie aber leugnen. Mit ihnen sollen wir nichts zu tun haben. Natürlich haben Sie etwas mit einer Person zu tun, wenn Sie sie als Ihren geistlichen Leiter anerkennen.

In Titus3:10 heißt es, man solle mit jemandem, der Spaltung sät, nichts zu tun haben, nachdem man ihn zweimal gewarnt hat. In Offenbarung 2,20 wurde die Gemeinde in Thyatira von Jesus zurechtgewiesen, weil sie eine falsche Prophetin duldete, die sexuelle Unzucht und den Verzehr von Götzenopferfleisch förderte.

Nun ist kein christlicher Leiter sündenfrei oder in jedem einzelnen kleinen Lehrpunkt zu 100 % korrekt. Doch wenn ein christlicher Leiter nicht bereit ist, sich Gott zu unterwerfen, sollten wir uns ihm nicht unterwerfen. Unseren christlichen Leitern, die mit Gott wandeln – so unvollkommen sie auch sein mögen –, sind wir geboten, uns ihnen zu unterwerfen, wie Hebräer13:17 und 1. Petrus 5,2–5 zeigen.

Petrus: Petrus’ Reaktion hätte einfach Schweigen sein können (was jedoch keine Zustimmung bedeutet hätte), und dann hätte er heimlich sprechen oder sagen können, dass er niemals zugestimmt habe. Doch stattdessen tat Petrus das Gegenteil. Er hatte keine Angst, dass er aus dem Schutz Gottes herausfallen würde. Hätte er einfach geschwiegen, hätte dies implizieren können, dass er zustimmte, und dann hätten sie Petrus – zu Recht oder zu Unrecht – vorwerfen können, er würde von dem zurücktreten, womit er stillschweigend eingestimmt hatte. Nein, Petrus zeigte hier Mut, und genau um diesen Mut hatten sie Gott gebeten.

Einer der ersten Autoren, der diesen Punkt erörterte, war Tertullian (198–220 n. Chr.) in „Scorpiace“, Kap. 14, S. 648.

Als historische Anmerkung sei erwähnt, dass John Wycliffe (~1330–1382) diesen Gedanken noch einen Schritt weiterführte. Er wurde von Richard Fitzralph in der Vorstellung beeinflusst, dass „Herrschaft von Gott kommt“. Dieses Konzept besagt, dass menschliche Macht und Autorität von Gott stammen und von Gott aufrechterhalten werden. Ungehorsame und gottlose religiöse Führer sollten weder unterstützt noch bezahlt werden. Wycliffe fragte: Wenn die gesamte römisch-katholische Kirche korrupt ist, warum sollte England dann Rom mit Geld versorgen?

Wie reagierte die römisch-katholische Kirche darauf? Wycliffes Tod durch einen Schlaganfall bewahrte ihn wahrscheinlich davor, den Märtyrertod zu erleiden. Jedenfalls grub die Kirche Wycliffes Leichnam aus und warf ihn weg.

Frage: Wie haben alle in Apostelgeschichte 4,21 Gott hier verherrlicht?

A: Mit „das ganze Volk“ waren all jene Menschen gemeint, die das Geschehene miterlebt hatten. Einige von ihnen mögen sich später von den Aposteln abgewandt haben, doch in diesem Moment brachten sie alle Gott ihren Lobpreis zum Ausdruck.

F: Welche Bedeutung hat in Apostelgeschichte 4,22 die Tatsache, dass der Mann 40 Jahre alt war?

A: Die Bedeutung liegt in der Lehre, dass das Alter für Gott keine Rolle spielt.

Der Körper wächst nach dem 20. Lebensjahr kaum noch, und mit zunehmendem Alter heilen Verletzungen langsamer. All dies ist für Gott, der Wunder wirkt, irrelevant.

Ebenso könnte ein älterer Mensch zögern, Buße zu tun und sich Gott zuzuwenden, weil er seine früheren Jahre verschwendet hat und sich zu sehr in seinen Gewohnheiten festgefahren fühlt. All dies ist für Gott irrelevant. Versuchen Sie nicht, Gott zu sagen, dass Sie zu ihm kommen wollen, er aber nicht mächtig genug sei, Ihre Einschränkungen oder Ihr Alter zu überwinden. Gott glaubt das nicht, und Sie sollten es auch nicht glauben.

F: Haben Petrus und Johannes in Apostelgeschichte 4,23 getratscht, um den anderen Gläubigen alles zu erzählen, was die Priester gesagt hatten?

A: Nein. Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Klatsch ist eine schwere Sünde, wie aus Sprüche 11,13; 16,28; 18,8; 20,19; 26,20.22 sowie 2. Korinther 12,20; 3. Johannes 10; Römer 1,29 und 1. Timotheus 5,13 hervorgeht. Zum Klatsch und zur Verleumdung gehört es, Dinge über andere zu erzählen, für die es keinen triftigen Grund gibt, sowie falsche Behauptungen aufzustellen.

2. Petrus und Johannes verbreiteten keine Gerüchte, denn sie berichteten, was ihnen widerfahren war, und sie sagten die Wahrheit.

3. Darüber hinaus war es für die anderen Christen wichtig, über das Urteil und das Vorgehen der Hohenpriester und Ältesten Bescheid zu wissen.

4. Schließlich berichteten sie von der Heilung durch Gott, und man kann anderen stets davon erzählen, was Gott getan hat.

F: Was ist an ihrem Gebet in Apostelgeschichte 4,28–29 bemerkenswert?

A: Zwei Dinge sind sehr interessant: was sie vor Gott aussprachen und worum sie nicht beteten.

Man könnte erwarten, dass sie Gott sagten, die Herrscher hätten sich gegen Gottes Willen gestellt. Doch statt dies zu sagen, gibt es hier eine „Überraschung“. Sie erkennen vor Gott an, dass die gottlosen Führer tatsächlich genau das taten, was Gott für sie bestimmt hatte, gemäß Psalm 2 in Apostelgeschichte 4,25–26.

Im Wesentlichen richteten sie drei Bitten an Gott.

1. Er möge die Drohungen der Herrscher zur Kenntnis nehmen (ohne sich anzumaßen, Gott vorzuschreiben, was Er dagegen tun solle)

2. Geben Sie ihnen die Kühnheit, Gottes Wort zu verkünden

3. Verherrliche weiterhin Deinen Namen durch Heilungen, Zeichen und Wunder.

Am bemerkenswertesten ist jedoch, worum sie NICHT beteten. Sie sprachen Gott als den souveränen Herrn an, beteten jedoch nicht um Sicherheit, um Befreiung von Unterdrückung oder darum, dass Gott sie beschützen möge. Sie beteten nicht darum, dass Gott ihnen Gelegenheiten zum Verkünden des Wortes in den Schoß legen möge. Sie sahen reichlich Gelegenheiten. Vielmehr beteten sie nur darum, dass Gott sie verändern möge, indem er ihnen mehr Kühnheit schenke, um Gelegenheiten zu schaffen oder zu nutzen, die zwangsläufig entstehen würden, um das Wort zu verkünden.

Gott zeigte durch das Beben des Gebäudes, dass Er mit ihrem Gebet sehr zufrieden war. Wie Johannes Chrysostomos bemerkte: Als das Gebäude bebte, wurden sie selbst noch unerschütterlicher.

F: Sollen Christen heute gemäß Apostelgeschichte 4,32–35 und 2. Korinther 8,13–15 finanzielle Gleichheit mit allen anderen Christen haben?

A: Apostelgeschichte 4,32–35 zeigt, dass die ersten Christen sehr großzügig waren und alles gemeinsam hatten, sodass niemand Not litt. Die Bibel gebietet jedoch weder einen „christlichen Kommunismus“ noch gibt sie ein Beispiel dafür, denn Apostelgeschichte 5,4 zeigt, dass Ananias das Recht hatte, das Land und das Geld für sich zu behalten. Es ist lediglich so, dass er nicht das Recht hatte, zu behaupten, er würde das gesamte Geld der Gemeinde geben, obwohl er dies in Wirklichkeit nicht tat. Paulus besaß persönliches Eigentum in Form seines Mantels und einiger Schriftrollen, von denen er in 2. Timotheus 4,13 schreibt.

In 2. Korinther 8,13–15 heißt es, dass niemand zu viel und niemand zu wenig haben sollte. Dies sind anspruchsvolle Verse für wohlhabende Christen, doch wir sollen der gesamten Bibel folgen, nicht nur Teilen davon.

F: Gab es in Apostelgeschichte 4,36 ein echtes „Evangelium des Barnabas“, das von Barnabas verfasst wurde, wie manche Muslime behaupten?

A: Nein. Das Barnabas-Evangelium war eine Fälschung aus dem Mittelalter. Hier sind einige der Gründe, aus denen wir wissen, dass es sich nicht um ein antikes Werk handelt.

Grundlegende Fakten zeigen, dass es sich nicht um ein antikes Werk handelt. Das Barnabas-Evangelium ist nur in italienischer Sprache überliefert, und kein antiker Autor hat jemals darauf Bezug genommen. Es erwähnt Dinge, die erst Jahrhunderte später gebräuchlich wurden. Darüber hinaus wurden in Granada auch andere, auf Arabisch verfasste Evangeliumsfälschungen gefunden. Sie wurden nach 1588 entdeckt, und die Fälscher waren Mauren. Wenn diese anderen Evangeliumsfälschungen allgemein abgelehnt werden, warum sollte man dann gerade diese akzeptieren? Zwar hat ein muslimischer Autor, Ata ur-Rahman, das Barnabas-Evangelium mit einer anderen Schrift namens „Brief/Epistel des Barnabas“ verwechselt, doch gibt es außer dem Namen der Person keinerlei Ähnlichkeit.

Im Widerspruch sowohl zur Bibel als auch zum Koran

Im Folgenden werden Lehren des Barnabas-Evangeliums aufgeführt, die sowohl der islamischen Lehre im Koran als auch der christlichen Lehre in der Bibel widersprechen.

Jesus ist nicht der Messias. Kap. 83, S. 181; Kap. 97, S. 223; Kap. 42, S. 97

Die Worte eines Propheten richten sich nur an das Volk, zu dem er gesandt wurde. Kap. 43, S. 101. (Sure 4:150–151 besagt, dass man zwischen den Gesandten keinen Unterschied machen soll.)

Der Messias ist Mohammed. Kap. 97, S. 225–227

Ismael war der Vorfahr des Messias. Kap. 190, S. 425; Kap. 191, S. 407; Kap. 208, S. 459; Kap. 43, S. 103

Gott schuf alle Dinge für den Messias. Kap. 191, S. 427

Gott schuf alles für Mohammed. Kap. 39, S. 91: „[Mohammed] soll mein Gesandter sein, für den ich alle Dinge geschaffen habe; der der Welt Licht bringen wird, wenn er kommt; dessen Seele sechzigtausend Jahre, bevor ich irgendetwas schuf, in himmlischer Pracht ruhte.“

„Der Gesandte Gottes [Mohammed] wird antworten: ‚O Herr, ich erinnere mich, dass Du, als Du mich erschufst, sagtest, Du hättest aus Liebe zu mir die Welt und das Paradies sowie Engel und Menschen erschaffen wollen, damit sie Dich durch mich, Deinen Diener, verherrlichen mögen.‘“ Kap. 55, S. 131. Siehe auch Kap. 56, S. 133

Ohne Glauben an Mohammed wird niemand gerettet werden. (Die meisten Muslime glauben nicht, dass man einen rettenden Glauben an Mohammed haben sollte.) Kap. 192, S. 429

Einige weitere Unterschiede zur Bibel

Jesus ist eine Stimme in der Wüste. Kap. 42, S. 97

Engel „rollten“ die Soldaten für Jesus beiseite. Kap. 153, S. 355

Mohammed kommt. Kap. 44, S. 105

Einige weitere Unterschiede zum Koran sollten Muslime davor warnen, sich auf dieses „Evangelium“ berufen zu wollen. Gemäß dem Hadith von al-Bukhari, Band 4, Buch 56, Nr. 712, S. 467, sagte Mohammed, dass eine der drei schlimmsten Lügen darin bestehe, „mir etwas zuzuschreiben, was ich nicht gesagt habe“.

Gläubige Muslime, die keine guten Taten vorweisen können, werden 70.000 Jahre lang in der Hölle sein. Kap. 137, S. 319

Mohammed wird in die Hölle kommen und entsetzt sein, wenn er die Strafe der anderen sieht; Kap. 135, S. 315

Maria brachte Jesus ohne Schmerzen zur Welt; Kap. 3, S. 9

Es ist unrechtmäßig, irgendetwas zu hassen, außer die Sünde. Kap. 86, S. 199

Gott ist ein Vater. Kap. 133, S. 307

Gott ist unser Vater. (– allerdings ohne Söhne) Kap. 17, S. 31, 33

Im Himmel wird es keinen Neid geben. Kap. 177, S. 401

Allgemeine Fehler – Segelfahrten zu Städten im Landesinneren: Dies sind nicht nur kleine Fehler, sondern zeigen, dass der Autor nur sehr wenig über die Geografie und Geschichte Palästinas wusste.

Jesus begab sich zum See Genezareth und segelte, nachdem er ein Schiff bestiegen hatte, zu seiner Stadt Nazareth. Kap. 20, S. 41 (Nazareth liegt im Landesinneren.)

Die Römer sagten, die Götzen seien allmächtig. Kap. 152, S. 353

Die Kanaaniter verachteten die Pharisäer. Kap. 144, S. 335

Die Pharisäer zu Jesu Zeiten waren in ihrer Askese sehr eigenartig. Kap. 145, S. 337–339

Kuriositäten über die Pharisäer. Kap. 143, S. 343–345

Rom hat 28.000 Götter. Kap. 152, S. 353

Der römische Senat erließ ein Dekret, wonach niemand Jesus als Gott oder Sohn Gottes bezeichnen durfte. Kap. 98, S. 227, oder von Jesus sprechen durfte. Kap. 157, S. 367

Der Erlass des römischen Senats. Kap. 210, S. 461

Menschen, die Buße predigten, wurden Nazarener (nach Jesus) genannt. Kap. 194, S. 433

Judas lächelte, als die Jünger ihn mit Jesus verwechselten. Kap. 216, S. 471

Israel sagt, Jesus sei Gott oder der Sohn Gottes gewesen. Kap. 138, S. 321

Barnabas war einer der Jünger Jesu. Kap. 83, S. 191; Kap. 88, S. 205; Kap. 19, S. 39; und Kap. 72, S. 167

Zu Jesu Zeiten herrschte in Israel eine große Hungersnot. Kap. 138, S. 321

Gott ließ Jesus unter den Folgen leiden, weil andere Jesus als Gott bezeichneten. Kap. 112, S. 257

Die Berge (Plural) von Samaria. Kap. 81, S. 189

Historische Anachronismen: Es geht hier nicht darum, dass das Barnabas-Evangelium einige historische Ungereimtheiten aufweist. Der springende Punkt ist vielmehr, dass die zahlreichen Fehler beweisen, dass das Buch im Mittelalter in Europa verfasst wurde.

Die Münzen in Kapitel 54 (ein goldener Denar, unterteilt in sechzig Minuti) waren spanischer Herkunft.

Abrahams Vater behauptete, es gäbe eine unendliche Anzahl von Göttern. (Die Sumerer kannten den Begriff der Unendlichkeit nicht.) Kap. 26, S. 57

„Daraufhin, als die Speise [Adams Kehle] hinabglitt, erinnerte er sich an die Worte Gottes; darum steckte er, in dem Wunsch, die Speise aufzuhalten, seine Hand in seine Kehle, wo jeder Mensch das Mal trägt.“ (Der Ausdruck „Adamsapfel“ war ursprünglich ein mittelalterlich-europäischer Begriff.) Kap. 40, S. 93

Pilatus war Statthalter von Judäa, als Jesus geboren wurde. Kap. 3, S. 7

Die Juden lehrten, zu fasten, Almosen zu geben, zu beten und Pilgerreisen zu unternehmen. Kap. 89, S. 207

Das Jubeljahr findet nun alle 100 Jahre statt. Kap. 83, S. 191–193

Die Barone der Könige. Kap. 131, S. 301

Sie sehnen sich nach Pferden wie Ritter. Kap. 69, S. 159

Die Last der Republik. Kap. 69, S. 161

Hofleute. Kap. 133, S. 307

Nach dem Abendgebet. Kap. 131, S. 299

Der Turm, von dem aus die Schriftgelehrten einst predigten. Kap. 127, S. 291; Kap. 129, S. 297; und Kap. 12, S. 19

Der verlorene Sohn, neue Strümpfe. Kap. 147, S. 241

Gott ist nicht zusammengesetzt. Kap. 161, S. 377

Der Mensch ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Kap. 168, S. 389

Lazarus und seine beiden Schwestern waren in anderen Städten Eigentümer von Magdala und Bethanien, genau wie im Mittelalter! Kap. 194, S. 433

Jesus (in Wirklichkeit Judas) war als Gaukler verkleidet. Kap. 217, S. 475

Tannenzapfen (dort, wo Jesus lebte, gibt es keine). Kap. 113, S. 259

Fistel. (Ein medizinischer Begriff, der erst im Mittelalter für eine Öffnung im Körper zum Zwecke der Drainage verwendet wurde.) Kap. 120, S. 275

Jesus konnte im Alter von 12 Jahren nicht lesen. Kap. 9, S. 15

Buße tun. Kap. 121, S. 277

Jesus betete gemeinsam mit dem Boten Gottes, und Jesus hörte Mohammeds Stimme. [Lebte Mohammed schon, bevor er geboren wurde?] Kap. 84, S. 195

Diese „mehr als nur wenigen“ Fehler beweisen, dass das Buch im Mittelalter in Europa verfasst wurde.

F: In Apostelgeschichte 4,36 – wer hat also das Barnabas-Evangelium verfasst?

A: Zunächst einige Hinweise, dann drei mögliche Verdächtige.

Hinweise: Ein italienischer Drucker namens Arrivabene veröffentlichte 1547 die erste italienische Übersetzung des Korans. Der Verfasser des Barnabas-Evangeliums war weder mit der biblischen Geschichte noch mit der orthodoxen muslimischen Theologie gut vertraut, aber offenbar war er (oder sie) sehr gut mit den Bräuchen des europäischen Mittelalters vertraut. Das Italienisch des Barnabas-Evangeliums wies sowohl venezianische als auch toskanische Dialektmerkmale auf. Die lateinische Schreibweise zeigt den Einfluss der lateinischen Vulgata. Zudem sind Einflüsse aus Dantes Werken erkennbar.

In den Randspalten befanden sich arabische Notizen. Wie David Sox (S. 51) jedoch erwähnt, stammten diese nicht von einem orthodoxen Muslim. Die Raggs vermuten, dass – da der dunkelgrüne Einband im orientalischen Stil dem Einband eines türkischen Dokuments aus dem Jahr 1575 im venezianischen Archiv sehr ähnlich ist – sowohl der Einband als auch die Randnotizen in Istanbul/Konstantinopel angefertigt worden sein könnten.

Erster Verdächtiger: Fra Marino war von 1542 bis 1550 Inquisitor von Venedig, und möglicherweise war sein Motiv Rache (Sox, S. 68). Felice Peretti (der spätere Papst Sixtus V.) war ein strenger, engagierter Inquisitor von Venedig, der sich viele Feinde machte. Im 16. Jahrhundert gab es allein in Venedig 843 Prozesse wegen Protestantismus und Täufertum, 65 wegen blasphemischer Äußerungen und 148 wegen Hexerei. (Sox, S. 57) In den 1530er Jahren wurde Venedig wegen seiner Toleranz kritisiert. Ein Augustinermönch wurde bestraft, weil er in der Kirche St. Barnabas in Venedig Ketzerei gelehrt hatte. (Sox, S. 59) Eine Handschriftanalyse von Fra Marinos Handschrift und dem Barnabas-Evangelium zeigt, dass sie laut Sox (S. 70) von derselben Person stammen könnten.

Zweiter Verdächtiger: Anselmo Turmeda (der später zu Abd-Allah ibn Abd Allah wurde) aus Mallorca, Spanien, studierte zehn Jahre lang in Bologna. In seiner zwischen 1383 und 1390 verfassten Biografie gab er an, vor seiner Konversion zum Islam Priester gewesen zu sein. Sein Lehrer in Bologna war ein heimlicher Muslim. De Epalza (S. 63–64) schreibt, er sei ein konvertierter Franziskaner gewesen, der sich nach seiner Konversion zum Islam am Christentum rächte. Die Erwähnung spanischer Münzen im Barnabas-Evangelium stützt diese Theorie.

Weitere Verdächtige: Andere gefälschte Evangelien, die zumindest von Mauren in arabischer Sprache verfasst wurden, stammen aus Granada. Vor dem Jahr 1588 war jedoch keines davon bekannt.

Fazit: Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Muslim, dem erzählt würde, dass jemand ein verlorenes „Buch“ Gottes gefunden habe. Unter anderem erwähnte diese „Sure“, dass Mohammed mit einem Boot nach Mekka segelte, und diese Sure widersprach der Lehre der Bibel sowie dem Koran in zehn Punkten. Die älteste Handschrift der angeblichen Sure wurde auf Italienisch verfasst, was nicht nur keine Sprache des Nahen Ostens ist, sondern Italienisch existierte zur Zeit Mohammeds noch gar nicht. Schließlich enthielt diese vermeintliche Sure einige historische Bräuche, die erst 1.000 Jahre später in Europa aufkamen.

Ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass ein Muslim, gelinde gesagt, wahrscheinlich einige Fragen hätte. Bevor Sie diese mittelalterliche Fälschung als authentisches Werk anerkennen, das die „wahren“ Lehren Jesu widerspiegelt, sollten Sie bedenken, dass dieses Werk auch dem Koran widerspricht.

F: Wie kann sich ein Gläubiger gemäß Apostelgeschichte 4,36 so verändern, dass er ermutigender wird, wie es Josef und Barnabas waren?

A: Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, sowie einige Dinge, die Sie unterlassen sollten.

Wenn jemand Sie sieht, erwartet er dann, häufiger ermutigende Worte oder eher kritische Äußerungen von Ihnen zu hören? Es gibt zwar Situationen, in denen kritische Äußerungen angebracht sind, doch im Allgemeinen sollten diese seltener vorkommen als die ermutigenden Worte.

Sie sollten entmutigende und zynische Äußerungen aus Ihrem Sprachgebrauch verbannen.

Seien Sie dankbar für die Beiträge und Bemühungen anderer. Selbst wenn die gut gemeinte Anstrengung gescheitert ist, seien Sie dankbar, dass sie es versucht haben.

Weisen Sie unbedingt auf die guten Dinge hin, die andere tun oder zu tun versuchen.

Seien Sie andererseits ehrlich und schmeicheln Sie den Menschen nicht, indem Sie Dinge loben, von denen sie wissen, dass sie nicht aus den besten Motiven heraus getan oder nicht gut umgesetzt wurden.

F: Warum wurden in Apostelgeschichte 4,37 und Apostelgeschichte 5,2 die Spenden der Gemeinde den Aposteln zu Füßen gelegt?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keine Auskunft, doch lassen sich vier mögliche Gründe erkennen.

Autorität: Anerkennung der Autorität der Apostel in der Gemeinde, das Geld und andere Gaben entgegenzunehmen und zu verteilen.

Fehlen von Vorbedingungen: Durch diese Art der Spende waren keine Bedingungen an die Spende geknüpft und es wurden keine Auflagen gemacht.

Anonymes Geben: Da die Apostel die Verteilung vornahmen und nicht der Geber selbst, bot sich für den Geber möglicherweise weniger Gelegenheit, Lob oder Ruhm zu erlangen.

Vertrauen: Die Spender vertrauten darauf, dass die Apostel die Gabe sinnvoll einsetzen würden.

F: Sollten Gemeinden heute gemäß Apostelgeschichte 4,37 und Apostelgeschichte 5,2 auf der Grundlage von Vertrauen handeln oder sollten sie finanzielle Kontrollen einführen?

A: Beides. Wenn wir wissen, dass wir einem Gemeindeleiter oder einer Organisation nicht vertrauen können, sollten wir diesem Leiter oder dieser Organisation keine Spenden zukommen lassen. Hier geht es nicht nur um Betrug, sondern darum, Gottes Gaben für Dinge auszugeben, die Gott nicht ehren. Zweckgebundene Spenden sind in Ordnung, wie es sie zur Zeit des Paulus bei der Hungersnot in Israel gab.

Vertrauen bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch finanzielle Kontrollen angewendet werden sollten. In 2. Korinther 8,17–18 wurden mehrere Personen mit einer Opfergabe entsandt, um den Anschein von Unangemessenheit zu vermeiden. Das ist auch heute noch genauso wichtig, um den Anschein von Unangemessenheit zu vermeiden. Selbst gute Dienste hatten gelegentlich Probleme damit, dass ein Mitarbeiter Geld entwendet hat. Gute Dienste haben dies durch finanzielle Kontrollen aufgedeckt. Es gibt eine Dachorganisation namens „Evangelical Council for Financial Accountability“ (ECFA), der Hunderte christlicher Organisationen angehören. Jede Organisation muss dem Glaubensbekenntnis zustimmen und sich an die Rechnungslegungspraktiken der ECFA halten, zu denen auch eine jährliche externe, unabhängige Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gehört.

F: Sollten Spenden heutzutage gemäß Apostelgeschichte 4,37 und Apostelgeschichte 5,2 an eine Kirche oder direkt an bedürftige Arme gehen?

A: Es gibt keine feste Regel, doch bei der Beantwortung dieser Frage sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Die Hilfe für die Armen, Waisen und Witwen sollte eine wichtige Priorität in unserem Leben sein (Jakobus 1,27; 5. Mose 15,11; Jesaja 1,17; 58,6–10; Jeremia 5,28; 22,16; Galater 2,10; Psalm 41,1; 68,5; Sprüche 19,17; 21,13; 22,9; 24,11–12; 29,7; 31,9.20; Matthäus 25,34–36; Sacharja 7,9–10; Apostelgeschichte 10,2.4; Epheser 4,28; 1. Timotheus 6,18–19). „Wer seine Ohren vor dem Schrei des Armen verschließt, der wird selbst schreien und keine Antwort erhalten.“ (Sprüche 21,13)

2. Den Armen, die sich weigern zu arbeiten, soll nicht geholfen werden, bis sie bereit sind zu arbeiten (2. Thessalonicher3:10 ).

3. Wenn Sie den Armen direkt etwas geben, tun Sie dies mit Bedacht. Versuchen Sie, das Risiko zu verringern, dass das Geld für Drogen, Alkohol, Zigaretten, Lottoscheine oder andere verschwenderische Dinge verwendet wird.

4. Wenn Sie an eine Kirche oder über eine Kirche spenden, tun Sie dies mit Bedacht. Informieren Sie sich darüber, was die Organisation unterstützt. So floss beispielsweise ein bestimmter Prozentsatz der Kollekten vieler etablierter Konfessionen an den Ökumenischen Rat der Kirchen. Diese gaben Geld an rhodesische (simbabwische) Guerillakämpfer weiter, die Missionare einer der Mitgliedsorganisationen des Ökumenischen Rates der Kirchen ermordeten.

Wenn ein Teil Ihres Geldes zur Unterstützung von Abtrünnigen (wie dem episkopalen Bischof Spong) oder von theologischen Seminaren verwendet wird, an denen die leibliche Auferstehung Christi geleugnet wird (wie beispielsweise an der Perkins School of Theology der Southern Methodist University), sollten Sie sich bewusst machen, dass ein Teil des Geldes, von dem Sie behaupten, es Gott zu geben, an Wölfe geht, die die Herde zerstreuen. Warum sollten Sie Geld verschwenden, indem Sie es denen geben, die sich nicht dazu verpflichten, dem in der Bibel dargestellten Christus nachzufolgen?

F: Was war in Apostelgeschichte 5,1–10 falsch daran, dass Ananias und Saphira ihr Grundstück verkauften und nur einen Teil des Geldes den Aposteln zu Füßen legten?

A: Nur einen Teil des Geldes zu spenden, war in Ordnung. In Apostelgeschichte 5,4 zeigt Petrus, dass niemand unter Druck stand, dem Beispiel des Barnabas zu folgen. Das Problem war, dass sie logen und behaupteten, es handele sich um den gesamten Erlös. Das sekundäre Problem war die Unehrlichkeit. Das Hauptproblem bestand darin, dass sie glaubten, den Heiligen Geist täuschen zu können.

Dass Lukas dies niederschrieb, zeugt von seiner Offenheit bei der Schilderung dieses unglücklichen, etwas peinlichen Vorfalls in der Gemeinde. Ananias und Saphira sind für die Urgemeinde das, was die Familie Achans für die Israeliten war: eine sündhafte Täuschung, die den siegreichen Vormarsch des Volkes Gottes unterbrach.

Im Allgemeinen greift Satan die Gemeinde auf drei Arten an.

Von außen: Gewalt, wie im Buch der Apostelgeschichte beschrieben

Interne Unterwanderung, wie moralische Kompromisse und ketzerische Lehren

Ablenkung: sich in anderen guten Taten verlieren, die Gott für diese Menschen nicht vorgesehen hatte.

F: Warum werden Menschen, die heute ihre Spenden an die Kirche falsch darstellen, nicht von Gott getötet, wie es in Apostelgeschichte 5,1–10 beschrieben wird?

A: Vier Punkte sind bei der Beantwortung zu berücksichtigen.

1. Dies geschah direkt vor den Augen der Apostel selbst, vielleicht eine teilweise Erfüllung von Johannes 20,23. Dies war eine neue Phase des „strahlenden Lichts eines nahezu vollkommenen Zeugnisses der Urkirche“, wie es im New International Bible Commentary auf Seite 1277 heißt.

2. Einerseits waren sie unehrlich, doch war es eine noch größere Sünde, die Apostel zu belügen und zu glauben, sie könnten damit durchkommen, Gott zu belügen.

3. Nichts deutet darauf hin, dass sie den sofortigen physischen Tod mehr verdient hätten als alle anderen, die Menschen im Namen der Religion betrogen haben. Sie erhielten ihre Strafe jedoch „früher“, um in den ersten Tagen der Kirche unter der direkten Führung der Apostel ein Exempel an ihnen zu statuieren.

4. Ananias und Saphira standen den Aposteln nahe und befanden sich im Zentrum des Wirkens Gottes. Das ist eine gute Sache, wenn man Gott gehorcht und ihm gegenüber ehrlich ist, aber schmerzhaft, wenn man es nicht ist.

F: Ist der Heilige Geist in Apostelgeschichte 5,3–4 ein weiblicher Geist, wie es der angebliche koreanische Messias, Rev. Moon, lehrt („Das Göttliche Prinzip“, fünfte Auflage, 1977, S. 215–216)?

A: Nein. Der Heilige Geist besitzt weder X- noch Y-Chromosomen noch Geschlechtsorgane. Wenn jedoch in der Bibel vom Heiligen Geist die Rede ist, wird der Geist als „Er“ bezeichnet und niemals als „sie“. In Johannes14:17 heißt es: „Die Welt kann ihn nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Aber ihr kennt Ihn, …“ (BSB). In der griechischen Grammatik weisen Wortendungen ein Geschlecht auf, und Johannes 14,16 und 26 sowie Apostelgeschichte 13,2 weisen das männliche Geschlecht auf. Auch Johannes15:26 und Johannes16:13 sprechen von „Ihm“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Johannes 14,17 wahr ist. Diejenigen, die darauf bestehen, der Heilige Geist sei weiblich, kennen Ihn nicht.

F: Wie kam es in Apostelgeschichte 5,13–14 dazu, dass sich niemand sonst den Gläubigen anschloss, obwohl deren Zahl zunahm?

A: Der wörtliche griechische Text lautet „keiner von den Übrigen“. Aus Angst vor Verfolgung und angesichts dessen, was mit Ananias und Saphira geschehen war, wollte sich niemand den Gläubigen anschließen, es sei denn, sie kamen ebenfalls zum Glauben. Wie es im „Tony Evans Bible Commentary“ auf Seite 1078 heißt: „Leider beginnt der Teufel ebenfalls zu wirken, wenn Gott zu wirken beginnt.“

F: Warum wurden die Apostel in Apostelgeschichte 5,19–20 hier befreit?

A: Apostelgeschichte 5,20 zeigt, dass sie aus einem bestimmten Grund befreit wurden: um wieder zum Volk zu sprechen und im Tempel zu stehen. Sie sollten dies nicht heimlich tun, sondern mutig und offen.

Gott stellte die religiösen Autoritäten auf komische Weise als Narren bloß. Die Gefängniswärter bewachten sorgfältig leere Gefängniszellen. Der Rat versammelte sich, um über Gefangene zu urteilen, die er gar nicht hatte. Während sie versuchten herauszufinden, wohin die Gefangenen geflohen waren, standen diese bereits wieder offen in den Tempelhöfen und predigten.

Beachten Sie, dass bei ihrer erneuten Verhaftung die Fragen, ob Jesus der Messias sein könnte oder wie sie entkommen waren, um zu predigen, nicht einmal zur Sprache kamen. Tatsächlich sind bei diesem „Verhör“ überhaupt keine Fragen an die Apostel überliefert. Lediglich eine Feststellung des Hohepriesters, dass sie gegen die Vorschriften des Sanhedrins verstoßen hätten.

F: Wurde Jesus in Apostelgeschichte 5,30; 10,39 und 13,29 an einem Baum aufgehängt oder an einem Kreuz gekreuzigt?

A: Jesus wurde an einem Kreuz aus Holz gekreuzigt. Das Kreuz stammte vermutlich vom Stamm eines toten Baumes. „An einen Baum gehängt zu werden“ galt gemäß Deuteronomium 21,23 als Fluch. Die Verwendung dieses Begriffs unterstreicht, dass Jesus die Demütigung und den Fluch für uns auf sich genommen hat.

F: Was wissen wir in Apostelgeschichte 5,34 und 22,3 über Gamaliel I. außerhalb der Bibel?

A: Gamaliel, Sohn des Simon, war ein berühmter jüdischer Rabbiner und Enkel eines anderen berühmten Rabbiners namens Hillel. Gamaliel I. starb im Jahr 52 n. Chr. Die pharisäische Tradition des Hillel ging davon aus, dass ein Mann sich aus jedem beliebigen Grund von seiner Frau scheiden lassen könne.

F: In Apostelgeschichte 5,36: Wann lebte Theudas?

A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, dann eine Tatsache, die für die Antwort nicht relevant ist, und schließlich die Antwort.

Nicht die Antwort: Es könnte sein, dass Gamaliel hier einen Fehler gemacht hat und Lukas uns lediglich mitteilte, was Gamaliel fälschlicherweise gesagt hatte. Angesichts der folgenden Antwort gibt es jedoch keinen Grund, die Abfolge oder den Zeitpunkt der Äußerungen in Frage zu stellen.

Für die Beantwortung der Frage nicht relevant: Josephus erwähnt in „Antiquitates Judaicae“ 20.5.1 (ca. 93–94 n. Chr.) einen Theudas, der im Jahr 44 n. Chr. von Cuspius Fadus enthauptet wurde, während dieser das Amt des Prokurators bekleidete. Gamaliel sagte jedoch, dieser Theudas sei vor der Volkszählung gelebt, die 6–7 n. Chr. stattfand. Außerdem verfügte dieser Theudas über eine recht große Armee, nicht nur über 400 Mann.

Erschwerend kommt hinzu, dass es zu dieser Zeit zahlreiche kleinere Aufstände gab. Josephus erwähnt vier Aufstände, die innerhalb eines Zeitraums von 40 Jahren von verschiedenen Personen angeführt wurden, die alle den Namen Simon trugen. Er erwähnt zudem drei verschiedene Aufstände, die innerhalb von zehn Jahren von drei verschiedenen Männern angeführt wurden, die alle den Namen Judas trugen. Natürlich war Josephus zwar im Allgemeinen ein sorgfältiger Historiker, doch auch ihm unterliefen andere Fehler. Es ist also möglich, dass entweder Josephus selbst oder ein späterer Abschreiber einen Namen falsch notiert hat. Früher gingen viele davon aus, dass Lukas Josephus als Quelle herangezogen habe. Einige Autoren, darunter Emil Schürer, haben diese These jedoch „widerlegt“.

Die Antwort: Der Theudas mit den 400 Aufständischen war eine andere Person mit demselben Namen. Die Aufständischenstimmung gegen die Römer war groß, da es eine Gruppe von Menschen gab, die sogenannten Zeloten, die fast ununterbrochen gegen die Römer kämpften, bis zum erfolgreichen, aber kurzlebigen Aufstand im Jahr 70 n. Chr. Dieser Theudas war einer, der vor Judas rebellierte, während der von Josephus erwähnte Aufständische nach Judas rebellierte.

F: Welche Hinweise gibt es in Apostelgeschichte 5,36 darauf, dass Paulus bei Gamaliel studiert hat?

A: Neben Paulus’ hervorragender Kenntnis des Alten Testaments und seiner Behauptung, ein Pharisäer zu sein, gibt es ein konkretes Beispiel. In 1. Korinther 14,21 bezeichnete Paulus ein Zitat aus Jesaja 28,11–12 als Teil der Tora (des Gesetzes). Die Sadduzäer und andere akzeptierten nur die ersten fünf Bücher der Bibel als Thora, während die Pharisäer das gesamte Alte Testament als Thora betrachteten. Dies deutet also darauf hin, dass Paulus bei einem Pharisäer und nicht bei einem Sadduzäer studiert hat.

Nebenbei bemerkt: Obwohl Gamaliel ein hoch angesehener Pharisäer war, soll er lediglich ein Mitglied des Sanhedrin-Rates in Jerusalem gewesen sein. Pharisäer-Rabbiner standen erst nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. an der Spitze des Sanhedrin.

F: War es in Apostelgeschichte 5,38–39 typisch für Pharisäer, hier so nachsichtig zu sein?

A: Es gibt verschiedene Untergruppen der Pharisäer, und einige, wie Gamaliel I. und Josephus, gehörten zu den nachsichtigeren Vertretern. Ein späterer Rabbiner, Gamaliel II., war strenger. Josephus schreibt in „Antiquitates Judaicae“, Buch 13, 294 [x.6]: „Die Pharisäer sind von Natur aus nachsichtig, was Strafen angeht.“ Ein späterer Pharisäer, Rabbi Johanan, der Sandalenmacher, der bei dem berühmten Rabbi Akiba studierte, äußerte sich sehr ähnlich wie Gamaliel. In „Pirke Avot“ 4,11 sagte er: „Jede Versammlung, die um des Himmels willen stattfindet, wird sich am Ende durchsetzen; jede jedoch, die nicht um des Himmels willen stattfindet, wird sich am Ende nicht durchsetzen.“

F: Was ist in Apostelgeschichte 5,40–41 ironisch?

A: Die Apostel erlitten vierzig Peitschenhiebe minus einen. Manchmal überlebten die Menschen das nicht. Hätte Gott nicht eingegriffen, hätten sie wahrscheinlich bleibende körperliche Schäden davongetragen. Die Apostel, die Gott in die Welt ausgesandt hatte, hätten also aufgrund ihrer Auspeitschung körperliche Schäden davongetragen. Dennoch fühlten sich die Apostel geehrt, weil sie entehrt wurden, und empfanden es als Gnade, in Ungnade zu fallen!

Wie der ugandische Bischof Festo Kivengere sagte: „Ohne Blutvergießen kann die Kirche keinen Segen spenden.“ Tertullian sagte in seinem berühmten Ausspruch: „Tötet uns, foltert uns, verurteilt uns, zermahlt uns zu Staub; eure Ungerechtigkeit ist der Beweis dafür, dass wir unschuldig sind. … Je öfter ihr uns niedermäht, desto zahlreicher werden wir; das Blut der Christen ist Same.“ Apologie, Kap. 50 (ANF, Band 3, S. 33).

Frage: Warum gab es in Apostelgeschichte 6,1 überhaupt so viele Witwen in der Gemeinde?

A: Zunächst eine falsche Antwort: „Weil ihre Ehemänner wegen ihres Glaubens getötet wurden“ – das trifft zu diesem Zeitpunkt nicht zu, da noch fast niemand wegen seines Glaubens getötet worden war. Es gibt wahrscheinlich drei Gründe. 1) Möglicherweise gab es in der Gesellschaft insgesamt viele bedürftige Witwen. Damals war es für eine Frau schwierig, ohne einen Mann ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, es sei denn, sie war Weberin oder Händlerin oder übte einen verpönten Beruf aus.

2) Ein Grund könnte darin liegen, was in einigen Entwicklungsländern beobachtet wurde: Wenn sich ein älterer Mensch zu Christus bekehrt, stellt die Familie, die ihn finanziell unterstützt hat, diese Unterstützung ein. Dies würde nicht nur viele dazu bewegen, zum Glauben ihrer Familie zurückzukehren, sondern wäre auch eine finanzielle Belastung für die Kirche, da dadurch Mittel abgezogen würden, die sonst für die Evangelisation verwendet werden könnten. Und wenn sich die Kirche nicht um ihre eigenen Witwen kümmern würde, würde dies der Welt zeigen, dass Christen sich nicht wirklich um andere Menschen kümmern – oder zumindest nicht um solche, die kein Geld haben.

3) Abgesehen von ihrer Familie verfügten die Juden laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 9, S. 330, bereits über ein System zur Verteilung von Lebensmitteln an arme, hungernde jüdische Menschen. Wenn jedoch jemand den jüdischen Führern nicht mehr gehorchte, könnten diese ihn möglicherweise nicht mehr in die Lebensmittelverteilung einbeziehen.

Doch die Bedürfnisse der Witwen stellten keineswegs eine Belastung für die Gemeinde dar; vielmehr war es die eigentliche Aufgabe der Gemeinde, für sie zu sorgen. Die Evangelisation und die damit verbundenen finanziellen Mittel sind nicht unsere vorrangige Verantwortung; vielmehr ist es unsere Aufgabe, Gott gehorsam zu gefallen. Den Armen und Witwen zu helfen, ist keine Belastung für den Auftrag der Gemeinde; vielmehr ist es ein grundlegender Bestandteil ihres Auftrags.

F: In Apostelgeschichte 6,1: Wann und wie ist es angebracht, sich zu beschweren?

A: Es ist niemals angebracht, sich zu beschweren oder zu murren. Oft ist es jedoch angebracht, Probleme und Dinge anzusprechen, die behoben werden müssen. Wenn Sie dies tun, werden Sie möglicherweise fälschlicherweise beschuldigt, sich zu beschweren, doch es gibt einen Unterschied.

Murmeln kann demoralisierend wirken. Es bedeutet, andere herabzusetzen – eine destruktive Art, sich auf das Problem zu konzentrieren. Das Ansprechen von Problemen kann sich auf die Lösung konzentrieren und darauf, gemeinsam mit anderen an deren Umsetzung zu arbeiten. Das ist konstruktiv, doch manchmal gehört es zum Konstruktiven dazu, das Schlechte abzureißen und die Trümmer beiseite zu räumen.

Hätte Lukas lediglich versucht, ein Bild der vollkommenen Harmonie der frühen Christen zu zeichnen, dann würde Apostelgeschichte 6 genau diesem Ziel zuwiderlaufen. Vielmehr zeigt Apostelgeschichte 6, dass es Lukas’ Absicht war, die Dinge so darzustellen, wie sie waren – mit allen Problemen.

F: Wie sollten Sie sich verhalten und was sollten Sie tun, wenn sich in Gottes Gemeinde jemand beschwert (Apostelgeschichte 6,1)?

A: Betrachten Sie den Tonfall der Beschwerde und den Inhalt der Beschwerde getrennt voneinander. Selbst wenn der Vorschlag gut und berechtigt ist, muss die Person möglicherweise die Art und Weise ändern, wie sie ihre Bedenken äußert. Es ist in Ordnung, nachdrücklich zu sein, um Ihren Standpunkt zu verdeutlichen, aber Sie müssen Ihren Leitern und Ihren Gesprächspartnern auch Respekt entgegenbringen. Wenn jemand etwas auf spaltende oder anderweitig unangemessene Weise zur Sprache bringt, sollten Sie die Person korrigieren oder zurechtweisen. Wenn es sich jedoch um ein berechtigtes Anliegen handelt, das nur unangemessen vorgebracht wurde, sollten Sie das Thema dennoch ansprechen.

Manchmal kann ein aufrichtiger Gläubiger auf angemessene Weise etwas ansprechen, das er für ein Problem hält, und dabei völlig im Unrecht liegen. Sie müssen in der Lage sein, ihm auf sanfte Weise mitzuteilen, dass Sie alles, was er gesagt hat, gründlich abgewogen haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass es am besten ist, nichts zu unternehmen. Wenn er sehr stark davon überzeugt ist, einen neuen Dienst ins Leben zu rufen, und Sie diesbezüglich nicht so überzeugt sind, geben Sie ihm ein wenig Spielraum und lassen Sie ihn damit beginnen.

Zweitens: Unabhängig davon, ob die Beschwerde im richtigen Ton vorgebracht wurde oder nicht, prüfen Sie, ob das Anliegen tatsächlich berechtigt ist und ob der Vorschlag vielleicht sinnvoll sein könnte. Wenn die Person sehr davon überzeugt ist, sollten Sie sich vielleicht fragen – oder besser noch, sie direkt fragen –, warum. Möglicherweise gibt es da etwas, das Sie nicht erkennen.

In diesem konkreten Fall versuchten die Apostel nicht, jemandem die Schuld zuzuschieben; sie beschlossen lediglich, das Problem zu lösen.

F: Warum wurden Ihrer Meinung nach in Apostelgeschichte 6,1 die griechischsprachigen Witwen zugunsten der hebräischsprachigen Witwen übersehen?

A: Da sie kein Aramäisch sprachen oder zumindest keine Muttersprachler waren, waren sie wahrscheinlich erst seit wenigen Jahren in Jerusalem und hatten noch keine festen Wurzeln in der Gemeinde. Innerhalb der Kirche gab es verschiedene Subkulturen, und es wurde erwartet, dass Christen anderen Christen halfen, ohne aufgrund der kulturellen Herkunft Bevorzugungen zu zeigen.

Dieses Problem mag nicht absichtlich entstanden sein, doch es gibt auch unbeabsichtigte Bevorzugung und Vorurteile. Wenn Sie selektiv jenen helfen, die Sie am häufigsten sehen, achten Sie darauf, dass Sie nicht unbeabsichtigt Bevorzugung zeigen, denn das kann leicht geschehen. In diesem Fall bestand die Lösung nicht darin, den Verteilern von Lebensmitteln zu sagen, sie sollten keine Bevorzugung zeigen, sondern darin, eine vielfältige Gruppe von Verteilern zusammenzustellen.

F: Halten Sie es in Anlehnung an Apostelgeschichte 6,1 jemals für richtig, verschiedene Gruppen in der Kirche zu haben?

A: Es kann gut sein, verschiedene Gruppen innerhalb einer Gemeinde zu haben, doch manchmal gibt es dabei Schwierigkeiten. Manchmal sind die sprachlichen oder kulturellen Unterschiede so groß, dass es besser ist, getrennte Gottesdienste, Gemeinden oder Kirchen zu haben. Ich habe von einer Gemeinde in Peru gehört, in der sowohl Stadtbewohner als auch Dorfbewohner vertreten waren. Letztere brachten ihre Babys zum Gottesdienst mit und verwendeten keine Windeln. Der auf den Boden fließende Urin kam bei den Stadtbewohnern nicht gut an. Manchmal können also verschiedene Gemeinden freundschaftlich miteinander umgehen, aber dennoch getrennte Gemeinden bleiben.

Unabhängig von Kultur und Sprache heißt es jedoch in 1. Korinther 1,10–13, dass es unter uns Christen keine Spaltungen geben darf. Daher sollte jedes Mitglied vielleicht mehr Mühe darauf verwenden, diejenigen kennenzulernen, sich mit ihnen anzufreunden und sie zu lieben, die anders sind als sie selbst, anstatt sich nur auf Menschen zu konzentrieren, die genau wie sie selbst sind. Wenn Sie ein reifer Gläubiger sind, sollten Sie – unabhängig von Ihrem ethnischen Hintergrund – in Erwägung ziehen, eine Gemeinde zu stärken, indem Sie einer Gemeinde beitreten, in der Ihre ethnische Gruppe nicht die Mehrheit bildet.

F: Da die Zwölf in Apostelgeschichte 6,2 bewusst beschlossen haben, einem berechtigten Bedarf nicht nachzukommen – wann ist es für uns angemessen, berechtigten Bedürfnissen anderer Gläubiger nicht nachzukommen?

A: „Sie“ sollten die Bedürfnisse aller erfüllen. Dabei ist mit „Sie“ jedoch nicht die Einzelperson gemeint, sondern die Gemeinschaft – in dem Sinne, dass die Gemeinde die Bedürfnisse aller erfüllen sollte. Sie brauchten keinen sinnlosen, erdrückenden Druck, zu glauben, sie müssten jedes Bedürfnis persönlich erfüllen. Die Gemeinde besteht nicht aus dem Einzelnen, sondern aus dem Gemeinsamen. Einmal sprach ein Christ mit einem Nachbarn über Christus, und dieser war bereit, Christus anzunehmen. Also rief der Christ eilig den Pastor an und bat ihn, schnell vorbeizukommen, da die Person Christus annehmen wolle. Der Pastor sagte „In Ordnung“ und legte dann auf. Doch dann verspürte der Pastor eine Überzeugung durch den Heiligen Geist. Er rief zurück und sagte: „Ich komme nicht; Sie müssen diese Person zum Herrn führen.“ Als Christ sollten Sie nicht delegieren, was Sie selbst tun sollten. Als Pastor sollten Sie keine Abhängigkeit fördern.

Denken Sie daran, dass Petrus mutig sein Leben riskierte, um das Evangelium zu verkünden, und zu den Herrschern und Ältesten sagte: „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott. Denn wir können nicht umhin, von dem zu sprechen, was wir gesehen und gehört haben.“ Versuchen Sie nun, sich vorzustellen, Petrus hätte beschlossen, das Evangelium doch nicht mehr so oft zu verkünden, weil er seine ganze Zeit damit verbringen wollte, armen Christen zu helfen.

Stellen Sie sich vor, Petrus würde sagen: „Ich muss das Evangelium verkünden, und ich muss den Armen helfen; also muss etwas wegfallen, also werde ich einfach den größten Teil meiner Gebetszeit streichen.“ Ich glaube nicht, dass Petrus dieser Gedanke jemals gekommen ist. Vielmehr scheint Petrus in Apostelgeschichte 6,4 das Gebet und den Dienst am Wort als zusammengehörig zu betrachten, da er das Zweite ohne das Erste nicht wirksam ausüben kann.

In Apostelgeschichte 6,3 kamen sie den Bedürfnissen tatsächlich nach, allerdings indirekt statt direkt. Sie wiesen die Versammelten an, sieben Männer auszuwählen, die den bedürftigen Witwen mit Lebensmitteln versorgen sollten.

F: Warum mussten diese Männer in Apostelgeschichte 6,3 voll des Geistes und der Weisheit sein, da sie im Wesentlichen administrative Aufgaben wahrnahmen?

A: Zunächst einige Hintergrundinformationen. Die Juden verfügten über ein Netzwerk zur Verteilung von Lebensmitteln an die Armen; es erscheint daher naheliegend, dass Christen, die aus dem Judentum stammten, dasselbe taten. Jüdische Arme und Witwen, die Lebensmittel aus der jüdischen Verteilung erhielten, wären wahrscheinlich ausgeschlossen worden, sobald sie Christen wurden. Daher könnte das Zeugnis darüber, wie die Gemeinde sich um ihre Armen kümmerte, hier von besonderer Bedeutung gewesen sein. Es ist eine Sache, den Armen sporadisch und unregelmäßig Lebensmittel zu geben, aber es ist eine andere Sache, eine beständige Versorgung zu gewährleisten, auf die sie sich verlassen können.

Diese Männer sollten sich um die Bedürfnisse anderer kümmern (diakonein/diakoneo). Die Lebensmittelverteilung war die Diakonie. Um dies mit einem guten Zeugnis für die Gemeinde zu tun, mussten diese Menschen ehrlich und untadelig sein (ein gutes, über jeden Vorwurf erhabenes Vorbild), geistlich (erfüllt vom Heiligen Geist) und praktisch (erfüllt von Weisheit). Diakone werden auch in Philipper 1,1 und 1. Timotheus 3,8–13 erwähnt. Diese Diakone mussten jedoch auch in der Lage sein, andere dazu zu ermutigen, Geld für Lebensmittel zu spenden. Die Menschen wären möglicherweise weniger bereit zu spenden, wenn sie nicht davon überzeugt wären, dass das Geld bestimmungsgemäß und sinnvoll verwendet würde. Manchmal erhält Gottes Volk nicht das, was ihm zusteht, weil Gottes Volk nicht immer so gibt, wie es sollte.

F: Warum weisen alle diese Namen in Apostelgeschichte 6,5 denselben ethnischen Hintergrund auf?

A: Es handelt sich um griechische Namen, nicht um hebräische. Die Lösung für die ungleiche Verteilung der Lebensmittel bestand darin, einen Teil der Verantwortung hierfür an Angehörige der ethnischen Minderheit zu übertragen.

Natürlich ist es möglich, dass einige von ihnen ethnisch nicht griechischer Herkunft waren, aber griechische Namen erhielten. Dass jedoch allen sieben nicht-hebräische Namen gegeben wurden, deutet stark darauf hin, dass die meisten, wenn nicht sogar alle von ihnen entweder Griechen waren oder hauptsächlich Griechisch sprachen.

Einige haben spekuliert, dass mit „griechischsprachigen Juden“ ausschließlich Nichtjuden gemeint seien, die zum Judentum konvertiert waren. Dies ist jedoch nicht zutreffend, da Nikolaus aus Antiochia in Apostelgeschichte 6,5 der einzige ist, der als zum Judentum Konvertierter erwähnt wird. Die alleinige Erwähnung von Nikolaus deutet stark darauf hin, dass die anderen sechs keine Konvertiten waren.

Eine interessante Randbemerkung ist, dass die Apostel das Problem erkannten und eine Lösung vorschlugen, doch es war die gesamte Gemeinde, die die Männer auswählte, nicht die Apostel. Die Apostel wiesen niemandem die Schuld für das Problem zu und erkannten, dass es besser wäre, wenn andere anstelle von ihnen die endgültige Entscheidung träfen.

F: Warum, glauben Sie, schlossen sich in Apostelgeschichte 6,7, nachdem diese sieben Männer ausgewählt worden waren, so viele Priester dem Glauben an?

A: Es gab keinen naheliegenden Grund dafür, dass die Wahl dieser sieben Männer, die alle griechische Namen trugen, als Diakone jüdische Priester eher dazu bewegen würde, zu Christus zu kommen; logischerweise würde man das Gegenteil vermuten. Vielleicht zeigte der Zeitpunkt dieser Wahl, dass Gott mit der Auswahl der sieben Männer zufrieden war.

Zudem würden unter dem Begriff „Priester“ nicht nur die Sadduzäer fallen, sondern auch andere tatsächliche Priester, Priesterfamilien und sogar die Essener, die sich ebenfalls als Priester bezeichneten.

F: Warum sollten sie in Apostelgeschichte 6,8 Stephanus, einen Mann voller Gottes Gnade und Kraft, der große Wunder und Zeichen vollbrachte, in eine „weltliche“ Verwaltungsrolle berufen?

A: Offenbar hielten sie es nicht für unbedeutend, Diakon zu sein und für eine gerechte Verteilung der Lebensmittel zu sorgen. Sie wollten jemanden, der ehrlich war und als vom Heiligen Geist erfüllt galt, was auch bedeutete, dass er einen guten Ruf genoss. Wichtig war zudem, dass er ein griechischsprachiger Jude war. (Stephanus ist kein jüdischer, sondern ein griechischer Name.) Tatsächlich waren auch die anderen Namen griechischen Ursprungs.

Auch heute ist es wichtig, die richtigen Personen für wichtige Aufgaben auszuwählen, wie zum Beispiel die Versorgung der Menschen mit Nahrung. Man möchte, dass qualifizierte und vertrauenswürdige Menschen eine solche Rolle übernehmen. Wenn jemand in einem Bereich etwas zu wünschen übrig lässt, ist es besser, er sei etwas weniger qualifiziert als etwas weniger vertrauenswürdig. Da zudem die griechischsprachigen Witwen vernachlässigt wurden, war es aus mehreren Gründen wichtig, einen griechischsprachigen Diakon zu haben. Dank seiner Kontakte wusste er möglicherweise besser, wer die griechischsprachigen Witwen waren. Außerdem würde dies allen zeigen, dass das Problem von jemandem gelöst wurde, dem ihre Bedürfnisse nicht gleichgültig waren. Wenn also beispielsweise alle Ältesten oder alle Diakone in der Gemeinde derselben Rasse, desselben ethnischen Hintergrunds, derselben Muttersprache oder derselben wirtschaftlichen Klasse angehören, kann – auch wenn sie versuchen, sich um alle gerecht zu kümmern – der Anschein von Parteilichkeit entstehen, vor dem Jakobus 2,1–5 warnt. Wenn alle Leiter einer einzigen Gruppe angehören, könnten die Leiter dann wirklich keine einzige Person aus einer anderen Gruppe finden, die ebenfalls eine Führungsrolle übernehmen könnte?

F: Warum sollte in Apostelgeschichte 6,9 angesichts der Wahl der Diakone Widerstand aus der Synagoge der Freigelassenen kommen?

A: Die Ernennung dieser Diakone zeigt, dass griechischsprachige Juden nicht bloß Mitglieder zweiter Klasse in der Gemeinde waren. Die Freigelassenen sprachen wahrscheinlich Griechisch, und dies hätte griechischsprachige Juden dazu ermutigen können, Christen zu werden. Anderen jüdischen Freigelassenen würde das nicht gefallen.

F: Was können uns Archäologen in Apostelgeschichte 6,9 über die Synagoge der Freigelassenen berichten?

A: An der Spitze des südöstlichen Hügels von Jerusalem fanden Archäologen die sogenannte „Theodotus-Inschrift“, die auf etwa 70 n. Chr. datiert wird. Darin heißt es unter anderem: „Theodotus, Sohn des Vettanus, Priester und Synagogenvorsteher, … hat die Synagoge … sowie die Herberge, die Kammern und die Wasserzisternen erbaut, um den Fremden, die sie benötigen, Unterkunft zu bieten …““ Es wird vermutet, dass sein Familienname von der römischen Familie der Vettani stammt.

In der späteren Überlieferung blickten einheimische Rabbiner auf hellenistische Juden als eine Art Juden zweiter Klasse herab.

F: Glauben Sie, dass Stephanus in Apostelgeschichte 6,10–11 diese Menschen für sich gewonnen hätte, wenn er sie besser oder überzeugender hätte ansprechen können?

A: Nein, diese Menschen waren voller Zorn. Diese Juden hätten beinahe einen Aufstand angezettelt, weil Pilatus laut „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 165, in seinem eigenen Palast in Jerusalem goldene Schilde mit den Namen griechischer Götzen angebracht hatte.

Sie hatten sich bereits entschieden und verdrehten die Worte des Stephanus, um ihr Handeln zu rechtfertigen.

Stephanus meinte indirekt, dass die Verehrung des Gelobten Landes mehr als die Verehrung Gottes dazu führen könne, Gottes Wirken auf andere Weise zu übersehen.

F: Was genau ist in Apostelgeschichte 6,11 „Lästerung gegen Mose“?

A: Dieser Begriff wird in der Bibel von Gläubigen weder davor noch danach jemals verwendet. Lästerung gegen Gott bedeutet, gotteslästerliche Äußerungen gegen die Majestät Gottes zu machen. Obwohl Mose ein guter Mann war, ist es fast so, als hätten sie Mose wie ein Götzenbild hochgehalten.

Stephanus respektierte Mose und seine Lehre offensichtlich, doch als Stephanus und die frühen Christen sagten, dass das mosaische Gesetz nicht das endgültige Ziel sei, sondern nur vorübergehend bis zum Kommen Christi gegolten habe, lehnten viele Juden dies als Gotteslästerung ab, ohne es überhaupt zu überdenken. Auch heute noch gilt: Wenn man sich gegen die „heilige Kuh“ eines anderen ausspricht – selbst wenn dies notwendig ist –, wird man möglicherweise ausgegrenzt.

F: Warum sollten angeblich gottesfürchtige, religiöse Juden in Apostelgeschichte 6,13 falsche Zeugen aufstellen?

A: Man kann sehr religiös sein und dennoch nicht im Reinen mit Gott stehen. Offenbar waren sie der Ansicht, der Zweck heilige die Mittel, und sie haben sich nie Gedanken darüber gemacht (oder es nicht interessiert), ob Gott wollte, dass sie diese Mittel einsetzten oder nicht. Manche Menschen versuchen zwar, für Gott zu wirken, haben aber dennoch einen tiefgreifenden Mangel an Vertrauen in Gottes Fähigkeit, sich selbst um die Dinge zu kümmern.

Sollten Sie heute jemals in eine Situation geraten, in der Sie glauben, etwas Böses tun oder sündigen zu müssen, um „Gott unter die Arme zu greifen“, dann hören Sie sofort damit auf. Gott braucht keine Hilfe, und Er wünscht sich ganz sicher keine solche Hilfe.

F: Hat Gott in Apostelgeschichte 7,3–5 und 1. Mose 11,31 Abram aus Ur oder aus Haran berufen?

A: Auch wenn sich Stephanus, ein gottesfürchtiger Redner, hypothetisch gesehen hätte irren können, hatte er in diesem Fall Recht. In Apostelgeschichte 7,2–4a heißt es ausdrücklich, dass Gott Abram aus Ur berief, bevor er und seine Familie in Haran lebten. Dann, in Apostelgeschichte 7,4b–5, nachdem sein Vater in Haran gestorben war, führte Gott Abram von dort nach Palästina. Gott sprach mehr als einmal zu Abram.

Wenn Gott uns heute führt, führt er uns nicht nur an den endgültigen Ort, an dem wir sein sollen, sondern er begleitet uns auf jedem Schritt des Weges. Gott gibt uns auch den richtigen Zeitpunkt vor, wann wir uns auf den Weg machen sollen. Gehorsam bedeutet nicht nur, dorthin zu gehen, wohin Gott Sie führen möchte, sondern Gott unverzüglich zu gehorchen und seinem Zeitplan zu folgen.

F: Wie konnte Abraham in Apostelgeschichte 7,4 und Genesis 11,26 75 Jahre alt sein, als er die Stadt Haran verließ?

A: Sofern Abram, Nahor und Haran keine Drillinge waren (was zwar möglich, aber unwahrscheinlich ist), heißt es in Genesis11:26 , dass Terach 70 Jahre alt war, als er begann, Kinder zu zeugen. Abram wurde erst geboren, als Terach mindestens 130 Jahre alt war.

F: Wie konnte Gott in Apostelgeschichte 7,6 und 1. Mose 15,13 prophezeien, dass die Israeliten 400 Jahre lang unterdrückt werden würden, da in 2. Mose 12,40–41 steht, dass sie auf den Tag genau 430 Jahre in Ägypten waren? (Zwei verschiedene Mormonen führten dies als Grund an, der Bibel nicht zu vertrauen.)

A: Die Israeliten waren 400 Jahre lang Sklaven in Ägypten, doch zuvor hielten sie sich bereits 30 Jahre lang unter Josef in Ägypten auf. (Ich kenne eine Siebtklässlerin namens Amy, die diesen angeblichen Widerspruch in weniger als einer Minute aufgeklärt hat.)

Übrigens zitiert Irenäus (182–188 n. Chr.) Apostelgeschichte 7,2–8,56,60a, und was er zitiert, entspricht dem, was wir heute haben. (Irenäus: „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kapitel 21, S. 434)

F: Wie wurde Ägypten in Apostelgeschichte 7,7 während des Exodus gerichtet?

A: Ein Gericht kann eine Beurteilung oder eine Strafe sein, und beide Bedeutungen trafen hier zu.

Beurteilung: Als Gott dem Pharao durch Mose gebot, sein Volk ziehen zu lassen, zeigten die anfängliche Weigerung des Pharaos, seine spätere Hinterhältigkeit und schließlich die Entsendung der Armee hinter ihnen seine Absichten. Anstatt dies zu verhindern, ließ Gott zu, dass der Pharao sich Gott nach Belieben widersetzte. Die Folgen zeigten sowohl, wie verhärtet das Herz des Pharaos war, als auch, dass die anhaltenden Plagen sein Herz nur noch weiter verhärteten.

Bestrafung: Nicht nur starb der Sohn des Pharaos, sondern es kam auch zu einem Gericht über ganz Ägypten für die 400 Jahre, in denen sie Gottes Volk unterdrückt hatten.

F: Wie viele Menschen genau zogen zu Jakobs Zeiten nach Ägypten (Apostelgeschichte 7,14)?

A: Fünf Punkte, die bei der Beantwortung zu berücksichtigen sind.

1. Stephanus sprach von 75. Selbst wenn Stephanus sich hier geirrt haben sollte, könnte die Bibel den angeblichen Fehler, den Stephanus erwähnte, korrekt wiedergeben. Wir sollten jedoch nicht voreilig annehmen, dass Stephanus im Unrecht war, wie die folgenden Punkte zeigen

2. In den hebräischen Handschriften heißt es sowohl in Genesis 46,27 als auch in Exodus 1,5 „70 Männer“, einschließlich Jakob, Josef und Josefs zwei Söhne. In Apostelgeschichte7:14 , ist von 75 die Rede. Auch die griechische Septuaginta für Deuteronomium 10,22 nennt die Zahl 70.

3. Die griechische Septuaginta gibt in 2. Mose 1,5 die Zahl 75 an. Die griechische Septuaginta gibt in Genesis 46,27 ebenfalls 75 an, da dort steht, dass Josef neun (und nicht zwei) Söhne hatte. Auch 2. Mose 1,5 in der Schriftrolle vom Toten Meer 4QExod(b) gibt fünfundsiebzig an. Siehe die letzte Frage am Ende von Genesis und die letzte Frage am Ende von Exodus für Zitate aus dem Hebräischen und der Septuaginta.

4. Wer waren diese zusätzlichen Söhne in der Septuaginta (und wahrscheinlich auch in den Schriftrollen vom Toten Meer)? Genesis 46,20 in der Septuaginta listet diese sieben „Söhne“ (eigentlich Enkel und Urenkel) wie folgt auf:

„… Und Manasse wurden Söhne geboren, die ihm die syrische Nebenfrau gebar, nämlich Machir. Und Machir zeugte Gilead. Und die Söhne Ephraims, des Bruders Manasses: Sutalaam und Taam. Und die Söhne Sutalaams: Edom.“

Beachten Sie, dass hier nur drei Enkel und zwei Urenkel aufgeführt sind, also insgesamt fünf (nicht sieben). Allerdings hatten sowohl Manasse als auch Sutalaam Söhne (Plural).

5. Da Stephanus ein griechischsprachiger Jude war (siehe Apostelgeschichte 6,1–5), verwendete er wahrscheinlich die Septuaginta und nicht das hebräische Alte Testament, und dieses kleine Detail ist fehlerfrei überliefert.

Zusammenfassung: Vielleicht hat Stephanus hier einen Fehler gemacht, und die Bibel gibt, ohne Fehler, wieder, was er gesagt hat. Andererseits hatte Stephanus wahrscheinlich doch Recht.

F: Wie wurden Jakob und die Patriarchen in Apostelgeschichte 7,16 in Sichem begraben?

A: Dies ist eine Wiederholung der Erörterung zu 1. Mose 33,18–19.

Abraham erwarb in Genesis 23,16–20 für Sara Land in Mamre bei Hebron, doch das ist nicht derselbe Ort. Was das in Sichem erworbene Land betrifft, gibt es drei mögliche Antworten.

Jakob und Abraham erwarben es: Sowohl in Josua 24,32 als auch in Genesis 33,18–19 heißt es, dass Jakob, Abrahams Enkel, derjenige war, der das Grundstück in der Nähe von Sichem erwarb. Unabhängig davon, ob Abraham kam, um den Kauf des Grundstücks mit dem Geld, das er an Isaak weitergegeben hatte, mitzuerleben, oder nicht, könnte man sagen, dass der Stamm Abrahams das Grundstück erwarb. Auch heute noch kann ein Jugendlicher mit Zustimmung seines Vaters ein Auto auf den Namen seines Vaters kaufen.

Stephanus könnte sich geirrt haben: Da Jakob das Land erwarb, auf dem seine Söhne begraben wurden, Jakob selbst jedoch in Mamre bei Abraham beigesetzt wurde, könnte Stephanus diese beiden getrennten Ereignisse versehentlich miteinander vermischt haben. Selbst wenn Stephanus sich geirrt hätte, wäre die Bibel dennoch unfehlbar. Die Bibel hat einfach – unfehlbar – festgehalten, was Stephanus sagte, Fehler und alles.

Umgebettet: Nachdem sie sich dauerhaft in dem Land niedergelassen hatten, beschlossen sie, Abraham, Sara, Isaak und Rebekka umzubetten, damit sie alle beisammen ruhen konnten.

F: Wie ging der Pharao in Apostelgeschichte 7,19 hinterhältig bzw. auf subtile Weise mit den Israeliten um?

A: Er handelte hinterhältig, indem er den hebräischen Sklaven nach all der schweren Arbeit, die sie verrichteten, befahl, ihre männlichen Säuglinge in den Fluss zu werfen. Außerdem sagte der Pharao ihnen mehrmals, sie könnten gehen, und änderte dann seine Meinung. Nach dem letzten Mal schickte er später sogar noch sein Heer hinter ihnen her.

F: Warum wurde Mose in Apostelgeschichte 7,20 als „schön in den Augen Gottes“ beschrieben?

A: Dieser griechische Begriff wird von Medizinern verwendet. Er bezeichnet ein gesundes, kräftiges und gut ernährtes Kind.

F: Da in Apostelgeschichte 7,22 steht, dass Mose die Weisheit der Ägypter erlernte, was wussten die Ägypter damals?

A: Die Ägypter verfügten über umfangreiches Wissen in den Bereichen Astronomie, Kalenderkunde, Geografie (einschließlich weit entfernter Orte wie Indien), der Verwendung von Eisen aus Meteoriten sowie der Herstellung feiner Leinengewänder. Seide, vermutlich aus China stammend, wurde in Ägypten bereits 1.000 v. Chr. gefunden. Sie waren hervorragende Architekten und – wenn man das so sagen darf – Meister der Einbalsamierung von Leichen.

Zur Zeit Moses wussten die Ägypter noch nichts über die Herstellung von Sätteln, die für das Reiten geeignet waren, über Kavalleriesoldaten oder über das Verhütten von Eisenerz.

F: Wie interpretieren Sie Apostelgeschichte 7,29, wenn Menschen, denen Sie treu sind und die Ihnen gegenüber loyal sein sollten, bereit sind, Sie bei anderen zu verpetzen?

A: Mose erkannte, dass zumindest einige Israeliten ihn nicht beschützen würden; tatsächlich konnten die Israeliten ihn vielleicht gar nicht beschützen. Also begab sich Mose an einen Ort, an dem er in Sicherheit war.

Bleiben Sie nicht in einer Situation, in der Sie sich auf Menschen verlassen müssen, die sich Ihnen oder anderen gegenüber als unzuverlässig erwiesen haben. Sie können jemandem vergeben, wenn er Sie ungerecht behandelt hat – oder zumindest, wenn Sie der Meinung sind, dass er Sie ungerecht behandelt hat. Doch selbst wenn Sie einem Dieb vergeben, müssen Sie ihm nicht vertrauen, um ihm weitere Dinge zum Stehlen zu überlassen.

F: Was ist an diesem Zitat in Apostelgeschichte7:32 ungewöhnlich?

A: Stephanus’ Zitat aus 2. Mose 3,6 folgt dem samaritanischen Pentateuch und nicht dem masoretischen Text oder der Septuaginta.

F: Haben sie in Apostelgeschichte 7,36 das Rote Meer oder das Schilfmeer überquert?

A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Das griechische Wort sowohl in Apostelgeschichte 7,36 als auch in der Septuaginta-Fassung von 2. Mose 15,4 lautet „eruthro“, was „rot“ bedeutet und nicht „Schilf“.

2. Das Hebräische entspricht dem Englischen ohne Vokale: „Rd“ könnte entweder „Red“ (rot) oder „Reed“ (Schilf) bedeuten.

3. Entweder handelte es sich um das Rote Meer, und Stephanus wiederholte dies lediglich.

4. Oder es handelte sich um das Schilfmeer, obwohl die griechische Septuaginta es mit „Rotes“ übersetzte. Stephanus, ein griechischsprachiger Jude, gibt lediglich wieder, was er gelernt hatte.

Zusammenfassung: So oder so kann die Bibel das, was Stephanus sagte, fehlerfrei wiedergeben.

F: War das Götzenkalb in Apostelgeschichte 7,41–43 ein falsches Abbild des wahren Gottes oder handelte es sich um die Anbetung himmlischer Wesen?

A: Stephanus sagt nicht ausdrücklich, dass das goldene Kalb die Anbetung himmlischer Wesen darstellte. Vielmehr erwähnt er das goldene Kalb und dass Gott sich von ihnen abwandte; in den folgenden Jahrhunderten wandten sie sich der Anbetung vieler verschiedener Götzen zu, darunter auch himmlische Wesen.

Was die Verwendung des goldenen Kalbs betrifft, so handelte es sich um ein Bildnis eines falschen Gottes, wodurch das erste Gebot gebrochen wurde. Apostelgeschichte 7,42 deutet darauf hin, dass es sich um falsche Götter handelte. Selbst wenn es als geschnitztes Bildnis des wahren Gottes angefertigt worden wäre, wäre es dennoch sündhaft und würde das zweite Gebot brechen.

F: Wer waren in Apostelgeschichte 7,43 Molech und der Stern Rephan?

A: Dies war ein Zitat aus Amos 5,25–27 in der Septuaginta.

F: Sollte es in Apostelgeschichte 7,43 „Molech und Rephan“ heißen oder „Sakkuth und Kaiwan“, wie es im masoretischen Text von Amos 5,26 steht?

A: Stephanus war ein griechischsprachiger Jude und zitierte wahrscheinlich aus der Septuaginta. Da die Apostelgeschichte lediglich fehlerfrei wiedergibt, was Stephanus sagte, kann dieser Vers für sich genommen nicht beweisen, wie der ursprüngliche Wortlaut in Amos lautete.

F: In Apostelgeschichte 7,43: Wann wurde ihnen gesagt, dass sie in Zukunft nach Babylon gehen würden?

A: In Deuteronomium 28,64 heißt es, dass die Israeliten, sollten sie ungehorsam sein, zerstreut würden. Babylon wurde dort jedoch nicht erwähnt. Stephanus paraphrasiert hier aus Amos 5,25–27. Es wäre fast ein Zitat aus der Septuaginta, wenn nicht in Amos 5,25–27 sowohl im Hebräischen als auch in der Septuaginta von „jenseits von Damaskus“ die Rede wäre, während Stephanus „Babylon“ sagte – was genau dem Ort jenseits von Damaskus entspricht, an den die Israeliten des Südens ins Exil geführt wurden.

F: Was ist an dem Satz „wohnt nicht in Häusern, die von Menschenhand erbaut wurden“ in Apostelgeschichte 7,48 besonders bemerkenswert?

A: Dieser Satz des Stephanus ist zwar etwas eigenwillig, muss aber zumindest einen Zuhörer beeindruckt haben. Paulus verwendet denselben Ausdruck, als er in Apostelgeschichte 17,24 zu den Athenern spricht. Der Gedanke, nicht jedoch der Wortlaut, findet sich in Jesaja 66,1–2 und 1. Könige 8,27.

F: Was war hier das Ziel des Stephanus in Apostelgeschichte 7,51–53?

A: Die Zuhörer des Stephanus waren hartherzig, weil sie in anderen Kategorien dachten. Vor der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. waren die drei tragenden Säulen des Judentums 1) das Land, 2) das Gesetz und 3) der Tempel. Stephanus sprach alle drei an , allerdings indirekt. Stephanus lehnte diese nicht ab, sondern zeigte vielmehr, dass Gott größer war als sie.

Bedenken Sie jedoch, dass Stephanus unterbrochen wurde, bevor er seine Rede beenden konnte. Man fragt sich, wie unvoreingenommen die Zuhörer des Stephanus waren. Als sie ihre Kleider zu Sauls Füßen legten, geschah dies wahrscheinlich, weil Saulus der Anstifter dieser Tat war.

Somit stand Stephanus’ Leben NICHT auf dem Spiel, da die Juden unter Saulus von Tarsus bereits über Stephanus’ Schicksal entschieden hatten. Stephanus’ Art zu sprechen deutet darauf hin, dass sein Hauptanliegen hier nicht darin bestand, sein eigenes Leben zu retten, sondern das Leben einiger seiner Zuhörer – für die Ewigkeit – zu retten. Stephanus flehte nicht um sein eigenes Leben; im Grunde flehte er um das ihrer.

Stephanus sah wahrscheinlich bereits, dass er keine Chance hatte, doch da ihm ein Forum für seine Verteidigung gewährt wurde, nutzte er diese letzte Gelegenheit, um zu ihnen zu predigen. Während seine Rede den heutigen Lesern lang erscheinen mag, hat er in Wirklichkeit so viele Details ausgelassen. Doch aus dem, was Stephanus einbezog, scheint sich ein Muster in seiner Botschaft abzuzeichnen. Er erwähnte, wie Abraham Ur und Haran verließ, wie Josef nach Ägypten zog, wie Mose Ägypten verließ und wie zunächst die Stiftshütte und dann David in Jerusalem den Tempel errichtete.

1) In Gottes Wirken gibt es Fortschritt und Wandel.

2) Gottes Segen beschränkt sich nicht auf das Land Israel und den Tempel. Gott führte das Volk schon lange bevor es einen Tempel gab und sogar lange bevor es in das Gelobte Land einzog. Stephanus verwendete das Wort „Ägypten“ sechsmal.

3) Israel widersetzte sich stets Gottes Plänen. Sowohl Josef als auch Mose wurden erst bei ihrem zweiten Erscheinen angenommen.

Wie der „Believer’s Bible Commentary“ auf Seite 1604 treffend feststellt: Die Juden dachten, Stephanus befinde sich in der Defensive, doch am Ende wurde Stephanus zum Ankläger, und sie waren tatsächlich die schuldigen Angeklagten.

F: In Apostelgeschichte 7,51–53 lehnen Menschen das Evangelium manchmal ab, weil sie es nicht verstehen können. Manchmal lehnen sie das Evangelium ab, weil sie es nicht verstehen wollen. Worin besteht der Unterschied?

A: Manchen wurde lediglich eine verzerrte Darstellung des Evangeliums vermittelt. Andere verstehen nicht, wie es nur einen Gott geben kann; manche können nicht begreifen, wie wir durch Gnade gerettet werden können, ohne eigene Verdienste. Andererseits gibt es wieder andere, die es zwar verstehen, sich aber bewusst dafür entscheiden, nicht zu glauben.

„So hebt ihr das Wort Gottes zugunsten eurer Überlieferung auf.“ Matthäus 15,6b. Siehe auch Markus 7,13.

„Auch bleibt sein Wort nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.“ Johannes 5,38

„… aber ihr versucht, mich zu töten, weil mein Wort keinen Platz in euch hat.“ Johannes 8,37b

Demetrius, der Silberschmied, in Apostelgeschichte 19,23–34. Apostelgeschichte 19,34: „Als sie aber merkten, dass er [Alexander] ein Jude war, riefen sie alle etwa zwei Stunden lang einstimmig: ‚Groß ist die Artemis der Epheser!‘“

Frage: Wie erreicht man in Apostelgeschichte 7,51–53 diejenigen, die das Evangelium nicht verstehen wollen?

A: Machen Sie sich zunächst bewusst, dass nicht Sie es sind, der Menschen bekehrt, sondern der Heilige Geist. Ohne das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Leben gäbe es keine Hoffnung, dass sie zu Christus kommen. Zweitens sprechen wir nicht unbedingt zu Menschen, die die Fakten völlig objektiv betrachten. Manchen Menschen fällt das Verständnis besonders schwer, weil ihnen falsche Dinge beigebracht wurden und sie das, was Sie sagen, mit dem verwechseln, was ihnen beigebracht wurde. Andere wiederum behaupten vielleicht, sie könnten es nicht verstehen, doch in Wirklichkeit wollen sie es einfach nicht verstehen. Wie jemand einmal sagte: Man kann niemals jemanden wecken, der vorgibt zu schlafen.

Doch wir müssen geduldig sein, denn selbst wenn sie sich jetzt weigern, das Evangelium anzunehmen, hören sie dennoch zu; der Same wird gesät, und ein Same kann auch dann noch keimen, wenn er lange Zeit in Ruhe liegt.

Manchmal kann man Gemeinsamkeiten finden und einen Bezug zu Dingen herstellen, mit denen sie bereits vertraut sind. Doch selbst dann funktioniert es nicht immer. Im Nahen Osten gibt es die Geschichte eines Mannes, der vor den Richter seines Dorfes trat und fragte, wie das Gesetz in diesem Fall laute. Sein Stier war versehentlich entlaufen und hatte den Stier des Richters zu Tode aufgespießt. Der Richter erklärte, das Gesetz sei eindeutig: Der Mann müsse für den toten Stier aufkommen. Der Mann entschuldigte sich, denn er habe sich in einem Detail geirrt: Tatsächlich sei es der Stier des Richters gewesen, der entlaufen sei und den Stier des Mannes zu Tode aufgespießt habe. In diesem Fall, so der Richter, sei das Gesetz nicht eindeutig. Daher stammt der Ausdruck: „Es kommt darauf an, wessen Ochse aufgespießt wird.“

Um zu gefallenen, falsch unterwiesenen Menschen durchzudringen, brauchen wir den Heiligen Geist und die Kraft des Kreuzes. Wie Paulus über sich selbst sagte: „Denn Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, und zwar nicht mit Worten der Weisheit, damit das Kreuz Christi nicht seiner Kraft beraubt werde.“ (1. Korinther 1,17).

„Meine Botschaft und meine Verkündigung beruhten nicht auf überzeugenden Worten der Weisheit, sondern auf der Demonstration der Kraft des Geistes, damit euer Glaube nicht auf menschlicher Weisheit beruhte, sondern auf der Kraft Gottes.“ (1. Korinther 2,4–5).

F: Was sagte die jüdische außerbiblische Literatur in Apostelgeschichte 7,52, Matthäus 23,37 und Lukas 13,34 über die Behandlung der Propheten durch das jüdische Volk?

A: In b. Pesachim 87b heißt es, dass die Propheten ein hohes Alter erreichten (Jeremia und Daniel taten dies). B Nedarim 38a besagt, dass die Propheten wohlhabend waren (wie es bei Josef und Daniel der Fall war). Allerdings wurden die Propheten laut b. Gittin 57b, b Sanhedrin 96b, Lev R 10,3; Exod R 31,16; Pesikta Rabbati 26,1–2 von den Juden verfolgt und/oder getötet. Diese Ereignisse wurden jedoch als Lehren angeführt, aus denen sie gelernt hatten.

F: Wie erhielten sie in Apostelgeschichte 7,53 das Gesetz von Engeln?

A: Gott bediente sich Engel, um die Israeliten tagsüber mit der Wolke und nachts mit der Feuersäule zu führen. Offenbar bediente er sich auch Engel, um Mose die ursprünglichen Tafeln mit den Zehn Geboten zu überreichen.

F: Da Stephanus in Apostelgeschichte 7,55 vom Heiligen Geist erfüllt war – warum ließ der Heilige Geist Stephanus dann Dinge sagen, die zu seinem Tod führten?

A: Zwei sich ergänzende Antworten:

1. Der Heilige Geist führt gehorsame Christen manchmal bewusst in Situationen, in denen sie Gott verherrlichen und für ihren Glauben sterben werden.

2. Sie hätten ihn ohnehin getötet. Stephanus war bereits in Apostelgeschichte 6,11–7,1 verhaftet worden, und sie hätten ihn unabhängig davon, was er sagte, gesteinigt.

F: Wie konnte Jesus in Apostelgeschichte 7,56 und Markus 16,19 zur Rechten Gottes stehen, da Jesus doch Gott ist?

A: Die rechte Hand steht für eine Ehrenposition. Jesus wird oft dargestellt, wie er zur Rechten des Vaters „sitzt“, doch hier erweist Jesus dem Vater stehend seine Ehrerbietung.

Das Wort „Gott“ in der Bibel hat – sofern es sich nicht auf einen falschen Gott bezieht – mehrere Bedeutungen. Der einfachste Beweis dafür findet sich in Johannes 1,1 und Hebräer 1,9. In jedem dieser Verse wird das Wort „Gott“ zweimal verwendet, und die Bedeutungen beziehen sich offensichtlich auf den Vater und den Sohn.

Das Wort „Gott“ hat drei eng miteinander verbundene Bedeutungen. Diese sind:

Gott der Vater hier und in 1. Petrus 1,2–3; Epheser 1,3.17; 3,14; 5,20; 1. Thessalonicher 1,1; 3,11; 2. Thessalonicher 1,1–2; 2,16; Titus 1,4

Gott der Sohn in Hebräer 1,8–9; Johannes 1,1.18; 20,28; Hosea 1,7; Jesaja 7,14; 1. Johannes 5,11.12 und 21; Kolosser 2,9; Matthäus 1,23

Gott, der Heilige Geist, in Römer 8,9–16; Lukas 1,35; 1. Johannes 4,12,13,15–16; 1. Korinther3:16 sowie 1. Korinther 6,19; Apostelgeschichte 5,4

Darüber hinaus

ist der Vater ewig in Psalm 90,2; 93,2.

Der Sohn ist ewig in Hebräer 7,3; 13,8

Der Heilige Geist ist ewig in Hebräer 9,14.

F: Wie konnte Stephanus in Apostelgeschichte 7,59 gesteinigt werden, wenn der Sanhedrin nicht die Befugnis hatte, jemanden hinzurichten?

A: Es waren interessante Zeiten in der Regierung von Judäa. Pontius Pilatus war nicht mehr vor Ort. Auf Drängen von Vitellius, dem Präfekten von Syrien, wurde Pilatus in Ungnade nach Rom zurückgerufen, um sich vor Kaiser Tiberius für seine Misswirtschaft zu verantworten. Erst später, unter Marcellus, sollte es wieder einen römischen Statthalter in Judäa geben. Diese Sichtweise würde jedoch bedeuten, dass Stephanus etwas später, im Jahr 37 n. Chr., getötet wurde. In dieser Zeit dürfte Vitellius bestrebt gewesen sein, die Juden zu beschwichtigen, sodass die Römer möglicherweise zu verstehen gegeben haben, dass sie dies zulassen würden.

Zudem heißt es in der späteren Mischna, Sanhedrin 4:1, dass bei einem Mordprozess, der die Todesstrafe nach sich zieht, die Strafe nicht am selben Tag wie das Urteil vollstreckt werden darf; man muss mindestens einen Tag warten.

F: Hat Stephanus in Apostelgeschichte 7,59–60 hier zu Jesus gebetet?

A: Ja. Er wandte sich ausdrücklich an den „Herrn Jesus“ und bat „Jesus“, seinen Geist zu empfangen.

F: Was wissen wir in Apostelgeschichte 8,1 über Saulus von Tarsus?

A: Im Griechischen heißt es, dass Saulus ein „junger Mann“ (neanias) war, und man geht davon aus, dass er etwa 30 Jahre alt war. Das wäre zu jung, um Mitglied des Hohen Rates zu sein oder viele Ämter in der Synagoge zu bekleiden. Bei der Steinigung sollen gemäß Deuteronomium 17,7 die Hände der Zeugen als Erste den Verurteilten zu Tode steinigen. Paulus gehörte nicht zu diesen, sondern er bewachte ihre Kleider. Saulus war in Apostelgeschichte 9,1 an der Tötung anderer beteiligt. Als Paulus erinnerte er sich lebhaft an diese Ereignisse und schrieb mit Bedauern darüber in Galater 1,13; 1. Korinther 15,9; Philipper 3,6 und 1. Timotheus 1,13.

F: War diese Verfolgung in Apostelgeschichte 8,1 eine gute Sache?

A: Nein, es war böse, Christen zu verfolgen. Sie wurden wahrscheinlich von Saulus von Tarsus ermutigt und fühlten sich bestärkt, als sie sahen, dass die Tötung des Stephanus keine negativen Folgen hatte. Dies schien ein sehr dunkler Tag für das Christentum zu sein. Gott nutzte dieses Böse jedoch zum Guten, denn Gott kann alle Dinge zum Guten für diejenigen wenden, die ihn lieben (Römer 8,28). Offenbar zögerten die ersten Christen zunächst, dem Missionsauftrag aus Matthäus 28,19 und insbesondere aus Apostelgeschichte 1,8 zu folgen. Die Verfolgung trieb sie aus Jerusalem hinaus und an andere Orte, an denen sie ohnehin das Evangelium verkünden sollten.

Zudem waren die Samariter, die die Juden ablehnten, möglicherweise nicht geneigt, das Evangelium von Menschen anzuhören, die aus Jerusalem kamen. Da jedoch die Christen, insbesondere die hellenistischen, aus Jerusalem flohen, waren die Samariter möglicherweise eher bereit, Menschen zuzuhören, die den jüdischen Autoritäten in Jerusalem missfielen. Vielleicht ist dies ein Grund dafür, dass Jesus ihnen in Apostelgeschichte 1,8 auftrug, Zeugen in Jerusalem und Judäa und anschließend in Samaria zu sein. Weitere Informationen zu dieser Sichtweise finden Sie in „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 9, S. 359.

F: Hätten sich die Christen in Apostelgeschichte 8,1 über Judäa und Samaria verstreut, wenn es keine Verfolgung gegeben hätte?

A: Sie hätten sich wahrscheinlich langsamer ausgebreitet, als es ohne die Verfolgung der Fall gewesen wäre. Wenn Christen Gottes Willen entweder missachten oder nur zögerlich befolgen, bedient sich Gott manchmal von Not und Verfolgung, um sie dorthin zu führen, wo sie hingehören.

F: Warum flohen die Christen in Apostelgeschichte 8,1 wegen der Verfolgung aus Jerusalem, während die Apostel zurückblieben?

A: Es gibt zwei Ansichten.

1. Laut „Hard Sayings of the Bible“, S. 522–523, ging die Verfolgung vom Sanhedrin aus und richtete sich hauptsächlich gegen die griechischsprachigen Christen. Christen, die zugleich aramäischsprachige Juden waren, wurden erst später verfolgt. Siehe hierzu auch „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 371–372.

2. Sie versuchten tatsächlich, die Apostel zu verfolgen, als sie Jakobus, den Bruder des Johannes, töteten und Petrus inhaftierten. Da Gott Petrus jedoch beschützte, unternahmen sie keine weiteren Versuche mehr, um den Eindruck beim Volk nicht zu beeinträchtigen.

F: Warum entstehen Ihrer Meinung nach in Apostelgeschichte 8,1b–25 Irrlehren?

A: Walter Martin sagte einmal, Häresien seien die unbezahlten Rechnungen der Kirche. Wenn die Kirche es versäumt, bestimmte Lehren zu vermitteln, bietet dieses Versagen bei der Seelsorge der Herde eine Lücke, durch die Sekten mit falschen Lehren eindringen können. Ich habe einmal von einer Gemeinde in Galveston gehört, die Bewerber für das Amt eines Pastors interviewte. Einer der Diakone fragte, ob der Pastor die Dreifaltigkeit erklären könne. Der Pastor antwortete, dies sei ein komplexes Thema, das er nicht wirklich erklären könne. Später teilte der Diakon ihm mit, dass dies eine gute Antwort gewesen sei, denn hätte er gesagt, er könne es erklären, hätten sie ihn nicht eingestellt. Diese falsche Haltung gegenüber der Wahrheit ist es, die die Herde anfällig für Sekten machen kann. Ja, die Dreifaltigkeit ist komplex, und ja, Gott hat uns in der Bibel nicht alles darüber offenbart. Doch ein erfahrener, gottesfürchtiger Lehrer sollte in der Lage sein, angemessen zu erklären, was Gott über die Dreifaltigkeit offenbart hat, ebenso wie über alle anderen wichtigen christlichen Lehren. Wenn eine Gemeinde die Lehre der Glaubensgrundsätze herunterspielen will, ist sie reif dafür, von der orthodoxen Lehre abzuweichen – auch wenn dies vielleicht erst in etwa einem Jahrzehnt geschieht.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 8,1b–25 echte Christen, die sich heute deutlich davon unterscheiden?

A: Wahre Christen sind sich in zweitrangigen Lehrfragen uneinig, wie zum Beispiel in Bezug auf die Gläubigen-Taufe im Gegensatz zur Kindertaufe, das Verhältnis zwischen Gottes Souveränität und dem freien Willen des Menschen, das Abendmahl sowie die charismatischen Gaben. Christen sind sich auch uneinig darüber, was sie für die besten Praktiken halten: Sollten kleine Kinder immer gemeinsam mit Erwachsenen in der Kirche sein, sollte es einen standardisierten Lehrplan geben, sollte eine Konfession oder eine Ortsgemeinde Eigentümerin des Kirchengrundstücks sein, sollte es einen konfessionellen Missionsausschuss geben und viele andere Dinge, die in der Bibel nicht ausdrücklich geregelt sind.

F: Warum trauerten fromme Gläubige in Apostelgeschichte 8,2 um den Tod des Stephanus, da dieser doch zu Jesus gegangen war?

A: Die Heilige Schrift sagt es nicht ausdrücklich, doch lassen sich einige Gründe erkennen.

1. Sie waren betrübt über diesen „offenbar verfrühten“ Tod des mächtigen Mannes Gottes und über all die Möglichkeiten, Gott zu dienen, die durch seinen Tod verloren gingen. Gott hat jedoch alles unter Kontrolle, und was wie ein verfrühter Tod erscheinen mag, könnte ein Faktor dafür gewesen sein, dass Saulus zu Christus kam.

2. Möglicherweise trauerten sie darüber, dass sie Stephanus erst im Himmel wiedersehen würden.

3. Auch wenn sie wussten, dass Stephanus im Himmel sein würde, fällt es manchmal schwer, die Dinge mit den Augen des Glaubens zu sehen, wenn der zerrissene, zerschlagene Körper des geliebten Freundes unter einem Haufen kalter, grausamer Steine vor ihnen lag.

Das griechische Wort für „Tod“ an dieser Stelle, „anairesei“, ist nicht das gebräuchliche Wort für Tod, sondern ein medizinischer Fachbegriff.

Wenn heute ein geliebter Gläubiger stirbt, ist es ganz natürlich und in Ordnung, darüber zu trauern, dass wir ihn eine Zeit lang nicht sehen können. Doch wir trauern nicht wie diejenigen, die keine Hoffnung haben, denn wir werden ihn im Himmel wiedersehen.

Nebenbei bemerkt: Möglicherweise haben sie privat um Stephanus getrauert, denn die jüdische Mischna besagt, dass für diejenigen, die durch ein Urteil des Sanhedrins hingerichtet wurden, keine „öffentliche Klage“ stattfinden sollte, während stilles Trauern zulässig war.

F: Begab sich Philippus in Apostelgeschichte 8,5 in die Stadt namens Samaria oder in eine Stadt in der Region Samaria?

A: Es gab sowohl eine Region als auch eine Stadt innerhalb dieser Region, die Samaria hieß. Der wörtliche griechische Text lautet „eine Stadt in Samaria“, es könnte sich also um jede beliebige Stadt in der Region Samaria handeln. Justin der Märtyrer (um 150 n. Chr.), selbst ein samaritanischer Christ, berichtet, dass Simon aus dem samaritanischen Dorf Gitto/Gitta stammte. Entweder begab sich Philippus also nach Gitto/Gitta, oder Simon ging in eine andere Stadt. Weitere Informationen finden Sie in der Ersten Apologie des Justinus des Märtyrers, Kap. 26, S. 171.

F: In Apostelgeschichte 8,5–8 und8:26 –40 – um welchen Philippus handelte es sich hier?

A: Die Heilige Schrift gibt keinen Aufschluss darüber, ob es sich um den Apostel Philippus oder um den griechischen Evangelisten Philippus aus Apostelgeschichte 6,1–5 und Apostelgeschichte 21,8–9 handelte. Sollte es sich um den griechischen Philippus gehandelt haben, würde dies bedeuten, dass die Fähigkeit, viele mächtige Wunder zu vollbringen, nicht auf die zwölf Apostel beschränkt war.

Andererseits betrachteten Papias, Polykrates und Eusebius den Evangelisten Philippus in Apostelgeschichte 8,5 und den Apostel Philippus als ein und dieselbe Person.

F: Was ist in Apostelgeschichte 8,9 von der Theorie liberaler Kritiker zu halten, wonach Simon Magus ein Synonym oder ein Deckname für Paulus gewesen sei?

A: Diese Theorie wurde erstmals von Baur aufgestellt, basierend auf der Auseinandersetzung zwischen Petrus und Simon dem Magier in den (ketzerischen) „Ebionitischen Petrus-Erkennungen“. Ein anderer liberaler Kritiker, Spitta, bezeichnet dies jedoch als „völligen Unsinn“. Warum sollte Lukas dies hinzufügen, wenn er der Freund und Reisebegleiter des Paulus gewesen wäre?

F: Warum versuchte Simon in Apostelgeschichte 8,9–24, sich das Recht zu erkaufen, Menschen zu heilen?

A: Aus der Sicht von Simon Magus dürfte dies nicht als besonders verwerflich erschienen sein. Das jüdische Hohepriestertum wurde bereits in selevkidischer Zeit und unter den Römern gekauft. Im Mittelalter erfüllten einige Päpste die vermeintliche „päpstliche Nachfolge“, indem sie ihr Amt als Papst erwarben. Simon Magus tat lediglich das, was viele andere falsche religiöse Führer taten.

Aus der Sicht Gottes und des Petrus jedoch beging Simon Magus eine schreckliche Tat. Das zu erwerben, was Gott umsonst schenkt, und möglicherweise Geld dafür zu verlangen, die Gnade zu spenden, die Gott umsonst gewährt, wäre eine Beleidigung Gottes.

F: Wurde Simon in Apostelgeschichte 8,9–24 hier gerettet?

A: In der Apostelgeschichte heißt es, dass Simon glaubte und sich ebenfalls taufen ließ. Für den gewöhnlichen Beobachter schien es keinerlei Unterschied zwischen Simon und allen anderen zu geben. Um es jedoch mit Begriffen aus dem American Football auszudrücken: Dies war ein „Fumble“. Petrus sagte zu Simon: „Möge dein Silber mit dir zugrunde gehen“, während Gläubige gemäß Johannes 3,16 niemals zugrunde gehen werden. Petrus sagte, dass Simon keinen Anteil an diesem Dienst habe, sein Herz nicht aufrichtig sei und er von Bitterkeit vergiftet und durch Ungerechtigkeit gebunden sei. Simon war zu dem Zeitpunkt, als Petrus diese Worte zu ihm sprach, mit Sicherheit NICHT gerettet. Diejenigen, die glauben, dass Menschen ihre Errettung verlieren können und dass Simon seine verloren hat, müssten einsehen, dass Simon – falls er tatsächlich errettet gewesen wäre – höchstens etwa eine Stunde lang errettet gewesen wäre. Simon schien mehr darauf bedacht zu sein, diesem Urteil zu entkommen, als auf Gottes Barmherzigkeit und Vergebung.

Die wahre Antwort lässt sich in Simons späterer Geschichte erkennen. Er begründete eine Häresie und hatte sogar einen Jünger namens Menander, der seine häretische Tradition weiterführte.

Von hier stammt das englische Wort „simony“, das bedeutet, Geld zu zahlen, um ein kirchliches Amt zu erlangen.

F: Was geschah in Apostelgeschichte 8,9–24 mit Simon Magus?

A: Die Heilige Schrift sagt uns nichts darüber, ob Simon letztendlich Buße tat oder nicht. Zu jenem Zeitpunkt war Simon nicht errettet; das Wort für „Glauben“ hier, „pisteuo“, ist dasselbe Wort, das in Jakobus 2,19 für den Glauben der Dämonen verwendet wird; Lukas sagt nirgends, dass Simon den Heiligen Geist empfangen habe, und vor allem sagte Petrus, Simon sei [immer noch] dem Untergang geweiht. Mit anderen Worten: Simon „bekundete“ den Glauben, aber er „besass“ den Glauben nicht. Der englische Begriff „Simonie“ leitet sich von dieser Stelle ab. Es handelt sich dabei um die bösartige Praxis, durch Bestechung ein kirchliches Amt zu erlangen.

Die Kirchenautoren Justin der Märtyrer, Irenäus, Clemens von Alexandria, Tertullian und Hippolyt berichten uns von Simons späteren Taten als berüchtigter Ketzer. (Irenäus war ein Schüler des Polykarp, der wiederum ein Schüler des Apostels Johannes war. Hippolyt war ein Schüler des Irenäus.)

Justin der Märtyrer (um 150 n. Chr.), selbst ein samaritanischer Christ, berichtet, dass Simon aus dem samaritanischen Dorf Gitto/Gitta stammte. Er berichtet, dass dieser einen Schüler namens Menander hatte, einen Samariter aus der Stadt Capparetaea, der nach Simons Vorbild seine eigene Häresie begründete. Justin berichtet, dass Simon später nach Rom ging, dort Zauberei ausübte und ihm zu Ehren eine Statue errichtet wurde. Erste Apologie des Justinus des Märtyrers, Kap. 26, S. 171. Justinus irrt sich hier mit ziemlicher Sicherheit. Auf einer Insel im Tiber wurde eine Statue mit der Inschrift „Semoni Sanco Dei Fidio“ ausgegraben, die sich auf „Semo Sancus“ bezieht, einen sabinischen Gott, der Herkules ähnelt. Weitere Informationen hierzu finden Sie in „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 213.

Irenäus widmete in seinem Werk „Gegen die Häresien“ (182–188 n. Chr.) das gesamte Kapitel 23 Simon dem Magier. Er berichtete, dass Kaiser Claudius Simon den Magier wegen seiner Zauberkünste mit einer Statue ehrte. Irenäus berichtet, dass Simon lehrte, er sei den Juden als der Sohn, den Samaritern als der Vater und anderen Völkern als der Heilige Geist erschienen. Simon befreite eine Frau aus Tyrus namens Helena aus der Sklaverei, von der er behauptete, sie sei die erste Schöpfung seines Geistes gewesen. Simon erklärte, dies sei dieselbe Helena, um die der Trojanische Krieg geführt worden sei. Irenäus berichtet, der Nachfolger von Simon Magus sei der Ketzer Menander gewesen.

Auch „Gegen alle Häresien“ (200–210 n. Chr.) widmet das erste Kapitel der Erörterung von Simon Magus. Tertullian berichtet, dass Simon sich selbst als „die höchste Tugend“ bezeichnete und dass sein Nachfolger Menander war.

Tertullian (198–220 n. Chr.) schreibt in seiner „Abhandlung über die Seele“, Kapitel 34, dass Simon seine ganze Kraft darauf verwendete, die Wahrheit zu zerstören, nachdem Petrus ihn zurechtgewiesen hatte. Er fügt hinzu, dass Helena eine Frau aus Tyrus war, die als Sklavin in einem Bordell arbeitete.

Zitate weiterer Autoren finden Sie unter.

F: Handelte es sich in Apostelgeschichte 8,14–17 um eine normale Erfahrung?

A: Nein. Die Verzögerung beim Glauben an Jesus, ohne dass der Heilige Geist in ihnen wohnte, war entweder auf Folgendes zurückzuführen:

1. dem Eintreffen der Apostel oder

2. einer unzureichenden Unterweisung durch Philippus oder

3. einem falschen Verständnis dessen, was Philippus lehrte.

Hätten sie den Heiligen Geist ohne die Apostel empfangen, hätten sie sich vielleicht als eine „zweite Gemeinde“ betrachtet, die unabhängig von der in Jerusalem gegründeten Gemeinde war. Doch es fehlte ihnen etwas, bis die Apostel aus Jerusalem kamen, und so war alles mit der [einen] Gemeinde verbunden, die in Jerusalem ihren Anfang genommen hatte. Diese Erfahrung war ein Übergangsereignis in der Geschichte der Gemeinde.

F: Warum wurde den Samaritern in Apostelgeschichte8:15 –17 der Heilige Geist nicht gegeben, als sie das Evangelium zum ersten Mal hörten?

A: Unter Christen gibt es zwei Ansichten.

1. Die Verkündigung, die sie hörten, war unvollständig.

2. Die Verkündigung verlief gut, doch für diesen „großen Übergang“ der Verkündigung an die Samariter war es angemessen, dass einige der Apostel anwesend waren, bevor der Heilige Geist zu diesen Nichtjuden kam. Weitere Informationen zu dieser Sichtweise finden Sie in „1001 Bible Questions Answered“, S. 50, 53.

F: Was war in Apostelgeschichte 8,26 der Zweck der Reise des Philippus von Jerusalem in Richtung Gaza?

A: Aus Philippus’ Sicht hatte er keine Ahnung. In Jerusalem gab es viele Menschen, und nur sehr wenige legten die 50 Meilen auf der Wüstenstraße von Jerusalem entweder nach Neu-Gaza (erbaut 57 v. Chr.) oder nach Alt-Gaza (93 v. Chr. geplündert), auch bekannt als „Gaza an der Wüste“, zurück. Es gab viele Gläubige, die in der Jüngerschaft angeleitet werden mussten, viele Ungläubige, denen das Evangelium verkündet werden musste, und generell viele Gelegenheiten zur Zeugnisgabe – weitaus mehr, als es auf einer Wüstenstraße gegeben hätte. Philippus wusste nicht, warum ihm befohlen worden war, nach Gaza zu gehen. Übrigens zeigt Apostelgeschichte 8,40, dass Philippus es zumindest auf dieser Reise nie bis nach Gaza geschafft hat.

Doch aus Gottes Sicht hatte es einen wichtigen Zweck, dass Philippus einen Umweg machte, um mit nur einem einzigen Mann zu sprechen. Das Christentum nahm von diesem Zeitpunkt an in Äthiopien seinen Anfang. Es ist, als hätte das Judentum dieses Volk auf das Evangelium vorbereitet, und Gott machte sich dies sogleich zunutze. Weder Philippus noch die Dämonen konnten dies jedoch wissen. Außerdem hatten Christen das Evangelium noch nicht außerhalb von Jerusalem und Samaria verkündet, und so führte Gott Philippus zu dem Äthiopier.

F: In Apostelgeschichte 8,27: Wann könnte Gott uns bitten, etwas zu tun, ohne dass wir den Grund dafür kennen?

A: Gott könnte dies tun, wann immer Er es wünscht. Gott könnte dies tun, um unseren Gehorsam auf die Probe zu stellen, oder weil Er möchte, dass wir so reagieren, wie wir reagieren würden, wenn wir nicht die gesamte Geschichte kennen würden.

Man kann sich die Geschichte des großen Missionars Adoniram Judson ansehen, der von 1788 bis 1850 lebte. Er wurde in Malden, Massachusetts, als Sohn eines kongregationalistischen Pfarrers und seiner Frau geboren, und Adoniram folgte Christus von Kindheit an. Mit 16 Jahren begann er sein Studium (später an der Brown University) und schloss es mit 19 Jahren als Jahrgangsbester ab. Während seines Studiums freundete er sich jedoch mit einem Skeptiker und Deisten an und verlor seinen Glauben. Er gründete eine Schule und verfasste ein Lehrbuch für Grammatik und Mathematik. Später, auf einer Reise, übernachtete er in einem Gasthaus und hörte das todesähnliche Stöhnen der Person im Zimmer nebenan. Am nächsten Tag erfuhr Adoniram, dass diese Person verstorben war, und „zufälligerweise“ handelte es sich um seinen besten Freund. Danach kehrte Judson im Jahr 1808 zum Glauben zurück. Er beherrschte Latein, Griechisch und Hebräisch. Judson und seine Frau Nancy heirateten und gingen am nächsten Tag als kongregationalistische Missionare an Bord eines Schiffes nach Kalkutta, Indien, im Jahr 1812. Judson beschäftigte sich zudem mit der Taufe und kam zu dem Schluss, dass die Taufe etwas sei, das Gläubige vollziehen sollten; sie sei nicht für Säuglinge bestimmt. Als er ankam, verließ er daher die kongregationalistische Mission und bat die Southern Baptists um Unterstützung, die diese ihm auch gewährten. William Ward taufte ihn. Während des Britisch-Amerikanischen Krieges von 1812 befahl die Britische Ostindien-Kompanie den amerikanischen Missionaren, Indien zu verlassen, sodass sie 1813 ein Schiff nach Burma bestiegen; seine Frau erlitt auf dem Schiff eine Fehlgeburt. Er verbrachte drei Jahre damit, etwa 12 Stunden täglich Burmesisch zu lernen. Von 1810 bis 1823 erlebte er, dass nur 18 Menschen zum Glauben kamen, doch er war auf dem Weg, seine 24-jährige Aufgabe der Übersetzung der Bibel ins Burmesische zu vollenden, was ihm schließlich auch gelang. Während des Anglo-Burmesischen Krieges von 1824 warf der burmesische König ihn und seinen Partner in ein schreckliches, von Ratten befallenes Gefängnis. Seine schwangere Frau brachte ihr drittes Kind zur Welt. Dann starb sein zweites Kind, und im Jahr 1824 starb seine Frau. Im Jahr 1827 starb schließlich auch sein drittes Kind.

Während er unter den Karen und anderen Stammesvölkern im Süden predigte, löste Adoniram einen Sklaven aus dem Besitz eines seiner Bekehrten aus und befreite ihn: Ko Tha Byu. Er war kein besonders vielversprechender Kandidat. Im Gegensatz zu Judson konnte er nicht lesen. Während Judson drei strapaziöse Jahre hinter sich hatte, konnte Ko Tha Byu nicht einmal Burmesisch sprechen. Er war ein Bandit gewesen und konnte sich nicht daran erinnern, wie viele Männer er getötet hatte, obwohl es mindestens 30 waren – wahrlich makellose Referenzen! Nachdem er befreit worden war, ließ er sich taufen und verschwand dann sofort im Dschungel, um zu seinem Stamm zurückzukehren. Doch als er seinen Stammesgenossen der Karen predigte, kamen vier von ihnen sofort zum Glauben an Christus. Das Volk der Karen kannte eine „Tradition der Ältesten“ von einem unveränderlichen, ewigen, allmächtigen Gott, dem Schöpfer, der den Mann und eine Frau aus seiner Rippe erschuf. Sie wurden vom Teufel in Versuchung geführt, und es hieß, dass eines Tages ein Erlöser kommen würde. Sie glaubten, dass eines Tages weiße Ausländer ihnen heilige Schriften darüber bringen würden. Das Christentum verbreitete sich wie ein Lauffeuer, als Ko Tha Byu sowie George und Sarah Boardman das Volk der südlichen Karen evangelisierten. Davon ermutigt schüttelte Judson seine einjährige Depression ab. So begab er sich in die von Tigern bevölkerten Dschungel, um das Volk der nördlichen Karen zu evangelisieren. Was waren angesichts all dieser Entbehrungen, Rückschläge und der anfänglich spärlichen Resonanz die Ergebnisse? Zum Zeitpunkt seines Todes gab es 100 Gemeinden und 8.000 Gläubige, hauptsächlich Angehörige der Stämme der Karen und Kachin. Heute sind die Länder mit den meisten Südbaptisten die USA, Indien und Myanmar. (Entnommen aus Wikipedia zum Eintrag über Adoniram Judson, 30.03.2018).

F: Wer war Kandake in Apostelgeschichte 8,27?

A: „Kandake“ (oder „Kandake“) war eine Bezeichnung für die Königinnen von Nubien, ähnlich wie „Pharao“ eine Bezeichnung für die Könige Ägyptens und „Cäsar“ eine Bezeichnung für die Kaiser Roms war.

Eine äthiopische Königin regierte stets als Regentin für ihren Sohn, da dieser als Kind der Sonne galt und als zu heilig angesehen wurde, um sich mit weltlichen Angelegenheiten zu befassen. Dies basiert auf Bion von Soli, „Aethiopica“ 1; Strabons „Geographie“ 17.1.54; Plinius dem Älteren, „Naturgeschichte“ 6.186; Dio Cassius, „Geschichte Roms“ 54.5.4, sowie Eusebius, „Kirchengeschichte“ 2.1.13, NPNF2, S. 105.

F: Warum sollte ein Äthiopier in Apostelgeschichte 8,27 nach Jerusalem reisen wollen?

A: Das antike Land namens Äthiopien lag tatsächlich nördlich des heutigen Äthiopiens im heutigen Sudan. Nach 590 v. Chr. bemannten jüdische Söldner eine Festung in Elephantine in Südägypten, um die Nubier davon abzuhalten, Ägypten anzugreifen. Einige derjenigen, die aus Äthiopien kamen, könnten deren Nachkommen gewesen sein.

Zudem besuchte die Königin von Saba zu Salomos Zeiten (um 960 v. Chr.) Jerusalem. Obwohl Saba jenseits des Roten Meeres von Äthiopien lag, konvertierten offenbar einige Menschen aus dem Gebiet des heutigen Äthiopiens zu jener Zeit zum Judentum und lebten dort noch im 20. Jahrhundert. Im 10. Jahrhundert n. Chr. kämpfte das nordäthiopische Königreich Beni Hamwiyah gegen das christliche äthiopische Königreich südlich von ihm.

Irenäus, „Gegen die Häresien“ (180–188 n. Chr.), Buch 3, Kap. 12.6, S. 432, sowie Eusebius, „Kirchengeschichte“, Buch 2, Kap. 1.13, S. 105, berichten, dass der Kämmerer von Gott gesandt wurde, um den Äthiopiern das Evangelium zu verkünden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Äthiopier wahrscheinlich zum jüdischen Tempel unterwegs war, da er dem jüdischen Glauben angehörte. Darüber hinaus ist es möglich, dass er auch einen geringen Anteil jüdischen Blutes in sich trug.

F: Warum heißt es in Apostelgeschichte 8,27, dass der Äthiopier nach Jerusalem ging, um dort zu beten, anstatt zum Tempel?

A: In Deuteronomium 23,1 heißt es, dass ein Eunuch den Tempel nicht betreten dürfe. Da er als Eunuch den Tempel selbst nicht betreten durfte, konnte er zumindest zum Vorhof der Heiden gehen. Wir wissen nicht, ob er in diesem Wissen nach Jerusalem gereist ist oder nicht.

Bevor Philippus zu ihm stieß, hat er möglicherweise Jesaja 56,3–7 gelesen. Der äthiopische Kämmerer hätte dennoch nach Jerusalem reisen können, um das Passahfest zu feiern, und andere beauftragen können, an seiner Stelle in den Tempel zu gehen.

F: Sollte man sich gemäß Apostelgeschichte 8,36 taufen lassen, sobald man glaubt?

A: Sobald jemand glaubt und einfach versteht, was es bedeutet, Christ zu sein, sollte er getauft werden. Hier gibt es zwei Aspekte: den Katechismusunterricht vor der Taufe und die Frage der Gläubigentaufe im Gegensatz zur Kindertaufe.

1. Einige Christen sind der Ansicht, dass ein Mensch unmittelbar nach seinem Glauben an Christus getauft werden sollte, so wie es beim äthiopischen Kämmerer der Fall war. Andere Christen sind der Meinung, dass zunächst eine Unterweisung stattfinden sollte, und die Gemeinde in Alexandria trieb dies auf die Spitze, indem sie vor der Taufe einen zweijährigen Katechumenenkurs durchführte. Beachten Sie, dass der Kämmerer bereits vor seiner Begegnung mit Philippus mit der Heiligen Schrift vertraut war, und obwohl sein Wissen unvollkommen war, reichte es aus, um sofort getauft zu werden.

2. Dieser Vers befasst sich nicht mit der Frage der Gläubigentaufe im Gegensatz zur Säuglingstaufe. Alle Christen sind der Überzeugung, dass ein Erwachsener, der an Christus glaubt und noch nicht getauft wurde, getauft werden sollte. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zur Gläubigen- und Säuglingstaufe in Kolosser 2,11–12.

Nebenbei bemerkt: Wir wissen nicht genau, an welcher Stelle dieser Wüstenstraße Philippus und der Kämmerer ins Wasser stiegen, um getauft zu werden, doch das Wadi el-Hesi nordöstlich von Gaza wäre günstig gelegen und auf dem Weg gewesen. Wir können uns jedoch nicht sicher sein, da es zwischen Jerusalem und Gaza eine Reihe von saisonalen Wadis gab und das Klima in Palästina damals etwas weniger trocken war.

F: Warum waren die jüdischen Priester in Apostelgeschichte 9,1–2 so darauf aus, Christen zu töten?

A: Dafür gibt es drei miteinander verbundene Gründe.

In erster Linie eine religiöse Bedrohung: Dass Jesus kam und die Dinge auf eine neue Weise ordnete, die den Traditionen der Pharisäer zuwiderlief, stellte eine Bedrohung für deren religiöse Führungsrolle dar.

In zweiter Linie ging es um politische Macht: Zu dieser Zeit entzogen die Römer den jüdischen Führern etwas, das ihnen als sehr wichtig galt: das Recht, Menschen wegen Kapitalverbrechen hinzurichten. Da die Römer offenbar die Tötung von Christen duldeten, wird vermutet, dass dies ein Weg war, zumindest den Anschein zu erwecken, diese Macht zu behalten.

In geistlicher Hinsicht war hier Satan am Werk. Auch heute noch ist Satan bestrebt, die Anbeter Gottes zu töten.

Frage: Warum sollten in Apostelgeschichte 9,1–2 Briefe von jüdischen (nicht römischen) Führern in Jerusalem irgendeine Wirkung auf eine nichtjüdische Stadt außerhalb von Judäa haben? Stellen Sie sich vor, ich würde zu meinem Pastor gehen und ihn bitten, einen Brief an den Führer Nordkoreas zu schreiben, um die Freilassung aller christlichen Gefangenen zu erwirken. Wenn ich nach Nordkorea reise, um diesen Brief zu überbringen, wie wird das Ihrer Meinung nach ankommen? Wenn Sie glauben, dass dies nicht gut ausgehen würde, warum sollte Saulus dann in Damaskus eine bessere Aufnahme erwarten?

A: Es gibt zwei Antworten, und beide können zutreffen.

1) Es ist wahrscheinlich, dass Rom das Recht jüdischer Priester anerkennen würde, Juden aus anderen Städten zur Strafverfolgung auszuliefern.

2) Der damalige nabatäische arabische König von Syrien und Damaskus, Aretas IV., hasste die Römer, die ihn beherrschten. Es wäre sehr wahrscheinlich, dass er den jüdischen Priestern, von denen er wusste, dass auch sie Rom ablehnten, einen Gefallen erweisen würde. In Damaskus lebten viele Juden; Josephus berichtet, dass die Einwohner von Damaskus (je nach Quelle) entweder 10.500 oder 18.000 Juden in Damaskus töteten.

Schließlich war sich Saulus möglicherweise nicht sicher, ob die Briefe der jüdischen Priester anerkannt werden würden oder nicht.

F: Was wusste Saulus in Apostelgeschichte 9,1–2?

A: In seinem eigenen Leben legte Saulus wahrscheinlich großen Wert auf Tradition. Nach Genesis 10,4 und archäologischen Erkenntnissen war entweder die Stadt Tarsus oder das Volk von Tarsus älter als Abraham. In Philipper 3,4–6 verwies Paulus auf seine Abstammung, seine Stellung als Pharisäer und seinen Eifer. Das heißt, vor Philipper 3,7–8, wo Paulus sagte, all dies sei im Vergleich zur Erkenntnis Christi nur Unrat.

Was die Christen betraf, so wusste Saulus, dass sie engagiert und opferbereit waren und keine Mühen scheuten, um das jüdische Volk für Christus zu gewinnen.

F: Inwiefern unterscheidet sich der Bericht in Apostelgeschichte 9,3–8 von den Schilderungen in 22,6–11 und Apostelgeschichte 26,12–18?

A: Die Berichte unterscheiden sich in drei Aspekten.

Das Licht und die Begleiter des Paulus

Apostelgeschichte 26,13: Das Licht umgab Saulus und seine Begleiter

Apostelgeschichte 22,6.9: Saulus und seine Begleiter sahen alle ein helles Licht.

Apostelgeschichte 9,3: Ein Licht vom Himmel umgab Saulus, doch es wird nicht näher angegeben, was seine Begleiter umgab oder was sie sahen.

Fazit: Saulus und seine Begleiter sahen alle ein helles Licht, das sie umgab. Es wird nicht angegeben, ob das Licht zuerst Saulus umgab oder alle gleichzeitig, und tatsächlich spielt dies keine Rolle.

Die Stimme und die Begleiter des Paulus

Keine Antwort: In Apostelgeschichte 22,8–9 könnte sich Paulus einfach geirrt haben, was die Männer gehört hatten, und die Heilige Schrift hat getreu wiedergegeben, was Paulus sagte. Allerdings wusste Paulus es wahrscheinlich, und er hat sich hier höchstwahrscheinlich NICHT geirrt.

Die Antwort:

Apostelgeschichte 26,14: Saulus von Tarsus (Paulus) hörte eine Stimme. Es wird nicht näher angegeben, was seine Begleiter hörten

Apostelgeschichte 22,9: Sauls Begleiter hörten die Stimme nicht bzw. verstanden sie nicht.

Apostelgeschichte 9,7: Sauls Begleiter hörten das Geräusch, sahen jedoch niemanden.

Fazit: Es stellt kein Problem dar, wenn Sauls Begleiter ein Geräusch hörten, die Stimme jedoch nicht verstanden. Das Wort in Apostelgeschichte 22,9 kommt in den Schriften des Lukas 153 Mal vor. 57 Mal bedeutet es „zuhören, um zu verstehen“, und 7 Mal bedeutet es „gehorchen“. Dieses Verb in der Genitivform bedeutet in der Regel einfach „hören“. In der Akkusativform, wie sie in Apostelgeschichte 22,9 verwendet wird, bedeutet es oft „zuhören, um zu verstehen“, obwohl es auch einfach „hören“ bedeuten kann.

Die Haltung von Sauls Begleitern

Apostelgeschichte 26,14: Saulus und seine Begleiter fielen alle zu Boden

Apostelgeschichte 22,6–9: Saulus fiel zu Boden, doch es wird nicht angegeben, was seine Begleiter taten.

Apostelgeschichte 9,7: Sauls Begleiter standen sprachlos da.

Fazit: Zunächst standen sie alle. Saulus wurde geblendet und fiel zu Boden. Nachdem sie zunächst sprachlos dastanden, dürfte die Furcht vor der Stimme und dem Licht leicht dazu geführt haben, dass auch seine Begleiter zu Boden fielen.

F: Wie kommt es, dass Paulus in Apostelgeschichte 9,4–7 andere Dinge hörte und sah als die anderen?

A: Die anderen Männer sahen das Licht und hörten den Klang, doch Gott beabsichtigte, dass nur Saulus die Worte verstehen sollte.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 9,11 archäologische Belege für die Gerade Straße in Damaskus?

A: Ja. Es gibt nicht nur archäologische Belege dafür, dass die Straße einst von Säulengängen gesäumt war, sondern die Straße wird auch heute noch genutzt. Sie verläuft von Nordosten nach Südwesten und war zu Paulus’ Zeiten mindestens zwei Meilen (3,2 km) lang.

F: Warum wählte Gott in Apostelgeschichte9:15 –16 Saulus von Tarsus als sein auserwähltes Werkzeug?

A: Dies ist einer von vielen Versen, die zeigen, dass die Wege des Herrn unergründlich sind. Während wir heute alle die Apostelgeschichte lesen und erkennen können, dass Gott eine gute Wahl getroffen hat, muss dies für Ananias sehr seltsam gewirkt haben. Es ist verständlich, dass Ananias, obwohl er an Gott glaubte, in Apostelgeschichte 9,13–14 um Bestätigung bat, und Gott gab sie ihm freigiebig und gnädig.

F: Was war in Apostelgeschichte 9,16 der Sinn darin, Ananias mitzuteilen, wie sehr Saulus um des Namens Christi willen leiden würde?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Ananias hätte nicht den Eindruck haben sollen, dass Saulus von Tarsus „glimpflich davonkam“, denn die Leiden, die er erdulden musste, waren wahrscheinlich größer als die Leiden, die er einer einzelnen Person zugefügt hatte.

F: Wer versuchte in Apostelgeschichte 9,23, Paulus zu töten?

A: In Apostelgeschichte9:23 heißt es, dass die Juden versuchten, Paulus zu töten. Darüber hinaus steht in 2. Korinther 11,32–33, dass auch der Statthalter unter König Aretas versuchte, Paulus zu verhaften.

F: Warum hatten die Jünger in Apostelgeschichte 9,26 Angst vor Saulus, da sie doch keine Angst vor dem Tod hätten haben sollen?

A: Christen sollen umsichtig sein, und Jesus sagte den Gläubigen, dass Verfolgung zwar unvermeidlich sei (Johannes15:20 ), die Gläubigen ihr aber entfliehen könnten (Matthäus10:23 ).

Zudem könnten die Jünger ganz natürlich den qualvollen Tod gefürchtet haben, den Saulus von Tarsus anderen zugefügt hatte.

F: War Barnabas in Apostelgeschichte 9,27–28 mutig oder leichtsinnig, als er den anderen Saulus, einen potenziellen „Eindringling“, vorstellte?

A: Auch wenn Mut und Leichtsinn Hand in Hand gehen können, handelte Barnabas hier nicht leichtsinnig. Sein Vertrauen in das, was Gott in Saulus gewirkt hatte, gab Barnabas den Mut, voranzugehen und Saulus den anderen vorzustellen.

F: Warum, glauben Sie, hatte Barnabas in Apostelgeschichte 9,27–28 die Kühnheit, keine Angst vor Saulus zu haben, obwohl die anderen Angst hatten?

A: Die Heilige Schrift sagt es nicht ausdrücklich, aber wir können drei Gründe vermuten.

Charakter: Barnabas war ein ermutigender Mensch, und er war möglicherweise eher bereit, jemandem zu vertrauen.

Zeit mit Paulus verbracht Barnabas hörte nicht nur Gerüchte, dass sich Paulus möglicherweise gewandelt habe; er sprach mit Paulus selbst und hörte, wie Paulus in Damaskus mit anderen diskutierte.

Gott offenbarte es ihm: Wenn Gott mit Barnabas über Paulus sprach, so wie Er es bei Ananias tat, oder wenn Gott Barnabas die Zuversicht schenkte, dann würde Barnabas natürlich keine Angst haben.

Eine Lehre, die wir daraus ziehen können, ist, dass Gott Dinge nicht immer zuerst den Leitern der Gemeinde offenbart. Leiter sollten bereit sein, auch von anderen Mitgliedern zu lernen.

F: Wie lebten die Gemeinden in Apostelgeschichte 9,31 in der Furcht des Herrn, und wie sollten wir dies heute tun?

A: Sie hatten Ehrfurcht vor Gott und seiner Macht. Sie achteten sein Wort, und die Furcht des Herrn war eine Motivation für die Evangelisation und ein heiliges Leben.

Weitere Verse, die die Furcht des Herrn bei einem Gläubigen verdeutlichen, sind 1. Mose 22,12; Sprüche 1,7; 1. Samuel 12,14; 2. Chronik 6,33; 19,7; Nehemia 5,9; Psalm 19,9; 22,25; 33,8; 119,74; 128,1; Prediger 8,13; 12,13; Jesaja 11,3; Jeremia 5,22; Micha 6,9; Maleachi 3,5 sowie 2. Korinther 5,11.

F: War in der Apostelgeschichte9:43 der Beruf des Gerbers für Juden unrein?

A: Die Israeliten erlernten dieses wichtige Handwerk von den Ägyptern, obwohl auch die Syrer es ausübten. Unter den Juden zur Zeit Jesu galt das Gerben nicht als angesehener Beruf, da man dabei mit toten Tieren umgehen musste, um ihnen die Häute abzuziehen. Simon fand Gemeinschaft unter den Christen, hätte diese jedoch unter den Juden möglicherweise nicht gefunden. Es handelte sich um einen zeremoniell unreinen Beruf, und in Joppe befanden sich die Häuser der Gerber im Süden, etwas außerhalb von Joppe an der Küste (wo die verbrauchten Chemikalien entsorgt werden konnten).

F: Was ist in Apostelgeschichte 10 die wichtigste Botschaft dieser beiden Berichte?

A: Die Botschaft, die Cornelius in Apostelgeschichte 10,1–8 vermittelt wird, lautet, dass das Evangelium von den Juden stammt. In Apostelgeschichte 10,9–23 lautet die Botschaft an Petrus, dass das Evangelium auch für die Heiden bestimmt ist.

F: Was erfahren wir in Apostelgeschichte 10,2.4.31 über Cornelius?

A: Cornelius trug sowohl einen ungewöhnlichen als auch einen gebräuchlichen Namen. Im Jahr 82 v. Chr. befreite Cornelius Sulla 10.000 Sklaven, die daraufhin alle zu seinen Ehren ihren Namen in Cornelius änderten. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 9, S. 384–385, vermutet, dass Cornelius möglicherweise von einem von ihnen abstammte. Wir wissen, dass das römische „italienische Regiment“ im Jahr 69 n. Chr. in Syrien stationiert war.

Cornelius selbst war ein ungewöhnlicher Mann: Er war Soldat in einer Besatzungsarmee und spendete dennoch Geld, um den Armen im besetzten Land zu helfen. Wahrscheinlich verfügte er über ein privates Vermögen, da er reichlich Almosen geben konnte. Über Zenturionen im Allgemeinen sagt der Historiker Polybios: „Von Zenturionen wird nicht so sehr erwartet, dass sie kühn und abenteuerlustig sind, sondern vielmehr, dass sie gute Anführer sind, von besonnenem und umsichtigem Gemüt, nicht geneigt, die Offensive zu ergreifen oder mutwillig Kämpfe zu beginnen, sondern fähig, in bedrängter und schwieriger Lage standhaft zu bleiben und an ihrem Posten zu sterben.“ Geschichtsbuch 6, Kap. 24. Cäsarea war, was die römische Verwaltung betraf, die Hauptstadt von Judäa.

Es heißt, Cornelius sei Zenturio einer Kohorte gewesen. „Zenturio“ bezeichnete die Führung von über 100 Mann, doch Zenturien befehligten in der Regel eine Kohorte, die ein Zehntel einer Legion ausmachte, also 300 bis 600 Mann. Bei der „italischen Kohorte“ handelte es sich wahrscheinlich um die Cohors II Miliaria Italica Civium Romanorum. Diese Kohorte bestand aus Freigelassenen aus Italien, die Bürgerrecht erlangt hatten und allesamt Bogenschützen waren. Sie wurden kurz vor dem Jahr 69 n. Chr. nach Syrien verlegt und waren sowohl im Jahr 70 n. Chr. als auch im Jahr 135 n. Chr. an der Eroberung Jerusalems beteiligt. Zwar können Archäologen nicht unabhängig bestätigen, wo sich die Kohorte in den Jahren 41–44 n. Chr. befand, doch ist es naheliegend, dass die Wasserversorgung in Cäsarea bewacht werden musste.

Nebenbei bemerkt war dieses Ereignis für Petrus von großer Bedeutung, da er es in der Apostelgeschichte 11 und 15,6–9 erneut zur Sprache brachte.

F: In Apostelgeschichte 10,2.4.31: In welchem Zusammenhang standen die Almosen des Cornelius und die Erhörung seiner Gebete durch Gott?

A: Cornelius erkannte die Wahrheit über Gott im Alten Testament. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Cornelius’ Almosen waren in keiner Weise erforderlich, damit der allmächtige Gott wirken oder seine Gebete erhören konnte.

2. Cornelius’ aufrichtige Gebete wurden erhört, genauso wie Gott die aufrichtigen Gebete aller Menschen erhört, die Ihn kennenlernen möchten.

3. Es ist interessant, dass sowohl Almosen als auch Gebete vor Gott kamen. Es ist fast so, als würden die Almosen als eine Form des Gebets oder als Stärkung seiner Gebete angesehen.

F: Da Cornelius in Apostelgeschichte 10,2.22.44–48 gottesfürchtig war und regelmäßig zu Gott betete, aber dennoch bis zum Besuch des Petrus noch nicht wiedergeboren war – wäre Cornelius in die Hölle gekommen, wenn er gestorben wäre?

A: Dies ist eine hypothetische Frage. Wenn der Gott, von dem wir sprechen, entweder nicht weise genug gewesen wäre, um zu wissen, dass Cornelius Jesus freudig annehmen würde, oder nicht mächtig genug, um Cornelius bis zu diesem Zeitpunkt am Leben zu erhalten, dann sprechen wir nicht vom Gott der Bibel.

Beachten Sie, dass Cornelius’ Gebete und Gaben, bevor er von Jesus hörte, ein Gott wohlgefälliges Andenken waren. Dies gilt auch für Menschen, die vor Jesus starben und Gottes Wort im Alten Testament befolgten, und Cornelius wurde von den Juden respektiert – nicht wegen seiner Furcht vor irgendeinem Gott, sondern wegen seiner Furcht vor dem wahren Gott, ihrem Gott.

F: In Apostelgeschichte 10,10–16 und Markus 7,17–23 – da Jesus in Matthäus 5,17 sagte, er werde nichts im Gesetz aufheben – warum halten sich Christen dann nicht an die Speisevorschriften des Alten Testaments, wie es Muslime [angeblich] tun?

A: Zwar halten sich weder Christen noch Muslime an die Speisevorschriften, doch tun Christen dies nicht, weil sie auf Jesus hören. Fünf Punkte, die bei der Antwort zu berücksichtigen sind.

Zu jener Zeit hielten sich die Nachfolger Jesu an die Speisevorschriften des Alten Testaments. Jesus sagte tatsächlich, dass nicht ein Jota oder Strichlein vergehen werde, bis alles erfüllt sei.

Die Tatsache der Auferstehung Jesu veränderte die Art und Weise, wie Gott mit Seinen Kindern umging, grundlegend. Ein Engel teilte Petrus, dem Apostel Jesu, in Apostelgeschichte 10,9–16 mit, dass Gott alle Speisen rein gemacht habe. Beachten Sie, dass dort nicht steht, diese Tiere seien schon immer rein gewesen, sondern dass Gott sie rein gemacht habe.

Selbst Muslime, die diesen Einwand vorbringen, müssen selbst zugeben, dass einige der Speisevorschriften des Alten Testaments nicht befolgt werden dürfen. Mohammed lehrte die Muslime, dass sie Kamelfleisch essen dürften (Sahih Muslim, Band 1, Buch 1, Nr. 220, S. 70), doch 3. Mose 11,3–8 und 5. Mose 14,6–8 verbieten den Verzehr von Kamelfleisch.

Hören Sie auf Jesus in Matthäus 15,10.17–20 und Markus 7,14–15. Jesus sagte, dass das, was aus einem Menschen herauskommt, ihn unrein macht, nicht das, was in ihn hineingeht. Markus 7,19 zeigt, dass Jesus damit alle Speisen für rein erklärte. Wenn wir Jesus als Propheten bezeichnen, sollten wir auf Seine Worte hören.

Eine Stimme vom Himmel befahl Petrus in Apostelgeschichte 10,10–16 zu essen und zeigte ihm damit, dass die Speisegesetze nur bis zum Opfer Jesu galten, nicht danach. Wir sollten der Stimme des Engels Gottes und des Apostels Jesu gehorchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir die Worte der Propheten Gottes nicht ignorieren, sondern auf sie hören sollten.

F: Als Petrus in Apostelgeschichte 10,20–23 den Befehl erhielt, nicht zu zögern, mit den drei Männern zu gehen – hat er dann ungehorsam gehandelt, indem er ihnen Fragen stellte, sie in sein Haus einlud und am nächsten Tag abreiste?

A: Vielleicht handelte Petrus nicht so zügig, wie es möglich gewesen wäre. Andererseits war es, falls es bereits spät am Tag war, das einzig Sinnvolle, am nächsten Morgen früh aufzubrechen, anstatt im Dunkeln nach einem Haus zu suchen. Denken Sie daran, dass es damals weder Straßenschilder noch Straßenbeleuchtung gab.

Unabhängig davon hatte Petrus definitiv die Absicht, mit ihnen zu gehen. Es war für einen Juden nicht erlaubt, mit einem Nichtjuden zu essen, doch nachdem Petrus seine Lektion aus der Vision gelernt hatte, lud er die Männer ein, mit ihm zu essen.

Es bedurfte wahrscheinlich sowohl Mut als auch einer direkten Vision, um Petrus davon zu überzeugen, überhaupt etwas zu essen. Der jüdische Skeptiker Asimov weist in „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 1050) darauf hin, dass Juden zur Zeit der Makkabäer lieber unter Folter starben, als Schweinefleisch zu essen.

F: Warum versuchte Cornelius in Apostelgeschichte 10,25–26, Petrus zu „verehren“?

A: Das griechische Wort lautet hier „proskuneo“, was entweder „anbeten“ oder „sich in Ehrfurcht niederwerfen“ bedeutet. Entweder war Cornelius, der noch nicht im christlichen Glauben unterwiesen war, verwirrt, als er versuchte, Petrus anzubeten, oder aber er hatte nicht die Absicht zu beten, sondern wollte demjenigen großen Respekt erweisen, der ihm den Weg zur Erlösung lehren würde.

F: Bezieht sich Apostelgeschichte 10,28 darauf, dass Nichtjuden im Allgemeinen nicht als gewöhnlich oder unrein angesehen werden sollten, oder gilt dies für jeden einzelnen Menschen?

A: In diesem Vers bedeutet „kein Mensch“, dass niemand – ganz gleich, um welche Person oder welches Volk es sich handelt – davon ausgenommen ist.

F: Wie hätte Lukas in Apostelgeschichte 10,30–33 schreiben können: „Ich faste seit Mittwoch, als ich zur neunten Stunde in meinem Haus betete und da erschien ein Mann in strahlenden Gewändern, der vor mir stand?“ Hat Cornelius vier Tage lang ununterbrochen gebetet, bis zur neunten Stunde (15 Uhr), als er mit Petrus sprach? Und an welchem Tag erschien der Mann in den strahlenden Gewändern? Und schließlich: Welche sprachliche Begründung gibt es dafür, die Konstruktion APO … MECRI … in Apostelgeschichte 10,30 anders als als eine zeitliche „Dauer“ von vier Tagen zu übersetzen? Eine Formulierung wie „vor vier Tagen“ erscheint mir lediglich als unbegründete sprachliche Verrenkung.

A: Betrachten wir die gesamten drei Verse: In Apostelgeschichte 10,30–32 heißt es: „Cornelius antwortete: ‚Vor vier Tagen war ich in meinem Haus und betete zu dieser, der neunten Stunde. Plötzlich stand ein Mann in strahlendem Gewand vor mir und sprach: ‚Cornelius, dein Gebet ist erhört worden, und deine Gaben an die Armen sind vor Gott in Erinnerung geblieben. Sende daher nach Joppe nach Simon, der Petrus genannt wird. Er ist zu Gast im Haus des Gerbers Simon am Meer.‘“ (BSB)

Lukas gibt wieder, was Cornelius gesagt hat. Dies war ein epochaler Moment für die Gemeinde, denn in diesem Augenblick wurde der Gemeinde – und insbesondere Petrus – klar, dass Christus nicht nur zu den Juden gesandt worden war, sondern an die ganze Welt. Möglicherweise hat Lukas direkt von Petrus erfahren, wie es zu dieser entscheidenden Entwicklung kam, oder er hat dies von jemand anderem erfahren. Lukas hat die Worte des Cornelius möglicherweise wörtlich wiedergegeben, oder es ist sehr wahrscheinlich, dass er sie sinngemäß wiedergegeben hat. Das spielt jedoch keine Rolle; wichtig ist die Bedeutung.

Wenn jemand spricht, kann ein anderer immer Mehrdeutigkeiten finden, wenn er nur lange und intensiv genug danach sucht – ganz gleich, ob tatsächlich Mehrdeutigkeiten vorliegen oder nicht. In anderen Fällen, darunter auch diesem, könnte ein einzelner Satzteil für sich genommen auf verschiedene Weisen interpretiert werden, doch der gesunde Menschenverstand macht die Bedeutung für alle Zuhörer klar. Hier ist der Ablauf der Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge.

3. Petrus kam einige Tage, nachdem man ihn herbeigerufen hatte (Apostelgeschichte 10,23–24)

2. Der Mann in strahlenden Gewändern wies Cornelius an, Petrus zu holen.

1. Zuvor betete Cornelius, als der Mann in strahlenden Gewändern erschien.

Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass „diese Stunde“, in der Cornelius betete, dieselbe Stunde (15 Uhr) vor vier Tagen war und nicht diese Stunde an diesem Tag. Andernfalls hätte Cornelius die Männer erst dann zu Petrus geschickt, nachdem diese bereits aufgebrochen waren, um Petrus zu holen.

F: Erinnert sich Gott in Apostelgeschichte 10,31 an alle gerechten Taten, die Menschen vollbringen?

A: Gott kennt alle gerechten (und ungerechten) Taten, die wir vollbringen, noch bevor wir überhaupt geboren wurden (Psalm 139). Was jedoch die Anrechnung dieser Taten für den Erhalt von Belohnungen im Himmel betrifft, so ist dies nicht unbedingt der Fall. Hesekiel3:20 nennt das Beispiel eines gerechten Mannes, der sich von seiner Gerechtigkeit abwandte, und dessen gerechte Taten nicht in Erinnerung blieben. Auch Paulus war besorgt, er könnte vom rechten Weg abkommen und die Krone verlieren, für die er gearbeitet hatte.

F: Wie konnte Petrus in Apostelgeschichte 10,34–35 [angeblich] Jesus widersprechen, als er sagte, Gott nehme Menschen aus allen Völkern an, die Gott fürchten und Gerechtigkeit üben, wo Jesus doch in Johannes 14,6 sagte, dass niemand zum Vater komme außer durch ihn? (Der Muslim Ahmad Deedat hat dies angesprochen.)

A: Hier liegt kein Widerspruch vor. Gott hat Kinder aus allen Völkern, die an ihn glauben. Es gibt Araber, Chinesen, Australier, Afrikaner, Europäer, Eskimos sowie Chilenen und Argentinier, die an Jesus glauben. Ganz gleich, welcher Volksgruppe Sie angehören – von den Ababda bis zu den Zuni –, Jesus ist für Sie da.

Niemand kommt zum Vater außer durch Jesus. Selbst Menschen wie der Patriarch Abraham, der starb, bevor er den Namen Jesus gehört hatte, gelangen nur durch Jesus zum Vater im Himmel. In Johannes 8 sagte Jesus, dass Abraham [in der Zukunft] den Tag Jesu sah und sich freute.

Es gibt drei Punkte, die Sie beachten sollten:

1) Nicht jeder, der in den Himmel gekommen ist, hat vor seinem Tod den Namen Jesu gehört, wie zum Beispiel jene, die im Alten Testament Gott folgten, bevor sie von Jesus hörten.

2) Alle, die ihr Vertrauen auf den wahren Gott setzen, gelangen durch Jesus in den Himmel.

3) Diejenigen, die Jesus in diesem Leben ablehnen (und niemals Buße tun), haben den einzigen Weg abgelehnt, auf dem sie in den Himmel hätten gelangen können.

F: In Apostelgeschichte 10,34 erkannte Petrus, dass sein „Vorurteil“ gegenüber den Heiden nicht im Sinne Gottes war. Was sollten wir tun, wenn wir plötzlich feststellen, dass wir gegenüber bestimmten Menschen Vorurteile hegen?

A: Es gibt verschiedene Arten und Ausprägungen von Vorurteilen gegenüber unterschiedlichen Personengruppen – nicht nur hinsichtlich des Geschlechts oder gegenüber Schwarzen, Weißen, Hispanics oder Asiaten usw. Vorurteile können sich auch gegen Arme oder Reiche richten, gegen Menschen mit geringerem oder höherem Bildungsstand, gegen weniger oder besser gekleidete Menschen, gegen „Nerds“ oder aufgrund vieler anderer Faktoren.

Doch unabhängig von der Art und dem Ausmaß der Vorurteile sollten wir sie in unserem Leben ausmerzen. Der richtige Zeitpunkt, dies zu tun, ist „jetzt“, sobald Sie sie entdecken. Schließen Sie Freundschaft mit jemandem aus dieser Gruppe und betrachten Sie, wie es in Philipper 2,3–4 gelehrt wird, deren Interessen als wichtiger an, als Ihre eigenen. Gehorchen Sie unverzüglich und freuen Sie sich darüber, dass Gott Ihnen die Scheuklappen von den Augen genommen hat, von denen Sie vielleicht gar nicht wussten, dass Sie sie trugen.

Wenn Sie feststellen, dass ein Mitgläubiger Vorurteile hegt, ist das sehr bedauerlich. Dennoch könnte er ein aufrichtiger Gläubiger sein, der entweder ungehorsam oder blind ist. Beten Sie nicht nur für ihn, sondern ermutigen Sie ihn auch auf positive Weise, seine Liebe gegenüber „allen Menschen“ zum Ausdruck zu bringen und seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben.

F: In Apostelgeschichte 10,34–43: Wie nah kommen diese Worte den tatsächlichen Äußerungen des Petrus?

A: Auch wenn Lukas die Worte hätte umschreiben können, gehen wir davon aus, dass er sich hier recht wörtlich an die Originalaussage gehalten hat. Lukas’ Stil war ein anspruchsvolles, kultiviertes Griechisch mit Fachbegriffen und komplexen Sätzen. In diesem Abschnitt jedoch entsprachen die Wortwahl und der Stil denen eines Juden, der Griechisch sprach.

F: Wie war Gott in Apostelgeschichte 10,38 mit Jesus, da Jesus doch Gott ist?

A: Auf Erden entäußerte sich Jesus freiwillig seiner Herrlichkeit und verzichtete vorübergehend auf die Ausübung seiner göttlichen Eigenschaften. Der Vater und der Heilige Geist zeigten jedoch, dass sie mit Jesus waren. Sie zeigten dies bei seiner Taufe und durch die Wunder Jesu. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Apostelgeschichte 7,56.

F: Ist in Apostelgeschichte 10,45–48 die Wassertaufe für die Errettung unerlässlich?

A: Nein. Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Sie sprachen in Zungen, bevor sie mit Wasser getauft wurden.

2. Das Sprechen in Zungen ist ein Zeichen (aber nicht das einzige Zeichen) dafür, dass man vom Heiligen Geist erfüllt ist.

3. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist nur denjenigen vorbehalten, die wiedergeboren sind.

4. Diejenigen, die wiedergeboren sind, sind gerettet.

Sie waren also bereits vor der Wassertaufe wiedergeboren. Ein zweites Beispiel dafür, dass die Errettung vor der Wassertaufe erfolgt, finden Sie in der Erörterung zu Apostelgeschichte 22,16.

F: In Apostelgeschichte10:45 –48 – da es sich bei dieser Passage um ein ganz besonderes Ereignis handelte – schließt dies die Verwendung dieser Passage aus, um zu zeigen, dass die Wassertaufe für die Errettung nicht wesentlich ist?

A: Nein. Diese Passage beschreibt zwar einen wichtigen Übergang für die Gemeinde, doch hindert uns das nicht daran, ihre gesamte Lehre zu verstehen. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Heiden konnten zu dieser Zeit bereits vor der Taufe mit dem Heiligen Geist erfüllt und somit gerettet werden. Für Gott war es nicht unmöglich, dies zu tun und dennoch seinem Wort treu zu bleiben.

2. Somit ist es möglich, dass Menschen zu anderen Zeiten vor der Taufe gerettet werden, ohne dass Gott Sein Wort bricht.

3. Wenn die Auslegung der Bibel durch eine Person voraussetzt, dass Gott seinem Wort nicht treu bleiben kann, wenn jemand nach Christus vor der Taufe gerettet wird, dann sollten Sie bedenken, dass diese Auslegung – und nicht Gottes Wort – falsch ist.

F: Da die Menschen in Apostelgeschichte 10,48 und Apostelgeschichte 2,38 im Namen Jesu getauft werden und da sie in Matthäus 28,19 im Namen (Singular) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden – bedeutet das, dass alle drei Jesus sind, wie es die Einheits-Pfingstbewegung lehrt?

A: Nein. Es war Jesus, nicht der Vater oder der Heilige Geist, der den Christen gebot, sich taufen zu lassen. „In seinem Namen“ bedeutet auch: durch die Vollmacht Jesu.

F: Da Paulus in Apostelgeschichte 11,1–3 der Apostel der Heiden war, warum sollte Gott dann Petrus und nicht Paulus zu Cornelius gesandt haben?

A: Die Antwort besteht aus vier Teilen.

Erstens war Paulus erst in Apostelgeschichte 13 zur Mission gesandt worden; vielleicht sah Gott keine Notwendigkeit, so lange zu warten, bis jemand mit Cornelius sprechen konnte.

Zweitens wäre es besser, wenn es Petrus, der Anführer der Apostel, wäre, damit deutlicher würde, dass es nur eine Kirche gab – und nicht eine jüdische und eine heidnische Kirche.

Drittens könnte Petrus aufgrund seiner Erziehung zögerlich gewesen sein, einem Heiden von Christus zu erzählen. In Apostelgeschichte 10,34 sagt Petrus: „Nun erkenne ich, wie wahr es ist, dass Gott keine Unterschiede macht.“ Manchmal, wenn ein Gläubiger Vorurteile gegenüber einer bestimmten Gruppe hegt, lässt Gott diesen Christen vielleicht gerade zu dieser Gruppe gehen, um dort zu dienen. Auf diese Weise war Petrus nicht derjenige, der die Taufe eines Heiden in Frage stellte, sondern er war derjenige, der seine eigene Handlung, die Taufe eines Heiden, verteidigte.

Viertens war Petrus zu Pfingsten vom Heiligen Geist erfüllt, und Feuerzungen ruhten auf ihm; seine Beschreibung dessen, was mit diesen nichtjüdischen Gläubigen geschah, erinnert an Pfingsten.

Einerseits mögen manche es großartig finden, dass Petrus eine Vision hatte und ein Engel ihm konkret sagte, was er tun sollte. Andererseits könnte die Tatsache, dass Gott sah, dass Petrus „an die Hand genommen“ werden musste, ein Zeichen für Petrus’ Schwäche gewesen sein, nicht für seine Stärke.

F: Hatten die Männer in Apostelgeschichte 11,1–3 Recht, als sie dem Apostel Petrus widersprachen?

A: In gewisser Hinsicht hatten sie Recht, in größerer Hinsicht jedoch Unrecht.

Richtig: Sie hatten Recht, das Handeln eines jeden Christen – selbst das von Petrus – in Frage zu stellen, wenn sie der Meinung waren, dass es nicht mit der Heiligen Schrift übereinstimmte. Schließlich hatte Jesus damals in Matthäus 10,5–7 gesagt, man solle nicht zu den Heiden gehen, sondern nur zum Haus Israel. Auch Paulus wies Petrus in Galater 2,11–21 zurecht.

Unrichtig: Ihr Verständnis der Heiligen Schrift war falsch. Darüber hinaus sorgten einige dieser Menschen auch nach der Klärung der Angelegenheit durch das Konzil von Jerusalem in Anwesenheit aller noch lebenden Apostel weiterhin für Spaltung, da sie sich nicht von anderen korrigieren lassen wollten.

F: In Apostelgeschichte 11,1–3 hätte Petrus sagen können: „Ich weiß, dass ich Gott gefolgt bin, und es ist mir völlig egal, was Sie denken.“ Was wäre daran nicht gut?

A: Petrus wollte keine Missverständnisse hervorrufen, da er ein gutes Vorbild sein sollte. In der Führung gibt es zwei Aspekte: das Richtige zu tun und es auf die richtige Art und Weise zu tun. Auch wenn Petrus das Richtige tat (wie es der Heilige Geist zeigte), unterwarf er sein Handeln demütig (und zu Recht) der Hinterfragung durch andere. Er erklärte geduldig, warum er so handelte, und berichtete unvoreingenommen über die Ergebnisse. Führungskräfte sollten heute dienende Führungskräfte sein, die durch ihre Worte, Taten und ihr respektvolles Auftreten anderen gegenüber führen.

Frage: In Apostelgeschichte 11,1–3 – in welchen Situationen heute könnten Sie oder jemand anderes so etwas gesagt haben oder tatsächlich gesagt haben? Wie würde sich das auswirken?

A: Ich war einst Mitglied einer chinesischen christlichen Gemeinde in Amerika. In amerikanischen Gemeinschaften sind Gruppen, Ausschüsse und Abstimmungen üblich. Es wurde ein Pastor eingestellt, der im Ausland ausgebildet worden war und eine eher hierarchisch geprägte Denkweise hatte. In einer recht schwierigen Zeit erklärte der Pastor, dass die Ältesten mir gegenüber rechenschaftspflichtig seien, während er selbst nur Gott gegenüber rechenschaftspflichtig sei. Kurz darauf wurde er entlassen. Das Problem war NICHT, dass er die Dinge nicht im nicht-katholischen amerikanischen Stil handhabte (obwohl er dies tatsächlich nicht tat). Das Problem war vielmehr, dass er die Dinge nicht im biblischen Stil handhabte; selbst der Apostel Petrus handelte nicht auf diese Weise.

F: Wie strukturiert sollte die Gemeinde Ihrer Meinung nach gemäß Apostelgeschichte 11,1–4 sein?

A: Die „beste“ Antwort dürfte je nach Kultur und Umständen unterschiedlich ausfallen. Diese Frage hat zwei Seiten: überkulturelle Beständigkeit und kulturelle Flexibilität.

Kulturübergreifende Beständigkeit: Konzepte der Kirchenleitung und -organisation, die in der Heiligen Schrift geboten oder vorgelebt werden, sollten in allen Gemeinden umgesetzt werden. Beispielsweise enthalten 1. Timotheus 3,1–13 und Titus 1,5–9 Anforderungen an die Ältesten, Diakone und Diakoninnen in einer Gemeinde. Es gibt keine „Ausnahmeregelung“, in der Paulus sagt: „Es sei denn, Sie befinden sich in dieser Kultur, dann müssen Sie das nicht tun.“

Kulturelle Flexibilität: Gemeinden sollten sich an ihr Umfeld, ihre Kultur und ihre Zeit anpassen. Große Gemeindegebäude im Vergleich zu Hausgemeinden. Wie geht man mit mehreren Sprachen in einer Gemeinde um? Wenn Ihre Gemeinde aus gebildeten Stadtbewohnern und Angehörigen von Volksstämmen besteht, sollten diese dann immer gemeinsam zusammenkommen? Inwieweit sollten die Leiter aktiv eingreifen oder sich zurückhalten? Sollten Männer und Frauen gemeinsam oder getrennt sein? Grundsätze, die Ihnen helfen können, diese Fragen für Ihre Gemeinde zu beantworten, finden sich in der Heiligen Schrift, doch die Antworten selbst sind dort nicht zu finden. Dies ist wahrscheinlich von Gott bewusst so gewollt, da die Antworten je nach Gemeinde variieren und Gott möchte, dass wir bei der Entscheidung unser gottgefälliges Urteilsvermögen einsetzen.

F: Haben die Apostel in Apostelgeschichte 11,3 dem Gebot Jesu in Matthäus 28,19 und Apostelgeschichte 1,8 gehorcht, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu verkünden?

A: Die Apostel waren nicht sündlos, und es scheint nicht so, als hätten sie diesem Gebot aktiv Folge geleistet. Der Grund dafür könnte ihre Vorbehalte gegenüber dem Umgang mit Nichtjuden gewesen sein. Leider lassen sich auch Christen heute manchmal von ihren Vorbehalten davon abhalten, Gott voll und ganz zu gehorchen. Lesen Sie die Erörterung zu Apostelgeschichte 8,1, um zu erfahren, wie Gott offenbar mit dieser Situation umgegangen ist.

F: War Cornelius in Apostelgeschichte 11,14 bereits gerettet, bevor er nach Petrus sandte?

A: Diese Stelle zeigt, dass dies nicht der Fall war. Durch Gottes Gnade suchte Cornelius jedoch Gott und ließ Petrus holen.

F: Welche zwei Auswirkungen hätte dies gemäß Apostelgeschichte 11,18: erstens auf andere Heiden und zweitens auf Juden?

A: Für die Heiden wäre dies ein Beweis dafür, dass sie in Gottes Gemeinde ebenso willkommen waren wie die Juden. Andererseits könnten sich die heidnischen religiösen Führer stärker bedroht fühlen, als wenn sie davon ausgingen, dass die Menschen erst Juden werden müssten, bevor sie Christen werden könnten.

Für die Juden führte dies zu einer stärkeren Spaltung zwischen jüdischen Christen und nichtchristlichen Juden.

F: Wie, glauben Sie, würde sich in Apostelgeschichte 11,18 ein ehemaliger Heide fühlen, der zum Judentum konvertiert war, nur um zum Christentum überzutreten?

A: Ein erwachsener Mann würde etwa eine Woche brauchen, um sich von der Beschneidung zu erholen. Warum hat ihm niemand gesagt: „Das war nur ein Scherz!“? Der Gläubige könnte sich „betrogen“ fühlen. Hier wurde ihm von Gläubigen gesagt, er müsse zuerst Jude werden, und doch würden all diese Menschen aufgenommen, ohne zuvor Juden geworden zu sein. Hat er dies wirklich für Gott getan, da Gott offenbar von niemand anderem verlangte, dies zu tun?

Doch Gott schaut auf unsere Absichten und unser Herz, nicht nur auf die Taten. Dinge, die unnötigerweise getan wurden, weil ein christlicher Leiter schlechten Rat gegeben hat, wären dennoch für Gott getan worden.

F: Warum predigten sie in Apostelgeschichte 11,19 ausschließlich vor Juden?

A: Zu jener Zeit herrschte Uneinigkeit darüber, ob ein Heide Christ werden könne, ohne zuvor Jude zu werden. Selbst nachdem diese Uneinigkeit auf dem Konzil von Jerusalem in Apostelgeschichte 15 beigelegt worden war, pflegte Paulus weiterhin, das Evangelium zuerst den Juden und erst danach den Heiden zu verkünden. Lesen Sie dazu beispielsweise Apostelgeschichte 18,6.

F: Was ist in Apostelgeschichte 11,20 das Besondere an Antiochia?

A: Antiochia war keine besonders alte Stadt; sie wurde um 300 v. Chr. von Seleukos Nikator I. gegründet, dessen Vater und Sohn beide den Namen Antiochos trugen. Sie lag etwa 300 Meilen nordnordöstlich von Jerusalem. Dennoch war Antiochia mit etwa 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Römischen Reich. Nur Rom und Alexandria waren größer. Sie wurde auch Antiochia am Orontes genannt, um sie von fünfzehn anderen von Seleukos gegründeten Städten mit dem Namen Antiochia zu unterscheiden. Dort lebten Römer, Griechen, Syrer und Perser, und schätzungsweise ein Siebtel der Bevölkerung war jüdisch. Später jedoch, zur Zeit des Caligula (37–41 n. Chr.), wurden viele Juden getötet. Antiochia wurde 540 n. Chr. von den Persern geplündert und erholte sich danach nie wirklich wieder.

F: Was tat Paulus in Apostelgeschichte 11,25–26 in seiner Heimatstadt Tarsus?

A: Die Heilige Schrift gibt für diese vielleicht sieben oder acht Jahre keine direkten Angaben. Paulus erwähnt jedoch in 2. Korinther 11,24, dass er von den Synagogenvorstehern fünf Peitschenhiebe erhielt, sowie weitere körperliche Verfolgungen in 2. Korinther 11,23–27; es ist jedoch nicht überliefert, wann diese stattfanden. Möglicherweise ereigneten sich einige oder alle davon, während Paulus in Tarsus predigte.

Wie Apostelgeschichte 11,20–21 zeigt, war Paulus für die Verbreitung des Evangeliums nicht unverzichtbar. In Kyrene (im Nordosten Libyens) und auf Zypern (wo Barnabas herkam) gab es eine große Zahl von Gläubigen, und sie waren an einem großen Werk des Herrn in Antiochia beteiligt. Wir kennen den Namen keines einzigen dieser „einfachen“ Christen, und offenbar sah Gott keine Notwendigkeit darin, dass wir sie kennen oder dass sie berühmt werden.

Dies war nun bereits das zweite Mal, dass Barnabas dazu beigetragen hatte, den Dienst des Paulus zu erleichtern. Welche Gelegenheiten nutzen Sie, um den Dienst anderer zu fördern und zu ermöglichen?

F: Welche Bedeutung hat es, dass der Begriff „Christen“ in Apostelgeschichte 11,26 erstmals in Antiochia verwendet wurde?

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

Spott: Andere Menschen haben sie vielleicht zunächst als eine Form des Spottes „Christen“ genannt. Zu jener Zeit gab es Menschen, die sich sehr der Verehrung des Kaisers verschrieben hatten und als „Caesareaner“ bezeichnet wurden. In 1. Petrus 4,14 heißt es, dass Sie gesegnet sind, wenn Sie um des Namens Christi willen geschmäht werden. In 1. Petrus 4,16 wird das Leiden als „Christ“ erwähnt.

Ehre: Die Gläubigen nahmen den Begriff „Christ“ als Ehrenzeichen an. Christus ist der einzige Name, unter dem Menschen gerettet werden können.

„Christ“ war für die frühen Nachfolger Christi ein kostbarer Name. Es war der Name, den wir laut 42 frühchristlichen Schriftstellern vor dem Jahr 325 n. Chr. für uns selbst verwenden sollten. Zitate aus den jeweiligen Werken finden Sie unter.

F: Welche Hinweise gibt es in Apostelgeschichte 11,28, Apostelgeschichte 14,17 und 2. Korinther 8–9 auf eine weltweite Hungersnot zur Zeit des Claudius (41–54 n. Chr.)?

A: Unter Christen gibt es zwei Ansichten.

Lokale Hungersnot

1. Das griechische Wort für „Welt“ bzw. „Land“ lautet hier „oikoumene“. Es bezeichnet nicht zwangsläufig den gesamten Planeten oder die gesamte Welt, wie es das griechische Wort „kosmos“ tut. Vielmehr betraf die Hungersnot Judäa.

2. Josephus erwähnt in „Jüdische Altertümer“ 20,5,2 (ca. 93–94 n. Chr.) eine Hungersnot in Judäa in den Jahren 44/46–47/48 n. Chr.

3. Als weiteren Beleg sammelte Paulus in 1. Korinther 16,2–3 und 2. Korinther 8,1–4, 13–15, 18–21 eine Spende von den Gemeinden in Griechenland (wo vermutlich keine Hungersnot herrschte), um sie nach Palästina zu schicken.

4. Als weitere Bestätigung schickten Helena und später ihr Sohn Izates, nachdem sie zum Judentum konvertiert waren, laut Josephus’ „Jüdische Altertümer“, Buch 20, Kap. 51–52 [ii.5], um das Jahr 46 n. Chr. herum Weizen aus Ägypten und Feigen aus Zypern nach Judäa, um dort bei der Hungersnot zu helfen.

Hungersnot im gesamten Römischen Reich

Der hier verwendete griechische Ausdruck wurde von den Römern üblicherweise verwendet, um die gesamte römische Welt zu bezeichnen. Es gab keine einzelne Hungersnot, die das gesamte Römische Reich gleichzeitig betraf. Allerdings heißt es im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 9, S. 403–404, dass die Historiker Suetonius („Leben des Claudius“ 18:2), Tacitus („Annalen“ 12:43), Dio Cassius (Geschichte Roms 60:11) und Orosius (Geschichte 7.6.17) mehrere Hungersnöte im Römischen Reich während der Regierungszeit von Claudius erwähnen. Es gibt keinen anderen Zeitraum in der römischen Geschichte, in dem so häufig von Hungersnöten die Rede ist.

F: Warum segnet Gott uns in Apostelgeschichte 12 finanziell nicht so sehr, wie wir es verkraften könnten?

A: Zunächst einmal zeigt Sprüche 30,8–9, dass ein Mensch über das hinaus gesegnet werden könnte, was er verkraften kann. Er könnte so sehr gesegnet sein, dass er Gott vergisst. Aber abgesehen davon könnten viele Gläubige mehr finanziellen Segen annehmen, als ihnen zuteil geworden ist. Für Gott ist unser Glaube jedoch kostbarer als Gold (1. Petrus 1,7), und Gott nutzt Schwierigkeiten, um unseren Glauben zu stärken und zu vertiefen. Es heißt, wenn ein neuer Schmetterling aus seinem Kokon schlüpft und man ihm dabei hilft, den Kokon zu verlassen, wird er niemals fliegen können. Er muss diesen Kampf durchstehen, sich anstrengen, um sich aus dem Kokon zu befreien, und seine Muskeln stärken, um fliegen zu können.

Offensichtlich besteht Gottes Plan für uns nicht in erster Linie in materiellen Segnungen. Anstatt zu hoffen, dass Gott unseren Prioritäten folgt, sollten wir unsere Prioritäten aufgeben und stattdessen Gottes Prioritäten zu unseren eigenen machen. Gott ist möglicherweise nicht allzu daran interessiert, uns allein zu dem Zweck zu segnen, dass wir mit mehr materiellem Reichtum komfortabler leben. Vielmehr könnte Gott manche Menschen reichlich segnen, damit sie anderen helfen können.

F: Wer war dieser Herodes in Apostelgeschichte 12,1–2, und warum wollte er Jakobus und Petrus töten?

A: Es handelte sich weder um Herodes den Großen noch um Herodes Antipas, sondern um einen anderen Herodes, nämlich Herodes Agrippa I., der ab 41 n. Chr. regierte und 44 n. Chr. starb. Er wurde um 10 v. Chr. als Sohn von Aristobulos IV. und Bernice geboren. Er war der Enkel von Herodes dem Großen, der zur Zeit der Geburt Jesu regierte. Agrippa II. in Apostelgeschichte 25,13–22 ist eine andere Person.

Als Dreijähriger wurde Herodes Agrippa I. nach Rom gebracht, nachdem Herodes der Große seinen Vater, Aristobulos IV., im Jahr 7 v. Chr. erwürgen ließ. Er stand der königlichen Familie nahe. Im Jahr 23 n. Chr. floh er nach Idumäa (Edom), um seinen Gläubigern zu entkommen. Später erhielt er von seinem Onkel Herodes Antipas eine Rente, obwohl er sich schließlich mit ihm zerstritt. Im Jahr 36 n. Chr. kehrte Agrippa I. nach Rom zurück, verärgerte Kaiser Tiberius und wurde inhaftiert. Als Tiberius im Jahr 37 n. Chr. starb, ließ ihn der neue Kaiser, Caligula, frei. Als Herodes Antipas im Jahr 39 n. Chr. verbannt wurde, erhielt Agrippa I. dessen Ländereien. Agrippa I. und seine Frau achteten sorgfältig darauf, das jüdische Gesetz zu befolgen, wahrscheinlich um die Gunst der Juden zu gewinnen, was ihm auch gelang – zumindest so lange, bis er zuließ, dass man ihn als Gott verehrte. Als Claudius, ein persönlicher Freund von Agrippa I., im Jahr 41 n. Chr. Kaiser wurde, übertrug Claudius Agrippa I. die Herrschaft über Judäa und Samaria, bis dieser im Jahr 44 n. Chr. an den Folgen einer Infektion mit Darmparasiten starb. Wir wissen nicht mit Sicherheit, um welches Fest es sich dabei handelte. Es könnte sich entweder um ein besonderes Fest handeln, das Agrippa I. zu Ehren von Claudius’ Geburtstag am 5. August ins Leben gerufen hatte, oder um das alle fünf Jahre stattfindende Fest zur Gründung von Cäsarea, das etwa am 5. März stattfand, oder es könnte das jährliche Laubhüttenfest gewesen sein.

Spulwürmer können eine Länge von 10 bis 16 Zoll erreichen und Darmverschluss, heftiges Erbrechen, starke Schmerzen sowie den Tod verursachen. Josephus’ Bericht weicht etwas von dem des Lukas ab, besagt jedoch, dass er nach fünf Tagen voller Qualen starb. Der Mann, der den Apostel Jakobus hinrichtete und versuchte, Petrus hinzurichten, starb nicht ohne Weiteres, sondern wurde zur Beute der Würmer.

Herodes Agrippa I. war im Gegensatz zu Herodes dem Großen nicht dafür bekannt, besonders blutrünstig zu sein, abgesehen davon, dass er blutige Gladiatorenspiele schätzte. Herodes Agrippa I. wollte Jakobus, Petrus und wahrscheinlich auch andere töten, um an Popularität zu gewinnen. Er war offenbar sehr darauf bedacht, die Unterstützung seiner jüdischen Untertanen zu sichern, damit diese sich nicht bei Rom über ihn beschwerten. Agrippa I. überzeugte Caligula davon, im Jahr 40 n. Chr. keine Statue von sich selbst im Tempel aufstellen zu lassen.

Die Juden schätzten Herodes’ Gunst gegenüber ihnen während des Passahfestes möglicherweise nicht wirklich, und es war ohnehin wahrscheinlich nicht angebracht, während des Passahfestes Hinrichtungen durchzuführen; daher wollte Herodes wohl bis zum Ende der Woche warten, um Petrus hinrichten zu lassen.

Im Jahr 40 n. Chr. wollte Kaiser Caligula in Jerusalem eine Statue von sich selbst errichten lassen, doch Herodes redete ihm dies aus.

Weitere Informationen finden Sie in Josephus’ „Jüdische Altertümer“, Bücher 18 und 19.

F: Wie konnte Petrus in Apostelgeschichte 12,6 in der Nacht vor seiner Hinrichtung so tief schlafen?

A: Menschen mit Schlafstörungen würden sich sicherlich wünschen, sie hätten das, was Petrus hatte! Petrus vertraute darauf, dass Gott ihn beschützte und dass die Worte Jesu nicht versagen würden. Aus Johannes 21,18–19 wusste Petrus mit Sicherheit, dass er nicht sterben würde, bevor er alt geworden war. Stellen Sie sich vor, Sie wüssten, dass niemand und nichts Sie töten könnte, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Gott es zulässt. Dennoch schlief Petrus tief und fest, obwohl er wusste, dass der Apostel Jakobus kurz zuvor enthauptet worden war.

Petrus befand sich wahrscheinlich in der sicheren Festung Antonia im Norden Jerusalems. Normalerweise wurde ein Gefangener höchstens an einen Wächter gekettet. Petrus jedoch war an zwei Wächter gekettet. In Apostelgeschichte 12,4 wurde er von vier Trupps mit jeweils vier Soldaten bewacht. Vielleicht hatte jeder Trupp eine sechsstündige Schicht. Warum sollten sie so viele Sicherheitsvorkehrungen für nur einen unbewaffneten Mann treffen? Denken Sie daran, dass es für die Behörden bereits das zweite Mal war, dass sie es mit Petrus zu tun hatten. Ein Engel hatte Petrus in Apostelgeschichte 5,18–21 zur Flucht verholfen.

Wir haben zwar keine Gewissheit darüber, wie lange wir auf dieser Erde leben werden, aber wir haben die Verheißung, dass Gott über uns wachen wird und dass wir für immer im Himmel leben werden. Schlafen Sie also gut.

F: Warum glaubten sie in Apostelgeschichte 12,15, dass „Petrus’ Engel“ an der Tür erschienen sei?

A: Es gibt zwei Ansichten.

1. Die einfachste Sichtweise ist, dass sie dachten, Petrus sei getötet worden, und es handele sich um seinen Geist.

2. Allerdings hätten sie statt „seinen Engel“ auch andere Begriffe wie „seinen Geist“ oder „seinen Gespenst“ verwenden können. Möglicherweise glaubten sie, da Menschen Schutzengel haben, sei es sein Schutzengel gewesen, der wie Petrus aussah.

Unabhängig davon waren dies die Überzeugungen der jungen Christen in jenem Haus. Die Bibel zeigt, dass sie sich in diesem Fall irrten, denn es war Petrus selbst, der erschien.

Frage: Was ist in Apostelgeschichte 12,23 der außerbiblische Beweis dafür, dass Herodes plötzlich an Würmern starb?

A: Der jüdische Schriftsteller Josephus berichtet in „Jüdische Altertümer“ 19.8.2. (ca. 93–94 n. Chr.) Folgendes:

„Als Agrippa drei volle Jahre über ganz Judäa geherrscht hatte, begab er sich in die Stadt
Cäsarea, die früher Stratos-Turm hieß. Dort veranstaltete er zu Ehren Cäsars Festspiele und führte diese als Fest zum Wohle des Kaisers ein. Und es versammelte sich dort eine große Schar von Provinzbeamten und von jenen, die in eine angesehene Position befördert worden waren. Am zweiten Tag der Festspiele legte er ein Gewand an, das gänzlich aus Silber gefertigt und von wahrhaft wundervoller Webart war, und erschien bei Tagesanbruch im Theater. Da strahlte das Silber, als die ersten Sonnenstrahlen darauf fielen, und funkelte auf wundersame Weise, wobei sein Glanz bei denjenigen, die es betrachteten, eine Art Furcht und Zittern hervorrief. Sofort riefen seine Schmeichler von verschiedenen Seiten mit Worten, die in Wahrheit nicht zu seinem Besten waren, sprachen ihn als Gott an und riefen ihn mit dem Ausruf an: „Seid gnädig! „Wenn wir Euch bisher als Menschen verehrt haben, so bekennen wir Euch fortan als der sterblichen Natur überlegen.“

Der König wies sie nicht zurecht, noch wies er ihre gottlose Schmeichelei zurück. Doch als er kurz darauf aufblickte, sah er die Eule auf einem Seil über seinem Kopf sitzen und erkannte sie sogleich als Boten des Bösen, so wie sie früher ein Bote des Guten gewesen war, und ein Stich des Kummers durchbohrte sein Herz. Zudem stellte sich ein heftiger Schmerz in seinem Bauch ein, der mit einem heftigen Anfall begann … So wurde er eilig in den Palast getragen, und die Nachricht verbreitete sich rasch unter allen, dass er sicherlich bald sterben würde … Und nachdem er fünf Tage lang ununterbrochen unter den Bauchschmerzen gelitten hatte, schied er im vierundfünfzigsten Jahr seines Lebens und im siebten Jahr seiner Herrschaft aus dem Leben.“

Nebenbei bemerkt: Dies ist nichts, was gehorsamen Juden, die niemals unreine Tiere aßen, häufig widerfahren würde.

Obwohl Josephus und die Apostelgeschichte Ähnlichkeiten aufweisen, sind die Unterschiede groß genug, um zu zeigen, dass Lukas nicht einfach von Josephus kopiert haben kann oder umgekehrt. Es handelte sich wahrscheinlich um Darmspulwürmer, die bis zu 16 Zoll lang werden können.

F: In Apostelgeschichte 12,2.7 waren Jakobus, Johannes und Petrus drei der engsten Jünger Jesu. Warum hatten die drei Ihrer Meinung nach so unterschiedliche Todesarten?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keine Auskunft und sagt auch nicht, dass einer von ihnen „es mehr verdient“ hätte oder dass es einen anderen Grund gäbe. Doch dies ist vergleichbar mit den Christen von heute. Manche Christen leben lange und sterben einen friedlichen Tod. Bei manchen scheint es (zumindest aus unserer sehr begrenzten Sicht), als sei ihr Leben durch einen Unfall oder eine Krankheit vorzeitig beendet worden. Manche sterben ruhmreich als Märtyrer, ohne Gewalt anzuwenden, während ihnen Gewalt angetan wurde, während sie dem Herrn dienten. Letztendlich zeigt uns dies, dass Gott mit jedem von uns auf unterschiedliche Weise umgeht.

Doch wer war Ihrer Meinung nach der „Glücklichste“? Jakobus, der schnell den Märtyrertod erlitt und so viele Versuchungen übersprang? Petrus, der viel später, um 63 n. Chr., als Märtyrer starb, indem er in Rom kopfüber gekreuzigt wurde? Oder Johannes, der am längsten dienen durfte, aber nicht als Märtyrer starb? Man kann die Qualität eines Menschenlebens nicht anhand seiner Dauer beurteilen. Tatsächlich müssen Sie die Qualität des Lebens eines anderen Menschen aber gar nicht beurteilen; das wird Gott tun, nicht Sie.

F: Warum rettet Gott in Apostelgeschichte 12,2.7 manche Menschen – manche sogar auf wundersame Weise – und andere nicht?

A: Paulus beantwortet dies in Philipper 1,22–25. Gott hätte Paulus sofort zu sich holen können, doch Paulus glaubte, dass Gott wollte, dass er noch eine Weile hierbleibe, um das Werk zu vollbringen, das er hier zu tun hatte. In einem „Calvin und Hobbes“-Comic sagt Calvin: „Gott hat mich auf die Erde gebracht, um bestimmte Dinge zu vollbringen, und so wie es derzeit läuft, werde ich ewig leben!“ Calvins Theologie ist vielleicht nicht immer die beste. Dennoch könnte Gott uns schon jetzt in den Himmel holen, doch Er zögert es hinaus und gibt uns so die Gelegenheit, Ihm auf Erden zu dienen und Ihn zu verherrlichen. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen gegeben wurden, in vollem Umfang.

F: Was ist an Apostelgeschichte 12,13–16 eigentlich so peinlich?

A: Die Peinlichkeit betrifft weniger Rhoda (griechisch für „Rose“), die vor lauter Erstaunen vergaß, die Tür zu öffnen. Vielmehr tadelten die Christen im Haus, die in Apostelgeschichte 12,5 für Petrus beteten, Rhoda dafür, dass sie ihnen im Grunde genommen mitteilte, Gott habe ihr Gebet erhört. Merke: Wenn Sie für etwas beten, glauben Sie daran, dass es geschehen wird! Wie es im „Evangelical Commentary on the Bible“ auf Seite 902 heißt, war dies wahrscheinlich das einzige Mal, bei dem es einfacher war, aus dem Gefängnis zu entkommen, als an einem Gebetstreffen teilzunehmen!

F: Könnte es sich in Apostelgeschichte 12,17 bei dem „anderen Ort“ um Rom gehandelt haben, und könnte Petrus dort 25 Jahre lang geblieben sein, wie einige römisch-katholische Theologen vermuten?

A: Nein, es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich bei dem Ort eher um Rom als um China handelte. Allerdings befand sich Petrus in Apostelgeschichte 15,7 – nur wenige Jahre später – in Jerusalem oder war zumindest dorthin zurückgekehrt. Danach hielt sich Petrus laut Galater 2,11 in Antiochia in Syrien auf und reiste laut Paulus in 1. Korinther 1,12 und 9,5 umher.

F: Warum sollten die Wachen in Apostelgeschichte 12,18–19 besorgt sein?

A: Nach römischem Recht, wie beispielsweise im Codex Justinianus 9.4.4., muss ein Wächter, der einem Gefangenen die Flucht ermöglicht, dieselbe Strafe verbüßen, die der Gefangene verbüßt hätte. Im griechischen Text der Apostelgeschichte heißt es lediglich, dass die Wachen „abgeführt werden sollten“, was wahrscheinlich bedeutet, dass sie hingerichtet worden wären.

F: Ist der Johannes Markus in Apostelgeschichte 12,25 und 15,37 derselbe, der das Markusevangelium verfasst hat?

A: Ja.

F: Was waren in Apostelgeschichte 13,1 diese Ämter, und was bedeutete hier die Handauflegung?

A: Es ist interessant, dass es in der Gemeinde in Antiochia zwei verschiedene Ämter gab: Propheten und Lehrer. Die Propheten waren Simeon, Lucius und Manaen. Es handelte sich hierbei nicht um eine Ordination, da sowohl Barnabas als auch Saulus im Gemeindedienst tätig waren. Manaen und Herodes Antipas (der Tetrarchen, der Jesus vor Gericht stellte) waren beide im Haushalt von Herodes dem Großen aufgewachsen. Manaen wurde ein Anhänger, während Herodes, der Tetrarchen, sich dem Christentum widersetzte und Johannes den Täufer enthaupten ließ.

F: Stammte Simon/Simeon Niger in Apostelgeschichte 13,1 aus dem afrikanischen Land Niger?

A: Nein. Das Land existierte damals noch nicht, und „Niger“ ist lediglich das lateinische Wort für „schwarz“. Er könnte schwarz gewesen sein. Wie Ihnen jedoch Herr White oder Frau Green bestätigen können, weisen Nachnamen nicht unbedingt auf die Hautfarbe hin. Die NIV-Studienbibel besagt jedoch, dass dieser Nachname auf seine dunkle Hautfarbe hindeuten könnte.

Es spielt keine Rolle, denn wie es im „Believer’s Bible Commentary“ auf Seite 1619 treffend heißt: „Ein neuer Maßstab wurde geschaffen: Es kommt nicht darauf an, wer Sie sind, sondern wem Sie gehören.“

F: Könnte Lucius von Kyrene in Apostelgeschichte 13,1 mit Lukas, dem Verfasser des Lukas-Evangeliums und der Apostelgeschichte, identisch sein?

A: Höchstwahrscheinlich nicht. Zwar ist Lukas eine Kurzform von Lucius (ebenso wie Lucanus), doch deutet nichts darauf hin, dass Lucius und Lukas ein und dieselbe Person waren.

F: Was ist in Apostelgeschichte 13,1–15 der Unterschied zwischen der Evangelisation „nebenbei“ und dem gezielten Ausgehen, um zu evangelisieren?

A: Es ist gut, auf „unbeabsichtigte Evangelisation“ vorbereitet zu sein und diese zu praktizieren. Sie hatten ursprünglich nicht vor, das Evangelium weiterzugeben, aber die Gelegenheit ergab sich, und Sie konnten davon erzählen. Doch gezielte Evangelisation ist ebenso gut, wenn Sie planen und mit jemandem darüber sprechen. Nur unbeabsichtigte Evangelisation zu betreiben, ist kein Ersatz für gezielte Evangelisation – und umgekehrt. Wann haben Sie das letzte Mal unbeabsichtigt evangelisiert? Wann haben Sie das letzte Mal gezielt evangelisiert?

Apostelgeschichte 13,1–15 markiert den Beginn der gezielten Evangelisation, bei der strategisch Orte aufgesucht wurden, an denen das Evangelium zuvor noch nicht verkündet worden war. Zunächst begaben sie sich nach Zypern, wo Barnabas herkam (Apostelgeschichte 4,36). In Apostelgeschichte 13,5 heißt es nicht, dass sie die Botschaft in „einer Synagoge“ verkündeten, sondern in „Synagogen“ im Plural; daher muss es auf Zypern eine große jüdische Bevölkerung gegeben haben. Paulus stammte aus Tarsus, und auch dort würden sie vorbeikommen. Danach jedoch würden sie sich an „unbekannte Orte“ begeben.

Es ist gut für uns, das Evangelium „unbeabsichtigt“ weiterzugeben, aber auch gezielt an Orte zu gehen, die uns vertraut sind, und das Evangelium denen zu verkünden, die es hören müssen. Dann ist es gut, auch an „unbekannte Orte“ zu gehen, um zu sehen, wie Gott uns dort zum Weitergeben des Evangeliums gebrauchen wird.

F: Warum wurde der Zauberer in Apostelgeschichte 13,6 „Bar-Jesus“ genannt?

A: Bar-Jesus bedeutet „Sohn des Jesus“. Vielleicht hieß sein Vater Jesus/Josua. Allegorisch gesehen lässt sich sagen, dass Sekten heutzutage versuchen, „Söhne des Jesus“ zu sein. Sie behaupten, mit dem Christentum vereinbar zu sein, und sie behaupten zudem, „neue und verbesserte“ Versionen dessen zu sein, was Jesus lehrte.

Während die Missionstätigkeit in Samaria auf Simon den Magier traf, stieß die Missionstätigkeit jenseits Palästinas auf Elymas (Bar-Jesus). Lukas verfasste diesen Abschnitt so, dass der Leser die Parallelen erkennen konnte.

Frage: Warum sollte ein scheinbar besonnener Prokonsul in Apostelgeschichte 13,6 einen Zauberer an seinem Hof beschäftigen?

A: In der römischen Gesellschaft wurden Magier nicht nur von Regierungsbeamten beschäftigt, sondern auch von vielen anderen, „wie römische Schriftsteller von Horaz bis Livius bezeugen“. So heißt es in „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 286. Dort wird zudem angemerkt, dass Skepsis und Leichtgläubigkeit bei ein und derselben Person häufig Hand in Hand gehen können. Das gilt auch heute noch.

F: Welche außerbiblischen Belege gibt es in Apostelgeschichte 13,6–13 für Sergius Paulus?

A: Es gibt zwei Quellen.

1. Eine Inschrift in Soli (heute Karavastasi) an der Nordküste Zyperns erwähnt den Prokonsul Paulos. (Inscriptiones Graecae ad res Romanas pertinentes, 3:930). Eine Inschrift im pisidischen Antiochia von L. Sergius Paullus, einem Propraetor von Galatien in den Jahren 72–74 n. Chr., bezog sich wahrscheinlich auf dessen Sohn.

2. Der frühchristliche Schriftsteller Tertullian (198–220 n. Chr.) erwähnt in seinem Werk „Über den Götzendienst“, Kapitel 9, S. 66, dass der Zauberer, der Sergius Paulus diente, sein Augenlicht verlor.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Lucius Sergius Paulus, der unter Kaiser Claudius „Kurator des Tiber“ war (Corpus Inscriptionum Latinarum 6.4.2, Nr. 31545). Möglicherweise wurde er nach Ablauf seiner Amtszeit als Prokonsul nach Zypern entsandt.

Nebenbei sei erwähnt, dass Sergius Paulus eine Tochter namens Sergia Paulla hatte, die Christin war, und dass ihr Sohn Gaius Caristanius Fronto, der römischer Senator wurde, ebenfalls Christ war.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass in einigen Handschriften anstelle von „bar Jesus“ die Bezeichnungen „Etymas“ oder „Hetiomos“ für Elymas (Zauberer / Weiser / der Gelehrte) stehen. Josephus berichtet von einem jüdischen Zauberer auf Zypern namens Atomos, der von Felix beauftragt wurde, Azizus’ Frau Drusilla davon zu überzeugen, ihren Ehemann bzw. Verlobten zu verlassen und Felix zu heiraten – neben seinen drei anderen Ehefrauen.

F: Was war in Apostelgeschichte 13,7 der Unterschied zwischen einem Prokurator und einem Prokonsul?

A: Die meisten Provinzen unterstanden dem Kaiser, einige wenige jedoch, darunter Zypern, unterstanden dem Senat. Zur Verwaltung der Provinzen wurden vom römischen Kaiser Prokuratoren ernannt, während der römische Senat Prokonsuln ernannte.

Dies stellte früher ein großes Problem bei der Auslegung der Bibel dar. Wäre Zypern eine kaiserliche Provinz gewesen, hätte Lukas fälschlicherweise das Wort „Prokonsul“ verwendet; es hätte den Anschein gemacht, als hätte er das Wort „Prokurator“ verwenden müssen. Es wurde jedoch entdeckt, dass der Kaiser und der Senat einen „Tausch“ vorgenommen hatten und Zypern zu dieser Zeit dem Senat unterstand, sodass Lukas tatsächlich das richtige Wort verwendete. Man hätte von diesem Austausch möglicherweise nichts gewusst, wenn man nicht zu dieser Zeit oder kurz davor gelebt hätte. Außerdem wurde eine Inschrift des „Prokonsuls“ Paulus gefunden.

F: Hat Saulus von Tarsus in Apostelgeschichte 13,7–9 seinen neuen römischen Namen möglicherweise von Sergius Paulus, dem Prokonsul von Paphos, übernommen?

A: Dies ist das erste Mal, dass der Name „Paulus“ für Saulus von Tarsus verwendet wurde, und so wird in den „Ante-Nicene Fathers“, Band 5, S. 562, vermutet, dass dies der Fall gewesen sein könnte. Es gibt jedoch keine weiteren Belege für diese Spekulation. „Paulus“ bedeutet auf Lateinisch „klein“.

F: Warum hat Saulus in Apostelgeschichte 13,9–11 Elymas so scharf zurechtgewiesen?

A: Es gibt Zeiten und Orte für scharfe Zurechtweisungen, und dies war ein solcher Fall. Elymas hatte sich nicht nur bewusst dafür entschieden, die Wahrheit selbst abzulehnen, sondern er versuchte auch aktiv, andere von der Wahrheit abzubringen. In 1. Thessalonicher 2,16 spricht Paulus von denen, die sich aktiv gegen Gottes Botschaft stellten. Auch Paulus war einst blind gewesen, sowohl geistlich als auch körperlich; daher wusste er, wie sich das anfühlte. Vielleicht dachte Paulus, dies sei die einzige Hoffnung für Elymas.

In 2. Petrus 2,20–21 spricht Petrus von einigen Menschen, für die es besser gewesen wäre, die Wahrheit nicht zu kennen, als sie zu kennen und sie abzulehnen. Heute sollten wir zwischen vier Arten von Menschen unterscheiden.

1. Manche sind wahrscheinlich bereit, die Wahrheit kennenlernen und ihr folgen zu wollen. Sie sollten unterwiesen werden.

2. Manche, wie in 2. Petrus 2,20–21 beschrieben, werden die Wahrheit, die man ihnen vermittelt, ablehnen. Ihnen mehr zu geben, kann so sein, als würde man Perlen vor die Säue werfen. Eine Frage, die ich den Menschen in Rev. Moons Vereinigungskirche gerne stelle, lautet: „Wenn Sie irgendwie mit Sicherheit erfahren würden, dass Rev. Moon nicht von Gott stammt, was würden Sie tun? Würden Sie ihm trotzdem folgen, oder würden Sie nach der Wahrheit suchen, wie auch immer diese aussehen mag?“ Ich habe diese Frage einer Reihe von Menschen gestellt und nur ein einziges Mal die Antwort erhalten, „dass sie der Wahrheit folgen würden“.

3. Manche, wie Elymas, lehnen die Wahrheit nicht nur ab, sondern versuchen auch, andere davon abzubringen. Dass Elymas erblindet wurde, war ein weiterer Beweis für die Wahrhaftigkeit der Worte Gottes. Dies geschah weniger, um Elymas zu helfen, als vielmehr, um Sergius Paulus und anderen die Wahrheit zu bestätigen.

4. Neu kennengelernt: Wir wissen nicht, zu welcher Kategorie sie gehören.

F: Welche Art von Nebel fiel in Apostelgeschichte 13,11 auf Elymas?

A: Das bedeutet nicht, dass Wasser auf Elymas herabregnete, sondern vielmehr, dass sich sein Blick trübte, als befände er sich in einem Nebel.

F: Warum, glauben Sie, verließ Johannes (auch bekannt als Johannes Markus) sie in Apostelgeschichte 13,13 so plötzlich, um nach Jerusalem zurückzukehren?

A: Auch wenn die Heilige Schrift keinen Grund dafür nennt, warum Johannes Markus sie verlassen hat, können wir über einige mögliche Gründe spekulieren, warum Gläubige heute manchmal ihre Arbeit mit anderen Gläubigen aufgeben.

Das war nicht genau das, wozu sich Johannes Markus verpflichtet hatte.

Barnabas war ursprünglich der Anführer, und nun war es Paulus.

Zunächst predigten sie vor allem vor Juden, nun vor Heiden.

Der Weg über das Taurusgebirge war gefährlich.

In der Stadt Perga grassierte Malaria, und vielleicht hatte sich Paulus dort mit Malaria angesteckt. In Galater 4,13 ist die Rede von einer Krankheit des Paulus.

Markus’ Mutter war möglicherweise Witwe (Apostelgeschichte 12,12). Vielleicht hatte Markus Heimweh.

Frage: In welcher Provinz lag „Antiochia in Pisidien“ gemäß Apostelgeschichte 13,14? (eine Fangfrage)

A: Sie lag eigentlich nicht in Pisidien, sondern direkt neben Pisidien in Phrygien. Historisch wurde sie „Antiochia in Pisidien“ genannt, um sie von der anderen Antiochia zu unterscheiden, die ebenfalls in Phrygien lag. Sie wurde 281 v. Chr. von Seleukos Nikator zu Ehren entweder seines Vaters oder seines Sohnes gegründet, die beide den Namen Antiochus trugen. Der römische Einfluss war dort sehr groß, da Kaiser Augustus im Jahr 25 v. Chr. 3.000 Veteranen der Armee und deren Familien dorthin umsiedelte.

F: Warum stand Paulus in Apostelgeschichte 13,16 und sprach, während Jesus in Lukas 4,16.20 aufstand, um aus der Schrift zu lesen, und sich hinsetzte, um zu sprechen?

A: Auch Philo, der jüdische Gelehrte aus Alexandria, berichtet, dass Redner standen, wenn sie sich an die Gemeinde wandten. Offenbar stand man zumindest in Palästina beim Vorlesen der Heiligen Schrift und setzte sich, um diese zu erläutern. Auf diese Weise konnten die Menschen unterscheiden, welche Worte aus der Heiligen Schrift stammten und welche lediglich die Auslegung der Schrift darstellten. Wenn jedoch keine Passage erläutert wurde – zumindest außerhalb Palästinas –, stand man beim Sprechen, genau wie griechische und römische Redner.

F: Wer waren in Apostelgeschichte 13,19 die sieben Völker Kanaans, die die Israeliten besiegten?

A: Als Paulus sprach, dachte er offenbar (in alphabetischer Reihenfolge) an die Amoriter, Kanaaniter, Girgaschiter, Hethiter, Hiviter, Jebusiter und Perisiter. In Deuteronomium 7,1, Josua 3,10 und Josua 24,11 sind diese sieben in einer anderen Reihenfolge aufgeführt, sodass die Reihenfolge an sich nichts Besonderes ist.

Die Völker verschmolzen gewissermaßen miteinander, da es viele kleine Stadtstaaten gab. In 2. Mose 3,8; 3,17; 2. Mose 23,23; 5. Mose 20,17, Josua 12,8 und Richter 3,5 werden sechs Völker erwähnt, wobei in jedem dieser sechs Verse die Girgaschiter ausgelassen werden. In 2. Mose 13,5 werden nur fünf Völker genannt, wobei die Girgaschiter und die Perisiter ausgelassen werden. Auch in 1. Könige 9,20 und 2. Chronik 8,7 werden fünf Völker genannt, wobei die Girgaschiter und die Kanaaniter ausgelassen werden.

Weitere Informationen zu den Völkern, die vor den Israeliten in Kanaan lebten, finden Sie in der Erörterung zu Deuteronomium 7,1.

F: Was bedeutet in Apostelgeschichte 13,20 der Ausdruck „etwa 450 Jahre vor Josua bis Samuel“ für die Datierung des Alten Testaments?

A: Die Israeliten wurden 400 Jahre lang in Ägypten unterdrückt, sie wanderten mindestens 40 Jahre lang durch die Wüste, und Josuas Eroberungsfeldzug dauerte bis zu zehn Jahre.

Dies entspricht dem, was in 1. Könige 6,1 steht, nämlich dass Salomo den Tempel im 480. Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten erbaute. Archäologen sind sich ziemlich sicher, dass Salomos Tempel im Oktober/November 960 v. Chr. fertiggestellt wurde (Wycliffe Bible Dictionary, S. 1673). Damit würde der Auszug aus Ägypten etwa 1440 v. Chr. stattgefunden haben. Da Samuel etwa 30 Jahre vor der Fertigstellung von Salomos Tempel starb, wäre dies etwa 990 v. Chr.

Das Datum 1440 (bzw. 1447/6 v. Chr.) für den Auszug aus Ägypten ist von Bedeutung, da zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele davon ausgingen, dass der Auszug erst über hundert Jahre später stattgefunden habe. Dieses spätere Datum lässt sich jedoch nicht so gut mit den archäologischen Befunden in Einklang bringen.

F: Wie konnte David in Apostelgeschichte 13,22 ein Mann nach Gottes Herzen sein, wo er doch mit Batseba und Uria gesündigt hatte?

A: Davids Sünde war schrecklich. Die wunderbare Nachricht ist, dass David Buße tat und Gott seine Reue annahm. Natürlich gab es Züchtigung und Konsequenzen: Das Kind starb, das Schwert wich nicht von Davids Haus, und Davids geliebte Söhne Amnon und Absalom starben beide eines gewaltsamen Todes. Absalom tötete Amnon. Absalom wurde getötet, nachdem David sein Heer ausgesandt hatte, um Absaloms Aufstand niederzuschlagen.

All diese negativen Ereignisse sind dennoch gering im Vergleich zu der Tatsache, dass Gott David barmherzig vergeben hat. Gott hat David nicht nur vergeben, sondern Gott „vergibt und vergisst“. Auch wenn Gott keine „Informationen verliert“, entscheidet er sich dafür, David so zu betrachten, als wären diese Sünden nie begangen worden.

Es sollte allen klar sein, dass Christen, wenn David, Salomo, Abraham oder andere eine Sünde begangen haben, keinen Grund haben, ihrem schlechten Beispiel zu folgen. Gott ruft uns nicht dazu auf, so zu sündigen, wie sie es taten. Wenn Jesus jedoch ein Beispiel dafür gegeben hat, etwas zu tun, glaube ich daran, seinem Beispiel zu folgen.

F: Wie hat Gott in Apostelgeschichte 13,30 Jesus von den Toten auferweckt, da Jesus doch Gott ist?

A: Dies ist eine Wiederholung der Antwort zu Galater 1,1.

Selbst Menschen können gemeinsam handeln. Die drei Personen der Dreifaltigkeit haben bei diesem wunderbaren Wunder noch enger zusammengearbeitet. Hier ist, was die Heilige Schrift dazu sagt.

1. Der Vater war daran beteiligt. (1. Thessalonicher 1,10; Apostelgeschichte 3,26)

2. Jesus war an der Auferweckung seiner selbst beteiligt. (Johannes 2,19–21;10:18 )

3. Der Heilige Geist war daran beteiligt. (Römer 8,11)

4. Gott hat es getan. Apostelgeschichte (17:31 ;2:32 ;3:15 ; Hebräer13:20 )

5. Der Vater und/oder der Heilige Geist. (2. Korinther 4,14)

F: In Apostelgeschichte 13,32–33 schreibt der Skeptiker Bart Ehrman: „In diesem Text war der ‚Tag‘, an dem Jesus als Sohn Gottes gezeugt wurde, der Tag der Auferstehung.“ Anschließend fragt Ehrman, wie sich dies mit der Zeugung Jesu in Lukas 3,22 vereinbaren lässt. (Jesus, Interrupted, S. 95)

A: Es besteht allgemein Einigkeit darüber, dass beide Passagen von Lukas stammen, und Lukas sah darin sicherlich kein Problem. Es scheint, als habe Ehrman weder das Lukas-Evangelium noch die Apostelgeschichte sehr sorgfältig gelesen. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

a) Lukas 3,22 besagt nicht, dass Jesus bei seiner Taufe gezeugt wurde, und es heißt dort auch nicht, dass Jesus bei seiner Taufe zum Sohn Gottes wurde. Vielmehr sprach der Vater die Anerkennung aus: „Du bist mein Sohn“, ohne anzugeben, wann dies geschah.

b) Ebenso heißt es in Apostelgeschichte 13,32–33 nicht, dass Jesus bei seiner Auferstehung zum Sohn Gottes wurde. Dort wird Psalm 2 zitiert, ohne dass der Zeitpunkt präzisiert wird, und anschließend wird der Nachweis für die Legitimität Jesu durch seine Auferstehung erbracht.

c) Ehrman irrt also hinsichtlich des Zeitpunkts, zu dem Jesus zum Sohn Gottes wurde – doch wann genau wurde Jesus zum Sohn Gottes? Nach christlichem Verständnis war Jesus in zweierlei Hinsicht der Sohn Gottes. Erstens war er schon immer der Sohn Gottes, schon vor Anbeginn der Zeit. Zweitens war der Vater das, was einem leiblichen Vater für Jesus am nächsten kam, obwohl Jesu Körper nicht das Ergebnis einer sexuellen Beziehung war.

F: In Apostelgeschichte 13,32–37: Inwiefern ist die Verbindung von Ps 2,7 und 2 Sam 7,14 messianisch?

A: Wir können heute erkennen, dass sich diese Passagen auf den Messias beziehen, doch bereits zu jener Zeit verband auch ein in Qumran gefundener Pesher-Kommentar namens 4QFlorilegium Psalm 2,7 und 2. Samuel 7,14 als Aussagen über den Messias.

F: In Apostelgeschichte 13,41: Inwiefern ist Habakuk 1,5 messianisch?

A: Habakuk 1,5 bezieht sich gemäß der Schriftrolle 1QpHab vom Toten Meer auf den Messias.

F: Wie konnten Paulus und Barnabas in Apostelgeschichte 13,42–43 positiv aufgenommen werden, in Apostelgeschichte 13,45 jedoch abgelehnt werden?

A: Verschiedene Menschen können unterschiedliche Meinungen haben, und Meinungen können sich ändern. Sowohl die Heiden als auch – zunächst – die Juden wollten Paulus und Barnabas in Apostelgeschichte 13,42–45 zuhören. Doch nachdem sie ihnen zugehört hatten, waren einige der jüdischen Führer eine Woche später von Eifersucht erfüllt angesichts der Aufnahme, die Paulus und Barnabas von anderen Juden und Heiden erhielten, und sie stellten sich ihnen entgegen.

F: Wie konnten sich in Apostelgeschichte 13,46–47 manche als des ewigen Lebens unwürdig erachten? Sind nicht alle des ewigen Lebens unwürdig?

A: Niemand auf Erden ist gut genug, um ohne Christus in den Himmel zu kommen; doch darum geht es Paulus hier nicht. Vielmehr kritisiert Paulus diese Menschen dafür, dass sie sich bewusst dafür entscheiden, die gnädige Gabe des ewigen Lebens, die durch Jesus geschenkt wird, nicht anzuhören, geschweige denn daran zu glauben.

F: Was sagt dieser Vers in Apostelgeschichte 13,48 über die Erwählung aus?

A: Dieser Vers besagt lediglich, dass, als Paulus zu dieser bestimmten Menschenmenge sprach, alle Auserwählten (Menschen, die in den Himmel kommen würden) in der Menge zu jenem Zeitpunkt glaubten.

F: Wie konnten sie in Apostelgeschichte 13,50 Unruhe gegen Paulus und Barnabas stiften?

A: Das Judentum war zu dieser Zeit eine gesetzlich anerkannte Religion im Römischen Reich. Da die Juden den Römern jedoch vorhalten konnten, dass die Predigt des Paulus kein legitimes Judentum darstellte, konnten die Römer sie als Verkünder einer illegalen Religion ausweisen.

F: Wenn in Apostelgeschichte 13,52 steht, dass die Jünger stets von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt waren, sollten Christen heute dann auch so sein?

A: Ja. Vielleicht war es damals einfacher, da die Apostel noch unter ihnen waren und die Auferstehung Jesu erst wenige Jahre zurücklag, doch der Auftrag des Paulus in Philipper 3,1 gilt heute genauso wie zu seiner Zeit. Wir sollten die Urkirche nicht idealisieren. Auch sie hatte erhebliche Probleme, wie 1. Korinther, Galater, Kolosser und die sieben Gemeinden im Buch der Offenbarung zeigen.

F: Was können Sie gemäß Apostelgeschichte 14,2 tun, wenn Satan in einigen Ungläubigen wirkt, um die Gedanken anderer gegen die Botschaft zu vergiften?

A: Satan wirkt sowohl im geistlichen als auch im physischen Bereich; daher ist das Wichtigste, was Sie tun können, für diese Menschen zu beten und darum zu bitten, dass Gott Satan in dieser Situation bindet. Zweitens können wir dafür sorgen, dass wir als Lichter für Christus leuchten und unsere Liebe und Geduld zeigen.

In Apostelgeschichte 14,3 heißt es, dass Paulus und Barnabas „dort eine beträchtliche Zeit verbrachten“. Offenbar benötigten sie einen langen Aufenthalt, um den Lügen Satans entgegenzuwirken. Manche Kämpfe dauern lange, und wir sollten die Ausdauer haben, Satans Angriffe auf diese Menschen zu überstehen.

In Apostelgeschichte 14,3 heißt es, dass Gott Zeichen und Wunder gewährte, um die Wahrheit zu zeigen. Wir können nicht nur beten, sondern uns durch das Gebet auch auf die Kraft Gottes verlassen. Neben Ihren Worten können Sie auch durch Ihren Charakter und den Umgang mit Leid und Verfolgung Zeugnis ablegen.

F: Was ist in Apostelgeschichte 14,6 daran bedeutsam, dass sie nach Lykonien „aufbrachen“?

A: Ikonium, Lystra und Derbe lagen alle in der großen Provinz Galatien. Galatien war so groß, dass es in fünf Bezirke unterteilt war, darunter Phrygien und Lykonien. Nach den römischen Schriftstellern Cicero und Plinius’ „Naturgeschichte“ 5,25 lagen alle drei Städte in Lykonien. Der Archäologe Sir William Ramsay wies jedoch nach, dass Ikonium von 37 n. Chr. bis 72 n. Chr. – also über einen relativ kurzen Zeitraum – zu Phrygien gehörte. Diese Ereignisse fanden also nicht nur zu dieser Zeit statt, sondern dies würde auch darauf hindeuten, dass der Verfasser Lukas zu dieser Zeit gelebt haben musste, um dies zu wissen, da sie später alle in Lykaonien lagen.

F: Wie überrascht wären die Heiden in Apostelgeschichte 14,8–13 beim Anblick dieses Wunders?

A: Vielleicht nicht so überrascht, wie wir es erwarten würden. Sie glaubten, dass ihre Götter und Göttinnen Wunder vollbringen könnten, und versuchten daher, die Wunder des Paulus als eines der Wunder ihrer Götter zu deuten.

F: In Apostelgeschichte 14,11–13: Inwiefern ist dieser Angriff Satans schlimmer als andere?

A: Hätten Paulus und Barnabas einfach nichts unternommen und nicht reagiert, läge der Fokus auf den Dienern Christi und nicht auf Christus. Das hätte beinahe geschehen können, da Paulus und Barnabas nicht wussten, was die Menschen in ihrer Landessprache riefen. Der Fokus wäre darauf gelegen, die Kraft als das Werk heidnischer Götzen statt als das des wahren Gottes zu deuten. Auch heute kann es vorkommen, dass bei einem Wirken Gottes der Fokus zu sehr auf den Menschen liegt, die das Werk vollbringen, und nicht auf Gott. Dann ist es für Satan ein Leichtes, den Dienst zu „kooptieren“ oder zu missbrauchen, um seine eigenen Ziele zu verfolgen.

F: Warum dachten die Lystrer in Apostelgeschichte 14,12–14, Paulus und Barnabas seien Zeus und Hermes?

A: Ovid war ein lateinischer Dichter, der von 43 v. Chr. bis 18 n. Chr. lebte, etwa 50 Jahre vor Paulus und Barnabas. Ovid ist der einzige Schriftsteller, der dies überliefert hat: Im achten Buch seiner „Metamorphosen“ (Zeilen 626 ff.) berichtet er, dass Zeus und Hermes unerkannt nach Lystra kamen und ein älteres Ehepaar namens Philemon und Baucis besuchten. Sie nahmen die beiden in ihrem Haus auf, während niemand sonst dies tun wollte. Zeus und Hermes zerstörten die anderen Häuser, verwandelten jedoch ihr Haus in einen Tempel mit Marmorsäulen und einem goldenen Dach. Sie wurden zu Hütern des Tempels. Die Götter erfüllten ihnen den Wunsch, dass, wenn einer von ihnen sterben würde, der andere ebenfalls sterben möge. Als sie starben, wurden sie in miteinander verflochtene Bäume verwandelt. Von allen griechischen Göttern ist dies wahrscheinlich der Grund, warum die Phrygier glaubten, es könnten sich um Zeus und Hermes handeln.

Zeus und Hermes wurden Stiere und Kränze geopfert, wie aus Ovids „Metamorphosen“ 4.755, Persius’ „Satiren“ 2.44, Vergils „Aeneis“ 5.366 und Euripides’ „Herakles“ 529 hervorgeht.

Eine Inschrift in Sedasa bei Lystra (um 250 n. Chr.) belegt die Widmung einer Hermes-Statue an Zeus durch Männer mit lykaonischen Namen.

Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) führt in seiner „Ermahnung an die Heiden“, Kapitel 4, S. 186, eine Reihe weiterer Beispiele dafür an, dass Menschen als Götter oder sogar als ein bestimmter Gott bezeichnet wurden. Er berichtet, dass Ceyx, der Sohn des Äolus, von seiner Frau Alkyone Zeus genannt wurde. Ihr Ehemann nannte sie Hera. Ptolemäus IV. wurde Dionysos genannt. Alexander wollte als Sohn des ägyptischen Gottes Ammon gelten und ließ seine Statuen mit Hörnern versehen. Der Arzt Menekrates nahm den Namen Zeus an. Der Grammatiker Alexarchos wollte als Sonnengott bekannt sein. Nikagoras von Zela wurde Hermes genannt und kleidete sich gewöhnlich wie Hermes. Er führt zudem verschiedene andere Personen an, die als Götter verehrt wurden.

Es gab also zwei Möglichkeiten: Entweder waren Paulus und Barnabas Hermes und Zeus, oder sie waren Betrüger. In ihrer spezifischen heidnischen Weltanschauung waren dies die einzigen beiden möglichen Optionen.

F: Warum zerrissen Paulus und Barnabas in Apostelgeschichte 14,14 ihre Gewänder?

A: Es gibt drei Ansichten.

1. Auf diese Weise wollten sie den Lystrern zeigen, dass sie gewöhnliche Kleidung trugen und lediglich gewöhnliche Menschen waren.

2. Es war ein übliches Zeichen der Trauer, der Verzweiflung oder des Protests und der Trauer.

3. Es war ein jüdischer Brauch, die Gewänder zu zerreißen, wenn man Gotteslästerung hörte. Die Risse wurden vier bis fünf Zoll tief am Ausschnitt der Kleidung angebracht. Die Person war danach zwar weiterhin sittsam gekleidet, doch die Kleidung war danach unbrauchbar.

F: Was ist es in Apostelgeschichte 14,2.19 an den Menschen, das dazu führen konnte, dass sich eine Menschenmenge, die zuvor Paulus und Barnabas verehren wollte, dazu wandte, Paulus zu steinigen und ihn dem Tod zu überlassen?

A: Ihre größten Befürworter wurden zu ihren größten Kritikern und Verfolgern. Dies veranschaulicht Wankelmütigkeit in ihrer extremsten Form. Vielleicht sah die Situation aus der Sicht der Lystrer folgendermaßen aus:

Einige Lystrer wollten Paulus und Barnabas als Götter verehren. Eine zweite Gruppe könnte sich gefragt haben, ob es sich um Betrüger handelte.

1. Für die erste Gruppe ließen Paulus und Barnabas sie lächerlich erscheinen.

2. Für die zweite Gruppe kamen Betrüger als Götter nicht in Frage. Als andere behaupteten, Barnabas und Paulus seien Zeus und Hermes, und die Menschen erfuhren, dass dies nicht der Fall war (weil die beiden es ihnen sagten), kamen sie zu dem Schluss, dass Barnabas und Paulus Betrüger seien.

3. Allen Einwohnern von Lystra rieten Paulus und Barnabas, sich von ihrer traditionellen Götzenanbetung abzuwenden und einem „neuen“ Gott zu folgen, für den sie keine Götzenbilder anfertigen konnten.

4. Götzenpriester, die mit Opfern Geld verdienten, wollten davon nichts hören.

5. Götzenanbeter, denen im Grunde gesagt wurde, dass ihre bisherigen Opfergaben verschwendetes Geld waren, wollten dies nicht hören.

Leider ist es oft bequemer, einer Lüge zu glauben, wenn die Wahrheit bedeutet, zugeben zu müssen, dass man in der Vergangenheit im Unrecht war und seine Ressourcen und sein Geld verschwendet hat.

F: Warum, glauben Sie, vollbrachte Gott in Apostelgeschichte 14,10–20 kein weiteres Wunder, wie beispielsweise Feuer vom Himmel auf die Menschen herabzusenden, die Paulus steinigten, oder zu verhindern, dass die Steine Paulus trafen?

A: Paulus betonte in Apostelgeschichte 14,14–18, dass er und Barnabas nur Menschen wie sie selbst seien. Eine übernatürliche Rettung hätte den Eindruck erweckt, sie verfügten über übermenschliche Schutzkräfte, und hätte die Vorstellung bestärkt, dass sie tatsächlich ebenfalls Gottheiten seien.

Später, nachdem Paulus gesteinigt worden war, kehrten sie an den Ort zurück, an dem Paulus gesteinigt worden war. Obwohl sie eine Abkürzung hätten nehmen können – es waren nur 160 Meilen zurück nach Antiochia in Syrien –, wählten sie in Apostelgeschichte 14,21 den langen Weg, kehrten auf ihren Spuren zurück und gingen ein zweites Mal nach Lystra, Ikonium und Antiochia.

Es ist unwahrscheinlich, dass Paulus so schwer verletzt war, dass man ihn für tot zurückließ und er sich auf natürliche Weise erholte, da Menschen mit Knochenbrüchen und schweren Wunden nicht ohne Weiteres irgendwohin laufen können. Vielleicht wurde Paulus für tot zurückgelassen, erholte sich jedoch, und Gott heilte ihn entweder teilweise oder vollständig. Oder vielleicht wurde Paulus tatsächlich getötet, und Gott erweckte ihn wieder zum Leben. Während die Heilige Schrift lediglich besagt, dass Paulus für tot zurückgelassen wurde – vielleicht, weil Paulus, unabhängig davon, ob Gott ihn von seinen Wunden oder vom „Tod“ heilte, in jedem Fall wieder mit der Verkündigung fortfuhr.

F: Warum, glauben Sie, hat Paulus in Apostelgeschichte 14,15–17b hier nicht aus dem Alten Testament zitiert?

A: In Apostelgeschichte 14,15–17 gab es in Lystra keine Synagoge; dort lebten nicht viele Juden. Gemäß M. Sanhedrin 1,6 und M. Pirke Aboth 3,6 müsste es eine Synagoge geben, wenn mindestens zehn jüdische Männer anwesend sind (The Expositor’s Bible Commentary, Band 9, S. 460; siehe auch den Evangelical Commentary on the Bible, S. 909).

Die Dinge, die Paulus hier sagte, sagte er normalerweise nicht zu Juden. Die Juden wussten das bereits. Paulus legte den Schwerpunkt weder auf die Heilige Schrift noch auf Philosophie (wie später in Athen), sondern vielmehr auf die Natur und die Sinnlosigkeit von Götzen.

F: Wie würden Sie in Apostelgeschichte 14,19–20 predigen, wenn Sie wüssten, dass Sie je nach dem, was Sie sagten, gesteinigt würden?

A: In gewisser Weise könnte man sagen, Paulus habe seine „verdiente Strafe“ erhalten; er bekam, was ihm zusteht. Als Saulus von Tarsus hatte er andere Christen verfolgt und getötet, und nun würde er selbst wegen seines Glaubens verfolgt und schließlich getötet werden. Doch Paulus schreckte davor nicht zurück; er war furchtlos. Anstatt vor dem Dienst zu fliehen, nahm er seine Berufung an, und selbst die Verfolgung wurde genutzt, um Menschen zu Gott zu führen. Was würden Sie tun, wenn Sie furchtlos wären? Nicht furchtlos, weil Gott Ihnen versprochen hätte, dass Er Sie davor bewahren würde, gesteinigt, den wilden Tieren vorgeworfen oder getötet zu werden, sondern furchtlos, weil Paulus selbst angesichts der Dinge, von denen er wusste, dass sie kommen würden, sicher war, dass ihm nichts widerfahren würde, was Gott nicht zu Seiner Ehre nutzen könnte. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach Seinem Ratschluss berufen sind.“ (Römer 8,28)

F: Warum fasteten sie zu jener Zeit in Apostelgeschichte 14,23?

A: In Verbindung mit ihren Gebeten fasteten sie, um Gott um Führung bei der Einsetzung von Ältesten zu bitten. Es war eine echte Herausforderung, reife christliche Männer als Älteste zu ernennen, da sie selbst erst seit kurzer Zeit Christen waren.

F: Wie lange waren diese Ältesten in Apostelgeschichte 14,23 bereits in Christus? Sollte jemand schon lange Christ sein, bevor er Ältester wird?

A: Diese Menschen waren erst seit Wochen bis höchstens einigen Monaten Christen. Zwischen dem ersten Kontakt durch Paulus und seiner Rückkehr blieb ihnen also ein wenig Zeit, um in ihrem Glauben zu wachsen. Dennoch war das nicht viel Zeit. Andererseits könnte man argumentieren, dass sie als Juden bereits „mit Gott gewandelt“ waren, bevor sie von Christus erfuhren. Gegen dieses Argument spricht jedoch, dass es in Apostelgeschichte 14,15–17 in Lystra keine Synagoge gab, sodass es in Lystra fast keine Juden gab.

In 1. Timotheus 3,6–7, das später verfasst wurde, heißt es, dass ein Ältester kein Neugläubiger sein sollte. Daher ist es in der Regel von Vorteil, wenn jemand bereits seit einigen Jahren Christ ist. Es ist interessant, dass sie Älteste ernannten, die vor Ort lebten und die Sprache sowie die Kultur kannten, anstatt Älteste aus Antiochia oder Jerusalem „einzuführen“.

F: Warum ist es in Apostelgeschichte 14,27 wichtig, dass Missionare der Gemeinde berichten, was sie getan haben?

A: Es handelt sich nicht um Prahlerei, sondern darum, zu berichten, was Gott durch sie gewirkt hat. Ein Ziel besteht darin, die Gläubigen zu ermutigen. Es dient aber auch dazu, ihnen eine Orientierung für ihr Gebet zu geben. Und schließlich soll es der Gemeinde helfen, Entscheidungen über die Zuweisung von Geldern für die Mission zu treffen.

F: Welche zwei unterschiedlichen Herangehensweisen gibt es in Apostelgeschichte 15,1–29, um diesen Abschnitt zu studieren?

A: Die erste Möglichkeit besteht darin, sich auf das zu konzentrieren, was beschlossen wurde; die zweite Möglichkeit liegt in der Idee, ein friedliches Konzil abzuhalten, um Entscheidungen zu treffen und zu einer Einigung zu gelangen. In den frühesten Tagen des Islam nach Mohammed gab es ähnliche Meinungsverschiedenheiten und Lösungen, nur dass man sie nicht als Konzile bezeichnete; es handelte sich um Schlachten (z. B. die Schlachten von Kamel, Siffin, Harra und Karbala).

F: War Petrus in Apostelgeschichte 15,1–29 der „Papst“ des ersten Kirchenkonzils, wie manche römisch-katholischen Gläubigen gerne behaupten?

A: Nein. Petrus war eine führende Persönlichkeit in diesem Kirchenkonzil, aber nicht der alleinige Leiter. Folgendes spricht dafür:

1. Der Streit wurde den Aposteln und anderen in Apostelgeschichte 15,4.6 vorgelegt.

2. Petrus sprach in Apostelgeschichte 15,7–11, doch auch andere ergriffen das Wort in Apostelgeschichte 15,1; Apostelgeschichte 15,2; Apostelgeschichte 15,5.

3. Petrus hatte nicht das letzte Wort; Paulus und Barnabas (die Petrus unterstützten) sprachen als Nächste in Apostelgeschichte 15,12.

4. Das allerletzte Wort hatte Jakobus, der in Apostelgeschichte 15,13–21 sein „Urteil“ fällte.

5. Der Brief, der versandt wurde, wurde nicht als „päpstliche Bulle“ oder gar in Peters Autorität versandt (Apostelgeschichte15:22 –29). Vielmehr wurde er in der Autorität aller Apostel und Ältesten versandt.

6. Schließlich leitet sich das Wort „Papst“ von „pappa“ (Vater) ab, und Jesus sagte in Matthäus 23,9, man solle niemanden „Vater“ nennen.

F: War in Apostelgeschichte 15,1–6 die gesamte Gemeinde anwesend oder nur Paulus, Jakobus und die Apostel?

A: Dies geschah um das Jahr 49 n. Chr. Es war dringend notwendig, sich relativ schnell zu versammeln, damit diese potenzielle Spaltung nicht weiter schwelte. Beachten Sie zudem, dass die Männer aus Judäa kamen, Jakobus jedoch in Apostelgeschichte 15,24 ausdrücklich sagt, dass sie kein solches Gebot erlassen hätten, wonach man sich zuerst beschneiden lassen müsse. Es gibt zwei Ansichten.

Die gesamte Gemeinde: Der „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1628, 1629) führt aus, dass Apostelgeschichte 15,6 zwar den Eindruck erweckt, als seien nur die Apostel und Ältesten anwesend gewesen, Apostelgeschichte 15,12 jedoch darauf hindeutet, dass es sich um die gesamte Gemeinde handelte.

Nur die Ältesten: Apostelgeschichte 15,6 deutet nicht darauf hin, dass außer den Aposteln und Ältesten noch andere anwesend waren. Die „ganze Versammlung“ in Apostelgeschichte 15,12 kann die Versammlung der Apostel und der Ältesten sein. Als jedoch die Entscheidung getroffen wurde, wurde sie in Apostelgeschichte 15,22 den Aposteln, den Ältesten und der gesamten Gemeinde verkündet. Die Führung war also transparent; die gesamte Gemeinde konnte das Problem erkennen, die verschiedenen Standpunkte anhören, das Verhalten aller beobachten und den Beschluss mitverfolgen. Man konnte die Position der Judaisierer nachvollziehen, da in 1. Mose 17,14 steht, dass ein jüdischer Mann vom Volk „ausgestoßen“ werden soll, wenn er sich nicht beschneiden lässt. Selbst in 2. Mose 12,48–49 heißt es, dass fremde Männer, die unter ihnen lebten und das Passahfest feiern wollten, beschnitten sein mussten. Angenommen, das gesamte Alte Testament wäre noch in Kraft gewesen (eine gewagte Annahme), könnte man ihren Standpunkt nachvollziehen.

Nebenbei bemerkt kann Apostelgeschichte 15,7 mit „ausführliche Diskussion“, „Debatte“, „Erkundigung“ oder „Befragung“ übersetzt werden. In Apostelgeschichte 15,7 wurde auf Cornelius (in Apostelgeschichte 10,1–11,18) angespielt, und das war vor zehn Jahren.

F: Wie setzen die „Hebrew Roots“-Bewegung und viele Siebenten-Tags-Adventisten heute in Apostelgeschichte 15,1–3 diese Verbindung zwischen Gottes Bund in Christus und dem alttestamentlichen Gesetz fort?

A: Diese beiden unterschiedlichen Irrlehren haben das gemeinsame Merkmal, dass sie versuchen, Jesus den Gesetzen des Alten Bundes hinzuzufügen. Man erkennt, ob jemand der „Hebrew Roots Movement“ angehört, daran, dass er zwar behauptet, Christus nachzufolgen, jedoch nicht bekräftigt, dass Paulus ein Apostel Gottes war. Typischerweise schreiben sie „G_d“ oder „g_d“ anstelle von „Gott“. Sie glauben an die Einhaltung des Sabbats (Samstag) und an die Einhaltung der mosaischen Speisevorschriften. Sie glauben, dass Jesus das mosaische Gesetz lediglich ergänzt habe.

Nicht alle Siebenten-Tags-Adventisten vertreten dieselbe Glaubensauffassung, doch die „traditionelleren“ unter ihnen lehnen die Dreifaltigkeit ab, halten sich an die mosaischen Speisevorschriften und begehen den Sabbat (Samstag). Sie glauben, dass das Malzeichen des Tieres heute in der Welt vorhanden ist und dass es sich dabei um den Sonntagsgottesdienst handelt. Stellen Sie sich vor, Sie würden zu Ihren Kindern sagen: „Ich weiß nicht, was ihr heute am Sonntag vorhabt, aber was auch immer es ist – es sollte besser nichts mit der Anbetung Gottes zu tun haben!“

F: Warum hat Gott in Apostelgeschichte 15,5, als diese Pharisäer Christen wurden, sie nicht hinsichtlich der Beschneidung und des alttestamentlichen Gesetzes zurechtgewiesen?

A: Die Heilige Schrift sagt dazu nichts, und Gott hat das Vorrecht, so viel oder so wenig zu offenbaren, wie Er wünscht. Für diejenigen, die etwas nicht begreifen, was Gott bereits offenbart hat, hat Gott das Vorrecht, „es so lange zu wiederholen, bis sie es verstehen“, oder davon abzusehen.

Zwar wird hier kein Versuch unternommen, genau zu erklären, warum Gott alles tut, was Er tut, doch können wir in diesem Fall einige Beobachtungen anstellen, die eine vernünftige Antwort darauf liefern, warum Gott nicht sofort alle Irrtümer aller bekennenden Christen korrigiert.

Mit Christus verbunden zu sein, so wie ein Rebzweig mit dem Weinstock (Johannes 15), ist in Gottes Augen offenbar wichtiger, als dass wir stets die richtige Antwort haben. Ist ein Mensch nicht verbunden, so liegt das Hauptproblem nicht in seinen falschen Antworten, sondern in der Tatsache, dass er nicht verbunden ist.

Wir wurden so geschaffen, dass wir einander im Leib Christi brauchen (1. Korinther12:17 –19,21–26). Jeder Gläubige hat etwas, womit er zum Leib beiträgt, und jedem Gläubigen fehlt etwas, das er nur erhalten kann, indem er mit den anderen verbunden ist.

Eine Versuchung, der Christen ausgesetzt sind, besteht darin, Meinungen zu nebensächlichen Themen so wichtig werden zu lassen, dass wir versäumen, Gottes Gebot zu befolgen, andere zu lieben und zusammenzuarbeiten. Aus welchem Grund auch immer hat Gott diese oder andere Versuchungen nicht beseitigt. Es ist immer möglich, dass nebensächliche Lehrfragen – wenn wir dies zulassen – unseren Glauben, unser gemeinsames Zeugnis und unsere Einheit unter anderen wahren Christen zunichte machen.

Die Einheit in Christus trotz unserer unterschiedlichen Meinungen ist eine Herausforderung, die Gott uns gestellt hat. Mit einem Herzen und einem Mund sollen wir (nach wie vor) Gott verherrlichen (Römer 15,5–6). Einheit wäre viel einfacher, wenn alle Christen identische Meinungen hätten. Da dies jedoch nicht der Fall ist, betete Christus darum, dass wir dennoch eins sein mögen (Johannes17:21 –23). Die Bibel sagt niemals, dass wir eine Einheit schaffen sollen, die nicht vorhanden ist. Vielmehr heißt es in Epheser 4,3, dass wir die Verantwortung haben, „die Einheit des Geistes zu bewahren“. In Römer 14 gab es Lehrunterschiede unter den Gläubigen. Paulus akzeptierte Gläubige, die in diesen nebensächlichen Fragen unterschiedlicher Meinung waren, und wir sollten andere Gläubige genauso akzeptieren, wie Christus sie akzeptiert hat (Römer 15,7).

Zeitpunkt und Prioritäten sind bei Gott oft anders als bei uns. Wir möchten vielleicht, dass andere in einem bestimmten Detail sofort korrigiert werden, während Gott möchte, dass die Person sich zunächst mit anderen Bereichen befasst.

Zusammenfassung: Wissen macht hochmütig, aber Liebe baut auf (1. Korinther 8,1). Gott liegt mehr daran, dass diejenigen, die die grundlegende Wahrheit des Evangeliums kennen, ihm gehorchen, andere lieben und Einheit mit anderen wahren Christen haben, als daran, dass wir in allen zweitrangigen Fragen Recht haben.

F: Wie werden unsere Herzen in Apostelgeschichte 15,9 durch den Glauben gereinigt?

A: Gott erklärte sein Volk in seinen Augen für gereinigt, als Jesus für uns am Kreuz starb. Petrus sagte, dies geschehe „durch die Gnade des Herrn Jesus“, nicht „durch Gnade plus das Gesetz“. Dennoch müssen wir in diesem Leben eine Reinigung erfahren. Durch Gottes Gnade und durch unseren Glauben hat Gott uns nicht nur gerettet und gerechtfertigt, sondern er macht uns auch rein und heiligt uns.

Zwar wird niemand außer Jesus ein sündenfrei reines Herz haben, bis wir in den Himmel kommen, doch sollen wir den Prozess der Reinigung bereits jetzt auf Erden durchlaufen. Die Läuterung ist nichts, was wir aus eigener Kraft vollbringen können, sondern etwas, das Gott an uns vollbringt, wenn wir uns Ihm unterwerfen. Die Läuterung geschieht nicht, wenn wir uns auf die Sünde konzentrieren und immer wieder sagen: „Das werde ich nicht tun, das werde ich nicht tun usw.“, sondern im Glauben, wenn wir unseren Blick auf Jesus richten, wie uns Kolosser 3,1–4 dazu auffordert. Es ist bezeichnend, dass das wunderschöne Bild in Kolosser 3,1–4 fast schon eine Vorbereitung auf einen Kampf (tatsächlich einen Kampf auf Leben und Tod) gegen unsere sündige Natur in Kolosser 3,5–10 darstellt.

Frage: Wie lässt sich die Rede des Jakobus in Apostelgeschichte 15,14–21 zusammenfassen?

A: In Apostelgeschichte 15,14–18 erläuterte Jakobus das jüngste Wirken unter den Heiden, indem er einen Zusammenhang zwischen den historischen Ereignissen und den Prophezeiungen des Alten Testaments herstellte. In Apostelgeschichte 15,19–21 zieht Jakobus die Schlussfolgerung, was zu tun ist und welche Einschränkungen (bzw. das Fehlen von Einschränkungen) für die gläubigen Heiden gelten sollten. Es ist interessant, dass Jakobus das Essen von Speisen, die den Götzen geopfert wurden, und den Verzehr von Blut im gleichen Zusammenhang mit dem Übel der sexuellen Unmoral erwähnt.

Siehe „The Expositor’s Greek Testament“, Band 2, S. 320–321.

Frage: Warum stimmt Jakobus’ Zitat aus Amos 9,11–12 in Apostelgeschichte 15,15–17 mit der Septuaginta überein und nicht mit dem masoretischen Text? Hier ist Amos 9,11a, 12.

Masoretischer Text: „An jenem Tag, … damit sie den Überrest Edoms (Edom ist im Hebräischen ‚dm‘) und alle Völker, die nach meinem Namen genannt sind, in Besitz nehmen (yaras auf Hebräisch), spricht der Herr, der dies alles tut.“

Septuaginta: „An jenem Tag … damit der Überrest der Menschen und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen ist, mich ernsthaft suchen, spricht der Herr, der all diese Dinge tut.“

Apostelgeschichte 15,17a: „Danach … damit der Überrest der Menschen (Adam heißt auf Hebräisch ‚dm‘) den Herrn suche (daras auf Hebräisch) und alle Heiden, die nach meinem Namen genannt sind, spricht der Herr, der dies alles tut.“

Midrasch 4QFlorilegium 1,12?

A: Dies ist schwierig, da das Alte Testament ursprünglich ohne Vokale verfasst wurde und die Konsonanten für „Edom“ und „Adam“ („dm“, übersetzt mit „Menschen“) identisch sind. Das Wort für „besitzen“, yaras, unterscheidet sich nur durch einen Konsonanten vom hebräischen Wort für „suchen“, daras. Dieses Zitat stammt aus einer hebräischen Midrasch-Handschrift, die in den Schriftrollen vom Toten Meer gefunden wurde und den Namen 4QFlorilegium 1:12 trägt; es ähnelt der Septuaginta, ist jedoch nicht mit ihr identisch. Der masoretische Text lautet: „Sie werden von den Menschen erben“, wobei „der Überrest“ das Objekt ist, während die Septuaginta und das 4QFlorilegium lauten: „Sie werden die Menschen suchen“, wobei „der Überrest“ das Subjekt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Zitat des Jakobus mit dem hebräischen 4QFlorilegium 1:12 übereinstimmt. Der masoretische Text ist nicht immer die beste Überlieferung.

F: Was ist in Apostelgeschichte 15,16 die „Hütte Davids“?

A: Die BSB übersetzt dies mit „das gefallene Zelt Davids wieder aufbauen“. So wie wir vom Haus des einen oder anderen sprechen würden, wenn wir von dessen Familie sprechen, würden nomadisch geprägte Kulturen eher von Zelten sprechen. Dieser Vers erinnert an Gottes Verheißung bezüglich der Nachkommenschaft Davids. Die Bedeutung des Throns Davids wird in 2. Samuel 7,16 und Psalm 89,4 erwähnt. Christus wird in Matthäus 19,28 und 25,31 auf einem Thron sitzen. Der Sinn dieses Zitats lag im nächsten Vers, in dem es um die Heiden geht, die Gottes Namen tragen werden. Es scheint, dass es Gott Freude bereitet, etwas wiederherzustellen, das zerfallen ist; doch oft stellt er es auf eine andere Weise wieder her als im Original. Manche sehen darin eine Erfüllung in der Kirche; andere sehen darin eine Erfüllung im Tausendjährigen Reich.

F: Sind Bluttransfusionen gemäß Apostelgeschichte 15,20 falsch?

A: Nein, die Heilige Schrift sagt dies nicht. Damals gab es das Konzept der Bluttransfusionen noch nicht. Sie führten keine neuen Regeln ein, doch die Bedeutung ihrer knappen Aussage „sich des Blutes zu enthalten“ bedeutete eindeutig, dass sie lehrten, die alttestamentlichen Vorschriften bezüglich des Verzehrs von Blut seien nach wie vor gültig. Die Aufnahme des eigenen Blutes bei einer Transfusion ist kein Kannibalismus gegenüber sich selbst, und auch die Entgegennahme einer Bluttransfusion von jemand anderem ist kein Kannibalismus, da nichts „gegessen“ wird.

F: Warum wurden in Apostelgeschichte 15,20 und Apostelgeschichte 21,25 diese vier Verbote hier aufgeführt?

A: Zunächst einmal sprach Jakobus nicht über die Erlösung, sondern über die Praxis und die Gemeinschaft mit den jüdischen Gläubigen sowie darüber, was die Heiden befolgen sollten. Hier sind zwei mögliche Antworten. Betrachten wir beide und entscheiden wir dann, welche davon richtig ist.

Mögliche Antwort 1: Kulturelle Sensibilität, um Anstoß zu vermeiden: Manchmal unterlässt ein Christ etwas – zumindest in der Öffentlichkeit –, weil es das Gewissen anderer verletzen würde und diese den Christen für im Unrecht hielten. Beispielsweise warf im 21. Jahrhundert in Andhra Pradesh in Indien ein Hindu einen Rinderknochen in eine Kirche. Daraufhin beschuldigten die Hindus die Christen, heimlich Rindfleisch in der Kirche zu essen, und aufgrund des Rinderknochens als Beweis wurde die Kirche von den Dorfbewohnern abgerissen. In Zeiten der Verfolgung unterlassen Christen möglicherweise Handlungen, die unmittelbare Verfolgung nach sich ziehen würden und die nicht mit der Verkündigung des Evangeliums zusammenhängen. In manchen Gemeinden sitzen Männer und Frauen getrennt, da es kulturell als skandalös gelten würde, wenn sie beieinander säßen. Die Vermeidung sexueller Unmoral (griechisch: porneia) gilt jedoch für alle Christen weltweit gleichermaßen. Ein Gegenargument lautet, dass viele Christen das Trinken von Blut (wie beispielsweise in der Blutsuppe in Deutschland und China) für zulässig halten, und dass die Erwähnung von porneia hier vielleicht dazu diente, zu betonen, dass selbst der geringste Anschein sexueller Unmoral vermieden werden sollte. Einige, die dies als rein zeremonielle Angelegenheiten abtun, legen es neu aus und meinen damit lediglich die in Levitikus verbotenen Beziehungen zwischen nahen Verwandten. Das griechische Wort würde hier jedoch von einem nichtjüdischen Christen als Unzucht im Allgemeinen verstanden werden, sodass diese Auslegung eher „mit Gewalt herangezogen“ wird, um die Schlussfolgerung zu stützen.

Mögliche Antwort 2: Allgemeine Moral: Alle Christen sollten auch heute noch keines dieser Dinge tun. Der Verzicht auf Speisen, von denen wir wissen, dass sie den Götzen geopfert wurden – also Speisen, die durch Götzen verunreinigt sind –, wird auch in Offenbarung 2,14.20 erwähnt. Das Verbot sexueller Unmoral zieht sich durch das gesamte Alte und Neue Testament. Das Verbot, Blut zu essen, findet sich zwar auch im mosaischen Gesetz, reicht jedoch tatsächlich bis zu Noah in Genesis 9,4 zurück. Tiere, die erwürgt wurden, ohne dass das Blut abfließen konnte, werden implizit in Levitikus 17,10–14 erwähnt.

F: Warum hat Paulus in Apostelgeschichte 15,22–29 den Beschluss des Konzils nicht wiederholt, als er an die Galater schrieb?

A: Zunächst die Antwort, die wahrscheinlich nicht zutrifft, dann die primäre Antwort und schließlich eine sekundäre Antwort.

Nicht die Antwort: Es ist möglich, dass Paulus die Galater in Zentralkleinasien bereits vor dem Konzil von Jerusalem besuchte und ihnen schrieb. Die meisten christlichen Gelehrten gehen jedoch davon aus, dass das Konzil von Jerusalem etwa im Jahr 49 n. Chr. stattfand und Paulus den Galatern zwischen 53 und 59 n. Chr. schrieb.

Primäre Antwort: Paulus erwähnte zwar in Galater 2,2–10 seine Gespräche in Jerusalem, jedoch nur einen Teil davon. Die Galater akzeptierten, dass sowohl er als auch Petrus Apostel waren, und Paulus erwähnte, dass Petrus und er zu einer Einigung gelangt waren. Es ist unklar, ob das Konzil öffentlich war oder ob es tatsächlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und nur der endgültige Beschluss veröffentlicht wurde. Schließlich wusste er nicht, was die Männer sagten, die behaupteten, von Jakobus zu kommen. Daher betonte Paulus, was Petrus ihm selbst mitgeteilt hatte.

Zweite Antwort: Hätte Paulus den Beschluss des Konzils wiederholt, ist unklar, ob man ihm geglaubt oder ihn akzeptiert hätte. Über Jahrhunderte hinweg nach Paulus’ Zeit gab es Ketzer, die Ebioniten genannt wurden; sie behaupteten, an Jesus zu glauben, lehrten jedoch, dass alle Gläubigen weiterhin das gesamte mosaische Gesetz befolgen müssten. Sie sagten, Jesus werde nur als Ehrentitel „Gott“ genannt. Auch Petrus verstieß streng genommen nicht gegen den Beschluss des Konzils, als er nicht mit Heiden aß, wenn einige Juden kamen.

F: Da es in Apostelgeschichte 15,28 dem Heiligen Geist gut erschien, warum war es dann von Bedeutung, ob es auch ihnen gut erschien oder nicht?

A: Dies deutet darauf hin, dass sie wussten, dass es der Wille des Heiligen Geistes war. Zwar wollten sie sich nicht gegen den Heiligen Geist stellen, doch wäre es nicht angemessen, wenn der Heilige Geist von ihnen Gehorsam und eine bestimmte Handlung erwartete, ohne dass jemand wüsste, was genau gewollt war.

Ebenso weiß Gott auch heute, was gut ist und was nicht. Dennoch benötigen wir unser Urteilsvermögen, um zu erkennen, was aus Gottes Sicht das Beste ist.

Nebenbei bemerkt ist Judas Barsabbas ein interessanter Name. „Barsabbas“ bedeutet „Sohn des Sabbats“, also wurde er möglicherweise am Sabbat geboren, aber mit ziemlicher Sicherheit war er ein jüdischer Gläubiger.

F: Sind die Gebote in Apostelgeschichte 15,29 für Christen heute noch gültig?

A: Christen sind sich einig, dass sich die Gebote bezüglich der sexuellen Unmoral nicht geändert haben, doch sie sind sich uneinig über die Gebote bezüglich der Götzenopfer, des Blutes und des Fleisches von erwürgten Tieren. Alle sind sich einig, dass der Brief der Apostel für alle Christen jener Zeit verbindlich war und dass die Einhaltung dieser Gebote kein Anstoß für das jüdische Volk (sowohl Christen als auch Nichtchristen) darstellte.

1. Einige aufrichtige Christen vertreten die Ansicht, dass dieser Brief von den Aposteln stammte und diese nie erklärt haben, er sei nur für einen bestimmten Zeitraum gültig; daher seien alle diese Vorschriften auch heute noch verbindlich. Dies entspricht im Allgemeinen der Sichtweise, die Christen im zweiten und dritten Jahrhundert auf diese Gebote hatten. Dies ist auch meine Ansicht.

So heißt es beispielsweise in „Octavius“ von Minucius Felix (um 210 n. Chr.), Kapitel 30, Seite 192, dass Christen nicht einmal das Blut von essbaren Tieren in ihrer Nahrung verwendeten. Weitere vor-nikänische Christen, die berichteten, dass Christen kein Blut zu sich nahmen, waren Justin der Märtyrer (150 n. Chr.), die Christen von Vienne und Lugdunum (177 n. Chr.), Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.), Tertullian (198–220 n. Chr.) sowie Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.)

2. Eine andere Ansicht besagt, dass die sexuellen Einschränkungen verbindlich sind, während die Speisevorschriften dem Gewissen jedes Einzelnen und dem Gewissen derer unterliegen, die wir nicht zum Straucheln bringen wollen. Während der Brief zu jener Zeit verbindlich war, wurde das absolute Verbot von Fleisch, das Götzen geopfert worden war, später von Paulus als Gewissenssache bezeichnet.

F: Wer hatte in Apostelgeschichte 15,37–40 Recht, und wie ging die Angelegenheit aus?

A: Aus der Sicht von Barnabas war Johannes Markus sein Cousin, und vielleicht erkannte Barnabas, dass Markus seine Abkehr von ihnen aufrichtig bereut hatte. Aus der Sicht von Paulus war es für diesen Dienst entscheidend, jemanden zu haben, der sich in der Praxis bewährt hatte (und die Prüfung bestanden hatte), auf den man sich nicht nur verlassen konnte, sondern von dem Paulus wusste, dass man sich auf ihn verlassen konnte. Paulus kannte Markus wahrscheinlich nicht so gut wie Barnabas.

Aus Gottes Sicht wirkte sich die Trennung zur Ehre Gottes aus. Silas (= Silvanus) und Timotheus kamen als Mitarbeiter des Paulus hinzu. Die Kirchengeschichte berichtet uns, dass Barnabas und Markus nach Ägypten zogen und dort das Evangelium verkündeten. Einige Jahrhunderte später wurde Ägypten zu einem der wichtigsten Zentren des Christentums, neben den anderen drei: Jerusalem, Rom und Konstantinopel. Paulus und Markus versöhnten sich in 2. Timotheus 4,11.

F: Handelt es sich in Apostelgeschichte 16,1 um dieselbe Person wie den Adressaten der Briefe 1. und 2. Timotheus?

A: Ja.

F: Wie, glauben Sie, hat sich Paulus in Apostelgeschichte 16,1 gefühlt, als er erneut in eine Stadt zurückkehrte, in der man ihn gesteinigt und für tot zurückgelassen hatte?

A: Vielleicht hatte Paulus eine gewisse Angst, dass sie erneut das tun würden, wozu sie sich bereits zuvor bereit gezeigt hatten. Oder vielleicht dachte Paulus gar nicht weiter darüber nach. Eine dritte Sichtweise ist, dass ihm diese schmerzhafte Erinnerung tatsächlich in den Sinn kam, als Paulus die Stadt erneut betrat, er aber beschloss, sich davon nicht beirren zu lassen. Vielleicht dachte Paulus angesichts all dessen, was er den Christen angetan hatte, und angesichts der wunderbaren Gnade Gottes, dass die Nachfolge Gottes ihm noch mehr Not und den Tod bringen würde, bevor er in den Himmel käme – und dass er sich daher besser an die Arbeit machen, das vollenden sollte, was Gott von ihm erwartete, und es hinter sich bringen sollte.

Es mag Orte und Menschen geben, die für Sie mit eher schmerzhaften Erinnerungen verbunden sind. Doch wenn Gott Sie dazu berufen hat, dorthin zurückzukehren, ist Gottes Liebe in Ihrem Herzen hoffentlich größer als Ihre Erinnerungen.

F: Warum haben Paulus und Silas in Apostelgeschichte 16,1–5 Timotheus beschnitten, nachdem sie bekräftigt hatten, dass Heiden nicht beschnitten werden müssten, und Titus nicht beschnitten hatten?

A: Paulus wusste, dass Timotheus nicht beschnitten werden musste, doch diese „freiwillige Beschneidung“ diente dazu, die Juden zu besänftigen. Hier stellen sich eigentlich drei Fragen: Warum tat Paulus dies, war es richtig von ihm, dies zu tun, und welchen Grundsätzen sollten wir heute folgen?

1. Warum hat Paulus Timotheus beschneiden lassen?

Paulus tat dies, um die Juden zu besänftigen, die wussten, dass Timotheus nicht beschnitten war, wie es für einen Juden üblich ist. Paulus wollte ein Hindernis beseitigen, das die Juden daran hinderte, das Evangelium anzunehmen. Im Rahmen des Zumutbaren sollen wir allen Menschen alles sein, wie in 1. Korinther 9,19–23 beschrieben. Ein weiteres Beispiel: Paulus würde sogar auf den Verzehr bestimmter Fleischsorten verzichten, wenn dies bedeutete, dass er niemanden zum Straucheln bringen würde, wie in 1. Korinther8:13 und Römer 14,20–21 dargelegt.

2. Hätte Paulus Timotheus beschneiden sollen?

Paulus war ein Apostel, doch das bedeutet nicht, dass er sich niemals in seiner Beurteilung geirrt hätte. Ja, ich bin mir sicher, dass dies die Juden besänftigte, aber zu einem hohen Preis. Viele Juden begriffen nie die Botschaft, dass das Evangelium das Gesetz abgelöst hatte und wir nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade standen. Viele Juden traten als „Judaisten“ in die Gemeinde ein und verstanden die Botschaft nie richtig. In Apostelgeschichte 16,1–5 heißt es, dass dies in Lystra in der Nähe von Derbe und Ikonium geschah. All diese Städte liegen in Galatien, und laut dem Galaterbrief gab es Probleme damit, dass sie zum Gesetz zurückkehrten. Obwohl Paulus zuvor Timotheus in Galatien beschneidet hatte, lediglich um die Juden zu besänftigen, sagte er den Galatern später: „Seht zu: Ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch überhaupt nichts nützen.“ (Galater 5,2)

3. Welche Grundsätze können wir daraus lernen und heute befolgen?

3.1 Ja, wir sollten Kompromisse eingehen und dem Grundsatz folgen, allen Menschen alles zu sein, doch dürfen wir dabei den übergeordneten Grundsatz nicht vernachlässigen, bei der Botschaft keine Kompromisse einzugehen. Die Beschneidung des Timotheus mag die Evangelisation auf den ersten Blick erleichtert haben, doch dies geschah auf Kosten der Einbindung von Ungläubigen in die Gemeinde und der Verwirrung junger Christen. Ebenso können wir in der Evangelisation effektiver erscheinen, wenn wir niemals über die Hölle oder die Herrschaft Christi sprechen. Aber ist die Verwässerung des Evangeliums wirklich das, was gehorsame Botschafter tun wollen?

3.2 Wenn Sie einen Kompromiss eingehen möchten, um die Verkündigung des Evangeliums zu erleichtern, fragen Sie sich, warum. Wenn es nichts mit dem Evangelium zu tun hat, dann gehen Sie ruhig diesen Weg. Wenn es in direktem Zusammenhang mit dem Evangelium steht, dann gehen Sie diesen Weg nicht. Wenn es indirekt mit dem Evangelium zusammenhängt – etwa, dass bestimmte Speisen Sie Gott näherbringen oder von ihm entfernen –, dann lesen Sie den nächsten Punkt.

3.3 In Römer 14,15–16 wird ein besserer Weg aufgezeigt, Kompromisse einzugehen. Tun Sie nichts, was Ihren Bruder zum Straucheln bringt, aber lassen Sie andererseits nicht zu, dass es als böse bezeichnet wird.

3.4 Selbst Leiter wie Petrus und Paulus können Fehler machen und schlechte Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen können so gravierend sein, dass sie Folgen haben, die neue Christen verwirren können. Wir sollten den Leitern ihre Fehler aufzeigen, und wir können die Korrektur in dem Umfang bekannt machen, in dem Menschen durch das Problem in die Irre geführt wurden – so wie es Paulus mit Petrus in Galater 2 tat. Solange sie jedoch nichts tun, was sie für ihr Amt disqualifiziert, bleiben sie weiterhin unsere Leiter. Wenn Sie glauben, dass ein christlicher Leiter vollkommen ist, bedeutet das lediglich, dass Sie diesen christlichen Leiter nicht sehr gut kennen. Keiner von uns ist vollkommen, und wir alle sollten danach streben, Christus ähnlicher zu werden.

F: War es in Apostelgeschichte 16,3 richtig von Paulus, Timotheus zu beschneiden, nur um die Zustimmung anderer zu erlangen, da in 1. Korinther 7,18–19 steht, dass die Beschneidung nichts bedeutet, und in Galater 5,2–3, dass wir uns nicht beschneiden lassen sollten?

A: Es gibt fünf verschiedene Ansichten.

a) Ein anderes Thema: Paulus und Timotheus glaubten nie, dass die Beschneidung Timotheus rechtfertigen würde. Sie erfolgte nicht aus religiösen Gründen, sondern um die Juden nicht zu verärgern.

b) Eine frühere Zeit: Paulus ließ Timotheus beschneiden, lange bevor er den 1. Korintherbrief und den Galaterbrief verfasste. Gott hatte Paulus offenbar noch nicht offenbart, dass Christen sich nicht aus religiösen Gründen beschneiden lassen sollten. Gott erwartet nicht, dass jemand einem Gebot gehorcht, das Gott noch nicht erteilt hat.

c) Paulus war inkonsequent: Paulus beging einen Fehler, als er Timotheus beschneiden ließ, da dies bei den Juden den Anschein erweckte, es sei aus religiösen Gründen geschehen. Nachdem Paulus seinen Fehler später erkannte, verfasste er 1. Korinther 7,18–19 und Galater 5,2–3. In Galater 2,3 erwähnte Paulus ausdrücklich, dass er Titus nicht beschneiden ließ.

Es sollte nicht überraschen, dass die Apostel nicht vollkommen waren. Petrus beging in Galater 2,11–14 einen ähnlichen Fehler, als er nicht mit Heiden aß.

d) Um andere nicht zum Straucheln zu bringen: Paulus ließ Timotheus zuvor beschneiden, weil er schwächere Brüder nicht zum Straucheln bringen wollte, wie in Römer 14 beschrieben. Als die „schwächeren Brüder“ jedoch so stark wurden, dass sie die Gemeinde tyrannisierten, musste Paulus auf diese Gefahr des Legalismus reagieren.

e) Der Besuch der Synagoge: Timotheus würde als Jude gelten, da seine Mutter Jüdin war. Darüber hinaus deutet die Zeitform des Verbs darauf hin, dass sein Vater verstorben war. Da es Pauls Vorgehensweise war, zuerst in die Synagoge zu gehen, wäre Timotheus dort nicht zugelassen worden, wenn bekannt geworden wäre, dass er nie beschnitten worden war. Auch wenn Paulus möglicherweise einen Fehler begangen hat, besteht ein Unterschied zwischen der Ansicht, dass die Beschneidung für die Erlösung notwendig sei (was Paulus niemals angedeutet hat), und der Ansicht, dass sie für die Evangelisation hilfreich sei.

Frage: Wie hinderte der Heilige Geist in Apostelgeschichte 16,6 Paulus und seine Begleiter daran, in der römischen Provinz Asien zu predigen?

A: Es gibt keine Hinweise auf Zwang oder Nötigung. Paulus und seine Begleiter waren Gott gehorsam, und höchstwahrscheinlich gewährte der Heilige Geist ihnen keinen inneren Frieden hinsichtlich der Reise nach Asien, oder aber der Heilige Geist wies sie schlichtweg an, nicht dorthin zu gehen. Paulus reiste durch die Randgebiete des östlichen Mysien (einschließlich Troas), doch offenbar predigte er dort nicht. Die Stadt Troas lag zu Paulus’ Zeiten südlich der antiken Stadt Troja. Dieses Verbot galt nur so lange, bis die richtige Zeit gekommen war. Alternativ vermuten manche, dass Krankheit das Mittel war, mit dem der Heilige Geist Paulus davon abhielt, dorthin zu gehen. Auch heute noch bewegt der Heilige Geist manchmal unseren Geist, um uns wissen zu lassen, dass wir etwas tun oder unterlassen sollen.

Man könnte dies als „doppelte Führung“ bezeichnen, bei der Gott sagt: „Tu das nicht, tu stattdessen dies.“ Weitere Beispiele für doppelte Führung sind, dass David Livingstone versuchte, nach China zu gehen, Gott ihn jedoch stattdessen nach Afrika sandte. William Carey wollte nach Polynesien gehen, doch Gott sandte ihn stattdessen nach Indien. Adoniram Judson ging zunächst nach Indien, blieb dort jedoch nicht und ging stattdessen nach Burma (Myanmar). Gott teilt Ihnen offenbar nur so viel mit, wie Sie wissen müssen – und zwar erst dann, wenn Sie es wissen müssen.

Offenbar hatte Gott andere Pläne für die Bithynier und die Menschen in der Provinz Asien (einschließlich der Epheser). Sie hörten das Evangelium erst später, wie aus Apostelgeschichte 18,19–21, 18,24–19,41 und 1. Petrus 1,1 hervorgeht.

F: Wie sollen wir in Apostelgeschichte 16,6–7 reagieren, wenn Gott „Nein“ zu etwas sagt, von dem wir wissen, dass es keine Sünde ist, auch wenn es Sein Reich voranbringen könnte?

A: Es dennoch tun zu wollen, ist Ungehorsam. Seien Sie nicht wie Bileam, den Gott in 4. Mose 22 durch einen Esel warnte, und der dennoch das Geld begehrte. Die Ausbreitung des Reiches Gottes ist nicht unser vorrangiges Ziel. Unser vorrangiges Ziel ist es, Gott zu verherrlichen, indem wir Ihn lieben und Ihm gehorchen. Ob im geistlichen Bereich, im Geschäftsleben oder auf andere Weise – Menschen, die gefallen sind, neigen sehr dazu, den Blick vom Ziel abzuwenden und ein Mittel zur Erreichung eines Ziels mit dem Ziel selbst zu verwechseln.

F: War der Mann in der Vision in Apostelgeschichte 16,9 Lukas?

A: Nein. Die NIV Study Bible (S. 1676) besagt, dass es keinen Hinweis darauf gibt. Im Gegenteil: In Apostelgeschichte 16,11 verwendet Lukas das Pronomen „wir“, wenn er davon spricht, dass Paulus und seine Begleiter zum ersten Mal nach Europa reisten; Lukas war also hier bei Paulus. Es gibt auch die Vermutung, dass Paulus Lukas hier zum ersten Mal traf, als er ihn aus medizinischen Gründen aufsuchte.

F: Warum musste in Apostelgeschichte 16,14 das Herz der Lydia geöffnet werden, um auf die Botschaft des Paulus zu reagieren, da sie doch bereits Gott anbetete?

A: Wir alle brauchen ein offenes Herz, um auf das Evangelium zu reagieren. Der Heilige Geist wirkt in den Menschen gemäß Johannes 16,8–11. Niemand – und das schließt auch diejenigen ein, die von Natur aus die Besten unter den Menschen sind – sucht Gott aus eigenem Antrieb, wie Römer 3,10 zeigt. In 2. Korinther 4,3–4 heißt es, dass das Evangelium für diejenigen, die verloren gehen, verhüllt ist. Wir müssen darum beten, dass es für sie enthüllt wird. Apostelgeschichte 16,14 berichtet schlichtweg von der wunderbaren Nachricht, dass der Heilige Geist in Lydia wirkte, damit sie das Evangelium annehmen konnte. Auch wenn es keinerlei Hinweis auf Zwang seitens Gottes gibt, ist das Wirken des Heiligen Geistes unerlässlich, damit jemand wiedergeboren wird.

Nebenbei bemerkt: Thyatira war eine Stadt im Land Lydien, bevor die Römer es eroberten. Zu Paulus’ Zeiten gliederten die Römer sie in ihre Provinz Asien ein, doch sie blieb weiterhin eine lydische Stadt.

F: Befürwortet Apostelgeschichte16:15 us die Kindertaufe?

A: Nein. Die Antwort finden Sie in der Erörterung zu 1. Korinther 1,16.

F: Warum war Paulus in Apostelgeschichte 16,16–18 beunruhigt, als die besessene Sklavin sagte, sie kämen von Gott?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Die Heilige Schrift besagt, dass sie einen Geist der Wahrsagerei hatte – im Griechischen einen „Python“-Geist –, was bedeutet, dass sie von einem Python-Geist des griechischen Dämons Apollon besessen war. Hier sind einige Theorien dazu, warum Paulus beunruhigt war.

1. Sie sprach in einer Art und Weise, die die Menschen abschreckte. Oder vielleicht schrie sie ständig und lenkte so von der Botschaft des Paulus ab.

2. Sie äußerte sich in positiver Weise, damit die Menschen nach Paulus’ Weggang glauben würden, das von Dämonen besessene Mädchen gehöre zu ihnen, und später ihren Lehren folgen würden. Sie machte sich ihre Botschaft zu eigen.

3. Der Dämon wollte, dass alle erfuhren, dass Paulus versuchte, Heiden zu bekehren (es gab ein römisches Gesetz, das dies verbot), und römischen Bürgern sagte, sie sollten weder den Kaiser noch die römischen Götter verehren.

Es kommt leicht vor, dass Menschen unsere Botschaft falsch verstehen und glauben, Jesus sei „ein Weg zur Erlösung“. Wenn die Menschen den wahren Aussagen der Sklavin Glauben schenkten, würde dies in den Augen anderer die Legitimität untermauern, dass es ebenfalls gut sei, Apollo zu folgen.

F: In Apostelgeschichte 16,19 hat Paulus im Grunde genommen die Einkommensquelle der Herren des Sklavenmädchens „ausgetrieben“. Wann sollten wir in unserem eigenen Leben „unsere Einkommensquelle austreiben“, weil sie Gott nicht gefällt?

A: Lukas verwendete zweimal dasselbe Verb. Als der Geist aus dem Mädchen „ausgegangen“ war, war auch die Einkommensquelle aus ihnen „ausgegangen“. Dies kann sehr schmerzhaft sein, wenn wir Geld, Wohlstand und Sicherheit für wichtiger halten als die Verherrlichung Gottes. Sie können jedoch eine positivere Einstellung gewinnen, indem Sie erkennen: Wenn es Gott nicht gefällt, dann gehörte es Ihnen von vornherein gar nicht.

Wenn Menschen Täuschung, Okkultismus, die Verzweiflung anderer oder sogar Religion nutzen, um anderen mehr abzunehmen, sollten wir den Opfern und potenziellen zukünftigen Opfern helfen, indem wir dies aufdecken. Wenn wir in unserem Leben eine Einkommensquelle aus etwas haben, das Gott missfällt, sollten wir diese Einkommensquelle abschneiden. Das könnte bedeuten, einen finanziellen Verlust in Kauf zu nehmen und damit aufzuhören, anstatt es einfach an jemand anderen zu verkaufen, um damit Geld zu verdienen.

Beachten Sie, dass dieses Mädchen von einem Dämon besessen war, und als sie davon befreit wurde, waren die Besitzer – denen ihr Wohlergehen völlig gleichgültig war – wütend, dass ihnen Einnahmen entgingen. Dies sollte nicht das letzte Mal sein, dass böse Menschen lieber andere leiden lassen, als auf einen Teil ihres Einkommens zu verzichten. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass den Besitzern der religiöse Aspekt überhaupt am Herzen lag; sie wollten lediglich Paulus dafür bestrafen, dass er ihre Einnahmen geschmälert hatte.

Manchmal mag jemand denken, dass sein Beruf gut sei, solange er darin keine Menschen ausraubt, stiehlt oder andere ermordet. Was aber, wenn Sie einen regulären Beruf ausüben – etwa als Buchhalter, Programmierer, Fabrikarbeiter usw. – für ein Unternehmen, von dem Sie wissen, dass es andere (einschließlich ungeborener Kinder) ausraubt, bestiehlt oder ermordet, und Ihre Arbeit diesem Unternehmen dabei hilft, sein Ziel zu erreichen? Dann müssen Sie diesen Beruf aus Ihrem Leben „austreiben“.

F: Wie sollen wir in Apostelgeschichte 16,19 einem anderen Gläubigen, der auf eine Weise Geld verdient, die Gott nicht gefällt, raten, sein Einkommen zu „auszutreiben“?

A: Die Apostelgeschichte berichtet uns nur von zwei Orten, an denen Heiden Paulus und Silas Schaden zugefügt haben: hier und in Ephesus in Apostelgeschichte 19,23–41. An beiden Orten war der Verlust des Einkommens das Hauptproblem. Satan wandte hier zwei verschiedene Techniken an: falsche Freundschaft und offenen Krieg.

Stellen Sie sich vor, Sie würden zu einer anderen Person sagen: „Ich habe Sie von der Notwendigkeit befreit, Ihren Beruf auszuüben. Tatsächlich habe ich mich an die zuständige Behörde gewandt, und Sie werden Ihren gewählten Beruf nicht mehr ausüben können. Sie können mir später danken.“ Wie würde das ankommen?

Frage: Wie gehen Sie in Apostelgeschichte 16,21 damit um, wenn Sie nicht predigen dürfen?
A: Das Römische Reich gestattete den Menschen, ihre eigene Religion zu haben, aber es war ihnen nicht gestattet, römische Bürger zu bekehren.

F: Was lehrt uns Apostelgeschichte 16,25 über Schmerz und Lobpreis?

A: Paulus und Silas befanden sich in einer dunklen Zelle, ihre Körper waren geschlagen und ihre Rücken blutig. Der Gefängniswärter reinigte in Apostelgeschichte 16,33 die frisch erlittenen Wunden von Paulus. Hoffentlich schliefen sie normalerweise nicht auf dem Rücken! Die Situation sah nicht sehr hoffnungsvoll aus, und sie hatten keine Ahnung, wie es ausgehen würde. Doch sie lobten Gott – nicht in sonnigen Zeiten, sondern hier, inmitten ihres Schmerzes und ihrer Hoffnungslosigkeit. Gott bittet uns, Ihn zu preisen, doch Er möchte, dass wir Ihn auch inmitten unseres eigenen Schmerzes und unserer Hoffnungslosigkeit preisen, wenn wir keine Ahnung vom Ausgang der Dinge haben.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 16,26–28 irgendwelche außerbiblischen Belege für dieses Erdbeben?

A: Nein. Allerdings:

1. In dieser bergigen Region Nordgriechenlands und Mazedoniens kam es häufig zu Erdbeben. Hier sind einige größere Erdbeben in dieser Region aufgeführt. (In der Antike war die Berichterstattung sehr lückenhaft.)

403 n. Chr. Konstantinopel (Chrysostomos wurde ins Exil geschickt)

856 n. Chr. Korinth, Griechenland   45.000 Tote

1858  Korinth, Griechenland   

1928  Korinth, Griechenland   

3/18/1953 Nordwest-Türkei 1.200 Tote 7,2 auf der Richterskala

7/26/1963 Skopje, Nordmazedonien: 1.100 Tote, 6,0 auf der Richterskala

Was kleinere Erdbeben betrifft, so berichtet die Encyclopædia Britannica für Griechenland und die Türkei Folgendes:

Zwischen 1902 und 1946 gab es 58 Erdbeben

Zwischen 1947 und 1966 gab es 82 Erdbeben

Zwischen 1967 und 1976 gab es 45 Erdbeben

Zwischen 1977 und 1981 gab es 9 Erdbeben

2. Doch dies war kein gewöhnliches Erdbeben. Das Gebäude blieb stehen, doch die Ketten brachen auf wundersame Weise. Es könnte sich lediglich um ein lokales Beben im Bereich des Gefängnisses gehandelt haben.

Was die Frage betrifft, wie sich alle Türen öffnen ließen: In einigen türkischen Gefängnissen waren die Türen lediglich durch Gitterstäbe verschlossen. Ein Erdbeben könnte die Türpfosten auseinandergedrückt haben.

F: Wie würden Sie sich in Apostelgeschichte 16,34 fühlen, wenn Sie zu Gast bei dem Mann wären, der Sie in den Pranger gestellt hat?

A: Unmittelbar zuvor, in Apostelgeschichte 16,33, wusch der Gefängniswärter die Wunden von Paulus und Silas, wahrscheinlich um eine Infektion zu verhindern. Natürlich würde das sehr seltsam erscheinen. Doch der Gefängniswärter wäre ihnen sehr dankbar gewesen, dass sie nicht geflohen waren, denn gemäß dem (späteren) Codex Justinianus 9.4.4 hätte derjenige, der einen Gefangenen bewachte, dieselbe Strafe wie der Gefangene erhalten, falls dieser entkommen wäre. Außerdem wäre es, wenn der Gefängniswärter und seine Familie zu Christus kommen wollten, das Einzige, was sie tun könnten, um dies anzunehmen. Zuerst gab es das physische Erdbeben, und dann bebte der Geist des Gefängniswärters, als er glaubte, alle Gefangenen seien geflohen. Wie Johannes Chrysostomos anmerkte, war es nur angemessen, dass der Gefängniswärter und seine Familie die Wunden von Paulus und Silas wuschen, da sie durch Christus von ihren Sünden gereinigt worden waren.

Nebenbei sei angemerkt, dass Gefängniswärter in der Regel pensionierte Militärveteranen waren.

Betrachten Sie die vielfältige Zusammensetzung der Gemeinde in Philippi: eine wohlhabende, gottesfürchtige Geschäftsfrau, eine ehemals heidnische, von Dämonen besessene Sklavin und ein römischer Gefängniswärter, um nur einige zu nennen. Wenn wir als Christen zeigen, dass wir inmitten unserer Vielfalt alle eins in Christus sind, verherrlicht dies Gott und ist ein Zeugnis für die Welt.

F: Auf welches römische Gesetz beriefen sich Paulus und Silas in Apostelgeschichte 16,37?

A: Gemäß den Gesetzen von Valerian und Porcian, die zwischen 509 v. Chr. und 195 v. Chr. erlassen wurden, unterlag ein römischer Bürger den örtlichen Gesetzen nur, wenn er dem zustimmte. Der römische Bürger konnte Tod, Folter oder Fesselung vermeiden, indem er sich an den Kaiser wandte, der dann über den Fall entschied. Was die Frage betrifft, warum man Paulus gegeißelte, bevor man ihn überhaupt fragte, ob er römischer Bürger sei: Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich laut Cicero in den „Verrinen“ (2.5.161–162) bei einem römischen Bürger, der noch eine Weile lang gegeißelt wurde, selbst nachdem er lautstark protestiert hatte. Sollte ein Magistrat jedoch einen römischen Bürger schlagen, obwohl ihm dies nicht gestattet war, konnte dies dazu führen, dass der Magistrat nie wieder ein römisches Amt bekleiden durfte.

F: Welche außerbiblischen Belege gibt es in Apostelgeschichte 17,6 für dieses seltsame griechische Wort für „Stadtherrscher“ (politarch)?

A: Früher gab es überhaupt keine. Archäologen entdeckten das Wort jedoch erstmals im Jahr 1835 auf einem Torbogen außerhalb von Thessaloniki. Der Begriff wurde seitdem an sechzehn oder siebzehn weiteren Orten gefunden, allerdings ausschließlich in Bezug auf Städte in Mazedonien. Nebenbei bemerkt muss es für diese Juden seltsam gewirkt haben, so empört zu tun, als ginge es darum, den Ruf des Römischen Reiches zu verteidigen.

F: Warum waren die Beröer in Apostelgeschichte 17,11 edler als die Thessalonicher, weil sie Paulus nicht so sehr vertrauten?

A: Sie waren edler, weil sie die Worte des Paulus kritisch mit dem Alten Testament verglichen. Der Glaube der Thessalonicher war nicht weniger gültig. Auch heute noch ist der Glaube eines Christen gültig, wenn er einfach das glaubt, was ihm seine christlichen Freunde und seine Familie erzählt haben. Es ist jedoch besser, die Fakten zu prüfen und alle Beweise für den Glauben zu betrachten.

F: Ist Paulus in Apostelgeschichte 17,14–15 [angeblich] allein nach Athen gereist und hat Silas und Timotheus in Beröa zurückgelassen, oder hat Paulus Timotheus nach Thessaloniki zurückgeschickt, wie es in 1. Thessalonicher 3,1–2 angedeutet wird?

A: Zunächst einmal wissen wir nicht, ob Paulus ursprünglich vorhatte, nach Athen zu reisen, das zu jener Zeit wahrscheinlich nicht mehr als 10.000 Einwohner zählte. Zu dieser Zeit hatte die Stadt jeglichen politischen Einfluss verloren, war jedoch die „intellektuelle Hauptstadt“ Griechenlands. Es handelte sich im Grunde um eine „historische Tempelstadt“ und eine Universitätsstadt. Paulus könnte beabsichtigt haben, der 500 Meilen langen Via Egnatia bis zur Adria zu folgen und direkt nach Rom zu reisen. Doch die Unruhen in Thessaloniki könnten ihn dazu veranlasst haben, nach Süden in Richtung Athen abzubiegen. Es gibt zwei verschiedene Antworten, die diese Frage schlüssig beantworten, wobei ich die zweite bevorzuge.

Kein Beweis dafür, dass Timotheus in Athen war: In 1. Thessalonicher 3,1–2 heißt es nirgends, dass Timotheus mit Paulus in Athen war. Vielmehr steht dort lediglich, dass Paulus Timotheus gesandt hat. Paulus hätte Timotheus per Brief oder mündlich durch einen anderen Mitarbeiter beauftragen können. Menschen delegieren damals wie heute ständig Aufgaben an andere durch Botschaften.

Timotheus könnte nach Athen gereist sein und dann wieder abgereist sein: In Apostelgeschichte 17,14–15 heißt es, dass Paulus zunächst nach Athen ging, dort aber auf sie wartete. Paulus begab sich also zum Areopag, bevor Timotheus und Silas in Athen eintrafen; diese kamen nach Athen, und anschließend sandte Paulus Timotheus zurück nach Thessaloniki.

Nachdem Timotheus also nach Beröa gereist war, geschah entweder Folgendes:

a) begab er sich nach Paulus nach Athen und wurde dort von Paulus angewiesen, nach Thessaloniki zurückzukehren.

b) blieb er in Beröa und wurde per Brief oder Bote angewiesen, nach Thessaloniki zurückzukehren.

c) wurde ihm auf dem Weg nach Athen per Brief oder Bote mitgeteilt, nach Thessaloniki zurückzukehren.

Dies ist eines der Details, die uns die Apostelgeschichte nicht verrät.

Frage: Warum sollte Paulus in Apostelgeschichte 17,16 beim Anblick all dieser wunderschönen Skulpturen verärgert sein? Wie sollten wir uns fühlen, wenn wir kunstvolle, meisterhaft gearbeitete Tempel und Altäre sehen?

A: Stellen Sie sich im schlimmsten Fall die akribische, professionelle Kunstfertigkeit der Maya-Tempel vor, mit ihren gut durchdachten Becken am Fuße, in die die Leichen der Menschenopfer geworfen wurden. Nun praktizierten die Griechen, Römer, Ägypter und andere zwar keine Menschenopfer. Xenophon bezeichnete Athen übrigens als einen einzigen großen Altar und ein einziges großes Opfer. Er sagte sarkastisch, es sei in Athen leichter, einen Gott zu finden als einen Menschen. Wahrscheinlich gab es in Athen mehr Altäre als im restlichen Griechenland zusammen. Doch diese götzendienerischen Tempel und Altäre versetzten die Menschen in geistige Knechtschaft gegenüber ihren „Göttern“, die in Wahrheit Dämonen waren. Denken Sie auch an den Architekten des wunderschönen Taj Mahal. Dies war kein religiöser Tempel, sondern ein Mausoleum für die geliebte Gattin eines Herrschers. Er wollte sicherstellen, dass nichts anderes gebaut würde, was ihm Konkurrenz machen könnte, und so belohnte er den Architekten für seine gute Arbeit, indem er ihn hinrichten ließ. Gott betrachtet die Dinge vielleicht eher unter moralischen Gesichtspunkten, während viele Menschen nur auf die physische Seite achten. Das griechische Wort, das hier für Paulus’ „Bedrängnis“ steht, ist ein medizinischer Begriff, der sich auch auf einen Anfall oder einen epileptischen Anfall beziehen kann. Vielleicht sollten auch wir die moralische Seite stärker berücksichtigen.

Vielleicht sprechen wir nicht wie Paulus, weil wir nicht so empfinden wie er. Wir empfinden nicht so wie er, weil wir nicht so sehen wie er.

F: Welche drei Reaktionen hätte Paulus in Apostelgeschichte 17,16 zeigen können, und für welche hat er sich entschieden?

A: Die drei Reaktionsmöglichkeiten sind: kämpfen, fliehen oder sich auf sie einlassen. Emotional hätte Paulus aus Wut, Angst oder Liebe handeln können. Paulus entschied sich aufgrund seiner Liebe zu Gott und zu ihnen dafür, sich auf sie einzulassen.

F: Warum zitierte Paulus in Apostelgeschichte 17,18–34 Wahrheiten aus heidnischen Quellen? Konkret den Dichter Epimenides (600 v. Chr.) aus Knossos auf Kreta, der Minos, den Sohn des Zeus, mit den Worten zitierte: „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“, sowie der kilikische Dichter Aratus (ca. 315–240 v. Chr.) in den *Phaenomena* und der Stoiker Kleanthes von Assos (331–233 v. Chr.) in der *Hymne an Zeus*: „Wir sind seine Nachkommen“

A: Die Zitate des Paulus waren sowohl beabsichtigt als auch von seinen Zuhörern als solche verstanden worden. Paulus schuf damit eine gemeinsame Grundlage, zu der viele seiner Zuhörer einen Bezug herstellen konnten. Aratus schrieb: „Mit Zeus hat jeder von uns in jeder Hinsicht zu tun, denn auch wir sind seine Nachkommen.“ Clemens von Alexandria äußert in seinen „Stromata“ (193–202 n. Chr.), Buch 1, Kapitel 14, S. 313, einen interessanten Gedanken hierzu. Er sagt, Paulus habe wahre Aussagen griechischer Dichter zitiert, um die einen zu erbauen und die anderen zu beschämen. Vielleicht wollte Paulus darauf hinweisen, wie merkwürdig es war, dass halb-atheistische Epikureer und pantheistische Stoiker griechische Götzen verehrten und ihnen Hymnen widmeten.

F: Da Paulus in Apostelgeschichte 17,23–30 den Griechen den unbekannten Gott verkündete, von dem sie eine gewisse Ahnung hatten – haben andere Religionen heute einen unbekannten Gott, den sie erahnen, oder, wie es jemand formulierte, „den verborgenen Christus des Hinduismus“?

A: Diese Idee und dieser Ausdruck stammen von Raymond Panikkar aus „Der unbekannte Christus des Hinduismus“, S. 137. Dies ist ebenso falsch wie die Behauptung, dass Baal-Anbeter in Wirklichkeit den wahren Gott Israels verehrten. Paulus lobte nicht ihre Anbetung, sondern vielmehr ihr offenes Eingeständnis, dass sie keinen bestimmten Gott kannten. Wie nah oder fern ein Ungläubiger von Christus ist oder was er für einen falschen Gott getan hat im Gegensatz zur Suche nach dem einen wahren Gott, sind keine Details, die wir klären müssen. Vielmehr geriet Paulus „in Aufruhr“, als er in Apostelgeschichte 17,16 all die Götter und Altäre in Athen sah. Paulus wusste, dass sie sich von den Götzen abwenden mussten, deren Opfergaben den Dämonen und nicht Gott gelten (1. Korinther 10,19–20). Paulus sagte: „Darum, meine Lieben, flieht vor dem Götzendienst“ (1. Korinther 10,14). Wir müssen uns von den Götzen fernhalten (1. Johannes 5,21).

F: Hat Paulus in Apostelgeschichte 17,18–34 diesen Ansatz später bereut, als er betonte, dass er den Korinthern – seiner nächsten Station nach Athen – in 1. Korinther 1,18–2,8 nichts als Christus verkündete?

A: Auch wenn die Meinungen hierzu auseinandergehen, sind einige der Ansicht, dass er es tat.

In Athen ging Paulus zunächst auf die dortige Religion ein, hob einige der guten Wahrheiten hervor, die in dieser Religion zu achten waren, wies auf einige Widersprüche in ihrer Götzenanbetung hin und stellte die Wahrheit Christi heraus.

In Korinth betonte Paulus, dass weltliche Weisheit nicht schrittweise verändert werden könne, um zu Christus zu gelangen, dass er allein Christus verkündete und dass er wollte, dass ihr Glaube auf Gottes Kraft beruhte, nicht auf menschlicher Weisheit.

Unabhängig davon predigte Paulus Christus, stützte sich auf die Heilige Schrift, ging auf die Bedürfnisse der Menschen ein, widerlegte dennoch Argumente (2. Korinther 10,5) und versuchte, allen Menschen alles zu sein, um einige zu retten (1. Korinther 9,19–22).

Es ist interessant, drei Predigten des Paulus miteinander zu vergleichen:

1) Antiochia in Pisidien (tatsächlich in Phrygien gelegen, nicht in Pisidien) Apostelgeschichte 13,16–43

2) In Lystra gab es keine Synagoge (Apostelgeschichte 14,15–17)

3) Athen, Apostelgeschichte 17,22–31; Apostelgeschichte 20,18–35; siehe 1. Korinther 2,2–5

Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu 1. Korinther 1,18–2,8.

F: Was sind in Apostelgeschichte 17,18–34 die Anhaltspunkte dafür, dass Paulus keinen Erfolg hatte?

A: Die Ansicht, dass Paulus von den Ergebnissen in Athen enttäuscht war, wurde laut „The Message of Acts Revised Edition“, S. 272–273, von Sir William Ramsay populär gemacht. N. B. Stonehouse schreibt jedoch, dass dies „unhaltbar“ sei. Vier Punkte sind bei der Beantwortung zu berücksichtigen.

1. Die Gemeinde muss in einer der führenden Städte Griechenlands unbedeutend gewesen sein; es wurden nur zwei Personen erwähnt, und er schrieb nie an diese Gemeinde. Andererseits betrug die Einwohnerzahl Athens, obwohl die Stadt und ihre Universität als kulturelle und bildungspolitische Hauptstadt der römischen Welt galten, nur etwa 10.000.

2. In der Kirchengeschichte gibt es kaum Belege für die Bedeutung der Gemeinde in Athen.

3. In Apostelgeschichte 17,18 kritisierten einige Paulus als „Sammler“, als einen Eklektiker, der Worte aus unterschiedlichen Quellen entnahm, um seine eigene Philosophie zu bilden.

4. Als Paulus von Athen nach Korinth kam, tat er dies, wie in 1. Korinther 2,3 beschrieben, in Schwachheit, Furcht und mit großem Zittern.

Die Athener wollten ihm zuhören, und obwohl sie anderer Meinung waren und Paulus herablassend begegneten, verfolgten sie ihn nicht. Manche lieben es, über Gott und geistliche Dinge zu debattieren, sind aber niemals bereit, sich auf etwas festzulegen. Manche lehnen das Evangelium ab, weil sie es für falsch halten, andere wiederum lehnen es ab, weil sie es für trivial halten. Sie denken so, weil sie einen „Gott-Ersatz“ haben. Ein Götze ist alles, was ein Gott-Ersatz ist. Manchmal kann sogar eine Ideologie zu einer „Götzen-Ideologie“ werden.

Doch zumindest positiv zu vermerken ist, dass die Juden, die Paulus von Stadt zu Stadt verfolgten, es offenbar nicht wagten, ihn aufzuhalten, sobald er das heidnische Athen erreicht hatte. Athen schämte sich dafür, dass man dort vor Jahrhunderten den Philosophen Sokrates hingerichtet hatte. Seitdem war man bestrebt, allen Schulen das Wort zu erteilen, und da man Paulus als Philosophen betrachtete, hätte man eher den Verfolgern eines Philosophen Schaden zugefügt als dem Philosophen selbst.

Fazit: Es gibt keine schlüssigen Beweise dafür, dass Paulus völlig erfolglos war. Es ist jedoch eine feststehende Tatsache, dass die Gemeinde in Athen viel kleiner und weniger einflussreich war als die griechischen Gemeinden in Philippi, Thessaloniki und Korinth.

F: Was warf man Paulus in Apostelgeschichte 17,18 vor?

A: Das hier verwendete Wort, das manchmal mit „Plauderkasten“ übersetzt wird, hatte eigentlich eine spezifischere Bedeutung. Es wurde für Vögel verwendet, die verschiedene Samen sammelten, sowie für Menschen, die Schrott sammelten. Im Wesentlichen warfen sie Paulus vor, keine eigenen Ideen zu haben, sondern stattdessen hier und da Weisheitsbröckchen aufzulesen und sie so darzustellen, als wären sie etwas Neues.

Es ist interessant, dass den athenischen Philosophen selbst vorgeworfen wurde, nur herumzusitzen und darauf zu warten, neue Ideen zu hören. Nicht nur Lukas erwähnt dies in Apostelgeschichte 17,21, sondern auch Thukydides schreibt in seiner „Geschichte“ 3.38.5 über die Athener: „Ihr seid die besten darin, euch von etwas Neuem, das gesagt wird, täuschen zu lassen.“ Später, als die Makedonier im Begriff waren, Athen zu erobern, warf der Athener Demosthenes den Athenern vor, stets nach neuen Ideen zu verlangen. Philipp 1,10.

F: Wie versuchte Paulus in Apostelgeschichte 17,18, die Epikureer zu erreichen, die auf Epikur von Samos (341–270 v. Chr.) zurückgingen?

A: Epikur glaubte, dass die beiden wichtigsten Dinge, deren sich der Mensch bewusst sein könne, Schmerz und Vergnügen seien. Er sagte, das oberste Ziel des Menschen sei es, Vergnügen und Glück zu maximieren. Er glaubte, dass die Götter – sofern sie überhaupt existierten – für die Menschheit irrelevant seien und dass Materie und Zufall die primären Ursachen seien. (October 29, 2002 ) berichtet, dass Epikur insofern neuartig war, als er Frauen und Sklaven in seiner Schule zuließ.

Die Epikureer glaubten, dass nur materielle Atome ewig bestünden und es kein Leben nach dem Tod gäbe. Epikur und Chrysippos sagten, dass es entweder gar keinen Gott gebe oder, falls es ihn gebe, er sich nur um sich selbst kümmere, wie aus Theophilus’ „Brief an Autolykos“, Buch 2, Kapitel 4, S. 95, hervorgeht.

Sowohl die Stoiker als auch die Epikureer glaubten, dass die Welt in Flammen untergehen werde, wie aus dem „Octavius“ von Minucius Felix (210 n. Chr.), Kapitel 34, S. 194, hervorgeht. Laut der Encyclopedia Britannica bestand eines der Hauptziele von Epikur darin, den Menschen die Furcht vor den Göttern zu nehmen. Die Menschen sollten frei von der Angst vor dem Tod und dem Jüngsten Gericht sein. Die Epikureer hatten keine ausgeprägte ethische Lehre. Es gab zwei Arten von Epikureern: die ursprünglichen und die „abgewandelten“. Die ursprünglichen Epikureer glaubten an Mäßigung. So verursachten beispielsweise sowohl Hungern als auch übermäßiges Essen Schmerzen. Die späteren, abgewandelten Epikureer waren Lebemänner, die sagten: „Esst, trinkt und seid fröhlich, denn morgen sterben wir.“ Man könnte die heutigen Anhänger von Ayn Rand als den ursprünglichen Epikureern ähnlich ansehen. Es gab nur wenige berühmte Epikureer, doch der römische Dichter Lukrez war einer von ihnen.

Dem hielt Paulus Folgendes entgegen:

1) Es war Gott, nicht der Zufall, der die Welt und alles darin erschaffen hat

2) Gott bestimmt, wann und wo die Menschen leben

3) Die Menschen sollten Gott suchen

4) Wir müssen vor Gott Buße tun

5) Gott ist uns nahe

6) Gott wird die Welt gerecht richten

7) Der Beweis für die wahre Religion: Die Auferstehung Jesu

F: Warum werden in Apostelgeschichte 17,18–31 gegenüber den Epikureern Götzenbilder erwähnt?

A: Epikur leugnete die Existenz der griechischen Götter nicht, da er schrieb (Brief an Menoeceus 123): „Ihre Existenz ist uns durch unmittelbare Wahrnehmung bekannt.“ Andere Epikureer schrieben: „Aus feinerem Stoff als wir geformt, wohnen sie fern in den Zwischenwelten“ (Plutarch, Moralia 731 D, 734 C; Intermundia, Cicero, N.D. i.8). Die Stoiker warfen den Epikureern vor, Atheisten zu sein. Dieser Vorwurf traf nicht wirklich zu, doch die Epikureer glaubten nicht, dass sich die Götter um menschliche Angelegenheiten kümmerten oder diese beeinflussten.

Die Hauptgegner der Epikureer waren die Stoiker. Während die Stoiker Pantheisten waren und die Epikureer eher atheistischen Rationalisten glichen, wiesen beide die Ungereimtheit auf, Götter zu leugnen und dennoch ausdrücklich die griechischen und später römischen Götzenbilder anzuerkennen.

F: Wie versuchte Paulus in Apostelgeschichte 17,18, die Stoiker zu erreichen, deren Ursprung auf Zenon von Kition auf Zypern (ca. 320–ca. 250 v. Chr.) zurückging?

A: Die Stoiker glaubten an eine pantheistische Kraft oder göttliche Seele, die alles durchdrang, und sie glaubten, dass ein großer Plan die Geschichte lenkte. Sie sahen nicht, dass das Vergnügen notwendigerweise der beste Weg sei, um Schmerz zu vermeiden. Manchmal wusste man nicht, wie man das beste Vergnügen richtig wählen sollte. Sie waren fatalistisch, und Josephus merkt an, dass sie viele Ähnlichkeiten mit den Pharisäern aufwiesen. Anstatt an ein göttliches Gesetz zu glauben, waren sie der Ansicht, sie sollten einem „Naturgesetz“ folgen.

Laut Athenagoras in „Eine Verteidigungsrede für die Christen“ (177 n. Chr.), Kap. 19, S. 138, sagen die Stoiker, dass alles verbrannt werde und die Welt einen neuen Anfang erhalte. Tatian fügt in seiner „Ansprache an die Griechen“, Kap. 6, S. 67, hinzu, dass die Stoiker glaubten, alles werde zerstört und kehre dann in einem Kreislauf zu seinem früheren Zustand zurück.

Die Stoiker legten den Schwerpunkt auf drei Bereiche: Logik, Physik und Ethik, und sie strebten danach, den Charakter der Menschen durch Triumphe und Tragödien zu stärken. Ihre vier höchsten Tugenden waren Weisheit, Mut, Selbstbeherrschung und Gerechtigkeit. Der Stoizismus übte einen bedeutenden Einfluss aus. Seneca, Epiktet und Kaiser Marcus Aurelius waren Stoiker.

Gegen den Stoizismus führte Paulus in Athen Folgendes an:

1) Gott hat die Welt und alles, was darin ist, erschaffen; die Welt ist nicht Gott

2) Gott ist eine persönliche Wesenheit

3) Gott erhält uns am Leben; wir tun nichts, um Gott am Leben zu erhalten

4) Die Menschen sollten Gott suchen, nicht nur Weisheit und Ethik

5) Wir müssen vor Gott Buße tun

6) Gott wird die Welt richten

7) Der Beweis für die wahre Religion: die Auferstehung Jesu

F: Warum erwähnte Paulus in Apostelgeschichte 17,18–31 gegenüber den pantheistischen/atheistischen Stoikern Götzenbilder?

A: Der berühmte Philosoph Sokrates war der einzige griechische Philosoph, von dem bekannt ist, dass er hingerichtet wurde, weil er nicht an die griechischen Götter glaubte. Seitdem hat kein anderer griechischer Philosoph mehr offen erklärt, dass die griechischen Götter falsch seien. Einer von Sokrates’ Schülern, Antisthenes, gründete die Schule der Kyniker, und aus den Kynikern gingen die Stoiker hervor.

Man muss die Widersprüchlichkeit zwischen der stoischen Philosophie und den tatsächlichen Überzeugungen der Stoiker beachten.

Stoische Philosophie: Der Stoizismus lehrte, dass alle Menschen aus dem einen universellen Geist (nicht aus griechischen Götzen) hervorgegangen seien, der die Materie durchdringe, und dass alle Menschen Brüder und gleich seien.

Stoiker: Die Stoiker waren jedoch keine Atheisten, denn einer ihrer bedeutendsten Führer, Kleanthes von Assos, verfasste die „Hymne an Zeus“ (Zeus war ein griechisches Götzenbild), aus der Paulus zitierte. Der Glaube der Stoiker an Götzenbilder wurde später für Christen zu einer Frage von Leben und Tod. Der römische Kaiser Marcus Aurelius war ein Stoiker, der Christen verfolgte, unter anderem weil diese an keinen anderen Gott glaubten als an den einen wahren Gott.

Paulus’ Absicht: In Apostelgeschichte 17,18–31 wies Paulus wahrscheinlich geschickt, aber implizit auf die intellektuelle Heuchelei hin, die darin bestand, Hymnen an Zeus zu singen und griechische Götzen zu billigen, während man gleichzeitig an nur einen (wenn auch pantheistischen) Gott glaubte. Das Kernproblem besteht darin, dass, wenn Gott die Ursache unseres Seins ist, wir nicht die Ursache für Gottes Sein sein können.

F: Hat Paulus in Apostelgeschichte 17,18–31 ein Strohmann-Argument verwendet, indem er behauptete, die Götter seien nicht diese von Menschen geschaffenen Götzenbilder? Einige Polytheisten glaubten, die Götzenbilder seien lediglich leblose Darstellungen der Götter.

A: Die Heiden glaubten widersprüchlicherweise sowohl an unsichtbare Götter als auch an die sichtbaren Statuen. Konkret konnten die Götter an bestimmten Orten „wohnen“, um in den sichtbaren Statuen zu „wohnen“, die heilig waren und die Macht besaßen, Prophezeiungen zu verkünden und zu heilen. In Ephesus beispielsweise sagten sie nicht, dass die Göttin Artemis wichtig sei; vielmehr riefen sie: „Groß ist die Artemis der Epheser.“ Betrachten wir nun, was frühe Christen, moderne Hindus und moderne Katholiken sagten – nicht über den Polytheismus im Allgemeinen, sondern über die Verehrung der tatsächlichen Steinstatuen selbst.

Frühe Kirche: Neben Paulus wiesen viele frühchristliche Schriftsteller auf diesen Widerspruch hin und verwendeten dabei zahlreiche Argumente derselben Art, nämlich dass „das eigentliche Holz, Metall und der Stein nichts bewirken können“. Hier einige Beispiele:

Tatians „Ansprache an die Griechen“, Kap. 4, S. 66, 110–172 n. Chr.

Theophilus an Autolycus, Buch 1, Kap. 10, S. 92, 168–181/188 n. Chr.

Athenagoras’ „Verteidigungsrede für die Christen“ (177 n. Chr.) kritisiert die Heiden dafür, dass sie glauben, tatsächliche Statuen könnten Kranke heilen und Orakel verkünden.

Klemens von Alexandria, „Ermahnung“ (193–217/220 n. Chr.), Kap. 10, S. 199, kritisiert die Verehrung von Steinen und Holz als heilige Gegenstände.

Minucius Felix (210 n. Chr.): „Wie viel zutreffender urteilen doch stumme Tiere von Natur aus über Ihre Götter? Mäuse, Schwalben und Milane wissen, dass diese keine Gefühle haben: Sie nagen an ihnen, sie trampeln auf ihnen herum, sie setzen sich auf sie; und wenn Sie sie nicht verscheuchen, bauen sie ihre Nester direkt im Mund Ihres Gottes. Spinnen weben sogar ihre Netze über sein Gesicht und hängen ihre Fäden direkt an seinem Kopf auf. Ihr wischt, reinigt, schabt ab, und ihr beschützt und ernährt diejenigen, die ihr selbst erschafft;“ Octavius von Minucius Felix, Kap. 24, S. 187

Octavius von Minucius Felix, 210 n. Chr., Kap. 19, S. 184 und Kap. 27, S. 189–190. In Kapitel 27, S. 190, erwähnt er, dass Dämonen unter den Statuen und Bildnissen lauern.

Cyprian von Karthago (ca. 246–258), Abhandlung 6, Kap. 7, S. 467, paraphrasiert Octavius hinsichtlich der bösen Geister, die unter Statuen und geweihten Bildnissen lauern.

Hinduistische Götzenverehrung: Heutzutage legen vedantische Hindus den Schwerpunkt auf die Upanishaden und auf ein einziges, pantheistisches Wesen, Brahman. Im Gegensatz zu anderen Hindus betonen sie weder Indra, den König der Götter, noch dass Shiva der Höchste sei, noch dass Vishnu der Höchste sei, noch andere Götter. Dennoch können sie – in einem Widerspruch – weiterhin Götzenbilder dieser oder anderer Gottheiten in ihren Häusern aufstellen, denen sie Ghee (Butter) oder andere Opfergaben darbringen. Wie können diese kleinen Götzenbilder aus Kunststoff oder Metall die Butter und andere Speisen verzehren, insbesondere wenn alles Brahman ist?

Katholischer Götzendienst: Heutzutage glauben Katholiken nicht nur, dass Maria Tränen vergießt und heilt, sondern dass auch ihre tatsächlichen Statuen Tränen vergießen und heilen.

Frage: Gibt es in Apostelgeschichte 17,23 einen außerbiblischen Hinweis auf einen Altar für einen unbekannten Gott?

A: Es gibt zwar keine archäologischen Belege, jedoch reichlich literarische Quellen. Pausanias (2. Jahrhundert n. Chr.) schreibt in seiner „Beschreibung Griechenlands“ 1:1:4: „Altäre unbekannter Götter“, und Philostratos (3. Jahrhundert n. Chr.) erwähnt in „Das Leben des Apollonius von Tyana“ 6:3:5: „Es ist klüger, von allen Göttern gut zu sprechen, besonders in Athen, wo sogar unbekannten Göttern Altäre errichtet werden.“ Diogenes Laertios erwähnt in „Leben der Philosophen“ 1:110, dass Epimenides während einer Pestepidemie in Athen schwarze und weiße Schafe freiließ. Die Athener sollten die Schafe dort opfern, wo sie sich niederlegten, und den Altar errichten, der dem Ort, an dem sie stehen blieben, am nächsten lag. Wenn die Schafe weit entfernt von einem bestehenden Götteraltar stehen blieben, errichteten die Athener einen Altar für einen unbekannten Gott.

Zudem wissen wir nicht mit Sicherheit, ob Paulus seine Predigt bereits beendet hatte, als er von den athenischen Philosophen unterbrochen wurde, die sich über ihn lustig machten.

F: Stützt Apostelgeschichte 17,23 in irgendeiner Weise die atheistische Behauptung, dass „Gott“ lediglich die Bezeichnung für das ist, was wir nicht kennen?

A: Es gibt einen Punkt, in dem Christen den Atheisten teilweise zustimmen können. „Gott“ ist der Begriff für das, was sie nicht kennen. Doch durch Christus kennen wir Gott. Ein zweiter Punkt, dem Atheisten zustimmen sollten, ist, dass das Christentum – vorausgesetzt, es ist wahr – angesichts des Umfangs der Bibel und der vielen Zeugnisse von Christen viel über Gott offenbart.

Nebenbei bemerkt ließ Aischylos in den „Eumeniden“ den Gott Apollon sagen: „Wenn der Staub das Blut eines Menschen aufgesogen hat, sobald er tot ist, gibt es keine Auferstehung.“ Würde jemand daran glauben, würde er spotten, wenn Paulus von der Auferstehung sprach.

Man kann sagen, dass jeder, auch Atheisten, an Gott glaubt. Definiert man Gott hier als das Ungeschaffene, als das, was die Naturgesetze festgelegt hat, als die ursprüngliche Ursache, so lautet der Name des Gottes der Atheisten „Zufall“. (Aus einem Vortrag von David Prentiss.)

F: Wie und wann sollten wir in Apostelgeschichte 17,28 aus nichtchristlichen Quellen zitieren und diese als wahr darstellen, wenn wir das Evangelium verkünden oder mit Nichtchristen diskutieren?

A: Das sollte folgendermaßen geschehen: mit großer Vorsicht. Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, dass wir das gesamte Werk, aus dem wir zitieren, für wahr halten – oder dass sie es für wahr halten sollten –, selbst wenn ein Teil davon wahr ist. Paulus – und auch wir – könnten aus einem Text zitieren, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen, indem wir uns auf Dinge einigen, die beide Seiten bereits als wahr ansehen, bevor wir uns auf neues Terrain begeben. Wir können unseren Ausführungen jedoch eine Einleitung voranstellen wie: „Ich glaube nicht, dass dieses Buch/diese Quelle in ihrer Gesamtheit wahr ist, aber ich denke, wir können uns darauf einigen, dass dieser eine Satz darin wahr ist.“ In gewisser Weise bewegen Sie sich dabei auf einem schmalen Grat zwischen einem Ad-hominem-Argument – indem Sie an das appellieren, was die Gesprächspartner bereits für glaubwürdig und zuverlässig halten – und der Vermeidung, ihre Ansicht über die Glaubwürdigkeit einer unbiblischen Quelle zu bestätigen oder zu untermauern.

Manchmal gibt es jedoch interessante Wahrheiten. Zum Beispiel verspottete Xenophanes, der um 570 v. Chr. schrieb, die Vorstellung, dass die Götter im Himmel alle hellhäutig und blauäugig seien, genau wie die Thraker – zumindest nach Ansicht der Thraker im heutigen Bulgarien und im Nordosten Griechenlands. Stattdessen seien die Götter im Himmel jedoch alle dunkelhäutig und sähen für Äthiopier aus wie, nun ja, Äthiopier. Apropos: Haben Sie schon einmal von der blondhaarigen, blauäugigen hinduistischen Göttin namens „Brigitte“ oder dem hinduistischen Gott namens Chau Chung gehört? – Das habe ich mir schon gedacht. Wenn jede Kultur der Meinung wäre, dass die Menschen, die den Göttern im Himmel äußerlich am ähnlichsten sind, sie selbst wären, könnte man sich fragen, ob die Darstellungen dieser Götter im Himmel allesamt Fälschungen oder Täuschungen wären, und Xenophanes könnte damit auf der richtigen Spur gewesen sein. Würden Sie dies also einem Heiden mitteilen? – Vielleicht. Ist dies die Verkündigung des Evangeliums? – Nein. Dies wird als Polemik bezeichnet.

In vielen Fällen besteht überhaupt keine Notwendigkeit, sich auf nichtchristliche und unbiblische Quellen zu berufen oder diese anzuführen. Wenn jedoch die Menschen, die Ihnen zuhören, eine Barriere gegenüber dem Evangelium haben, kann es in diesem Fall – manchmal, aber nicht immer – sinnvoll sein, aufzuzeigen, was an der Quelle oder Autorität, der sie vertrauen, richtig und was falsch ist.

Im Fall des Paulus sind sich die Christen uneinig darüber, ob Paulus hier das Richtige getan hat. Wir sehen keine blühende Gemeinde in Athen, und nur wenige Menschen glaubten. Vielleicht fanden die Zuhörer die Worte des Paulus interessant, doch seine Lehre ließ sich leicht in ihre bestehende religiöse Sichtweise einordnen, da alles, was er sagte, ohnehin bereits in ihren eigenen Quellen zu finden war. Andererseits würden andere argumentieren, dass Paulus unter den gegebenen Umständen – angesichts eines sehr skeptischen Publikums – das Beste getan hat, was möglich war.

Ich kannte einen wiedergeborenen Christen, einen ehemaligen Mormonen, der, wenn er vor Mormonen Zeugnis ablegte, ihnen einfach aus dem Buch Mormon zitierte (das er sehr gut kannte). Sie konnten ihm nicht wirklich widersprechen, da es sich um ihr eigenes religiöses Buch handelte. Doch wie viel Erfolg er mit diesem einzigartigen Ansatz hatte, weiß ich nicht.

F: Zeigt Apostelgeschichte17:28 , dass der Pantheismus wahr ist?

A: Nein. Der Satz „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ bezieht sich nicht darauf, dass wir uns physisch in Gott befinden, der Geist ist. Vielmehr bedeutet er, dass wir alle von Gott geschaffen wurden und dass unser Fortbestehen von Gott abhängt. Weitere Informationen zu Paulus’ Gedanken hierzu finden Sie in Kolosser 1,16–17.

F: Zeigt Apostelgeschichte17:28 –29, dass ein himmlischer Vater und eine himmlische Mutter Geistkinder geboren haben, wie es die Mormonen lehren?

A: Nein. Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

1. Beachten Sie, dass keinerlei Hinweis auf eine Göttin oder Mutter enthalten ist.

2. Beachten Sie das Fehlen jeglicher Erwähnung sexueller Handlungen seitens Gottes. Muslime glauben oft fälschlicherweise, Christen würden annehmen, Gott könne sexuelle Beziehungen eingehen. Wahre Christen haben niemals behauptet, Gott sei ein sexuelles Wesen, obwohl die Mormonen tatsächlich lehren, dass Gott ein sexuelles Wesen sei.

F: War der Dionysius in Apostelgeschichte 17,34 derselbe, der später Bischof von Athen wurde?

A: Wir sind uns nicht sicher, doch Eusebius berichtet in seiner „Kirchgeschichte“, Buch 3, Kapitel 4, S. 137–138, dass Dionysius von Korinth (170 n. Chr.) sagte, Dionysius, der erste Bischof von Athen, und Dionysius der Areopagit seien ein und dieselbe Person.

F: Hat dieser Dionysius in Apostelgeschichte 17,34 die Werke verfasst, die Dionysius dem Areopagiten zugeschrieben werden?

A: Nein. Diese wurden erst Hunderte von Jahren später, etwa zwischen 485 und 528 n. Chr., verfasst. Die „Encyclopedia Britannica“ in der Ausgabe von 1956 (Band 7, S. 396–397) führt aus, dass diese vier Werke sowie zehn Briefe einen tiefgreifenden Einfluss auf Theologen des Mittelalters hatten, darunter Thomas von Aquin, Erigena, Petrus Lombardus, Albertus Magnus und andere. Sie interessierten sich mehr für das darin enthaltene System christlicher Theologie in Verbindung mit griechischer Philosophie als für die Identität des tatsächlichen Autors.

Leider trat dadurch die Philosophie an die Stelle der Beziehung zu Gott und des Gehorsams ihm gegenüber. In der Encyclopædia Britannica (1956), S. 396, heißt es: „Ihre Bestandteile – christliche, griechische, orientalische und jüdische Elemente – sind zu einem organischen System vereint, nicht nur grob vermischt. Vielleicht hat die theologisch-philosophische Fantasie nie etwas Bemerkenswerteres geschaffen.“ Dieses System betonte den Lebensfluss von Gott durch eine himmlische Hierarchie mit drei Ebenen in jeder der drei Dimensionen:

I. Seraphim, Cherubim und Thronen

II. Herrschaften, Tugenden und Mächte

III. Fürstentümer, Erzengel und Engel.

Das Studium der vermeintlichen Beziehungen zwischen diesen Wesen, der Dreiergruppen von Ritualen und anderer Dinge trat an die Stelle des einfachen Studiums des Wortes Gottes. Es ist fast so, als hätte der unter dem Pseudonym Dionysius Areopagita schreibende Autor Kolosser 2,18–19 sehr sorgfältig gelesen und dann alles in seiner Macht Stehende getan, um dem zuwiderzuhandeln.

Frage: Wer glaubte in Apostelgeschichte 17,34 als Erste in Achaja: die Athener Dionysius und Damaris oder der Haushalt des Stephanas in 1. Korinther 16,15?

A: Der Haushalt des Stephanas war der erste, der in Achaja zum Glauben kam. Athen gehörte nicht zur römischen Provinz Achaja, sondern war eine verwaltungsmäßig unabhängige Stadt, die von Achaja umgeben war. Ein Verfasser hätte dies wahrscheinlich nicht gewusst, es sei denn, er hätte genau zu dieser Zeit gelebt.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 18,2 eine außerbiblische Bestätigung dafür, dass Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) allen Juden befahl, Rom zu verlassen?

A: Ja, der römische Historiker Suetonius schreibt in „Claudius“ 25 über die Vertreibung und nennt als Grund „ihre ständigen Unruhen, die von Chrestus angezettelt wurden“. Chrestus war wahrscheinlich eine falsche Schreibweise von Christus, und bei den Unruhen handelte es sich vermutlich um den Widerstand vieler Juden gegen die Annahme Christi. Dies geschah um 50 n. Chr., doch Suetonius gibt das genaue Jahr nicht an.

Auch der römische Historiker Dio Cassius und der jüdische Historiker Josephus erwähnen das Dekret des Claudius zur Vertreibung aller Juden aus Rom, nennen jedoch kein Jahr.

Auch der christliche Schriftsteller Orosius erwähnt dies und gibt an, dass er sich dabei auf Josephus stützt. Orosius nennt das Jahr 49 n. Chr.

F: Warum war Paulus in Apostelgeschichte 18,3; 20,34; 1 Korinther 9,1–18; 2 Korinther 11,7–12; 1 Thessalonicher 2,9; 2 Thessalonicher 3,7–10 ein Zeltmacher und kein berufsmäßiger Rabbiner?

A: Es gab keine professionellen Rabbiner. Gemäß der Mischna Pirke Aboth/Avot 2,2 sollten alle Rabbiner einen Handwerksberuf erlernen.

F: In Apostelgeschichte 18,6: Wann halten Sie es für angebracht, es Paulus hier gleichzutun und „die Kleider auszuschütteln“ (oder, wie in Apostelgeschichte 13,51, „den Staub von den Füßen zu schütteln“)?

A: Sie hatten beschlossen, unter keinen Umständen die Worte des Paulus anzunehmen, und machten dies dem Paulus deutlich. Wenn es die feste Überzeugung aller Menschen ist, mit denen Sie sprechen, Gott nicht zu folgen, Sie und Ihre Botschaft abzulehnen und Ihren Worten keine Beachtung zu schenken, dann ist Ihre Aufgabe, sie zu warnen, möglicherweise erfüllt. Das Abschütteln des Staubes von den Füßen ist eine abschließende Botschaft an sie, dass Gott selbst sie von nun an warnen kann. Übrigens tat Paulus dies nur gegenüber der Synagoge in Korinth. Später besuchte Paulus die Synagoge in Ephesus.

F: Warum, glauben Sie, sprach Gott in Apostelgeschichte 18,9–10 hier zu Paulus?

A: Nach seinen Verfolgungen und der mangelnden positiven Resonanz in Athen könnte er sich niedergeschlagen gefühlt haben. Auch an anderen Orten hatte er oft einen vielversprechenden Anfang, musste dann aber aufgrund des starken Widerstands wieder abreisen. Als er sich vielleicht fragte, ob seine Bemühungen überhaupt eine dauerhafte Wirkung zeigten, ermutigte Gott ihn. Ungeachtet dessen, was zuvor geschehen war, versprach Gott Paulus, dass ihm in Korinth niemand etwas antun würde. Auch 2. Korinther 1,3–11 zeigt die Niedergeschlagenheit, die Paulus zu dieser Zeit empfand.

F: Warum sind fromme Leiter in Apostelgeschichte 18,9–10 manchmal niedergeschlagen und entmutigt?

A: Manchmal kann es daran liegen, dass sie nicht die Ergebnisse sehen, die sie erwarten oder für selbstverständlich halten. Oder – was ebenso schlimm ist – sie sehen zwar positive Ergebnisse, stellen dann aber fest, dass diese nicht von Dauer sind. Denken Sie jedoch daran: Die Ergebnisse gehören Gott.

Andererseits kann es vorkommen, dass Leiter manchmal zu sehr von sich eingenommen sind. Dies kann für andere Menschen entmutigend wirken.

Auch gehorsame Christen, die den Herrn lieben, können dennoch entmutigt werden. Beispiele aus der Bibel sind Hiob, Elia, David und Paulus. Weitere Beispiele für Christen, die unter Entmutigung oder Depressionen litten, sind Martin Luther, Charles Spurgeon, Adoniram Judson, Hudson Taylor, Mary Morrison, die Ehefrau von Robert Morrison, David Brainerd und A. B. Simpson.

Betrachten wir einmal, wie Paulus die Situationen in seinem Leben einschätzen konnte. Der Weg, den Paulus einschlug, hätte von großem strategischem Wert sein können. Hätte Paulus mit den jüdischen Führern sprechen und die Führung davon überzeugen können, Jesus als den Messias anzuerkennen, hätte dies enorme Auswirkungen gehabt. Hätte Paulus dem römischen Kaiser Zeugnis ablegen und ihn zu Christus führen können – oder zumindest dafür sorgen können, dass das Christentum als akzeptierte Religion nicht mehr verfolgt würde –, hätte dies das Leben der Christen im gesamten Reich erheblich erleichtert. Paulus unternahm Schritte in beide Richtungen, doch wir wissen nicht, inwieweit er über diese strategischen Initiativen nachdachte. Unabhängig davon verliefen jedoch beide dieser potenziell großartigen Gelegenheiten im Sande. Den Christen standen zu dieser Zeit weder die Ressourcen des jüdischen Volkes noch die des Römischen Reiches zur Verfügung, um ihnen bei der Verbreitung des Evangeliums zu helfen. Stattdessen führten sie einen mühsamen Kampf – mit Gottes Hilfe, aber ohne die Unterstützung von Institutionen.

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie ein begabter Prediger, Lehrer und Wundertäter wären und dann zwei Jahre lang im Gefängnis säßen, mit nur sehr begrenzten Möglichkeiten, etwas zu bewirken? Wir sind Werkzeuge. Ich habe einen Hammer in meinem Werkzeugkasten, und es ist ein guter Hammer. Ich nehme ihn heraus und benutze ihn, wenn ich ihn brauche, und den Rest der Zeit lasse ich ihn in meinem Werkzeugkasten. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob der Hammer voll ausgelastet ist oder nicht, oder ob sich der Hammer erfüllt fühlt. Wir sind Werkzeuge für Gott. Gott setzt uns ein, wann Er es wünscht, und gibt uns zu anderen Zeiten vielleicht nur begrenzte Möglichkeiten.

Manchmal hat Gott uns gebeten, Gefangene und Sklaven zu sein. Es ist uns nicht immer gestattet, unser volles Potenzial auszuschöpfen – nicht einmal, wenn wir Dinge für Gott tun. Doch Gott verlangt von uns keine Ergebnisse, sondern gehorsame Liebe. Wir müssen vorbereitet sein, stets bereit stehen und dürfen nicht Anstoß nehmen, wenn wir in den Hintergrund rücken und warten müssen.

F: Was sollen wir laut Apostelgeschichte 18,9–10 tun, wenn wir uns entmutigt fühlen?

A: Wie ein guter christlicher Autor einmal sagte, sollten wir uns durch das Unerklärliche nicht gekränkt fühlen. Nähern Sie sich Gott. Machen Sie sich bewusst, dass der gegenwärtige Moment im Vergleich zur Zukunft der Ewigkeit sehr klein ist. Wer Sie sind, ist wichtiger als das, was Sie tun und was Ihnen widerfährt. Paulus erkannte dies im Gefängnis, und darin liegt das Geheimnis, wie er selbst dort voller Freude sein, singen und Gott preisen konnte.

F: Was sollten wir gemäß Apostelgeschichte 18,9–10 tun, um gottesfürchtige Leiter zu ermutigen?

A: Beten Sie für sie; lassen Sie sie wissen, dass wir sie schätzen und für sie beten. Selbst wenn sie vielleicht Zurechtweisung oder sogar Tadel benötigen, lassen Sie sie dennoch wissen, dass wir sie weiterhin respektieren und uns um sie kümmern.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 18,12 irgendwelche außerbiblischen Informationen über den Prokonsul Gallio?

A: Ja, doch bevor wir speziell auf Gallio eingehen, lassen Sie uns zunächst allgemein über Prokonsuln sprechen. Einige römische Provinzen standen unter der Kontrolle des kaiserlichen Legatus, der dem Kaiser unterstand, andere unter einem Prokonsul, der dem Senat unterstand. Dies war in Rom ein wichtiger Unterschied, da es darum ging, wer die Steuern einnahm. Korinth war eine antike Stadt, die von den Römern zerstört, aber 47 v. Chr. wieder aufgebaut wurde. Korinth war die Hauptstadt der als Achaia bekannten Region Griechenlands. Achaia gehörte bis 27 v. Chr. zu Mazedonien und stand unter der Herrschaft eines Prokonsuls (des Senats). Im Jahr 15 n. Chr. vereinigte Tiberius die Region mit Mazedonien und Moesien zu einer kaiserlichen Provinz. Claudius unterstellte sie im Jahr 44 n. Chr. einem Prokonsul des Senats, wie Suetonius in „Claudius 25“ berichtet.

Junius Annaeus Gallio war der ältere Bruder des berühmten stoischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca, der als Lehrer Neros tätig war. Eine Inschrift in Delphi besagt, dass Gallio von ca. 51–52 n. Chr. Prokonsul war. Andere interpretieren das Datum als 52–53 n. Chr. Offenbar war er erst seit kurzem Prokonsul, als Paulus sich dort aufhielt. Gallio war sehr umgänglich. Laut Gallios eigenem Bruder Seneca „ist kein Sterblicher für irgendjemanden so angenehm wie Gallio für alle“. Gallio war nicht sehr lange Prokonsul. Innerhalb weniger Jahre unternahm er eine Seereise, um sich von einem wiederkehrenden Fieber zu befreien. Einige Jahre später unternahm er eine Seereise nach Alexandria, um sein Asthma zu lindern. Schließlich wurde Gallios Bruder Seneca zum Selbstmord gezwungen, und später ließ Nero Gallio töten.

Gallios Entscheidung, das Verfahren gegen Paulus einzustellen, war wichtig, da sie einen Präzedenzfall schuf. Hätte Gallio Paulus für schuldig befunden, eine ungesetzliche Religion zu vertreten, hätten andere Statthalter seinem Beispiel folgen und Paulus ausweisen können, sobald dieser ihr Gebiet betrat.

F: Wer hat in Apostelgeschichte 18,17 Sosthenes geschlagen und warum?

A: Die Heilige Schrift gibt keine Auskunft darüber, wer Sosthenes geschlagen hat oder warum. Betrachten wir vier Möglichkeiten und entscheiden wir dann, welche am wahrscheinlichsten ist.

a) Antisemitische Griechen schlugen Sosthenes

b) Juden schlugen Sosthenes, weil er ein halbherziger Fürsprecher war.

c) Sosthenes, der Jude, ließ sich „aufopferungsvoll“ schlagen, um Gallio zu überzeugen.

d) Juden schlugen Sosthenes, weil er Christ geworden war.

Die richtige Antwort ist wahrscheinlich a), aber auch d) ist wahrscheinlich. Paulus erwähnt Sosthenes in 1. Korinther 1,1. Da Paulus keinen anderen Sosthenes unterschied, handelte es sich wahrscheinlich um denselben, was d) zur wahrscheinlich richtigen Antwort macht. Sosthenes war kein gebräuchlicher griechischer Name.

Frage: War Apollos in Apostelgeschichte 18,24–28 bereits gläubig, bevor er von Jesus erfuhr?

A: Apollos wusste nichts von Jesus, doch wie Abraham, Hiob und andere wahre Nachfolger glaubte Apollos an Gott, hatte jedoch noch keine Gelegenheit gehabt, von Jesus zu hören. Wie J. D. Pentecost lehrte, befand sich Apollos, was ihn betraf, noch im Alten Bund, bevor er mit Aquila und Priscilla sprach. Apollos stammte aus Alexandria und hatte wahrscheinlich eine „hellenistisch geprägte Ausprägung des Judentums“, die mit der griechischen Philosophie vertraut war. Möglicherweise hätte er sich im Gespräch mit den griechischen Philosophen besser zurechtgefunden als Paulus.

F: Hätte Apollos, wie in Apostelgeschichte 18,24–28 beschrieben, vor seinem Gespräch mit den Christen gestorben, wäre er dann in den Himmel gekommen?

A: Die Heilige Schrift sagt dazu nichts, doch es gibt drei Punkte.

1. Apollos glaubte an die Wahrheit über Gott, die er kannte.

2. Er hat den Heiligen Geist wahrscheinlich weder verstanden noch empfangen.

3. Anstatt Apollos diesem Zwischenzustand zu überlassen – in dem er gewissermaßen wie ein Gläubiger des Alten Testaments war –, sorgte Gott dafür, dass Apollos die Wahrheit erfahren würde.

F: Wie unterweisen Sie gemäß Apostelgeschichte 18,24–28 jemanden, der zwar teilweise, aber unvollständiges Wissen über die Wahrheit besitzt?

A: Wenn es sich um einen Ungläubigen handelt, beginnen Sie mit dem Gebet; nur der Heilige Geist kann ihn bekehren, aber Sie können Samen säen, ihn begleiten oder ihn zu Christus führen, je nachdem, wo er gerade steht. Viele Christen, die ehemalige Mormonen sind und mit denen ich gesprochen habe, sagten, dass sie das, was sie aus dem Mormonentum herausgeführt hat, etwa zehnmal hören mussten, bevor es irgendeine Wirkung auf sie hatte. Erst dann beschlossen sie, Nachforschungen anzustellen, in der „Gewissheit“, dass sie dem Christen das Gegenteil beweisen würden. Dann stellten sie fest, dass sie dies nicht konnten, und schließlich verließen sie das Mormonentum und kamen später zu Christus.

Wenn es sich um einen Gläubigen handelt, der in wichtigen, aber zweitrangigen Punkten im Unrecht ist, beginnen Sie dennoch mit dem Gebet. Möglicherweise müssen Sie auch mit ihm Geduld haben. Debattieren Sie nicht mit ihm, es sei denn, es ist notwendig. Manchmal müssen Sie jeden Ihrer Argumente sorgfältig begründen; manchmal brauchen Sie jedoch keine Zeit damit zu verschwenden, sondern legen Sie einfach Ihre Standpunkte dar. Sie müssen herausfinden, wo er steht, und sich nach der Person und der Situation richten. Es ist gut, sie zu fragen, auf welcher Grundlage sie ihren Standpunkt vertreten. Vielleicht erkennen sie bereits den Wert Ihrer Sichtweise, haben jedoch das Gefühl, diese nicht akzeptieren zu können, weil sie glauben, dann müssten sie eine andere Ansicht ändern. Das werden Sie jedoch erst erfahren, wenn Sie sie fragen, warum sie an ihrem Standpunkt festhalten. Dann können Sie ihnen vielleicht aufzeigen, dass sie ihre Sichtweise ändern und Ihre Ansicht übernehmen können, ohne ihre Meinung zu dem anderen Thema ändern zu müssen.

Es kann auch sein, dass Sie, nachdem Sie Ihre Argumente vorgebracht haben und der andere die Gründe für seine Haltung erläutert hat, feststellen, dass Sie derjenige sind, der sich irrt, und dass entweder Sie oder Sie beide Ihre Ansichten ändern sollten, um der Wahrheit gerecht zu werden.

F: Wie sah die Stadt Ephesus zu Paulus’ Zeiten aus (Apg 19,1)?

A: Ephesus war eine der drei oder vier größten Städte im Römischen Reich. Dort gab es eine sehr starke heidnische Präsenz, und finanzielle Interessen waren mit dem Fortbestehen des Heidentums verbunden. Der Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen Blüte war bereits vorbei, da der Hafen aufgrund von übermäßiger Abholzung, Überweidung und Holzkohleverbrennung flussaufwärts versandete. Die Römer versuchten im Jahr 65 n. Chr., den Schlamm zu beseitigen, waren dabei jedoch nicht sonderlich erfolgreich. Dennoch konnten sie mit ihrer silbernen Göttin Artemis weiterhin viel Geld verdienen. Die Hauptstraße war für ihre Zeit sehr breit, etwa 11 Meter. Doch all dies hatte keinen wirklichen Einfluss auf die große Verbreitung des Evangeliums dort. Der Artemis-Tempel war laut Plinius’ „Naturgeschichte“ 36.95 239 Fuß breit und 418 Fuß lang. Dies war wahrscheinlich der größte Tempel der Welt, etwa viermal so groß wie der Parthenon in Athen.

F: Was sind in Apostelgeschichte 19,1 die „oberen/höher gelegenen Küsten“?

A: Dabei handelte es sich um die im Landesinneren gelegene Hochebene Kleinasiens (das phrygische und galatische Plateau), die Paulus auf seinem Weg nach Ephesus durchquerte.

F: Wie konnten sie in Apostelgeschichte 19,2–3 wirklich glauben, ohne den Heiligen Geist empfangen zu haben?

A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

Intellektuell gesehen kann jeder daran glauben, dass das Christentum wahr ist, ohne sich dazu zu verpflichten, Christ zu sein und gerettet zu werden.

In alttestamentlicher Zeit glaubten viele an Gott, ohne dass der Heilige Geist in ihnen wohnte.

In dieser Übergangszeit waren diese Heiden gehorsam im Glauben, obwohl der Heilige Geist sie noch nicht erfüllt hatte.

Auch wenn dieser Fall heute kein Vorbild für uns ist, beweist er doch, dass die Gegenwart des Heiligen Geistes in einem Menschen keine Voraussetzung dafür war, an Gott zu glauben.

F: Können Menschen heute gemäß Apostelgeschichte 19,2–3 wirklich glauben, ohne den Heiligen Geist zu empfangen?

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

1. Diese Passage sowie die Erfahrungen vieler Gläubiger im Alten Testament beweisen, dass es theoretisch möglich ist, dass Gott Menschen zum Glauben bringt, ohne dass der Heilige Geist in ihnen wohnt.

2. Zu der Zeit, als Paulus den Römerbrief 8 verfasste, wohnte der Heilige Geist bereits in jedem, der ein aufrichtiger Gläubiger war.

F: Können Sie in Bezug auf Apostelgeschichte 19,5 erklären, warum in der Apostelgeschichte steht, dass die Jünger Jesu nur im Namen Jesu tauften? Warum?

A: Auch wenn die Heilige Schrift dies nicht ausdrücklich erwähnt, lassen sich doch einige Beobachtungen machen.

1. Auch andere Menschen tauften. Juden vollzogen rituelle Waschungen, und später tauften die cerinthianischen Ketzer. In den griechischen Mysterienreligionen gab es verschiedene Zeremonien.

Im Gegensatz zu diesen anderen Taufen tauften sie jedoch in der Vollmacht Jesu; daher beinhaltet „im Namen von“ hier zweifellos die Bedeutung von „in der Vollmacht von“.

2. Natürlich taufte auch Johannes der Täufer. Tatsächlich handelten einige Christen in Ephesus falsch. Weitere Informationen finden Sie in Apostelgeschichte 19,1–6.

3a. Manche sind der Ansicht, dass es keine Rolle spielt, ob man im Namen Jesu oder im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes tauft – es sei alles dasselbe. Es komme nicht auf die „Formel“ oder die Worte an, sondern auf die Bedeutung und die Absicht.

3b. Andererseits wollten Christen oder Lukas vielleicht bewusst nicht öffentlich machen, dass sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes tauften, sondern sagten der Kürze halber einfach, sie tauften in der Vollmacht/im Namen Jesu.

4. Die Oneness-Pfingstler behaupten, dass es sich um Synonyme handelt, da Jesus der Vater und Jesus der Heilige Geist sei. Dies kann jedoch nicht zutreffen, da JESUS in Matthäus 27,46 ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Somit sind sowohl 1 als auch 2 definitiv wahr, und entweder 3a oder 3b könnte wahr sein. 4 ist definitiv falsch.

Frage: Waren die Jünger in Ephesus in Apostelgeschichte 19,6–7 bereits echte Christen, bevor sie mit dem Heiligen Geist getauft wurden?

A: Sie waren noch keine Christen, obwohl sie zu den Auserwählten gehörten. Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

In alttestamentlicher Zeit konnte ein Mensch wahrhaft an Gott glauben, ohne den Heiligen Geist in sich zu haben. Der Heilige Geist konnte jemanden verlassen, so wie Gott Simson in Richter16:20 verließ und wie David Gott in Psalm 51,11 bat, dies nicht zu tun.

In der Zeit des Neuen Testaments haben alle wahren Christen den Heiligen Geist in sich, wie es in Römer 8,9–11 heißt und 1. Korinther 2,16 andeutet. Apostelgeschichte 19,2 zeigt Menschen, die an Jesus glaubten, aber den Heiligen Geist noch nicht hatten. Da der Übergang vom alttestamentlichen mosaischen Bund bzw. der alttestamentlichen Heilszeit zum Neuen Testament bereits stattgefunden hatte, galt es, unverzüglich um den Heiligen Geist zu bitten.

Gott ist nicht darauf beschränkt, im Rahmen unserer Erwartungen zu wirken. Zum Beispiel sterben manche Säuglinge, ohne die Fähigkeit zu besitzen, an Jesus zu glauben. Nichts in der Bibel hindert Gott daran, sie durch Jesus in den Himmel kommen zu lassen.

Die Jünger in Ephesus kannten nur das Alte Testament und Johannes den Täufer. (Vielleicht hatte Apollos zu ihnen gesprochen.) Sie könnten denen aus der Zeit des Alten Testaments ähnlich gewesen sein.

F: Sollten Glaubensheiler heute gemäß Apostelgeschichte 19,12 Taschentücher zur Heilung verteilen?

A: Als Nicht-Charismatiker kann ich sagen, dass es in dieser Schriftstelle – oder in irgendeiner anderen in der Bibel – nichts gibt, was dies direkt ausschließt.

F: Da in Apostelgeschichte 19,12 Menschen durch Taschentücher und Schürzen geheilt wurden, die der Apostel berührt hatte, spricht dies dann für religiöse Reliquien, wie sie in der katholischen und der orthodoxen Kirche verwendet werden?

A: Nein, denn es gab wesentliche Unterschiede zwischen den Taschentüchern der Apostel und späteren Reliquien.

1. Die Kleidungsstücke wurden zur Heilung verwendet und nicht im Gottesdienst oder zur Verehrung.

2. Es handelte sich ausschließlich um Kleidung der Apostel, nicht um die anderer Heiliger wie Maria oder Jakobus, des Bruders des Herrn.

3. Es ging dabei nicht um Geld.

Seit der Zeit von Johannes Klimakos (vor 670 n. Chr.) versuchten verschiedene christliche Theologen, eine umfassende Liste von Tugenden und Lastern zu erstellen. Das Bemerkenswerteste an fast all diesen Listen ist, dass sie das zweite der zehn Gebote völlig außer Acht ließen. (Falls Sie sich nicht sicher sind, was das zweite Gebot ist, sollten Sie vielleicht 2. Mose 20,4–6 lesen.)

Beachten Sie, dass es einige Unterschiede zwischen der katholischen und der orthodoxen Sichtweise der Verehrung gibt. Die Orthodoxen verwenden in der Regel Ikonen, also zweidimensionale Bilder, durch die sie zu Gott beten. Katholiken haben eher Statuen.

F: Warum konnten die jüdischen Exorzisten in Apostelgeschichte 19,13–17 die Dämonen nicht austreiben?

A: Sie sprachen zwar die richtigen Worte, doch die Kraft lag nicht in den Worten. Entscheidend war die Kraft Gottes, die durch das Leben eines Christen fließt. Da sie keine Christen waren, war diese Kraft nicht vorhanden.

Nebenbei bemerkt: Die Tatsache, dass Sceva angeblich ein Hohepriester war, bedeutet nicht zwangsläufig, dass er tatsächlich einer war oder nicht; es könnte sich lediglich um einen Titel gehandelt haben, den er sich selbst verliehen hat. Auch wenn Scevas Söhne sich mit Exorzismus beschäftigten, geht aus der Schrift nicht hervor, ob Sceva selbst dies ebenfalls tat.

Beachten Sie, dass diese Exorzisten sich nicht Jesus als ihrem Herrn und Erlöser unterwarfen, aber keinen Grund sahen, den Namen Jesu nicht zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Manche Menschen verhalten sich heute genauso.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 19,13–17 Hinweise darauf, dass spätere magische Exorzisten versuchten, den Namen Jesu zu benutzen?

A: Tatsächlich ja. Der Pariser Magie-Papyrus Nr. 574, Zeilen 3018–3019, lautet: „Ich beschwöre dich bei Jesus, dem Gott der Hebräer“ (vgl. K. Preisendanz, Papyri Graecae Magicae, 2 Bde. [Leipzig: Teubner, 1928, 1931], Tafel IV. Auch jüdische Rabbiner sprachen sich in ihren Schriften gegen die Verwendung des Namens Jesu bei Heilungen aus (vgl. Tos. Hulin 2:22–23; J. Schabbat 14.4.14d; J. Abodah Zarah 2.2.40d–41a; B. Abodah Zarah 27b). Warum sollten sie dies anprangern, wenn nicht einige Menschen versucht hätten, genau dies zu tun? Man darf Okkultismus und Jesus nicht miteinander vermischen. Als Christen dürfen wir uns nicht mit Horoskopen, Handlesen, Ouija-Brettern, Tarotkarten oder anderen okkulten Praktiken beschäftigen.

F: Wie sollte unsere Haltung gegenüber okkulten Büchern und falschen Religionen gemäß Apostelgeschichte 19,19 sein?

A: Wie Zola Levitt sagte: „Wenn Sie mit Satan spielen, wird er mit Ihnen spielen.“

Möglicherweise gab es ein oder zwei Heilmittel, die wirkten, vermischt mit einer Vielzahl von Scheinheilmitteln. Möglicherweise gab es einige wenige weise Worte, die fundiert waren, vermischt mit vielen okkulten Lügen. Möglicherweise gab es einige wenige Zaubersprüche, die tatsächlich wirkten, weil Dämonen den Anschein erweckten, dass sie wirkten. Dennoch wurden alle Bücher verbrannt.

Zwar enthalten Bücher anderer Religionen viele wahre Aussagen, doch sollen wir nicht nach der Wahrheit suchen, indem wir Bücher über andere Götter studieren. In den Sprüchen9:17 ist es Torheit, nicht Weisheit, die besagt: „Gestohlenes Wasser ist süß, und heimlich gegessenes Brot schmeckt gut!“ (BSB). Das bedeutet, dass es Torheit ist, eklektisch vorzugehen und alle guten „Details“, die in einem Werk über einen falschen Gott enthalten sein mögen, zu übernehmen. Haben Sie fragwürdige Statuen, Zeitschriften, Videos oder Bücher in Ihrem Haus? Wenn ja, nehmen Sie Ihre Beziehung zu Jesus ernst und entledigen Sie sich dieser Dinge.

Als Gegengewicht zum vorangegangenen Absatz ist anzumerken, dass Paulus aus heidnischen griechischen Dichtern zitierte, als er zu den Griechen in Athen und an anderen Orten sprach. Zwar machte Paulus seine Meinung zum Vertrauen in die griechische Philosophie in Kolosser 2,8 und 1. Korinther 1,18–31 sehr deutlich, doch nutzte er sein Wissen über die griechische Philosophie und Religion, um christliche Konzepte auf eine Weise zu erklären, die für seine Zuhörer besser nachvollziehbar war. Unter Christen herrscht Uneinigkeit darüber, wie effektiv diese Vorgehensweise des Paulus im Vergleich zum „Predigen von nichts als dem Evangelium“ war, wie er es in 1. Korinther 1,18–31 selbst beschrieb.

F: Handelt es sich in Apostelgeschichte 19,24 um denselben Demetrius, der in 3. Johannes 12 als Gläubiger erwähnt wird?

A: Das ist zwar möglich, jedoch höchst unwahrscheinlich, da Demetrius ein weit verbreiteter griechischer Name war.

F: Warum fasste Demetrius in Apostelgeschichte 19,26.28 die gesamte Lehre des Paulus auf diese Weise zusammen?

A: Seine einseitige Zusammenfassung ist tatsächlich sehr aufschlussreich. Er nahm die gesamte Lehre des Paulus und „verdichtete“ sie auf das, was er für sich als relevant erachtete. Da er nicht den Wunsch hatte, der Wahrheit zu folgen, hörte er lediglich, dass sein Geschäft mit der Herstellung von Götzenbildern zurückgehen könnte, wenn die Menschen an einen Gott glaubten, der keine Götzenbilder hatte.

Manche Christen mögen erstaunt sein, wenn die Zusammenfassung ihrer Worte durch einen Nichtchristen ebenso einseitig und oberflächlich ausfällt wie die Analyse des Demetrius. Obwohl Paulus ein wirkungsvoller christlicher Redner war, konnten seine Worte die Kluft einfach nicht überbrücken, denn Menschen wie Demetrius hatten die Brücke auf der anderen Seite bereits abgebrochen. Selbst wenn Sie so viel wüssten wie Paulus, über seine Erfahrung verfügten und die Wunder vollbringen könnten, die er vollbrachte – wenn der Heilige Geist nicht im Herzen des Zuhörers wirkt, werden Ihre Worte allein nicht ausreichen, um die Kluft zu überbrücken.

Andererseits waren dieselben Worte in Ephesus wirksam, um viele zu bekehren. Die Tatsache, dass Ihre Worte manche Menschen möglicherweise nicht erreichen, bedeutet also nicht, dass der Fehler in den Worten liegt.

F: Was sind in Apostelgeschichte 19,31 die Asiarchs?

A: Es handelt sich um Amtsträger der Provinz. Die Asiarchs waren Teil einer Ehrengesellschaft und hatten die Aufgabe, die Verehrung des Kaisers in der Provinz Asien zu fördern. Ihr Hauptsitz befand sich in Pergamon. Jeweils eine Person fungierte als Asiarch der gesamten Provinz, und es gab Asiarchs in jeder Stadt. Nach Ablauf ihrer Amtszeit wurden sie lebenslang mit dem Titel „Asiarch“ geehrt. In der Provinz Lykien gab es zudem Lysiarchs und in der Provinz Galatien Galatarchs. Offenbar könnte der Pöbel angenommen haben, dass jemand, der mit den Asiarchs befreundet war, keine Bedrohung für das Römische Reich darstellte.

F: Warum reagierten sie in Apostelgeschichte 19,35 so empfindlich auf die „Artemis der Epheser“?

A: Der Tempel der Artemis wurde hier errichtet, höchstwahrscheinlich nach dem Einschlag eines Meteoriten, den sie verehrten. Die griechische Artemis war die zölibatäre Göttin der Jagd, während diese Artemis eine grotesk anmutende Fruchtbarkeitsgöttin war. Ein griechischer Gott oder eine griechische Göttin konnte an verschiedenen Orten unterschiedliche Eigenschaften haben. Die im Tempel hinterlassenen Opfergaben und der Verkauf von Artemis-Götzenbildern brachten der Stadt Einnahmen. Da ein Tempel zudem als heiliger und somit sicherer Ort galt, diente er auch als Bank, in der die Reichen ihr Vermögen verwahren konnten. Wie der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 1072 hervorhebt, verschonten Eroberer Ephesus im Allgemeinen aus Respekt vor dem Artemis-Tempel. Im Jahr 400 v. Chr. brannte der Tempel jedoch versehentlich nieder, und im Jahr 356 v. Chr. steckte ein Ruhmeshungriger namens Herostratus den Tempel am Geburtstag Alexanders des Großen absichtlich in Brand, damit Herostratus’ Name unsterblich würde. Man richtete Herostratus hin, und in der Folge würde man wahrscheinlich jeden hinrichten, der der Entweihung des Artemis-Tempels beschuldigt wurde, der der Stadt Sicherheit und Einnahmen verschaffte. Zu Paulus’ Zeiten war es ein prunkvoller Tempel mit 127 Marmorsäulen in Gold und Weiß. Der Tempel diente zudem als Bankdepot.

Für manche Menschen wird die Verehrung eines Götzenbildes mit nationalem Patriotismus gleichgesetzt. In der Römerzeit sollten treue römische Bürger dem Kaiser Opfer darbringen. Die Zeitschrift „Hinduism Today“ vom April 1998, S. 36, erwähnt, dass der Hinduismus gegenüber Indien „patriotisch“ sei. Natürlich war bis zur Ankunft der Briten eines der wenigen Elemente, die allen Formen des Hinduismus gemeinsam waren, die „Suttee“ – der Brauch, bei dem die Witwe auf dem Scheiterhaufen ihres Mannes verbrannt wurde. Wenn der traditionelle Hinduismus wahrer Patriotismus ist, dann ist es ein Glück, dass nur wenige Inder nach dieser verdrehten Definition – nämlich der Treue zu ihren hinduistischen Traditionen – „patriotisch“ sind.

Man muss keine prophetische Gabe besitzen, um vorhersagen zu können, dass Paulus in Ephesus eine interessante Zeit mit vielen Schwierigkeiten erleben würde. Doch das schien Paulus nicht im Geringsten zu bremsen. Wenn Sie wüssten, dass Sie sich durch eine Reise in große Schwierigkeiten begeben würden, aber gleichzeitig wüssten, dass Gott möchte, dass Sie dorthin gehen, wären Sie dann immer noch bereit, sich auf den Weg zu machen? – Ich hoffe es.

F: Was wissen wir in Apostelgeschichte 19,35 über dieses Amt des „Stadtsekretärs“?

A: Der Stadtsekretär, oder Grammateus, war in der Regel der oberste Beamte der Stadtverwaltung, der Vorsitzende des Stadtrats, und nicht bloß ein Sekretär. Er wäre so etwas wie ein Stadtverwalter in den Vereinigten Staaten. Die römische Provinzverwaltung befand sich in Ephesus, und der Stadtsekretär fungierte als Verbindungsmann zwischen der Stadt und der römischen Regierung. Er wurde nicht von den Römern ernannt, doch der römische Prokonsul machte ihn für die öffentliche Ordnung verantwortlich. Bei Unruhen standen sein Amt und möglicherweise sogar sein Leben auf dem Spiel. Das Theater in Ephesus bot Platz für über 24.000/25.000 Menschen. Die kurze, aber wirkungsvolle Rede des Stadtsekretärs zeigte, wie geschickt er sein Wissen über das Volk einsetzte, um es zur Ruhe zu bewegen, und zeugte von dem Respekt, den das Volk ihm entgegenbrachte.

F: Warum wird in Apostelgeschichte 19,35 das Bildnis erwähnt, „das vom Himmel fiel“ (KJV: „das von Jupiter herabfiel“)?

A: Offenbar war ein Faktor für die besondere Verehrung der Artemis in Ephesus ein Meteorit, der in der Nähe von dort vom Himmel gefallen war. Neben Ephesus wurden Meteoriten laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 9, S. 502, auch in Troja, Pessinus, Enna und Emesa (Amasea) verehrt.

Ebenso wurde an der Kaaba in Mekka sowohl vor als auch zu Mohammeds Zeiten ein Meteorit verehrt. Der frühchristliche Schriftsteller Arnobius (297–303 n. Chr.) schreibt: „Ihr [Heiden] lacht, weil in der Antike die Perser Flüsse verehrten, wie es in den Schriften berichtet wird, die diese Dinge der Erinnerung überliefern; die Araber einen formlosen Stein; die skythischen Völker ein Schwert; …“ Arnobius, „Gegen die Heiden“, Buch 6, Kap. 10, S. 510

F: Sollten wir gemäß Apostelgeschichte 20,3 unsere Pläne in einer gefährlichen Situation manchmal aus Angst oder Vorsicht ändern?

A: Paulus tat dies. Paulus wurde nicht auf übernatürliche Weise beschützt, sondern dadurch, dass er von der Verschwörung erfuhr und entsprechende Maßnahmen ergriff. Paulus hatte ursprünglich geplant, vom überfüllten korinthischen Hafen von Kenchreä aus in südöstlicher Richtung direkt nach Syrien zu segeln – der schnellsten Route nach Jerusalem. Als Paulus jedoch von der Verschwörung gegen ihn erfuhr, schlug er die entgegengesetzte Richtung ein, landeinwärts und nach Norden nach Mazedonien und vielleicht auch weiter nördlich nach Illyrien (dem heutigen Serbien, Bosnien und Montenegro). Entweder Paulus selbst oder einer seiner Begleiter brachte das Evangelium nach Illyrien, wie in Römer 15,19 beschrieben.

F: Wie kam es in Apostelgeschichte 20,4 zu dem Gaius aus Derbe, da Gaius in Apostelgeschichte 19,29 ein Mazedonier war?

A: Derbe liegt mitten in der heutigen Türkei, weit entfernt von Mazedonien. Es ist zwar möglich, dass ein Mazedonier nach Derbe gezogen wäre, doch eine weitaus wahrscheinlichere Erklärung ist, dass es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Gaius war damals ein sehr gebräuchlicher Name. Auch im 3. Johannesbrief wird ein Gaius (wahrscheinlich eine dritte Person) erwähnt.

F: Was waren in Apostelgeschichte 20,6 die Tage der ungesäuerten Brote?

A: Dies war ein Ausdruck für die Zeit des Passahfestes. In der Bibel wird dies in 2. Mose 23,15 und 3. Mose 23,4–8 mit dem Passahfest gleichgesetzt. Paulus wollte aus zwei wahrscheinlichen Gründen eilig nach Jerusalem reisen. Er verbrachte das Passahfest in Philippi (Apostelgeschichte 20,6) und wollte rechtzeitig zu Pfingsten in Jerusalem sein (Apostelgeschichte 20,16); außerdem wollte er nicht ausgeraubt werden, da er eine große Geldsumme bei sich trug. Christ zu sein bedeutet nicht, dass man keine Sicherheitsvorkehrungen treffen sollte, und es bedeutet auch nicht, dass man nicht ausgeraubt werden kann.

F: Was sagt Apostelgeschichte 20,7–9 den Siebenten-Tags-Adventisten und den Zeugen Jehovas?

A: Die frühen Christen feierten ihren Gottesdienst am ersten Tag der Woche, dem Sonntag, wie es in 1. Korinther 16,1–2 beschrieben wird. Wenn es für Paulus und die ersten Christen in Ordnung war, Gott am ersten Tag der Woche zu verehren, dann ist es auch für uns in Ordnung.

F: Was bedeutet der Name „Eutychus“ in Apostelgeschichte 20,9–12 auf Griechisch?

A: Der Name Eutychus bedeutet „Glücklicher“. Sie können sich diese Geschichte merken, denn nur wenige Menschen, die die Gelegenheit verpassen, erhalten eine zweite Chance. Einige Gelehrte haben spekuliert, dass, da es Nacht war, wahrscheinlich viele Lampen brannten, was möglicherweise einen Teil des Sauerstoffs aus dem Raum verbraucht und die Menschen schläfriger gemacht haben könnte. Da Eutychus jedoch auf einem Fenster saß, dürfte er wahrscheinlich reichlich Sauerstoff gehabt haben.

F: War Eutychus in Apostelgeschichte 20,9–12 tot, oder war er noch am Leben, wie Paulus offenbar sagte?

A: Eutychus war am Leben, nachdem Paulus ihn von den Toten auferweckt hatte. Lukas war Arzt und konnte wahrscheinlich feststellen, ob eine schlafende Person, die aus einem Fenster im dritten Stock gestürzt war, tot war oder nicht.

F: Warum wollte Paulus in Apostelgeschichte 20,13 diese Strecke zu Fuß zurücklegen?

A: Die Heilige Schrift sagt nicht, warum Paulus diese etwa 20 Meilen zu Fuß zurücklegen wollte. Vielleicht wollte Paulus etwas Zeit allein mit dem Herrn verbringen, oder aber er wollte einige Menschen ein letztes Mal auf Erden sehen.

F: Was erfahren wir in Apostelgeschichte 20,15.17 über die Stadt Milet?

A: Sowohl die Perser als auch die Verschlammung machten diese Stadt zu einer Stadt, deren „Ruhm vergangen war“. Die Perser plünderten Milet im Jahr 494 v. Chr. Die Stadt erholte sich jedoch wieder und entwickelte sich zu einer bedeutenden Stadt Kleinasiens. Milet lag an der Küste, etwa 30 Meilen von Ephesus entfernt. Heute ist die Küste zehn Meilen entfernt, da sich entlang der gesamten Küste große Mengen an Schlamm abgelagert haben.

Im ersten Jahrhundert n. Chr. zählte sie 100.000 Einwohner. Eine andere Quelle besagt jedoch, dass es sich um eine Stadt ohne großen Rang handelte.

Der Grund für diese Meinungsverschiedenheit liegt wahrscheinlich darin, dass Milet ursprünglich größer war als Ephesus. Um das zweite Jahrhundert n. Chr. herum war die Stadt jedoch unbedeutend, da der Hafen versandete. Es ist unklar, wie groß sie zu Paulus’ Zeiten war.

F: Warum wollte Paulus in Apostelgeschichte 20,16 so eilig bis Pfingsten in Jerusalem sein?

A: Offenbar wusste Paulus, dass er an diesem bestimmten Ort und zu dieser bestimmten Zeit eine schicksalhafte Begegnung haben würde. In Apostelgeschichte20:23 wird erwähnt, dass der Heilige Geist Paulus einen Teil seiner Zukunft offenbarte.

Ein zweiter Grund könnte sein, dass er wusste, dass sich zu dieser Zeit große Menschenmengen aus vielen Ländern in Jerusalem aufhalten würden, und Paulus wollte zu ihnen predigen.

F: Was waren in Apostelgeschichte 20,18–35 die Kernpunkte der Botschaft des Paulus an dieser Stelle?

A: Ein Beispiel für seinen Dienst in der Vergangenheit (20,18–21)

Der gegenwärtige Weg (20,22–27)

Warnungen an die Ältesten bezüglich der Zukunft (20,28–31)

Die Übergabe an den Herrn (20,32)

Ein Beispiel für großzügiges Geben (20,33–35)

F: Welche Leitlinien können wir in Apostelgeschichte 20,20 von Paulus für die Verkündigung der Botschaft Gottes lernen?

A: Dieser Vers enthält zwar keine erschöpfende Aufzählung, doch können wir hier fünf Dinge lernen.

Paulus zögerte nicht: Er sprach, ob es nun positiv oder negativ war, unabhängig davon, was die Zuhörer hören wollten. Im Gegensatz zu Paulus, der in 2. Timotheus 4,5–9 „seine Pflicht erfüllte“, befriedigten falsche Lehrer in 2. Timotheus 4,3–4 das Verlangen der Menschen nach angenehmen Worten.

Was hilfreich wäre: Es gibt unzählige interessante kleine Themen, die für die Wiedergeburt eines Menschen oder das Wachstum in seiner Beziehung zum Herrn nicht relevant sind. Paulus sprach, um zu ermutigen, zu korrigieren und zu tadeln (2. Timotheus4:2 ), sowie um zu ermutigen, zu trösten und anzuspornen (1. Thessalonicher2:12 ). Unser Reden soll stets „mit Salz gewürzt“ sein, wie es in Kolosser 4,6 heißt.

An Sie gerichtet: Jesus verwendete gegenüber verschiedenen Menschen oft nicht genau dieselben Worte. Auch Paulus sprach das, was seine Zuhörer brauchten.

Öffentlich gelehrt: Paulus scheute sich nicht, spontan vor einer Menschenmenge zu sprechen, da er wusste, dass Gott durch ihn sprechen würde.

Und von Haus zu Haus: Paulus’ Ansehen, sein Ruf und sein Erfolg machten diesen öffentlichen Redner nicht so stolz, dass er nicht bereit gewesen wäre, zu ihrem Nutzen auch im persönlichen Gespräch mit kleinen Gruppen von Menschen zu sprechen.

F: Warum lehrte Paulus in Apostelgeschichte 20,21, an den Herrn Jesus zu glauben, anstatt an Gott den Vater?

A: Richtig verstanden ist der Glaube an den einen auch der Glaube an den anderen, denn zusammen mit dem Heiligen Geist bilden sie eine Dreifaltigkeit. Die Irrlehre der Einheitslehre (Modalismus) war zu dieser Zeit so weit von den Gedanken des Paulus und der frühen Christen entfernt, dass diese Frage gar nicht erst in Betracht gezogen wurde.

F: Warum führte der Heilige Geist Paulus in Apostelgeschichte 20,22–23 in die Verfolgung und möglicherweise in den Tod?

A: Die Antwort findet sich in Apostelgeschichte 20,24. Der Heilige Geist sagte ihm offen, was geschehen würde, wenn Paulus Gott folgte. Mit diesem Wissen traf Paulus frei die Entscheidung, dennoch zu gehen. In Apostelgeschichte 19,21 fasste Paulus im Geist den Entschluss, nach Jerusalem zu gehen. Wir sollten uns nicht täuschen lassen und glauben, dass etwas, das Mut erfordert, niemals notwendig sei. Manchmal führt Gott auch heute Christen auf diese Weise. Es kann sein, dass Gottes Weg für einen gehorsamen Christen in einem Tod zur Ehre Gottes endet.

F: War Paulus in Apostelgeschichte 20,22 – 21,11 dem Heiligen Geist gehorsam oder ungehorsam?

A: Paulus war gehorsam. Hier sind vier Punkte, die bei der Beantwortung zu berücksichtigen sind.

1. Der Heilige Geist teilte Paulus ausdrücklich mit, dass es Gottes Wille sei, dass er nach Jerusalem gehe.

2. Mehrfach warnte der Heilige Geist ihn vor den dortigen Gefahren.

3. Möglicherweise wurde Paulus die Wahl gelassen, entweder nach Jerusalem zu gehen und zu leiden oder nicht nach Jerusalem zu gehen.

4. Paulus’ eigene Entscheidung, genau das zu tun, was Gott wollte, und nach Jerusalem zu gehen, erfolgte weder unter Zwang noch in Unwissenheit, sondern in dem Wissen, das Gott Paulus gegeben hatte, dass er leiden würde.

F: Warum sagte Paulus in Apostelgeschichte 20,25, dass sie ihn alle nie wieder sehen würden, wo sie ihn doch im Himmel wiedersehen würden?

A: Zunächst einmal heißt es im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“ auf Seite 414, dass dies nicht bedeute, dass kein Einzelner der Anwesenden ihn jemals wieder sehen würde, sondern vielmehr, dass sie als Gruppe alle Paulus nicht wieder sehen würden. Unabhängig davon würden jedoch die meisten oder alle von ihnen Paulus mit ihren sterblichen Augen nie wieder sehen. Paulus gab eine Vorhersage ab, doch er sprach hier nicht unbedingt eine Prophezeiung aus, da er in Apostelgeschichte 20,22–23 ausdrücklich sagte, dass er nicht seine gesamte Zukunft kenne, sondern nur Teile davon. Zudem heißt es im Griechischen wörtlich, dass sie das Antlitz des Paulus nie wieder sehen würden. In 1. Korinther 15,50–54 heißt es, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, sondern dass das Vergängliche in das Unvergängliche verwandelt werden muss. Somit ist es wahr, dass sie das Fleisch oder das sterbliche Antlitz des Paulus nie wieder sehen würden.

F: Wie um alles in der Welt kann Paulus in Apostelgeschichte 20,26 behaupten, er sei frei vom Blut aller, wo er doch so viele Christen getötet hatte?

A: Hier gibt es zwei Aspekte: den physischen und den Versäumnis, das Evangelium zu verkünden.

In physischer Hinsicht hatte sich Paulus früher dieser Verbrechen gegen Gott schuldig gemacht, doch Gott hat ihn durch das Opfer Jesu Christi gereinigt. Ganz gleich, wie böse ein Mensch auch sein mag – das Blut Christi kann diesen Menschen von seinen Sünden reinigen, wenn er Buße tut und an Jesus glaubt.

Das Versäumnis, das Evangelium zu verkünden: Paulus verkündete das Evangelium allen frei und offen, außer in den wenigen Fällen, in denen der Heilige Geist ihm ausdrücklich zeigte, dass er dies noch nicht tun sollte (Apg 16,6–7). Sowohl in Hesekiel 3,17–21 als auch in Hesekiel 33,2–7 ernannte Gott den Propheten Hesekiel zum Wächter, um das Volk zu warnen. Wenn sie die Warnung nicht beachteten, würde ihr Blut auf ihrem eigenen Kopf lasten. Hätte Hesekiel jedoch seine Pflicht, sie zu warnen, vernachlässigt, wäre er dafür zur Rechenschaft gezogen worden. Ebenso wird ein Christ, wenn Gott von ihm erwartet, das Evangelium zu verkünden, und er es versäumt, Gottes Willen zu tun, zur Rechenschaft gezogen, wie 1. Korinther 3,11–15 zeigt. Dies bezieht sich nicht auf den Verlust der Erlösung, sondern vielmehr auf den Verlust von Belohnungen.

F: Bedeutet die Aussage in Apostelgeschichte 20,28, dass Christus, da er seine Gemeinde mit seinem eigenen Blut erkauft hat, den Nicht-Auserwählten keine Erlösung erkauft hat?

A: Es gibt nur eine Antwort, die jedoch aus zwei Teilen besteht.

Nein. Christus hat das Opfer gebracht und alle in dieses Angebot einbezogen.

Ja. Da sie das Angebot nicht angenommen haben, wurde der Kauf ihrer Erlösung durch Jesus nie vollzogen.

Bei vielen Calvinisten (mit Ausnahme der amyraldianischen Calvinisten und Hypercalvinisten) besteht ein grundlegender Widerspruch. Sie glauben, dass Christus selbst den Nicht-Auserwählten etwas angeboten hat, das er nicht für sie erkauft hat und das er ihnen niemals zugedacht oder für sie gewünscht hat.

Beachten Sie außerdem, dass „Gott“ sie mit „seinem Blut“ erkauft hat. Hat der Heilige Geist Blut, oder hat Gott der Vater Blut? Natürlich nicht. Dies ist ein weiterer Vers, der zeigt, dass Jesus Gott ist.

F: Welche Anweisungen gab Paulus den Ältesten (episkopous) in Apostelgeschichte 20,28?

A: Paulus sagte, sie sollten wachsam sein und als Hirten wirken. Hier gibt es mehrere Bezugsobjekte: Sie sollen sowohl über sich selbst als auch über die Gemeinde wachen. Neben der Sorge um die Gemeinde soll also jeder Älteste über sich selbst wachen und auch über die anderen Ältesten wachen.

Älteste sollten weder Irrlehren noch hartnäckige, unbereute Sünden anderer Ältester oder ihrer selbst dulden. In Jakobus 3,1 heißt es: „Nicht viele von euch sollen Lehrer werden, meine Brüder, denn ihr wisst, dass wir, die wir lehren, strenger gerichtet werden.“ (BSB). Wir sollen nicht nur über fehlgeleitete oder in die Irre geführte Gläubige wachen, sondern auch über jene, die Paulus als „raubgierige Wölfe“ bezeichnet. Leider herrscht unter einigen christlichen Kirchen in Europa Uneinigkeit darüber, ob „raubgierige Wölfe“ in der Gemeinde lehren dürfen. Mit anderen Worten: Wenn jemand nicht nur einige Irrtümer, sondern Irrlehren verbreitet, darf er dennoch in der Gemeinde lehren. Sie können sich vorstellen, welche Auswirkungen dies auf die Lebenskraft der Gemeinde hätte. Eine traurige Geschichte, die ich gelesen habe, handelt davon, dass nach dem Zweiten Weltkrieg eine Reihe christlicher Missionare nach Japan reiste. Der sehr liberale Theologe Paul Tillich wurde eingeladen, nach Japan zu kommen und dort zu sprechen. Nachdem er dies getan hatte, verzeichnete die Kirche dort kaum noch Wachstum. Wir können die Lehre des Paulus hier nur auf eigene Gefahr der Kirche ignorieren.

F: Warum lässt der allmächtige Gott in Apostelgeschichte 20,29–30 zu, dass „grausame Wölfe“ eindringen und seine Herde verwüsten?

A: Aus welchem Grund auch immer lässt Gott oft zu, dass sein Volk geprüft wird. Ein Zweck des Lebens auf Erden besteht darin, als Prüfstein für den Himmel zu dienen. Doch trotz aller Prüfungen, denen Christen ausgesetzt sind, verspricht Gott, dass er ihnen stets einen Weg zum Erfolg aufzeigen wird. Konkret finden sich dazu die folgenden Verse zu den jeweiligen Themenbereichen.

Versuchung: In 1. Korinther 10,13 heißt es, dass uns keine Versuchung trifft, die nicht allgemein menschlich ist. Noch wichtiger ist der letzte Teil desselben Verses: Wenn wir in Versuchung geraten, wird Gott uns auch einen Ausweg bereiten, damit wir sie bestehen können.

Lehre: In Johannes 16,13 versprach Jesus, dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheit leiten werde. 1. Johannes 4,1–3 gibt uns eine lehrmäßige Methode an die Hand, um die Geister zu prüfen. Jesus gab uns in Matthäus 7,15–20 einen weiteren Weg (an ihren Früchten). In 2. Timotheus 3,5.8–9 heißt es, dass jene falschen Lehrer, die zwar den Schein der Frömmigkeit haben, deren Kraft aber leugnen, für jeden erkennbar sein werden.

Entmutigung: Jesus versprach in Matthäus 5,4, dass diejenigen, die trauern, getröstet werden, und 2. Korinther 1,3–5 verspricht, dass der Vater uns in all unseren Nöten trösten wird. Manchmal können Leiter entmutigt sein oder ihnen fehlt die Geduld für ihre Herde. Doch da Jesus für sie gestorben ist, könnten wir uns dann nicht zumindest für sie einsetzen?

F: Hat Paulus in Apostelgeschichte 20,31 die Epheser drei Jahre lang ermahnt, oder hat er, wie in Apostelgeschichte 19,10 berichtet, zwei Jahre lang in der Schule des Tyrannus in Ephesus gelehrt?

A: Beides trifft zu. Bevor er in der Halle des Tyrannus in Apostelgeschichte19:10 lehrte, verbrachte Paulus Zeit in Ephesus, um Menschen zum Glauben zu führen (Apg 19,1–7), und er sprach unter anderem drei Monate lang in der Synagoge (Apg 19,8).

Trotz des Widerstands von Heiden, des Widerstands von Juden und – wie manche vermuten – gesundheitlicher Probleme predigte Paulus weiterhin das Evangelium. Ein Vorschlag wäre, dass Sie eine Liste Ihrer nahestehenden Familienmitglieder und Freunde erstellen, denen Sie das Evangelium noch nie verkündet haben, und dass Sie Ihre Scheu oder Trägheit überwinden und es ihnen verkünden.

F: In Apostelgeschichte 20,35 – wo sagte Jesus: „Geben ist seliger als nehmen“?

A: Diese Worte Jesu finden sich nicht in den vier Evangelien. Der Apostel Johannes sagte in Johannes 21,25, dass Jesus noch viele andere Dinge gesagt habe, die nicht aufgezeichnet worden seien.

F: Warum trauerten in Apostelgeschichte 20,38 einige über den bevorstehenden Märtyrertod des Paulus, und ist es für Christen in Ordnung zu trauern?

A: Ja, es ist in Ordnung, eine Zeit lang über den Tod eines Menschen zu trauern, und es ist für Christen in Ordnung zu trauern. Jesus erwartete in Matthäus 5,4 von gottesfürchtigen Menschen, dass sie über die Sünde trauern, obwohl der weitere Kontext auch eine allgemeine Trauer rechtfertigen könnte.

F: Um welche Gruppe von sieben Personen handelte es sich in Apostelgeschichte 21,8, zu der Philippus gehörte?

A: Es handelte sich um die ursprünglichen sieben Diakone, die in Apostelgeschichte 6,3–5 ausgewählt worden waren.

F: Warum drängten die Jünger Paulus in Apostelgeschichte 21,4 durch den Heiligen Geist, nicht nach Jerusalem zu gehen, obwohl der Heilige Geist Paulus in Apostelgeschichte 20,22–23 gesagt hatte, er solle gehen?

A: Zunächst einmal sagt die Schrift nicht, ob Paulus erkannte, dass dies vom Heiligen Geist kam, als die Jünger ihn drängten, nicht zu gehen. Als jedoch Agabus, ein von Paulus anerkannter Prophet, dasselbe sagte, musste Paulus es wissen.

Apostelgeschichte 20,22 und 21,14 zeigen, dass es Gott gefiel, dass Paulus nach Jerusalem ging. Der Heilige Geist sagte den Jüngern, dass sie Paulus auf Erden nie wieder lebend sehen würden, wenn er ginge. Paulus vor den Gefahren zu warnen ist etwas anderes, als ihm die Reise zu verbieten. Hat der Heilige Geist Paulus durch Agabus gesagt, er solle nicht gehen, oder handelte Agabus aus eigener Initiative, als er Paulus mitteilte, was der Heilige Geist ihm gezeigt hatte? Beides wäre möglich. Gott wusste jedoch, dass Agabus auf diese Weise reagieren würde, wenn Er ihm die Zukunft offenbaren würde, und das Ergebnis war, dass Paulus sich sehr wohl bewusst war, was ihm in Jerusalem widerfahren würde. Nachdem er in Jerusalem angekommen war, teilte Gott Paulus in Apostelgeschichte 23,11 mit, dass er in Rom Zeugnis ablegen würde.

F: Da Paulus in Apostelgeschichte 21,4–6 nichts mit der in Tyrus gegründeten Gemeinde zu tun hatte, warum verbrachte er dann sieben Tage mit den Jüngern?

A: Die Gemeinde in Tyrus war nicht die Gemeinde des Paulus, aber auch Korinth, Thessaloniki, Ikonium oder irgendeine der anderen Gemeinden waren nicht die Gemeinden des Paulus. Sie alle waren Gottes Gemeinden! Paulus war dort, um die Gläubigen zu unterweisen und zu ermutigen, und ob sie durch ihn zu Christus gekommen waren oder nicht, spielte keine Rolle. Ebenso sollten wir dem Leib Christi helfen, ohne uns darum zu kümmern, welche Anerkennung wir dafür erhalten oder wer sie zu Christus geführt hat.

F: Wer waren Philippus und seine vier Töchter in Apostelgeschichte 21,9?

A: Philippus war kein Apostel, sondern einer der sieben ursprünglichen Diakone aus Apostelgeschichte 6,5. Es handelte sich wahrscheinlich um denselben Philippus, der in Apostelgeschichte 8,5–13 den Samaritern und Simon dem Magier sowie in Apostelgeschichte 8,26–40 dem äthiopischen Kämmerer predigte. Philippus hatte vier unverheiratete Töchter, die prophezeiten. Die meisten Frauen gingen eine Ehe ein, und in der jüdischen Kultur war Polygamie erlaubt; daher ist es wahrscheinlich, dass sie sich aus Hingabe an Gott für das Zölibat entschieden. Auch wenn Frauen keine Pastorinnen über Männer sein sollten, vergibt der Heilige Geist seine Gaben ohne Unterscheidung nach Geschlecht. Eusebius schreibt, dass Papias sie zur Zeit der Urkirche erwähnte.

F: Warum prophezeite Agabus in Apostelgeschichte 21,11, dass die Juden Paulus auf diese Weise fesseln würden, da es doch die Römer waren, die Paulus in Apostelgeschichte 22,25.29 fesselten?

A: Nebenbei bemerkt war Agabus derselbe Prophet, der in Apostelgeschichte 11,28 die Hungersnot prophezeite. Die Verwendung von Gesten (Mimik) zur Prophezeiung wurde auch von Jesaja in Jesaja 20,3, von Hesekiel in Hesekiel 4,1 und von Ahija aus Silo in 1. Könige 11,29–39 praktiziert.

Zunächst einmal könnten die Juden Paulus auch gefesselt haben, als er in Apostelgeschichte 23,1–10 vor dem Sanhedrin stand. Unabhängig davon handelten die Römer im Auftrag der Juden, als sie Paulus aufgrund des Aufruhrs unter den Juden fesselten. Diese Ausdrucksweise ähnelt derjenigen, die Petrus in Apostelgeschichte 4,10 verwendete, als er zum Rat sagte: „Ihr habt Jesus gekreuzigt“, obwohl es tatsächlich die Hand der römischen Soldaten war, die dies vollzogen hatte.

Die Vorstellung, dass jemand, der ein Verbrechen geplant und angeordnet hat, unschuldig sei, weil es die Hand eines anderen war, war für sie ebenso fremd wie sie es für uns sein sollte.

F: Warum erzählte Paulus in Apostelgeschichte 21,19 den anderen Gläubigen immer wieder, was Gott durch ihn getan hatte?

A: Daran war nichts auszusetzen. Jakobus und die anderen priesen Gott für das Wirken des Paulus, wie aus Apostelgeschichte 21,18–20 hervorgeht.

F: Gelten in Apostelgeschichte 21,21 für jüdische Christen zusätzliche Vorschriften, die für nichtjüdische Christen nicht gelten?

A: Zu jener Zeit war dies der Fall. Von Juden, die Christen wurden, wurde erwartet, dass sie das alttestamentliche Gesetz einhielten, und es gab zwei praktische Gründe dafür, die Juden nicht zu verärgern.

a) Sie wollten sie für Christus gewinnen können.

b) Sie könnten so möglicherweise Verfolgung vermeiden, wenn sie in ihrem Land lebten.

Allerdings teilte ein Engel einem jüdischen Christen (Petrus) im Wesentlichen mit, dass nicht alle Christen verpflichtet seien, die jüdischen Speisevorschriften zu befolgen (Apostelgeschichte 10,9–16). Ein anderer jüdischer Christ (Paulus) erklärte, es sei in Ordnung, wenn echte Christen unterschiedliche Ansichten hinsichtlich der Einhaltung des Sabbats und des Verzehrs bestimmter Fleischsorten hätten (Römer 14).

Was die Speisevorschriften betrifft, gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, dass das moralische Gesetz des Alten Testaments geändert oder außer Kraft gesetzt worden wäre.

Ungeachtet dessen, was Paulus den Heiden sagte, hat er den Juden niemals geboten, sich nicht an die jüdischen Bräuche zu halten oder ihre Söhne nicht zu beschneiden.

F: War die Aufforderung, die Jakobus und die Ältesten an Paulus richteten (Apostelgeschichte 21,21–26), klug?

A: Ausgehend von Apostelgeschichte 21,27–36 scheint es, als sei der Plan nach hinten losgegangen. Falls dadurch bei jemandem der Eindruck entstanden sein sollte, dass bekehrte Juden weiterhin das Gesetz befolgen müssten, wurde dieser Eindruck durch die falsche Anschuldigung überschattet, Nichtjuden seien in den Tempel geführt worden, woraufhin Paulus verhaftet wurde. Einerseits versuchte Paulus vielleicht, allen Menschen alles zu sein (1. Korinther 9,19–23), andererseits hätte dies bei manchen den Anschein erweckt, als wolle Paulus so tun, als stünde er wieder unter dem Gesetz. Doch obwohl wir nicht unter dem Gesetz stehen, haben wir die Freiheit, ein Nasiräergelübde abzulegen, wenn wir dies wünschen. Wie F. F. Bruce sagte: „Ein wahrhaft befreiter Geist wie der des Paulus ist nicht an seine eigene Befreiung gebunden.“

Manche behaupten jedoch, es habe sich hierbei um ein Reinigungsritual gehandelt und nicht darum, dass Paulus ein Nasiräergelübde abgelegt habe, da die Mindestdauer für ein Nasiräergelübde gemäß Mischna Nasir 3,6 30 Tage betrug.

Paulus und Jakobus waren sich einig, dass die Erlösung durch Christus und nicht durch das Gesetz erlangt werde. Zweitens waren sie sich einig, dass Heiden die jüdischen Bräuche nicht befolgen müssten, wie bereits auf dem Konzil von Jerusalem in Apostelgeschichte 15,1–31 beschlossen worden war. Aber sollten Juden, die Christen geworden sind, weiterhin jüdische Bräuche befolgen – sei es als Verpflichtung oder einfach als Zeugnis gegenüber den Juden? Jakobus und die Ältesten waren der Meinung, dass dies der Fall sei, und Paulus schloss sich ihnen an.

Doch so oder so funktionierte es nicht. Manchmal können fromme Menschen, die eifrig versuchen, Gott zu dienen, dennoch Fehler begehen. Aus der Sicht des Paulus befand er sich jedoch im Zentrum des Willens Gottes. Er sagte, er habe sein eigenes Gewissen nicht verletzt (Apostelgeschichte 23,1).

F: In Apostelgeschichte 21,22–26: Inwieweit sollten wir unsere Bräuche ändern, um uns besser an diejenigen anzupassen, unter denen wir unseren Dienst ausüben?

A: In den 1860er Jahren, als die meisten chinesischen Männer ihr Haar zu einem Zopf trugen – hätten Sie in China Ihr Haar ebenfalls zu einem Zopf tragen sollen, so wie es Hudson Taylor tat? Sollten christliche Missionare im Nahen Osten, wo viele Männer lange Bärte tragen, sich ebenfalls lange Bärte wachsen lassen, sofern ihnen dies möglich ist? Als chinesische Frauen in den 1860er Jahren die Füße ihrer Töchter einbanden, damit diese mit ihren verkrüppelten Füßen beim Gehen „niedlicher“ aussähen – sollten Christen dies ebenfalls tun? Wo ziehen Sie die Grenze, und warum?

Es wurden Bücher zu diesem Thema geschrieben, doch können wir in der Heiligen Schrift einige Leitprinzipien erkennen. Zunächst einmal dürfen wir – unabhängig davon, ob es gesellschaftlich akzeptiert ist oder nicht – keine Kompromisse eingehen, was das betrifft, was Gott uns in der Heiligen Schrift lehrt. Wenn es also gesellschaftlich akzeptiert ist, unbescheiden zu sein oder über andere Menschen zu tratschen, dann tun wir nicht das, was gesellschaftlich akzeptiert ist. Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apostelgeschichte 4,19–20). Andererseits sollten wir, soweit dies möglich ist, Kompromisse eingehen und uns den örtlichen Bräuchen anpassen, sofern dies unseren Glauben nicht beeinträchtigt (1. Korinther 9,19–23), um des Evangeliums willen. Wir sollten nichts tun, was andere zum Straucheln bringt (1. Korinther 8,9.13; Römer 14,13–15.21), sei es durch Unterlassung oder durch Handeln. Dennoch sollten wir nicht zulassen, dass das, was wir als gut erkennen, als böse bezeichnet wird (Römer 14,16).

F: Warum, glauben Sie, würde Paulus in Apostelgeschichte 21,24–26 für Tieropfer bezahlen, obwohl Jesus am Kreuz gestorben ist?

A: Er betrachtete dies wahrscheinlich als ein Gedenken, da Opfer in Hesekiel 43,18–46,24; Maleachi 1,11 und Maleachi 3,3–4 als Gedenken dienen. Übrigens galt es als fromme Tat, die Kosten für einen Nasiräer zu übernehmen. Herodes Agrippa I. übernahm die Kosten für eine Reihe armer Nasiräer, wie aus Josephus’ „Jüdische Altertümer“, Buch 19, Nr. 294 (6.1), hervorgeht.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 21,28.31 archäologische Belege für die jüdische Vorschrift, dass Nichtjuden getötet werden sollten, wenn sie den Tempel betraten?

A: Ja. Im Jahr 1871 wurde in Jerusalem eine Inschrift gefunden, die lautet: „Kein Fremder darf die Absperrung betreten, die den Tempel und das Tempelgelände umgibt. Wer dabei erwischt wird, hat seinen Tod selbst zu verantworten.“ Im Jahr 1935 wurde zudem eine zweite Inschrift gefunden.

F: Was wissen wir über den Ägypter, mit dem Paulus in Apostelgeschichte 21,38 verwechselt wurde?

A: Dem jüdischen Historiker Josephus zufolge gab ein Ägypter vor, ein Prophet zu sein, stellte eine Armee von 30.000 Mann auf und kam zum Ölberg, wobei er behauptete, die Mauern Jerusalems würden auf seinen Befehl hin einstürzen. Lukas spricht von nur 4.000 Mann, doch Josephus nennt oft unglaublich hohe Zahlen.

Übrigens: Als Paulus mit Stolz von Tarsus sprach und dabei den merkwürdig klingenden Ausdruck „Bürger einer nicht gewöhnlichen Stadt“ verwendete, handelte es sich um denselben Ausdruck, den Euripides 500 Jahre zuvor in „Ion“ 8 verwendet hatte, um Athen als „keine gewöhnliche Stadt der Griechen“ zu beschreiben.

F: Warum wollte Paulus in Apostelgeschichte 21,40–22,23 die Menge ansprechen?

A: Wahrscheinlich nicht, um sie zu besänftigen und zufrieden zu stellen. Denken Sie daran, dass Paulus eine sehr ähnliche Erfahrung gemacht hatte – nur dass er damals auf der anderen Seite stand –, als Stephanus in Apostelgeschichte 7,1–58 sprach. Paulus hatte tatsächlich den Mut, dies in Apostelgeschichte 22,20 zu erwähnen. Paulus verkündete ihnen das Evangelium, damit sie an Jesus glauben würden.

F: Was ist in Apostelgeschichte 22,1 am Anfang von Paulus’ Rede bemerkenswert?

A: Paulus beginnt seine Rede mit den Worten „Brüder und Väter“, genau wie Stephanus seine Rede in Apostelgeschichte 7,2 begann.

F: In Apostelgeschichte 22,6–8 konnte Paulus leicht ahnen, dass viele ihn als töricht abtun würden, wenn er von seiner Bekehrungserfahrung berichtete. Würden wir das Evangelium dennoch verkünden, wenn wir wüssten, dass viele uns dabei als verblendet abtun würden?

A: Hoffentlich ja, denn wir sollten die Freude und Gunst Gottes höher schätzen als das Lob und den Respekt der Menschen. Wenn manche Menschen Sie abtun, mag das vielleicht dennoch ein wenig wehtun, aber das ist nicht so wichtig wie Gott zu gefallen. Wenn manche Menschen Ihnen ständig sagen, dass Sie töricht, nichtsnutzig, nutzlos oder wertlos sind, müssen Sie, um erfolgreich zu sein, an den Punkt gelangen, an dem es Ihnen einfach egal ist, was sie denken.

F: Warum heißt es in Apostelgeschichte 22,9, dass sie die Stimme nicht verstanden, obwohl in Apostelgeschichte 9,7 steht, dass sie den Klang hörten?

A: Sie hörten das Geräusch, konnten die Worte jedoch nicht verstehen. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. In Apostelgeschichte 22,9 sagt Paulus im Griechischen: „aber die Stimme von Ihm hörten sie nicht“

2. In Apostelgeschichte 9,7 heißt es im Griechischen: „den Klang zwar hörten“.

3. Wie in der „Encyclopedia of Bible Difficulties“ (S. 382–383) dargelegt wird, hörten sie zwar ein Geräusch, aber nicht die Worte einer Stimme. Das griechische Substantiv ist zwar dasselbe, doch steht das Verb im Genitiv, wenn es um das Hören eines Geräusches geht, und im Akkusativ, wenn damit das Hören einer gedankenvermittelnden Botschaft gemeint ist.

F: Wie lassen sich die Menschen in Apostelgeschichte 22,16 taufen und ihre Sünden abwaschen?

A: In Apostelgeschichte 22,16 ist der griechische Text hier etwas präziser als die deutsche Übersetzung. Hier gibt es zwei getrennte Satzteile. Der erste besagt, dass man aufstehen und sich taufen lassen soll. Der zweite besagt, dass man seine Sünden abwaschen soll, indem man Seinen Namen anruft.

Man kann hier durchaus sagen, dass die Menschen ihre Sünden abwaschen, solange man vier Punkte beachtet.

1. Die Kraft zum Abwaschen liegt bei Gott, nicht in der Magie des Wassers.

2. Gott ist nicht darauf beschränkt, Menschen, die nicht getauft sind, „nicht retten zu können“, denn der Dieb am Kreuz war mit Jesus im Paradies.

3. Unsererseits ist das Bekenntnis eines aufrichtigen Gewissens vor Gott wichtiger als das Wasser, wie 1. Petrus 3,21 zeigt. Die Taufe mit Wasser ist jedoch ein Gebot für jeden einzelnen Christen.

4. Die Juden waren mit den rituellen Waschungen im alttestamentlichen Gesetz vertraut. Daher verstanden die Zuhörer des Paulus, was er meinte, und verwechselten dies nicht mit den Irrlehren vom „magischen Wasser“ oder von einem „eingeschränkten Gott“.

Der Ausdruck „seinen Namen anrufen“ ist ein griechisches Aorist-Partizip, das „sich entweder auf eine Handlung bezieht, die gleichzeitig mit der des Hauptverbs stattfindet oder dieser vorausgeht“. Hier ging das Anrufen des Namens Christi (zum Zwecke der Erlösung) durch Paulus seiner Wassertaufe voraus. Das Partizip lässt sich mit „seinen Namen angerufen habend“ übersetzen.

F: In Apostelgeschichte 22,22–23 schienen die Juden hier einen „Auslöser“ zu haben, nämlich den Gang zu den Heiden. Wann sollten wir einen solchen Auslöser verwenden oder nicht verwenden?

A: Paulus war sich vielleicht nicht bewusst, dass dies eine Auslösephrase sein würde, die sie in Rage versetzte, doch unabhängig davon sagte Gott in 1. Mose 12,3, dass alle Völker durch Abraham gesegnet werden würden; Jona ging zu den Niniviten, und in Jesaja 49,22 heißt es, dass alle Völker kommen werden. Wäre es offensichtlich das vorrangige Ziel des Paulus gewesen, seine eigene Sicherheit zu gewährleisten, hätte er dies nicht sagen dürfen und wäre auch nicht nach Jerusalem kommen sollen. Doch das vorrangige Ziel des Paulus war es, das volle Evangelium zu verkünden, und sie mussten wissen, dass das Evangelium für alle bestimmt war, einschließlich der Heiden.

Wenn wir jemandem Gottes Wahrheit vermitteln, möchten wir vielleicht manchmal mit einer „gemeinsamen Grundlage“ beginnen und die Dinge bekräftigen, über die wir uns einig sind, so wie Paulus es hier in Apostelgeschichte 22,3 tat. Doch wenn es einen konkreten Punkt gibt, an dem die Zuhörer dem Evangelium widersprechen, müssen wir genau diesen ansprechen und ihnen aufzeigen, wo sie sich ändern müssen. Andernfalls, wenn Sie ihnen nur Dinge sagen, die sie bereits wissen und denen sie zustimmen – haben wir ihnen dann wirklich neue Erkenntnisse vermittelt?

F: In Apostelgeschichte 22,24–25: Inwiefern beurteilen Menschen heutzutage das Recht oder Unrecht einer Person oder einer Sichtweise manchmal ausschließlich anhand der Aufregung, die andere Menschen verursachen?

A: Manchen Menschen geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern nur darum, den Frieden zu wahren. Natürlich hat der römische Garnisonskommandant, ein sogenannter Chiliarch, die Rede des Paulus auf Aramäisch wahrscheinlich nicht verstanden.

Einfach eine Schlussfolgerung anzunehmen und anderen zu vertrauen, anstatt die Fakten selbst herauszufinden, geht schneller und kann entweder effizienter oder bequemer sein, wenn man sich nicht allzu sehr um die Richtigkeit der Schlussfolgerung kümmert. Doch zu seiner Ehre muss man sagen, dass der römische Kommandant seine Haltung änderte und den Grund selbst herausfinden wollte.

F: Warum sagte der Hauptmann in Apostelgeschichte 22,28, er habe selbst dafür bezahlt, römischer Bürger zu werden?

A: Möglicherweise wollte er damit versuchen, Paulus zu täuschen, falls dieser gelogen hätte. Ein Mann, der vorgab, römischer Bürger zu sein, hätte einfach behaupten können, er sei ebenfalls durch Bezahlung römischer Bürger geworden. Es war sehr selten, dass man durch Bezahlung dieses Privilegs römischer Bürger wurde. Zur Zeit von Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) konnte man das römische Bürgerrecht erwerben. Der römische Historiker Cassius Dio berichtet, dass Messalina, die Gattin des Claudius, sowie Freigelassene das römische Bürgerrecht zum Preis von ein oder zwei gesprungenen Trinkbechern verkauften. Urkunden, die die römische Staatsbürgerschaft belegten, wurden oft sicher verwahrt und nicht am Körper getragen; daher akzeptierten sie eine mündliche Bestätigung und verlangten keine Urkunden. Ein weiterer Grund für die Akzeptanz einer mündlichen Bestätigung war die Schwere der Strafe für eine Falschaussage in dieser Angelegenheit. Eine falsche Behauptung der Staatsbürgerschaft konnte mit dem Tod bestraft werden.

Zudem könnte der Hauptmann überzeugt worden sein, weil Paulus, obwohl er zuvor auf Hebräisch zum Volk gesprochen hatte, nun wahrscheinlich Griechisch sprach; und da er aus Tarsus stammte, war es vermutlich ein makelloses Griechisch ohne palästinensischen Akzent.

F: Wie war der Hohepriester Ananias, Sohn des Nedebaeus, in Apostelgeschichte 23,1–2?

A: Josephus schrieb, dass der Hohepriester Ananias, Sohn des Nedebaeus, in Apostelgeschichte 23,1–2 unverschämt, jähzornig, gotteslästerlich und habgierig war. Er wurde vom römischen Statthalter Herodes von Chalkis von 47 bis 59 n. Chr. zum Hohepriester ernannt. Der „Evangelische Kommentar zur Bibel“ (S. 917) besagt, dass sich Paulus’ Erwiderung, Gott werde Ananias schlagen, bewahrheitete. Ananias war von 47 bis 58 n. Chr. Hohepriester. Er war dafür bekannt, brutal zu sein, die Zehnten aus den Tempelkassen zu stehlen und sowohl Juden als auch Römer zu bestechen. Das jüdische Volk hasste ihn; im Talmud findet sich sogar ein spöttisches Gedicht über ihn: „Erhebt eure Häupter, ihr Tore, und lasst Yohanan [Ananias], den Sohn von Narbai/Nadbai [was „der Großzügige“ bedeutet] und Schüler von Pinqai (was „verwöhnen“ bedeutet), eintreten und seinen Magen mit den göttlichen Opfern füllen (b. Pesahim 57a). Als im Jahr 66 n. Chr. der Krieg mit den Römern ausbrach, brannten jüdische Eiferer sein Haus nieder. Er entkam, doch er und sein Bruder Hiskia wurden bald darauf auf dem Palastgelände von Herodes dem Großen getötet.

F: In Apostelgeschichte 23,3: Inwiefern gleichen manche Menschen weiß getünchten Wänden?

A: Kalkfarbe ist eine billige Farbe. Sie kann einen Zaun oder eine Mauer sehr weiß erscheinen lassen, doch die weiße Farbe blättert bei Regen oder bei Berührung leicht ab. Ananias beurteilte, ob Paulus das Gesetz gebrochen hatte oder nicht, doch Ananias selbst befahl etwas Illegales, indem er Paulus schlagen ließ, obwohl dieser noch keiner Straftat für schuldig befunden worden war. Ebenso können manche Menschen sehr gerecht erscheinen, doch diese Gerechtigkeit blättert sehr leicht ab. Wir sollten nach einer Rechtschaffenheit streben, die unser ganzes Wesen durchdringt. Tünche ist für Zäune und Mauern in Ordnung, aber nicht für Christen.

F: Ist Paulus in Apostelgeschichte 23,3 wütend geworden und hat er hier die Beherrschung verloren?

A: Ja, es sieht so aus, als hätte er das getan. Paulus war nicht sündlos, und oft sagen wir Dinge, die wir später bereuen, wenn wir die Beherrschung verlieren. Denken Sie an Jakobus 1,20, wo es heißt, dass der Zorn des Menschen nicht die Gerechtigkeit Gottes hervorbringt.

F: Warum sagte Paulus in Apostelgeschichte 23,5, er habe nicht gewusst, dass Ananias der Hohepriester sei?

A: Paulus stützte sich bei Apostelgeschichte 23,5 auf 2. Mose 22,28. Ananias war von 47 n. Chr. bis 58 n. Chr. Hohepriester, bis Agrippa ihn absetzte und ab 58 n. Chr. Ismael ben Phabi zum Hohepriester ernannte. Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Hinweis, doch es gibt vier mögliche Gründe.

(unwahrscheinlich) 1. Paulus äußerte sich hier sarkastisch. Für einen Fremden wäre es schwer gewesen, Ananias als Hohepriester zu erkennen, zumal Ananias gegen das jüdische Gesetz verstoßen hatte, indem er Paulus schlagen ließ.

(unwahrscheinlich) 2. Manche Menschen vermuten, dass Paulus schlecht sah, und Brillen gab es damals noch nicht. Falls Paulus das Gesicht von Ananias kannte, erkannte er ihn aus der Ferne nicht.

(wahrscheinlich) 3. Da Paulus nicht in Jerusalem lebte, wusste er nicht, dass Ananias der Hohepriester war, oder falls er den Namen kannte, hatte er den Mann noch nie zuvor gesehen.

(wahrscheinlich) 4. Als Paulus geschlagen wurde, hörte er den Befehl, ihn zu schlagen, sah jedoch nicht, wer sprach. Paulus wandte sich gegen den Sprecher, ohne zu erkennen, dass es sich bei diesem um den Hohepriester handelte.

F: Warum sagte Paulus in Apostelgeschichte 23,5, man solle nicht schlecht über den Herrscher seines Volkes reden?

A: In 2. Mose 22,28 heißt es, man solle den Herrscher des Volkes nicht „verfluchen“. Das hebräische Wort „qalal“ bedeutet hier auch „beschimpfen“, „in Verachtung bringen“, „gering schätzen“ und so weiter.

F: War es in Apostelgeschichte 23,6 richtig von Paulus, die Pharisäer und Sadduzäer gegeneinander aufzuhetzen?

A: Es war in Ordnung, dass Paulus dies tat. Paulus sprach eine wichtige Angelegenheit an (siehe 1. Korinther 15,1–4), um zu zeigen, dass die Einheit zwischen den Sadduzäern und den Pharisäern nur oberflächlich war. Da sich später zahlreiche Pharisäer zu Christus bekehrten (Apostelgeschichte 15,5), waren sie in gewisser Weise immer noch Pharisäer.

F: Stimmen Sie in Apostelgeschichte 23,6–7 der Aussage zu oder nicht, dass ein Sadduzäer, wenn er Christ wird, aufhört, ein Sadduzäer zu sein, während ein Pharisäer, wenn er Christ wird, weiterhin ein Pharisäer bleiben könnte, wie es im „New International Bible Commentary“ auf Seite 1307 heißt?

A: Diese Frage ist zu komplex, um sie mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten. Betrachten wir zunächst den Fall der Pharisäer und anschließend den der Sadduzäer. Zum Vergleich wollen wir uns auch die Frage stellen, ob ein echter Christ im Zweiten Weltkrieg ein Nazi hätte sein können.

Könnte ein Christ weiterhin ein Pharisäer sein? Ja, später jedoch nicht.

Eindeutig ja: Es gab keine offizielle Vorschrift, wonach man leugnen musste, dass Jesus der Messias sei, um jemandem den Beitritt zu den Pharisäern oder den Verbleib in dieser Gruppe zu verwehren. Ihre Liebe zu den Schriften des Alten Testaments und ihre Kenntnis derselben waren ein Pluspunkt. Ein Pharisäer hätte sich also, wenn er Christ wurde, nicht dazu entschließen müssen, die Gruppe der Pharisäer freiwillig zu verlassen. In der frühen Geschichte der Kirche zeigt Apostelgeschichte 15,5 Christen, die noch immer Teil der Pharisäergruppe waren, obwohl sie leider ihr Beharren auf der Einhaltung jüdischer Bräuche mitbrachten.

Später jedoch nicht: Die anderen Pharisäer hätten ihn jedoch ausschließen können, da es ihnen missfiel, dass er glaubte, Jesus sei der Messias. Hätten sie ihn jedoch nicht ausgeschlossen, hätte er bleiben können. Nebenbei bemerkt gab es zu Jesu Zeiten nur etwa 5.000 Pharisäer. Sie waren von den Sadduzäern verfolgt worden, aber die Pharisäer genossen im Volk als Gesetzeslehrer hohes Ansehen. Daher könnte es von Vorteil sein, wenn möglich, zu bleiben.

Betrachten wir die Haltung des Paulus in Philipper 3,6. Paulus war, wie er selbst sagte, ein Pharisäer, ebenso wie er ein Hebräer aus dem Stamm Benjamin war. Daran änderte sich nichts. Doch in Philipper 3,7–9 bezeichnete Paulus all diese Dinge als Unrat im Vergleich zur überragenden Größe Christi. Paulus hatte nach wie vor seinen pharisäischen Hintergrund, und er scheute sich nicht, diesen als Leistung zu erwähnen, doch er ließ nicht zu, dass dies ihn daran hinderte, Christus zu gehorchen.

Könnte ein Christ noch ein Sadduzäer sein? Offensichtlich nein, heimlich ja

Ganz klar nein: Die Sadduzäer lehnten die Auferstehung, das Leben nach dem Tod sowie die Existenz von Engeln und Dämonen rundweg ab. Ein Christ konnte nicht an das glauben, was Jesus und die Apostel über diese Dinge sagten, und gleichzeitig genau das Gegenteil glauben.

Heimlich ja: Wäre jemand jedoch ein Sadduzäer und würde dann Christ werden, könnte er ein „heimlicher Christ“ sein und den Verantwortlichen heimlich verschweigen, dass er diese Lehren der Sadduzäer ablehnte. Das würde so lange funktionieren, bis die Führer der Sadduzäer davon erfuhren. Oder es könnte auf unbestimmte Zeit funktionieren, wenn die jeweiligen Führer wegschauten oder es ihnen gleichgültig war. Ein Sadduzäer-Christ wäre also ein „heimlicher Gläubiger“, der die Autoritäten (vielleicht durch Schweigen) in die Irre führen müsste, indem er vorgab, an die Lehren der Sadduzäer zu glauben, während er möglicherweise anderen Sadduzäern die Wahrheit des Evangeliums verkündete.

Könnte ein Christ im Zweiten Weltkrieg ein Nazi sein: Offensichtlich nein, heimlich ja

Nehmen wir an, ein Nazi wäre später Christ geworden oder umgekehrt ein Christ wäre Nazi geworden, ohne zu wissen, wofür die NSDAP stand.

Offensichtlich nein: Die NSDAP glaubte, dass das, was sie fälschlicherweise als „arische Rasse“ bezeichnete, die Herrenrasse sei, und dass Angehörige anderer Rassen unterworfen oder getötet werden müssten. Sie befürwortete die Tötung von Juden, geistig Behinderten und vielen Osteuropäern, um Platz für die Expansion zu schaffen. Ein Christ, der alle Menschen lieben soll, der glaubt, dass in Christus kein Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden oder anderen Gruppierungen besteht, und der Mord für falsch hält, könnte Christus nicht nachfolgen und gleichzeitig an das glauben, was die Nazis lehrten.

Auf hinterhältige Weise ja: Wussten Sie, dass es ein NSDAP-Mitglied gibt, das in Jerusalem mit allen Ehren beigesetzt wurde? Oskar Schindler, ein NSDAP-Mitglied, das sah, was mit den Juden geschah, trat NICHT aus der NSDAP aus. Vielmehr nutzte er seine Mitgliedschaft, um rund 1.200 Juden in Europa vor der Vernichtung zu retten, wobei er sein gesamtes beträchtliches Vermögen für Bestechungsgelder ausgab, um Juden zu retten. Später ging er bankrott. In China setzte sich ein deutscher Nazi namens John Rabe dafür ein, ein Viertel von Nanjing und etwa 200.000 Chinesen vor den Gräueltaten der Japaner zu schützen. Auch hier hätte er sagen können: „Mir gefällt nicht, wofür die NSDAP steht, ich trete aus und werde mich einfach zurückziehen.“ Doch nein, stattdessen nutzte er seine Position und seine Mitgliedschaft in dieser bösartigen Organisation, um Leben zu retten. Aus diesem Grund wurde er nach dem Krieg als Nazi angeprangert und litt später an Unterernährung, da er keine Arbeit finden konnte. Außerdem waren weder Schindler noch Rabe als Christen bekannt; beide waren zu Kriegsbeginn überzeugte Nazis.

Aktuelle Relevanz

Dies ist heute ein sehr aktuelles Thema, da Christen darüber diskutieren, ob ein Nachfolger Jesu auch Muslim oder Hindu sein kann.

Auf der Seite der Gegner könnte man argumentieren, dass sie sündigen, wenn sie die Lüge bekräftigen, der Koran oder die Veden seien wertvolle spirituelle Bücher des einen wahren Gottes, oder wenn sie es versäumen, die Menschen davor zu warnen, dass Mohammed ein falscher Prophet ist und dass man keinen anderen als den wahren Gott anbeten darf. Wenn einige (wenn auch nicht die meisten) ablehnen, dass Jesus Gott ist, oder leugnen, dass Paulus ein Apostel und Verfasser der Heiligen Schrift ist, dann sind sie eigentlich gar keine Gläubigen.

Auf der positiven Seite steht, dass in Ländern wie Malaysia, wenn jemand in eine muslimische Familie hineingeboren wird, in seinem Personalausweis vermerkt ist, dass er Muslim ist. Es spielt keine Rolle, woran er danach glaubt – der Personalausweis wird nicht geändert.

In der Endzeit könnte es für Gläubige eine Gelegenheit geben, von innen heraus zu wirken, sich heimlich in Babylon einzufügen, um zu überleben und heimlich mit anderen zu teilen. Doch Gläubige dürfen diese Gelegenheit NICHT ergreifen, sondern müssen aus Babylon fliehen, wie Gott es in Offenbarung 18,4 gebietet.

F: In Apostelgeschichte 23,6–7: Zu welchen Gruppen könnte jemand heute offen weiterhin gehören, wenn er Christ wird, und zu welchen Gruppen könnte er nicht mehr gehören?

A: Ich nehme an, man könnte Teil einer Gruppe sein, die keine unbiblischen Überzeugungen vertritt, denen man zustimmen muss, um beizutreten oder Mitglied zu bleiben. Wenn die Gruppe jedoch unbiblische Überzeugungen vertritt, man diese aber nicht glauben muss, sollte man sich fragen, warum man Mitglied sein möchte. Um Muslim zu werden, muss man sagen: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“ Das können Sie nicht sagen, ohne zu sündigen.

Angenommen, jemand würde behaupten, er sei Christ geworden, sage aber, er glaube nicht an Gott, wolle Jesus nicht nachfolgen und akzeptiere Gottes Wort nicht. Hätten Sie da nicht zumindest den Verdacht, dass es sich um einen Scheinchristen handeln könnte? Was für die Ablehnung der Kernlehren des Christentums gilt, gilt auch für die Ablehnung der Lehren anderer Religionen. Ja, hypothetisch könnte jemand ein Christ und gleichzeitig ein vorgetäuschter Hindu, ein vorgetäuschter Anbeter der römischen Götter oder sogar ein vorgetäuschter Satanist sein. Aber würde der wahre Gott wollen, dass Sie das tun? – Natürlich nicht.

F: Warum erschien der Herr Paulus hier in Apostelgeschichte 23,11?

A: Paulus stand kurz vor schweren Zeiten, da er zwei Jahre lang inhaftiert sein würde. Gott sprach zu ihm, um ihn zu ermutigen und ihm zu versichern, dass er genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Beachten Sie, dass es keinerlei Kritik daran gab, dass Paulus überhaupt nach Jerusalem ging, und es gab auch keine Kritik daran, dass Paulus die Pharisäer und Sadduzäer gegeneinander aufbrachte.

F: Hat Paulus in Apostelgeschichte 23,1–11 mit seiner Kühnheit hier gut Zeugnis abgelegt?

A: Ja, denn er hat tatsächlich Zeugnis abgelegt. Ein sicherer Weg, beim Weitergeben des Evangeliums zu scheitern, besteht darin, es gar nicht erst weiterzugeben. Doch Paulus wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Beten Sie darum, dass wir die Unerschrockenheit haben, die Paulus hatte. Der Dialog verläuft hier nicht ganz reibungslos. Paulus wurde nicht gebeten, eine Rede zu halten; vielmehr handelte es sich um ein Frage-und-Antwort-Gespräch, bei dem man ihn jederzeit unterbrechen konnte. Wenn wir uns heute in einer chaotischen, nicht einstudierten Situation befinden, ist es gut, zunächst die wichtigsten Punkte anzusprechen – so wie es in einem Zeitungsartikel der Fall ist –, für den Fall, dass die Zuhörer beschließen, dem Rest Ihrer Ausführungen nicht mehr zuzuhören.

Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.

Nicht die Antwort: Paulus hat hier nicht wirklich ausgesagt; er würde in Cäsarea in Judäa aussagen und später dann in Rom. Dies ist jedoch nicht die Antwort, da der Herr ihn nicht für das lobte, was er tun würde, und Er lobte Paulus nicht dafür, dass er in Judäa aussagte, sondern vielmehr dafür, dass er in Jerusalem aussagte.

Die Antwort: Er hat seine Aufgabe gut genug erfüllt, indem er mutig vor einem feindseligen Publikum Zeugnis ablegte.

Frage: Sind in Apostelgeschichte 23,15–25 die vierzig Attentäter ums Leben gekommen, und warum wurden 470 Römer eingesetzt?

A: Es ist interessant, dass die Juden der Meinung waren, sie hätten bessere Chancen, Paulus zu töten, indem sie eine römische Militärwache überfielen, als indem sie ihn vor einem Gericht verurteilten. Dies deutet darauf hin, dass sie selbst die Schwäche ihrer Sache erkannten.

Diese Juden hatten alle einen Eid geschworen, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten. Sollten sie jedoch – ohne eigenes Verschulden – nicht in der Lage sein, Paulus zu töten, würden die jüdischen Führer sie von ihrem Eid entbinden. Rabbiner erlaubten das Brechen von Gelübden aus vier Gründen: Gelübde der Aufstachelung, Gelübde der Übertreibung, versehentlich abgelegte Gelübde und Gelübde, die aufgrund von Zwang nicht erfüllt werden können (M. Nedarim 3:1–3).

Der römische Befehlshaber Claudius Lysias wollte die Sicherheit des Paulus gewährleisten – nicht aus Ehrgefühl oder Sorge um Paulus, sondern weil es ein schlechtes Licht auf ihn geworfen hätte, wenn er durch Nachlässigkeit zugelassen hätte, dass die Juden einen römischen Bürger töteten, der unter seinem Schutz stand. Cäsarea lag 65 Meilen nordwestlich von Jerusalem, weit genug außerhalb der Reichweite eines Aufruhrs. Wahrscheinlich machten sie in Antipatris Halt, etwa auf halber Strecke, 35 Meilen von Jerusalem und 23 Meilen von Cäsarea entfernt. Außerdem könnte die Infanterie aus Gründen der Schnelligkeit auf den Lasttieren geritten sein.

F: Was sind in Apostelgeschichte 23,26–30 einige wichtige Passagen dieses Briefes?

A: Der Brief enthält einen Fehler und einige Auslassungen. Der Brief vermittelt den Eindruck, Lysias habe Paulus gerettet, weil dieser römischer Bürger war. Tatsächlich erfuhr Lysias erst viel später, dass Paulus römischer Bürger war. Lysias „vergass“ offenbar zu erwähnen, dass er im Begriff war, Paulus auspeitschen zu lassen. Der größte Teil des restlichen Briefes ist korrekt, aber er war sehr eigennützig.

Lukas dürfte von diesem Brief durch Paulus erfahren haben, doch woher kannte Paulus den Inhalt dieses Briefes? Selbst wenn Felix Paulus den Brief später nicht gezeigt hätte, wurde der Brief wahrscheinlich während des Gerichtsverfahrens verlesen.

F: Was wissen wir in Apostelgeschichte 24,1–27 über den von Tertullus als „edler Felix“ bezeichneten Mann und seine Frau Drusilla?

A: Laut dem „Evangelical Commentary on the Bible“ (S. 918) wurde Antoninus Felix als Sklave geboren, von der Mutter des Kaisers Claudius freigelassen und im Jahr 52 n. Chr. aufgrund des Einflusses seines Bruders Pallas zum Statthalter von Judäa befördert. Felix war habgierig und ging grausam gegen Banditen vor.

Später kam es in Cäsarea zu einem Aufstand, den Felix mit Hilfe seiner Soldaten niederschlug, wobei er viele jüdische Zivilisten tötete und deren Vermögen an sich nahm. Ein jüdischer Hohepriester namens Jonathan schrieb an Felix und forderte ihn auf, sich seines Amtes würdiger zu erweisen. Daraufhin bezahlte Felix die antirömischen Sicarier, die Attentäter waren, damit sie Jonathan ermordeten. Wegen Felix’ Verhaltens im Allgemeinen begaben sich einige Juden nach Rom, um sich bei Nero zu beschweren, woraufhin Felix abberufen wurde. Er hätte in Rom leiden müssen, hätte nicht sein Bruder Pallas für ihn Fürsprache eingelegt.

Drusilla war die jüngste Tochter von Herodes Agrippa I. Ihre Geschwister waren Berenike, Mariamne und Herodes Agrippa II. (Apostelgeschichte 25,13–26,32). Drusilla war die dritte oder vierte Ehefrau von Felix. Sie und Azizas/Azizus, der (unter römischer Herrschaft stehende) König von Emesa (dem heutigen Homs in Syrien), hatten geplant, zu heiraten, als sie 14 Jahre alt war, unter der Bedingung, dass er zum Judentum konvertieren würde. Später jedoch überredete Felix sie, Azizas/Azizus zu verlassen und stattdessen Felix als seine vierte Ehefrau zu heiraten.

Tertullus selbst trug einen recht verbreiteten Namen, der „der kleine Tertius“ bedeutet. Felix war mit den jüdischen Bräuchen vertraut und hatte einen Aufstand von Räubern niedergeschlagen, worauf Tertullus in Apostelgeschichte 24,2 wahrscheinlich anspielt. Abgesehen davon gab es für Tertullus wahrscheinlich wenig Lobenswertes über Felix zu berichten. Manchmal kann es eine schwierige Aufgabe sein, jemandem zu schmeicheln!

Weitere Informationen finden Sie bei Josephus, „Jüdische Altertümer“, Buch 20, Kap. 7,1–2,5, S. 420–421.

F: Worin besteht in Apostelgeschichte 24,5–8 der Kern der Anklage von Tertullus gegen Paulus?

A: Tertullus führte lediglich vier Punkte an. Er bezeichnete Paulus eher subjektiv als „Plage“, sagte, Paulus sei ein Unruhestifter, stellte zutreffend fest, dass Paulus ein Anführer der Nazarener (auch bekannt als Christen) sei, und behauptete fälschlicherweise, Paulus habe versucht, den Tempel zu entweihen. Doch jeden, den Sie oder diejenigen, die Sie beauftragt haben, nicht mögen, kann man einfach als „Plage“ bezeichnen. Seltsamerweise wurde den Juden, die Paulus verfolgten und sogar ein Komplott schmiedeten, um ihn zu töten, nicht vorgeworfen, Zwietracht zu stiften – nur Paulus. Ist es ein Verbrechen, eine Gruppe von Menschen anzuführen? – Die Juden selbst hatten verschiedene rabbinische Schulen. Tertullus hob sich also den schwerwiegendsten Vorwurf, die Entweihung des Tempels, für den Schluss auf, und selbst dieser war falsch. Als Anwalt versuchte Tertullus, aus dem Wenigen, das er hatte, das Beste herauszuholen.

F: Was ist in Apostelgeschichte 24,11–21 der Kern von Paulus’ Verteidigung?

A: Während seines sehr kurzen Aufenthalts in Jerusalem – zwölf Tage – hat er zu nichts angestiftet. Die Juden, die den Pöbel aufgehetzt haben, sollten hier stehen, nicht er. Paulus hat den Tempel nicht entweiht, und sie haben keinen Beweis dafür, dass er dies getan hat. Ja, er gehörte zum „Weg“, d. h. er war Christ.

Doch Paulus sagte auch vieles, was nicht wirklich seiner Verteidigung diente. Zunächst wies er darauf hin, dass man ihm keine konkreten Anklagepunkte vorgebracht hatte, wie er den Tempel entweiht haben sollte, oder wofür er eigentlich vor Gericht stand; daher erklärte Paulus Felix gerne, was die eigentliche Anklage gegen ihn war. Paulus nutzte diese Gelegenheit, um einen Teil des Evangeliums zu verkünden, nämlich über die Auferstehung der Toten. Es ist, als hätte er seine Verteidigung mitten im Satz unterbrochen, weil er das Evangelium verkünden musste.

Zu Beginn des Prozesses sagte Felix nicht: „Wir müssen mit einem Urteil warten, bis Lysias hierherkommt.“ Es scheint fast so, als hätte Felix keine schnelle Lösung in Sicht gehabt, vielleicht hatte er genug von dem Prozess und beschloss einfach, die Entscheidung aufzuschieben, bis Lysias selbst eintraf. Hätte Felix Paulus damals und dort freigesprochen, wären die jüdischen Führer zornig auf ihn gewesen, und Felix war darauf bedacht, sich ihre Gunst zu sichern und das Fest zu bewahren. In der Zwischenzeit hätten die jüdischen Führer den beschwerlichen Rückweg nach Jerusalem antreten und später zur Fortsetzung des Verfahrens zurückkehren müssen. Doch Felix war es wahrscheinlich gleichgültig, welche Mühen ihnen das bereitete oder wie lange Paulus im Gefängnis bleiben würde. Übrigens gibt es keinen Hinweis darauf, dass Lysias jemals die zweitägige Reise angetreten hätte, um hierher zu kommen.

F: Was ist heute, in Apostelgeschichte 24,25b, der Unterschied zwischen der Ablehnung des Evangeliums und der bloßen Verzögerung, sich mit dem Evangelium auseinanderzusetzen?

A: Wenn die Verzögerung unendlich ist, gibt es letztendlich überhaupt keinen Unterschied. Doch Gott ist geduldig mit uns, und wir können darum beten, dass die Verzögerung eines Menschen nur vorübergehend ist und dass er sich bekehrt. Gott ist sehr geduldig mit Ungläubigen, und das sollten wir auch sein. Leider wies Felix in diesem Fall den Boten zurück und erklärte, er werde Paulus vorladen, wenn es ihm passe. Offenbar gab es für Felix nie einen geeigneten Zeitpunkt, das Evangelium anzunehmen. Wenn jemand dem Evangelium nur dann zuhören will, wenn es ihm passt, gibt es in vielen Fällen niemals einen geeigneten Zeitpunkt.

F: War Felix in Apostelgeschichte 24,25–27 ungerecht, als er Paulus im Gefängnis festhielt?

A: Nach römischen Maßstäben handelte Felix nicht ungerecht, doch in Wirklichkeit tat er es. Felix hatte kein falsches Urteil gegen Paulus gefällt. Doch Paulus zwei Jahre lang in Haft zu halten, war falsch. Paulus befand sich in einem Zustand, den die Römer „custodia libera“ nannten, was bedeutete, dass er zwar ständig bewacht wurde, seine Freunde ihn jedoch besuchen durften, wann immer sie wollten. Zudem war es zwar gerecht, dass Paulus sich während des Prozesses verteidigen durfte, doch im Grunde durchlief er vier Verfahren: vor dem Sanhedrin, vor Felix, vor Festus und vor Herodes Agrippa II. Paulus mag sich gefragt haben, wie viele Verfahren er noch durchlaufen müsse, ohne dass man ihn für schuldig befand, bevor man ihn freilassen würde. Heutzutage können Menschen nicht nur ungerecht sein, indem sie jemandem verweigern, was ihm zusteht, sondern auch, indem sie dies auf unbestimmte Zeit hinauszögern.

F: Warum sollte Felix in Apostelgeschichte 24,26 auf ein Bestechungsgeld von Paulus hoffen, einem bloßen Zeltmacher?

A: Paulus war höchstwahrscheinlich nicht wohlhabend, doch jemand, der eine beträchtliche Geldspende nach Jerusalem bringen konnte, hatte entweder Freunde, die zusammen über viel Geld verfügten. Außerdem heißt es laut Josephus’ „Antiquitates Judaicae“, Buch 20, Kap. 9.5, S. 424, dass der Statthalter Albinus nach der Herrschaft von Felix und Festus die Gefängnisse fast vollständig leerte und nur diejenigen zurückblieben, die Albinus überhaupt kein Geld zahlen konnten.

Einerseits hätte Felix wahrscheinlich Geld erhalten können, indem er von den Juden ein Bestechungsgeld verlangte, um Paulus an sie auszuliefern. Doch wenn jemals jemand berichtet hätte, dass Felix dies tat, um einen römischen Bürger töten zu lassen, wäre dies für Felix sehr gefährlich gewesen.

F: Welche außerbiblischen Informationen haben wir in Apostelgeschichte 24,27 über Festus?

A: Porcius Festus wurde im Herbst des Jahres 60 n. Chr. zum Statthalter von Judäa ernannt. Allerdings besteht eine gewisse Ungewissheit hinsichtlich des Datums, das zwischen 55 n. Chr. und 60 n. Chr. liegen könnte. Auch Josephus (Jüdische Altertümer 20.8.9–11; 20,185–188 sowie „Der Jüdische Krieg“ 2,271, verfasst um 93–94 n. Chr.) berichtet ebenfalls, dass Festus zum Statthalter von Judäa ernannt wurde. Die Juden dürften Festus als besser und besonnener angesehen haben als seinen Vorgänger Felix sowie als seine Nachfolger Lucceius Albinus (62–64 n. Chr.) und den korrupten Gessius Florus (64–66 n. Chr.).

Festus war der Familienname einer Adelsfamilie in Rom.

Es gibt keine Aufzeichnungen über Festus vor seiner Ankunft in Palästina. Die Berichte über seine Amtsführung zeigen jedoch, dass er weiser und ehrlicher war als Felix. Dennoch musste sich Felix in Rom für seinen Umgang mit den Unruhen zwischen Juden und Heiden in Cäsarea verantworten.

Im Gegensatz dazu ging Felix gewaltsam gegen die Bevölkerung vor. Er war ursprünglich ein Sklave und wurde später freigelassen. Der römische Historiker Tacitus sagte über Felix: „Er übte königliche Macht mit der Gesinnung eines Sklaven aus.“ Er veranlasste die Ermordung eines Hohepriesters namens Jonathan, der ihn wegen seiner schlechten Herrschaft kritisiert hatte.

F: Warum heißt es in Apostelgeschichte 25,2 „Hohepriester“ (Plural), obwohl es doch eigentlich nur einen Hohenpriester geben sollte?

A: Der Hohepriester zu dieser Zeit war Ismael, Sohn des Phabi, der von Herodes Agrippa II. (Marcus Julius Agrippa II.) ernannt worden war. Ismael war der Nachfolger von Ananias. Im Allgemeinen konnte ein ehemaliger Hohepriester weiterhin als Hohepriester bezeichnet werden, doch gab es hier einen unmittelbareren Grund. Ananias behielt die Macht noch so lange, bis ihn die jüdischen Aufständischen im Jahr 66 n. Chr. töteten. Ananias scheute sich nicht, Mord und Attentate einzusetzen, um seine Ziele zu erreichen, und es ist nur folgerichtig, dass diejenigen, die vom Schwert lebten, auch durch das Schwert starben. Weitere Informationen finden Sie in Josephus’ „Jüdische Altertümer“ 20, 179 (i.8), 194–196 (8.11).

F: Was wissen wir in Apostelgeschichte 25,23 noch über Bernice / Berenice?

A: Zunächst einmal lautete ihr Name entweder Berenike oder Pherenika, was auf Lateinisch wie „Veronica“ ausgesprochen wurde. Bernice war mit Marcus verlobt, einem Neffen des jüdischen Philosophen Philo. Anschließend heiratete sie ihren Onkel Herodes von Chalkis, einem sehr kleinen, unter römischer Herrschaft stehenden Königreich in den Bergen des Libanon. Nachdem er im Jahr 48 n. Chr. verstorben war, verließ sie ihren dritten Ehemann und lebte mit ihrem (ein Jahr älteren) Bruder Agrippa II. zusammen. Sowohl der römische Dichter Juvenal (Satirae 6,156–160) als auch der jüdische Historiker Josephus (Antiquitates 20,145–147) berichteten, dass sie eine inzestuöse Beziehung führten. Dies wäre jedoch kein Problem gewesen, da Kaiser Nero eine sexuelle Beziehung zu seiner eigenen Mutter unterhielt (auch wenn diese wahrscheinlich nicht einverstanden war). Sie stellte sich im Jüdischen Krieg auf die Seite der Römer und wurde später die Geliebte von Vespasian und anschließend des römischen Feldherrn Titus. Dies wurde zu einem öffentlichen Skandal, woraufhin Titus sie schließlich wegschicken musste.

Hier haben Sie also dieses „Paar“, das versucht, an einen Kaiser zu schreiben, der später (nach 60 n. Chr.) zu einem Ungeheuer werden wird, und das versucht, Kaiser Nero Anklagen vorzulegen, warum Paulus ein böser, schuldiger Mann sei – und sie tun sich dabei schwer. Beachten Sie jedoch, dass Paulus sie dennoch mit Respekt behandelt.

Da Agrippa als Experte für das Judentum und als Freund der kaiserlichen Familie galt, wurde ihm das Privileg eingeräumt, den jüdischen Hohepriester zu ernennen; er setzte Ananias ab und ernannte Ismael, den Sohn des Phabi. Später kam es zu einem Streit über eine Mauer, die dem König die Sicht auf den Tempel versperrte, und so setzte Agrippa Ismael ab und ernannte Josef, den Sohn des Simeon. Ungeachtet dessen hatte der ehemalige Hohepriester Ananias hinter den Kulissen weiterhin die Kontrolle, und dies ist wahrscheinlich der Grund, warum Lukas von „Hohepriestern“ im Plural spricht.

F: In Apostelgeschichte 25,23 wird erwähnt, dass Agrippa und Bernice mit großem Prunk eintrafen, doch die Heilige Schrift berichtet nichts Derartiges über Herodes oder Pilatus. Warum handeln manche Menschen mit „Prunk“?

A: Im Griechischen hieß dies „meta polles phantasias“. Man handelt aus Gründen des äußeren Anscheins und gibt vor, der Schein entspreche dem Wesen. Die Römer legten oft großen Wert auf Prunk. Möglicherweise sollte dieser Prunk die jüdischen Führer beeindrucken oder den Angeklagten einschüchtern. In Cäsarea waren fünf Kohorten stationiert, wobei jede Kohorte nominell aus 1.000 Mann bestand. Somit waren fünf römische Chiliarchen anwesend, die Festus begleiteten.

Römische Kaiser wurden manchmal „Augustus“ genannt, was auf Griechisch „Sebastos“ bedeutet und darauf hindeutet, dass sie über anderen Sterblichen standen. Erst zur Zeit Neros wurden sie jedoch als „Herr“ bezeichnet.

Heutzutage glauben manche Menschen, dass man sie als wichtig anerkennt, wenn sie wichtig wirken, und dass sie dadurch tatsächlich wichtiger werden. Es ist bedauerlich, wenn man glaubt, dass der eigene Selbstwert vom eigenen Erscheinungsbild und der eigenen Beliebtheit abhängt.

F: In Apostelgeschichte 26,12–15 hat Paulus hier einige Details ausgelassen, beispielsweise über Ananias und den späteren Auftrag. Wann ist es für uns in Ordnung, zusammenzufassen und zu vereinfachen?

A: Paulus hat keine Täuschung angewendet, und das sollten wir auch nicht tun. Aber Paulus hat einige Details weggelassen, da sie für die Zuhörer nicht als wichtig angesehen worden wären. Es ist völlig in Ordnung, wenn auch wir Details weglassen.

F: Wie konnte die Stimme in Apostelgeschichte 26,14 zu Saulus auf Hebräisch sprechen, da der geläufige Ausdruck „Es ist schwer, gegen die Stacheln zu treten“ zwar im Griechischen, nicht aber im Hebräischen bekannt war?

A: Es handelte sich um eine im Griechischen wohlbekannte Redewendung, die so viel bedeutet wie „gegen eine Gottheit ankämpfen“, wie diese fünf Quellen belegen. Euripides, „Die Bakchen“, 794–795; Aischylos, „Der gefesselte Prometheus“, 324–325; „Agamemnon“, 1624; Pindar, „Pythia“, 2.94–95; Terentius, „Phormio“, 1.2.27. Paulus beherrschte das Griechische und die griechische Kultur ebenso gut wie das Hebräische. Es gibt zwei mögliche Antworten, und ehrlich gesagt spielt es keine Rolle, welche davon zutrifft.

1. Es ist nicht ungewöhnlich, einen umgangssprachlichen Ausdruck von einer Sprache in eine andere zu übersetzen, insbesondere wenn Paulus – ganz zu schweigen von Gott – beide Sprachen gut beherrschte.

2. Gott hätte zu Paulus auf Hebräisch sprechen und gerade diesen Satz auf Griechisch sagen können. Es wäre dennoch zutreffend, wenn auch ungenau, zu sagen, Gott habe zu Paulus auf Hebräisch gesprochen, selbst wenn Gott einen kleinen Satz auf Griechisch gesagt hätte.

F: In Apostelgeschichte 26,14 war ein Ochsenstachel ein harter, scharfer Stock, mit dem man einen Ochsen anstupste, wenn dieser sich nicht bewegen wollte. Sich gegen die Stacheln zu wehren, ist mehr als nur Sündigen. Wie sündigen Menschen heute und wehren sich gegen die Stacheln?

A: Wie ein zeitgenössischer Autor treffend bemerkte: „Ihre Arme sind zu kurz, um mit Gott zu boxen.“ Es ist eine Sache, zu sündigen, aber eine andere, sich dem trotzig zu widersetzen. Wenn Gott klar gesagt hat, dass man etwas nicht tun soll, und Sie es trotz dieses Wissens dennoch tun, kämpfen Sie im Grunde genommen gegen Gott.

F: Was genau bedeutet „zuerst“ in Apostelgeschichte 26,23?

A: Betrachten wir zunächst das griechische Wort für „zuerst“, das Paulus hier und an anderen Stellen verwendet, und schauen wir uns dann genauer an, was Paulus hier und an anderen Stellen unter Auferstehung verstand.

Die griechischen Begriffe „protos“ und „proton“ (Strong’s 4412/4413) sind verwandte Wörter, die „zuerst“ in Bezug auf Zeit, Reihenfolge oder Bedeutung bedeuten können. Paulus verwendet dieses Wort auch in einem sinngemäßen Sinn, um „früh“ oder „vor einem anderen“ auszudrücken.

Betrachtet man die Schriften des Paulus zusammen mit dem Bericht des Lukas über die Lehre des Paulus, so verwendet Paulus dieses Wort wie folgt:

Nur in Bezug auf Zeit oder Reihenfolge: Apg 13,46; 20,18; 26,20; 1 Kor 14,30; 16,2; Gal 4,13; Eph 1,12; 4,9; 1. Thess 4,16; 2. Thess 2,3; 1. Tim 3,10; 5,4; 5,12; 2. Tim 1,5; 4,16; 2. Tim 2,6; Tit 3,10

Nur Bedeutung: 1 Kor11:18 ;12:28 ; 15,3; 2 Kor 8,5.12; 1 Tim1:16 ; 2,1

Sowohl zeitliche Reihenfolge als auch Bedeutung: Apg 26,23; Röm 1,8;1:16 ; 1 Kor 15,45,46,47; 1 Tim 2,13

Früher oder vor etwas anderem: Röm 10,19–20; 15,24; Eph 1,12; 6,2; Phil 1,5; 1 Tim 1,16; 2 Tim 4,16

Ohne Unterscheidung: Röm 2,9; 2,10; Eph 6,2

Fazit: Apg 26,23 kann alle drei Bedeutungen haben: Zeit/Reihenfolge, Bedeutung und vor einem anderen. Christus war der Erste, der mit einem unvergänglichen Leib auferstanden ist; Er ist die Quelle unserer Auferstehung und ist auferstanden, bevor irgendeiner von uns auferstehen wird.

Welche Art von Auferstehung:

Paulus war mit der Auferstehung vertraut, da er in Apg 20,9–12 Eutychus von den Toten auferweckt hatte. Genau genommen bezeichnet das griechische Wort jedoch nicht die Handlung des „Aufstehens von den Toten“, sondern vielmehr das Substantiv „Auferstehung der Toten“. Worauf bezieht sich Paulus also?

a) Vorübergehende Auferstehung mit Körpern, die wieder sterben würden: Lazarus (Joh11:38 –42), der Sohn der Witwe (1. Kön17:22 ), der Sohn der Sunamitin (2. Kön4:28 –37) und Eutychus (Apg 20,9–12).

b) Die endgültige Auferstehung, bei der Jesus als Erster mit einem unvergänglichen Leib auferstanden ist.

Paulus predigte nirgendwo sonst von der ersten Art, sondern ausschließlich von der zweiten. In Römer 6,9 sagt er, dass Christus, da er von den Toten auferweckt wurde, „nicht mehr sterben kann“, und ebenso sind unsere auferstandenen Leiber unvergänglich (1. Korinther 15,20–23, 35–55). Paulus sagt außerdem: „Tatsächlich hat Gott ihn [Jesus] von den Toten auferweckt, damit er nie mehr dem Verfall anheimfällt“ (Apostelgeschichte 13,34a).

Es wäre falsch anzunehmen, dass Paulus entweder verkündete, Christus habe nur eine vorübergehende Auferstehung erlebt, oder dass er uns nur eine vorübergehende Auferstehung versprochen habe. Seine Botschaft an Festus und Agrippa sowie an alle anderen bezog sich ausschließlich auf die dauerhafte Auferstehung, die Christus und wir haben.

F: Warum war Paulus in Apostelgeschichte 26,24–29 vor König Agrippa so unerschrocken?

A: Was hatte Paulus zu verlieren? Der Heilige Geist hatte Paulus gesagt, dass er in Rom Zeugnis ablegen würde, und Paulus wusste, dass er nach Rom gehen würde. Paulus zeigte sich hier kühn, um seine Zuhörer zu bekehren. Offenbar hielt Paulus einen direkten, einfachen Appell für den besten Ansatz. Möglicherweise bestand für Paulus auch eine gewisse Dringlichkeit, sich nun an Rom zu wenden. Festus war mit der Situation nicht vertraut und hatte offenbar keinen Verdacht, dass die Juden lediglich wollten, dass Paulus nach Jerusalem geschickt würde, um ihn dort in einen Hinterhalt zu locken. Paulus könnte sich nun an Rom gewandt haben, weil er erkannte, dass er kurz davor stand, nach Jerusalem geschickt zu werden.

Man könnte sich fragen, warum Paulus sich die Mühe machte, das Evangelium Herrschern zu verkünden, die so weit außerhalb der Reichweite des Evangeliums zu stehen schienen. Vielleicht liegt die Antwort darin, dass Paulus dies nicht so sah. Paulus fragte nicht, wer außerhalb der Reichweite des Evangeliums sei, sondern da er die Gelegenheit hatte, wollte er sie nutzen und nicht nur Felix und König Agrippa, sondern allen anderen, die zuhörten, das Evangelium verkünden.

Als historische Randbemerkung sei angemerkt, dass im zweiten Jahrhundert (100–200 n. Chr.) römische Bürger in der Regel nach Rom geschickt wurden, ohne dass sie bei Caesar Berufung einlegen mussten. Im dritten Jahrhundert waren fast alle Nicht-Sklaven im Römischen Reich Bürger, sodass fast jeder die Möglichkeit hatte, sich nach Rom schicken zu lassen. Doch zu Paulus’ Zeiten wurden römische Bürger nur dann nach Rom geschickt, wenn sie ausdrücklich Berufung einlegten.

Auch heute sollten wir mutig sein. Machen Sie die Verkündigung des Evangeliums nicht nur zu einem Hintergedanken, sondern sagen Sie offen, dass das wichtigste Motiv für unser Gespräch mit ihnen darin besteht, dass sie gerettet werden können.

F: Warum warf Festus Paulus in Apostelgeschichte 26,24–25 vor, er sei wahnsinnig?

A: Es lag nicht daran, dass er Paulus für unwissend hielt; vielmehr behauptete er, dass all die große Gelehrsamkeit des Paulus ihn in den Wahnsinn getrieben habe, was in gewisser Weise auch etwas über Festus’ eigenes Bildungsniveau aussagt. Ein Grund, warum Festus dies gesagt haben könnte, ist, dass er möglicherweise nicht der gesamten Argumentation des Paulus folgen konnte. Ein zweiter Grund ist, dass Festus Grieche und kein Jude war und die griechische Philosophie (fast) kein Konzept von Menschen kannte, die von den Toten auferstehen.

F: In Apostelgeschichte 26,27 war Paulus mit seiner beredten, gelehrten und auf die Heilige Schrift gestützten Rede gut vorangekommen, doch dann unterbrach er all dies, um König Agrippa eine direkte, bohrende Frage zu stellen. Wann sollten wir Ihrer Meinung nach beim Verkünden des Evangeliums innehalten, um direkte, bohrende Fragen zu stellen?

A: Bei einer Verkündigung des Evangeliums kann es leicht passieren, dass der Zuhörer passiv zuhört und nicht begreift, dass er im Begriff ist, die wichtigste Entscheidung seines Lebens zu treffen: ob er an die Botschaft des Evangeliums glauben und ihr folgen will oder nicht. König Agrippa galt vermutlich als Experte für das Judentum, einschließlich der Propheten. Doch Paulus zog hier eine klare Grenze. Agrippa wusste über die Propheten Bescheid, aber glaubte er an sie – ja oder nein? Agrippa war zweifellos ein Zuhörer, der bereit war, zuzuhören, aber war er auch ein Zuhörer, der bereit war, auf der Grundlage dessen, was er hören würde, etwas zu bewegen und sich zu ändern?

F: Warum nahm König Agrippa in Apostelgeschichte 26,27–29 Christus nicht an, als Paulus zu ihm sprach?

A: Auch wenn wir nicht alle Gründe kennen, könnte es an Stolz, Angst oder den Blicken anderer gelegen haben. Letztendlich wusste Gott im Voraus und hat vorherbestimmt, wer in den Himmel kommen würde. Unabhängig davon, wie Sie den Zusammenhang zwischen Vorherwissen und Vorherbestimmung einschätzen mögen, ist es falsch, beides so zu vermischen, dass König Agrippa explizit oder implizit von seiner Verantwortung, Christus anzunehmen und an ihn zu glauben, entbunden wird.

F: Hätte Paulus in Apostelgeschichte 26,32 und Apostelgeschichte 25,11 an Caesar appellieren sollen?

A: Dies hätte bedeutet, dass Paulus nach Rom gereist wäre, damit Caesar persönlich über seinen Fall entscheiden würde.

Paulus handelte klug, als er aus drei Gründen bei Caesar Berufung einlegte.

Erstens wollte Paulus nach Rom reisen, und dies wäre sein Ticket dorthin gewesen.

Zweitens hatte Paulus möglicherweise erkannt, dass die unerbittliche, mörderische Opposition dazu führen würde, dass er in Judäa niemals freigelassen würde. Denken Sie daran, dass die Hohepriester wollten, dass Paulus nach Jerusalem zurückkehrte, damit sie ihm dort auflauern konnten.

Drittens: Wenn Paulus vor Caesar erschienen wäre und für unschuldig erklärt worden wäre, hätte dies dem Christentum eine rechtliche Grundlage verschafft, so wie es beim Judentum der Fall war.

Denken Sie schließlich daran: Wenn jemand etwas sagt, bedeutet das nicht, dass das Gesagte zwangsläufig wahr ist. Festus und Agrippa waren sich einig, dass Paulus unschuldig war, und hätte er nicht bei Caesar Berufung eingelegt, hätten sie ihn freigelassen. Das konnten sie jetzt leicht sagen. Sie hätten Paulus jederzeit in den zwei Jahren, die er im Gefängnis verbracht hatte, freilassen können! Sie hätten ihn sogar jetzt freilassen können, was die Berufung bei Caesar zu einer müßigen Frage gemacht hätte. Es fällt jemandem leicht, sehr freundlich und versöhnlich zu klingen, wenn dies keine Konsequenzen hat, er nichts zu verlieren hat und weiß, dass es unmöglich ist, seine „Großzügigkeit“ in die Tat umzusetzen. Tatsächlich atmete Festus wahrscheinlich erleichtert auf, als Paulus seinen Einspruch einlegte, denn dadurch geriet Festus aus einer heiklen Lage. Er wollte die Juden nicht gegen sich aufbringen, und er zog es vor, keinen unschuldigen römischen Bürger zu töten, für den er später Rechenschaft ablegen müsste. Festus war sich also wahrscheinlich bewusst, dass Paulus, selbst wenn er unschuldig war, dennoch eine gefährliche Person sein könnte.

F: Was lässt sich in Apostelgeschichte 27,1–28,13 anhand des Schreibstils erkennen?

A: Die Schilderung ist so detailliert, dass Lukas ein Augenzeuge gewesen sein muss und wahrscheinlich sogar Zugang zu den Logbüchern des Schiffes hatte. Wie Thomas Walker sagte: „In der gesamten klassischen Literatur gibt es keine so detaillierte Aufzeichnung über den Betrieb eines antiken Schiffes.“ Als Arzt, der in der Apostelgeschichte häufig medizinische Fachbegriffe verwendete, dürfte Lukas ein Auge für Details gehabt haben. Andererseits deutet Lukas’ schlichte Terminologie in Bezug auf die Seefahrt darauf hin, dass er kein Seemann war. James Smith aus Renfrewshire, Schottland, war dreißig Jahre lang Segler und reiste nach Malta, um die Reise des Paulus zu untersuchen. Er verfasste 1848 das Werk „Die Reise und der Schiffbruch des Paulus“ und schrieb: „Kein Seemann hätte in einem Stil geschrieben, der dem eines Seemanns so wenig ähnelt; kein Nicht-Seemann hätte eine Erzählung über eine Seereise verfassen können, die in all ihren Teilen so schlüssig ist, es sei denn, er hätte sie aus eigener Beobachtung geschildert.“ Andererseits legten die elf anderen Reisen des Paulus, diese Reise nicht mitgerechnet, insgesamt 3.500 Meilen zurück. Auch wenn Paulus also kein erfahrener Seemann war, so war er doch ein erfahrener Schiffspassagier.

Außerdem: Wer hätte sonst noch an Bord sein können? Zu den Passagieren gehörten wahrscheinlich auch andere Gefangene, die nach Rom gebracht wurden, um dort vor Gericht gestellt oder hingerichtet zu werden. Oft wurden sie im Kolosseum oder in anderen Arenen hingerichtet.

F: Hat Paulus in Apostelgeschichte 27,10 hier eine falsche Prophezeiung abgegeben, dass Menschen ihr Leben verlieren würden, da laut Apostelgeschichte 27,22–23 niemand ums Leben kam?

A: Nein, aber es gibt zwei unterschiedliche Antworten.

Paulus’ ursprüngliche Einschätzung gegenüber Gottes späterer Verheißung: Paulus sprach in Apostelgeschichte 27,10 aus eigener Erkenntnis, denn er sagte: „Ich sehe“, und nicht „Gott sagte“ oder „ein Engel sagte“, wie es in Apostelgeschichte 27,22 heißt.

Gottes offenbarter Wille kann sich ändern, wenn sich unser Wille ändert: Vielleicht hat Gott Paulus tatsächlich vor Apostelgeschichte 27,10 mitgeteilt, dass es zu Todesopfern kommen könnte. Da in Apostelgeschichte 27,24 steht, dass das Leben derer, die bei Paulus waren, ihm „gewährt“ wurde, muss Paulus inständig für sie gebetet haben. Gottes offenbarter Wille uns gegenüber kann sich ändern, wenn wir beten oder wenn sich unser Wille ändert. Ein weiteres Beispiel hierfür finden Sie in 1. Mose 20,3–7. Ein Beispiel dafür, dass Davids treues, häufiges und inständiges Gebet mit „Nein“ beantwortet wurde, finden Sie in 2. Samuel 12,15–19.

F: Wie sollten Sie in Apostelgeschichte 27,10 leben, wenn Sie unfreiwillig Teil einer Situation sind, die auf einen Schiffbruch zusteuert?

A: Beten Sie zunächst darüber und warnen Sie dann andere, wie es Paulus tat. Manchmal funktioniert das nicht, weil diejenigen, denen Sie davon berichten, entweder die Schwere der Gefahr oder die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintritt, unterschätzen. Vielleicht möchten Sie das Schiff verlassen, wenn Sie können, auch wenn dies in Paulus’ Fall nicht möglich war. Oder wenn Sie sich auf der Titanic befänden, während sie sinkt, könnten Sie die Menschen auffordern, in die Rettungsboote zu steigen, ihnen raten, zu warten, bis andere die Rettungsboote füllen, und sich im Allgemeinen so verhalten, wie Christus es von Ihnen in dieser Situation erwarten würde. Doch um all dies tun zu können, müssten Sie einen kühlen Kopf bewahren und nicht in Panik geraten. Menschen neigen eher dazu, in Panik zu geraten, wenn sie nicht wissen, dass Gott über sie wacht. Doch dass Gott über Sie wacht, kann auch bedeuten, dass Er Ihre Nerven beruhigt, damit Sie sich für die beste Vorgehensweise entscheiden können.

Wir geben uns vielleicht damit zufrieden zu glauben, dass wir, solange wir Gott treu nachfolgen, keinen schweren Stürmen oder Schiffbrüchen begegnen werden. Doch das trifft weder physisch noch emotional zu – selbst für Paulus nicht. Gott wird uns durch die Stürme tragen, doch in der Zwischenzeit sollen wir ein „Zentrum der Ruhe“ sein, ein gutes Zeugnis ablegen und Gott selbst mitten im Sturm preisen.

F: Was ist in Apostelgeschichte 27,14 ein Euroklydon-Wind?

A: Wörtlich bedeutet es „Nordostwind“; es handelt sich um einen starken Nordostwind, der im Herbst und frühen Winter in diesem Teil des Mittelmeers auftritt. Er macht das Segeln im östlichen Mittelmeer nach dem 14. September gefährlich. Dies war nach dem Versöhnungstag, und laut William Ramsay fiel der Versöhnungstag im Oktober 59 auf den 5. Oktober, sodass die ruhigen Segelzeiten bis etwa zum 5. März vorbei waren. Cauda war eine kleine Insel etwa 25 Meilen südlich von Kreta. Es war unklug, in dieser Jahreszeit in See zu stechen, doch die Eigner wollten das Risiko wahrscheinlich aus finanziellen Gründen eingehen. Die Segelstrecke von Fair Havens nach Phoenix betrug weniger als 100 Meilen, und da der Wind zu Beginn der Reise noch mild war, beschlossen sie, das Risiko einzugehen.

F: Wie können sich Menschen heute, wie in Apostelgeschichte 27,17 beschrieben, durch kleine Vorsichtsmaßnahmen in gefährlichen Situationen sicherer fühlen?

A: In Apostelgeschichte 27,17 legten sie Seile um den Rumpf des Schiffes, um es bei rauer See besser zusammenzuhalten. Stellen Sie sich vor, man würde Ihnen sagen, dass Sie auf See auf Winde in Hurrikanstärke stoßen werden, aber machen Sie sich keine Sorgen, wir werden Seile um Ihr Boot legen! Das Umwickeln des Schiffes mit Seilen war zwar eine gute Idee, aber nicht einmal ein Hundertstel so gut wie die Idee, gar nicht erst so spät dorthin zu segeln. Doch nachdem sie diese Entscheidung getroffen hatten – aus finanziellen Gründen und auf Kosten der Sicherheit aller –, war das Umwickeln des Schiffes besser als gar nichts. Die vier weiteren Maßnahmen, die sie ergriffen – das Rettungsboot an Bord zu ziehen, das Segel zu senken, um die Fahrt zu verlangsamen, den Anker zu werfen, um die Fahrt leicht zu verlangsamen, und aus Verzweiflung die Ladung über Bord zu werfen –, waren das Beste, was sie tun konnten, da sie sich nun einmal bereits in dieser Situation befanden. Sie wollten das Schiff verlangsamen, weil sie nicht nachts auf die Küste Libyens auflaufen wollten. Vor der libyschen Küste wurden Sandbänke befürchtet.

Heutzutage tun Menschen manchmal Dinge, die dazu führen, dass sie ein klein wenig sicherer sind – nicht, weil es einen großen Unterschied macht, sondern um sich in einer riskanten Situation besser zu fühlen. Es ist besser, das Gesamtrisiko abzuwägen und sich vielleicht gar nicht erst in diese riskante Situation zu begeben. Kleine Schritte, um etwas zu verbessern oder weniger riskant zu gestalten, sind in Ordnung, aber lassen Sie sich dadurch nicht den Blick auf die Gesamtsituation verstellen. Denken Sie zum Beispiel an Robin Hood, der die Reichen beraubte und den Armen gab. Hätte er rauben sollen? Nein. Aber wenn er den Armen ein wenig gegeben hätte, hätte er sich dann besser gefühlt? Es ist besser, Menschen nicht zu berauben, als sie zu berauben, selbst wenn man den Armen Geld gibt, das einem nicht gehörte.

F: Wie und wann sollten Sie in Apostelgeschichte 27,21 sagen: „Ich habe es Ihnen ja gesagt“, wie Paulus es hier offenbar tat?

A: Vieles hängt von Ihrer Haltung und Ihrem Tonfall ab, wenn Sie dies sagen. Paulus wollte die anderen nicht herabsetzen, doch seine Äußerung deutete darauf hin, dass sie seinen Empfehlungen in Zukunft mehr Beachtung schenken sollten.

F: Wie konnten sie in Apostelgeschichte 27,27 in der Adria segeln, da sie sich doch südlich von Italien hätten befinden müssen?

A: Damals umfasste das, was man als Adria bezeichnete, auch die Gewässer südlich von Italien bis hinunter nach Sizilien und Malta im Westen sowie bis zur Insel Kreta im Osten. Dies liegt deutlich südlicher als das, was heute als Adria bezeichnet wird. Josephus, der hier ebenfalls Schiffbruch erlitt, nannte sie das „Meer von Adria“.

F: Warum befanden sich in Apostelgeschichte 27,37 so viele Menschen (276) auf dem Schiff, mit dem Paulus reiste?

A: Es handelte sich offenbar um ein großes Schiff, und die meisten Schiffe hatten zu jener Zeit Sklaven, die die Ruder bedienten. Josephus erwähnt in seinem Werk „Lebensbeschreibung“, Buch 15, Kapitel 3, dass das Schiff, das ihn nach Italien brachte, 600 Passagiere beförderte. Auch Josephus erlitt Schiffbruch, und nur 80 Passagiere überlebten.

F: Warum wollten sie in Apostelgeschichte 27,38–41 das Schiff in einen Fluss oder Bach steuern?

A: Wahrscheinlich, um großen Felsen auszuweichen.

F: Welche Bedeutung hat es in Apostelgeschichte 27,41, das Schiff zwischen zwei Meeren auf Grund zu setzen?

A: In der heutigen St. Paul’s Bay zwischen der Insel Malta und der nahegelegenen Insel Salmonetta gab es (und gibt es noch immer) Sandbänke. Diese Stelle eignete sich perfekt, um das Schiff auf Grund zu setzen, da man es natürlich nicht gegen Felsen steuern wollte.

Dieses unscheinbare Detail ist von großer Bedeutung, denn niemand würde davon wissen, wenn er nicht entweder auf Malta gelebt hätte oder Augenzeuge gewesen wäre.

F: Warum waren die Soldaten in Apostelgeschichte 27,42 so darauf aus, die Gefangenen zu töten?

A: Römische Soldaten konnten hingerichtet werden, wenn sie ihre Gefangenen entkommen ließen, doch sie würden nicht bestraft werden, wenn sie ihre Gefangenen töteten, um deren Flucht zu verhindern. Vielleicht wären die Soldaten damit zufrieden gewesen, da die Schuld dem Zenturio zugeschrieben worden wäre, da er ihnen befohlen hatte, die Gefangenen nicht zu töten.

F: In Apostelgeschichte 27,1 bis 28,1 geht es darum, dass wir alle Stürme im Leben erleben. Wie würden Sie die Reise des Paulus mit der des Jona vergleichen und gegenüberstellen?

A: Es ist interessant, die Reise des Paulus mit einer ähnlichen Reise des Jona über etwa dasselbe Gebiet zu vergleichen. Beide erlebten Stürme und mussten unerwartet den Schutz des Schiffes verlassen. Doch Jona, der unter Gottes Schutz stand, floh freiwillig, um Gott ungehorsam zu sein. Paulus hingegen war – trotz möglicher Widerstände durch Satan, aber dennoch unter Gottes Schutz – ein Gefangener, der keinen Einfluss darauf hatte, wohin er gelangen würde. Beide erreichten jedoch die von Gott vorgesehenen Ziele. Und beide gelangten auf eine Weise dorthin, die für sie völlig unerwartet war.

F: Was erfahren wir in Apostelgeschichte 28,1 über die Insel Malta?

A: Malta ist eine kleine Insel (18 mal 8 Meilen, 95 Quadratmeilen oder 246 Quadratkilometer), die nur 58–60 Meilen (93–96 Kilometer) südlich von Sizilien und etwa 180 Meilen nordöstlich von Tunesien liegt. Sie befindet sich 600 Meilen (960 Kilometer) westlich von Fair Havens auf Kreta.

Die Einwohner waren ehemalige Phönizier sowie römische Soldaten und deren Familien. Sie wurden als „Barbaren“ bezeichnet, nicht weil sie unzivilisiert waren, sondern weil der Begriff „Barbar“ ursprünglich jemanden bezeichnete, der nicht von Haus aus Griechisch (oder später Latein) sprach. Die NIV-Studienbibel, S. 1699, fügt hinzu, dass diese Menschen Nachkommen der Phönizier waren, die romanisiert und somit durchaus zivilisiert waren.

F: Wo genau landete Paulus in Apostelgeschichte 28,1 auf Malta?

A: Es handelte sich wahrscheinlich um einen Ort, der heute (aus offensichtlichen Gründen) „Paul’s Bay“ genannt wird. Er liegt etwa 8 Meilen (13 km) nordwestlich der Stadt Valletta.

F: Wie konnte sich in Apostelgeschichte 28,3 eine Viper an Paulus’ Hand festbeißen, da es heute auf Malta keine Vipern mehr gibt?

A: Heute gibt es auf Malta nur zwei Schlangenarten, und beide wurden eingeschleppt. Auch gibt es auf Malta heute nicht mehr viel Wald, aus dem man Holz sammeln könnte. Bevor die Menschen jedoch den Wald rodeten, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es dort nicht dieselben Schlangenarten gab wie in den umliegenden Gebieten. Die Schlange Vipera aspis lebt in Südeuropa, Vipera latastei kommt in Spanien und Portugal vor, und Vipera ammodytes ist etwas weiter entfernt im Südosten Europas beheimatet.

Zwar könnte es sich um einen als Schlange getarnten Dämon gehandelt haben, doch gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es sich nicht um ein normales, natürlich vorkommendes Tier handelte. Ob die Schlange nun heimisch war oder mit einem Schiff eingeschleppt wurde – den Maltesern waren giftige Schlangen nicht fremd.

F: Wer oder was ist in Apostelgeschichte 28,4 mit „Gerechtigkeit“ gemeint?

A: „Gerechtigkeit“ bedeutet „Gerechtigkeit“, doch gab es auch eine griechische Göttin namens Dike/Dice, auch „Lady Justice“ genannt, die die Göttin der Gerechtigkeit und der moralischen Ordnung war. Sie war die Tochter des Zeus und seiner zweiten Frau, der Titanin Themis, die die Göttin der „göttlichen Ordnung und Gerechtigkeit“ war. Die Malteser könnten also von einer von beiden gesprochen haben. Während die meisten Malteser phönizisch-karthagischer Herkunft waren, handelte es sich bei anderen um Familien römischer Soldaten. Offenbar flossen verschiedene Götter und Göttinnen frei zwischen den Kulturen hin und her.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 28,7 archäologische Belege für den Titel „erster/oberster Mann“ der Insel?

A: Ja. Malta war zu klein, um eine Provinz oder ein Königreich zu sein. Eine Inschrift belegt, dass Kaiser Augustus einen „obersten Mann über die gesamte Gemeinde von Malta“ eingesetzt hat.

F: Gibt es in Apostelgeschichte 28,7 außerbiblische Belege für diesen Publius, den „obersten Beamten der Insel“?

A: Ja. Der Überlieferung zufolge wurde Publius der erste Bischof von Malta. Gennadius/Hieronymus schreibt in „Über berühmte Männer“ 19, dass er später wegen seines christlichen Glaubens getötet wurde.

F: Warum versorgten die Inselbewohner sie in Apostelgeschichte 28,7–10 mit Vorräten?

A: Malta ist eine kleine Insel, und die Inselbewohner waren keineswegs verpflichtet, Vorräte zu verschenken, anstatt sie zu verkaufen. Aber sie waren wahrscheinlich sehr dankbar für die Menschen, die Paulus auf der Insel geheilt hatte. So profitierten alle römischen Soldaten und die Besatzung von den Taten des Paulus. Profitieren die Menschen in Ihrem Umfeld heute als Gläubiger von Ihrem gesegneten Leben?

F: Woran könnte Publius’ Vater in Apostelgeschichte 28,8 gelitten haben?

A: Malta hat ein gemäßigtes Klima. Im Winter liegen die Temperaturen zwischen 50 und 65 °F (10–17 °C), daher könnte es sich um verschiedene Ursachen gehandelt haben. An den meisten Orten wird Ruhr durch verunreinigtes Wasser oder verdorbene Lebensmittel verursacht. Auf Malta gibt es jedoch eine dritte Ursache. Es gibt einen Mikroorganismus namens Micrococcus melitensis, der in der Ziegenmilch auf Malta, in Gibraltar und an anderen warmen Orten im Mittelmeerraum vorkommt. Heute gibt es einen Impfstoff dagegen, doch ohne diesen Impfstoff kann das intermittierende Fieber vier Monate bis zu drei Jahre andauern.

F: Wer waren Castor und Pollux in Apostelgeschichte 28,11?

A: Der griechischen Mythologie zufolge waren Castor und Pollux Zwillinge, die Zeus und Leda, der Königin von Sparta, geboren wurden, als Zeus die Gestalt eines Schwans annahm und Leda schwängerte. Sie galten als Schutzgötter der Seefahrer. Wenn ihr Sternbild, die Zwillinge (Gemini), während eines Sturms zu sehen war, bedeutete dies Glück. Angeblich schlüpften sie aus Eiern. Dieser Mythos war zu jener Zeit nicht so populär wie andere, doch später, während der Renaissance, schufen viele Künstler Gemälde, die diesen Akt darstellten, darunter Leonardo da Vinci (unvollendet) und Michelangelo. Sie wurden dafür von Mäzenen bezahlt. Wenn man für etwas bezahlt wird, wie viel Zeit verbringt man dann damit, sich zu fragen, ob Gott wirklich möchte, dass man daran arbeitet oder nicht?

Übrigens befindet sich im Vatikan an der Tür des Petersdoms ein Bild, das offenbar Leda und den Schwan darstellt. Auf TripAdvisor gab es ein Foto davon. Ich weiß nicht, warum sich das im Vatikan befindet.

F: Was erfahren wir in Apostelgeschichte 28,24–25 über die Juden in Rom?

A: Sie befanden sich zunächst in Puteoli, einem Hafen in der Nähe von Neapel, um 4 v. Chr. Kaiser Claudius hatte die Juden zwischen 41 und 53 n. Chr. aus Rom vertrieben, doch seitdem war ihnen die Rückkehr gestattet worden. In Rom gab es sieben verschiedene jüdische Synagogen. Sie bildeten in Rom eine Minderheit, jedoch eine bedeutende Minderheit.

F: Was tat Paulus in Apostelgeschichte 28,30–31 während seiner zweijährigen Hausarrestzeit in Rom?

A: Die Heilige Schrift berichtet, dass Paulus Besucher empfing und das Evangelium verkündete, doch viel mehr wird nicht gesagt. Möglicherweise war dies die Zeit, in der Paulus die Briefe an die Epheser, die Philipper, die Kolosser und an Philemon verfasste.

F: Glauben Sie, dass Paulus in Apostelgeschichte 28,30–31 freigelassen wurde oder nicht?

A: Die Heilige Schrift sagt es nicht. Auch die Geschichte verrät uns nicht, ob a) Paulus verurteilt und als Märtyrer hingerichtet wurde oder b) freigelassen wurde, weitere Taten vollbrachte, später erneut verhaftet, dann verurteilt und als Märtyrer hingerichtet wurde. Doch wir können die Situation betrachten. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass seine jüdischen Ankläger erschienen sind, wahrscheinlich weil sie wussten, dass ihre Anklage so schwach war. Nero war zu Beginn seiner Herrschaft noch nicht mörderisch wahnsinnig. Es bestand also eine gute Chance, dass Paulus schließlich freigelassen wurde.

Wie wir alle erlebte auch Paulus gute und schlechte Zeiten, Zeiten, in denen er zuversichtlich war, was geschehen würde, und Zeiten, in denen er keine Ahnung hatte. Doch unabhängig davon, ob Paulus dieses Mal freikam oder nicht, war er ein Christ für alle Lebenslagen. Er konnte sich damit zufrieden geben, vor großen Menschenmengen zu predigen und Menschen zu heilen, und er konnte sich auch im Gefängnis zufrieden geben, von wo aus er den Philipperbrief verfasste. Paulus konnte sich mit der Gewissheit zufrieden geben, dass er nach Rom gehen würde, und er konnte sich auch in den ungewissen Zeiten zufrieden geben, in denen das Leben wie ein Schiffbruch erschien. Nachdem wir das Leben des Paulus betrachtet haben, sollten wir danach streben, unser Leben dem seinen anzunähern (Philipper 3,17).

F: Was lässt sich in der Apostelgeschichte und im Lukasevangelium über den Schreibstil des Lukas sagen?

A: Während Markus als „Mann der Tat“ schrieb, interessierte sich Lukas für das Gesagte. Über 22 % der Apostelgeschichte bestehen aus den Hauptreden, und rechnet man weitere, kürzere Reden hinzu, so besteht mehr als die Hälfte der Apostelgeschichte aus Reden. Die Reden waren zweifellos viel länger, als Lukas sie festhielt, und es ist bekannt, dass Lukas sie paraphrasierte. Ebenso enthält das Lukas-Evangelium mehr Gleichnisse Jesu als die anderen Evangelien.

Lukas’ Griechisch ist ausgezeichnet, und er war offenbar hochgebildet. Tatsächlich empfinden Griechischstudenten heute sein Griechisch als das am schwierigsten zu übersetzende in der Bibel.

F: Wer hat die Apostelgeschichte verfasst?

A: Es herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass es von Lukas verfasst wurde, dem Verfasser des Lukasevangeliums.

Es gibt Hinweise darauf, dass der Verfasser der Apostelgeschichte tatsächlich ein Weggefährte des Paulus war, der ihn auf seinen Reisen begleitete.“

Lukas wird auch in Kolosser 4,14, 2. Timotheus 4,11 und Philemon 24 erwähnt.

F: Wann wurde die Apostelgeschichte verfasst?

A: Es gibt zwei Ansichten.

1. Ein früher Zeitpunkt, denn hätte Lukas davon gewusst, hätte er wahrscheinlich den Tod des Paulus, die Verfolgungen unter Nero und den Fall Jerusalems erwähnt, sofern diese Ereignisse stattgefunden hätten; Lukas könnte die Apostelgeschichte zwischen 61 und 64 n. Chr. verfasst haben. Andere datieren sie aufgrund des Schweigens über spätere Ereignisse auf die Jahre 63–70 n. Chr.

2. Eine zweite Ansicht besagt, dass es möglich war, dass Lukas einen dritten Band plante (auch wenn dies nicht Gottes Wille war); daher könnte Lukas die Apostelgeschichte später verfasst und die späteren Ereignisse für den dritten Band vorgesehen haben.

Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) zitiert ein Viertel von Apostelgeschichte 20,35f (5 von 26 Wörtern) 1. Clemens, Band 1, Kapitel 2, S. 5, und Polykarp (100–155 n. Chr.) zitiert die Hälfte von Apostelgeschichte 2,24a (7 von 15 griechischen Wörtern) – Polykarps Brief an die Philipper, Kapitel 1, S. 33. Das Werk wurde definitiv vor 96–98 n. Chr. verfasst.

F: Wurde dieses Buch im zweiten Jahrhundert (lange nach dem Tod des Lukas) verfasst, wie die liberale Tübinger Schule behauptete?

A: Sie behaupteten dies aufgrund der vielen parallelen Angaben, die sowohl in der Apostelgeschichte als auch in den Werken von Josephus zu finden sind. (Josephus verfasste „Jüdische Altertümer“ um 93–94 n. Chr.)

Dies wäre jedoch zu erwarten, wenn Lukas Zugang zu vielen der gleichen Quellen gehabt hätte, die auch Josephus nutzte. Darüber hinaus sagen Irenäus (182–188 n. Chr.), Clemens von Alexandria (193–202 n. Chr.), der Muratorische Kanon (170–210 n. Chr.), Origenes (225–254 n. Chr.) und Pamphilus (als Märtyrer gestorben 309 n. Chr.) besagen alle, dass Lukas die Apostelgeschichte verfasst habe.

F: Woher wissen wir, dass die heutige Schriftstelle der Apostelgeschichte eine zuverlässige Überlieferung dessen ist, was ursprünglich geschrieben wurde?

A: Dafür gibt es mindestens drei gute Gründe.

1. Gott hat in Jesaja 55,10–11; Jesaja 59,21; Jesaja 40,6–8; 1. Petrus 1,24–25 und Matthäus 24,35 versprochen, sein Wort zu bewahren.

2. Zeugnisse der frühen Kirche. Christliche Autoren aus der vor-nikänischen Zeit zitierten 20,4 % der Apostelgeschichte. Das sind 204,86 von 1.003 Versen. Hier sind die Autoren, die sich auf Verse aus der Apostelgeschichte bezogen haben.

Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) zitiert ein Viertel von Apostelgeschichte 20,35f (5 von 26 Wörtern); 1. Clemensbrief, Band 1, Kapitel 2, S. 5

Der Barnabasbrief (ca. 100–150 n. Chr.), Kap. 7, S. 142, spielt auf Apostelgeschichte 14,22 an

Polykarp (100–155 n. Chr.) zitiert die Hälfte von Apostelgeschichte 2,24a (7 von 15 griechischen Wörtern); Polykarps Brief an die Philipper, Kap. 1, S. 33. Außerdem zitiert er in Kap. 2, S. 33 Apostelgeschichte 17,31

Der Hirte des Hermas (160 n. Chr.), Buch 1, Kap. 2, S. 18, zitiert die Hälfte von Apostelgeschichte 4,12.

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) paraphrasiert in „Über die Auferstehung“, Kap. 9, S. 298, eindeutig Apg 1,9

Die Christen von Vienne und Lugdunum (177 n. Chr.) zitieren die Hälfte von Apostelgeschichte 7,60: „So wie Stephanus, der vollkommene Zeuge, sagte: ‚Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.‘“ „Ante-Nicene Fathers“, Band 8, S. 784.

Irenäus, der zwischen 182 und 188 n. Chr. das Werk „Gegen die Häresien“ verfasste, bezieht sich an 48 Stellen auf 88 Verse aus der Apostelgeschichte.

Irenäus (182–188 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 8,9–11, 20, 21, 23 (Simon, der Zauberer), wie sie von Lukas verfasst wurden. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 1, Kap. 23.1, S. 347

Der Muratorische Kanon (190–217 n. Chr.), ANF Band 5, Kanon 2, S. 603: „Darüber hinaus sind die Apostelgeschichte von Lukas in einem Buch zusammengefasst.“

Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) zitiert 48 Verse aus der Apostelgeschichte: 1,7;2:26 –28, die Hälfte von2:41 ; 6,2; 8,22a;10:10 –15,34,35;15:23 ,28,29,17:18 ,22,23,28; 26:17–18. Er spielt auf neun Verse in der Apostelgeschichte an:3:14 , 17, 19, 21; 5:1;8:30 ;10:24 ;17:15 (Erwähnung von Athen);17:30 .

Clemens von Alexandria (193–202 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 17,22–23 mit den Worten: „Lukas in der Apostelgeschichte“ – Stromata (193–202 n. Chr.), Buch 5, Kap. 12, S. 464. Er zitiert außerdem „Petrus in der Apostelgeschichte“ in den Stromata, Buch 6, Kap. 8, S. 494.

Tertullian (198–220 n. Chr.) erwähnt die Apostelgeschichte namentlich in „Über die Auferstehung des Fleisches“, Kapitel 39.

Tertullian bringt zahlreiche Zitate und Anspielungen aus der Apostelgeschichte und verweist in „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 5, Kapitel 2, S. 432–433, darauf, dass dies in der Apostelgeschichte zu finden sei.

Hippolyt (222–235/236 n. Chr.) zitiert Jeremia 23,18 und Apostelgeschichte 10,36 und sagt unmittelbar darauf: „Diese Dinge also, Brüder, werden in der Heiligen Schrift verkündet.“ Gegen die Häresie des Noetus, Kapitel 13–14, S. 228

Origenes (225–254 n. Chr.) „… wie Lukas in der Apostelgeschichte berichtet“ – Origenes, „Gegen Celsus“, Buch 6, Kap. 11, S. 578

Novatian (250–257 n. Chr.) zitiert drei Viertel der Apostelgeschichte2:17 (sowie Joel2:28 ) als von Joel prophezeit und von Christus überliefert. „Abhandlung über die Dreifaltigkeit“, Kap. 29, S. 640

Abhandlung über die Wiedertaufe, Kap. 1, 2, S. 668 (250–258 n. Chr.): „Und deshalb werden wir, soweit es erforderlich ist, alle Passagen der Heiligen Schrift, die für dieses Thema relevant sind, in einem Band zusammenfassen.“ Anschließend zitiert er in Kapitel 2 Matthäus 3,11b und Apostelgeschichte 1,4–5 sowie Apostelgeschichte 11,15–17 und Apostelgeschichte 15,5–8

Abhandlung über die Wiedertaufe (ca. 250–258 n. Chr.), Kap. 12, S. 674, zitiert Apg15:13 –17 und erwähnt namentlich Jakobus, der in der Apostelgeschichte spricht.

Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.): „Die Heilige Schrift beweist dies, wenn sie sagt: ‚Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.‘ [Apg 4,32] Und weiter: ‚Diese alle verharrten einmütig im Gebet zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.‘“ [Apg 1,14] Abhandlungen des Cyprian, Abhandlung 1, Kap. 25, S. 429

Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) zitiert in seiner Abhandlung 12, drittes Buch, 3,43, aus der „Apostelgeschichte“.

Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) erwähnt die Apostelgeschichte und zitiert Apg 5,3–4 in den „Abhandlungen des Cyprian – Zeugnisse“, Kap. 30, S. 543. Siehe auch Brief 72, Kap. 17, S. 383.

Pontius’ „Leben und Leiden des Cyprian“ (nach 258 n. Chr.), Kapitel 3, S. 268, bezieht sich auf Apg 8,37 als „in der Apostelgeschichte“.

Dionysius von Alexandria (246–265 n. Chr.) zitiert Apg 13,5.13 als „in der Apostelgeschichte“ aus den „Zwei Büchern über die Verheißungen“, Kap. 5, S. 83.

Adamantius (um 300 n. Chr.) erwähnt „die Apostelgeschichte“ im „Dialog über den wahren Glauben“, zweiter Teil, 12d, S. 90.

Victorinus, Bischof von Petau im heutigen Slowenien (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.), erwähnt die Apostelgeschichte in seinem „Kommentar zur Offenbarung des seligen Johannes“, S. 355

Pamphilus (als Märtyrer gestorben 309 n. Chr.): Seine Zusammenfassung der Apostelgeschichte ist erhalten geblieben. „Vornizänische Kirchenväter“, Band 6, S. 166–168.

Petrus von Alexandria (306, 285–311 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 7,59, während Stephanus spricht. Die kanonischen Briefe, Kanon 9, S. 273.

Konzil von Neocaesarea (um 315 n. Chr.), Kanon 15, S. 86: „Die Diakone sollten gemäß dem Kanon zu siebt sein, selbst wenn die Stadt groß ist. Davon werden Sie durch die Apostelgeschichte überzeugt werden.“

Athanasius (um 318 n. Chr.) zitiert vor dem Konzil von Nicäa einen Teil der Rede des Paulus in Apostelgeschichte14:15 als von Paulus stammend. „Gegen die Heiden“, Teil 3, Kap. 35, S. 22

Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.) spielt auf Apostelgeschichte 1,9 an und sagt: „Er [Jesus] möge, auf einer Wolke emporgehoben, zu seinem Vater gelangen.“ Die Göttlichen Institutionen, Buch 4, Kap. 12, S. 111

Nach dem Konzil von Nicäa

Eusebius von Caesarea (323–326 n. Chr.) sagt, dies stehe im „heiligen Buch der Apostelgeschichte“. „Kirchengeschichte“, Buch 2, Kap. 18; „Nicene and Post-Nicene Fathers“, Zweite Reihe, Band 1, S. 122. Lukas verfasste die Apostelgeschichte. Ebenda, Kap. 22, S. 124

Eusebius von Caesarea (323–339/340 n. Chr.) bezeichnet Apostelgeschichte 12,3 als „wie es in der göttlichen Schrift heißt“ – Eusebius’ „Kirchengeschichte“, Buch 2, Kapitel 9, S. 111

Eustathius von Antiochia (vor 337 n. Chr.) bezieht sich auf Apg 16,17 und andere Verse.

Aphrahat der Syrer (337–345 n. Chr.) spielt in „Ausgewählte Beweise“ auf die Apostelgeschichte an

Der Brief des arianischen Ketzers Candidus an Marius (359–362 n. Chr.)

Hegemonius von Sirmium (3. Jahrhundert n. Chr.) zitiert in seiner Übersetzung von Archelaus (262–278 n. Chr.) Apostelgeschichte 2,6 als Schriftstelle. „Disputation mit Manes“, Kap. 36, S. 210.

Archelaus zitiert zudem Apostelgeschichte 9,15 in der „Disputation mit Manes“, Kap. 34, S. 208. Möglicherweise spielt er in „Fragment 1“, S. 234, auf Apostelgeschichte 9,40 an. Auf keine anderen Verse der Apostelgeschichte bezieht er sich.

Die Synode von Laodizea (in Phrygien) (343–381 n. Chr.) listet in Kanon 60, S. 159, die Bücher des Alten und des Neuen Testaments auf. Kanon 59, S. 158, besagt, dass in der Kirche nur die kanonischen Bücher des Alten und des Neuen Testaments gelesen werden dürfen.

Victorinus von Rom (nach 363 n. Chr.)

Athanasius (367 n. Chr.) „Es ist wiederum nicht mühsam, von den [Büchern] des Neuen Testaments zu sprechen. Diese sind die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Danach folgen die Apostelgeschichte und die (als ‚katholisch‘ bezeichneten) Briefe, sieben an der Zahl, nämlich: einer von Jakobus, zwei von Petrus, drei von Johannes; danach folgt einer von Judas. Darüber hinaus gibt es vierzehn Briefe des Paulus, die in dieser Reihenfolge verfasst wurden: der erste an die Römer; dann zwei an die Korinther; danach an die Galater; als nächstes an die Epheser; dann an die Philipper; dann an die Kolosser; danach zwei an die Thessalonicher und der an die Hebräer; sowie zwei an Timotheus; einen an Titus; und schließlich den an Philemon. Und darüber hinaus die Offenbarung des Johannes.“ Athanasius’ Festbrief 39, Kap. 5, S. 552

Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 1,7 als Worte Jesu. In: „Über die Dreifaltigkeit“, Buch 9, Kap. 75, S. 181

Die „Synopsis Scripturae Sacrae“ (350–370 n. Chr. oder 5. Jahrhundert) erwähnt die Apostelgeschichte als Teil des Neuen Testaments. Sie zitiert Apostelgeschichte 1,1 vollständig.

Ephraem der Syrer (350–378 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 22,11 und 26,13 in „Drei Predigten“, Predigt 1, Kapitel 26 und 27, S. 316.

Basilius von Kappadokien (357–378/379 n. Chr.)

Ambrosiaster (nach 384 n. Chr.)

Cyrill von Jerusalem (ca. 349–386 n. Chr.) erwähnt die Apostelgeschichte in „Vorlesung 14.28“, S. 102

Der Cheltenham-Kanon (= Mommsen-Katalog) (ca. 360–370 n. Chr.) erwähnt jedes der vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Paulusbriefe, den 1. Petrusbrief, den 1. Johannesbrief und die Offenbarung.

Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.)

Gregor von Nazianz (330–391 n. Chr.)

Pacianus von Barcelona (342–379/392 n. Chr.) erwähnt in den „Apostelakten“, Brief 4.2, S. 31, dass Paulus einen griechischen Dichter zitiert (Apg17:28 –29).

Gregor von Elvira (nach 392 n. Chr.)

Gregor von Nyssa (ca. 356–397 n. Chr.) erwähnt die Apostelgeschichte im „Zweiten Buch gegen Eunomius“, S. 274 und S. 276.

Gregor von Nyssa (ca. 356–397 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 2,36 in „Gegen Eunomius“, Buch 5, Kap. 3, S. 177

Amphilochius (gest. 397 n. Chr.) verweist in „Iambi ad Seleucum“ auf die Apostelgeschichte15:24 us und andere Passagen

Didymus der Blinde (398 n. Chr.) spielt auf Apg 13,8–11 an. Kommentar zu Sacharja 11, S. 285

Der Schismatiker Luzifer von Cagliari (361–399 n. Chr.) bezieht sich auf Apostelgeschichte 12,23

Der syrische Katalog von St. Katharina (ca. 400 n. Chr.) verweist auf die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, den Römerbrief und die Galater bis hin zum Hebräerbrief.

Maximinus (4./5. Jahrhundert)

Maximus von Turin (4./5. Jahrhundert)

Der donatistische Schismatiker Petilianus (4./5. Jahrhundert)

Epiphanius von Salamis (360–403 n. Chr.) erwähnt die vier Evangelien, 14 Briefe des Paulus, Jakobus, Petrus, Johannes und Judas, die Apostelgeschichte, die Offenbarung des Johannes, die Weisheit Salomos und Sirach (= Ecclesiasticus).

Papst Innozenz I. von Rom (ca. 405 n. Chr.)

Rufinus (374–406 n. Chr.) bezieht sich in seiner Übersetzung von Origenes (225–254 n. Chr.) auf Apostelgeschichte 7 als „Apostelgeschichte“ in seinem Werk „De Principiis“, Buch 2, Kap. 4.2, S. 276

Der donatistische Schismatiker Gaudentius (nach 406 n. Chr.)

Johannes Chrysostomos (392–407 n. Chr.) verfasste 55 Predigten über die Apostelgeschichte.

Chromatius (gest. 407 n. Chr.)

Severian (nach 408 n. Chr.)

Asterius von Emesa (um 410 n. Chr.)

Orosius/Hosius von Braga (414–418 n. Chr.) spielt auf Apostelgeschichte 6,11–13 an: „Verteidigung gegen die Pelagianer“, Kap. 8, S. 124

Konzil von Karthago (393–419 n. Chr.) (218 Bischöfe)

Hieronymus (373–420 n. Chr.) erörtert die Bücher des Neuen Testaments. Er erwähnt ausdrücklich jedes der vier Evangelien, die Briefe des Paulus an die sieben Gemeinden, den Hebräerbrief sowie die Briefe des Paulus an Timotheus, Titus und Philemon. Anschließend erörtert Hieronymus die Apostelgeschichte. Danach behandelt er die sieben Briefe von Jakobus, Petrus, Johannes und Judas. Schließlich erörtert er die Offenbarung des Johannes. Brief 53, Kap. 9, S. 101–102.

Sulpicius/Sulpitius Severus (363–420 n. Chr.) erwähnt die Apostelgeschichte in „Geschichte“, Buch 1, Kap. 36, S. 89, und „Geschichte“, Buch 2, Kap. 28, S. 110

Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 17,30–31 in „Der Gottesstaat“, Buch 18, Kapitel 54, S. 395

Johannes Cassian (419–430 n. Chr.) erwähnt Apostelgeschichte 4,32–34 als Teil der Apostelgeschichte in den „Institutionen des Johannes Cassian“, Buch 2.5, S. 206

Das Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) zitiert aus der Apostelgeschichte.

Vinzenz von Lerins (um 434 n. Chr.)

Sokrates von Konstantinopel (ca. 400–439 n. Chr.) bezieht sich auf Apostelgeschichte 15,29 und andere Verse. Sokrates’ „Kirchengeschichte“

Cyrill von Alexandria (444 n. Chr.)

Hesychius von Jerusalem (gest. 450 n. Chr.)

Speculum (5. Jahrhundert)

Theodotus von Ancyra (5. Jahrhundert)

Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.)

Quodvultdeus (um 453 n. Chr.)

Eucharius (ca. 424–455 n. Chr.) Instructiones

Theodoret von Cyrus (Bischof und Historiker) (423–458 n. Chr.)

Papst Leo I. von Rom (461 n. Chr.)

Prosper Tyro von Aquitanien (425–465 n. Chr.) sagt, dass die „Akten des10:45 “ in den Apostelgeschichten enthalten sind

Belege für Häretiker und unechte Schriften

Apostolische Konstitutionen (Datum ungewiss, um 380 n. Chr.)

Der Ketzer Priscillian (um 385 n. Chr.)

Der Ketzer Apollinaris von Laodizea (um 390 n. Chr.)

Der arianische Ketzer Eunomius (ca. 360–ca. 394 n. Chr.) zitiert Apostelgeschichte 2,36, während Petrus spricht. Apologetischer Brief, Kap. 25, S. 71

Der pelagianische Ketzer Theodor von Mopsuestia (392–423/429 n. Chr.) spielt auf Stephanus in Apostelgeschichte 7,42–43 an, indem er von „den Taten der Heiligen Apostel“ spricht. Kommentar zu Amos, Kap. 5, S. 154

Nestorius’ „Bazaar des Herakleides“ (451/452 n. Chr.)

All diese Texte liegen uns heute noch vor.

3. Die frühesten uns vorliegenden Handschriften der Apostelgeschichte weisen zwar geringfügige Abweichungen auf, jedoch keine theologisch bedeutsamen Fehler.

F: Welche sind die frühesten Bibelhandschriften in der Apostelgeschichte?

A: Hier sind die meisten davon. Insgesamt zitieren vor-nikänische Bibelhandschriften 32,5 % der Apostelgeschichte. Das sind 326 von 1.003 Versen. Die vor-nicänischen christlichen Autoren sowie die vor-nicänischen Bibelhandschriften decken 43,9 % der Apostelgeschichte ab. Weitere Informationen finden Sie unter.

p8 (=Berlin Inv. 8683) Apostelgeschichte4:31 –37; 5:2–9; 6:1–6,8–15 (4. Jahrhundert)

p29 Apostelgeschichte 26:7-8,20. 200–225 n. Chr. Der Schreiber, der diese Handschrift verfasste, schrieb die folgenden Buchstaben ungewöhnlich: Theta, Pi und Epsilon. Die Handschrift p45 (Chester Beatty I) weist dieselbe ungewöhnliche Handschrift auf. Als Datierung wird 200–225 n. Chr. angegeben, da die Handschrift dem Papyrus Marmarica ähnelt, bei dem es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen alexandrinischen Text aus den Jahren 200–225 n. Chr. handelt.

S. 33 Apostelgeschichte 7,6–10,13–18;15:21 –24, 26–32 (6. Jahrhundert) Stimmt mit dem Sinaiticus überein

S. 38 (= Ann Arbor Inv. 1570, = Papyrus Michigan 137) Apostelgeschichte18:27 –19,6;19:12 –16, ca. 300 n. Chr.

Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts – 1999

S. 41 (8. Jahrhundert) Apostelgeschichte 17:28–34; 18:1f, 17f, 22–25, 27; 19:1–4, 6–8, 13–16, 18f; 20:9–13, 15f, 22–24, 26–38; 21:1–4, 26f; 22,11–14,16f. Quelle: Wien, Papyrussammlung der Nationalbibliothek, K. 7541–7542–7543–7544–7545–7546–7547–7548. Stud. Pal. 015 237; P. Weigandt, in: K. Aland, Materialien (1969), S. 54–72. Hauptausgabe (Faksimile); J. Henner, H. Förster, U. Horak, Christliches mit Feder und Faden, Nilus 3 (1999), S. 10, Nr. 9

(Siehe http://www.tyndale.cam.ac.uk/Tyndale/staff/Head/NTPapyri.htm#_ftn40)

S. 45 Chester Beatty I (100–150 n. Chr.) Alle vier Evangelien und 29 % (289 von 1003 Versen) der Apostelgeschichte. Apg 4,27–36; 5,10–20; (8 von 33 Buchstaben in 5,21) 30–39; 6,7–7,2; 7,10–21; 7,32–41; 7,52–8,1; 8,14–15, 8,34–9,6; (8,37 wurde nie verfasst); 9,16–27; 9,35–10,2; 10:10–23, 31–41; 11:2–13; 11:24–12:6; 12:13–22; 13:6–16, 25–36; 13:46–14:3; 14:15–23; 15:2–7, 9–27; 15:38–16:4; 16:15–21, 32–40; 17:9–17. In Apostelgeschichte 15:7 verlor der Schreiber den Faden und wiederholte sechs Verse aus Apostelgeschichte 15:2. (Früher wurde davon ausgegangen, dass es aus dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert bzw. aus dem Jahr 200 n. Chr. stammt.)

p48 Apostelgeschichte 23:11–17,25–29 (um 220 oder zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr.)

S. 50 (Papyrus Yale 1543) Apostelgeschichte 8,26–32; 10,26–31 Aland datierte diesen Text auf das 4. oder 5. Jahrhundert, „doch die Herausgeber von Yale sprechen sich recht überzeugend für eine Datierung auf die Regierungszeit Diokletians (284–305 n. Chr.) aus.“

S. 53 Matthäus 26,29–30 und Apostelgeschichte 9,33–38; (3 Buchstaben aus Apostelgeschichte 9,39b); Apostelgeschichte9:40 –10,1. ca. 260 n. Chr. Die Datierung stützt sich auf Ähnlichkeiten mit den Briefen des Heroninos, die auf ca. 260 n. Chr. datiert werden.

S. 56 Apostelgeschichte 1,1.4–5.7.10–11 (5. bis 6. Jahrhundert) alexandrinischer Text

S. 57 Apg.4:36 –5,2; 5,8–10 (4. oder 5. Jahrhundert) alexandrinischer Text

S. 58: dasselbe Original wie S. 33. Hier finden Sie die Informationen zu S. 33: Apg 7,6–10,13–18;15:21 –24, 26–32 (6. Jahrhundert); stimmt mit dem Sinaiticus überein

S. 74 (= Bodmer 17) Apostelgeschichte 1,2–5,7–11,13–15,18–19,22–25; 2,2–4; 2,6–3,26; 4,2–6,8–27; 4,29–27,25; 27,27–28,31; Jakobus 1,1–6,8–19,21–23,25; 1,27; 2,1–3; 2,4?; 2,5–15; 18–22, 25–26; 3,1,5–6,10–12,14,17–18; 4:8,11–14; 5:1–3,7–9,12–14,19–20; 1. Petrus 1:1–2,7–8; 1:12?; 1:13,19–20,25; 2:6–7,11–12,18,24; 3:4–5; 2. Petrus 2,21; 3,4,11,16; 1. Johannes 1,1,6; 2,1–2,7,13–14,18–19,25–26; 3,1–2,8,14,19–20; 4,1; 6–7; 12; 16–17; 5,3–4; 9–10; 17; 2. Johannes 1; 6–7; 13; 3. Johannes 6; 12; Judas 3; 7; 12; 18; 24 (7. Jahrhundert)

S. 91 (= Sydney Inv. 360) Apostelgeschichte2:30 –37;2:46 –3:2, Mitte des 3. Jahrhunderts. Es handelt sich hierbei lediglich um ein Blatt (zwei Fragmente), das „in einer dokumentarischen Handschrift“ verfasst ist.

S. 112 (=Papyrus Oxyrhynchus 4496) Apostelgeschichte 26,31–32; 27,6–7 (5. Jahrhundert)

Unzial 0165 (Berlin, 5. Jahrhundert) Apostelgeschichte 3,25; 4,1; 4,6; 4,8;4:10 sowie vermutlich weitere Verse.

Unzial 0189 Apostelgeschichte 5,3–21. Es handelt sich um eine der ältesten Unzialen: spätes 2. oder frühes 3. Jahrhundert.

Vaticanus [B] (325–350 n. Chr.)

Sinaiticus [Si] (340–350 n. Chr.) enthält die gesamte Apostelgeschichte. Nach den Paulusbriefen (einschließlich des Hebräerbriefes), die mit dem Brief an Philemon enden, folgt eine leere, linierte Seite, und danach die Apostelgeschichte. Nach der Apostelgeschichte folgt der Jakobusbrief.

Alexandrinus [A] (um 450 n. Chr.)

Bohairisch-Koptisch [Boh] 3./4. Jahrhundert

Sahidisch-Koptisch [Sah] 3./4. Jahrhundert

Meg. Koptisch [Meg] 3./4. Jahrhundert

Fayyumisch-Koptisch [Fay] 3./4. Jahrhundert

Ephraemi Rescriptus [C] 5. Jahrhundert

Italisch

Lateinische Vulgata [Vg] 4. und 5. Jahrhundert

Armenisch [Arm] nach 406 n. Chr.

Georgisch [Geo] ab dem 5. Jahrhundert

Cambridge 5./6. Jahrhundert

Äthiopisch [Eth] ab ca. 500 n. Chr.

Gotisch 493–555 n. Chr.

Philoxenisches Syrisch [SyrPh] 507/508 n. Chr.

Harcheisches Syrisch [SyrH] 616 n. Chr.

Byzantinisch [Byz] (Die byzantinische Gruppe umfasst 1.761 bis 2.209 einzelne Handschriften. Diese stammen aus der Zeit von etwa 850 n. Chr. bis 1576 n. Chr.)

Weitere Informationen zu frühen Handschriften der Apostelgeschichte finden Sie unter.