< Bibelanfrage aus dem Römerbrief
F: Warum hat Paulus den Römerbrief verfasst?
A: Paulus hatte die Gemeinden, an die er schrieb, in der Regel bereits kennengelernt (oder gegründet), doch der Römerbrief bildet eine Ausnahme. Paulus kannte zweifellos einige Einzelpersonen, war jedoch noch nie in Rom gewesen. Letztendlich schrieb Paulus den Römerbrief, weil Gott es so wollte. Doch Paulus diente nicht nur als Apostel für die von ihm gegründeten Gemeinden, sondern war ein Apostel Christi für alle Gläubigen. Der Römerbrief gilt allgemein als das logischste und am besten strukturierte Buch eines gut organisierten Autors, der in der Regel logisch schrieb.
Paulus wollte ihnen bereits vor seinem Besuch schreiben und detailliert darlegen, was das Evangelium ist, warum wir es brauchen und wie es wirkt. Er wollte außerdem die Erlösung im Zusammenhang mit Juden und Heiden erläutern.
F: Wie sieht eine Gliederung des Römerbriefs aus?
A: Hier ist eine Gliederung.
Röm 1,1–17: Die dringende Botschaft des Paulus
Röm1:18-3:20 : Unsere Verdammnis
- Röm1:18 : Gottes Zorn gegen schwere, eskalierende, tödliche Sünde
- Röm 2–3,20 Sowohl Juden als auch Heiden sind ohne Entschuldigung und für ihre Schuld verantwortlich
Röm3:21 –5 Unsere Rechtfertigung
- Röm 3,21–31 Christus hat uns gerechtfertigt, nicht unsere Werke
- Röm 4 Abraham: Durch den Glauben gerechtfertigt
- Röm 5: Der Tod Christi hat uns die Rechtfertigung geschenkt
Röm 6–8 Unsere Heiligung
- Röm 6: Wir sind für die Sünde für tot erklärt worden
- Röm 7 Unser fortwährender Kampf um die Heiligung
- Röm 8 Der Heilige Geist: Kraft für ein heiliges Leben
Röm 9–11 Gottes souveräne Erwählung in Israel und bei uns
- Röm 9 Gottes frühere Erwählung Israels
- Röm 10 Gottes Erwählung heute
- Röm 11 Gottes zukünftige Erwählung Israels, die sich erfüllt
Röm 12–16 Unsere Erlösung im Leben verwirklichen
- Röm 12 Ein Gott und den Mitmenschen gewidmetes Leben
- Röm 13 Ein Leben in Gehorsam
- Röm 14 Nehmt die Schwachen im Glauben auf
- - Ohne sie zu verurteilen oder ihnen Anstoß zu geben, sondern so, wie Christus es tun würde
- Röm 15,14–16,27: Paulus’ Zukunftspläne und seine Wertschätzung für andere
F: Was ist im Römerbrief der Unterschied zwischen einem Brief und einem Schreiben?
A: Ein „Epistel“, abgeleitet vom griechischen Wort „epistole“, ist eine Art von Brief, der dazu bestimmt war, öffentlich vorgelesen und verbreitet zu werden.
F: Wann starb Paulus im Römerbrief?
A: Es herrscht allgemein Einigkeit darüber, dass Paulus unter Nero starb, also während der Verfolgung im Jahr 67 n. Chr. Somit verfasste er alle seine Schriften innerhalb von etwa 34 Jahren nach dem Tod Jesu.
Das genaue Alter des Paulus ist uns nicht bekannt, doch in Apostelgeschichte 7,58 war Saulus von Tarsus ein junger Mann, und in Philemon 9 war Paulus ein alter Mann.
F: Da Jesus in Röm 1,4 zum Sohn Gottes erklärt wurde – war er zuvor bereits der Sohn Gottes?
A: Ja. Jemand kann bereits etwas sein, bevor dies der Welt verkündet wird. Jesus ist in zweierlei Hinsicht der Sohn Gottes.
Vor Anbeginn der Zeit wurde Jesus vom Vater gezeugt (nicht erschaffen). Es gab niemals eine Zeit, in der Jesus nicht der Sohn Gottes war.
Auf Erden wurde Jesus auf asexuelle Weise von der Jungfrau Maria empfangen. Genetisches Material, das nicht von Maria stammte (das Y-Chromosom usw.), wurde auf wundersame Weise von Gott dem Vater geschaffen.
Obwohl Jesus also schon immer der Sohn Gottes war, wartete Gott, bis Jesus auf der Erde geboren wurde, um dies der Menschheit zu verkünden.
Ist Jesus also Gott dem Vater gleichgestellt oder ihm untergeordnet? Lassen Sie uns zunächst einen Umweg machen und eine einfachere Frage beantworten; anschließend werden wir diese Antwort nutzen, um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen. Ist Ihr kleiner Sohn auf Erden Ihnen gleichgestellt oder Ihnen untergeordnet? Wenn Sie sagen, er sei Ihnen nicht gleichgestellt, ist das aus zwei Gründen die falsche Antwort. Wenn es eine Naturkatastrophe gäbe und nur einer von Ihnen überleben könnte, würden Sie sich dann dafür entscheiden, sich selbst zu retten, weil Ihr Sohn nicht so wichtig ist wie (wie Sie meinen) Sie selbst? Wenn Ihr Sohn Ihnen unterlegen ist, ist dann nach derselben Logik Ihr Vater größer als Sie? War sein Vater größer als er? Und dessen Vater? War dann Ihr Ururgroßvater ein Supermann? Nein, Ihr Sohn ist Ihnen keineswegs unterlegen oder Ihnen nicht gleichgestellt. Aber gehorcht Ihr Sohn Ihnen (zumindest hoffentlich meistens)? Oder gehorchen Sie Ihrem Sohn und unterwerfen sich ihm? Ich bin mir sicher, dass Ersteres der Fall ist und nicht Letzteres. Sie und Ihr Sohn haben unterschiedliche Rollen, zumindest bis er erwachsen ist und selbst Kinder hat. In ähnlicher Weise sind der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in ihrem Wesen, ihrer Herrlichkeit und ihrer Ehre gleichwertig. Doch sie unterscheiden sich in ihrer Rolle und ihrem Rang. Auf Erden unterwarf sich Jesus (Hebräer 5,7) und lernte Gehorsam (Hebräer 5,8). Doch selbst jetzt kann der Vater in Epheser 1,3 als der Gott Jesu Christi bezeichnet werden. (Leider würden einige Christen, wie beispielsweise Augustinus von Hippo und Ambrosius von Mailand, dem letzten Punkt widersprechen.)
F: Da das griechische Wort „kai“ in Röm 1,7 und 1 Kor 1,3 sowohl „sogar“ als auch „und“ bedeuten kann, bedeutet dies dann, dass Jesus Gott der Vater ist, wie es die Sabellianer, Modalisten und einige (aber nicht alle) Oneness-Pfingstler lehren?
A: Nein. Betrachten wir dies einmal objektiv.
1. Alle sind sich einig, dass „und“ die primäre Bedeutung des griechischen Wortes „kai“ ist, doch manchmal bedeutet es auch „sogar auch“.
2. Man kann weder die Einheitslehre noch die Dreifaltigkeitslehre noch irgendeine andere Lehre anhand eines Wortes beweisen, das auf beide Weisen übersetzt werden könnte.
3. In diesem Kapitel des Römerbriefs wird Jesus in Römer 1,9 von Gott dem Vater unterschieden. Jesus ist kein Waisenkind, noch ist er ein vaterloser Sohn.
4. Jesus wird an vielen Stellen in der Heiligen Schrift vom Vater unterschieden, unter anderem in Epheser 1,3.17; Matthäus 3,16–17; 12,18; Markus 10,38–40; Lukas 3,21–22; Johannes 1,1.33; 6,38; 14,16.26.28.31; 5,26; 6,28; 7,5; Apostelgeschichte 5,31–32; 1. Korinther 11,3; 15,25–28; Hebräer 1,9; 5,7–8. Bei der Taufe Jesu handelte es sich nicht um eine Bauchredner-Darbietung.
Der Sabellianismus scheint, abgesehen von einer kurzen Zeit in Rom, keine breite Anhängerschaft gehabt zu haben. Hier sind einige Aussagen der vor-nikänischen Christen, die lehrten, dass der Vater und der Sohn zwar verschieden, aber nicht getrennt seien.
Athenagoras (177 n. Chr.) sagt, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in der Einheit unterschieden sind. „Eine Verteidigungsrede für die Christen“, Kap. 12, S. 134
Athenagoras (177 n. Chr.): „Auch der Heilige Geist selbst, der in den Propheten wirkt, ist unserer Überzeugung nach ein Ausströmen Gottes, das von Ihm ausgeht und wie ein Sonnenstrahl wieder zu Ihm zurückkehrt. Wer wäre da nicht erstaunt, wenn Menschen, die von Gott dem Vater, von Gott dem Sohn und vom Heiligen Geist sprechen und sowohl deren Macht in der Einheit als auch deren Unterscheidung in der Rangfolge bekräftigen, als Atheisten bezeichnet würden? Auch beschränkt sich unsere Lehre in Bezug auf das göttliche Wesen nicht auf diese Punkte; vielmehr erkennen wir auch eine Vielzahl von Engeln und Dienern an, …“ „Eine Verteidigungsrede für die Christen“, Kap. 10, S. 133
Theophilus (168–181/188 n. Chr.) (Auszug) „Gott also, der Sein eigenes Wort in Seinem Innersten trug, zeugte Ihn und sandte Ihn zusammen mit Seiner eigenen Weisheit vor aller Zeit aus. Er hatte dieses Wort als Helfer bei den Dingen, die Er schuf, und durch Ihn schuf Er alle Dinge.“ Theophilus an Autolycus, Buch 2, Kap. 10, S. 98
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) sagt: „Das Wort, nämlich der Sohn, war immer beim Vater; und auch jene Weisheit, die der Geist ist, war bei Ihm, vor aller Schöpfung.“ Anschließend zitiert er Sprüche 3,19–20 und so weiter, um zu zeigen, dass der Heilige Geist die dritte Person ist. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 20.3, S. 488
Tertullian (um 213 n. Chr.): „Und wenn, um eine andere Stelle zu zitieren: ‚So spricht der Herr zu meinem Herrn Christus‘, dann muss der Herr, der zum Vater Christi spricht, ein eigenständiges Wesen sein. Darüber hinaus: Wenn der Apostel in seinem Brief betet: ‚Dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus euch den Geist der Weisheit und der Erkenntnis schenke‘, muss es sich um einen anderen (als Christus) handeln, der der Gott Jesu Christi ist, der Spender geistlicher Gaben. Und um ein für alle Mal Klarheit zu schaffen, damit wir nicht jede einzelne Stelle durchgehen müssen: Er, „der Christus von den Toten auferweckt hat und auch unsere sterblichen Leiber auferwecken wird“, muss als der Belebende sicherlich anders sein als der tote Vater oder sogar als der belebte Vater, falls Christus, der gestorben ist, der Vater wäre.“ Gegen Praxeas, Kap. 28, S. 625
Hippolyt (222–235/6 n. Chr.) verfasste ein ganzes Werk gegen Noetus, der „behauptete, Christus sei der Vater selbst, und dass der Vater selbst geboren worden sei, gelitten habe und gestorben sei.“ Gegen die Häresie eines gewissen Noetus, Kap. 1, S. 223
Hippolyt (222–235/236 n. Chr.): „Er [Jesus] sagte nicht: ‚Ich und der Vater sind eins‘, sondern: ‚sind eins‘. Denn das Wort ‚sind‘ wird nicht von einer Person gesagt, sondern bezieht sich auf zwei Personen und eine Kraft.“ Und er zitiert 1. Korinther 15,23–28. Gegen die Häresie des Noetus, Kap. 7, S. 226
Origenes (225–253/254 n. Chr.): „Nun gibt es viele, die sich aufrichtig um die Religion sorgen und die hier in große Verwirrung geraten. Sie fürchten, sie könnten zwei Götter verkünden, und ihre Furcht treibt sie in Lehren, die falsch und gottlos sind. Entweder leugnen sie, dass der Sohn neben der des Vaters eine eigene, gesonderte Natur besitzt, und machen den, den sie den Sohn nennen, zu Gott in allem außer dem Namen; oder sie leugnen die Göttlichkeit des Sohnes, indem sie ihm eine eigene, von der des Vaters getrennte Existenz zuschreiben und seinen Wesensbereich außerhalb desjenigen des Vaters ansiedeln, sodass sie voneinander trennbar sind.“ Kommentar zum Johannesevangelium, Buch 2, Kap. 2, S. 323
Novatian (250/4–256/7 n. Chr.) (impliziert) bezeichnete die Häresie des Sabellius als gotteslästerlich, da sie glaube, Christus sei nicht der Sohn, sondern der Vater. Abhandlung über die Dreifaltigkeit, Kap. 12, S. 621–622
Dionysius von Alexandria (246–265 n. Chr.): „Die Pflanze, die aus der Wurzel sprießt, ist etwas anderes als das, woraus sie emporwächst; und doch ist sie von derselben Natur wie diese. Und der Fluss, der aus der Quelle fließt, ist etwas anderes als die Quelle. Denn wir können weder den Fluss als Quelle noch die Quelle als Fluss bezeichnen. Dennoch räumen wir ein, dass beide ihrer Natur nach eins sind und auch in ihrer Substanz eins; und wir geben zu, dass die Quelle als Vater verstanden werden kann und dass der Fluss das ist, was aus der Quelle hervorgeht.“ Über die eine Substanz, S. 120
Lucian von Antiochia (ca. 300–311 n. Chr.): „Eindeutig vom Vater, der wahrhaftig Vater ist, und vom Sohn, der wahrhaftig Sohn ist, und vom Heiligen Geist, der wahrhaftig Heiliger Geist ist; wobei diese Bezeichnungen nicht vage oder willkürlich vergeben wurden, sondern die besondere Persönlichkeit, Ordnung und Herrlichkeit der Genannten genau bezeichnen, sodass sie in ihrer Persönlichkeit drei sind, in ihrer Einheit jedoch eins.“ Glaubensbekenntnis des Lucian von Antiochia in „The Creeds of Christendom“ von Philip Schaff, Band 2, S. 27
Methodius (270–311/312 n. Chr.) „Denn das Reich des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist eins, so wie auch ihr Wesen eins und ihre Herrschaft eins ist. Daher verehren wir auch mit ein und derselben Anbetung die eine Gottheit in drei Personen, die ohne Anfang besteht, ungeschaffen, ohne Ende und ohne Nachfolger. Denn weder wird der Vater jemals aufhören, der Vater zu sein, noch der Sohn, der Sohn und König zu sein, noch der Heilige Geist, das zu sein, was Er in Wesen und Person ist. Denn nichts an der Dreifaltigkeit wird eine Minderung erfahren, weder in Bezug auf die Ewigkeit noch auf die Gemeinschaft noch auf die Herrschaft. Denn nicht deshalb wird der Sohn Gottes König genannt, weil Er um unseretwillen Mensch geworden ist“, Rede über die Psalmen, Kap. 5, S. 397. (siehe auch „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Rede 8, Kap. 10, S. 338 und Kap. 11, S. 339)
F: In Röm 1,8: Inwiefern war der Glaube der römischen Christen in der ganzen Welt bekannt?
A: Dies hat dieselbe Bedeutung wie in 1. Thessalonicher 1,8. Angesichts der Größe und des Einflusses der Stadt Rom ist es keine Übertreibung zu sagen, dass die römische Gemeinde maßgeblich dazu beitrug, den ersten Eindruck vieler Menschen vom Christentum zu prägen.
F: Ist Paulus in Röm 1,11 und Röm 15,29 nicht ein wenig überheblich, wenn er den Römern sagt, er wolle kommen, um ihnen eine geistliche Gabe zu bringen?
A: Wäre Paulus ein gewöhnlicher Mensch, vielleicht. Da Paulus jedoch ein Apostel Christi war, war er sowohl offen als auch ehrlich, ohne zu übertreiben. Es ist in Ordnung, jemandem zu sagen, dass man ihm nützen kann, wenn dies der Wahrheit entspricht.
F: Warum wurde Paulus in Röm 1,13–14 daran gehindert, die Römer früher zu besuchen?
A: Paulus sagt nicht, dass es an satanischem Widerstand lag, wie er es in 1. Thessalonicher 2,18 tut. Vielmehr hatte Paulus an seinem Aufenthaltsort, im Osten Kleinasiens und in Griechenland, viel zu tun. Außerdem musste er einen Weg finden, dorthin zu gelangen. Manchmal ist es in Ordnung, wenn ein fruchtbarer Dienst an einem Ort die Reise zu einem zweiten Ort verzögert.
F: Wie kann es in Röm 1,18 wahr sein, dass Gott niemals zornig wird?
A: Fragen wir doch einmal die Bewohner von Sodom und Gomorra! Die Vorstellung, dass Gott niemals zornig wird, ist Wunschdenken, das der Heiligen Schrift widerspricht. Leider lässt sich dieser Irrtum – nämlich, dass wir unseren eigenen Gedanken den Vorzug geben, anstatt zu glauben, was die Heilige Schrift sagt – bis zum Brief an Diognetus (ca. 130–200 n. Chr.) zurückverfolgen. Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) und Origenes (225–253/254 n. Chr.) vertreten hierzu widersprüchliche Ansichten. Allerdings akzeptierten 19 frühchristliche Autoren, dass Gott Zorn besitzt: Ignatius von Antiochia, Justin der Märtyrer, Melito von Sardes, Theophilus von Antiochia, Irenäus von Lyon, Clemens von Alexandria, Tertullian, Hippolyt, Commodianus, Novatian, „Abhandlung gegen Novatian“, Cyprian von Karthago, Gregor Thaumaturgos, Victorinus von Petau, Petrus von Alexandria, Methodius, Laktanz, Alexander von Alexandria und Eusebius von Caesarea (318–325 n. Chr.). Der Ketzer Marcion übersetzte beim Abschreiben des Römerbriefs laut dem „Wycliffe Exegetical Commentary: Römer 1–8“, S. 94, „Zorn“ anstelle von „Zorn Gottes“.
F: Bedeutet die Offenbarung des Zorns Gottes in Röm 1,18, dass sich dieser Zorn in dem Moment offenbart, in dem das Evangelium verkündet wird, wie Karl Barth lehrte, oder handelt es sich bei dieser Verkündigung um eine Erinnerung an Taten, die sich in der Geschichte offenbart haben?
A: Es handelt sich um die zweite Auslegung. Die Menschen erlebten Gottes Zorn bereits in alttestamentlicher Zeit, bevor das Evangelium verkündet wurde.
F: Wie können Menschen in Röm 1,18 die Wahrheit in Ungerechtigkeit festhalten?
A: Es fällt den Menschen nur allzu leicht, zumindest teilweise der Wahrheit darüber zuzustimmen, was richtig und das Beste für andere ist, und dies dann selbst nicht in die Tat umzusetzen. Das griechische Wort für Gottlosigkeit, „asabeian“, bedeutet mehr als nur, nicht an Gott zu glauben. Es bedeutet einen Mangel an Ehrfurcht vor Gott und bezieht sich somit auch auf jene, die intellektuell an Gott glauben, aber nicht entsprechend leben. Heutzutage bezeichnen manche Menschen dies als „praktischen Atheismus“. Sie bezeichnen sich vielleicht nicht als Atheisten, leben aber so, als wären sie es.
F: Wie haben die Menschen in Röm 1,18 die Wahrheit unterdrückt?
A: Manche Menschen wissen – ohne eigenes Verschulden – nichts über bestimmte wichtige Dinge, doch darum geht es hier nicht. Nicht jede Unwissenheit ist unschuldig. Manche Menschen sind sich der Wahrheit einer Sache nicht bewusst, weil sie wussten, wo sie die Informationen erhalten konnten, und sich bewusst dafür entschieden haben, sich nicht zu informieren oder es nicht zu glauben – ungeachtet der Beweise. Wie ein Sprichwort aus dem Nahen Osten sagt: „Man kann niemanden wecken, der vorgibt zu schlafen.“ Die Menschen verdrängen die Wahrheit darüber, dass durch Abtreibung ein unschuldiges Leben genommen wird – nicht, weil sie es nicht erkennen können, sondern weil sie es nicht wollen. Wir können heute in der Politik ständig beobachten, wie Menschen die Wahrheit verdrängen.
Hier ist ein konkretes, eklatantes Beispiel dafür, wie die Regierung in der antiken Geschichte die Wahrheit unterdrückte. Die Römer hatten viele heidnische heilige Einrichtungen, von denen sie glaubten, dass sie aus verschiedenen göttlichen oder wundersamen Gründen existierten. Viele davon wurden vom frühen römischen König Numa Pompilius ins Leben gerufen. Der römische Historiker Varro berichtet, dass ein römischer Bauer namens Terentius, als er in der Nähe des Grabes von Pompilius pflügte, Bücher von Pompilius ausgrub, in denen die Gründe für die heiligen Einrichtungen niedergeschrieben waren. Er übergab sie dem Senat, der, nachdem er die wahren Gründe für die Einrichtungen erkannt hatte, den Prätor anwies, die Bücher zu verbrennen. Sie können darüber in Augustinus von Hippos Werk „De civitate Dei“ (413–426 n. Chr.), Buch 7, Kapitel 34, S. 141–142, nachlesen. Wenn Menschen die frühesten Exemplare der Bücher ihrer eigenen Religion verbrennen, an die sie angeblich glauben, muss man sich fragen, wie ernst es ihnen mit der Wahrheit ist.
F: Wie erklären Sie in Röm 1,18–23 Nichtgläubigen, dass Menschen eine Verpflichtung gegenüber Gott haben?
A: Ob wir nun aufwachsen oder bereits erwachsen sind – wir haben Verpflichtungen gegenüber unseren Eltern. In der Schule haben wir die Pflicht, dem Lehrer zu gehorchen. Wenn wir Auto fahren, haben wir die Pflicht, die Gesetze einzuhalten und den Anweisungen eines Polizisten Folge zu leisten. Angesichts all dieser Verpflichtungen, die die meisten Menschen – abgesehen von denen im Gefängnis – akzeptieren, warum sollten wir dann glauben, dass wir keinerlei Verpflichtung gegenüber unserem Schöpfer haben?
Gott hat uns Leben, Luft und Nahrung geschenkt und bittet uns, Ihn anzuerkennen und anzubeten. Diejenigen, die den wahren Gott nicht anbeten wollen, wird Gott nach dem Tod in ein eigenes Universum versetzen, fern von Ihm. Natürlich ist Gott die Quelle aller Güte und Liebe. Dieses andere Universum ist der Feuersee.
F: Wie kann in Röm1:19 –20 jeder durch die Natur von Gott erfahren?
A: Fünf Punkte, die bei der Antwort zu berücksichtigen sind.
1. Durch die Schöpfung können wir vieles über Gott erfahren. Zum Beispiel kann sich kein geschaffenes Wesen selbst erschaffen. Es gibt einen Schöpfer, der größer ist als die geschaffenen Wesen. Wir können auch Gottes Majestät, Macht und Schönheit in der Schöpfung erkennen, obwohl die Schöpfung gefallen ist.
2. Menschen können sich ihre eigenen seltsamen Interpretationen der Tatsachen ausdenken. So besagte beispielsweise die Idee der spontanen Entstehung – eine „wissenschaftliche Tatsache“ des Mittelalters –, dass Fliegen aus verfaultem Fleisch entstehen könnten und dass Leben spontan aus Nicht-Leben entstehen könne.
3. Viele wichtige Dinge über Gott können wir nicht durch die Natur erkennen, wie beispielsweise die Dreifaltigkeit, den Tod Jesu am Kreuz und die Wiederkunft Jesu.
4. Auch wenn die Natur nicht ausreicht, um das gesamte Evangelium der Erlösung zu vermitteln, reicht sie doch aus, um den Menschen zu lehren, dass es einen Gott gibt und dass sie nach Ihm suchen sollen.
5. Wenn jemand die Wahrheit, die er über den Allerhöchsten Gott weiß, ablehnt, hat Gott sich nicht zwangsläufig verpflichtet, ihm weitere Wahrheit zu offenbaren.
F: Gehen in Röm1:19 –20 alle Nichtchristen in die Hölle?
A: Es gibt nur eine richtige Antwort, die jedoch zwei Aspekte umfasst: nein und ja.
Nein, und zwar aus vier Gründen
N1. Nein, denn manche Menschen, die noch keine Christen sind, werden in Zukunft Christen werden und in den Himmel kommen. Der biblische Begriff für diejenigen, die letztendlich im Himmel sein werden, lautet „die Auserwählten“.
N2. Nein, denn im Alten Testament starben viele gottesfürchtige Juden, die das Gesetz befolgten, in der Erwartung des Kommens des Messias, ohne den Messias zu kennen (Epheser 3,4–6; 1. Petrus 1,10–11; 2. Petrus 1,19; ~Hebräer 11,39–40). Sie starben vor Christus, sind aber im Himmel.
N3. Nein, denn Gott hat sich durch Abraham offenbart, obwohl Abraham das Gesetz nicht kannte. Gott ist in der Lage, „über den Tellerrand“ unserer Vorurteile hinaus zu wirken und Menschen durch Christus zu sich zu führen, wie es ihm gefällt. Wir können sicher sein, dass alle, die gestorben sind, ohne jemals von Christus gehört zu haben – seien es Säuglinge, Menschen mit schweren geistigen Beeinträchtigungen oder Menschen in tiefster Unwissenheit –, von Gott, der auch barmherzig ist, gerecht gerichtet werden. (Siehe Römer4:15 ;5:12 ; ~Johannes 9,41)
N4. Einige Christen sind der Ansicht, dass Christus gemäß 1. Petrus 3,19–20 und 1. Petrus 4,6 zu den bereits Verstorbenen gepredigt habe. Clemens von Alexandria schrieb in den „Stromata“ (193–202 n. Chr.), Buch 6, Kapitel 6, S. 490, dass jenen, die nach Gottes Gesetz gerecht waren, lediglich der Glaube fehlte. Diejenigen hingegen, die das Gesetz nicht kannten, aber gemäß ihrer Philosophie gerecht waren, benötigten sowohl den Glauben als auch die Umkehr vom Götzendienst. „Sobald ihnen die Wahrheit offenbart wurde, taten sie auch Buße für ihr früheres [götzendienerisches] Verhalten.“ Siehe auch „Stromata“, Buch 6, Kapitel 6, S. 492. Irenäus von Lyon (Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kapitel 27.1, S. 499), Hippolyt (Fragment aus dem Kommentar zu Psalm 19 oder 20, S. 170. Ebenfalls Kap. 7.14, S. 189) sowie Origenes (Origenes: „Gegen Celsus“, Buch 2, Kap. 43, S. 448) lehrten ebenfalls, dass Christus zu den Toten predigte, um einige von ihnen zu bekehren.
Andere Christen sind jedoch anderer Meinung.
Ja, und zwar aus vier Gründen
Grund 1: Alle, die gerettet sind, waren oder jemals gerettet werden, werden durch den einzigen Mittler und Erlöser, Jesus Christus, gerettet (Apostelgeschichte4:12 ; Johannes 10,7–8; Johannes 10,26–28).
Y2. Alle brauchen Jesus. Jesus sagte sogar zu den frommen jüdischen Pharisäern, dass sie, wenn sie nicht an ihn glaubten, tatsächlich in ihren Sünden sterben würden (Joh 8,24). Jesus warnte sie, dass ihre Ablehnung Gottes sie in die Hölle führen würde (Mt23:33 –36).
Y3. Selbst Säuglinge, die starben, bevor sie bewusst irgendeine Übertretung begangen hatten, brauchen dennoch Jesus, damit er sie heiligt und von ihrer sündigen Natur reinigt. Auch wenn sie keine sündigen Entscheidungen getroffen haben und niemals die Absicht hatten, Unrecht zu tun, besitzen sie dennoch eine selbstsüchtige, sündige Natur und benötigen eine Verwandlung durch Jesus, bevor sie in den Himmel kommen können.
Y4. Da Jesus jeden rettet, der gerettet werden soll, wird jeder, der in den Himmel kommt, früher oder später an Christus glauben (Römer 14,10–11; Philipper 2,9–11; Johannes 6,37.45).
Zu Punkt Y3 widersprach mir einmal ein Christ und sagte, wenn sie keine Entscheidung für Jesus treffen könnten, könnten sie nicht in den Himmel kommen. Wir müssen jedoch auf der grundlegendsten Ebene betrachten: Was ist das eine „Ding“, das uns rettet? Letztendlich ist nicht unsere Entscheidung die eigentliche Ursache dafür, dass wir gerettet werden, denn es sind nicht einmal „wir selbst“, die uns retten. Auf der grundlegendsten Ebene ist es Gott, der uns rettet. Er rettet alle Geretteten durch Jesus, doch wir wissen nicht genau, wie Er dies bei Säuglingen, bei denen, die vor Christus lebten, usw. tun wird. Was wir wissen, ist, dass Er Gott ist!
F: In Röm 1,20: Inwieweit können Menschen Gottes Wahrheit und das Evangelium durch die Betrachtung der Schöpfung erkennen?
A: Wir können drei Dinge erkennen, aber ein viertes nicht.
1. Die Existenz einer Art Schöpfer (persönlich oder unpersönlich) aufgrund der Existenz der Schöpfung.
2. Gottes unsichtbare Eigenschaften, seine ewige Kraft und seine göttliche Natur (Römer1:20 ).
3. Ein gewisses Verständnis von Gottes moralischem Gesetz (Römer2:14 –16).
Aus der Schöpfung heraus können die Menschen nichts über das Geheimnis Christi erfahren. (Epheser 3,4–6.9;6:19 ; Kolosser 1,26–27; 2,2; 4,3; Römer 16,25–26; 1. Petrus 1,10–12).
F: Könnte in Röm 1,20 jemand allein dadurch gerettet werden, dass er an das glaubt, was aus der Schöpfung zu erkennen ist?
A: In Wirklichkeit ist dies bei niemandem der Fall. Abgesehen von Gott sucht niemand Gott, wie es in Römer 3,9–20 heißt.
Rein hypothetisch betrachtet enthält die Frage eine falsche Prämisse. Die Frage geht davon aus, dass Gott passiv ist und dass, wenn jemand Ihn suchen würde, Gott einfach tatenlos zusehen würde, ohne den Wunsch zu haben, diesen Menschen zur Wahrheit zu führen. Tatsächlich möchte Gott wahrscheinlich, dass die Menschen an die Wahrheit glauben, mehr noch, als die Menschen selbst an die Wahrheit glauben wollen.
F: Da Gott in Röm 1,24.26.28 die Gottlosigkeit nicht mag, warum wollte Gott dann gottlose Menschen einer noch größeren Gottlosigkeit überlassen?
A: Gott hasst Gottlosigkeit, doch wenn jemand gottlos sein will, lässt Gott ihn den Weg gehen, den er einschlagen möchte. Römer 1 zeigt, dass eine der Folgen der Sünde das Verlangen nach noch schlimmerer Sünde ist. Entweder sehnt man sich danach, noch mehr zu sündigen, oder man hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, wie Jesus es in Matthäus 5,6 lobte. Übrigens sollten Christen niemals aufhören, nach mehr Gerechtigkeit zu hungern und zu dürsten.
F: In Röm 1,24.26.28 heißt es dreimal: „Gott hat sie preisgegeben“. Wie gibt Gott Menschen preis, und gibt es dabei verschiedene Stufen?
A: Manche begabte Künstler brauchen nur wenige Striche zu zeichnen, und schon erkennt man, was dargestellt wurde. In ähnlicher Weise zeichnet Paulus eine kurze Skizze der Herzen der Menschen. Gott übergab sie nacheinander der Unreinheit, den schändlichen Begierden und dem verdorbenen Denken. Die sündige Welt steht Kopf. Tiere sind wichtiger geworden als Menschen, die Geschlechterrollen haben sich vertauscht, und das Falsche ist zum Richtigen geworden – zumindest in den Augen der Welt. Derselbe Begriff wurde bereits im Alten Testament verwendet, wo Israels Feinde in 2. Mose 23,31 und 5. Mose 7,23 an Israel ausgeliefert wurden. Bezeichnenderweise wird er auch verwendet, wenn Gott das rebellische Israel seinen Feinden ausliefert, wie in 3. Mose 26,25; 5. Mose 28,25; Josua 7,7 sowie Richter 2,14; 6,1.13.
Dass Gott sie ausliefert, bedeutet nicht nur, dass Gott passiv Seinen Segen zurückzieht, wie Johannes Chrysostomos lehrte, sondern auch, dass Er aktiv Feinde herbringt, wie Habakuk 1 zeigt.
F: Hat Gott sie in Röm 1,24.26.28 zur Zurechtweisung für sich selbst, für andere oder zur Bestrafung ausgeliefert?
A: Es muss nicht nur einer der Gründe sein. Für diejenigen, die Ohren haben zu hören, kann es der Zweck der Zurechtweisung sein. Die Weisen können aus den Fehlern anderer lernen. Für törichte Menschen jedoch, die auf Zurechtweisung nicht hören, dient es lediglich als Strafe, die zu weiterer Bestrafung führen kann. Man kann sich diese Sünden wie hohe Metallstangen vorstellen, die während eines Gewitters an den Holzschindeln Ihres Daches befestigt sind und Gottes Zorn auf sich ziehen.
F: In Röm 1,25 heißt es im Griechischen nicht „wegen einer Lüge“, sondern „die Lüge“. Was genau ist diese Lüge?
A: Es handelt sich nicht um eine der einzelnen aufgeführten Sünden, sondern vielmehr um die Gesamtheit „der Lüge“, dass sie nicht auf Gott achten müssen und keine Verpflichtung haben, Gott zu gehorchen.
F: Bedeutet Röm1:26 –27 lediglich, dass man sich nicht dazu ändern kann, homosexuell zu sein, dass es aber in Ordnung ist, seine Homosexualität auszuleben, wenn man als Homosexueller geboren wurde?
A: Nein. In Römer 1,26–27 heißt es, dass sowohl Männer als auch Frauen schwer sündigen, wenn sie natürliche Beziehungen gegen unnatürliche homosexuelle Beziehungen „austauschen“. Nun haben einige behauptet, dass nur der „Austausch“ sündhaft sei und es in Ordnung sei, homosexuell zu sein, wenn man so geboren wurde. Doch das kann nicht zutreffen. Nicht nur liegt der Schwerpunkt in diesem Vers darauf, dass die Beziehungen selbst „schändlich“ sind, sondern das Wort „austauschen“, metallaso, ist dasselbe griechische Wort, das auch dafür verwendet wird, die Wahrheit Gottes gegen eine Lüge einzutauschen. Das Problem ist also nicht nur der „Austausch“, sondern die „unkeuschen Handlungen mit anderen Männern“, wie es in Römer1:27 , heißt. Da 3. Mose 18,22.24;20:13 und 1. Korinther 6,9–10 zeigen, dass die Ausübung von Homosexualität böse ist, ist es selbstverständlich niemals in Ordnung, sich in einem bösen Zustand zu befinden. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um homosexuelle oder heterosexuelle Unzucht handelt; entscheidend ist, dass wir alle mit einer sündigen Natur geboren sind und wiedergeboren werden müssen, um heilig zu sein. Siehe auch die Erörterung zu 3. Mose 18,22.24;20:13 sowie 1. Korinther 6,9–10. Nebenbei bemerkt: Der griechische Begriff „schändliche Begierden“ kann laut „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 443, auch mit „Leidenschaften der Schande“ übersetzt werden oder laut Wuests Übersetzung mit „unehrenhafte Leidenschaften“.
Paulus war Jude, und andere jüdische Autoren, die auf Griechisch schrieben, verwenden diesen griechischen Ausdruck „unnatürlicher Umgang“ (para physin) im Sinne von Homosexualität, wie in Philos „Sondergesetze“ 3,39 und Josephus’ „Gegen Apion“ 2,273.
Hier ist eine jüdische Schriftstelle, die gewisse Ähnlichkeiten mit den Schriften des Paulus aufweist: „Sonne, Mond und Sterne ändern ihre Ordnung nicht; so sollt auch ihr das Gesetz Gottes nicht durch die Unordnung eurer Taten ändern. Die Heiden sind in die Irre gegangen, haben den Herrn verlassen, ihre Ordnung verändert und sind Holz und Steinen sowie Geistern der Täuschung gehorcht. Doch ihr sollt nicht so sein, meine Kinder, sondern im Firmament, auf der Erde, im Meer und in allen geschaffenen Dingen den Herrn erkennen, der alle Dinge geschaffen hat, damit ihr nicht wie Sodom werdet, das die Ordnung der Natur verändert hat.“ (Testament des Naftali 3,2–4). Zitiert aus: „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 10, S. 27
Tertullian interpretiert in „De Corona“, Kap. 6, S. 96, Römer 1,26 so, dass Männer und Frauen untereinander den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen verwandelten, „als strafende Vergeltung für ihren Irrtum“.
Frage: Zu Röm 1,26–27 schreibt der Skeptiker Bart Ehrman: „Wenn man darüber nachdenkt, welche Teile der Bibel im modernen Kontext von Bedeutung sind, ist es wichtig, sich an die historische Sichtweise zu erinnern, dass die biblischen Autoren alle in einer anderen Welt lebten als wir und die Annahmen und Überzeugungen der Menschen ihrer Welt widerspiegelten. In ihrer Welt gab es – um ein besonders treffendes Beispiel zu nennen – kein Konzept dessen, was wir als Homosexualität bezeichnen. Anders ausgedrückt: Homosexualität existierte in dieser Welt nicht. Warum? Nicht, weil Männer keinen Sex mit Männern hatten (das taten sie) oder Frauen mit Frauen (das taten sie), sondern weil es in dieser Welt – wie in jeder anderen Welt auch – keinen Begriff der sexuellen Orientierung gab, bis sich dieser Begriff unter westlichen Denkern im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte.“ (Jesus, Interrupted, S. 280)
Ehrman nutzt die beiden vorangegangenen Beispiele, um eine Verallgemeinerung vorzunehmen. „So verhält es sich auch mit allen Lehren der Bibel – über Frauen, über gleichgeschlechtliche Beziehungen, über außerehelichen Sex, über die Todesstrafe, über Krieg, über Reichtum, über Sklaverei, über Krankheit, über … nun ja, über alles.“ (Jesus, Interrupted, S. 281)
A: Wow! Offenbar hat Ehrman das Alte Testament schon sehr lange nicht mehr gelesen, insbesondere 3. Mose 20,13. Sicherlich glaubt er doch nicht, dass 3. Mose 20 „unter westlichen Denkern im 19. und 20. Jahrhundert entwickelt wurde“! Nicht im 19. Jahrhundert, sondern bereits im 15. Jahrhundert – v. Chr.!
Was auch immer heidnische Völker viele Jahrhunderte später taten, hatte keinen Einfluss auf die Auffassung, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen für einen Juden (wie Saulus von Tarsus oder sogar Jesus) etwas Böses darstellten, da diese das Alte Testament lesen konnten. Übrigens: Lange bevor es westliche Denker des 19. Jahrhunderts gab, schrieben mindestens elf frühchristliche Autoren bereits vor dem Jahr 325 n. Chr. ausdrücklich gegen Homosexualität. Sie finden diese unter www.BibleQuery.org/History/ChurchHistory/WhatEarlyChristiansTaught.html. Meiner Meinung nach ist Ehrman hier schlichtweg „erstaunlich“.
F: Wie überlässt Gott in Röm1:26 –27 die Menschen der Begierde ihres Herzens?
A: Eine der Strafen für die Sünde ist ein verstärktes Verlangen nach Sünde. Eine Folge der Sünde ist, dass sie einen Teufelskreis darstellt. Man kann sich eine Sünde, für die keine Reue gezeigt wird, ähnlich wie ein astronomisches „Schwarzes Loch“ vorstellen, das alles um sich herum ansaugt. Auch die Offenbarung22:11 und Daniel12:10 deuten darauf hin, dass sich sowohl das Gute als auch das Böse vermehren werden.
F: Wie „erfinden“ manche in Röm 1,30 „Wege, Böses zu tun“?
A: Böses zu tun beschränkt sich nicht auf die in der Bibel ausdrücklich genannten Dinge, sondern bedeutet, gegen Gottes Willen und die guten Dinge in der Bibel zu handeln. „Was du nicht willst, dass man dir tu …“ im Gegensatz dazu, sich neue Wege auszudenken, um Menschen zu betrügen – sei es durch kleine Betrügereien, durch Investitionen oder durch einen Regierungsbeamten mit skurrilen Gesetzen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich neue Wege auszudenken, um den Ruf einer Person zu schädigen oder Menschen zu quälen, damit man dies in Filmen zeigen kann. Wenn ein neuer Film gedreht wird, der eine neue Art von Horror zeigt, möchten Sie ihn sich dann ansehen? Wenn Sie ein Kind Gottes sind, warum dann?
Es gibt eine Fabel über das Herz der Bösen, die „Der Frosch und der Skorpion“ heißt. Sie wird Aesop zugeschrieben, war jedoch tatsächlich erst bekannt, als sie 1933 und 1940 in zwei russischen Romanen erschien. In dieser Fabel müssen ein Frosch und ein Skorpion einen Fluss überqueren. Der Skorpion kann nicht schwimmen, also bittet er den Frosch, ihn auf seinem Rücken mitzunehmen. Der Frosch zögert, denn wenn der Skorpion ihn sticht, wird er ertrinken. Der Skorpion erklärt, dass er den Frosch nicht stechen werde, denn wenn er ihn sticht, würden beide ertrinken. Also willigt der Frosch ein und macht sich auf den Weg. Auf halbem Weg sticht der Skorpion den Frosch. Als der Frosch gelähmt wird, fragt er den Skorpion, warum er das getan habe, denn nun würden beide sterben. Der Skorpion antwortet, er habe nicht anders gekonnt; es liege in seiner Natur. Das Böse kann nicht nur anderen Schaden zufügen, sondern oft auch selbstzerstörerisch wirken.
F: Warum ändert sich in Röm 2,1–11 der Tonfall?
A: Paulus nimmt die Reaktionen seiner Leser vorweg. In Römer 1 wird betont, was „sie“ getan haben; mit „sie“ sind gottlose Menschen gemeint, die nicht einmal versuchen wollten, Gott nachzufolgen. Damit der Leser nicht den Eindruck gewinnt, dies gelte nur für diese anderen Menschen, wechselt Paulus in Römer 2,1.3.17 das Pronomen zu „ihr“. Dies ist eine „Schimpftirade“ oder eine hypothetische wechselseitige Diskussion mit dem Leser.
Dies zeigt, dass jeder ernsthaft zu kurz kommt, zumindest abseits von Christus. Doch wie ein Prediger einmal sagte: Man muss den Menschen erst zeigen, dass sie verloren sind, bevor man ihnen zeigen kann, dass sie einen Erlöser brauchen. Paulus legt systematisch dar, warum wir hoffnungslos sind, und erreicht dabei in Römer 3,23 den Höhepunkt. Dann zeigt uns Paulus die Hoffnung in Christus, als wir noch hoffnungslos waren.
F: Was lehrt uns Röm 2,2–11 über das Gericht Gottes?
A: Es lehrt uns fünf Dinge.
1. Es entspricht der Wahrheit (Römer 2,2)
2. Es ist unausweichlich, es sei denn, einem Menschen wird vergeben. Römer 2,3
3. Es wird oft hinausgezögert. Römer 2,4
4. Die Schwere hängt von der Anhäufung der Schuld ab. Römer 2,5
5. Es entspricht den Taten eines jeden. Römer 2,6–11
F: Was ist hier in Röm 2,5 mit „Hartnäckigkeit“ gemeint?
A: Das griechische Wort „skeroteta“ ist der Ursprung unseres deutschen Wortes „Sklerose“. Anstelle von Atherosklerose, also der Verhärtung der Arterien, handelt es sich hier um eine Verhärtung der Seele.
F: Wird in Röm 2,5 das gesamte Gericht Gottes an einem einzigen Tag stattfinden?
A: Mit „Tag“ sind hier nicht vierundzwanzig Stunden gemeint. Es bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem Gott richten wird. Es wird mehrere Gerichte geben: ein Gericht vor dem Bema-Thron für die Gläubigen und ein Gericht vor dem Großen Weißen Thron für alle Menschen.
F: Gehört Röm 2,6 zum Abschnitt Röm 2,1–5 oder zu Röm 2,7–11?
A: Grammatikalisch könnte man aufgrund des Pronomen „der“ an Römer 2,1–5 denken.
Organisatorisch gehört er jedoch zu Römer 2,7–11, da jüdische Menschen häufig in Chiasmen schrieben und dachten, und hierbei handelt es sich um einen Chiasmus. Das Wort „Chiasmus“ leitet sich vom Namen des griechischen Buchstabens Chi ab, der wie ein X aussieht. Ein Chiasmus ist eine symmetrische Anordnung von Gedanken, und das Alte Testament ist voll davon. Hier ist dieser Chiasmus.
A1. Röm 2,6 Gott wird jeden gerecht richten
- B1. Röm 2,7 Die, die Gutes tun, werden das ewige Leben erhalten
- - C1. Röm 2,8 Die Übeltäter werden den Zorn erleiden
- - C2. Röm 2,9 Zorn für diejenigen, die Böses tun
- B2. Röm 2,10 Herrlichkeit für diejenigen, die Gutes tun
A2. Röm 2,11 Gott richtet unparteiisch
Frage: Sind in Röm 2,6–7 gute Werke eine Voraussetzung für die Erlösung?
A: Nein, hier ist von der Belohnung für gute Werke die Rede, nicht davon, dass man durch gute Werke gerettet wird. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Alle sollten sich darin einig sein, dass gute Werke in gewisser Weise mit dem ewigen Leben zusammenhängen; beides sollte Hand in Hand gehen.
2. In diesem Abschnitt fehlt jeglicher Gedanke, dass das Opfer Christi unvollständig oder unzureichend sei. Ebenfalls fehlt der Gedanke, dass Menschen sich das ewige Leben verdienen könnten.
3. Da Werke keine Voraussetzung für die Erlösung sind, aber dennoch mit ihr in Zusammenhang stehen – in welcher Beziehung stehen sie dann zueinander? Werke stehen in Zusammenhang als Ausdruck, als Ergebnis der Erlösung, wie sowohl Epheser 2,9–10 als auch Jakobus 2,18–26 zeigen. Sie sind ein Zeichen der Erlösung, so wie ein Herzschlag ein Zeichen dafür ist, dass ein Mensch lebt.
F: Wird das Gericht in Röm 2,6 für verschiedene Menschen unterschiedlich ausfallen?
A: Ja, in vielerlei Hinsicht.
Für Ungläubige wird die Strafe für manche strenger ausfallen als für andere, wie Matthäus10:15 ;11:22 –24 und Markus 12,40 zeigen.
Für Gläubige wird es im Himmel unterschiedliche Belohnungen geben, wie Matthäus 5,12;10:42 ; 6,19–21; Lukas 6,23; 1. Korinther 3,12–15 und Offenbarung 22,12 lehren.
Allgemein gesagt sagt Jesus in Matthäus 5,7, dass denen, die Barmherzigkeit üben, Barmherzigkeit erwiesen wird.
F: Erhalten wir in Röm 2,7 das ewige Leben jetzt oder später?
A: Die Fülle des ewigen Lebens erhalten wir später, doch die sichere Verheißung dafür erhalten wir bereits jetzt. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu 1. Timotheus 6,16. Ein Christ besitzt Unsterblichkeit von dem Moment an, in dem er oder sie zum ersten Mal glaubt.
F: Da Gott in Röm 2,11 keine Person bevorzugt, warum hat Er dann in Röm 3,1–2 zwischen Juden und Heiden unterschieden, insbesondere zwischen Moabitern?
A: Wir müssen zunächst zwischen ewiger Gerechtigkeit und irdischen Situationen sowie Flüchen unterscheiden. Die Bibel lehrt uns, dass Gott in vielerlei Hinsicht (beispielsweise in Bezug auf die Erlösung) keine Person bevorzugt, aber in anderer Hinsicht sehr wohl Personen und deren Nationalität berücksichtigt. Beachten Sie, dass Beispiele für beide Seiten in denselben Büchern zu finden sind; daher handelte es sich bei diesem Kontrast nicht um einen zufälligen „Fehler“ verschiedener Autoren, sondern um eine bewusste Absicht des Paulus.
Gott macht beim Gericht und gegenüber denen, die ihn suchen oder ablehnen, keinen Unterschied zwischen den Menschen:
Denn bei Gott gibt es keine Personengunst (oder Gott zeigt keine Bevorzugung) in Römer2:11 und Apostelgeschichte10:34 –35 (Petrus spricht). Alle haben vor Gott den gleichen Wert (Galater3:28 ). Gott rettet alle, die ihn anrufen (Römer10:11 –12). Die Erlösung ist für Juden und Heiden gleich (Apostelgeschichte17:26 –27)
Gott richtet nach den Werken, wie aus Römer 2,6; Psalm 62,12; Prediger 12,14; Hosea 12,2; Sprüche 24,12 (LXX); (auszugsweise) Matthäus 16,27; 2. Korinther 11,15; 2. Timotheus 4,14 hervorgeht. In jüdischen Schriften: Mischna „Avot“ 3,15.
Gott begünstigt tatsächlich manche: Die Heilige Schrift behauptet niemals, dass Gott alle Menschen unter gleichen Umständen geboren habe. Beobachtungen des Lebens bestätigen dies. Aaron wurde zum Priester geweiht, und seine Handlungen am Berg Sinai zeigen, dass er nicht unbedingt verdienstvoller war. Jeder Mensch in jeder Kultur hat die Möglichkeit, durch die Schöpfung genug über Gott zu erfahren, um danach zu streben, mehr zu erfahren. Jesus versprach in Matthäus 7,7–12, dass diejenigen, die bitten, suchen und anklopfen, empfangen, finden und die Tür für sich geöffnet bekommen werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
1. In diesem Leben haben manche Menschen bessere Lebensumstände als andere.
2. Gott richtet jeden gerecht und berücksichtigt dabei alle Faktoren.
3. Unabhängig von den Lebensumständen eines Menschen hat niemand eine Entschuldigung dafür, nicht nach der Wahrheit zu handeln, die ihm bereits jetzt bekannt ist.
F: Gehen in Röm 2,12 alle, die noch nie vom Gesetz des Alten Testaments oder von Christus gehört haben, in die Hölle, ohne jede Chance auf Erlösung?
A: Nein. Hiob war nicht unbedingt ein Jude, und Gott offenbarte sich Hiob. Auch Abraham und alle bis hin zu Mose kannten das alttestamentliche Gesetz nicht. Letztendlich ist es nicht der Gehorsam gegenüber dem Evangelium, der rettet, und auch nicht das Evangelium selbst. Es ist Gott, der durch Jesus rettet, und Er kann tun, was immer Er will.
F: Wie können Heiden gemäß Röm 2,14 „sich selbst zum Gesetz“ sein?
A: Die stoischen Philosophen vertraten die Auffassung, dass das Gesetz in der Natur verwurzelt sei, wie aus dem „Wycliffe Exegetical Commentary: Römer 1–8“, S. 153, hervorgeht. Doch hier im Römerbrief bedeutet dies nicht, dass Menschen sich beliebige Gesetze und Moralvorstellungen ausdenken können, denen sie folgen möchten.
Es bedeutet vielmehr
1) Alle haben eine gewisse Vorstellung von der Wahrheit, sowohl in der Natur als auch in ihrem Gewissen (Römer1:19 –20;2:14 –16).
2) Alle sind dafür verantwortlich, der ganzen Wahrheit zu folgen, die sie kennen (Römer 2,15).
3) Alle, die versuchen, der ihnen bekannten Wahrheit zu folgen, werden zu kurz kommen (Römer 3,23) und sich dessen bewusst sein.
4) Gott ist gerecht; Sünde wird nicht angerechnet, wo kein Gesetz ist (Römer4:15 ;5:13 ).
5) Allerdings ist manche Unwissenheit keine unschuldige Unwissenheit (Römer1:21 –22,25).
Frage: In Röm 2,14–15; Apg 23,1; 24,16; 1 Kor 8,7,10,12; 1 Tim 1,5.19; 3,9; 4,2; 2 Tim 1,3; Tit 1,15; Hebr 9,14; 10,22; 13,18: Was sagt die Bibel über das Gewissen der Menschen?
A: Dort heißt es eigentlich nicht, dass das Gesetz in ihre Herzen geschrieben ist, sondern vielmehr das Wirken des Gesetzes. Sie können sich beim Zeugnisgeben auf das Gewissen der Menschen berufen. Die Menschen haben eine allgemeine Vorstellung von Recht und Unrecht – aber warum, wenn es keinen Gott gibt? Würden Sie in einen Himmel gehen wollen, in dem sich alle befinden, ob sie nun Buße getan haben oder nicht?
F: Wie urteilt Gott in Röm 2,16; Ps 44,21; 139; Jer 23,24; Joh 21,17; 1 Kor 14,25; Jes 44,7; Lk 12,6 über die Geheimnisse der Menschen?
A: Natürlich ist Gott überall und weiß alles, doch diese Verse sagen noch mehr aus. Es gibt nichts, was Sie tun können, das vor Gott verborgen bleibt und nicht beim Gericht offenbart wird. Als Christ können Sie tun, was immer Sie tun möchten, wobei Sie bedenken sollten, dass Gott alles sieht, was Sie tun – selbst im Verborgenen –, dass die Engel es sehen mögen, dass sogar Dämonen es sehen könnten und möglicherweise auch die Menschen im Himmel. In diesem Bewusstsein tun Sie also, was Sie tun möchten. Wie ein Christ einmal gesagt hat: „Wenn es Ihnen Freude bereitet, Gott zu gefallen, können Sie tun, was Ihnen gefällt.“
F: Hat Paulus in Röm 2,16 „sein eigenes Evangelium“, das er verkündet?
A: Es gibt nur ein einziges wahres Evangelium (Galater 1,8), aber es war auch das von Paulus, genauso wie es das unsere ist.
F: In Röm 2,17–20 nahmen die Juden etwas Gutes von Gott, nämlich das Gesetz, und setzten es an die Stelle Gottes. Auf welche anderen Weisen können Menschen etwas Gutes von Gott nehmen und es an die Stelle Gottes setzen?
A: Als die Israeliten, die durch die Wüste zogen, von Schlangen gebissen wurden, wies Gott Mose an, eine eherne Schlange aufzustellen; wer sie ansah, sollte am Leben bleiben. Später, zur Zeit Hiskias, nannten sie sie „Nehushtan“ und verbrannten ihr Weihrauch; daher ließ Hiskia sie gemäß 2. Könige 18,4 zerstören. Die Juden zur Zeit Jeremias vertrauten auf den Tempel (Jeremia 7,1–15). Seit dieser Zeit vertrauen die Menschen darauf, die Heilige Schrift zu kennen, und auf ihre Führer. Seit 325 n. Chr. vertrauen die Menschen zudem auf den Dollar, ihre Kirche, ihre Werke, Reliquien sowie ihre Opfer und Gaben an Gott. Sie vertrauen darauf, den Armen zu helfen oder das Evangelium zu verkünden, als Ersatz dafür, Gott durch ihre Lebensweise zu verherrlichen.
Unsere Sicherheit liegt in Gott. Es gibt keine Sicherheit im Gesetz, in der Beschneidung oder in irgendeiner dieser anderen Dinge. Obwohl Jesus die Pharisäer in Matthäus 15,14 als blinde Führer bezeichnete, rühmten sie sich dennoch damit, Führer für Blinde zu sein.
F: Was ist in Röm 2,19 der Unterschied zwischen einem Führer für Blinde und einem Licht für diejenigen, die in der Finsternis sind, und wie sollen Gläubige beides sein?
A: Wenn Sie ein Führer für einen Blinden sind, weisen Sie ihm den richtigen Weg und helfen ihm, bestimmte Gefahren, Hindernisse und Stürze zu vermeiden. Dies kann eine aktive Rolle sein. Wenn Sie ein Licht für diejenigen in der Finsternis sind, gehen Sie im Allgemeinen mit gutem Beispiel voran, damit sie dem Licht Ihrer Laterne folgen und schließlich aus der Finsternis herausfinden können. Natürlich stellen Sie in einer Höhle die Laterne nicht an einer Stelle auf und stehen selbst an einer anderen. Die Laterne ist bei Ihnen, und die Menschen sehen den Weg anhand Ihrer Position. Sie sehen vielleicht weder die Details noch die Fallstricke auf dem Weg, aber sie erkennen die Richtung, in die sie gehen wollen – weniger aufgrund dessen, was Sie sagen, als vielmehr aufgrund dessen, wie Sie sich ihnen gegenüber verhalten. Als Gläubige soll unser Leben ein Zeugnis sein, doch dies sind zwei unterschiedliche Aspekte unseres Zeugnisses.
Einmal nahm eine christliche Freundin ein Sammeltaxi und gab an, Studentin zu sein, um den Studentenrabatt zu erhalten, obwohl sie ihr Studium bereits abgeschlossen hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr überhaupt bewusst war, dass sie etwas Falsches getan hatte – bis ich sie deswegen zurechtwies. Das bedeutet es, ein Führer für Blinde zu sein. Wenn Sie zu einer Firmenfeier gehen und viele Menschen sich betrinken, Sie jedoch nicht, obwohl der Alkohol kostenlos ist, und die anderen wissen, dass Sie Christ sind, sagen Sie zwar nichts Konkretes, aber Sie sind ein Licht.
F: Was ist in Röm 2,20 der Unterschied zwischen einem Erzieher der Törichten und einem Lehrer der Unmündigen, und wie sollen Gläubige beides sein?
A: Um Mark Twain zu zitieren: Ein Törichter ist jemand, der „zu viele Dinge weiß, die nicht stimmen“. Törichte brauchen Zurechtweisung, um das Falsche, das sie gelernt haben, wieder zu verlernen und – was noch wichtiger ist – um zwischen dem Falschen und dem Wahren, das sie gelernt haben, unterscheiden zu können. Ein Kind weiß, dass es lernen muss, und man muss ihm die Wahrheit beibringen, auf seiner Ebene.
Ein persisches Sprichwort lautet wie folgt: Wer weiß und nicht weiß, dass er weiß, der schläft; wecken Sie ihn auf. Wer nicht weiß und weiß, dass er nicht weiß, der ist ein Kind; lehren Sie ihn. Wer nicht weiß und nicht weiß, dass er nicht weiß, der ist ein Narr; meiden Sie ihn. Wer weiß und weiß, dass er weiß, der ist ein Weiser; folgen Sie ihm.
F: Warum fällt es den Menschen in Röm 2,21–23 so leicht, anderen Dinge zu lehren, diese aber selbst nicht zu befolgen?
A: In Matthäus 7,3–5 und Lukas 6,41–42 heißt es, dass die Menschen so eifrig darauf bedacht sind, den Splitter aus dem Auge eines anderen zu entfernen, während sie selbst einen Balken im eigenen Auge haben. Aufgrund unserer sündigen Natur und unseres angeborenen, gefallenen Stolzes konzentrieren wir uns – bewusst oder unbewusst – auf unsere Tugenden und spielen unsere Sünden und Fehler herunter, während wir oft den Blick auf die Sünden und Fehler anderer richten. Doch wenn wir uns zumindest bewusst werden, dass wir selbst diese Neigung haben, sind wir bereits einen Schritt weiter. Der nächste Schritt besteht darin, Gott zu bitten, Ihnen Ihre Fehler aufzuzeigen, einschließlich der verborgenen. David sagte in Psalm 19,12–13a: „Wer kann seine eigenen Fehler erkennen? Reinige mich von meinen verborgenen Fehlern. Bewahre auch deinen Knecht vor vorsätzlichen Sünden; mögen sie nicht über mich herrschen.“
F: In Röm 2,21–25: Bevor wir auf diese Juden herabblicken, weil sie inkonsequent sind, sollten wir bedenken, dass auch wir als Christen manchmal inkonsequent und heuchlerisch sind. Was könnten Sie sagen, um einem heuchlerischen Christen zu helfen?
A: Sie täuschen Gott nicht; eigentlich täuschen Sie niemanden. Selbst wenn Sie und Ihre Sünde jetzt nicht aufgedeckt werden, könnten sie später ans Licht kommen. Anstatt sich ständig darüber Sorgen zu machen, sollten Sie einfach von vornherein nicht sündigen. Sie sollten ein gutes Vorbild für andere sein wollen. Richten Sie Ihren Blick nicht auf das kurzfristige Vergnügen, sondern auf die langfristige Situation, in die Ihre Sünde Sie bringen wird. Wie ein Mensch sät, so wird er ernten.
Werfen Sie einen Blick in den Rückspiegel Ihres Lebens und achten Sie auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes, die Er Ihnen erwiesen hat. Werden Sie in Zukunft, wenn Sie zurückblicken, mit dem, was Sie sehen, zufrieden sein? Wenn Sie vor dem Richterstuhl Christi stehen, wollen Sie Ihm dann wirklich erklären, warum Sie getan haben, was Sie getan haben, obwohl Sie es besser wussten?
Um Hilfe in Ihrem Kampf zu erhalten, suchen Sie sich einen Rechenschaftspartner. Treffen Sie sich einmal pro Woche – oder auch öfter – persönlich, telefonisch oder online, beten Sie gemeinsam und berichten Sie dem anderen ehrlich, wie es Ihnen im Herrn geht.
F: In Röm 2,24: Inwiefern wurde der Name Gottes unter den Heiden durch die Juden und wegen der Gläubigen im Allgemeinen gelästert?
A: Die Juden waren Gottes auserwähltes Volk, doch durch ihren Ungehorsam, ihre Bosheit und ihre Ablehnung des Messias handelten sie nicht wie Gottes Volk. Die bösen Taten derer, die als Gottes Volk galten, entehrten Gott in den Augen anderer.
Ungläubige wissen, dass die Juden (und Gläubige im Allgemeinen) dem Schöpfer und der Heiligen Schrift folgen. Wenn sie jedoch den Lebensstil einiger Gläubiger betrachten, das „Stehlen“ (im Handel und anderweitig) sowie deren „Pragmatismus“ gegenüber bösen religiösen Praktiken, fragen sie: „Wo liegt der Unterschied?“ und sehen keinen zwingenden Grund, an Dinge zu glauben, von denen sich sogar manche Gläubige so verhalten, als würden sie nicht daran glauben.
Heute ist jeder Christ, der anderen als Christ bekannt ist, ein Zeuge für Gott. Die Frage ist also nicht, ob Sie ein Zeuge sind oder nicht, sondern ob Sie ein guter oder ein schlechter Zeuge sind. Wie es im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 10, Seite 34, heißt, sollte das Etikett auf der Flasche mit dem Inhalt übereinstimmen.
Der griechische Epiktet tadelt einige Stoiker dafür, dass sie nicht nach dem leben, was sie predigen; ebenso tadelt Paulus Juden, die nicht dem gehorchen, woran sie intellektuell glauben.
F: Warum ist diese Lästerung in Röm 2,24 von Bedeutung? Mit anderen Worten: Wer hört und sieht diese Lästerung?
A: In Röm2:24 heißt es, dass die Heiden (Nichtjuden) die Lästerung durch die Juden sehen. Dies ist in dreierlei Hinsicht von Bedeutung.
1. Es neigt dazu, Menschen von Gott zu entfernen, wenn sie sehen, dass diejenigen, die als Gottes Volk bezeichnet werden, Gottes Namen lästern.
2. Gott sagt, Er sei ein eifersüchtiger Gott. Dazu gehört, dass Gott es nicht mag, wenn Sein Name und Sein Ruf verleumdet und entehrt werden.
3. Es kann junge Gläubige zum Straucheln bringen, die dachten, eine bestimmte Sünde sei schwerwiegend; wenn sie jedoch sehen, dass reifere Christen sie begehen, könnten sie zu dem Schluss kommen, dass sie doch nicht so schwerwiegend ist.
F: Wie können wir – abgesehen von der Bibel – in Röm 2,25 und Phil 3,2–5 erkennen, dass die Juden zu Paulus’ Zeiten zu sehr auf die Beschneidung vertrauten?
A: Man glaubte, dass „kein Beschnittener in die Gehenna hinabsteigen wird“ (Exodus Rabbah 19 [81c]); siehe auch Tanchuma B. 60(b), 8; Genesis Rabbah 9 [30(a)]. In Genesis R 48 heißt es, dass Abraham direkt vor dem Tor der Gehenna stand, um sicherzustellen, dass kein beschnittener Mann dorthin gelangen würde.
F: War Paulus in Röm 2,25–29 gegen die Juden?
A: Nein. Manche Menschen behaupten dies, doch dieser Vers belegt das Gegenteil.
Erstens wendet sich Paulus gegen heuchlerische Juden.
Zweitens sagt Paulus, dass es Menschen gibt, die der Wahrheit folgen, aber nicht wie Juden beschnitten sind.
Schließlich stellt Paulus hier das Dasein als wahrer Jude als höchsten Maßstab dar. Paulus würdigt also die wahren Juden, die Gottes Gesetz ohne Heuchelei befolgen.
F: Warum erwähnt Paulus in Röm 2,27, dass sogar moralisch einwandfreie Nichtjuden Juden richten würden, die das Gesetz nicht halten?
A: Ein Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Juden glaubten, die Gerechten würden über die Ungerechten richten, wie in 1. Henoch 91,12; 98,12; der Apokalypse Abrahams 29,19–21; Weisheit 3,8 beschrieben. Doch Jesus sagte, dass sogar die Menschen von Ninive (die zu Jonas’ Zeiten Buße taten) und die Königin von Saba sich im Gericht gegen die Juden erheben würden, die Jesu Worte in Matthäus 12,41–42 und Lukas 11,31–32 zurückwiesen.
F: Warum sollte Paulus in Röm 2,27 darauf hinweisen, dass sogar moralisch untadelige Nichtjuden über Juden richten würden, die das Gesetz nicht hielten?
A: Ein Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Juden glaubten, die Gerechten würden über die Ungerechten richten, wie in 1. Henoch 91,12; 98,12; der Apokalypse Abrahams 29,19–21; Weisheit 3,8 beschrieben. Doch Jesus sagte, dass sogar die Menschen von Ninive (die zu Jonas’ Zeiten Buße taten) und die Königin von Saba sich im Gericht gegen die Juden erheben würden, die Jesu Worte in Matthäus 12,41–42 und Lukas 11,31–32 zurückwiesen.
F: Was bedeutet es in Röm 3,2 genau, mit den Worten Gottes betraut zu sein?
A: „Anvertraut“ zu sein bedeutet nicht nur, sie zu empfangen, sondern sie auch zu bewahren und weiterzugeben.
F: Was bedeutet in Röm 3,4 der Satz „Gott sei wahrhaftig, und jeder Mensch ein Lügner“?
A: Es entschuldigt das Lügen eines Menschen nicht. Vielmehr bedeutet es, dass Gott dennoch wahrhaftig ist, selbst wenn jeder einzelne Mensch auf Erden etwas anderes denken sollte. Dass Gott wahrhaftig ist, ist eine absolute Tatsache. In Epheser 4,25 heißt es, dass wir die Lüge ablegen und die Wahrheit sprechen sollen.
F: In Röm 3,5: Inwiefern bringt die Ungerechtigkeit der Menschen Gottes Gerechtigkeit zum Vorschein?
A: Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sind nicht gleichwertig und stehen sich auch nicht als Gegensätze gegenüber. Vielmehr ist Ungerechtigkeit ein Mangel oder eine Verzerrung der Gerechtigkeit Gottes. Als Beweis dafür erkennen die Menschen selbst in ihrer Ungerechtigkeit oft, dass sie ungerecht sind, und sie bevorzugen Gerechtigkeit – zumindest bei anderen.
F: Verherrlichen die Lügen der Menschen in Röm 3,7 Gott?
A: Die Lügen der Menschen verherrlichen Gott niemals direkt. In Röm 3,7 wird jedoch die erstaunliche Tatsache beschrieben, dass die Menschen trotz ihrer Lügen und Täuschungen im Allgemeinen Gott und sein moralisches Gesetz dennoch anerkennen.
F: Warum sollten wir gemäß Röm 3,8 kein Böses tun, damit Gutes daraus entsteht? (Die russische Khlysty-Sekte und der lasterhafte Grigori Rasputin lehrten dies.)
A: Wäre dies wahr, hätte Satan mehr Gutes bewirkt als jeder andere. Gott nutzt das Böse zwar oft zum Guten. Das rechtfertigt jedoch nicht, dass Menschen Böses tun, und es bewahrt auch Menschen, die wie Rasputin gelebt haben, nicht davor, im Feuersee die Folgen ihres Bösen zu erleiden. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Römer 6,1.15.
Als er gefragt wurde, warum er sagte, dass die Sünde vor Gott unverzichtbar sei, antwortete Rasputin: „‚Gewiss, kleiner Vater‘, sagte er, ‚unser Erlöser und die heiligen Väter haben die Sünde angeprangert, da sie ein Werk des Bösen ist. Aber wie können Sie das Böse vertreiben, kleiner Vater, außer durch aufrichtige Reue? Und wie können Sie aufrichtig Buße tun, wenn Sie nicht gesündigt haben? … Weg mit Ihren Schriften!‘, donnerte er. ‚Schriften! Wahrlich, ich warne Sie, kleiner Vater, hören Sie mit dieser eitlen und nutzlosen Mühe auf, damit Sie vor dem Herrn stehen können. Nehmen Sie das Leben so, wie es ist, denn nur dieses ist Ihnen von Gott gegeben. Und lassen Sie mich Ihnen Folgendes sagen: Grübeln Sie nicht ewig darüber nach, woher die Sünde kommt, wie viele Gebete ein Mensch am Tag sprechen muss und wie lange er fasten muss, um der Sünde zu entkommen! Sündigen Sie, wenn die Sünde noch in Ihnen lauert; nur so können Sie sie überwinden! Sündigen Sie, dann werden Sie Buße tun und das Böse von sich vertreiben. Solange Sie die Sünde heimlich in sich tragen und sie ängstlich mit Fasten, Gebeten und endlosen Diskussionen über die Heilige Schrift verdecken, solange werden Sie Heuchler und Nichtsnutze bleiben, und solche sind dem Herrn verhasst. Der Schmutz muss vertrieben werden, hören Sie, kleiner Vater? Erst dann wird Ihr Geruch dem Herrn wohlgefällig sein.“ (Rasputin: Der heilige Teufel, S. 54–55)
Beachten Sie seine perverse Logik.
1) Da dies schlecht ist, sollten Sie Ihre Sünden bereuen.
2) Sie können nicht von der Sünde Buße tun, wenn Sie nicht gesündigt haben.
3) Um also die Sünde in euch zu überwinden, begeht zuerst eine Sünde!
Die Menschen sind klug genug, sich eine Ausrede auszudenken, um fast jede böse Tat zu rechtfertigen – zumindest in ihren eigenen Augen –, wenn sie sich nur wirklich Mühe geben.
Frage: Da in Röm 3,11, Ps 14,2–3 und Ps 53,3 steht, dass niemand Gott sucht, wie konnte David dann in Ps 27,8; 105,4; 31,1; 34,4; 28,1–2; 42,1–2 und 120,1 nach Gott suchen?
A: In Römer3:11 , wird tatsächlich aus David in Psalm 14,2 zitiert. Bei der Beantwortung sind fünf Punkte zu berücksichtigen.
1. Viele, darunter auch David, suchen Gott aufrichtig (Jeremia 29,13; Deuteronomium 4,29)
2. Niemand, auch David nicht, sucht Gott aus eigener Kraft.
3. Gott hat uns geliebt, bevor wir Ihn liebten (1. Johannes4:19 ), und Gott hat uns gesucht, bevor wir Ihn suchten. Niemand kann zu Jesus kommen, wenn nicht der Vater ihn zu sich zieht (Johannes 6,44).
4. Selbst unser Glaube und unser Streben nach Gott sind ein Geschenk Gottes.
5. Eine zentrale Aufgabe des Heiligen Geistes besteht darin, die Welt in Bezug auf Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen (Johannes 16,8–11). Somit hat Gott jedem Menschen ein gewisses Zeugnis gegeben. Vermutlich wurde jedem die Gabe einer zumindest gewissen Fähigkeit verliehen, Ihn zu suchen. Einige echte Christen sind jedoch in diesem letzten Punkt anderer Meinung.
Johannes Chrysostomos (392–407 n. Chr.) äußerte sich dazu in seinem Kommentar zum Galaterbrief, Kapitel 2, Vers 20, Seite 23, unter Bezugnahme auf Psalm 63,1: „Darüber hinaus lehrt diese Formulierung, dass jeder Einzelne Christus zu Recht eine ebenso große Dankbarkeit schuldet, als wäre Er nur um seinetwillen gekommen; denn Er hätte diese Herablassung auch für nur einen einzigen Menschen nicht verschmäht, sodass das Maß Seiner Liebe zu jedem Einzelnen ebenso groß ist wie zu der ganzen Welt. Wahrlich, das Opfer wurde für die gesamte Menschheit dargebracht und reichte aus, um alle zu retten, doch diejenigen, die diesen Segen genießen, sind allein die Gläubigen.“ Johannes Chrysostomos erwähnt, dass das Abendmahl in Lukas14:16 für alle vorbereitet wurde; als die Gäste jedoch nicht kamen, lud er andere ein. (Dies stammt aus: „The Nicene and Post-Nicene Fathers“, Erste Reihe, Band 13, S. 23.)
F: Beziehen sich diese alttestamentlichen Stellen in Röm3:13 –19 auf einige böse Menschen oder auf alle Menschen?
A: Sie beziehen sich in gewissem Maße auf uns alle. Eine der zitierten Stellen, Psalm 14,1–3, besagt ausdrücklich, dass sie sich auf jeden bezieht. Darüber hinaus heißt es in Jakobus2:10 , dass jeder, der das ganze Gesetz bis auf einen einzigen Punkt nicht hält, sich dennoch des Gesetzesbruchs schuldig macht.
F: War das Gesetz in Röm 3,20 gescheitert?
A: Ihre Sichtweise hängt davon ab, wozu das Gesetz Ihrer Meinung nach bestimmt war.
Wenn jemand die Hoffnung hegte, das Gesetz vollständig befolgen zu können und allein dadurch vor Gott gerecht zu sein, dann ja. Paulus sagt jedoch etwas anderes; in 1. Timotheus 1,8 erklärte er, das Gesetz sei nicht für die Gerechten, sondern für die Ungerechten gegeben worden. Es war ein „Erzieher“, der uns in der Gerechtigkeit unterweisen sollte. Eine wohlhabende Familie würde vielleicht einen Erzieher für ihren Sohn einstellen. Ein Erzieher war eine Kombination aus Lehrer, Nachhilfelehrer und strengem Disziplinar. In Römer 3,20 heißt es ebenfalls, dass der Zweck des Gesetzes darin bestand, uns die Sünde bewusst zu machen.
Das Gesetz hat die Menschen nicht böse gemacht. Vielmehr war es wie ein Röntgenbild, das offenbarte, was in uns war. Wir würden nicht wissen, dass eine krumme Linie gerade sein kann, wenn wir keine gerade Linie gesehen hätten.
F: In Röm 3,21–26 könnten manche Bibelstellen eine Erweckungsbewegung auslösen oder sogar eine ganze Stadt verändern. Heute wollen wir uns jedoch eine Stelle ansehen, die einen halben Kontinent verändert hat. In seiner Bibel bezeichnete Martin Luther dies als „den Hauptpunkt und den eigentlichen Mittelpunkt des Briefes und der gesamten Bibel“. Wie hat dies Ihrer Meinung nach die lutherische Reformation ausgelöst?
A: Der Großteil der Religion besteht darin, das zu tun, was man tun muss, um in den Himmel, ins Nirwana oder sogar in die Verschmelzung mit einer kosmischen Flamme zu gelangen. Im römischen Katholizismus (nicht jedoch in der östlichen Orthodoxie) ging es darum, die Zeit im qualvollen Fegefeuer zu verkürzen. Doch Luther erkannte anhand der Lehren des Paulus, dass wahres Christentum nicht im „Tun“, sondern im „Erledigten“ besteht. Es geht nicht darum, was wir tun, sondern darum, was Christus bereits für uns getan hat. All diese zusätzlichen Bußen, von denen die Priester sagten, Gott wolle, dass man sie vollziehe, wenn man gesündigt habe, lenkten in Wirklichkeit nur ab und schmälerten das vollendete Werk Christi. Als Martin Luther und andere dies mit neuen Augen sahen, mussten sie sicherlich innehalten und tief durchatmen. Dies war eine weltbewegende Erkenntnis.
Frage: Ist es in Röm 3,22 unser Glaube an Jesus oder der Glaube Jesu?
A: Es ist unser Glaube an Jesus, wie es im „Evangelical Commentary on the Bible“ (S. 933), im „Expositor’s Commentary on the Bible“, Band 10 (S. 41), und im „Wycliffe Exegetical Bible Commentary: Römer 1–8“ (S. 224–225) heißt. Es ist jedoch Gottes Gerechtigkeit, wie es in Römer 3,21, 22, 25 und 26 heißt.
F: Worin besteht in Röm 3,23 der Unterschied zwischen „Sünden“ (Plural) und „Sünde“ (Singular)?
A: Im Römerbrief sind „Sünden“ Handlungen, Gedanken oder Worte, die gegen Gottes Willen gerichtet sind, oder Handlungen bzw. Worte, die wir hätten tun sollen, aber unterlassen haben. „Sünde“ ist die treibende Kraft hinter diesen bösen Handlungen. „Sünden“ mit einem „s“ kommt nur in Römer 3,25; 4,7; 7,5 und 11,27 vor. Ebenso kommt „gesündigt“ nur in Römer 2,12 (zweimal), 3,23 sowie 5,12, 14 und 16 vor. „Sünde“ ohne das „s“ wird an 43 Stellen im Römerbrief verwendet, beginnend mit 3,9: „Die Heiden, dass sie alle unter der Sünde sind.“
F: Wenn in Röm3:23 –24 alle, die gerechtfertigt sind, mit allen gleichgesetzt werden, die gesündigt haben, kommen dann alle in den Himmel, wie es die Universalisten lehren?
A: Nein, der Universalismus ist eine Irrlehre. Die allgemeine Verdammnis sowohl der Juden als auch der Heiden und das allgemeine Angebot der Gerechtigkeit durch den Glauben an beide Gruppen bedeuten nicht, dass jeder Einzelne dieses Angebot annimmt. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Kolosser 1,20.
F: Welche sechs Wege der Rechtfertigung werden in Röm 3,24 genannt?
A: Hier sind die sechs Wege.
Wir werden durch Gnade gerechtfertigt, durch die Erlösung in Christus Jesus gemäß Römer 3,24.
Wir werden durch den Glauben gerechtfertigt (Römer 5,1).
Wir werden durch das Blut gerechtfertigt, wie in Römer 5,9 beschrieben.
Wir werden durch die Kraft gerechtfertigt, wie in Römer 4,24–25 beschrieben.
Wir werden von Gott gerechtfertigt, wie in Römer 8,33 beschrieben.
Wir werden durch Werke gerechtfertigt (Jakobus 2,24), was bedeutet, dass Werke der Beweis und die Frucht unserer Rechtfertigung sind.
Frage: Was würden Sie jemandem in Römer 3,24 antworten, der der Meinung ist, dass Menschen in früheren Zeiten oder an anderen Orten, die gerettet wurden, unabhängig von Christus gerettet wurden?
A: Wenn dies wahr wäre, dann wäre der Tod Christi am Kreuz nicht notwendig gewesen, sondern lediglich eine Option. Als Jesus im Garten Gethsemane betete und Gott, den Vater, fragte, ob es einen anderen Weg gäbe, warum hätte Gott dann nicht sagen sollen: „Gewiss, du musst das nicht durchstehen“?
F: In Röm 3,25: Inwieweit ist der Tod Christi die Beseitigung des Zorns Gottes, und inwieweit ist er die Beseitigung unserer Schuld?
A: Beides gehört zusammen wie Anzündholz und Feuer. Es bedeutet, dass wir nicht mehr unter Gottes Zorn stehen, denn durch das Opfer Jesu Christi wird unsere Schuld getilgt.
F: Bedeutet Röm 3,25, dass Christus uns von unseren Sünden gerettet hat, bis wir wiedergeboren wurden, und dass wir danach auf uns allein gestellt sind?
A: Nein. Die Vorstellung, dass „es an mir liegt, ob es geschieht“, ist nicht biblisch. Viele Mitglieder der Church of Christ glauben, dass man seine Erlösung jedes Mal verliert, wenn man sündigt, sie aber wiedererlangt, wenn man Buße tut. Seltsamerweise glauben sie nicht, dass man erneut getauft werden muss, um wieder gerettet zu werden. Wie ein Nicht-Mitglied der „Church of Christ“ scherzhaft anmerkte: Sie glauben daran, einmal gewaschen zu werden, und danach werden sie nur noch chemisch gereinigt.
F: Da in Röm 3,25 der Tod Christi als Sühne für alle unsere vergangenen Sünden bezeichnet wird: Kommt ein Christ, der absichtlich sündigt, in die Hölle, wie Hebr 10,26–31 nahelegen könnte?
A: Nein. Gott hat uns nicht nur die Erlösung geschenkt, sondern er bewahrt auch unsere Erlösung, wie 1. Johannes 1,8–10 und 1. Johannes 2,2 zeigen. Gott führt unsere Erlösung zu Ende, indem er uns in Epheser 1,11–14 für die Erlösung versiegelt.
F: Spricht Paulus in Röm 3,27–28 von Werken des mosaischen Gesetzes oder von guten Werken im Allgemeinen?
A: Zunächst einmal gibt es nur ein Gesetz, nämlich Gottes Gesetz. Zwar hat Paulus die Gebote im Blick, die die Juden gelernt haben (Römer3:21 ), doch hat er die Teile von Gottes Gesetz, die den Heiden galten, nicht vergessen, da er diese in Römer3:29 –30 ausdrücklich erwähnt.
Nehmen wir einmal für einen Moment als wahr an, was manche fälschlicherweise behauptet haben, nämlich dass Paulus lediglich davon spricht, dass das mosaische Gesetz nicht dazu beitragen kann, die Erlösung zu verdienen, und dass es daher möglich ist, dass gute Werke die Erlösung teilweise verdienen können. Nun schrieb das mosaische Gesetz jedoch nicht nur die schlechten Dinge vor, die sie nicht tun durften, sondern legte auch die guten Dinge fest, die sie tun sollten. Wäre das, was manche fälschlicherweise behauptet haben, wahr, dann könnten die Gebote, die Gott gegeben hat, ihnen nicht helfen, die Erlösung zu verdienen, während andere Gebote, die Gott (aus Vergesslichkeit, Geiz oder aus irgendeinem anderen Grund) nicht gegeben hat, dazu in der Lage wären.
Das Kernproblem hierbei ist, dass es nur einen einzigen Gott gibt und die Menschen entweder versuchen, Ihm zu gehorchen oder Ihm nicht zu gehorchen. Dieser Vers zeigt nicht nur nicht, dass gute Werke die Erlösung verdienen können, sondern Epheser 2,8–9 beweist, dass sie es nicht können.
Um den Zusammenhang zwischen einem Glauben, der sich in Taten äußert, und der Tatsache, dass man nicht durch Werke gerechtfertigt wird, besser zu verstehen, lesen Sie bitte das unmittelbar folgende Kapitel in der Bibel, Römer 4.
F: Wie wird in Röm 3,28 ein Mensch „durch den Glauben ohne die Werke des Gesetzes gerechtfertigt“, während Jakobus2:24 sagt: „Durch Werke wird ein Mensch gerechtfertigt, und nicht durch den Glauben allein“?
A: Wir werden allein durch Gnade und Glauben gerettet, doch wahrer Glaube steht nicht für sich allein, sondern geht mit Werken einher. Die Antwort lässt sich anhand einer Analogie veranschaulichen: „Es ist in der Tat unmöglich, Werke vom Glauben zu trennen, genauso wie es unmöglich ist, Wärme und Licht vom Feuer zu trennen.“ Dieses Zitat stammt von Martin Luther. Wenn Sie und Ihre Freunde um ein Lagerfeuer herumstünden und Ihr Essen zubereiten würden, könnte ein „Camper“ namens Paulus darauf hinweisen, dass nicht das Licht des Feuers das Essen gart, sondern die Hitze. Er würde auch hinzufügen, dass es absolut nichts bringt, mit Ihrer Taschenlampe auf das Lagerfeuer zu leuchten. Ein anderer „Camper“ namens Jakobus würde sagen, dass man nur anhand des Lichts erkennen könne, ob das Feuer noch brennt, um das Essen zu garen. Er würde sagen: Wenn kein Licht da wäre, gäbe es auch kein Garen.
Eine ausführlichere Antwort finden Sie in der Erörterung zu Jakobus 2,14–25.
F: In Röm 4,1: Inwiefern war Abraham der leibliche Vater des Paulus?
A: Abraham wurde, genau wie wir, durch den Glauben gerechtfertigt (1. Mose 15,6). Das Wort für „Vater“ wurde auch für „Vorfahr“ verwendet, und da Paulus ein Jude war, war Abraham sein Vorfahr. Dies ist laut „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 452, das einzige Mal, dass das Wort „Vorfahr“ im Neuen Testament verwendet wird. Auf S. 453 heißt es außerdem, dass Rabbiner lehrten, Abraham habe einen Überschuss an Verdiensten gehabt, der seinen Nachkommen zur Verfügung stand.
F: Wie fügt sich Röm 4 an Röm 3 an?
A: In Römer 3 wird die Behauptung aufgestellt, dass es eine Gerechtigkeit von Gott gibt, die unabhängig von den Werken des Gesetzes ist. Römer 4 liefert ein biblisches Beispiel dafür: Abraham.
F: In Röm 4,3.4.5.6.8.9.10.11 verwendet Paulus das Wort „anrechnen“ bzw. „angerechnet“. Wie wird uns die Gerechtigkeit angerechnet?
A: Gott ist gerecht, und wenn Er irgendeine Sünde bestrafen will, muss Er – um gerecht zu sein – alle Sünden bestrafen. Der Tod Jesu am Kreuz hat Gottes Forderung nach Gerechtigkeit für unsere Sünde erfüllt. Diese wird uns angerechnet, wenn wir glauben; die Anrechnung „wächst“ nicht, wenn wir gute Werke tun, und sie wird auch nicht erst bei unserem Tod vollendet. Römer 5 geht näher auf diese Anrechnung ein.
F: Welche Gegensätze werden in Röm 4,4–5,15 zwischen dem Sündenfall Adams und dem Opfer Christi erwähnt?
A: Es gibt drei Gegensätze.
1. Das eine ist eine Folge, das andere eine Gabe (Römer 4,4–5).
2. Die Gabe unterschied sich in ihrem Ausmaß von der Übertretung (Römer5:15 ). Die Gabe hat das Versagen der Übertretung mehr als ausgeglichen.
3. Sie unterschieden sich in ihrer Art. Die Gabe brachte Rechtfertigung und Leben, die Übertretung brachte Verdammnis und Tod (Röm5:16 –17).
F: Wenn Gott Abraham in Röm 4,8.22 die Sünde nicht angerechnet hat, war Gott dann gerecht gegenüber denen, denen Er die Sünde anrechnet?
A: Ja. In Römer 4,23–24 heißt es, dass die Anrechnung der Gerechtigkeit anstelle der Sünde an Abraham kein Einzelfall war. Dasselbe gilt für uns, wenn wir an Gott glauben. Diejenigen jedoch, die auf ihre eigene Gerechtigkeit statt auf die Gottes vertrauen, werden nach dem gerichtet werden, was sie getan und unterlassen haben, wie Offenbarung 20,12 und Matthäus 25,32–46 zeigen.
F: Warum ist es in Röm 4,10 von Bedeutung, dass Abraham für gerecht erklärt wurde, bevor er beschnitten wurde?
A: Wäre es erst danach geschehen, könnte man meinen, Abraham habe sich seine Rechtfertigung durch seine Taten verdient. So aber hatte Abraham keine Werke vollbracht, durch die er sich die Rechtfertigung verdient hätte. Abraham glaubte lediglich, und erst vierzehn Jahre später wurde er beschnitten.
Zweitens war Abraham zum Zeitpunkt seiner Rechtfertigung noch nicht beschnitten, sodass er auch für die Unbeschnittenen der Vater im Glauben sein kann.
F: Was ist in Röm 4,15 der Unterschied zwischen Sünde und Übertretung?
A: Sünde bedeutet, gegen das zu verstoßen, was Gott geboten hat. Übertretung bedeutet, wissentlich gegen das zu sündigen, was Gott geboten hat. Jede Übertretung ist Sünde, aber eine Sünde aus unschuldiger Unwissenheit ist keine Übertretung.
F: Warum brauchen wir in Röm 4,16 Glauben statt Gewissheit?
A: Denken Sie einmal darüber nach: Engel haben keinen Glauben wie wir, sie haben Erkenntnis. Für gefallene Engel, die gemäß Hebräer 2,16 wussten, worauf sie verzichteten, gibt es keine Erlösung durch Christus.
Wir verfügen nicht in derselben Weise über einen freien Willen wie Engel und Dämonen. Sie besitzen gewisses Wissen, wir haben Glauben. Gott hätte sich dafür entscheiden können, jedes Jahr auf die Erde zu kommen, zweifelsfrei zu beweisen, dass Er jeden richten würde, und dann jedem zu sagen, er solle sich frei entscheiden, Ihn anzunehmen oder abzulehnen. Das würde nicht wirklich wie eine Wahl erscheinen. Vielmehr fällt es einem leicht, sich dafür zu entscheiden, diese Dinge nicht zu hinterfragen, in Ungewissheit und Zweifel zu verharren und seinen eigenen Weg zu gehen.
Gott hätte Wesen erschaffen können, die sich dafür entschieden hätten, Ihm zu folgen, weil sie mit Sicherheit wussten, wie alles war. Gott hat dies getan, und sie werden Engel genannt. Gott hat uns, die gefallenen Menschen, erschaffen. Trotz unserer sündigen Natur und obwohl wir kein sicheres Wissen besitzen, hat Gott es uns ermöglicht, uns dafür zu entscheiden, zu Ihm zu kommen.
F: In Röm 4,17–18: Inwiefern war Abraham der Vater vieler Völker?
A: Abraham war der Stammvater der Israeliten, Edomiter und Midianiter, doch das ist nicht die Hauptaussage dieses Verses. Vielmehr war Abraham der Vater aller Gläubigen (Römer4:11 ), sowohl der Juden als auch der Heiden aus allen Völkern.
F: In Röm 4,18: Inwiefern war Abrahams Glaube sowohl gegen alle Hoffnung als auch in der Hoffnung?
A: Abraham war weder blind noch töricht noch leichtgläubig. Für einen 100-jährigen Ehemann und eine 90-jährige Ehefrau gab es natürlich keine Hoffnung mehr, noch Kinder zu bekommen. Wenn sie zuvor unfruchtbar waren, würde das Erreichen des hundertsten Lebensjahres daran nichts ändern. Es gab einfach keine Chance. Doch Gott braucht keine Chance, und Abraham wusste das. Wenn Gott einen Sohn von Sara und ihm selbst versprach, dann würden Sara und er am Leben bleiben, bis dieser Sohn geboren war. Abraham hatte die Hoffnung in ihren Körpern und in der Natur verloren, wie es jeder vernünftige Mensch hätte tun müssen. Doch gleichzeitig bewahrte Abraham die Hoffnung auf Gott, der allmächtig ist. Beide Aspekte lassen sich bei Abraham in 1. Mose 17,17 erkennen, wo Abraham vor Hoffnungslosigkeit lachte, als Gott ihm sagte, dass Sarah und er einen Sohn bekommen würden. Ähnliches lässt sich bei Sarah in 1. Mose 18,12 beobachten.
Eine Art des Glaubens besagt: „Ich vermag alles durch Christus, der mich stärkt“ (Phil 4,13). Das ist eine großartige Art des Glaubens, doch es ist nicht die Art von Glauben, die Abraham hier hatte. Sara und Abraham sahen nicht, wie sie aus eigener Kraft etwas bewirken könnten, selbst mit Gottes Hilfe nicht. Doch Gott konnte einen Weg schaffen, wo kein Weg war.
F: Was hindert uns in Röm 4,18 daran, einen so großen Glauben wie Abraham zu haben?
A: Es gibt mindestens vier wichtige Punkte, die wir berücksichtigen sollten.
a) Möglicherweise haben wir in unserem Inneren keinen Platz für einen so großen Glauben; wir sind bereits größtenteils von einer überhöhten Einschätzung unserer eigenen Fähigkeiten erfüllt. Abraham wusste, dass er sich auf Gott verlassen musste, und Abraham wollte nicht an einem Ort verweilen, wenn Gott wollte, dass er ging.
b) Es erforderte mutige Schritte von Abraham, Dinge hinter sich zu lassen und Gott zu folgen. Wir sollten darauf achten, wo Gott von uns erwartet, dass wir mutige Schritte unternehmen – nicht, um uns grundlos in Gefahr zu begeben, sondern um Ihm zu gehorchen.
c) Doch Abraham strauchelte viele Male auf seinem Glaubensweg. Er fürchtete den Pharao, fürchtete Abimelech und wollte mit Hagar eine Abkürzung nehmen. Doch Abraham stand wieder auf und ging weiter.
d) Abraham blickte darauf, wohin er ging. Er verweilte nicht bei dem, was hinter ihm lag, oder gar bei dem, wo er gerade war, sondern bei dem, wo er hinwollte, und hinterließ ein Vermächtnis, ein Segen für viele Völker zu sein.
F: In Röm 4,23–25: Inwiefern gibt uns das Beispiel Abrahams Hoffnung?
A: Wir erkennen Hoffnung in drei verschiedenen Aspekten.
Analog dazu: Auch wenn Abrahams leiblicher Körper für die Zeugung weiterer Kinder nicht mehr fähig war, konnte Gott dies ändern. Auch wenn Menschen in Sünde tot sind, kann Gott sie zum Leben erwecken.
Als Vorbild hat Gott Abraham vor jeglichen Werken gerechtfertigt und ihm seinen Glauben als Gerechtigkeit angerechnet. Ebenso rechtfertigt Gott uns vor jeglichen Werken und rechnet uns unseren Glauben als Gerechtigkeit an.
Was die Situation betrifft, so wurde Abraham vierzehn Jahre vor seiner Beschneidung gerechtfertigt. Die Verheißung der Rechtfertigung aus dem Glauben gilt für Juden und Heiden gleichermaßen.
Wenn Gottes Wirken in unserem Leben ganz von uns abhinge, hätte ich Angst. Vielmehr hängt es jedoch davon ab, dass Gott in uns wirkt (Philipper 2,13), und wir können auf Ihn vertrauen, wenn wir Ihm nur zutrauen, Sein gutes Werk zu vollbringen.
F: Wie erfolgt laut Röm 5,1–10 der Austausch der Erlösung?
A: Es werden neun Aspekte genannt.
1. Gerechtfertigt durch den Glauben (5,1).
2. Frieden mit Gott (nicht nur friedliche Gefühle) (5,1)
3. Zugang durch den Glauben (5,2) zu dieser Gnade (5,2).
4. Die Liebe Gottes wird durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen (5,5).
5. Als wir noch machtlos waren, starb Christus für die Gottlosen (5,6).
6. Gott hat seine Liebe bewiesen (5,8).
7. Als wir noch Sünder waren, starb Christus für uns, die Gottlosen (5,8).
8. Durch das Blut Christi gerechtfertigt (5,9).
9. Versöhnt durch den Tod des Sohnes Gottes, Jesus (5:10 ).
Wie der „New International Bible Commentary“ auf Seite 1324 lehrt, ist die Rechtfertigung nicht nur eine Lehre, die es zu definieren und zu verteidigen gilt, sondern ein Kelch des Segens, an dem man sich erfreuen kann.
Frage: Ist die Errettung in Röm 5,2, 9–10 durch Gnade oder durch Glauben?
A: Der Ursprung, die Kraft, die ausreichende Stärke und die Wirkung beruhen auf Gottes Gnade, durch die er Jesus gesandt hat, um für unsere Sünden zu sterben. Siehe Epheser 2,5.8.9. Gott hat beschlossen, diese Gabe durch unseren Glauben an Jesus zu vermitteln. Das hier verwendete Wort „einführen“ oder „Zugang haben“ kann sich auf eine Einführung in den königlichen Stand beziehen.
F: Bezieht sich Röm 5,3 auf Leiden um Christi willen oder auf Leiden im Allgemeinen?
A: Nichts beschränkt den Begriff „Trübsal“ hier auf Leiden, die allein dadurch entstehen, dass man Christ ist. Viele Christen erleben Trübsal aufgrund von gesundheitlichen Problemen, zerbrochenen Beziehungen oder dem Verlust geliebter Menschen.
F: Waren wir in Röm 5,6, bevor Christus für uns starb, wirklich alle völlig kraftlos?
A: In jeder Hinsicht, die von Bedeutung ist, ja. Eine ausführlichere Beschreibung durch Paulus finden Sie in Römer 3,9–20.
F: Was ist in Röm 5,7 der Unterschied zwischen einem Gerechten und einem guten Menschen?
A: Ein gerechter Mensch hält das Gesetz ein, und vielleicht nichts weiter. Ein guter Mensch ist ebenfalls ein gerechter Mensch, liebt aber darüber hinaus Gott und seine Mitmenschen. Nur wenige Menschen würden für einen gerechten Einsiedler sterben, obwohl jemand vielleicht bereit wäre, für jemanden zu sterben, von dem er glaubt, dass dieser sich um ihn kümmert. Christus tat jedoch weder das eine noch das andere. Er starb nicht für „gute Menschen“ oder für diejenigen, die „fast gut genug“ sind. Vielmehr starb Christus für die Gottlosen.
F: Wie werden wir in Röm 5,9 vor Gottes Zorn gerettet?
A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Wir waren von Geburt an nicht frei vom Zorn, denn einst waren sogar die Auserwählten (die für den Himmel Bestimmten) in Epheser 2,3 Gegenstand des Zorns. (Charles Spurgeon vertritt denselben Standpunkt in „For Whom Did Christ Die?“ [Für wen ist Christus gestorben?], Metropolitan Tabernacle Pulpit, Band 20, Nr. 1191, S. 11)
2. Beim Jüngsten Gericht sind wir vom Zorn Gottes befreit.
3. Dennoch kann Gott uns weiterhin züchtigen (Hebräer 12,5–11), und wir können weiterhin den Zorn der Menschen erleiden (Römer8:36 ).
Frage: Was will Paulus in Röm 5,9.10.15.17.21 mit den Formulierungen „um wie viel mehr“ zum Ausdruck bringen?
A: Römer 5,9: „um wie viel mehr“ die Befreiung von Gottes Zorn
Römer 5,10: „um wie viel mehr“ die Bewahrung durch Sein auferstandenes Leben
Römer 5,15: „um wie viel mehr“ die Gabe der Gnade
Römer 5,17: „um wie viel mehr“ die Herrschaft des Gläubigen im Leben.
Römer 5,21: „um wie viel mehr“ die überreiche Gnade.
F: Welche Folgen werden in Röm 5,9–21 aufgrund Christi erwähnt?
A: Dies ist tatsächlich ein komplexes Thema. Hier sind die genannten Folgen:
1. Durch sein Blut gerechtfertigt. Durch ihn vor Gottes Zorn gerettet. (Römer 5,9)
2. Versöhnung mit Gott durch den Tod seines Sohnes (Römer 5,10). Versöhnung bedeutet die Herstellung oder Wiederherstellung einer Beziehung. Menschen, die zuvor Feinde waren oder sich entfremdet hatten, sind nun Freunde.
3. Durch sein Leben gerettet (Römer 5,10).
4. Gottes Gabe und Gnade strömten über auf die Vielen (Römer 5,15).
5. Es brachte die Rechtfertigung (Römer 5,16).
6. Die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit herrschen im Leben (Römer 5,17).
7. Die Rechtfertigung, die allen Menschen das Leben bringt (Römer 5,18).
8. Viele werden gerecht gemacht werden (Römer 5,19).
9. Damit die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben herrsche (Römer 5,21).
F: Wurden die Christen in Röm 5,10 durch den Tod Christi oder durch sein Leben versöhnt, und welchen Unterschied möchte Paulus hier aufzeigen?
A: Paulus möchte aufzeigen, dass Jesus mehr als nur eine Sache für uns getan hat. Durch seinen Tod hat Jesus den Preis für unsere Sünde bezahlt. Durch seine Auferstehung schenkt er uns mit seinem auferstandenen Leben das Leben und ist selbst unser Leben geworden. Schließlich wird, wenn wir aus Gnade durch den Glauben gerechtfertigt sind, der Beweis dafür durch unsere guten Werke deutlich werden.
F: Worauf bezieht sich in Röm 5,12 der Ausdruck „Darum / Aus diesem Grund“?
A: Dies bezieht sich direkt auf das, was zuvor in Römer 5,1–11 über die Rechtfertigung gesagt wurde. Da jedes Kapitel des Römerbriefs auf den vorhergehenden Teilen aufbaut, kann man erkennen, dass es sich indirekt auf den gesamten vorangegangenen Römerbrief bezieht.
F: Zeigt Röm5:12 , dass wir vor der Geburt nur potenzielle Menschen und keine tatsächlichen Menschen sind? (Sodass Abtreibung in Ordnung wäre)
A: Nein, es gibt viele gute Verse in der Bibel, die sich für das Leben aussprechen, aber dieser gehört nicht dazu. Dieser Vers bezieht sich nicht auf die Zeit zwischen Empfängnis und Geburt, sondern auf die Zeit Adams vor unserer Empfängnis. Siehe auch die Erörterung zu Hebräer 7,9–10
F: In Röm5:12 –19: Inwiefern war Adams Fluch für uns ein „Vorbild“ für die Zurechnung der Gerechtigkeit durch Christus?
A: Alle Christen sind sich über Folgendes einig:
1. Alle Menschen erhielten aufgrund dessen, was Adam tat, den Tod, die Vergänglichkeit, die sündige Natur und den Fluch. Adam und Eva erlitten sofort den geistlichen Tod, und ihre leiblichen Körper begannen sofort zu sterben, obwohl sie erst fast tausend Jahre später körperlich starben.
2. Jesus trug die Strafe für unsere Sünden.
3. Die Auserwählten empfangen von Christus ewiges Leben, Gerechtigkeit, Heiligung und Segnungen.
In folgenden Punkten sind sich die Christen uneinig:
Einige aufrichtige Christen vertreten die Ansicht, dass die Art der Zurechnung – von Adam auf uns, von uns auf Christus und von Christus auf die Gläubigen – dieselbe sei. (Charles Hodge in „Systematische Theologie“, S. 194, und in seinem „Kommentar zum Römerbrief“, S. 142–190). Manche gehen sogar so weit zu lehren, dass Gott, hätte Er nicht alle Menschen – einschließlich der Säuglinge – wegen Adams Tat für schuldig und des göttlichen Zorns würdig erklärt, nicht das „Recht“ hätte, allen Auserwählten die Gerechtigkeit Christi zuzurechnen. Alle sterben, sogar Säuglinge, was beweist, dass sie unter dem Fluch und der Schuld Adams stehen.
Es gibt jedoch mindestens drei wesentliche Unstimmigkeiten bei dieser Sichtweise.
1. Wenn alle Menschen Adams Schuld „verdient“ hätten, dann hätte Christus – sofern die Zurechnung so erfolgt, wie Hodge es darlegt – unsere Schuld „verdient“. Und hat Jesus etwa Evas Schuld verdient?
2. Wenn die Verworfenen Adams Schuld auf sich genommen hätten, dann hätte Adam diese Schuld nicht mehr getragen; andernfalls würde Gott für dieselbe Schuld zweimal eine tatsächliche Strafe verhängen.
3. Auch Tierbabys sterben. Die Natur trug den Fluch von Adams Sünde, doch der Tod beweist ebenso wenig, dass menschliche Babys an Adams Sünde schuldig sind, wie Welpen an Adams Sünde schuldig sind.
Viele andere aufrichtige Christen lehnen die Vorstellung, dass wir Adams Schuld tragen, entschieden ab. Jesus war keiner Sünde schuldig, nicht einmal unserer. Vielmehr entschied sich Jesus, die Folgen unserer Schuld zu tragen, indem er am Kreuz starb und ins Grab hinabstieg. Während Jesus unsere Sünde trug (Hebräer9:28 ) und der, der keine Sünde hatte, für uns zur Sünde wurde (2. Korinther5:21 ), blieb Jesus dennoch ohne Sünde (Hebräer4:15 , 1. Petrus2:22 ), und in ihm ist keine Sünde (1. Johannes 3,5).
Auch wenn wir uns darauf einigen, unterschiedlicher Meinung zu sein, gibt es doch etwas, worüber sich alle Christen einig sein können: Wir standen als schuldige Sünder für unsere eigenen Sünden da. Wir sind für Adams Sünde ebenso schuldige Sünder, wie Christus für unsere Sünde ein schuldiger Sünder ist.
F: In Röm5:12 –21: Worin unterscheiden sich der Fluch und die zugerechnete Gerechtigkeit?
A: Die Ansicht von Charles Hodge, dass die Art der Zurechnung für Adam und Christus dieselbe sei, ist aus mindestens acht Gründen nicht zutreffend.
1. Christus hat unsere Strafe auf sich genommen, und wir empfangen Seine Gerechtigkeit in einem großartigen gegenseitigen Austausch. Der Sündenfall hingegen war eine einseitige Übertragung; Adam hat nichts von uns auf sich genommen.
2. Unsere Schuld wurde durch Christus getilgt, doch Adams Schuld wurde durch uns in keiner Weise gemildert.
3. Das Böse kam in uns, doch das Böse kam nicht in Christus.
4. Wir haben von Adam die Vergänglichkeit und die sündige Natur empfangen, doch Christus hat weder Vergänglichkeit noch sündige Natur, Schuld oder Tadel empfangen.
5. Die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi erfolgt durch unseren Glauben, doch bei Adams Sünde spielt weder der Glaube noch gar der Mangel an Glauben eine Rolle. (Douglas Moo: Kommentar zu Römer 1–8, S. 338–339.)
6. Christus entschied sich, für uns Sühne zu leisten; Adam entschied sich nicht freiwillig, irgendetwas auf seine Nachkommen zu übertragen.
7. Die Gerechtigkeit Christi wird uns mit unserer Zustimmung zu Christus geschenkt. Adams Fluch (und manche glauben auch die Schuld) geschah unsererseits unfreiwillig.
8. Die Gerechtigkeit Christi wurde nicht durch die Eltern „weitergegeben“. Einige Christen vertreten die sogenannte Traducian-Theologie; sie glauben, dass Adams Schuld durch die Eltern oder zumindest durch den Vater weitergegeben wird.
Sofern niemand diese acht Unterschiede leugnen würde (und ich glaube, nicht einmal Charles Hodge würde dies tun), ist es widersprüchlich zu behaupten, die Natur der Zurechnung sei dieselbe.
F: In Röm5:12 –21: Inwiefern steht die Sühne Christi mit Adams Sündenfall in Verbindung?
A: Alle Christen sind sich einig, dass das Sühneopfer auf die folgenden zwei Weisen mit Adams Sündenfall verbunden ist.
1. So wie wir von Adam die sündige Natur empfangen haben, werden wir geheiligt, um Christus ähnlich zu werden.
2. Da wir zudem aufgrund Adams von Gott entfremdet geboren wurden, werden wir in Christus als Kinder Gottes wiedergeboren.
Nicht alle Christen stimmen jedoch zwangsläufig den folgenden vier Punkten zu.
3. In der NIV Study Bible, S. 1713, heißt es zu Römer5:18 : „Das bedeutet nicht, dass letztendlich jeder gerettet wird, sondern dass die Erlösung allen offensteht. Um wirksam zu sein, muss Gottes gnädiges Geschenk angenommen werden (siehe Vers 17).“
4. Wir haben den Fluch von Adam und die Gnade von Christus empfangen, doch Jesus ist für unsere Sünden nicht schuldiger als wir für die Sünden Adams.
5. Würde Gott uns die Schuld Adams nicht anrechnen, könnte er uns auch die Gerechtigkeit Christi nicht anrechnen.
6. Würde Gott die Verworfenen nicht mit zusätzlichen Qualen in der Hölle bestrafen, wäre Jesus nicht in der Lage, sich dafür zu entscheiden, unsere Strafe auf sich zu nehmen.
F: Was wird in Röm5:12 –19 als Umfang des Sündenfalls Adams bzw. des Opfers Christi genannt?
A: Christen diskutieren manchmal darüber, ob das Sühneopfer Christi für alle (universell) oder nur für einige (partikulär) von Bedeutung ist. Beide Seiten können hier ihren bevorzugten Aspekt erkennen.
Adams Sünde: alle (5:12 , 18) und die Vielen (5,15.19).
Die Rechtfertigung durch Jesus: derselbe Geltungsbereich. Alle (5:18 ) und die Vielen (5,15.19).
Adam war das Vorbild (Typus) mit Gegensätzen (5:14 ); Verdammnis und Rechtfertigung sind in diesem Abschnitt sehr symmetrisch.
Siehe auch 1. Korinther 15,21–22.45–49.
F: Welche Verbindungen bestehen in Röm5:12 –21 zwischen uns und Adam?
A: Die Heilige Schrift sagt es nicht ausdrücklich, doch hier sind mögliche Sichtweisen. Jede Sichtweise umfasst die ihr vorausgehende.
1. Die Menschen leiden in diesem Leben unter den Folgen dessen, was Adam getan hat.
2. Wir alle haben dasselbe getan. Adam ist ein Beispiel für uns.
3. Wir haben die Sünde geerbt, das heißt, eine sündige Natur.
4. Gott hat beschlossen, dass wir die Schuld dessen erben, den Gott (Adam) als unseren Vertreter erwählt hat.
5. Kinder (einschließlich jüdischer und kroatischer Kinder) erben die Schuld für die Verbrechen ihrer Vorfahren. (1/3 der traducianistischen Sichtweise)
Frage: Wie haben in Röm 5,12 alle in Adam gesündigt?
A: Adam und Eva sündigten, ohne zuvor eine sündige Natur gehabt zu haben. Wir alle sündigen, da wir Adams sündige Natur besitzen. Darüber hinaus sind sich die Christen in dieser Frage uneinig. Hier sind einige Ansichten.
Nachweisbares Ergebnis: Da wir alle sündigen, beweist dieses Ergebnis, dass Tod und Sünde über alle Menschen gekommen sind, die durch Adam geboren wurden.
Nur Teilhabe am Fluch: Aufgrund der Ursache (Adam) ist das Ergebnis, dass wir (die Menschheit) alle unter dem Fluch des Todes und einer sündigen Natur stehen. (Römer 5,14)
Teilhabe sowohl an der Schuld als auch am Fluch: Aufgrund der Ursache (Adam) ist das Ergebnis, dass wir (die Menschheit) alle durch die Teilhabe an Adam gesündigt haben und dass wir zudem alle den Fluch des Todes und eine sündige Natur tragen.
F: Wenn Gott uns in Röm 5,12–14 mit Adams Schuld verurteilt hat, warum dann?
A: Echte Christen sind sich hier nicht einig; es gibt drei Hauptansichten.
1. Adams Schuld wurde uns nicht zugerechnet, sondern nur seine Natur und seine Flüche.
2. So wie Gott aufgrund der Anforderungen der Gerechtigkeit und Heiligkeit in seinem Wesen gezwungen ist, die Sünde zu bestrafen, ist Gott aufgrund der Anforderungen der Gerechtigkeit gezwungen, uns Adams Schuld anzurechnen.
3. Gott hätte uns Adams Schuld nicht anrechnen müssen, um den Anforderungen der Gerechtigkeit gerecht zu werden, doch Er tat es dennoch aus anderen Gründen.
3a. Hätte Gott uns nicht für Adams Schuld bestimmt, hätte Er Christus nicht gerecht als Opfer für unsere Sünden „bestimmen“ können.
F: Was ist in Röm5:12 –18 die Erbsünde?
A: Die Erbsünde ist ein Begriff, der aus zwei Teilen besteht:
1. Wir alle haben eine sündige Natur geerbt und sind von Geburt an von Gott entfremdet.
2. Wir alle tragen Schuld, nicht nur für unsere eigenen Sünden, sondern auch für die Sünde Adams.
Die Christen stimmen dem ersten Punkt zu, doch die meisten Christen halten den zweiten Punkt für falsch. Zu den ersten, die den zweiten Punkt lehrten, gehörten Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.) und Augustinus von Hippo. Beide gehörten zu den ersten Christen, die die Verfolgung von Nichtchristen befürworteten. Im „New Dictionary of Christian Ethics and Pastoral Theology“ (S. 641–643) heißt es zur Erbsünde: „Noch schwerwiegender ist die Unvereinbarkeit zwischen dem Begriff der Schuld und dem der Vererbung. Unsere Sprache von der Schuld des Menschen scheint nur im Zusammenhang mit Entscheidungen und Handlungen sinnvoll zu sein, an denen wir selbst in irgendeiner Weise beteiligt sind.“
F: Wie wird uns in Röm5:12 –18 die Schuld Adams zugerechnet (falls überhaupt)?
A: In Römer 5,12–18 wird nicht genau gesagt, wie dies geschieht. Die Christen sind sich hinsichtlich der Antwort auf diese Frage sehr uneinig. Hier sind einige Aussagen, und man kann mehr als einer davon zustimmen.
1. Wir erben Adams Natur, doch Adams Schuld wurde uns in keiner Weise zugerechnet.
2. Alle trugen Adams Schuld, doch in Christus wurde Adams Schuld für 100 % aller Menschen vergeben und getilgt. (Theorie der vorbeugenden Gnade)
3. Adams Schuld ist allen vergeben und getilgt, wie im vorherigen Punkt beschrieben, wird jedoch für diejenigen, die Christus ablehnen, erneut auferlegt (Ansicht von Millard Erickson).
4. Alle trugen Adams Schuld, doch in Christus wird Adams Schuld den Auserwählten vergeben und von ihnen genommen.
5. Säuglinge könnten möglicherweise allein aufgrund der Schuld Adams im Feuersee landen, ohne eigene persönliche Schuld zu tragen.
6. Menschen im Feuersee können einen Teil ihres Leidens auf Adams Sünde zurückführen.
7. Aufgrund unserer Zurechnung wurde Adams eigene Schuld gemindert.
8. Adams Schuld wurde nicht gemindert, und Gott hat die Schuld doppelt angerechnet.
9. Adams Schuld wird uns zugerechnet, jedoch nicht in irgendeiner sinnvollen Weise.
Sowohl Calvinisten als auch Nicht-Calvinisten können hier der calvinistischen „New Geneva Study Bible“ (S. 1775) zustimmen. Dort heißt es, dass alle an der Sünde Adams teilhatten, wird jedoch festgestellt, dass Römer 5,12–21 nicht angibt, auf welche Weise.
Frage: Wer sind einige Christen, die glauben, dass uns Adams Schuld in Röm5:12 –19 überhaupt nicht zugerechnet wurde?
A: Keiner der kirchlichen Autoren aus der vor-nikänischen Zeit hat jemals davon gesprochen, dass wir die Schuld an Adams Sünde tragen, obwohl sie aus Römer 5 zitierten.
Justin der Märtyrer (schrieb um 138–165 n. Chr.) |
Athenagoras (um 177 n. Chr.) |
Clemens von Alexandria (schrieb 193–217/220 n. Chr.) |
Arnobius? (297–303 n. Chr.) |
Athanasius von Alexandria (führender Vertreter in Nicäa) (326–373 n. Chr.) |
Gregor von Nyssa (335–394 n. Chr.) |
Basilius von Kappadokien (357–379 n. Chr.) |
Gregor von Nazianz (330–391 n. Chr.) (impliziert) (Über die Theophanie, Kap. 13, S. 349) |
Johannes Chrysostomos (392–407 n. Chr.) (Matthäus-Predigt 28,3) |
Griechisch-orthodoxe Kirche (traducianische Auffassung von der Seele, jedoch keine Erbsünde) |
Konferenz der Gesellschaft der Freunde 1675 |
Ulrich Zwingli (1484–1531) und die Zwinglianer (nach Menschreck, S. 198) |
Andreas Karlstadt (Reformator) (1480–1541) |
Menno Simons (1495/6–1561) (Gründer der Mennoniten) |
Dirk Philips (1504–1568) (Mennonit) |
John Smyth (1570–1612) (Generalbaptist) |
Thomas Helwys (1575–1616) (Generalbaptist) |
Johannes Wollebius (1626–1629) |
John Wesley (1703–1791) (arbeitete mit Whitefield zusammen) |
Konservative Methodisten |
Thomas Coke (1747–1814, Methodist) |
Dan Taylor (1738–1816) (Generalbaptist) |
Francis Asbury (1745–1816) (Methodist) |
Lyman Beecher (1775–1863) |
D. L. Moody? (1837–1899) |
Charles W. Carter |
Wolfhart Pannenberg (liberaler Theologe) |
Stuart, Denney |
Gore Sanday-Headlam |
Cranfield |
Konfession der Kirche der Nazarener |
Gemeinden der Assemblies of God |
Die überwiegende Mehrheit der Charismatiker |
Walter Connor (einflussreicher Professor am Southwestern Baptist Theological Seminary) |
Gemeinschaft „Christian and Missionary Alliance“ |
Das neue Wörterbuch der christlichen Ethik und Pastoraltheologie (IVP) |
Athanasius von Alexandria glaubte, dass wir eine sündige Natur geerbt haben: „Athanasius von Alexandria deutet jedoch niemals an, dass wir an Adams tatsächlicher Schuld, d. h. seiner moralischen Schuldhaftigkeit, teilhaben …“ (Kelly: Early Christian Doctrines, S. 346–347)
„Helwys’ Verständnis der Prädestination ist – abgesehen vielleicht von der Lehre vom Sündenfall der Menschheit in Adam – antikalvinistisch – ja, typisch für die niederländischen Baptisten. Jede Zurechnung der Sünde Adams oder die natürliche Auswirkung des Sündenfalls Adams wird im Hinblick auf die Erlösung aufgehoben, da allen die Gnade gewährt wird, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.“ (Calvin Augustine Pater in: Karlstadt als Vater der baptistischen Bewegungen, das Wiederaufleben des protestantischen Laientums, S. 267–268)
Wird es allen gewährt, sich in Bezug auf die Erlösung für oder gegen Gott zu entscheiden? Die Antwort auf diese Frage ist eines der Hauptkriterien zur Abgrenzung eines Calvinisten von einem Nicht-Calvinisten.
Frage: Wer sind in Röm5:12 –19 einige Christen, die glauben, dass uns die Schuld Adams zugerechnet wurde?
A: Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) (Er glaubte zudem, dass alle ungetauften Säuglinge in die Hölle kommen.)
Ambrosius von Mailand (ca. 370–390 n. Chr.), „Über die Mysterien“ 6 (S. 321). Darin wird dargelegt, dass Adams Schuld nach der Taufe durch die Fußwaschung getilgt wurde. |
Prosper von Aquitanien (390–463 n. Chr.) |
Vinzenz von Lerins (um 434 n. Chr., Semi-Pelagianer) |
Thomas von Aquin (1224–1274 n. Chr.) |
John Wycliffe? (1331–1384) |
Konzil von Trient (1546 n. Chr.) |
Martin Bucer (geb. 1491–1551) |
Johannes Calvin (1509–1564) und Guillaume Farel (1489–1565) |
John Knox (t. 1546–1572) |
Heinrich Bullinger (1504–1575) |
Theodor Beza (1519–1605) |
Westminster-Bekenntnis (1646) |
John Owen (1616–1683) |
John Bunyan (1628–1688) |
Johannes Cocceius (tätig 1669–1699) (Hauptvertreter der Bundstheologie) |
George Whitefield (1714–1770) (Calvinist, der mit Wesley zusammenarbeitete) |
John Gill (1697–1771) (Hyperkalvinist) |
Augustus Toplady (geb. 1740–1778) (Kritiker von Wesley) |
Charles Hodge (1797–1878) |
A.A. Hodge (1823–1886) |
C.H. Spurgeon (1834–1892) |
B.B. Warfield (1851–1921) |
A.W. Pink (1886–1952) (ein Hyperkalvinist) |
John Murray (1898–1975) |
J. Vernon McGee (geb. 1904–1988) |
Loraine Boettner (geb. 1929–1990) |
Katechismus der Katholischen Kirche (1994) |
Baptisten (die ursprünglichen Baptisten und einige heutige Vertreter) |
R. C. Sproul (1939–) |
Douglas Moo (1950–) (vorläufig, nach einer 42-seitigen Erörterung) |
Believers Bible Commentary |
Wycliffe-Bibelwörterbuch (S. 589) |
The Bible Knowledge Commentary (Bundesoberhauptschaft oder Traducianismus) |
Frage: Gibt es in Röm5:12 –19 noch andere Ansichten, die echte Christen vertreten, hinsichtlich der Frage, ob wir Adams Schuld tragen oder nicht?
A: Es gibt drei weitere Ansichten.
1. Alle tragen Adams Schuld, doch Christus hat „vorhergehende Gnade“ gewährt, die Adams Schuld für alle aufhebt.
H. Orton Wiley (1877–1961) |
Norman L. Geisler und Thomas Howe (When Critics Ask, S. 441) |
2. Adams Schuld wird erst dann zugerechnet, wenn wir uns entscheiden, zu sündigen
Millard Erickson (Christian Theology, S. 639) |
Dr. Honer, Dave Geisler, James P. Boyce (1827–1888) (baptistischer Theologe) |
3. Wir tragen die Schuld für Adams Sünde, und wir tragen auch die Schuld für die Sünden unserer Vorfahren.
Anselm (1033–1109) |
Martin Luther (1483–1546) |
Philipp Melanchthon (Man solle diejenigen töten, die anderer Meinung sind) (1497–1562) |
Jonathan Edwards (1703–1758) |
William G. T. Shedd (1820–1894) |
A. H. Strong (1836–1921) |
F: Gibt es in Röm 5,12 außerbiblische jüdische Schriften, die dieser Passage ähneln?
A: Ja. Jüdische Schriften, die Röm5:12 ähneln, sind 4 Esra 7,118 (= 2 Esra 7,118), Sirach 25,25 sowie 2 Baruch 23,4; 48,42; 54,19.
Laut „Hard Sayings of the Bible“, S. 548, heißt es in 2 Esra wie folgt:
„[Adam] hat gesündigt … Ihr habt den Tod für ihn und seine Nachkommen bestimmt …
Denn der erste Adam, belastet mit einem bösen Herzen, sündigte und wurde überwältigt, ebenso wie alle, die von ihm abstammten. So wurde die Krankheit dauerhaft.“ (2. Esra 3,7, 21–22)
„O Adam, was hast du getan? Denn obwohl du es warst, der gesündigt hat, war der Sündenfall nicht allein deiner, sondern auch unserer, die wir deine Nachkommen sind.“ (2. Esra 7,118).
Beachten Sie, dass hier von den Folgen für uns die Rede ist: Wir sind gefallen, krank und dem Tod unterworfen. Es heißt nicht, dass wir an Adams Sünde schuldig sind.
F: In Röm 5,12: Inwiefern haben Augustinus von Hippo und die lateinische Vulgata diese Stelle falsch übersetzt?
A: Römer5:12 , wurde von Augustinus (V. 5, S. 302) missverstanden, wie M. Erickson (S. 636), C. Daniel (S. 242) und J.N.D. Kelly (S. 354) feststellen, da die lateinische Vulgata „in dem“ (in quo) sagt, während das Griechische „weil“ besagt.
F: Hat Gott in Röm 5,12 alle Menschen sowohl für Adams Schuld als auch für ihre eigene Schuld verantwortlich gemacht oder „beschuldigt“?
A: Seit Beginn des Mittelalters lehren die katholische, die reformierte und viele lutherische Kirchen, dass wir sowohl Adams Schuld als auch unsere eigene tragen. Wie einige reformierte Christen bestätigten, als ich sie dazu befragte, ist nur ein Teil des Leidens der Menschen in der Hölle auf ihre eigenen Taten zurückzuführen. Ein Teil des Leidens ist zudem nicht auf irgendetwas zurückzuführen, was sie getan haben, sondern sie werden von Gott für das bestraft, was Adam getan hat.
Dieses Konzept war jedoch in der frühen Kirche (bis zu Ambrosius und Augustinus) nicht vorhanden und fehlte auch bei jenen, die den Koine-Dialekt des Griechischen sprachen, der die Sprache des Neuen Testaments war.
Justin der Märtyrer (um 150 n. Chr.): „Und außerdem: Wenn die Menschheit nicht die Macht hat, das Böse zu vermeiden und sich aus freiem Willen für das Gute zu entscheiden, ist sie nicht für ihre Taten verantwortlich …“ (Erste Apologie des Justin des Märtyrers, Kap. 43, S. 177) „Die oben zitierten Worte sprach David 1500 Jahre vor Christus aus … Damit jedoch niemand aufgrund unserer Ausführungen annimmt, wir würden behaupten, dass alles, was geschieht, durch eine schicksalhafte Notwendigkeit geschieht, weil es als im Voraus bekannt vorhergesagt wurde, erläutern wir auch dies.“ (Die Erste Apologie des Justinus des Märtyrers, Kap. 43, 44, S. 177)
Athenagoras (177 n. Chr.) „Genau wie bei den Menschen, die sowohl in Bezug auf Tugend als auch auf Laster die Freiheit der Wahl haben (denn Sie würden das Gute weder ehren noch das Böse bestrafen, wenn Laster und Tugend nicht in ihrer eigenen Macht lägen)“ – „Eine Verteidigungsrede für die Christen“, Kap. 24, S. 142
Basilius von Kappadokien (357–379 n. Chr.) „Prolegomena“: „Andererseits liegt die Ursache für die Qualen der Hölle nicht bei Gott, sondern bei uns selbst. Der Ursprung und die Wurzel der Sünde liegen in dem, was in unserer eigenen Macht steht, und in unserem freien Willen.“ („Prolegomena“ in: „Die nicänischen und postnicänischen Kirchenväter“, zweite Reihe, Band 8, S. lviii)
Frage: Bedeutet der leibliche Tod aller Menschen in Röm 5,15, dass wir alle – sogar Säuglinge – für Adams Sünde schuldig sind?
A: Nein. Wäre der leibliche Tod ein Beweis für die Schuld Adams, dann wären auch Tiere für Adams Sünde schuldig, da sie ebenfalls leiblich sterben. Der leibliche Tod für Adams Nachkommen ist ein Fluch und eine Folge der Sünde Adams und Evas, doch er beweist nicht, dass Gott uns für die Sünden eines anderen für schuldig erklärt. Hesekiel 18 und Deuteronomium 24,16 zeigen, dass ein Mensch nicht für die Sünde seines Vaters stirbt, sondern nur für seine eigene.
F: Durch welchen Vorgang wurde in Röm 5,16.18 die Verurteilung zur Folge einer einzigen Sünde?
A: Die Christen sind sich in dieser Frage uneinig. Hier sind sechs Möglichkeiten, und man kann an eine Kombination davon glauben.
1. Nicht näher spezifiziert. Eine Fußnote der „New Geneva Study Bible“ auf Seite 1775 lautet: „Paulus erklärt nicht, inwiefern die gesamte Menschheit an Adams Sünde beteiligt war, sondern stellt lediglich die Tatsache fest. Alle haben in der Sünde Adams gesündigt.“
2. Kinder (Beispiel: AIDS-Babys) können in diesem Leben die Folgen von Sünden erben, auch wenn sie selbst nicht schuldig sind.
3. Wichtiger als Punkt 2 ist, dass Gott jeden Einzelnen von uns (uns und Adam) aufgrund dessen verurteilt hat, was jeder Einzelne von uns getan hat.
4. Zusätzlich zu den Punkten 2 und 3 haben wir Adams gefallene, sündige und von Gott getrennte Natur geerbt, und diese Natur garantiert, dass wir sündigen und verurteilt werden.
5. Zusätzlich zu den Punkten 2–4: Weil Gott Menschen für Taten für schuldig erklärt hat, die sie nicht begangen haben. (Daher steht es keineswegs im Widerspruch zu Gottes Gerechtigkeit, ungetaufte Säuglinge und Föten dazu zu verdammen, für immer in der Hölle gequält zu werden, auch wenn sie niemals sündige Taten begangen oder gegen irgendein Gesetz verstoßen haben. Auch wenn sie sich der Sünden nicht bewusst waren und für die Verbrechen anderer verantwortlich gemacht wurden, ist Gott dennoch gerecht mit einer göttlichen, unbegreiflichen Gerechtigkeit.) (Lehre vom „Federal Headship“) Siehe „Encyclopedia of Bible Difficulties“, S. 388–390, für weitere Informationen zur Lehre vom „Federal Headship“.
6. Zusätzlich zu den Punkten 2–5 werden Kinder vor den Menschen und vor Gott für die Verbrechen ihrer Eltern und Vorfahren verurteilt, da ihre Seelen aus den Seelen der Eltern geschaffen wurden. (1/3 der „Traducian“-Theorie)
F: Wie wurden in Röm 5,19 die Vielen zu Sündern gemacht?
A: Wie bei der vorherigen Frage sind sich die Christen auch hier nicht einig. Auch hier gibt es sechs Möglichkeiten, und man kann an eine Kombination davon glauben.
1. Diese Schriftstelle sagt nicht ausdrücklich, wie dies geschah.
2. Wir wurden sterblich gemacht, und die Tür zur Sünde wurde geöffnet.
3. Wichtiger als Punkt 2 ist, dass Gott, so wie Er Adam für seine Tat gerichtet hat, jeden von uns auf dieselbe Weise für unsere Taten richtet.
4. Zusätzlich zu den Punkten 2 und 3 sind wir nicht nur Sünder, weil wir sündigen, sondern wir sündigen auch, weil wir Sünder sind; mit anderen Worten: Wir haben eine sündige Natur.
5. Zusätzlich zu den Punkten 2–4 sind wir für das verantwortlich, woran wir nicht persönlich schuld sind (Boettner, S. 77–78), oder für Sünden, die wir nicht persönlich begangen haben (ebenda, S. 238).
6. Zusätzlich zu den Punkten 2–5 sollte jeder, der als Kind eines Verräters, Ehebrechers oder Sünders geboren wurde, als Verräter, Ehebrecher oder Sünder bestraft werden. (1/3 der traducianistischen Sichtweise, die im Widerspruch zu Hesekiel 18 und Deuteronomium 24,16 steht.)
Frage: Wenn in Röm 5,19 steht, dass alle in Adam zu Sündern gemacht wurden und alle in Christus gerecht gemacht wurden, bedeutet dies dann, dass jeder gerettet wird, wie es die Irrlehre des Universalismus lehrt?
A: Nein. Das erste „alle“ bezieht sich auf alle, die in Adam sind. Das zweite „alle“ bezieht sich auf alle, die in Christus sind. Nicht jeder ist in Christus. Die Sekte der „Kinder Gottes“ lehrte dies. Echte Christen (zumindest seit Rufinus) sind sich einig, dass der Universalismus falsch ist, doch Nicht-Calvinisten und Calvinisten haben zwei sehr unterschiedliche Gründe dafür.
Zu den Nicht-Calvinisten zählen „4-Punkte-Calvinisten“, Lutheraner, „Calminianer“, Arminianer und andere. Sie sagen, dass Christus die Sühne für alle geleistet hat. Ein gängiges Beispiel lautet wie folgt: Angenommen, ein Mann hätte eine Million-Dollar-Schuld, die er nicht begleichen könnte. Ein großzügiger, wohlhabender Freund eröffnete ein Bankkonto auf den Namen des Mannes mit einer Million Dollar darauf und forderte den Mann auf, eine Million Dollar abzuheben und die Schuld zu begleichen. Angenommen, der Mann hätte dem wohlhabenden Freund keinen Glauben geschenkt oder das Geld abgehoben und verschleudert. Dann wäre der Mann trotz der Großzügigkeit des wohlhabenden Freundes weiterhin für seine Schuld haftbar.
Aus biblischer Sicht ist dies die Schlussfolgerung aus drei Lehren der Heiligen Schrift.
N1. Christus hat für alle Sühne geleistet (1. Timotheus 2,5–6; 1. Johannes 2,2; Römer11:32 ; 1. Timotheus4:10 ), und Gott bietet allen den Gehorsam gegenüber dem Evangelium an und gebietet ihn (2. Thessalonicher 1,8; Titus 2,11).
N2. Einige werden in den Feuersee kommen (Offenbarung19:20 ;20:10 –15; 21,8; Matthäus 13,24–43; 25,31–46).
N3. Die Menschen werden auf ewig in der Hölle sein (Matthäus 18,8; 25,41.46;3:12 , Judas 7; 2. Thessalonicher 1,9; Offenbarung 20,10; 14,9–11).
Calvinisten – möglicherweise mit Ausnahme der amyraldianischen Calvinisten – lehren, dass das erste „alle“ in Römer 5,18 einen anderen Geltungsbereich hat als das zweite „alle“ in 5,18, und dass das erste „viele“ in Römer 5,19 einen anderen Geltungsbereich hat als das zweite „viele“ in 5,19. Vielleicht ist der Kernsatz des radikalen Calvinismus nicht die definitive Sühne, sondern vielmehr die Ablehnung der universellen Sühne, dass Christus nicht für alle gestorben ist. Viele wurden ohne die Möglichkeit geschaffen, den Flammen des Zweiten Todes zu entkommen.
Warum sollten manche Calvinisten so denken? Ich glaube, einer der beiden Hauptgründe für diese Denkweise ist ein Missverständnis der Souveränität Gottes. Ein zweiter Grund ist die falsche Definition der menschlichen Verdorbenheit, die so ausgelegt wird, dass sie Gott als unfähig oder unwillig einschränkt, in jedem Menschen zu wirken.
Missverständnis der Souveränität Gottes: Einige Calvinisten vertreten meiner Ansicht nach eine korrekte Sichtweise der Souveränität Gottes. Gott, der tun kann, was Ihm gefällt, kann beschließen, einen Teil Seiner Souveränität für eine begrenzte Zeit zu delegieren. Gott kann zulassen, dass Dinge geschehen – wie beispielsweise Sünde –, die Sein Herz betrüben. Viele Calvinisten sind jedoch noch nicht zu diesem Verständnis gelangt. Stattdessen vertreten sie folgende Ansicht.
#1. Viele Bibelverse sprechen von Gottes besonderer Liebe und Gnade für die Auserwählten, und viele Nicht-Calvinisten schenken diesen Versen keine Beachtung. (Zwei zentrale Beispiele sind Römer 9,6–23 und Römer 11,3–23)
#2. Viele Bibelstellen sprechen von Gottes im Voraus bekanntem, unaufhaltsamem Plan, der alles und jeden umfasst, sogar die Gottlosen. (Beispiele hierfür sind Epheser 1,11; Sprüche 16,4)
#3. Aufgrund der gezielten Konzentration auf die beiden vorangegangenen Wahrheiten spielen viele (wenn auch nicht alle) Calvinisten jene Bibelstellen herunter, in denen Gott zeigt, dass Menschen echte Wahlmöglichkeiten haben (Josua 24,22–23) und dass Gott den Menschen die Freiheit gegeben hat, Sein Herz zu brechen (Jeremia 9,1; Matthäus 23,37–39 usw.).
Warum vertreten Calvinisten diese Ansicht? Ich glaube, dafür gibt es zwei Hauptgründe.
Calvinistischer Irrtum Nr. 1 (Absolute Gewissheit über die Zukunft schließt echte Entscheidungsfreiheit aus). Es fällt den Menschen schwer zu begreifen, dass Gott größer ist als die Zeit. Wenn Menschen dies nicht begreifen, dann ist die Aufforderung, wirklich zu verstehen, dass Menschen echte Entscheidungsfreiheit haben und Gott mit absoluter Gewissheit weiß, was wir als Zukunft bezeichnen, so, als würde man Siebtklässler bitten, Differentialrechnung zu verstehen; es würde zu verwirrend erscheinen.
Viele aufrichtige Christen geben sich damit zufrieden, diese beiden Wahrheiten nebeneinander zu stehen zu lassen, ohne begreifen zu können, wie sie zusammenwirken, glauben aber dennoch, dass beide wahr sind. Andere geraten in theologische Schwierigkeiten, die dem Fatalismus ähneln, indem sie die Wahrheit, dass wir Entscheidungsfreiheit haben, außer Acht lassen und uns zu Robotern machen. Wieder andere geraten in theologische Schwierigkeiten des „endlichen Gottes“, indem sie die Wahrheit außer Acht lassen, dass Gott die Zukunft mit absoluter Gewissheit kennt.
Calvinistischer Irrtum Nr. 2 (keine verlorenen Fälle). Ein zweiter Grund, warum Calvinisten den Calvinismus für wahr halten, wird in einem calvinistischen Buch, „Putting Amazing Back into Grace“ von Michael Horton, gut dargelegt. Er hat ein Kapitel mit dem Titel „Keine verlorenen Fälle“. Da Gott allmächtig, allwissend und souverän ist und nichts geschieht, außer was Gott zulässt, behauptet Horton, dass Gott nichts vergeblich tun könne oder nichts geschehen könne, was Gott im weiteren Sinne nicht wünsche.
Jesus beklagte jedoch in Matthäus 23,37–39 die Ablehnung, die ihm die Juden entgegenbrachten.
Die Pharisäer „lehnten Gottes Plan für sich selbst ab“ (Lukas7:30 ).
Paulus ermahnte die Gemeindemitglieder in 2. Korinther 6,1, Gottes Gnade nicht vergeblich anzunehmen.
Jesus weinte über sein Volk. Warum weinen, wenn Gott nicht gewollt hätte, dass sie anders handeln?
Schließlich muss erwähnt werden, dass nicht alle Calvinisten der Auffassung sind, es gäbe „keine verlorenen Fälle“. Der verstorbene Francis Schaeffer, ein Schweizer Calvinist, sagte in *Die Kirche am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts*: „Wir können Gott verherrlichen, und sowohl das Alte als auch das Neue Testament sagen, dass wir Gott sogar traurig machen können. Das ist gewaltig.“ (Hymnen für das Volk Gottes Nr. 364) Wenn andere, so wie Francis Schaeffer, erkennen können, was Gott genau tat, als Er es den Menschen ermöglichte, Ihn traurig zu machen, wird unsere Ehrfurcht vor Gottes erstaunlicher Gnade umso größer sein.
F: Da der Universalismus in anderen Versen widerlegt wird, stellt sich in Röm 5,19 die Frage: In welcher Weise wurden alle, die zu Sündern gemacht wurden, gerechtfertigt?
A: Die Christen sind sich in dieser Frage uneinig. Hier sind einige der Ansichten.
1. Grundlage für eine potenzielle Rechtfertigung aller.
2. Alle Auserwählten sind tatsächlich gerechtfertigt, und „alle Sünder“ bedeutet „auserwählte Sünder“.
3. Ungenaue Formulierung, um die Parallele aufzuzeigen: Christus wirkt auf die Seinen ebenso sicher ein wie Adam auf die Seinen.
F: Macht uns in Röm 5,19 die Sünde zu Sündern, oder führt das Sündersein dazu, dass wir sündigen?
A: Christen streiten sich manchmal über diesen Punkt, doch die richtige Antwort lautet: beides. Ein Sünder ist jemand, der von Gott getrennt ist. Das Sündigen macht uns zu Sündern, doch bereits bei der Geburt wurden wir in einem ursprünglichen Zustand geboren, in dem wir von Gott getrennt waren. Somit sind wir von Natur aus Sünder, und nachdem wir gesündigt haben, werden wir durch unsere Taten zu Sündern.
F: In Röm 5,20: Inwiefern bestand der Zweck des Gesetzes darin, die Sünde zu vermehren?
A: Römer4:15 und Römer 5,12 beantworten diese Frage und zeigen, dass Gott Sünde nicht als Übertretung anrechnet, wo kein Gesetz ist. Mit anderen Worten: Gott rechnet unbeabsichtigte Sünde erst dann an, wenn sich der Mensch bewusst ist, dass es sich um eine Sünde handelt. Römer 7,7–13 geht näher darauf ein und kommt zu dem Schluss, dass das Gesetz gegeben wurde, damit die Sünde als Sünde erkannt werde.
Das Wort „hinzugefügt“ lässt sich besser mit „sich dazugesellt“ übersetzen. Es handelt sich um dasselbe Verb, das in Galater 2,4 für falsche Brüder verwendet wird, die sich den wahren Gläubigen dazugesellt haben.
F: Inwiefern knüpft Römer 6 an Römer 5 an?
A: In Römer 5 wurde von zwei Personen gesprochen: dem alten Menschen – Adam – und dem neuen Menschen – Christus. Römer 6 macht dies persönlich und wendet es auf unser Leben an. Römer 5 endet triumphierend mit der Feststellung, dass dort, wo die Sünde zunahm, die Gnade noch mehr zunahm. Römer 6 verdeutlicht, warum wir nicht einfach weiter sündigen können, da wir nun die Gnade haben.
F: Welche fünf Schlüsselkonzepte werden in Röm 6 verglichen und gegenübergestellt?
A: Unser Schicksal: (unser alter Mensch führt zum Tod, das neue Leben Christi in uns), die Kraft in uns (Sklaven der Sünde, frei als Sklaven Christi). Paulus hat bereits zuvor über Menschen vor und nach Christus, über Sünde und neues Leben sowie über Gesetz und Gnade gesprochen, doch Kapitel 6 zeigt, wie diese Aspekte zusammenhängen.
Hier sind die Häufigkeiten der Wörter in diesem Kapitel.
ihr/euch/wir/uns/unser (42-mal),
Sünde/sündigen (17 Mal),
sowie sterben/gestorben/Tod (16 Mal),
leben/Leben (8 Mal),
Christus/Jesus (6 Mal),
Sklaven/Herrschaft/Regieren (11-mal) (Sklave/versklaven (8-mal))
Weitere Begriffe sind:
Freiheit (4x)
Gnade (3-mal)
Gesetz (2x)
In Christus vereint (2X)
F: Was können Sie in Röm 6,1 einem Nichtchristen antworten, der behauptet, Christen glaubten, sie könnten alles tun, was sie wollen, weil sie eine „Feuerversicherung“ hätten?
A: Es gibt vier Gründe, dies nicht zu tun – vorausgesetzt, es handelt sich um einen aufrichtigen Gläubigen, der in den Himmel kommt.
In Römer 6,1–11 heißt es, dass man dies nicht tun kann, da man positionell mit Christus vereint ist.
In Römer 6,12–14 heißt es, dass Sie es nicht tun müssen, denn erfahrungsgemäß hat Gottes Gnade die Herrschaft der Sünde über Sie gebrochen.
In Römer 6,15–19 heißt es, dass man es nicht tun darf, denn ganz klar: Man möchte nicht, dass die Sünde die Herrschaft über einen gewinnt.
In Römer 6,20–23 heißt es, dass Sie es besser lassen sollten, denn letztendlich ist der Lohn der Sünde der Tod.
F: Was können Sie in Röm 6,1 einem antinomistischen Christen entgegenhalten?
A: Es besteht ein Unterschied zwischen einem Leben in der Gnade und dem Missbrauch der Gnade. Wenn Sie als Elternteil ein Kind haben, das sich in einem Einkaufszentrum daneben benimmt, würden Sie das Kind vorzeitig nach Hause bringen. Wenn wir uns daneben benehmen, kann unser himmlischer Vater uns ebenfalls vorzeitig nach Hause holen. Grigori Rasputin und die russische Khlysty-Sekte waren dieser Ansicht.
Wir müssen verstehen, dass wir zu etwas Besserem als diesem Leben wiedergeboren wurden. Einmal wurde Augustinus von Hippo von einer Frau angesprochen, die seine Geliebte gewesen war, bevor er zum Glauben an Christus gekommen war. Augustinus ging schnell davon. Sie rief ihm hinterher: „Augustinus, ich bin es, ich bin es!“ Er rief über die Schulter zurück: „Ja, ich weiß, aber das bin ich nicht mehr!“
Frage: Warum sollten wir gemäß Röm 6,1.15 nicht sündigen, damit die Gnade umso reichlicher werde?
A: Das ist in etwa so, als würde man Folgendes fragen: Da wir einem Arzt dankbar sind, der uns nach einem Autounfall operiert, um unser Leben zu retten, sollten wir dann versuchen, in so viele Unfälle wie möglich verwickelt zu werden?
Wie John MacArthur Jr. sagte: „Warum sollten wir annehmen, dass Menschen, die in einem ununterbrochenen Muster aus Ehebruch, Unzucht, Homosexualität, Betrug und jeder erdenklichen Art von eklatantem Exzess leben, wirklich wiedergeboren sind?“
F: Was sagt Röm 6,1–4 über einen Wechsel des Lebensbereichs aus?
A: So wie ein wasseratmendes Kaulquappenjunges zu einem luftatmenden Frosch wird und niemals zurückkehrt, so wechseln wir von einem Leben, das auf den Tod zusteuert, hin zu einem neuen Leben. Es ist nicht nur so, dass mein „altes Ich“ und meine sündige Natur mit Christus gekreuzigt wurden, sondern vielmehr, dass mein ganzes Ich mit Christus gekreuzigt wurde, weil dies notwendig war.
F: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen den beiden Argumentationen des Paulus in Röm 6,1–14 und Röm 6,15–23?
A: Beide Teile haben sozusagen „Buchstützen“. Sie beginnen beide damit, die Gnade zu erwähnen und auf ihre Aspekte einzugehen. Der erste Teil endet mit der Feststellung, dass wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade stehen, während der zweite Teil mit dem Tod und der [gnädigen] Gabe des ewigen Lebens endet.
Der erste Teil, Römer 6,1–14, betont unsere Vereinigung mit Christus in seinem Tod, seinem Begräbnis und seiner Auferstehung sowie unseren Tod für die Sünde und unser neues Leben in Christus. Er sagt nichts darüber aus, Sklaven zu sein.
Der zweite Teil, Römer 6,15–23, betont, dass jeder entweder ein Sklave der Sünde oder ein Sklave Gottes ist. Er sagt nichts darüber aus, mit Christus vereint zu sein.
Der erste Teil sollte an erster Stelle stehen, da er die eigentliche Ursache für den zweiten Teil darstellt. Der erste Teil betont unsere Identität, während der zweite Teil Gottes Gebot an uns hervorhebt.
F: Was sagt Röm 6,4 über die Taufe aus?
A: Mit Christus in der Taufe begraben zu werden, ergibt durch Besprengung wenig Sinn; dies gilt nur für die Ganztaufe.
F: Bezieht sich Röm 6,5–7 auf die Auferstehung Christi oder auf die Auferstehung der Gläubigen?
A: Paulus bezieht sich hier auf die Auferstehung Christi. So wie Christus zum Leben erweckt wurde (Vergangenheitsform), haben wir nun neues Leben. Wir werden auch körperlich auferstehen, doch die Endzeit wird hier nicht ausdrücklich erwähnt.
F: Wie sind wir in Röm 6,5–7 mit Jesus im Tod und im neuen Leben vereint?
A: Römer 6 ist eine vertiefte Erläuterung dessen, wie Gott sein Heil in uns verwirklicht, wie es in Philipper 2,12–13 beschrieben wird. Manche betrachten Paulus’ Ausführungen über das Heil als „rechtliche“ Rechtfertigung, andere als „teilhabende“ Heiligung; in Wahrheit betont Paulus jedoch beides. Wir werden nicht in unserem eigenen Grab begraben, sondern metaphorisch gesehen gemeinsam mit Christus in seinem Grab. Es gibt mindestens drei Betrachtungsweisen hierfür.
Ein Bruch mit dem alten Leben, ein Wechsel des Reiches und eine Geburt, die zu einem neuen Leben führt.
Der Verzicht auf einen alten Herrn und die Unterwerfung unter einen neuen Herrn.
Sich von einem alten Schicksal abwenden und ein neues Schicksal annehmen.
F: Wie wird in Röm 6,5–7; Gal 2,20; Kol 3,9; Eph 4,22 unser altes Selbst in Christus gekreuzigt?
A: Es heißt dort nicht „unsere alte sündige Natur“, sondern „unser altes Selbst“, womit wir alle gemeint sind. Wir haben Wünsche, Ziele, Ambitionen, treffen Entscheidungen und wählen, wie wir unsere Zeit und unser Geld einsetzen. Mit Christus gekreuzigt zu sein, wirkt sich auf jeden dieser Bereiche aus.
Der „Evangelical Commentary on the Bible“ (S. 937) betrachtet dies als eine „unvermeidliche Spannung“ zwischen unserem authentischen Selbst und unserem unechten Selbst. Zu Christus zu kommen bedeutet nicht, dass der Kampf bereits gewonnen ist; vielmehr bedeutet es, dass man sich gerade erst in einen solchen Kampf begibt.
F: Sind in Röm 6,5; 8 und 1 Kor 15 die Gläubigen mit Christus gestorben, aber noch nicht mit ihm auferstanden, oder waren sie bereits mit Christus auferstanden, wie in Kol2:13 und Eph 2,5–6 beschrieben?
A: Positionsmäßig sind wir bereits durch Christus in unserem Geist zum Leben auferweckt, und unsere Körper werden in der Zukunft physisch mit Christus auferweckt werden. Neben den in der Frage genannten Versen gibt es weitere Verse, anhand derer Paulus beide Aspekte veranschaulichte.
In Römer6:11 heißt es: „So müsst auch ihr euch als tot für die Sünde, aber als lebendig für Gott in Christus Jesus betrachten.“
Römer 8,10–11 verdeutlicht beide Aspekte: „Wenn aber Christus in euch ist, so ist euer Leib zwar tot wegen der Sünde, euer Geist aber ist [Präsens] lebendig wegen der Gerechtigkeit. Und wenn der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird der, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, [Futur] auch eure sterblichen Leiber durch seinen Geist, der in euch wohnt, lebendig machen.“
Ebenso zeigt auch Kolosser 3,1–4 beide Aspekte. „Da ihr nun mit Christus auferweckt worden seid [Perfekt], strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist nun [Präsens] mit Christus in Gott verborgen. Wenn Christus, der euer Leben ist, erscheint, dann werdet auch ihr [Futur] mit ihm in Herrlichkeit erscheinen.“
Römer 6,5; 8 und 1. Korinther leugnen nicht, dass wir bereits in unserem Geist und in unserer Stellung mit Christus auferweckt sind. Vielmehr bekräftigen sie, dass es sich nicht nur um eine geistliche Auferstehung handelt, sondern auch um eine zukünftige leibliche Auferstehung. Ebenso leugnen Kolosser 2,13 und Epheser 2,5–6 keine zukünftige leibliche Auferstehung; vielmehr bekräftigen sie, dass es sich nicht nur um ein zukünftiges Ereignis handelt, sondern auch um gegenwärtiges Leben im Geist.
(Die Bibelzitate stammen aus der BSB.)
F: Was genau ist in Röm 6,6 der „Leib der Sünde“?
A: Im Vergleich und Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Leben beschreibt dies zwei Aspekte unseres alten Lebens. Vor Christus sind wir in unserem Leib begierig darauf, zu sündigen, und leben für die Sünde. Zweitens sind wir in unserem Leib Sklaven unseres Herrn: der Sünde. Seit wir zu Christus gekommen sind, ist der leibliche Körper derselbe, aber was den Leib belebt und antreibt, ist nun anders.
F: Da Christen in Röm 6,7 in Christus gestorben und von der Sünde befreit sind, warum sündigen Christen dann immer noch?
A: Zwar werden Christen im Himmel Sündlosigkeit erfahren, doch darauf bezieht sich dieser Vers nicht. In Römer 6,7 heißt es nicht, dass Christen sündlos sind, sondern lediglich, dass sie frei sind von der Knechtschaft der Sünde.
Doch so wie ein Sklave die Botschaft, dass er befreit ist, möglicherweise nicht gehört oder nicht geglaubt hat, verhalten sich Christen manchmal so, als wären sie noch Sklaven der Sünde. Würde ein Christ jemals sagen: „Ich muss sündigen, ich habe keine Wahl“, so würde dieser Christ eine Unwahrheit aussprechen. Auch wenn wir bereits neues Leben in Christus haben, sieht Gott durch Paulus die Notwendigkeit, uns hier ein Gebot zu geben, bei dem wir die Wahl haben, es zu befolgen oder zu missachten. Auch wenn Gott erklärt hat, dass die Sünde keine Macht mehr hat, müssen wir uns aktiv dafür entscheiden, sie in unserem Leben zu entthronen.
Alle Christen sind sich einig, dass wir in zweierlei Hinsicht von der Sünde befreit sind, doch unter Gelehrten gibt es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der primären Absicht dieses speziellen Verses.
Wir sind von der rechtlichen Strafe der Sünde befreit
„Wir sind gerechtfertigt“ – New International Bible Commentary, S. 1328
„Nehmen wir zum Beispiel einen Mann, der wegen Mordes an einem Polizeibeamten zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt wurde. Sobald er gestorben ist, ist er von dieser Sünde befreit (wörtlich: ‚gerechtfertigt‘). Die Strafe ist beglichen, und der Fall ist abgeschlossen.“ Believer’s Bible Commentary, S. 1702. (Die Hervorhebung stammt aus dem Original.)
Im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 463, heißt es: „Der nächste Satzteil (Röm 6,6b–7) erläutert im Grunde den ersten Satzteil (V. 6a). In seinem unerlösten Zustand war ein Gläubiger der Sünde versklavt. Doch sein ‚alter Mensch‘ wurde mit Christus gekreuzigt (identifiziert), und dies ist die Grundlage für die Befreiung aus der Versklavung durch die Sünde. Jeder, der gestorben ist, ist von der Sünde befreit worden. Die Worte ‚ist befreit worden‘ sind eine freie Übersetzung von dedikaiotai, wörtlich: ‚ist gerechtfertigt oder für gerecht erklärt worden‘. Das Perfekt in diesem Vers beschreibt eine Handlung in der Vergangenheit mit anhaltender Wirkung oder Kraft. Die Sünde hat nicht länger das rechtliche Recht, einem Gläubigen ihre Herrschaft und Kontrolle aufzuzwingen, denn er ist mit Christus gestorben.“ (Fettdruck im Original.)
The Expositor’s Greek New Testament, Band 2, S. 633: „Der Tod befreit den Menschen von allen Ansprüchen; insbesondere (um auf den vorliegenden Fall zurückzukommen) befreit er uns, die wir mit Christus gestorben sind, von dem Anspruch der Sünde, unseres alten Herrn, weiterhin über uns zu herrschen.“
Wir sind frei von der Knechtschaft der Sünde
Douglas Moo erörtert drei Auslegungen dieses Ausdrucks: frei von der rechtlichen Strafe, mit Christus gestorben und frei von der Knechtschaft, und hält die dritte Auslegung für richtig. „Der Tod durchtrennt den Griff der Sünde an einem Menschen.“ Douglas Moo in: The Wycliffe Exegetical Commentary, S. 394 (unter Bezugnahme auf die Exegeten Godet, Michel und Kasemann).
„Befreit von den Fesseln und der Macht [der Sünde]“ (NIV Study Bible, S. 1714)
„In unserer Beziehung zu Christus sind wir frei von der Knechtschaft der Sünde; dennoch ist es selbst für einen Christen möglich, ‚der Sünde zu herrschen zu lassen‘ (Röm 6,12).“ „Hard Sayings of the Bible“, S. 553. (Kursivschrift im Original)
„In Christus sind Gläubige potenziell Herren über Tod und Sünde.“ Evangelical Commentary on the Bible, S. 937
„Befreit vom Griff der Sünde. Ihre Herrschaft ist gebrochen.“ The Expositor’s Bible Commentary, Band 10, S. 70.
F: Wie können wir uns in Röm 6,11 als tot für die Sünde betrachten?
A: Es gibt drei Aspekte.
In der Vergangenheit vollständig beglichen: Unsere Sünden wurden durch den Tod Christi am Kreuz für uns ans Kreuz genagelt. Wir werden für heilig erklärt, da unsere Schuld vollständig beglichen ist.
Neues Leben in der Gegenwart: Heute sind wir von der Herrschaft der Sünde befreit, und wir werden geheiligt, um Tag für Tag heiliger zu werden. Wir sollen nicht nur gegen die Sünde in unserem Leben kämpfen; wir sollen Sieger sein und die Sünde in unserem Leben überwinden. Wenn Sie als Christ jemals sagen: „Ich bin nur ein Sünder, ich kann nichts dagegen tun“, dann haben Sie die Kraft vergessen, die in Ihnen wohnt.
Sündlos in der Zukunft: Eines Tages, im Himmel, werden wir vollkommen sündlos sein. Die sündigen Begierden, Pläne und Süchte werden alle verschwunden sein. Doch wir sollten versuchen, schon heute so zu leben.
F: Wie würden Sie einem Siebenten-Tags-Adventisten anhand von Röm 6,14 erklären, dass wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade stehen?
A: Nicht der Berg Sinai macht Menschen zu Heiligen in Christus, sondern der Kalvarienberg. Fragen Sie ihn zunächst, ob er glaubt, dass wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade stehen. Wenn er dem nicht zustimmt, zitieren Sie Römer 6,14 und fragen Sie ihn, ob er glaubt, dass der Brief des Paulus Gottes Wort ist oder nicht. Wenn er bejaht, sagen Sie, dass wir darüber diskutieren können, wie wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade stehen; zu behaupten, wir stünden noch immer unter dem Gesetz, ist jedoch für einen bibelgläubigen Christen keine Option.
Siebenten-Tags-Adventisten könnten vermuten, dass Sie „Gnade“ als Vorwand benutzen, um zu tun, was Sie wollen, und zu sündigen. Sie könnten auch (zu Recht) vermuten, dass Sie das alte geschriebene Gesetz beiseitegeschoben haben. Das haben Sie, denn Sie dienen auf die neue Weise des Geistes, nicht auf die alte Weise des geschriebenen Gesetzes (Römer 7,6). Siehe auch 2. Korinther 3,3, wo es heißt, dass wir nicht mehr dem Gesetz folgen, das Gott auf Stein geschrieben hat, sondern dem Gesetz, das Gott in unser Herz geschrieben hat. Römer 9,32 warnt davor, wie die Juden zu sein, die die Gerechtigkeit nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken des Gesetzes suchten. Christus hat in Kolosser 2,14 das geschriebene Gesetz aufgehoben. Der neue Bund hat den alten hinfällig gemacht, wie es in Hebräer 8,13 heißt.
F: Wie werden wir in Röm 6,18.22 praktisch gesehen von der Sünde befreit?
A: Wir sind bereits jetzt von der Herrschaft und Macht der Sünde befreit. Wenn Sie als Christ jemals sagen: „Ich bin nur ein Sünder, ich kann nichts dagegen tun“, dann haben Sie die Kraft vergessen, die in Ihnen wohnt.
F: Wenn Paulus in Röm 6,19 „nach menschlicher Art“ spricht, vereinfacht er hier die Sache?
A: Ja. Die NIV übersetzt dies mit: „Ich drücke dies in menschlichen Begriffen aus.“ Paulus ist im Begriff, eine einfache anthropomorphe Analogie in Begriffen anzubieten, die sie verstehen können. Jeder ist entweder ein Sklave eines Herrn namens „Sünde“ oder ein Sklave eines Herrn namens „Gehorsam“.
Eine vereinfachte Sichtweise der Wahrheit ist dennoch wahr, solange sie als Vereinfachung und nicht als getreues Abbild der Realität erkannt wird.
F: Welche Arten von Früchten der Sünde haben die Menschen in Röm 6,21, für die sie sich schämen sollten?
A: Hier ist eine Möglichkeit, darüber nachzudenken.
Egoismus und verschwendete Zeit, das Ignorieren Gottes und anderer
Hass und das Verletzen anderer, sowohl geliebter Menschen als auch anderer
Süchte und das Verlangen nach kurzlebigen Vergnügungen
Materialismus und der Missbrauch von Geld, Einfluss und Ressourcen
Verschwendete Energie und Anstrengung, um das Vorgenannte zu verfolgen.
F: Was sind in Röm 6,22 die Vorteile der Heiligkeit?
A: Es gibt sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Aspekte.
Gegenwärtig: Wir sind von der Knechtschaft der Sünde befreit (Röm 6,17–19)
Wir werden zwar weiterhin sündigen (1. Johannes 1,8), aber wir müssen nicht in der Sünde verharren (1. Johannes 3,6.9).
Die Sünde herrscht nicht mehr in uns (Röm 6,12.14).
Wir können nun gemäß Römer 6,21 und Epheser 5,12 ohne Scham vor Gott stehen.
Wir müssen das, was wir tun, nicht mehr im Verborgenen halten, wie in Epheser 5,12 beschrieben.
Wir haben den Frieden Gottes in allen Lebenslagen (Philipper 4,6–7).
Wir sind nicht mehr blind (Epheser 4,18).
Wenn wir aufgrund der Sünde „unempfindlich“ geworden sind, kann dies gemäß Epheser 4,19 wieder zurückkehren.
Wir sind nun weiser und weniger töricht, wie in Epheser 5,15 beschrieben.
Ein oft übersehener Vorteil ist, dass wir, sobald wir mit hartnäckigen sündigen Handlungen aufhören, mehr Zeit haben, wie in Epheser 5,15–16 beschrieben. Wenn jemand, der seine gesamten Wochenenden damit verbringt, zu feiern oder sich zu betrinken und anschließend den Kater auszuschlafen, damit aufhört, hat er nun freie Wochenenden, die er früher nicht hatte.
Wir führen ein dankbareres Leben, wie in Epheser 5,20 beschrieben.
Wir sind frei, nach Gerechtigkeit zu streben. Wenn wir heilig sind, gleichen wir Gott mehr, wie in 1. Petrus 1,15–16 beschrieben.
Wir verändern uns, da wir gemäß Epheser 4,23 gerade erneuert werden.
Wir hören auf, immer verderbter zu werden (Epheser 4,22).
Zukunft: Die Reinen im Herzen werden Gott sehen (Matthäus 5,8).
Wir sind vom Tod zum Leben übergegangen (1. Johannes 3,14 und Römer 6,13).
Wir haben ein Erbe im Himmelreich gemäß Epheser 5,5
Wir werden im Himmel heilig sein, denn im Himmel gibt es nichts Unheiliges. Diejenigen, die „ihre Gewänder gewaschen haben“, werden im neuen Himmel und auf der neuen Erde sein (Offenbarung 22,14–15).
F: Was ist ein Diagramm der vier Aspekte?
A: Hier ist ein Diagramm.
Einige Vertreter der Kirche Christi, Pelagianismus | östlich-orthodoxe Theosis, Heiligkeitsbewegungen | |||
Frei. Sklaven Christi schenkten neues Leben | ||||
Der alte Mensch muss gekreuzigt werden | Biblisch Ausgewogenheit | Vereint mit Christus, der in uns lebt | ||
In Knechtschaft. Sklaven der Sünde führt zum Tod | ||||
Martin Luther, katholische Flagellanten (einschließlich Johannes Paul II.) | Rasputins Chlysty, Röm 6,1.15a – „Easy-Believism“ (Antinomismus) | |||
Stellen Sie sich vor, jemand würde sich nur auf eine oder zwei Seiten des Quadrats konzentrieren. Wie würde seine Theologie aussehen?
Unten links: Wenn er sich auf die Knechtschaft des Willens konzentrieren würde und darauf, dass wir unsere sündigen, egoistischen Begierden kreuzigen lassen müssen – unter Ausschluss der Tatsache, dass wir nun frei und mit Christus vereint sind –, könnte er das Verständnis dafür verlieren, dass wir nun frei von Sünde sind. Er könnte vergessen, dass von uns erwartet wird, dass wir nun frei von Sünde sind und nicht weiter sündigen. Das bedeutet nicht, dass wir nie wieder sündigen werden, aber keine Sünde sollte unser Leben beherrschen. Sollte dies doch der Fall sein, dann führen wir kein normales christliches Leben.
Oben links: Wenn man sich darauf konzentrieren würde, dass der alte Mensch gekreuzigt werden muss und dass wir frei sein sollten, ein heiliges Leben zu führen – ohne dabei das Ausmaß der Knechtschaft eines verlorenen Menschen in der Sünde und die Notwendigkeit der Kraft Christi in uns zu berücksichtigen –, dann könnte man die Tatsache übersehen, dass ein Mensch dies nicht aus eigener Kraft schaffen kann. Es ist fast so, als sollte ein moralisch neutraler Mensch die Wahrheit hören und dann ganz allein heilig werden. Es ist nicht so, dass Gott uns helfen kann, heilig zu sein, sondern vielmehr, dass Gott in uns wirken muss, damit wir heilig sein können.
Oben rechts: Wenn sie den Schwerpunkt darauf legen, dass wir frei sind, ein heiliges Leben zu führen, weil Christus in uns lebt, könnten sie die Macht der Sünde unterschätzen, die in einem Christen überwunden werden muss. Selbst als Gläubige, die sich voll und ganz der Liebe zu Gott und dem Gehorsam gegenüber Gott verschrieben haben, tobt in unserem Herzen immer noch ein Kampf. Wir sollen diesen Kampf mit Christus in uns gewinnen, doch man darf die Schwere dieses Kampfes nicht herunterspielen.
Unten rechts: Wenn man den Schwerpunkt darauf legt, wie sehr wir der Sünde versklavt sind und dass Christus in uns lebt, ohne oder mit nur geringer Erwartung, dass wir in Christus gekreuzigt werden und ein heiliges Leben führen sollen, dann könnte man meinen, man könne die Freude haben, im Willen Gottes zu sein, ohne Buße zu tun und mit der Sünde aufzuhören.
F: In Röm 6,22: Wie stark sollten wir bei der Evangelisation betonen, dass Christen Sklaven Gottes sind?
A: Wenn jemand Christ wird, sollte dies für ihn keine Überraschung mehr sein. Wenn wir davon sprechen, Christus als Ihren Erlöser anzunehmen, es aber versäumen, davon zu sprechen, ihn als Ihren Herrn anzunehmen, haben wir nur einen Teil der Botschaft vermittelt. In der Verkündigung des Evangeliums wird Jesus in Apg 10,36; 16,31; 17,24–31; 22,10,19–20 als Herr bezeichnet. Zwar wird in Apostelgeschichte 13,16–41 nicht von Sklaven und dem Herrn gesprochen, doch wird in Apostelgeschichte 13,24 von der Buße die Rede. Andererseits kam Paulus in einigen kurzen Reden noch nicht zu diesem Teil, wie beispielsweise in Apostelgeschichte 24,10–22.
F: Wie würden Sie das Kapitel in Röm 6,23 zusammenfassen?
A: Es gibt zwei Herren (die Sünde und Gott), zwei Wege (Lohn und Gnadengabe) und zwei Schicksale (Tod und ewiges Leben).
F: Warum scheint in Röm 7,5 das „nicht“ oft wie ein Aufruf zum Handeln zu sein, es doch zu tun?
A: So funktioniert oft unsere sündige Natur. Das griechische Wort für „Gelegenheit“ war ursprünglich ein militärischer Begriff, der eine Festung oder einen Operationsstützpunkt bezeichnete. Ein Aspekt unserer sündigen Natur besteht darin, auf Kosten des Dienstes an Gott egoistisch sein zu wollen. Ein anderer Aspekt ist jedoch der Wunsch, sich dagegen aufzulehnen.
F: Ist in Röm 7,6 in diesem Vergleich das mosaische Gesetz „gestorben“?
A: In gewisser Weise ja. In Matthäus 5,17 heißt es, dass Christus nicht gekommen sei, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. In Matthäus 5,18 sagte er, dass nichts vom Gesetz vergehen werde, bis alles erfüllt sei. Durch seine Kreuzigung nahm Christus die Forderungen des Gesetzes auf sich und nagelte sie, bildlich gesprochen, gemäß Kolosser 2,14 ans Kreuz. Andererseits sind es in diesem Beispiel, in Römer 7,4.6, wir selbst, die dem Gesetz gestorben sind.
F: Wie dienen wir in Röm 7,6b auf die neue Weise des Geistes und nicht auf die alte Weise des Buchstabens, da Jesus in Lk 16,16–17 sagte, dass kein Jota [Kleinstes Detail] vom Gesetz verschwinden werde?
A: Das Gesetz wurde weder von Jesus noch von jemand anderem geändert. Jesus hat jedoch das Gesetz für uns vollständig erfüllt, und nun dienen wir auf die neue Weise des Geistes, nicht auf die alte Weise des geschriebenen Gesetzes. Jesus sagte in Lukas 16,16, dass das Gesetz und die Propheten bis zu Johannes galten. Der Alte Bund ist gemäß Hebräer 8,13 hinfällig. Paulus sagte in 2. Korinther 3,6, dass der Buchstabe tötet, der Geist aber Leben schenkt.
Dies unterscheidet sich vom muslimischen Konzept der Aufhebung. Durch Mohammed übermittelte Worte konnten frühere Worte Mohammeds, Jesu oder eines anderen Propheten scheinbar nach Belieben „aufheben“. Jesus hat das Gesetz nicht aufgehoben, sondern es für uns erfüllt, und nun dienen wir auf eine andere Weise.
Beispielsweise verbot das Alte Testament den Verzehr von Kamelfleisch, Garnelen und Schweinefleisch. Als Jesus alle Speisen für rein erklärte (Markus 7:19 ), änderte er das Gesetz des Alten Testaments nicht, sondern ließ uns auf eine neue Weise dienen.
Nebenbei bemerkt weisen Muslime gelegentlich darauf hin, dass Christen die Speisevorschriften des Alten Testaments nicht einhalten. Dies tun Muslime jedoch ebenfalls nicht, da sie es für in Ordnung halten, dass Mohammed Kamelfleisch aß. Auch Christen kritisieren Muslime (oder andere Menschen) nicht dafür, dass sie Kamelfleisch essen. Der springende Punkt ist: Würden Muslime Jesus oder Christen dafür kritisieren, dass sie Lehren verkünden, die das Gesetz ablösen, wäre jeder von ihnen angeführte Grund höchstwahrscheinlich auch eine Kritik an Mohammed, der Kamelfleisch aß und behauptete, bestimmte Dinge aufzuheben.
F: Wie konnte Paulus in Röm 7,9 „abseits des Gesetzes“ leben?
A: In Römer 4,15 und 5,13 heißt es, dass die Sünde, obwohl sie weiterhin besteht, nicht angerechnet wird, wo kein Gesetz ist. Paulus fühlte sich frei von Schuld, bis er das Gesetz kannte. Eine Person trug rechtlich keine Schuld dafür, absichtlich gegen ein Gesetz (moralischer oder anderer Art) verstoßen zu haben, wenn sie sich in unschuldiger Unkenntnis des Gesetzes befand. Natürlich hatten auch Menschen, die mit dem Judentum nicht vertraut waren, das Gesetz ihres Gewissens in ihre Herzen geschrieben. Paulus sprach nicht von einem bestimmten Zeitpunkt in seinem eigenen Leben, sondern vielmehr von dem Zustand im Leben jedes einzelnen Menschen.
F: In Röm 7,9–11: Inwiefern hat das Gesetz ihn getötet?
A: Es ist nicht das Gesetz an sich, sondern vielmehr die Sünde des Ungehorsams gegenüber dem Gesetz. Paulus dachte dabei möglicherweise an 3. Mose 18,5, wo denjenigen, die das Gesetz befolgen, das Leben versprochen wird, und denjenigen, die es missachten, der Tod.
F: Was genau ist in Röm 7,11 die „Täuschung der Sünde“?
A: Die Sünde missfällt Gott, die Sünde ist böse, schadet einem selbst, die Sünde schadet anderen, die Sünde steckt an und die Sünde wächst, doch es gibt noch einen weiteren Aspekt der Sünde. Die Sünde täuscht, und zwar auf zweierlei Weise. Erstens lässt die Sünde einen glauben, dass das, was man tut, nicht falsch ist oder zumindest kein besonders schwerwiegendes Unrecht darstellt. Glauben Menschen, die begehren, dass ihr Verlangen falsch ist? – In der Regel nicht. Zweitens rationalisiert die Sünde, um ihre Handlungen zu rechtfertigen. Man denkt: Ja, es war falsch, was ich dieser Person angetan habe, aber … sie hat es verdient oder es stand ihr zu. Ja, es war falsch, ein Geschäft zu plündern, aber das Geschäft war Teil des Establishments. Ja, etwas wurde zerstört, aber das spielt keine Rolle, denn die Versicherung wird dafür aufkommen. Ja, ich tue vielleicht etwas Falsches, aber andere Menschen tun es auch, und ich bin nicht schlechter als sie.
F: In Röm 7,14–24 kritisiert Paulus das Gesetz nicht – doch was genau sagt er über das Gesetz aus?
A: Das Gesetz ist für uns, die wir in Christus sind, überholt. Interessanterweise heißt es hier nicht, dass das Gesetz für diejenigen überholt ist, die nicht in Christus sind. Wenn sie Christus ablehnen, dann ist das Gesetz alles, was ihnen zur Errettung bleibt, und Paulus sagt in Römer 3,20, dass kein einziger Mensch durch das Gesetz gerechtfertigt wird.
F: Handelt es sich bei Röm7:14 –24 um eine vorchristliche oder eine nachchristliche Erfahrung?
A: Auf praktischer Ebene haben Christen diesen Kampf in Römer 7,14–24 sowohl vor als auch nach ihrer Bekehrung zu Christus erlebt.
Vor der Bekehrung zu Christus: Manche Nichtchristen versuchen, gegen ihre sündige Natur anzukämpfen; andere haben den Kampf gänzlich aufgegeben und sich ergeben. Es ist wahr, dass manche Sekten und Teile der Verhaltenspsychologie Menschen dazu gebracht haben, bestimmte schlechte Gewohnheiten wie den Konsum von Betäubungsmitteln aufzugeben, doch dies sind nur kleine taktische Siege, während der Krieg gegen unsere sündige Natur weitergeht.
Nach der Bekehrung zu Christus: Auch nachdem wir Christen geworden sind, besitzen wir noch immer unsere alte fleischliche Natur. Doch nun haben wir Christus, der uns Motivation und Hoffnung schenkt, und den Heiligen Geist in uns, der uns Hilfe bei der Überwindung gewährt. Das Problem sind nicht nur die äußeren Sünden, die wir begehen. Das Problem ist weitaus größer. Unsere Herzen und unser Verstand sind im Inneren verdorben, und Gott schenkt uns nicht nur Vergebung, sondern auch Reinigung und einen Verwandlungsprozess, der uns Christus ähnlicher macht. Augustinus, Calvin, Luther und andere Reformatoren vertraten diese Ansicht.
Beides: Paulus wollte dies nicht näher spezifizieren, da es sich auf beides beziehen kann. Er verwendet in dieser Passage sowohl die Vergangenheits- als auch die Gegenwartsform. Manche Ungläubige haben überhaupt keinen Kampf mit der Sünde: Sie fühlen sich vollkommen wohl dabei, so viel zu sündigen, wie sie wollen. Andere Ungläubige bemühen sich sehr, ein gutes Leben zu führen. Wieder andere begehen – ohne großen Kampf – keine groben Sünden und haben das Gefühl, bereits ein gutes Leben zu führen. Manche wechseln zwischen diesen drei Kategorien hin und her. Denken Sie an einen Nichtgläubigen, der mit dem Rauchen, mit Übergewicht oder mit etwas anderem zu kämpfen hat und es dann überwindet. Manche Christen gehören zur Kategorie der Kämpfenden, andere zur Kategorie der Überwinder. Wir sollten danach streben, in die Kategorie der Überwinder zu wechseln.
F: Gab es in Röm 7,14–24 eine jüdische Lehre, die dieser ähnlich war?
A: Ja, in einem Punkt ähnlich, in einem anderen jedoch ganz anders. Laut W. D. Davies in „Paul and Rabbinic Judaism“ (1948), S. 20–27, lehrten die Rabbiner, dass es im Menschen zwei Triebe gebe: einen guten und einen bösen. Der böse Trieb werde im Erwachsenenalter aktiver. Der gute Impuls werde geweckt, wenn man ein Sohn des Gesetzes werde. Paulus spricht hier von zwei Impulsen, verneint jedoch die Aussage der Rabbiner, man habe durch das Gesetz die Kraft, Gutes zu tun.
F: Warum sagte Paulus in Röm 7,18, dass nichts Gutes in seinem sündigen Fleisch wohne?
A: Weil es tatsächlich nichts Gutes gibt. Die Menschen haben den Wunsch, als kleine Götter autonom zu sein. Wir sollten zehnmal so sehr auf Jesus blicken wie auf uns selbst.
Andererseits sind wir nicht „völlig verdorben“, so schlecht, wie wir nur sein können. Selbst Atheisten können für wohltätige Zwecke spenden und anderen Menschen helfen. Aber wir sind in dem Sinne „völlig verdorben“, dass es um uns so schlecht steht, dass wir nicht einmal zu Gott kommen können, ohne dass Gott zuerst zu uns kommt.
F: Was ist an diesem Übergang in Röm 8,1 und Röm 7,25b bemerkenswert?
A: Paulus verwendet häufig das griechische Wort für „deshalb“, wenn er zu einem neuen Gedankengang übergeht. In diesem Fall jedoch verwendete Paulus „deshalb“ in Röm 7,25b und erneut in Röm 8,1, als handele es sich um eine wirklich scharfe gedankliche Trennung. Das erste „deshalb“ fasste den vorangegangenen Abschnitt zusammen, und das zweite zeigt die Folgerung aus dem Vorangegangenen auf.
F: Wie befreit uns in Röm 8,2 das Gesetz des Lebens in Christus vom Gesetz der Sünde und des Todes, da ein Gesetz doch ein Gesetz ist?
A: Ein Gesetz kann ein anderes Gesetz außer Kraft setzen. Wenn ich beispielsweise einen Gegenstand in die Luft werfe, fällt er NICHT wieder herunter. Vielleicht liegt es daran, dass das, was ich geworfen habe, ein lebender Sittich war. Wie es im „Believer’s Bible Commentary“ auf den Seiten 1708–1709 heißt, ist das Gesetz der Schwerkraft nie verschwunden; das Gesetz des Lebens des Vogels hat das Gesetz der Schwerkraft außer Kraft gesetzt. Das Gesetz, das uns gegeben wurde, war nicht schlecht, aber durch unser menschliches Fleisch geschwächt, war es unfähig, uns Leben zu schenken.
F: Was ist an dieser Formulierung in Röm 8,3 ungewöhnlich?
A: Sowohl im Griechischen als auch im Deutschen scheint das Hauptverb, das offensichtlich „Gott tat“ lautet, zu fehlen. In einigen Übersetzungen wird es kursiv ergänzt. Paulus begann seinen Gedanken auf eine bestimmte Weise und wechselte dann offenbar mitten im Satz die Richtung. Dies wird als Anacoluthon oder „unterbrochene Konstruktion“ bezeichnet. Dies ist sowohl im Griechischen als auch im Deutschen ungewöhnlich. Paulus’ Griechisch war eigentlich recht gut, aber offenbar war er an dieser Stelle sehr begeistert.
F: Ist in Röm 8,3 unser Fleisch schlecht?
A: Es wurde gut geschaffen, ist aber gefallen. Das griechische Wort lautet hier „sündiges Fleisch“ (sarx), nicht „sündiger Mensch“, wie es in der NIV heißt. Jesus hatte dasselbe Fleisch wie wir, und es war nicht schlecht. Wenn wir jedoch unsere fleischlichen Begierden nicht im Zaum halten, wird unser Fleisch für uns sündig. Jesus war zwar wirklich im Fleisch, aber er hatte nur die „Gestalt“ des sündigen Fleisches.
F: Welche vier Merkmale einer fleischlichen Gesinnung nennt Paulus in Röm 8,6–7?
A: Hier sind die Merkmale:
a) Tod. Dies ist nicht nur der körperliche Tod, sondern das Verharren im geistlichen Tod.
b) Feindschaft gegen Gott. Das bedeutet, gegen alles zu sein, was Gott gebietet.
c) Ist dem Gesetz Gottes nicht unterworfen und kann es auch nicht sein. Unwillig, sich Gottes Gesetz zu unterwerfen.
d) Kann Gott nicht gefallen. Wenn man sich Gott nicht unterwerfen will und Feindschaft gegen Gott hegt, dann gefallen Gott selbst kleine gute Taten nicht.
In der englischen Geschichte gibt es die Erzählung von Robin Hood, der die Reichen beraubte (was schlecht ist) und den Armen gab (was gut ist), wobei die Vorstellung dahinter war, dass sich das Schlechte und das Gute gewissermaßen ausgleichen würden. Dies ist durch und durch unbiblisch; wenn Sie „zwischen zwei Stühlen sitzen“ und nicht geistlich gesinnt sind, gefallen Sie Gott selbst dann nicht, wenn Sie „die Armen speisen“.
F: Sollten wir in Röm 8,7 in der Bibel nach einer geistlichen Bedeutung suchen, anstatt nach der wörtlichen Bedeutung?
A: Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir davon ausgehen, dass es einen Widerspruch zwischen der wörtlichen Bedeutung und einer „geistlichen Bedeutung“ gibt. Es gibt verschiedene Ebenen des Verständnisses, und die Bibel enthält viele tiefgründige Wahrheiten; doch diese verschiedenen Wahrheiten ergänzen sich, andernfalls wären nicht alle wahr.
Wir können davon ausgehen, dass Gott beabsichtigte, dass sein Wort von seinen Kindern verstanden wird. Wenn jemand behauptet, er benötige geheimes oder besonderes Wissen, um Dinge zu verstehen, die Gott keinem anderen Christen zu verstehen gegeben hat, dann ist dieses „besondere Verständnis“ als eigene Fantasie zu bezweifeln.
Wenn ein Elternteil, ein Ministerpräsident oder ein General einen Befehl erteilt, möchte er, dass dieser so ausgeführt wird, wie er es beabsichtigt hat, und nicht so umgedeutet wird, dass er das Gegenteil dessen bedeutet, was er gesagt hat. Anstatt zu fragen, ob wir die Bibel „wörtlich“ oder „geistlich“ oder „einfach“ oder „allegorisch“ auslegen sollten, sollten wir einfach danach streben, die Bibel so auszulegen, wie Gott und die menschlichen Verfasser es beabsichtigt haben.
F: Kann jemand gemäß Röm 8,9–11.14–15 ein echter Christ sein, ohne dass der Heilige Geist in ihm wohnt?
A: Diese Verse besagen, dass dies nicht der Fall ist. Einmal behauptete eine Zeugin Jehovas mir gegenüber, dass der Heilige Geist nicht in ihr wohne, da die Zeugen Jehovas üblicherweise lehren, dass nur die 144.000 den Heiligen Geist in sich haben. Ich zeigte ihr Römer 8,9–11, und sie war den Tränen nahe. Ich würde Ihnen gerne erzählen, dass sie daraufhin Christin werden und den Heiligen Geist in sich haben wollte, doch so ist es nicht gekommen. In der folgenden Woche kam sie wieder in mein Büro und sagte mir, dass sie vermutete, der Heilige Geist sei doch in ihr.
F: Wenn in Röm 8,9–11.14–15 steht, dass der Heilige Geist in einem sein muss, um ein Kind Gottes zu sein, und das Sprechen in Zungen ein Beweis für den Heiligen Geist ist – sind dann alle, die nicht in Zungen sprechen, nicht errettet, wie es die „Oneness“-Pfingstgemeinden lehren?
A: Nein. Das Sprechen in Zungen ist nicht der einzige Beweis für den Heiligen Geist, und es ist nicht einmal der wichtigste Beweis, wie Galater 5,22–24 und 1. Korinther 13,1 zeigen. Galater 5,22–24 zählt die Frucht (nicht die Früchte) des Geistes auf. 1. Korinther 12,29–31 zeigt, dass nicht alle in Zungen reden, genauso wie nicht alle Wunder wirken und nicht alle Lehrer sind. 1. Korinther 12,31–14,1 zeigt, dass die Liebe im Mittelpunkt steht, und Johannes 14,15.21 zeigen, dass ein wesentlicher Frucht des christlichen Lebens der Gehorsam gegenüber den Worten Jesu ist.
F: Wenn in Röm 8,9–11.15 gilt, dass der Heilige Geist in einem Menschen sein muss, da dieser Mensch sonst nicht zu Christus gehört, dann a) kommen alle Babys, die sterben, in die Hölle, weil der Heilige Geist nicht in ihnen ist, oder b) ist der Heilige Geist in allen Babys, oder c) etwas anderes?
A: Die Antwort lautet „Sonstiges“, da die Heilige Schrift weder a) noch b) lehrt. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Mit Ausnahme von Jesus und Johannes dem Täufer (Lukas1:40 –44) haben Säuglinge den Heiligen Geist nicht. Wir werden von Gott getrennt geboren (Epheser 2,3).
2. Gott hat in Seinem Wort gezeigt, dass alle, die gerettet werden, durch Christus gerettet werden (Johannes 14,6; Hebräer9:15 ;10:10 ,14,19).
3. Doch so wie es Gott freistand, Menschen in alttestamentlicher Zeit vor dem Evangelium und sogar vor dem Gesetz zu erretten, kann Gott auch durch Christus erretten, wie Er es wünscht.
Zusammenfassung: Seien wir vorsichtig, wenn wir versuchen, dem Wirken Gottes Grenzen zu setzen. Es ist wahr, dass Gott nicht im Widerspruch zu dem handeln wird, was Er in der Heiligen Schrift offenbart hat, doch müssen wir darauf achten, nicht über das Geschriebene hinauszugehen, wie uns 1. Korinther 4,6 und Sprüche 30,5–6 in Erinnerung rufen.
F: Warum wird der Heilige Geist in Röm 8,9 als Geist Christi bezeichnet?
A: Er ist aus mindestens drei Gründen der Geist Christi.
1. Innerhalb der Dreifaltigkeit wurde der Heilige Geist vom Vater und von Jesus gesandt.
2. Innerhalb der Dreifaltigkeit vertritt der Heilige Geist in unserem Leben Jesus.
3. Eine vertiefte Lehre über die Dreifaltigkeit zeigt, dass die Personen der Dreifaltigkeit ineinander wohnen, vielleicht in ähnlicher Weise, wie der Heilige Geist in uns wohnt.
F: Bedeutet in Röm 8,10 „Leib“ im Gegensatz zu „Geist“ das sündige Fleisch im Gegensatz zu unserem Geist oder uns alle im Gegensatz zum Heiligen Geist?
A: Christliche Lehrer sind sich hier nicht einig, und Paulus verwendet den Begriff „Leib“ manchmal für unsere sündige Natur und manchmal für uns alle. Paulus verwendet das Wort „Geist“ 21 Mal in Römer 8 (17 Mal in den Versen 1–17), und mindestens 18 davon beziehen sich auf den Heiligen Geist. Paulus verwendet das Wort „Fleisch“ zehnmal in Römer 8,1–17, kein einziges Mal in Römer 8,18–39. Allerdings verwendet Paulus das Wort „Herrlichkeit“ in Römer 8,1–16 nicht, während er es in Römer 8,17–39 viermal verwendet.
Das sündige Fleisch im Gegensatz zu unserem Geist: Dies ist eine griechische Sichtweise, und die meisten Kommentatoren sind sich einig, dass Paulus genau dies im Sinn hatte.
Wir alle im Gegensatz zum Heiligen Geist: Dies ist eine hebräische Sichtweise. Viele frühe Christen sowie der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 10, S. 90, vertreten diese Ansicht.
F: Wie töten wir in Röm 8,12–13 die Taten des Fleisches ab?
A: Dieser Prozess, den wir in diesem Leben vollziehen, wird laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 10, S. 91–92, und „The Wycliffe Exegetical Commentary: Römer 1–8“, S. 529, als „Abtötung“ bezeichnet.
F: In Röm8:15 und Eph3:14 –15: Inwiefern ist Gott unser Vater?
A: In „Now That’s a Good Question“, S. 13–14, wird erwähnt, dass ein deutscher Gelehrter herausfand, dass in allen biblischen und außerbiblischen jüdischen Schriften in Italien bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. kein Jude (außerhalb der Bibel) Gott in der ersten Person als „Vater“ angesprochen hat. … O Gott, du bist unser Vater. Jesus tat dies, und Paulus ermutigte uns, es ihm gleichzutun.
Im Alten Testament wird Gott in der ersten Person als Vater angesprochen, und zwar in Jesaja 63,16 (zweimal) und in Jesaja 64,8. Gott erinnert sein Volk daran, dass es ihn „mein Vater“ genannt hat (Jeremia 3,4). An vielen anderen Stellen (Psalm 68,5; Jesaja 9,6; Jeremia 3,19; 31,9; Maleachi 1,6; 2,10 usw.) wird Gott als Vater bezeichnet, jedoch nicht in der ersten Person.
F: Sind in Röm 8,16–17 alle Menschen Kinder Gottes?
A: Nein. Während die Mormonenkirche lehrt, dass alle Menschen geistige Kinder Gottes (und seiner vielen Göttinnen-Ehefrauen) sind, heißt es in Römer8:15 ausdrücklich, dass wir durch Adoption Gottes Kinder sind. Es stimmt zwar, dass jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jeder Dämon Teil von Gottes Schöpfung ist, doch bezieht sich Römer 8 ausschließlich auf diejenigen, die wiedergeboren wurden.
F: Wer genau soll hier in Röm 8,17 verherrlicht werden?
A: Es handelt sich hierbei nicht um eine ausgewählte Gruppe von Menschen, sondern um alle Gläubigen.
F: Können wir gemäß Röm 8,17 zu erhabenen Göttern werden, wie es der Kult des Mormonismus lehrt?
A: Nein. Dies ist ein sehr alter Irrtum, der dem Mormonismus lange vorausging. Adam und Eva wurden in 1. Mose 3,4 mit dieser irrigen Lehre in Versuchung geführt. Satan selbst wollte in Jesaja 14,12–15 wie Gott werden.
Wie David in Psalm 23,6 sagte: „… und ich werde für immer im Haus des HERRN wohnen.“ Daher werden mormonische Männer weder eigene Planeten noch einen eigenen Harem aus Göttinnen als Ehefrauen besitzen. Ein Mormone sagte einmal zu mir: „Ich glaube, Gott hat viele Fehler gemacht, und wenn ich ein Gott werde, werde ich es besser machen.“ Somit unterscheiden sich das Ziel eines Christen – Gott für immer im Himmel zu dienen – und das Ziel vieler Mormonen erheblich voneinander.
F: Fand in Röm8:19 –22 und Röm5:12 –14 der Tod von Tieren bereits vor dem Sündenfall statt?
A: Der Tod von Mikroorganismen fand statt; wie sonst könnten Fische Plankton fressen? Wie weit reichte der Tod also in der Komplexität des Lebens vor dem Sündenfall? Christen vertreten hierzu zwei Ansichten.
Ja. Diese Verse im Römerbrief beziehen sich ausschließlich auf den Tod des Menschen; die Bibel gibt dazu also keine Auskunft. Fossile Funde deuten darauf hin, dass große und kleine Tiere bereits vor dem Sündenfall des Menschen gefressen wurden.
Nein. Diese Verse beziehen sich auf den Tod aller Tiere, die über Selbstbewusstsein verfügen. Während Pflanzen, Mikroben und niedere Tiere ohne „nephesh-Leben“ (d. h. Selbstbewusstsein) bereits vor dem Sündenfall starben, starben höhere Tiere vor dem Sündenfall nicht.
F: Warum lässt Gott in Röm8:19 –22 das Böse in einer gefallenen Welt zu?
A: Sowohl die Tageszeitung als auch die Bibel zeigen, dass die Welt sowohl Böses als auch Gutes enthält. Nach Johannes 9,1–3 wurde der Mann nicht wegen seiner Sünde oder der Sünde seiner Eltern blind geboren. In Lukas 13,1–5 mögen die ermordeten Galiläer und diejenigen, auf die der Turm von Siloah stürzte, diese Dinge verdient haben, doch sie haben sie nicht mehr verdient als alle anderen auch.
Römer 8,19–22 zeigt, dass Gott nach dem Sündenfall die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen hat. Dem verdorbenen Menschen wurde nicht gestattet, in einer unverdorbenen Schöpfung zu leben. Wir erleben Naturkatastrophen, vorübergehende Ungerechtigkeit und die Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber seinen Mitmenschen. Seit dem Sündenfall steht, wie in 1. Johannes5:19 , die ganze Welt unter dem Einfluss des Bösen. Der Gott dieser Welt ist Satan (2. Korinther 4,4). Satan ist der Fürst dieser Welt (Johannes 12,31;14:30 ,16:11 ; Epheser6:12 ; und Kolosser 1,13). Weitere Informationen finden Sie auch in der Erörterung zu Epheser 2,2.
F: Umfasst die Freiheit eines Christen in Röm 8,21 auch die Freiheit, alles zu tun, was wir wollen?
A: Eine Sekte namens „Children of God“, auch „Family of Love“ genannt, lehrte, dass ihre Anhänger sexuelle Freiheit außerhalb der Ehe genießen sollten.
Offenbar tauchte dieses Thema bereits in neutestamentlicher Zeit auf, denn Paulus ging in 1. Korinther 5,9–11 und Römer 6,1 auf diese Frage ein.
In 1. Korinther 5,9–11 heißt es, dass wir nicht einmal mit Menschen essen sollten, die sich Christen nennen und solche Dinge tun.
Römer 6,1 zeigt, dass es unmöglich ist, diese Haltung einzunehmen und in Christus zu leben.
Ein Rätsel, das ich einmal gehört habe, lautet: „Was ist das Mindeste, das man tun kann, um dennoch ein Christ zu sein?“ Die Antwort lautet: „Wenn Sie noch in diesen Kategorien denken, haben Sie es noch nicht geschafft.“
F: Seufzen die Gläubigen in Röm 8,23, weil wir die Erstlingsfrüchte des Geistes haben, oder obwohl wir die Erstlingsfrüchte des Geistes haben?
A: Die Grammatik gibt keinen Aufschluss darüber, und die wahrscheinlichste Antwort lautet: beides. Haben Sie jemals einen winzigen Vorgeschmack auf etwas Köstliches gehabt und konnten es dann kaum erwarten, bis Sie es ganz genießen konnten? So ist es auch mit dem Heiligen Geist. Wir haben einen winzigen Vorgeschmack auf die Freude des Herrn im Heiligen Geist, und wir können es kaum erwarten, bis wir diese Freude vollständig erfahren.
F: Werden wir in Röm 8,23 als Söhne Gottes adoptiert oder wiedergeboren, wie es in Joh 3,16 heißt, und handelt es sich dabei um die Gegenwart oder die Zukunft?
A: Beide Metaphern drücken die Wahrheit aus. Ein adoptierter Sohn hat alle Rechte eines leiblichen Sohnes. Wir alle, Männer wie Frauen, sind bereits jetzt Söhne Gottes. Sowohl leibliche als auch adoptierte Söhne erhalten das Familienerbe, doch bisher haben wir nur einen kleinen Bruchteil dessen erhalten, was wir als Söhne Gottes erhalten werden.
F: Ist in Röm 8,26 der Heilige Geist unser Mittler, oder ist Christus unser Mittler, wie es in 1 Tim 2,5 heißt?
A: Der Heilige Geist tritt im Gebet für uns ein. Das griechische Wort für „hilft“, synantilambanetai, deutet darauf hin, dass eine Person einer anderen hilft, eine schwere Last zu tragen. Der Heilige Geist hat am Kreuz nicht für uns vermittelt oder Sühne geleistet, noch ist er als Hohepriester für uns eingetreten, denn dies hat allein Jesus getan.
F: Wie können in Röm 8,28 alle Dinge zum Guten zusammenwirken für diejenigen, die berufen sind?
A: In Millionen von Jahren – oder wie auch immer die Zeit im Himmel gezählt wird – werden wir zurückblicken können und erkennen, wie Gott alles in unserem Leben, selbst die bösen Dinge, dazu genutzt hat, uns zu lehren, uns wachsen zu lassen und uns zu läutern.
F: In Röm 8,28–39 las mir meine Freundin aus Charles Stanleys Buch über die ewige Sicherheit vor, und als sie zu dem Abschnitt über Gottes bedingungslose Liebe kam, widersprach sie dem mit der Frage, an welcher Stelle in der Bibel es heiße, dass Gottes Liebe bedingungslos sei. Sie gehört der Glaubensgemeinschaft „Church of Christ“ an und vertritt die Ansicht, dass die Wassertaufe eine Voraussetzung für die Errettung ist – daher hängen Gottes Liebe und die Errettung für uns von der Bedingung der Taufe ab. Wie hätte ich ihr antworten sollen?
A: Charles Stanley verfügt über sehr gutes Material zur Bibel und zur Erlösung, und er hat Recht.
In Psalm 145,17 heißt es, dass Gott allen, die Er geschaffen hat, mit Liebe begegnet; dazu gehört auch die Barmherzigkeit, die Er selbst den ewig Verlorenen erwiesen hat.
Die Bibel lehrt jedoch niemals, dass Gott „allliebend“ sei, denn es sind Gerechtigkeit und Zorn – nicht Liebe gegenüber Satan und den Dämonen –, die diese in den Feuersee schicken. Nicht alle Menschen kommen in den Himmel, sondern nur die Auserwählten, die Gott im Voraus erkannt und vorherbestimmt hat.
Doch Gott hegt eine besondere Liebe für einige, die als die Auserwählten (die für den Himmel Bestimmten) bezeichnet werden. Dennoch lehrt Römer 8,28–39, dass nichts uns (die Berufenen) von der Liebe Gottes trennen kann. Wie viel bedingungsloser könnte diese Liebe für die Auserwählten noch sein?
Hat unsere Liebe Gottes Liebe zu uns „ausgelöst“, oder hat Gottes Liebe unsere Liebe zu Ihm ausgelöst? 1. Johannes 4,10.19 zeigt, dass Gott uns zuerst geliebt hat. In Johannes 6,65 sagte Jesus: „Deshalb habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben [angezogen/ermöglicht] worden ist.“ Calvinisten und Nicht-Calvinisten sind sich uneinig darüber, ob dies für alle oder nur für einige gilt:
Fünf-Punkte-Calvinisten: Der Vater hat nur einigen die Fähigkeit gegeben. Somit ist Jesus nicht für einige gestorben, und diese haben die von Jesus für sie bereitgestellte Erlösung niemals abgelehnt, da Gott von vornherein nicht den Wunsch hatte, ihnen überhaupt eine Gelegenheit zu geben. Bei Gott gibt es keine verlorenen Fälle.
Alle anderen: Der Vater hat allen vorbeugend die Fähigkeit gegeben, doch manche entscheiden sich dafür, das, was ihnen angeboten wurde, zu verschmähen. Gott der Sohn empfand große Traurigkeit über den verlorenen Fall der Menschen in Jerusalem (Matthäus 23,37–39).
Ungeachtet dessen verstehen viele Anhänger der „Church of Christ“ Epheser 2,4.8–10 einfach nicht. Unsere Werke tragen zu 0 % dazu bei, dass wir gerettet werden. Wir werden durch Gnade DURCH DEN GLAUBEN gerettet, … NICHT DURCH WERKE. Der Glaube wird hier ausdrücklich als Werk ausgeschlossen, und die Wassertaufe ist ein Werk, das ein Zeichen unseres Glaubens ist, doch wir werden durch Gottes Gnade gerettet, nicht durch Wasser. Wenn Sie sich zwischen dem, was ein Anhänger der „Kirche Christi“ gesagt hat, und dem Apostel Paulus entscheiden müssen, entscheiden Sie sich für den Apostel Paulus.
F: Kann in Röm 8,29 jemand, den Gott vorher erkannt hat, in die Hölle kommen?
A: Nein. Das Wort „vorhererkannt“ bedeutet hier, dass Gott vorhererkannt hat, dass sie in den Himmel kommen würden. Diese Frage enthält einen logischen Widerspruch. Da Gott jenseits der Zeit steht, ist diese Frage vergleichbar mit der Frage: „Kann jemand, der nach Toledo gereist ist, niemals in Toledo gewesen sein?“
F: Ist die Prädestination in Röm 8,29 und Eph 1,4 lediglich eine calvinistische Lehre?
A: Nein. Diese Verse zeigen, dass es sich um eine biblische Lehre für alle Christen handelt, sowohl für Nicht-Calvinisten als auch für Calvinisten. Calvinisten mögen zwar einige Irrtümer bezüglich der Prädestination haben, doch manche Calvinisten verfügen auch über nützliche Erkenntnisse.
Gott weiß mit Gewissheit alles über die Zukunft, doch Sein Wissen hebt weder unseren freien Willen auf noch mindert es unsere Verantwortung. Wir können nicht sagen: „Gott wusste, dass ich es tun würde, also hatte ich keine Wahl, ich musste es tun.“ In Apg 2,23 wurde Jesus Christus nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorherwissen den Juden ausgeliefert, doch diejenigen, die Jesus kreuzigten, machten sich der Sünde schuldig (Joh19:11 ). Hier ist ein Beispiel. Wir können ein Buch darüber lesen, wie George Washington vor über 200 Jahren den Delaware überquerte. Unser nahezu sicheres Wissen aus dem Buch hat George Washington nicht dazu gezwungen, dies zu tun. Angenommen, wir könnten mit einer Zeitmaschine 400 Jahre in die Vergangenheit reisen und das Buch mitnehmen. Wir hätten dennoch nichts getan, was George Washington zu irgendetwas gezwungen hätte.
Gott existiert sowohl außerhalb der Zeit (Titus 1,2) als auch innerhalb derselben, und Seine Vorherkenntnis hat uns nicht dazu gezwungen, irgendetwas zu tun.
Gottes Vorherwissen über uns geht Seiner Vorherbestimmung bzw. Erwählung in den beiden Versen voraus, in denen beides gemeinsam erwähnt wird (Römer8:29 ; 1. Petrus 1,2). Calvinisten neigen dazu, diese Reihenfolge umzukehren. Gott erwählt jeden, den Er erwählt, und erst danach weiß Er es im Voraus. Arminianer (nicht Armenier) neigen dazu zu sagen, dass Gott vor Anbeginn der Zeit auf der Grundlage Seiner Vorherkenntnis erwählt habe. Wenn Gott jedoch wahrhaftig außerhalb der Zeit steht, könnten beide Vorgänge gleichzeitig stattfinden.
Die Souveränität des allmächtigen Gottes hebt unseren freien Willen nicht auf, auch wenn Calvinisten dies typischerweise anders darstellen. Es sind Dinge geschehen, die „Gott nicht in den Sinn gekommen sind“, wie beispielsweise die Kinderopfer in Jeremia 32,35, und es starben Menschen, die nicht hätten sterben sollen, wie in Hesekiel 13,19 beschrieben. Es geschehen Dinge, die Gott traurig machen. Andererseits wirkt jedoch alles nach Gottes Plan zusammen (Epheser1:11 ). Wie lassen sich diese beiden Vorstellungen miteinander in Einklang bringen? Durch das Konzept der „delegierten Souveränität“. Gott könnte die vollständige Kontrolle über alles haben, sodass nichts Ihm missfallen könnte und wir alle Roboter wären. Doch Gott, der alles tun kann, hat sich offenbar dafür entschieden, Seine Souveränität für eine gewisse Zeit und innerhalb bestimmter Grenzen zu delegieren, sodass wir die Fähigkeit besitzen, uns dafür zu entscheiden, Gott zu gehorchen oder Ihm nicht zu gehorchen. Gott schätzte den nach Seinem Ebenbild geschaffenen Menschen offenbar so sehr, dass die Menschen sich frei dafür entscheiden konnten, den Herrn zu lieben. Gott schätzt dies so sehr, dass Er den Menschen gestattet, Ihn abzulehnen und die Konsequenzen ihrer Entscheidung zu tragen.
Was ist der freie Wille? Martin Luther verfasste ein ganzes Buch mit dem Titel „Von der Knechtschaft des Willens“, in dem er den freien Willen als Irrlehre bezeichnete. Luther lag hier daneben, da er die Dinge auf unbiblische Extreme trieb. Wir werden mit einem Willen geboren, der der Sünde versklavt ist (wie Luther zustimmen würde), doch wir verfügen über die Entscheidungsfreiheit, dennoch um Hilfe zu rufen. Wir haben einen freien Willen, und auch ein Drogenabhängiger hat noch einen freien Willen. Der Drogenabhängige mag vielleicht nicht die Kraft haben, sich von seiner Sucht zu befreien, aber er kann in eine Entzugsklinik stolpern, sich auf den Boden fallen lassen und sagen: „Helft mir.“ Manche Menschen würden zwischen einem moralisch neutralen, ungebundenen freien Willen (was unbiblisch ist) und dem, was wir besitzen, unterscheiden und Letzteres als Entscheidungsfreiheit bezeichnen. Andere Menschen, insbesondere Christen in der Urkirche, verwenden den Begriff „freier Wille“, um sich auf das biblische Konzept zu beziehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Gott bestimmt uns im Voraus, und wir verfügen – richtig verstanden – auch über einen freien Willen. Vor Anbeginn der Zeit war Gottes Auswahl derer, die in den Himmel kommen würden, weder blind noch willkürlich, sondern jeder einzelne Tag unseres Lebens war in Gottes Buch (Psalm 139,16) niedergeschrieben, als Er uns auserwählte.
F: Lehrt Röm 8,29–30 die Irrlehre des Universalismus, wonach alle gerettet werden?
A: Nein. In Römer 8,29–30 heißt es, dass alle, die vorher erkannt und vorherbestimmt wurden, verherrlicht werden. In diesen Versen fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass alle Menschen zur Errettung vorher erkannt und vorherbestimmt sind.
Hier ist, was die falsche Religion der Vereinigungskirche von Rev. Moon in ihrem Buch „Das Göttliche Prinzip“ (5. Auflage, 1977) lehrt, gefolgt von der Lehre der Bibel.
„Das Göttliche Prinzip“, S. 190: „Der letztendliche Zweck von Gottes Vorsehung der Wiederherstellung besteht darin, die gesamte Menschheit zu erretten. Daher ist es Gottes Absicht, die Hölle vollständig abzuschaffen, nachdem die für die vollständige Begleichung aller Wiedergutmachung erforderliche Zeitspanne verstrichen ist.“
„Das Göttliche Prinzip“, S. 191: „Wenn die Letzten Tage kommen, werden sogar böse Geister zu irdischen Menschen derselben Ebene herabsteigen und durch die Zusammenarbeit mit ihnen an der Erfüllung von Gottes Willen mitwirken. Schließlich wird nach einer angemessenen Zeitspanne der vereinte Zweck der Schöpfung erreicht sein.“
Das Göttliche Prinzip, S. 200: „Auch wenn der Zeitpunkt ihrer Erlösung unterschiedlich sein mag, sind alle gefallenen Menschen dazu vorherbestimmt, gerettet zu werden.“
Die Bibel: Die Strafe der Ungläubigen ist ewig und unendlich. (Matthäus 18,8; 25,41.46; Judas 7). Es ist ein unauslöschliches Feuer (Jesaja 66,24; Matthäus3:12 ; Lukas3:17 ).
Rev 14:11 Es heißt dort: „Und der Rauch ihrer Qual steigt auf in alle Ewigkeit. Tag und Nacht gibt es keine Ruhe für diejenigen, die das Tier und sein Bild anbeten …“
Frage: Wie viel Prozent der Menschen, die in Röm 8,30 eine Stufe erreichen, gelangen zur nächsten Stufe?
A: Zu 100 %. Jeder, der vorherbestimmt ist, wird berufen. Jeder, der berufen ist, wird tatsächlich gerechtfertigt. Jeder, der gerechtfertigt ist, wird verherrlicht.
F: Da wir gemäß Röm 8,30 eines Tages verherrlichte Geschöpfe im Himmel sein werden, wie sollten wir nun entsprechend leben, ohne dabei arrogant zu wirken?
A: Da wir eines Tages sündlos und frei von allem Bösen sein werden, sollten wir versuchen, schon jetzt so zu leben. Wenn wir das tun und so demütig sind, wie es nur geht, sollten wir uns bewusst sein, dass manche uns dennoch als arrogant bezeichnen könnten. (Es ist so arrogant, dass Sie sich für so gut halten, dass Sie nicht mit mir ausgehen und sich betrinken wollen.) Aber wir sollten wirklich keinerlei Arroganz an den Tag legen, denn Gott fordert uns auf, demütig zu sein. Ein zweiter Grund ist, dass wir wirklich keinen Grund haben, arrogant zu sein. Was Gutes haben Sie, das nicht ein Geschenk Gottes war?
F: Steht in Röm 8,32 das Wort „anderes“ im Griechischen so, wie es in der „Neuen-Welt-Übersetzung“ der Zeugen Jehovas (überarbeitet 1970 u. Z., S. 1227) steht?
A: Nein, das ist es nicht. Die „Neue-Welt-Übersetzung“ fügt das Wort „anderes“ kursiv ein, beispielsweise viermal in Kolosser 1,16–20. Die Kursivschrift zeigt, dass es im Griechischen nicht vorkommt. Allerdings kommt das Wort „anderes“ im Griechischen weder in Römer8:32 , noch in Philipper 2:9 vor, und der Wachtturm hat es versäumt, es kursiv zu setzen. Außerdem fügten sie „anderes“ in Apostelgeschichte 10:36 hinzu und setzten es in eckige Klammern.
F: Was ist in Röm 8,39 an den Worten des Paulus über Höhe und Tiefe interessant?
A: Die genaue Bedeutung bezog sich auf Himmelskörper oberhalb des Horizonts und Himmelskörper unterhalb des Horizonts. Man kann es auch so verstehen, dass wir uns keine Sorgen machen müssen um irgendetwas im Himmel oder in der Hölle, noch um den Aberglauben der Astrologie und des Schicksals, der uns von Gottes Liebe trennen könnte.
F: Ist es in Röm 8,39 möglich, die Erlösung zu verlieren?
A: Echte Christen sind sich in dieser Frage uneinig. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Hebräer 6,4–12 und Epheser 1,14.
F: Sollten wir gemäß Röm 9,1–4 Trauer um die Verlorenen empfinden?
A: Ja. Paulus war zweifellos zutiefst betrübt um diese Menschen. Ebenso wird Jeremia wegen seiner Trauer um die Verlorenen als „weinender Prophet“ bezeichnet, wie in Jeremia 9,1–2 und an anderen Stellen zu lesen ist. Jesus empfand großen Kummer um jene in Jerusalem, die ihn ablehnten (Matthäus 23,37–39). Wenn wir dem Beispiel der Propheten, Apostel und Jesu folgen wollen und keinen Kummer oder kein Bedauern um die Verlorenen empfinden, dann stimmt etwas mit uns nicht.
Die Juden verfügten sowohl über die Abstammung als auch über die Bräuche, doch sie hatten weder Glauben an den kommenden Messias, noch sahen sie die Notwendigkeit des Glaubens. Viele der Juden waren stolz darauf, dass sie sich so sehr bemühten, doch sie wollten nicht akzeptieren, dass es durch Gnade geschah und nicht durch ihre Werke. Ein interessanter Kontrast besteht zwischen der Sichtweise des Paulus – der Trauer um diese Menschen – und der Sichtweise der ungeretteten Juden: Für sie war Paulus ein Verräter.
Es gibt einen Witz, in dem ein Mann eine Dame in einer Baptistenkirche fragte, wie es ihrem Pastor gehe. Die Dame antwortete: „Oh, wir haben ihn vor einiger Zeit entlassen, weil er sagte, dass alle, die Jesus ablehnen, in die Hölle kommen.“ Der Mann war schockiert, denn genau das sagen Christen, einschließlich der Baptisten. Also fragte er: „Was sagt Ihr neuer Pastor?“ Die Dame antwortete: „Oh, er sagt, dass alle, die Jesus ablehnen, ebenfalls in die Hölle kommen.“ Der Mann fragte: „Wo liegt dann der Unterschied?“ Die Dame sagte, der erste Pastor habe es mit Freude in der Stimme gesagt, der zweite Pastor hingegen mit einer Träne im Auge.
F: Da Gottes Verheißungen in Röm 9,4f,6–9 sicher sind, warum waren sie dann für manche wirkungslos?
A: Gottes Verheißungen sind gut, aber man muss den Geltungsbereich der Verheißung betrachten. Manchmal gilt der Geltungsbereich nur für bestimmte Personen, wie beispielsweise für Isaak und nicht für Ismael und die Midianiter, für Jakob und nicht für Esau usw. Manchmal ist der Geltungsbereich an Bedingungen geknüpft, wie im Fall der Kinder Israels, die Gott verließen, um den Baalen anzubeten; sie waren fort und standen außerhalb der Verheißung. Gottes Erlösung ist gewiss und ewig für alle, die sie annehmen.
F: Gehen in Röm 9,8–9.27 und Röm11:13 –17.26 alle Juden in den Himmel, oder nicht?
A: Nein. Einige wenige sind aufgrund dieser beiden Passagen aus dem Römerbrief zu dieser Ansicht gelangt. In Römer 8–9 wird jedoch deutlich gemacht, dass es die Kinder der Verheißung sind – und nicht die leiblichen Nachkommen –, die in den Himmel kommen. Römer9:27 betont, dass nur ein Überrest des leiblichen Israels gerettet werden wird. Römer 11,13–17.26 spricht sowohl von Gottes „offener Einladung“ an die Juden heute als auch von ihrer zukünftigen massenhaften Annahme dieser Einladung.
Darüber hinaus sagte Jesus den religiösen Juden in Johannes8:24 , dass sie, wenn sie nicht glauben, dass Jesus der Messias ist, tatsächlich in ihren Sünden sterben werden. In Matthäus 23,33 fragt Jesus die Gesetzeslehrer und Pharisäer, wie sie jemals der Verdammnis zur Hölle entgehen wollen. Galater 5,2 zeigt ebenfalls, dass Christus für diejenigen, die auf die Beschneidung vertrauen, keinen Wert hat.
Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Jeremia 31,37.
F: Warum hasste Gott in Röm9:13 und Mal 1,2–3 Esau? War das gerecht?
A: Laut R. C. Sproul in „Now That’s a Good Question“, S. 570: „Zunächst einmal haben wir es hier mit einer hebräischen Redewendung zu tun. Es handelt sich um die hebräische Redeweise, die wir als antithetischen Parallelismus bezeichnen, bei der die Heilige Schrift in direkten Gegensätzen spricht. Um dies zu verstehen, müssen wir erkennen, dass, was auch immer Gott mit dem ‚Hassen‘ Esaus meint, es genau das Gegenteil dessen bedeutet, was es bedeutet, Jakob zu lieben. … Im Kontext des Alten Testaments, in dem dieser spezielle Text vorkommt, bedeutet es, wenn die Bibel sagt, dass Gott Jakob liebt, dass er Jakob zum Empfänger seiner besonderen Gnade und Barmherzigkeit macht. Er schenkt Jakob etwas, das er Esau nicht schenkt. Er schenkt Jakob Barmherzigkeit. Er verweigert Esau dieselbe Barmherzigkeit, weil er Esau diese Barmherzigkeit nicht schuldig ist und er sich das Recht vorbehält, sie zu verweigern. … Der Jude beschreibt diesen Unterschied unter Verwendung widersprüchlicher Begriffe.“
F: Was ist in Röm 9,14 der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Fairness? Ist Gott beides?
A: Die Bibel sagt, dass Gott gerecht ist; sie sagt nicht, dass Gott fair ist. Gerechtigkeit bedeutet, den Menschen das zu geben, was sie verdienen. Doch manchmal haben Gottes Gnade und Barmherzigkeit Vorrang vor Gottes Gerechtigkeit. Gott schenkt uns Gutes, das wir nicht verdienen, und er erspart uns das Schlechte, das wir eigentlich verdienen, weil Jesus für uns am Kreuz gestorben ist. Gottes Gerechtigkeit wird dennoch gewahrt, denn Jesus hat die Strafe für unsere Sünden auf sich genommen. Fairness bedeutet, jedem genau dasselbe zu geben und genau dieselben Chancen zu bieten. Die Bibel und das Leben zeigen, dass Gott nicht fair ist und es auch nicht sein muss. War Gott fair gegenüber Jakob und Esau? Manche Menschen sagen: „Ja und nein.“ Ich habe eine ganz andere Antwort: „Nein und ja“. Gott war gegenüber Jakob NICHT gerecht. Jakob glaubte an Gott, aber er war ein lügender, betrügerischer Schurke, den Gott, wäre er gerecht, im Stich gelassen hätte. Andererseits war Esau gemäß Hebräer 12,16 gottlos; Esau wollte nichts mit Gott zu tun haben, und Gott hatte nichts mit Esau zu tun, abgesehen davon, dass Esau finanziell Erfolg hatte.
F: Warum können wir Gott in Röm 9,18 nicht dafür verantwortlich machen, dass er das Herz des Pharaos verhärtet hat?
A: Siebenmal sagte Gott, Er habe das Herz des Pharaos verhärtet. Aber siebenmal sagte Gott, der Pharao habe sein eigenes Herz verhärtet. Zunächst müssen wir das Konzept der Verhärtung verstehen, bevor wir uns damit befassen, wie Gott das Herz des Pharaos verhärtete.
Die Verhärtung des Herzens eines gottlosen Menschen führt dazu, dass dieser noch festhafter in seiner Gottlosigkeit verbleibt. Andererseits sagte Gott, dass er die Propheten Hesekiel und Jeremia verhärtet habe, und diese wurden auf positive Weise verhärtet. In Hesekiel 3,8–9 heißt es: „Aber ich [Gott] werde dich so unnachgiebig und verhärtet machen wie sie. Ich werde deine Stirn wie den härtesten Stein machen …“
In Jeremia1:18 ;15:20 machte Gott Jeremia wie eine Mauer, die sich gegen alle stellen würde.
Somit bedeutet „Verhärtung“ nicht immer etwas Böses, sondern es bedeutet, jemanden in seinen Gewohnheiten fester zu machen, so wie Ton ausgehärtet wird.
Dass Gott die Plagen sandte, mag die Herzen einiger Menschen erweicht haben, doch es hatte zur Folge, dass das Herz des Pharaos verhärtet wurde. Inwieweit hat Gott das Herz des Pharaos verhärtet, ohne äußere Einflüsse wie Plagen einzusetzen? Die Heilige Schrift gibt darüber keinen Aufschluss. Unabhängig davon lenkte Gottes Wirken das Herz des Pharaos in die Richtung, in die der Pharao es ohnehin schon lenken wollte. Wenn Plagen in unser Leben treten, können sie eine Aufforderung sein, unser Herz gegenüber Gott zu verhärten – oder unseren Entschluss für Gott und gegen die Sünde zu festigen.
Hier ist, was ein Schriftsteller der frühen Kirche dazu lehrte.
Tertullian (198–220 n. Chr.): „Gott verhärtet das Herz des Pharaos. Er verdiente es jedoch, zu seinem Untergang beeinflusst zu werden, da er Gott bereits verleugnet hatte, in seinem Stolz schon so oft Seine Gesandten zurückgewiesen hatte, seinem Volk schwere Lasten auferlegt hatte und (um alles zusammenzufassen) ein Ägypter war.“ Fünf Bücher gegen Marcion, Buch 2, Kap. 14, S. 308
Origenes (225–254 n. Chr.) sagte sinngemäß, dass so wie dieselbe Hitze derselben Sonne sowohl Lehm verhärtet als auch Wachs schmilzt, so verhärtet das Wirken des Geistes Gottes die Rebellischen und erweicht die Reumütigen. Origenes’ „De Principiis“ (sowohl griechisch als auch lateinisch), Buch 3, Kap. 1.11, S. 311.
Frage: Wer trug in Röm 9,18 welche Verantwortung für die Verhärtung des Herzens des Pharaos sowie anderer Menschen?
A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.
A. Gott ist verantwortlich:
A1. Alles, was geschieht, wird von Gott zugelassen. Mit anderen Worten: Es geschieht nichts, was Gott nicht zulässt (Jakobus4:15 ; Hiob1:12 ; 2,6; Psalm 103,19).
A2. Alles, was Gott beschließt, geschieht mit Sicherheit (Jesaja 43,13; Jesaja 55,10–11; Römer 11,29). Gott versprach (d. h. beschloss), dass die Israeliten Ägypten verlassen würden, nachdem sie 400 Jahre lang Sklaven gewesen waren (1. Mose15:13 –14).
A3. Gott schuf den Pharao und ließ ihn leben.
A4. Gott wirkte im Lauf der Geschichte und ließ den Pharao zu jener Zeit König von Ägypten sein.
A5. Gott sandte gezielt die Plagen über Ägypten.
A6. Letztendlich war, ist und wird alles – selbst Dinge, die „Gott nicht in den Sinn gekommen sind“ (Jeremia 19,5; 32,35) – in Gottes Plan verwoben sein (Epheser1:11 ; Römer8:28 ; Sprüche 16,4).
B. Gott ist nicht verantwortlich für Dinge, die Er zugelassen, aber nicht unmittelbar verursacht hat, wie zum Beispiel das Böse.
B1. Manche Dinge rufen Gottes großen Zorn hervor (Jeremia 5,29;8:19 ; 12,8; Hesekiel 8,6).
B2. Manche Dinge brechen Gott das Herz (Jeremia 4,19–22; 9,1; Lukas 19,41–44; Matthäus 23,37–39).
C. Der Pharao trug die Verantwortung:
C1. Der Pharao wurde nicht dazu gezwungen. Tatsächlich wären die Plagen für die meisten Menschen eine „Ermutigung“ gewesen, sich für das Richtige zu entscheiden.
C2. Der Pharao traf seine eigenen Entscheidungen.
D. Beide trugen gemeinsam die Verantwortung:
D1. Auch der Pharao verhärtete sein eigenes Herz, und diese Selbstverhärtung des Pharaos wurde bereits erwähnt, bevor Gott das Herz des Pharaos verhärtete.
Frage: Wie kann Gott uns in Röm9:19 –22 und Röm 11,8.10 für das verantwortlich machen, was Er aus uns macht?
A: Vielleicht hilft ein Beispiel. Nehmen wir an, wir wären auf einem Schiff geboren worden und hätten unser ganzes Leben dort verbracht. Angenommen, dieses Schiff stünde kurz vor dem Untergang, und es stünde ein Rettungsboot zur Verfügung, mit dem wir das Schiff verlassen könnten. Wenn wir auf dem Schiff bleiben und ertrinken, sind wir für unseren eigenen Tod verantwortlich. Wir waren nicht dafür verantwortlich, auf dem Schiff geboren worden zu sein, aber wir waren dafür verantwortlich, dass wir uns nicht dafür entschieden haben, das sinkende Schiff zu verlassen. Es wäre nicht nur unangemessen, sondern auch tragisch und sinnlos, wenn jemand die Umstände seiner Geburt für seine eigene Entscheidung verantwortlich machen würde, das Angebot des Rettungsbootes abzulehnen.
Somit hatten wir weder Einfluss noch Verantwortung darauf, wie wir geboren wurden, und auch nicht auf die Tatsache, dass wir eine sündige Natur haben. Die Menschen sind jedoch dafür verantwortlich, dass sie sich nicht dafür entscheiden, zu Gott zu kommen, um von ihrer sündigen Natur gereinigt zu werden und Vergebung für ihre Sünden zu erlangen.
F: Warum bezeichnet Gottes Wort in Röm 9,19 diese Fragen als unangebracht?
A: Hier werden zwei unterschiedliche Gründe genannt.
Einstellung: Keine Frage ist gut, wenn die Haltung darin besteht, Gott zu widersprechen (Vers 20). Anstatt zu versuchen, Gottes Wege zu verstehen, zielen die Fragen darauf ab, Gott dazu zu bringen, sich rechtfertigen zu müssen.
Inhalt: Selbst wenn sie mit einer ehrfürchtigen Haltung gestellt werden, sind die Fragen dennoch unangebracht, da sie von falschen Annahmen ausgehen. Wir müssen uns zweier Wahrheiten bewusst werden:
1. Gott hat das Recht, uns so zu gestalten, wie Er es wünscht (Vers 21).
2. Darüber hinaus hat Gott, wie die Verse 21–23 zeigen, die Auserwählten und die Verworfenen nicht unterschiedlich geschaffen; wir alle werden aus demselben „Lehm“ geformt. Der Unterschied liegt nicht in unserem Ursprung, sondern in unserem Bestimmungsort. Für viele Menschen wird „die Botschaft nicht mit dem Glauben verbunden sein“ (Hebräer 4,2), und Gott wird Seinen gerechten Zorn über sie ausgießen.
F: Haben die Menschen in Röm 9,19 einen freien Willen?
A: Ja, nach der korrekten Definition.
Nein, nichts außerhalb von Gottes gewolltem und beschlossenem Willen. Wenn Sie mit freiem Willen meinen, dass der Mensch völlig jenseits von Gottes Grenzen, Wissen oder Kontrollmöglichkeiten handeln kann, dann hat niemand, nicht einmal Adam oder Satan, einen freien Willen. Dies ist jedoch selten das, was mit freiem Willen gemeint ist.
Ja, wir tun Dinge außerhalb von Gottes gewolltem Willen.
Freier Wille bedeutet oft, dass Gott sich entschieden hat, uns die Fähigkeit zu geben, echte Entscheidungen zu treffen und Dinge zu tun, die außerhalb dessen liegen, was Gott wünscht. Gott kennt alle unsere Entscheidungen, aber wir sind es, die sie getroffen haben. Unser Wille ist in dem Sinne „frei“, dass er nicht von Gott erzwungen wird. Wir sind keine Marionetten oder Roboter. Unser freier Wille ist jedoch nicht vollkommen „frei“, da er durch die Sünde gebunden ist. Der Drogenabhängige, der sich nach Drogen sehnt, hat den freien Willen, von heute auf morgen vollständig aufzuhören, doch sein Wille ist gefesselt.
Nicht-calvinistische Christen sagen, wir hätten einen freien Willen, was auch beinhaltet, dass jeder eine gewisse Verantwortung und die Fähigkeit besitzt, auf Gott zu reagieren. Calvinistische Christen sagen, dies sei nicht der Fall. Einige Calvinisten vertreten die Ansicht, dass Gläubige einen freien Willen haben, Nichtgläubige hingegen nicht. Der große Prediger (und Calvinist) des 19. Jahrhunderts, Charles Spurgeon, sagte, wir hätten einen „freien Willen“, dieser sei jedoch ein Sklave unserer sündigen Natur – was eigentlich der Auffassung der Nicht-Calvinisten recht ähnlich ist.
Andere Calvinisten sagen jedoch im Grunde genommen, dass die Menschen zwar über „freie Handlungsfähigkeit“ verfügen, aber keinen freien Willen haben – nicht nur, weil Gott sich entschieden hat, ihn uns nicht zu geben, sondern weil Gott ihn uns angeblich nicht geben könnte, ohne dabei seine Souveränität aufzugeben.
Die Calvinistin Loraine Boettner (S. 222) sagt: „Wenn wir zudem den freien Willen in dem Sinne anerkennen, dass die absolute Bestimmung der Ereignisse in den Händen des Menschen liegt, könnten wir ihn genauso gut mit einem großen F und einem großen W schreiben; denn dann ist der Mensch wie Gott geworden – erste Ursache, ursprüngliche Quelle des Handelns – und wir haben so viele Halbgötter, wie wir freie Willen haben. Solange die Souveränität Gottes nicht aufgegeben wird, können wir dem Menschen diese Unabhängigkeit nicht zugestehen.“
Boettner vermischt hier tatsächlich verschiedene Kategorien. Würde Boettner sagen, dass „wir den freien Willen nicht in dem Sinne zulassen können, dass der Mensch Dinge tun könnte, die außerhalb dessen liegen, was Gott erlaubt hat“, dann müssten alle Christen Boettner zustimmen. Wenn Gott sich jedoch dafür entschieden hat, vorübergehend eine „delegierte Souveränität“ zu gewähren, bei der Gott verfügt hat, dass bestimmte Dinge – wie das ewige Schicksal eines Menschen – auf die eine oder andere Weise eintreten werden, je nachdem, wie der Mensch auf Gottes Wirken in seinem Leben reagiert, und Gott diese Reaktion nicht erzwungen hat, dann irrt sich Boettner – es sei denn, man legt in Boettners Begriff „absolut“ so viel hinein, dass die Aussage zu einer logischen Tautologie wird, der jeder zustimmen könnte.
Eine biblisch fundiertere Darstellung der menschlichen Freiheit, der sowohl Nicht-Calvinisten als auch viele Calvinisten zustimmen können, war Teil eines Vortrags von R. C. Sproul in Austin zum Thema „March 9, 1991 “ (Die Freiheit des Menschen).March 9, 1991 .
„Ich glaube nicht, dass wir als Christen das äußerst wichtige Konzept der menschlichen Freiheit und Verantwortung aufgeben müssen – nicht einmal für eine Sekunde. Und es wäre sehr schmerzhaft für mich, die Vorstellung von der menschlichen Freiheit aufgeben zu müssen. Doch, meine Lieben, damit könnte ich leben. Wenn ich jedoch die Vorstellung aufgeben müsste, dass Gott souverän ist, hätte ich das Christentum aufgegeben. Ich hätte die Hoffnung aufgegeben, denn ich würde nun erkennen, dass ich in einem Universum lebe, das nicht unter der Herrschaft der göttlichen Vorsehung steht.“ R. C. Sproul sagt also, dass Gottes Souveränität für ihn wichtiger ist als die menschliche Freiheit, doch er glaubt, dass beides wahr ist. Auch hier spricht Sproul nicht von einer totalen, absoluten Freiheit, sondern lehrt eine echte Freiheit.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Alle sollten sich darin einig sein, dass jeder die Verantwortung hat, Gott zu gehorchen, doch aus eigener Kraft hat niemand die Macht dazu, da wir von Natur aus sündig sind. Viele, wenn auch nicht alle reformierten Christen vertreten die Ansicht, dass Gott den Nicht-Auserwählten niemals die Möglichkeit, die Wahl oder die Fähigkeit gegeben hat, in irgendeiner Weise auf Gott zu reagieren. Wie ein reformierter Christ es formulierte: Man ist entweder ein Roboter Gottes oder ein Roboter Satans.
Nebenbei sei angemerkt, dass einige gemäßigte reformierte Theologen (Spurgeon, Packer, Bunyan usw.) der Ansicht sind, Gott unterbreite allen ein aufrichtiges Angebot des Evangeliums. Andere (Pink, Gill, Hoeksema) vertreten die Auffassung, dass Gott das Evangelium nicht allen anbietet. Wieder andere sagen, dass wir allen aufrichtig das Evangelium anbieten können, da wir nicht wissen, wer die Auserwählten sind, Gott selbst jedoch kein aufrichtiges Angebot unterbreiten könne.
Bitte beachten Sie die nächste Frage zur biblischen Begründung des „freien Willens“ in dem Sinne, dass zwar unser Wille an die Sünde gebunden ist, aber alle Menschen die Fähigkeit besitzen, echte Entscheidungen zu treffen und auf Gott zu reagieren.
F: Sind die Menschen in Röm 9,19 wie Roboter oder Marionetten, oder hat Gott beschlossen, jedem die Fähigkeit zu gewähren, echte Entscheidungen zu treffen und auf Gott zu reagieren?
A: Josua 24,22–23 zeigt, dass entweder die Menschen Entscheidungen treffen können oder dass es Gott genügt, wenn sein Volk in dem Irrglauben verbleibt, es entscheide sich bewusst dafür, einen Bund mit ihm zu schließen.
Gott hat den Menschen die Freiheit gegeben, Sein Herz zu brechen (Jeremia 9,1; Matthäus 23,37–39 usw.). Während einige Calvinisten behaupten, dies seien lediglich Anthropomorphismen und Gott empfinde nicht wirklich so, öffnet dies eine ganze Büchse der Pandora. Hypothetisch gesprochen: Wenn alle Verse in der Bibel, in denen davon die Rede ist, dass Gott Herzschmerz und Enttäuschung empfindet, nicht wörtlich zu nehmen sind, dann gilt dies vielleicht auch für alle Verse über Gottes Zorn und Grimm sowie für anthropomorphe Beschreibungen, und Gott empfindet in Wirklichkeit keinen Zorn. Vielleicht wären auch alle Verse über Gottes Liebe Anthropomorphismen, und Gott empfindet auch kein Gefühl der Fürsorge oder Sorge um uns. Somit haben entweder die Verse, die Gottes Gefühle beschreiben, sehr wohl eine Bedeutung, oder Gott hat in der Bibel unnötig viel Tinte verschwendet, obwohl Er einfach die Konsequenzen hätte darlegen und erklären können, dass Er eine Art bloßer Computer sei.
Weitere Informationen zur Entscheidungsfreiheit des Menschen finden Sie in der Erörterung zu Genesis 50,19–20; Deuteronomium 1,39 und Josua 24,21–24.
Eine ausführlichere Erörterung der Entscheidungsfähigkeit des Menschen finden Sie in der nächsten Antwort.
F: Wenn Menschen in Röm 9,19 nicht wie Roboter oder Marionetten sind, was sagt die Bibel dann über die Entscheidungsfähigkeit des Menschen aus?
A: Verzeihen Sie mir, dass ich diesen Punkt so ausführlich behandle, doch viele Calvinisten übersehen, dass Gott den Menschen eine echte, authentische Wahlmöglichkeit gibt, ihn zu suchen. Zunächst zwei Punkte zu Gott, dann einige Punkte zu den Menschen.
DER VATER UND JESUS: Der Vater hat Jesus erwählt, berufen und gesandt, um unser Erlöser zu sein. Dies geht aus Matthäus 12,18; 1. Petrus 2,6; Hebräer 5,4; 3,2; Lukas 23,35 sowie Jesaja 48,15; 49,1.6 hervor.
Die Wahl, die Erkenntnis und der Plan des Vaters änderten jedoch nichts an der Tatsache, dass Christus selbst sich dennoch frei dafür entschied, zu kommen und zu gehorchen, gemäß Johannes 10,18; Lukas 22,42 und Hebräer 10,9.
MENSCHEN: Alle Menschen sind sündig und verdorben. Ohne Gottes Wirken wird niemand Gott suchen, wie es in Römer3:11 heißt, wo Davids Worte aus Psalm 14,2 und Psalm 53,2 wiedergegeben werden.
Dennoch behauptete David selbst in Psalm 63,1 und Psalm 27,4.8, dass er Gott suchte.
Darüber hinaus haben sich viele andere mit Gottes Hilfe dafür entschieden, dem Herrn zu dienen.
Josua 24,22: „Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, dass ihr euch entschieden habt, dem HERRN zu dienen“, heißt es über Israel
Matthäus6:33 : „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“
Viele suchen Gott: 1. Chronik 16,10.11; 2. Chronik 15,12; 30,19; Esra 6,21; Psalm 34,10; 69,32; 70,4; Sprüche 28,5; Sacharja 8,21.22; Maleachi 3,1
Richten Sie Ihr Herz darauf aus, Gott zu suchen (2. Chronik 11,16)
1. Chronik22:19 ; 28:8,9; 2. Chronik7:14 ;12:14 ; 14:4; 15:2;15:13 ; 19:3
2. Chronik 20,3–4; 31,21; 34,3; Hosea 3,5
Psalm 9,10 und Jesaja 45,19 sind eine Verheißung, diejenigen nicht im Stich zu lassen, die Gott suchen
Psalm22:26 : Diejenigen, die den HERRN suchen, werden Ihn preisen.
Psalm 24,6: So ist die Generation derer, die ihn suchen.
Psalm 40,16; 105,3.4; 119,2.45 – Alle, die Sie suchen, freuen sich und sind fröhlich
Psalm 119,94 Ich habe nach Ihren Geboten gesucht
Sprüche 1,28b–29 Sie werden suchen, aber nicht finden, denn sie haben den Herrn nicht gefürchtet
Sprüche8:17 : Wer Weisheit sucht, der findet sie
Jesaja 51,1: Ihr, die ihr den HERRN sucht
Jesaja 55,6: Sucht den Herrn, solange er zu finden ist; ruft ihn an …
Jeremia 29,13: Ihr werdet suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen sucht
Jeremia 50,4: Israel und Juda werden Gott suchen
Hosea10:12 „… Denn es ist Zeit, den HERRN zu suchen“
Amos 5,4.6;5:14 : Sucht den HERRN und lebt
Darüber hinaus können Menschen mit Gottes Hilfe beschließen, Gottes Willen zu tun.
Johannes7:17 Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob meine Lehre von Gott stammt oder ob ich aus mir selbst heraus spreche.
Jona 2,8: „Die an wertlosen Götzen festhalten, geben Seine liebevolle Hingabe auf“
Psalm 83,16: Gott handelt so, dass die Menschen ihn suchen mögen
Psalm 119,30: „Ich habe den Weg der Wahrheit gewählt;“
Psalm 119,173 „denn ich habe deine Gebote gewählt“
Jesaja 7,15: „Bevor er alt genug ist, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird er Quark und Honig essen.“
Jesaja 56,4: „Den Eunuchen, die meine Sabbate halten und das wählen, was mir gefällt …“
Sprüche 8,10.16:16 : Uns ist geboten, die Unterweisung der Weisheit dem erlesenen Silber vorzuziehen
Johannes5:35 Johannes war eine Lampe, die brannte und Licht spendete, und Sie waren eine Zeit lang bereit, sich in seinem Licht zu sonnen
Johannes7:17 „Wenn jemand Seinen Willen tun will, wird er erkennen …“
Apostelgeschichte20:21 „…die Umkehr zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus“
Epheser1:13 Und in ihm, nachdem ihr das Wort der Wahrheit gehört und geglaubt habt …
Deuteronomium 30,19 Nun wählt [ihr, Israeliten], das Leben, damit ihr und eure Kinder leben möget
Römer11:32 Denn Gott hat alle dem Ungehorsam übergeben, damit er sich aller erbarmen kann. (Das Wort „alle“, pantas, ist in beiden Fällen dasselbe.)
2. Thessalonicher2:10 Die Verlorenen sind irregeführt, weil sie sich weigern, die Wahrheit zu lieben und so gerettet zu werden.
Titus2:11 „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um allen das Heil zu bringen.“
1. Petrus1:22 „Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegenüber der Wahrheit gereinigt habt …“
2. Petrus1:10 „bemüht euch, eure Berufung und Erwählung sicher zu machen.“
Im Gegensatz dazu sind die Menschen dafür verantwortlich, dass sie ihren Gott nicht suchen.
Jesaja 9,12–13; Hosea 7,10: Gott ist zornig, weil das Volk nicht zu ihm zurückgekehrt ist und ihn nicht gesucht hat. Ist Gott zornig wegen dessen, was er ihnen verboten hat, und zornig wegen dessen, wozu er sie nicht befähigt hat?
Jeremia 30,15: Wegen eurer großen Schuld und eurer vielen Sünden hat Gott euch bestraft.
Psalm 10,4 Die Gottlosen suchen Gott nicht. (Was wäre der Sinn dieses Verses, wenn auch gottesfürchtige Menschen wie David Gott nicht suchten?)
Sprüche1:29 Weil sie die Erkenntnis verabscheuten und sich nicht dafür entschieden, den Herrn zu fürchten.
ZUSAMMENFASSUNG: Da Gottes Berufung die Entscheidungsfreiheit Jesu nicht außer Kraft gesetzt hat und die Bibel sagt, dass wir mit Gottes Hilfe uns für Gott entscheiden können, hebt Gottes Berufung unsere Entscheidungsfreiheit nicht auf.
F: Könnte es in Röm 9,19 möglich sein, dass Nichtchristen keinen freien Willen haben, Christen jedoch schon?
A: Nein, aber dies ist ein interessanter Gedanke, den mir einmal ein calvinistischer Freund von mir mitteilte. Von anderen Calvinisten habe ich davon jedoch noch nichts gehört. Es gibt vier Punkte, die verdeutlichen, warum diese Ansicht falsch ist.
Gott ist souverän insofern, als Er alles weiß, was geschehen wird, einschließlich jeder Entscheidung, die wir treffen werden. Er kontrolliert zudem bis ins kleinste Detail alles, was Er kontrollieren möchte, und kein einziges Atom bewegt sich, es sei denn, Gott lässt es zu. Gott kann sich jedoch auch zurückhalten. Er kann sich dafür entscheiden, vorübergehend und innerhalb gewisser Grenzen „Seine Souveränität zu delegieren“, sodass wir Entscheidungen treffen können, für deren Folgen wir – und nicht Gott – verantwortlich sind.
Was ist freier Wille? Würde man den freien Willen als den Teil von uns definieren, der völlig unabhängig ist und den selbst Gott nicht kontrollieren kann, so existiert diese Art von freiem Willen nicht. Die frühchristlichen Autoren schrieben jedoch über den freien Willen als unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, und dass Gott uns sogar erlaubt, Entscheidungen zu treffen, die Ihm missfallen und schwerwiegende Folgen haben. Unser freier Wille ist jedoch durch die Sünde gebunden, genauso wie der freie Wille eines Alkoholikers oder Drogenabhängigen durch dessen Sünden gebunden ist. Sie mögen aus eigener Kraft nicht die Macht haben, sich von ihrer Sucht zu befreien, aber sie können in eine Kirche oder eine Entzugsklinik stolpern und um Hilfe rufen.
Viele Calvinisten leugnen, dass Menschen in irgendeinem Sinne des Wortes einen freien Willen haben; sie leugnen, dass Menschen Entscheidungen treffen können. Es ist fast so, als wären wir Roboter. Einige Calvinisten leugnen, dass wir einen freien Willen haben, weil Gott souverän ist. Andere Calvinisten, ebenso wie Martin Luther, leugnen, dass wir einen freien Willen haben, weil wir gefallen und an die Sünde gebunden sind. Diese Frage impliziert, dass Calvinisten den freien Willen aus dem zweiten Grund leugnen.
Nicht-Calvinisten können zustimmen, dass Gott souverän ist und dass der Wille des Menschen in der Sünde gefangen ist. Allerdings macht keiner dieser Gründe unsere scheinbaren Entscheidungen zu einer Farce, noch macht er die Verantwortung des Menschen für das, worauf er nicht einmal reagieren kann, zu einem unvereinbaren Rätsel.
F: In Röm 9,20–21: Inwiefern gleicht Gott einem Töpfer und wir dem Ton?
A: Paulus greift hier auf das Bild aus Jeremia 18,6; Jesaja 29,16; 45,9 zurück. In 1. Mose 2,7, als Gott den Menschen formte, hat das Wort für „formte“ denselben Wortstamm wie das Wort für „Töpfer“. Gott kann mit der Schöpfung tun, was Er will, und wir sind verpflichtet, unserem Schöpfer zu folgen. Natürlich bleibt Ton, der vom Töpfer unberührt bleibt, einfach eine unkunstvolle, formlose Masse.
Wie Charles R. Erdman sagte: „Gottes Souveränität wird niemals dadurch ausgeübt, dass er Menschen verurteilt, die gerettet werden sollten, sondern sie hat vielmehr zur Errettung von Menschen geführt, die verloren gehen sollten.“ Der Brief des Paulus an die Römer, S. 109. (aus dem „Believer’s Bible Commentary“, S. 1719.)
F: Was tut Paulus hier in Röm 9,25–33?
A: Paulus untermauert seine These, indem er eine Schriftstelle nach der anderen anführt. Dies zeigt, dass es sich nicht um eine beiläufige Bemerkung in einem einzigen Vers handelt, sondern um einen roten Faden in der Heiligen Schrift. Es gibt einen Begriff für die Aneinanderreihung von Schriftstellen: Man spricht von einer „Catena“. Sowohl die Verfasser des Neuen Testaments (insbesondere Paulus) als auch mindestens 29 Schriftsteller der Urkirche vor dem Ersten Konzil von Nicäa verwendeten Catenae; sie waren also ein gängiges Ausdrucksmittel.
F: Wie und warum hat Gott in Röm 9,32–33 Jesus zu einem Stolperstein für die Juden gemacht?
A: Auch wenn diese Passage keinen Grund nennt, können wir doch einige Dinge beobachten. Jesus sagte in Matthäus 18,3–5 und 19,14, man müsse wie ein kleines Kind sein, um zu ihm zu kommen. Kleine Kinder sind in der Regel nicht von ihrem eigenen Wissen oder ihrer Weisheit beeindruckt und sind nicht stolz darauf, mehr zu wissen als andere. Sie möchten einfach nur demütig jemandem nahe sein, der sie liebt und ihnen in ihrer Schwäche hilft. Gott hat keine Freude an unserer Stärke, sondern daran, wie Seine Kraft durch unsere Schwäche zum Vorschein kommen kann. Gott sagte zu Paulus in 2. Korinther 12,9b–10: „… denn meine Kraft wird in der Schwäche vollkommen.“ „Darum will ich mich umso lieber meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mir ruht. Darum freue ich mich um Christi willen über Schwachheit, über Beleidigungen, über Not, über Verfolgungen, über Schwierigkeiten. Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Nicht jeder ist bereit, diese Haltung einzunehmen.
F: Was ist an diesem Wort für „straucheln“ in Röm 9,33 ungewöhnlich?
A: Dieses Wort bedeutet nicht, zu stolpern. Vielmehr kommt seine Bedeutung dem Herabstürzen von einer Klippe näher.
F: Welche Beispiele finden sich in Röm 10,1–4 dafür, dass der Eifer für die Religion jemandem im Weg steht, Gott zu erkennen?
A: Die Religion selbst, selbst eine gute Religion, kann zu einem Götzen werden. Es gibt aber auch eine schädliche Religion, die nicht gut ist. Wenn eine Religion vorschreibt, eine frisch verwitwete Frau zu verbrennen oder Menschen zu töten, die nicht gegen Sie kämpfen, nur weil sie Ihre Religion nicht akzeptieren, dann ist diese Religion schädlich. In Johannes 16,2 heißt es: „Sie werden euch aus den Synagogen ausschließen. Tatsächlich wird eine Zeit kommen, in der jeder, der euch tötet, glauben wird, er leiste Gott damit einen Dienst.“
F: Wie konnte Gott in Röm 10,3 die Israeliten gerecht für ihre Unwissenheit bestrafen?
A: In der Heiligen Schrift gibt es kein Beispiel dafür, dass Gott jemanden wegen unschuldiger Unwissenheit bestraft. Allerdings ist nicht jede Unwissenheit zwangsläufig unschuldig. Gute Eltern bestrafen beispielsweise ein Kleinkind nicht wegen Unwissenheit, aber ein guter Lehrer bestraft einen Schüler, der es versäumt hat, die Hausaufgabe zu lesen, sehr wohl wegen Unwissenheit. Die Juden haben ebenso wie wir heute die „Hausaufgabe“, Gottes Wort zu kennen.
F: In Röm 10,4: Inwiefern ist Christus das Ende des Gesetzes?
A: Auch wenn Christus selbst das Gesetz vollständig eingehalten hat, wäre dies noch nicht das Ende des Gesetzes.
Christus ist in mehrfacher Hinsicht das Ende des Gesetzes.
1. Als Hohepriester hat Christus das Gesetz für uns erfüllt. Ein für alle Mal hat Er das Opfer für uns dargebracht (Hebräer 9,13–14).
2. Der Zweck des Gesetzes besteht darin, uns zu Christus zu führen. In Hebräer 10,1 heißt es, das Gesetz sei ein Schatten dessen gewesen, was kommen sollte.
3. Christus ist das Ende oder das Ziel des Gesetzes. Die Opfer des Alten Testaments „bedeckten“ die Sünde (Hebräer 9,9–10; 10,2–4), bevor Christus die Sünde vollständig weggenommen hat.
Das Wort „Ende“ oder „Abschluss“ (telos) wird im Griechischen hervorgehoben, da es das erste Wort des Satzes ist.
Frage: Gilt das Gesetz in Röm 10,4 weiterhin in vollem Umfang für diejenigen, die nicht glauben?
A: Dies bezieht sich auf das mosaische Gesetz. In Römer 10,4 wird dies nicht mit den Worten „nur für diejenigen, die glauben“ eingeschränkt. Heidnische Ungläubige sollen also nicht daran denken, dem mosaischen Gesetz zu folgen, sondern vielmehr Christus und Seinen Geboten. Das mosaische Gesetz ist also für alle aufgehoben, doch das Gesetz von Recht und Unrecht, das in den Herzen der Menschen verankert ist, besteht weiterhin.
F: Leben wir gemäß Röm 10,5 durch die Einhaltung des Gesetzes, oder bringt das Gesetz den Tod, wie es in Röm 8,2 heißt?
A: Eine Analogie könnte hier hilfreich sein. Ob menschliches Gesetz Leben oder Tod bringt, hängt von Ihrer Perspektive ab. Ein potenzielles Opfer eines Verbrechens und ein zum Tode verurteilter Mörder haben unterschiedliche Perspektiven.
Würde man das Gesetz vollkommen einhalten, brächte dies Leben. Das Brechen eines Gesetzes, dessen Inhalt man kennt, führt jedoch zu Gericht und Tod.
F: Was ist an Paulus’ Beispiel in Röm 10,7 besonders interessant?
A: Paulus hat dieses Zitat aus 5. Mose 30,13 übernommen, wo es heißt: „Wer wird das Meer überqueren?“, und es so abgewandelt: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“ Wir müssen nicht in den Abgrund hinabsteigen, um Erlösung zu erlangen (was für uns ohnehin unmöglich wäre), denn Christus hat dies bereits für uns getan.
F: Reicht es in Röm 10,9–10 aus, einfach zu sagen: „Jesus ist der Herr“, um in den Himmel zu kommen?
A: Nein, das ist nicht die Lehre dieses Verses. In Apostelgeschichte8:13 „glaubte“ Simon Magus, doch Petrus sagte in Apostelgeschichte 8,18–20, dass er zugrunde gehen werde. Das griechische Wort für „glauben“ in Apg 8,13, „episteuse“, ist nicht das in der Bibel üblicherweise verwendete Wort für „glauben“. Das übliche Wort, „pestuvo“, bedeutet, zu vertrauen und einen rettenden Glauben zu haben. Das in Apg 8,13 verwendete Wort bedeutet hingegen eine intellektuelle Zustimmung.
F: Kann ein Mensch gemäß Röm 10,9 gerettet werden, wenn er auf Jesus als Retter vertraut, ihn aber nicht als Herrn anerkennt?
A: Nein, nichts in der Heiligen Schrift gibt Anlass zu dieser Hoffnung. In Römer 10,9 heißt es, dass wir Jesus „Herr“ oder „Meister“ nennen müssen. Nur zu sagen, dass Jesus der Erlöser ist, Jesus aber nicht mein Herr ist, bedeutet nicht, dass Sie die Erlösung durch Jesus empfangen haben.
F: Warum heißt es in Röm 10,11 „niemals zuschanden werden“, wenn dort auf Jes 28,16 Bezug genommen wird, wo es im masoretischen Text heißt: „niemals verzagen“?
A: Römer10:11 , entspricht eher der Formulierung „auf keinen Fall beschämt werden“ in der Septuaginta als dem masoretischen Text. Auch an vielen anderen Stellen liegen die Zitate im Neuen Testament näher an der Septuaginta als am masoretischen Text.
Das Wort für „verunsichert“ in Jesaja 28,16 im masoretischen Text ist chuwah (Strong’sche Konkordanz 2363), was wörtlich „sich beeilen“ bedeutet. Dies ergibt Sinn, wenn man „sich beeilen“ im Sinne von „sich aus einer verlorenen Schlacht zurückziehen“ versteht. Es bezieht sich jedoch auch auf Emotionen, wie zum Beispiel „zutiefst beunruhigt“ in Hiob 20,2. Der masoretische Text und die Septuaginta haben hier also eine ähnliche Bedeutung, doch die Septuaginta ist etwas präziser und für Nicht-Hebräischsprachige leichter zu verstehen.
F: Worauf stützt sich in Röm 10,11 die Aussage, dass ein lebloser Stein eine Person darstellt?
A: Gott ist in Jesaja 8,14 und 1. Petrus 2,8 metaphorisch ein Stolperstein; „ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“. In Psalm 118,22 heißt es: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“ Der Psalmist lehrt uns hier nichts über Gebäude; dies ist eine Metapher, die ganz natürlich auf den Messias zutrifft.
F: Stimmt es, dass in Röm 10,12 „die Identität des ‚Herrn‘ aus dem Kontext nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann“, wie es die Zeugen Jehovas gelehrt haben (Wachtturm vom 1.2.1977, S. 95)?
A: Nein. 1. Korinther 12,4–6 und viele andere Verse zeigen, dass es sich um Jesus Christus handelt.
F: Muss man in Röm 10,13 ausdrücklich den Namen „Jehova“ anrufen, um gerettet zu werden, wie es die Zeugen Jehovas lehren?
A: Nein. Vielmehr muss man den wahren und lebendigen Gott anrufen. Die alten Israeliten selbst kannten das Wort „Jehova“ nicht, da ihnen der „J“-Laut fehlte. Hätten also alle Heiligen des Alten Testaments mangels eines „J“-Lautes den wahren Gott nicht angebetet? Das ist natürlich Unsinn. Gott geht es um unser Herz und um die Worte und Taten, die aus unserem Herzen entspringen, nicht um die Aussprache.
F: Kann man in Röm 10,13 Jesus als Retter annehmen, ohne ihn als Herrn anzuerkennen?
A: Nein. Leider haben einige gelehrt, dass man Jesus lediglich als Erlöser annehmen müsse und dass die Anerkennung als Herr ein zweiter Schritt sei. Eine Variante besagt, dass die Herrschaft Jesu optional sei. Eine zweite Variante, die in „The Complete Book of Bible Answers“ (S. 190) vertreten wird, sagt zwar nicht, dass sie optional sei, sondern dass die Unterwerfung unter Jesus als Herrn keine Entscheidung vor der Errettung sei, zu der Nichtchristen aufgefordert werden sollten, wie es [anscheinend] bei der Annahme Jesu als Erlöser der Fall ist. Die Annahme Jesu als Herrn vollzieht sich schrittweise, während ein Christ mit ihm wandelt.
In „Now That’s a Good Question“, S. 122–123, weist R. C. Sproul darauf hin, dass die Errettung ohne die Annahme Jesu als Herrn eine Verfälschung des wahren Evangeliums darstellt, die als Antinomismus bezeichnet wird. Calvinisten behaupten, diese antinomistische Lehre bei Männern wie Zane Hodges und Charles Ryrie zu erkennen.
Jesus widerlegt den Antinomismus jedoch in Matthäus 7,21–28 und Johannes 14,21–24. Kurz gesagt: Wer Jesus liebt, wird Seiner Lehre gehorchen, und wer Jesus nicht liebt, wird Seiner Lehre nicht gehorchen. Außerdem sagt Paulus in Kolosser 2,6: „So wie ihr Christus Jesus als Herrn angenommen habt“. In dieser Stelle spricht die Bibel nicht zu jenen, die versuchen, Jesus als Retter, aber nicht als Herrn anzunehmen.
F: Wenn in Röm 10,13 steht, dass jeder, der den Herrn anruft, gerettet wird, woher wissen Sie dann, ob Sie aufrichtig waren, als Sie Gott um Ihre Rettung gebeten haben?
A: Stellen wir uns zur Veranschaulichung eine einfachere Frage. Woher wissen Sie, dass Sie gestern die Absicht hatten, zu Mittag zu essen?
1. Haben Sie das Essen eher zufällig als absichtlich zu sich genommen?
2. Wussten Sie nicht, dass Sie zu Mittag essen wollten, bevor Sie tatsächlich zu Mittag gegessen haben?
3. Hat Sie jemand gezwungen, das Essen zu sich zu nehmen, anstatt dass Sie es aus freiem Willen getan haben?
Wenn Sie gestern zu Mittag gegessen haben und die Antwort auf die vorangegangenen drei Fragen „nein“ lautete, dann hatten Sie die Absicht, zu Mittag zu essen.
In ähnlicher Weise ist das Anrufen des Herrn keine komplizierte Angelegenheit, wie etwa das Bestehen einer Prüfung. Wenn Sie bewusst zu Jesus gerufen haben, wussten Sie, was Sie taten, wurden nicht dazu gezwungen und hatten den freien Wunsch, dies zu tun; dann haben Sie, wenn Sie zu Jesus gerufen haben, damit er Sie rettet, wirklich zu Jesus gerufen, damit er Sie rettet.
F: Wenn wir in Röm 10,14–15 unsere Aufgabe nicht erfüllen und das Evangelium nicht verkünden, führt unser Ungehorsam dann dazu, dass Menschen in die Hölle kommen?
A: Nein. Gott ist sowohl allmächtig als auch souverän, und Gott wird allen Auserwählten einen Weg bereiten, zu ihm zu kommen. Wir können jedoch an der Freude und dem Privileg teilhaben, ein Werkzeug zu sein, das Gott benutzt, um seinen Willen zu verwirklichen.
F: Kann gemäß Röm10:14 –15 jemand in den Himmel kommen, der das Evangelium nie gehört hat?
A: Das ist bereits geschehen. Als Beweis dafür folgten Henoch, Abraham, Hiob und die Gläubigen des Alten Testaments dem, was Gott ihnen offenbart hatte, doch sie hörten nicht von dem, was für sie das Geheimnis des neutestamentlichen Evangeliums war. Denken Sie daran: Letztendlich ist es Gott, der rettet, nicht das Evangelium und auch nicht unsere Reaktion auf das Evangelium. Weitere Informationen finden Sie in der nächsten Frage.
F: Kann gemäß Röm10:14 –15 jemand in den Himmel kommen, der das Evangelium nie gehört hat, nachdem Jesus von den Toten auferstanden ist?
A: Echte Christen sind sich in dieser Frage uneinig.
Manche sagen nein. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie keine Gelegenheit dazu hatten. Wenn jemand, der das Evangelium nie gehört hat, der Wahrheit folgt, die er kennt, und auf das Wirken des Heiligen Geistes in seinem Leben reagiert, kann Gott Himmel und Erde in Bewegung setzen, um ihm die Wahrheit zu bringen. Gott kann durch seine Vorsehung bewirken, dass ein Christ zu ihm kommt und ihm das Evangelium Christi verkündet. Ein Beispiel hierfür findet sich in Apostelgeschichte 10,2.22.31: Dort handelt es sich um einen gottesfürchtigen Römer namens Cornelius, der gerecht war, betete und Almosen gab. Gott sandte einen Engel, um Cornelius zu weisen, Petrus zu holen.
Andere sind ganz und gar anderer Meinung. Während in 2. Thessalonicher 1,8 steht, dass Menschen, die dem Evangelium Jesu nicht gehorchen, mit ewiger Vernichtung bestraft werden, heißt es in Römer 4,15 und5:12 , dass Sünde nicht angerechnet wird, wo kein Gesetz ist. Auch wenn die Heilige Schrift nicht lehrt, dass jemand nach dem Tod eine zweite Chance erhält, sehen manche eine Möglichkeit für Menschen, das Evangelium zu hören und eine erste Chance nach dem Tod und/oder während des Tausendjährigen Reiches zu erhalten. Siehe die Diskussion zu 1. Petrus3:19 (zwei Fragen) und 1. Petrus 4,6 bezüglich der Verkündigung des Evangeliums durch Jesus an die Toten. Siehe die Diskussion zu Offenbarung 20 bezüglich möglicher Gelegenheiten während des Tausendjährigen Reiches. Da es letztendlich Gott ist, der die Menschen errettet, könnte Er schließlich bewirken, dass Säuglinge oder wer auch immer in den Himmel kommen, ohne das Evangelium gehört zu haben, wenn Er dies beabsichtigen würde.
Von zentraler Bedeutung für die Argumentation ist Römer 10,14, wo es heißt, dass Menschen Gott nicht anrufen können, ohne zu glauben; sie können nicht glauben, ohne zu hören; und sie können nicht hören, ohne einen Verkünder. Wäre es parallel, würde Römer10:13 besagen, dass niemand gerettet werden kann, ohne Gott anzurufen; Römer10:13 ist jedoch nicht parallel. Vielmehr heißt es dort lediglich: „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“
Römer 10,13–14 liefert keinen stärkeren Grund für die Behauptung, dass jeder einzelne Erwachsene, der nie wusste, wie man den Herrn anruft, in die Hölle kommt, als für die Behauptung, dass jedes einzelne Kleinkind, das nie wusste, wie man den Herrn anruft, in die Hölle kommt.
F: Wie kam es, dass die Juden in Röm 10,18 nicht verstanden haben, wo doch gerade sie von allen Menschen das größte Wissen über Gott besaßen?
A: Es lag weder daran, dass ihnen die Informationen fehlten, noch daran, dass sie nicht intelligent genug waren. Vielmehr hatten sie ein anderes Weltbild, wonach die Einhaltung des Gesetzes alles war, was notwendig war, und sie hatten keinen Raum für die Wahrheit, da diese nicht in ihr Weltbild passte.
F: Wie hat Gott in Röm 10,19 die Juden durch diejenigen, die kein Volk sind, eifersüchtig gemacht?
A: Die Juden hielten Gott für selbstverständlich. Sie hielten es auch für selbstverständlich, dass sie allein von Gott auserwählt waren. Gott wollte ihnen zeigen, dass sie nichts hatten, womit sie prahlen konnten. Zwar konnten sie die politische Macht anderer Völker beneiden, doch die vorrangige Bedeutung ist hier religiöser Natur. Es gibt viele Nichtjuden, die das Alte Testament besser kannten als die meisten Juden. Ihnen liegt mehr daran, Gott zu gefallen, als den meisten Juden. Ein gläubiger Jude könnte hier einen Fehler in der Ausübung des Judentums erkennen.
Hier ist, was Irenäus von Lyon (ca. 160–202 n. Chr.) dazu sagte. Er zitiert 11 von 20 Wörtern aus Römer 10,19f: „Außerdem sagt Mose im Deuteronomium, dass die Heiden ‚das Haupt‘ und das ungläubige Volk ‚der Schwanz‘ sein sollen.“ Und weiter sagt er: ‚Ihr habt mich mit denen, die keine Götter sind, zur Eifersucht gereizt und mich mit euren Götzenbildern erzürnt; darum werde ich euch mit dem, was kein Volk ist, zur Eifersucht reizen und euch mit einem törichten Volk erzürnen.‘ Denn sie haben den Gott, der ist, verlassen und Götter angebetet und gedient, die keine sind; und sie haben die Propheten Gottes getötet und ‚für Baal prophezeit‘, der das Götzenbild der Kanaaniter war. Und den Sohn Gottes, der ist, verachteten und verurteilten sie, wählten aber Barabbas, den Räuber, der wegen Mordes festgenommen worden war; und den ewigen König leugneten sie und erkannten den vergänglichen Cäsar als ihren König an. (So) gefiel es Gott, ihr Erbe den törichten Heiden zu gewähren, ja sogar denen, die nicht zum Reich Gottes gehörten und nicht wussten, was Gott ist.“ „Demonstration der apostolischen Verkündigung“, Kap. 95.
F: Warum klangen Gott (und Paulus) in Röm 10,21 und 11,7 enttäuscht darüber, dass die Juden als Gruppe Jesus nicht annahmen, da Gott doch bereits im Voraus wusste, dass sie ungehorsam sein würden?
A: Gott steht außerhalb der Zeit und zugleich innerhalb der Zeit. Ihr Ungehorsam war ihre eigene Schuld, und Gott wusste bereits, bevor die Erde überhaupt erschaffen wurde, dass dies geschehen würde. Doch Gott empfindet dennoch Gefühle in dem Moment, in dem es geschieht. Römer 10,21 ist ein herzzerreißendes Bild: Der allmächtige Gott des Universums, der Sterne zerreißen kann, streckt sanft und geduldig Seine Arme nach diesen Menschen aus, und als Volk wenden sie sich von Ihm ab und kommen nicht zu Ihm – zumindest noch nicht.
F: In Röm 11,1.11 war dieser Zustand nicht von Dauer. Wann erscheint eine schlechte Situation dauerhaft, obwohl sie es in Wirklichkeit nicht ist?
A: Die Ablehnung der Juden war teilweise, vorläufig und vorübergehend. Für den durchschnittlichen Beobachter mag sie damals jedoch dauerhaft erschienen sein. So können die Dinge auch heute erscheinen.
Unangenehme Situationen: Etwas kann dauerhaft erscheinen, wenn wir eigentlich hoffen, dass es das nicht ist, und wir keine Möglichkeit für ein Licht am Ende des Tunnels erkennen können. Wie jemand einmal sagte: „Ich sah ein Licht am Ende des Tunnels, aber es war nur ein Zug.“
Angenehme Situationen: Etwas kann dauerhaft erscheinen, wenn wir uns wünschen, dass es so ist, und in die Falle tappen zu glauben, dass die Hoffnung allein es bereits wahr macht.
Doch zumindest können wir anerkennen, dass wir dazu neigen, manche Dinge für beständiger zu halten, als sie tatsächlich sind. Wir sollten dem entgegenwirken, indem wir uns daran erinnern, dass wir nicht wissen können, was der morgige Tag bringen wird (Jakobus 4,14). Folglich sollten wir an den Dingen dieser Welt nur leicht festhalten und erkennen, dass jeder neue Tag – für uns und unsere Lieben – ein Geschenk ist.
F: War es in Röm 11,14 Gott, Paulus oder beide, die versuchten, die Juden zur Eifersucht zu reizen?
A: Im griechischen Text von Römer 11,14 heißt es „ich“, es war also zweifellos Paulus.
Keine richtige Antwort: Laut dem „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1725) war es lediglich Paulus.
Die Antwort: Es war nicht nur Paulus, sondern auch Gott, wie Paulus anerkennt, wenn er in Römer 10,19 aus 5. Mose 32,21 zitiert.
Eifersucht zu wecken ist eine interessante Strategie. Wenn Menschen nicht mehr zuhören wollen und eine hartnäckige, beständige, verhärtete Taubheit an den Tag legen, dann sprechen Sie mit jemand anderem, der über dieses Wissen verfügt, und sie werden sich vielleicht fragen, was ihnen entgeht.
F: Wie können Christen in Röm 11,16 nun Gottes auserwähltes Volk sein, da im Alten Testament der Olivenbaum ein Symbol für die Israeliten war?
A: Der Olivenbaum war kein Symbol für die ethnischen Israeliten; sie glaubten fälschlicherweise, dass er es sei, und schätzten ihre Abstammung mehr als ihre Rechtschaffenheit vor Gott.
F: Was ist in Röm 11,16 der Hauptstamm des Olivenbaums?
A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann zwei Ansichten zur Antwort.
Nicht die Antwort. Er steht nicht für Israel, da die Heiden, die hinzukamen, nicht beschnitten wurden und das jüdische Gesetz nicht befolgten.
Der geistliche Stamm Abrahams: einschließlich der Patriarchen, gemäß „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 484–485.
Gottes Linie der Vorzugsstellung oder „Status als bevorzugte Nation“, gemäß dem „Believer’s Bible Commentary“, S. 1725–1726.
Gottes auserwähltes Volk
F: Was erfahren wir in Röm11:17 –24 über den Anbau von Olivenbäumen?
A: Olivenbäume waren sehr wertvoll, erforderten jedoch viel Arbeit. In Kriegszeiten war es den Israeliten gemäß Deuteronomium 20,19–20 nicht gestattet, Olivenbäume zu fällen. Würden die Olivenbäume gefällt, würde dies die Nahrungsversorgung des Landes für mindestens 20 Jahre verringern. Dies erklärt auch, warum das Fällen von Olivenbäumen in Habakuk3:17 und Deuteronomium 28,40 als Katastrophe bezeichnet wurde.
Das „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 1366–1367) enthält einen ausführlichen Abschnitt über den Olivenanbau. Am Ende heißt es dort: „Olivenbäume werden aus Stecklingen gezogen, die auf einen alten Stamm oder einen Wildbaum gepfropft werden, wenn die Triebe oder Ausläufer etwa drei Fuß lang sind. Auch können neue Triebe aus den Wurzeln oder dem Stumpf eines alten Mutterbaums sprießen (Psalm 128,3; Jesaja 11,1). Drei bis vier Jahre lang trägt der Baum keine Früchte, und erst nach 17 bis 18 Jahren ist mit einer reichlichen Ernte zu rechnen. Während dieser gesamten Zeit erfordert der Baum sorgfältige Pflege: Der Boden muss jedes Frühjahr gepflügt und gedüngt sowie regelmäßig bewässert werden. … Bei richtiger Pflege liefert ein ausgewachsener Baum eine halbe Tonne Öl pro Jahr und bleibt ertragreich, bis er ein unglaubliches Alter erreicht.“ Das „New International Bible Dictionary“, S. 802, und die „Encyclopedia Britannica“ von 1972, Band 16, S. 936, enthalten Fotos von Olivenbäumen, die 1.000 Jahre alt sind. Wäre ich ein Baum, wäre ich gerne ein Olivenbaum – robust, schädlingsresistent und tausend Jahre alt!
F: Warum sollte jemand in Röm11:17 –24 wilde Olivenzweige auf einen kultivierten Olivenbaum pfropfen?
A: Normalerweise würde man es umgekehrt machen wollen. Man hätte einen wilden Obstbaum mit seinen widerstandsfähigen Eigenschaften, kombiniert mit kultivierten Zweigen, die Früchte mit angenehmen Eigenschaften hervorbringen. Fünf Punkte, die bei der Antwort zu berücksichtigen sind.
1. Paulus führte ein Beispiel an. Er versuchte nicht, den Menschen Anweisungen zum Anbau von Oliven zu geben, sondern veranschaulichte, wie die Heiden eingepfropft wurden. Wie es im „Wycliffe Bible Dictionary“ auf Seite 726 heißt: „Diese bewusste Umkehrung verstärkt die bildhafte Redewendung, die die ewige Wahrheit von der Verwerfung des nationalen Israels und der Zusammensetzung des wahren Israels – aller Gläubigen – vermittelt.“ Siehe auch das „New International Dictionary of the Bible“, S. 402, für eine ähnliche Beschreibung.
2. Viele Pflanzen werden gar nicht gepfropft. Normalerweise würde man einen einheimischen Zweig nur dann auspfropfen, wenn er schwach, von Insekten befallen oder krank wäre. Paulus sagt in Römer 11,20 ausdrücklich, dass diese Zweige wegen ihres Unglaubens abgebrochen wurden.
3. Die Analogie, dass die Israeliten ein Olivenbaum seien, war ihnen bereits aus Jeremia 11,16 und Hosea 14,6 vertraut. Betrachtet man dies also chronologisch, wobei die Wurzel die Vorfahren eines Stammbaums darstellt, so waren es die Heiden, die eingepfropft wurden, und nicht umgekehrt.
4. Hätte Paulus gesagt, die Juden seien die wilde Wurzel und die Heiden die kultivierten Zweige, dann könnten die Heiden denken, Gott habe sie eingepfropft, weil er bestimmte wünschenswerte Eigenschaften in ihnen benötigte, anstatt dass dies allein aus Gnade geschah. Darüber hinaus waren nicht die Heiden die Kultivierten, sondern die Juden.
5. Würde man die Analogie so verwenden, dass die Heiden die wilde Wurzel und die Israeliten die kultivierten Zweige wären, wäre dies in noch stärkerem Maße verkehrt. Die Heiden wurden in das auserwählte Volk Gottes eingepfropft, und sicherlich nicht umgekehrt.
Die „New Geneva Study Bible“ (S. 1787) behauptet, dass wilde Zweige manchmal in kultivierte Pflanzen eingepfropft wurden, um diesen neue Lebenskraft zu verleihen. Offenbar würde der Olivenbaum nicht so gut wachsen, wenn alle Zweige kultiviert wären. Allerdings heißt es im „Today’s Handbook for Solving Bible Difficulties“ (S. 152–153), im „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1726) und im „The New International Bible Dictionary“ (S. 402), dass kein Pflanzenzüchter dies tun würde, und man ist sich einig, dass Paulus diese Reihenfolge verwendete, um über das Auspfropfen Israels und das Einpfropfen der Heiden zu lehren, nicht über Gartenbau. Paulus deutet dies möglicherweise auch in Römer 11,24 an, wo er sagt, dass das Aufpfropfen des wilden Zweigs auf die kultivierte Wurzel „gegen die Natur“ sei.
Im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 484, heißt es, dass das Aufpfropfen eines wilden Zweigs auf eine kultivierte Wurzel zwar praktiziert wurde, jedoch nicht die Norm darstellte.
Fazit: Paulus erklärt uns ausdrücklich, warum in dieser Analogie gerade die Israeliten die Wurzel waren. In Römer 11,18 fordert Paulus sie auf, sich daran zu erinnern, dass nicht sie (die Heiden) die Wurzel tragen, sondern vielmehr die Wurzel sie trägt.
F: Was waren in Röm 11,20 einige der Hindernisse, die die Juden daran hinderten, für Gott fruchtbar zu sein?
A: Sie waren ungläubig. Darüber hinaus hatten sie
mangelnde Liebe zu den Verlorenen (wie Jona)
Götzendienst und andere Sünden bis hin zum Exil (Hosea9:10 ).
Sie fanden kein Gefallen an Gottes Wort (Jeremia6:10 ).
Sie vergaßen die Notwendigkeit, durchzuhalten (Hebräer10:23 , 32–35).
Sie waren in den Sorgen dieser Welt gefangen, wie auf dem dritten Boden (Matthäus 13,23).
Gottes Wort auf bloße Lebensregeln reduziert
Die Gebote zur Erziehung Ihrer Kinder vergessen (5. Mose 6,4–7).
So wurden die Juden verhärtet, im Griechischen „porosis“.
F: Wie kann Gott in Röm 11,22 zugleich gütig und streng sein, ohne sich dabei zu widersprechen?
A: Das griechische Wort kann sowohl „streng“ als auch „hart“ bedeuten. Auf Erden kann ein Polizist gütig sein, indem er einem Fremden hilft, der Hilfe benötigt. Derselbe Polizist kann streng sein, indem er einen Mörder erschießt, der versucht, jemanden zu töten. Wenn ein Mensch sowohl gütig als auch streng sein kann, sollte es Ihnen sicherlich kein Problem bereiten zu verstehen, dass Gott ebenso sein kann: Er schenkt Barmherzigkeit und bleibt dennoch seiner heiligen Natur treu. Weitere Informationen dazu, wie ein Christ Polizist sein kann, finden Sie in der Erörterung zu Römer 13,10.
F: Was bedeutet in Röm 11,25 die „Fülle der Heiden“?
A: Dies bedeutet, dass Israel als Volk Gottes verworfen wurde, bis die Heiden, die glauben werden, in das Reich Gottes eingegangen sind.
F: Kommen in Röm 11,26 alle Israeliten in den Himmel?
A: Nein, gemäß Johannes 8,24 und Matthäus 23,33. Die Antwort finden Sie in der Erläuterung zu Römer 9,8–9.27.
F: Wird Gott gemäß Röm11:26 –27 in Zukunft noch einige Verheißungen für die leiblichen Nachkommen Israels erfüllen?
A: Dies ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Christen, die Vertreter der Bundestheologie sind, und Christen, die Dispensationalisten sind.
Verbundtheologen verneinen dies. Alle zukünftigen Verheißungen werden nicht an das leibliche Israel, sondern an das geistliche Israel erfüllt werden, d. h. an die Kirche, die sich aus allen wahren Gläubigen aller Nationalitäten zusammensetzt. Dies wird als Ersatztheologie bezeichnet.
Dispensationalisten sagen: Ja. Viele Verheißungen werden sich für das geistliche Israel erfüllen, doch das physische Israel wird das Land Palästina dennoch für immer erben. Die 144.000 in Offenbarung 7 und 14 stammen aus den Stämmen Israels.
F: Was bedeutet es in Röm 11,32, dass Gott alle Menschen dem Ungehorsam unterworfen hat?
A: Gott hat weder einfach seinen Maßstab der Gerechtigkeit außer Kraft gesetzt noch seinen Maßstab der Vollkommenheit für den Himmel herabgesetzt. Vielmehr hat Gott durch das Blut Jesu am Kreuz Barmherzigkeit gegenüber ihrem Ungehorsam walten lassen.
Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass Gott mindestens fünf Arten von Wesen geschaffen hat:
Nicht-moralisch: Tiere
Sündlos und bleiben sündlos: Engel verschiedener Ordnungen
Von der Sündlosigkeit zum Sündenfall: Dämonen
Von den Gefallenen zu den Sündenlosen: Auserwählte
Gefallen und weiterhin gefallen: die Verworfenen
Römer11:32 zeigt, dass alle Menschen, mit Ausnahme von Adam, Eva und Jesus, zu den beiden letztgenannten Kategorien gehören.
Frage: Warum sagt Paulus in Röm 12,1 an dieser Stelle „Darum“?
A: „Darum“ bedeutet hier „aufgrund all der Barmherzigkeit Gottes in den vorangegangenen Kapiteln“. Es bezieht sich auf alle vorangegangenen Kapitel des Römerbriefs, nicht nur auf die Kapitel 9–11.
Paulus unterteilt viele seiner Briefe in zwei Teile: einen lehrmäßigen und einen praktischen Teil. Oder wie A. M. Hunter es ausdrückt: „eine Seite des Glaubens und eine Seite des Verhaltens“, wie es im „New International Bible Commentary“ auf Seite 1338 heißt. In den Briefen an die Epheser und an die Kolosser sind diese Teile etwa gleich lang, doch im Römerbrief ist der lehrmäßige Teil mehr als doppelt so lang.
F: Was ist in Röm 12,1 hinsichtlich der Zeitformen der griechischen Wörter „angepasst“ und „verwandelt“ interessant?
A: Dies mit den Worten „Passen Sie sich nicht an, sondern lassen Sie sich verwandeln“ zusammenzufassen, ist völlig falsch. Diese Verben stehen im Passiv und nicht im Aktiv. Es heißt also nicht: „Passen Sie sich nicht an“, sondern vielmehr: „Lassen Sie sich nicht anpassen“. Das Gleiche gilt für „verwandelt“. Technisch gesehen befiehlt Gott uns hier also nicht, etwas zu tun, sondern – paradoxerweise – dass etwas mit uns geschieht. Es ist also nicht so, dass Menschen explizit versuchen, sich der Welt anzupassen; vielmehr werden sie angepasst, während sie den von ihnen gewählten Weg beschreiten. Ebenso wird uns nicht geboten, uns zu verwandeln, da wir uns nicht selbst verwandeln können. Uns wird aktiv geboten, „verwandelt zu werden“, was ein Nebenprodukt der Erneuerung unseres Sinnes durch den Heiligen Geist ist. In Psalm 40,8 sagte David, Gottes Gesetz sei in seinem Herzen. Gottes Wort sollte auch in unserem Herzen sein.
F: Wie sollen wir uns in Röm 12,1 für Gott opfern?
A: In Römer 12,1 heißt es nicht, dass wir ein totes oder verbranntes Opfer sein sollen, sondern vielmehr ein lebendiges Opfer. Natürlich kann ein lebendiges Opfer die Neigung haben, vom Altar herunterkriechen zu wollen, und das sollten wir nicht tun.
Eine Geschichte geht so: Einmal wanderten ein Huhn und ein Schwein durch das Land und sahen viele hungrige Menschen. Das Huhn sagte: „Ich weiß, was wir tun können: Machen wir ihnen ein Frühstück!“ Das Schwein sagte: „Das sagst du so leicht, aber für mich ist das eine totale Hingabe.“ Nun ruft Gott uns nicht dazu auf, Hühner zu sein, sondern Gott ruft uns dazu auf, uns voll und ganz dafür einzusetzen, dieser Welt das Heil zu bringen. Diese völlige Hingabe bedeutet nicht, im Dienst für Gott zu sterben (obwohl dies für manche Menschen der Fall ist), sondern dass wir alle für Gott leben.
F: Was ist in Röm 12,1–2 der Unterschied zwischen dem Wandeln und dem Wirken für Gott, und worum geht es hier?
A: In den Versen 1 und 2 geht es streng genommen nicht um das „Tun“; das kommt erst später ab Vers 3. In den Versen 1 und 2 geht es darum, sich freiwillig hinzugeben, damit eine „Veränderung des Wesens“ an Ihnen vollzogen wird. Sind Sie bereit, sich von Gott verändern und verwandeln zu lassen? Manche Menschen sind dazu nicht bereit, weil sie mit ihrer gegenwärtigen Situation zu zufrieden sind.
F: Wie oft müssen wir in Röm 12,2 verwandelt werden?
A: Nur einmal, aber dieser Prozess verläuft kontinuierlich von dem Zeitpunkt an, an dem wir zum ersten Mal glaubten, bis zu dem Tag, an dem wir diese Erde verlassen.
F: In Röm 12,3: Auf welche Weise neigen Menschen dazu, sich selbst höher einzuschätzen, als sie sollten?
A: In der Welt können Menschen ihre Intelligenz, ihr Geld, ihre finanziellen Fähigkeiten, ihre sportlichen oder musikalischen Begabungen, ihre Attraktivität, ihre Abstammung oder ihren gesellschaftlichen Status höher einschätzen, als sie sollten. Alles Gute, das Sie besitzen, ist ein Geschenk Gottes. Es kann auch jederzeit wieder verschwinden.
Insbesondere für Christen gab es ein gutes christliches Buch mit dem Titel „The Seven Deadly Virtues“ von Todd E. Outcalt. Ein Kernpunkt dieses Buches ist, dass jede Tugend, jede gute Sache, tödlich wird, wenn sie mit Stolz vermischt ist. Ihr Glaube, Ihre Bibelkenntnis, ja sogar Ihre Liebe können sowohl vor Gott als auch vor anderen hässlich erscheinen, wenn sie mit Stolz auf diese Tugend vermischt sind.
In der frühen Kirche dachten manche vielleicht, sie seien besser als andere Christen, weil sie Juden waren. Einige gebildete Griechen waren möglicherweise stolz auf ihre Weisheit, und manche – damals wie heute – fühlten sich aufgrund ihres Reichtums einflussreicher, oder andere hatten das Gefühl, einflussreicher zu sein, wie Jakobus 2,2–5 zeigt.
Sogar Paulus war sich dieser Versuchung offenbar bewusst, denn er sagte in 2. Korinther 12,7–10, dass Gott ihm einen „Boten des Satans“ gegeben habe, um ihn zu quälen, damit Paulus nicht überheblich werde. Selbst Paulus hatte damit zu kämpfen.
F: In Röm 12,3 wird das Gegenteil davon beschrieben, nämlich zu glauben, dass alles, was wir haben, nichts wert oder schlecht sei, und die Bibel sagt auch nicht, dass wir diese Haltung einnehmen sollten. Wie sollte unsere Haltung aussehen?
A: In Römer 12,3 heißt es, wir sollten „nüchternes Urteilsvermögen“ haben.
Diese Dinge können uns helfen, in einem nüchternen Urteilsvermögen geerdet zu bleiben.
Es ist in Ordnung, danach zu streben, ein Rennen oder einen Preis zu gewinnen (Philipper 3,14). Zu erkennen, dass man in manchen Dingen besser ist als andere Menschen, ist keine Arroganz, sondern kann einfach das Erkennen der Wahrheit sein. Aber machen Sie sich auch bewusst: Was auch immer Sie sehr gut können – sofern Sie nicht der Allerbeste auf der ganzen Welt in dieser Sache sind –, gibt es jemanden, der darin besser ist als Sie.
Unser Leben hier ist vergänglich, und wir werden diese Welt ohnehin schon bald verlassen. Siehe Hiob 14,1–2; Psalm 62,9; 103,13–16; Jesaja 40,6–7; (auszugsweise 1. Korinther 7,31); Jakobus 1,10–11; 1. Petrus 1,23–24. Es gibt eine Organisation zur Unterstützung von Alzheimer-Patienten namens „Still Me“, die Familien daran erinnert, dass der Alzheimer-Patient zwar einige kognitive Fähigkeiten verloren haben mag, aber wie ein Patient sagte: „Ich bin immer noch ich!“
Wie Wolken und Wind ohne Regen ist der Mensch, der sich mit Gaben rühmt, die er nie geschenkt hat (Sprüche 25,14 BSB). Es spielt keine Rolle, welche Talente Sie haben, wenn Sie nichts damit anfangen.
Unsere Gaben sind nicht für uns selbst bestimmt, sondern für andere. In Philipper 2,17 heißt es, dass Paulus „wie ein Trankopfer ausgegossen“ wurde für andere Christen.
Wir sollen unsere Gaben gemeinsam mit anderen einsetzen, nicht nur individuell, wie Römer 12,5–8 und 1. Korinther 12,12–27 zeigen.
Ihre Fähigkeiten und Talente machen nicht aus, wer Sie sind. Wissen Sie viel über ein Thema, sind Sie klug oder gut in einer bestimmten Sache? Es mag ein Tag kommen, an dem Sie all das ablegen und für immer hinter sich lassen, um etwas Besseres zu erhalten, wenn Sie in den Himmel kommen. Doch Sie werden diese Dinge nicht mit Trauer ablegen, es sei denn, Sie glauben fälschlicherweise, dass diese vergänglichen, geringfügigen Dinge alles sind, was Sie ausmacht.
Liebt ohne Heuchelei (Römer 12,9). Die Talente und Fähigkeiten eines anderen Menschen machen nicht aus, wer er ist. Haben Sie jemanden wegen seines Geldes geheiratet? – Was würde passieren, wenn er sein Geld verlieren würde? Haben Sie jemanden wegen seines Aussehens geheiratet? – Würden Sie ihn verlassen, wenn er einen Unfall hätte oder auf andere Weise sein Aussehen verlieren würde? Ich kannte einen Jungen in der Oberstufe, der eine Freundin und ein sehr schönes Auto hatte. Doch als er mit seinem Auto einen Unfall hatte, trennte sie sich von ihm. Sie war nicht in ihn verliebt, sondern nur in sein Auto. Lieben wir andere wegen ihrer Talente oder Fähigkeiten oder wegen dessen, was sie für uns tun können?
F: Warum unterscheidet sich die Auflistung der Gaben in Röm 12,6–8 von den Auflistungen in 1 Kor 12,7–11, 1 Kor 13,8 und Eph 4,7–13?
A: Es ist gut, dass sich die aufgeführten Gaben unterscheiden. Wäre dies nicht der Fall, könnte jemand annehmen, die Liste sei eine vollständige Aufzählung aller Gaben und es gäbe keine Gaben, die nicht darin enthalten sind. Diese Listen dienen als Beispiele für Kategorien von Gaben. Es steht Gott frei, weitere Gaben und sogar zusätzliche Kategorien von Gaben zu schenken, wie es Ihm gefällt und wie es der Gemeinde dient.
F: Was bedeutet es in Röm 12,8b, Barmherzigkeit zu erweisen?
A: Dies bedeutet nicht, Vergebung zu gewähren, sondern vielmehr, den Bedürftigen zu helfen.
F: Sollen Christen gemäß Röm 12,9 Hass empfinden, und wenn ja, in welcher Form?
A: Wir sollen keine Menschen hassen, sondern das Böse und das, was es den Menschen antut. In 1. Johannes 3,10; 4,7–8 heißt es, dass wir keine wahren Gläubigen sind, wenn wir keine Liebe zu unserem Bruder haben. Aber sind die Menschen, die wir lieben sollen, nur Gläubige? Nein, Jesus wurde gefragt, wen wir lieben sollten, und Er antwortete mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10,25–37.
Wie Augustinus von Hippo sagte: „Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder.“ Lassen Sie nicht zu, dass unser Hass auf das Böse dazu führt, dass wir den Menschen selbst hassen.
Frage: Wie können wir gemäß Röm 12,11 dafür sorgen, dass es uns nicht an Eifer mangelt?
A: Gott hat den Gläubigen offenbar die Verantwortung auferlegt, darauf zu achten, dass wir in unserem Glauben nicht lauwarm werden. Das Wort für Eifer, „zeontes“, kann sich hier auch auf das Kochen beziehen. Gläubige werden in der Regel nicht plötzlich lauwarm. Häufiger handelt es sich um einen allmählichen, täglichen Abbau unserer Hingabe und unserer Zeit mit Gott, die durch andere Dinge ersetzt wird.
F: Was sagt die Bibel in Röm 12,13; 1 Tim 5,10 und Mt 25,35–45 über die Ausübung von Gastfreundschaft?
A: Das griechische Wort „philoxenos“ bedeutet wörtlich „Liebe zu Fremden“. Es hat eine umfassendere Bedeutung als nur, nette Dinge für Menschen zu tun, die man nicht kennt, sondern umfasst auch die aufrichtige Liebe zu Menschen, die man nicht kennt. Hier finden Sie das allgemeine Gebot der Bibel sowie die Einschränkungen dieses Gebots.
Positives Gebot: In Römer12:13 us und 1. Timotheus 5,10 werden wir aufgefordert, Gastfreundschaft zu üben; dies gilt gleichermaßen für Christen und Nichtchristen. In Matthäus 25,35–45 sagte Jesus, wenn man den Armen, Fremden, Kranken oder Gefangenen Essen, Trinken, Unterkunft, Kleidung oder Fürsorge gewährt, sei es so, als hätte man es für Ihn getan. Auch in Hebräer 13,2 heißt es, dass manche unwissentlich Engel beherbergt haben.
Negative Beispiele: In Hiob 31,32 wird das Versäumnis, einem Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, als Sünde bezeichnet. Neben anderen Sünden wird in Hesekiel 16,49 erwähnt, dass Sodom und Gomorra keine Gastfreundschaft zeigten; sie verhielten sich gegenüber Fremden sogar recht gemein.
Einschränkung: In 2. Johannes 9–11 heißt es, dass man Ketzer nicht beherbergen solle. Auch in 1. Korinther 5,11 steht, dass wir keinen Umgang mit jemandem haben sollen, der sich zwar Bruder nennt, aber ein gottloses Leben führt.
Der frühchristliche Schriftsteller Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) muss Gastfreundschaft für wichtig gehalten haben, da er vier Beispiele dafür anführt.
F: Was bedeutet es in Röm 12,14, diejenigen zu segnen, die uns verfolgen, und welche Art von Verfolgung hat Paulus konkret erwähnt?
A: Paulus hat keine bestimmte Art der Verfolgung genannt; es könnte sich also um Verfolgung wegen unseres Glaubens oder aus einem anderen Grund handeln. Dies bedeutet zumindest Folgendes:
Rächen Sie sich nicht und vergelten Sie Böses nicht mit Bösem. Dies wird in der Heiligen Schrift betont: Römer 12,19.17; 3. Mose 19,18; 1. Petrus 3,9; (impliziert) Matthäus 5,38–46; Lukas 6,27–36
Tun Sie ihnen Gutes. Vergeltet Böses mit Segen, wie es in 1. Petrus 3,9 heißt. Tun Sie Gutes, wie zum Beispiel, ihnen zu essen zu geben, wie in Römer 12,20 beschrieben.
Hassen Sie sie nicht. Wir sollen jeden lieben. In 1. Johannes 3,15 heißt es, dass jeder, der seinen Bruder hasst, kein ewiges Leben in sich hat.
Lieben Sie sie. Hören Sie nicht einfach auf, sie zu hassen, und werden Sie nicht gleichgültig, sondern lieben Sie sie tatsächlich. 1. Johannes 3,10–11.14 sagt eindringlich, dass wir einander lieben müssen. Letztendlich ist Liebe eine Entscheidung, kein Gefühl.
Beten Sie für sie, dass ihnen das Bestmögliche widerfahren möge; dass sie den Herrn erkennen mögen. Matthäus 5,44; Lukas 6,27–28; Apostelgeschichte 7,60; Lukas 23,34.
Bekämpfen Sie das Böse – mit dem Guten: Wir sollen das Böse bekämpfen, doch paradoxerweise heißt es in Römer 12,21, dass wir das Böse mit dem Guten bekämpfen sollen, nicht mit gleichwertigem Bösen. Dies ist gewissermaßen das Gegenteil von „Feuer mit Feuer bekämpfen“.
Denken Sie daran: Sie verschaffen Ihnen damit eine Belohnung im Himmel. In Matthäus 5,10 heißt es: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (BSB) Siehe auch Lukas 6,23.
F: Wie sollen wir gemäß Röm 12,15 mit denen freuen, die sich freuen, und mit denen trauern, die trauern?
A: Der erste Schritt, um sich ohne Heuchelei mit ihnen zu freuen und zu trauern, besteht darin, sich um sie zu kümmern.
Sich mit ihnen freuen: Wenn ein Freund von Ihnen befördert wird oder etwas Gutes widerfährt, freuen Sie sich dann darüber, auch wenn Sie selbst keinen Vorteil davon haben? Oder zehrt Eifersucht an der Freude, die Sie für Ihren Freund empfinden sollten? Ohne Gott sind Menschen aus Neid traurig, wenn anderen Gutes widerfährt. Doch in 1. Korinther 13,4 heißt es, dass die Liebe nicht neidisch ist. Oder Menschen können Freude empfinden, wenn anderen Schlechtes widerfährt – was im Deutschen als „Schadenfreude“ bezeichnet wird. Vielleicht suchte Jona genau das, als er vor Ninive saß. Doch in 1. Korinther 13,6 heißt es, dass die Liebe sich nicht über das Unrecht freut, sondern sich an der Wahrheit erfreut. Was diejenigen betrifft, die Christen verfolgen, sollten wir sowohl für sie beten als auch ihnen das Bestmögliche wünschen: dass sie den Herrn Jesus Christus als ihren persönlichen Erlöser kennenlernen, danach in den Himmel kommen und wir für immer gemeinsam mit ihnen im Himmel leben können. Wir kennen bereits eine solche Person, mit der wir im Himmel leben werden: Saulus von Tarsus, auch bekannt als der Apostel Paulus.
Mit ihnen trauern: Stellen Sie sich jemanden vor, der sich zwar mit den Fröhlichen freuen, aber nicht mit den Trauernden trauern könnte. Er könnte die guten Zeiten genießen, doch anstatt in den schlechten Zeiten da zu sein und zuzuhören, würde er sich vielleicht zurückziehen, einfach Witze darüber machen oder der Person ohne jegliches Einfühlungsvermögen sagen, sie solle sich zusammenreißen. Manchmal, wenn jemand einen Verlust erlebt und man das Problem nicht einfach „beheben“ kann, kann die betroffene Person Trost aus Ihrer Anwesenheit und der Tatsache schöpfen, dass Sie sich Zeit nehmen, einfach nur bei ihr zu sein, weil Sie sie wertschätzen. Manchmal braucht und wünscht sie vielleicht Rat, manchmal aber auch nicht. So oder so: Zeigen Sie Ihre Anteilnahme, indem Sie Zeit mit ihr verbringen.
F: Warum heißt es in Röm 12,16, man solle in Eintracht miteinander leben, wo doch in Röm 12,9–10 bereits gesagt wurde, man solle einander lieben, einander treu sein und einander ehren?
A: Wir könnten Euodia und Syntyche in Philipper 4,2 fragen, und wir könnten Syzygus/den Mitstreiter fragen, dem Paulus die wunderbar wichtige Aufgabe übertragen hat, diesen Frauen zu helfen, miteinander auszukommen. Jesus sagte in Johannes 13,34–35, dass die Menschen an unserer Liebe erkennen werden, dass wir Christen sind, und in Johannes 17,20–21, dass wir eins sind.
Zeigen wir Einheit mit anderen Gläubigen unterschiedlicher Herkunft, aus verschiedenen Lebensbereichen, Konfessionen und mit unterschiedlichen Überzeugungen in zweitrangigen Fragen? Wir sollten uns daran erinnern, dass Christus, der uns vereint, größer ist als all das, was uns trennen könnte.
F: Warum könnte jemand in Röm 12,16 den Umgang mit Menschen in niedriger Stellung vermeiden wollen, und warum sollten wir dies nicht tun?
A: Manchmal möchte jemand vielleicht aus Arroganz den Umgang mit Personen meiden, die als niedriger gestellt gelten, doch häufiger liegt es daran, dass er Angst davor hat, was andere Menschen in höherer Stellung denken könnten. So verkehrte Petrus beispielsweise mit Heiden und aß mit ihnen, doch wenn andere Juden hinzukamen, tat er dies nicht mehr (Galater 2,11–16). Da Petrus dies öffentlich tat, wies Paulus ihn öffentlich wegen seiner Heuchelei zurecht.
Wenn Sie jedoch mit Menschen Umgang pflegen würden, die angeblich einen niedrigeren Stand haben, könnten Sie etwas erkennen. Wir alle sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, und in den Augen dessen, auf den es ankommt – nämlich Gott –, haben diese Menschen keinen wirklich niedrigeren Stand als Sie. Wenn überhaupt, dann könnte es sogar so sein, dass Sie derjenige sind, der einen niedrigeren Stand hat, wenn Sie stolz sind und diese Menschen es nicht sind.
F: Welche Methoden gelten in der Gesellschaft gemäß Röm 12,17 als akzeptiert, um Böses mit Bösem zu vergelten?
A: In Römer 12,17 heißt es, dass es für Christen keine akzeptierten Methoden gibt. Doch die Gesellschaft im Allgemeinen hält es möglicherweise für in Ordnung, hinter dem Rücken anderer zu reden, durch Verleumdungen und Lügen deren Ruf zu ruinieren, dafür zu sorgen, dass deren Arbeit wirkungslos bleibt, oder ihnen oder ihrem Auto gemeine Streiche zu spielen. Wann immer Sie sich die Frage stellen: „Wie kann ich es ihm heimzahlen?“, gleiten Sie in die Sünde ab. In Römer 12,19 heißt es, dass Gott ohnehin besser in der Lage ist, es jemandem heimzuzahlen, als Sie es sind. Von all den Dingen, um die wir uns im Leben kümmern müssen, gehört die Frage, wie man es jemandem heimzahlen kann, also nicht dazu.
George Washington Carver sagte einmal: „Ich werde niemals zulassen, dass ein anderer Mensch mein Leben ruiniert, indem er mich dazu bringt, ihn zu hassen.“
F: Welche Möglichkeiten gibt es laut Röm 12,18, so weit wie möglich in Frieden mit anderen zu leben?
A: Geben Sie sich besondere Mühe, Streitigkeiten oder schlechte Gefühle zwischen Ihnen und anderen zu überwinden? Sind Sie ein Friedensstifter, wie Jesus uns in Matthäus 5,9 dazu ermutigt? Wir sollen barmherzig sein, wie es in Matthäus 5,7 heißt.
Manchmal sollten wir aus wichtigen Gründen uneinig sein, und das ist in Ordnung. Seien Sie jedoch niemals uneinig, nur um des Streits willen.
Aber gehen Sie über das Vermeiden von Streit hinaus und stellen Sie sich folgende Frage: Sind Ihre Nachbarn froh, dass sie in Ihrer Nähe wohnen? Sind Ihr Ehepartner und Ihre Kinder froh, dass sie mit Ihnen zusammenleben? Fühlen sich Ihre Kollegen gesegnet, weil sie mit Ihnen zusammenarbeiten? Vielleicht tun Sie nichts offen Feindseliges, aber tun Sie Dinge, die freundlich sind?
F: Wie sollen wir uns gemäß Röm 13,1–6 und 1 Petr2:13 –14 den staatlichen Autoritäten unterordnen?
A: Wir sollen ihre Gesetze im Geist und im Buchstaben befolgen und ehren. Wir sollen weder Böses tun noch den Anschein des Bösen erwecken (2. Korinther8:20 –21; 1. Thessalonicher5:22 ). Die Gesetze eines Staates haben jedoch Vorrang vor den Gesetzen einer Provinz, und Gottes Gesetze haben Vorrang vor den Gesetzen der Staaten. Gesetze eines Staates, die im Widerspruch zu Gottes Gesetz stehen, dürfen wir nicht befolgen. Wir dürfen nicht schlecht über den Herrscher des Volkes sprechen, wie in Apostelgeschichte 23,5 und 2. Mose 22,28 dargelegt. 2. Mose 22,28 bezieht sich auch auf weltliche Herrscher.
Frage: In Röm 13,1–2 sagt Gott zu uns: „Jeder muss sich den staatlichen Autoritäten unterordnen, denn es gibt keine Autorität außer der, die von Gott kommt. Die bestehenden Autoritäten sind von Gott eingesetzt worden. Wer sich also der Autorität widersetzt, widersetzt sich dem, was Gott eingerichtet hat, und wer dies tut, wird das Gericht über sich selbst bringen.“ Bedeutet das, dass Regierungen wie die unter Hitler, Stalin, Pol Pot usw. von Gott eingesetzt wurden und die Menschen ihnen keinen Widerstand leisten sollten? Das fällt mir sehr schwer zu glauben. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir dies erklären könnten.
A: Lassen Sie mich Ihnen zunächst eine kurze Antwort geben und anschließend eine ausführliche.
Kurz gesagt: Nein, wir dürfen niemals Befehlen gehorchen, die gegen Gottes Gebote verstoßen (wie zum Beispiel „Du sollst nicht töten“ usw.). Stalin, Pol Pot, Hitler usw. waren böse Menschen, denen Gott zu herrschen gestattete. Aber denken Sie daran, dass die Bibel den „Fürsten“ dieser Welt erwähnt, und das ist Satan. Doch auch wenn diese Menschen böse sind, sollen wir die staatliche Autorität respektieren, solange sie nicht im Widerspruch zu Gottes Autorität steht.
Die frühen Christen hatten damit zu kämpfen, denn die römische Regierung befahl ihnen unter Androhung von Folter und Tod, dem Kaiser Opfer darzubringen und den Kaiser oder die römischen Götter anzubeten. Sie verstanden, dass sie alle römischen Gesetze befolgen sollten, außer wenn diese im Widerspruch zum höheren Gesetz, dem Gesetz Gottes, standen. Sie drückten dies so aus, dass es „rechtmäßige“ Gesetze und „unrechtmäßige“ Gesetze gab – was im Griechischen angesichts des Todes eine Art Wortspiel darstellt. Auch wenn sie also Gesetze missachten mussten, die vorschrieben, anderen Göttern Opfer darzubringen, wussten sie, dass sie dennoch die anderen Gesetze befolgen mussten, die im Einklang mit Gottes Gesetz standen oder zumindest nicht gegen dieses verstießen.
Stellen wir uns vor, wir würden in den 1940er Jahren im nationalsozialistischen Deutschland leben. Hitler war zweifellos ein böser Mensch, und jeglichen Befehlen, Juden an die Regierung zu melden, sollten wir nicht Folge leisten. Dennoch müssten wir uns weiterhin an die Verkehrsregeln halten und (leider) Einkommenssteuern zahlen.
Komplizierter wird es, wenn wir zum Militärdienst eingezogen würden. Ich habe gelesen, dass es für den durchschnittlichen Deutschen ziemlich offensichtlich war, dass viele Juden in die Lager kamen, keiner wieder herauskam und die Luft rund um die Lager nach Menschenfleisch stank. Wenn wir zum Militärdienst eingezogen würden, müssten wir erkennen, dass wir uns in einer bösen Armee befanden, und entweder bei der ersten Gelegenheit vor den Alliierten kapitulieren oder – noch besser – Lagerwächter werden und Juden fliehen lassen. Es gab einen Nazi-Offizier namens Oskar Schindler, der als einziger Nazi-Soldat in Israel geehrt wird. Er wusste aus erster Hand, was in den Konzentrationslagern geschah, und setzte sich dafür ein, so viele Juden wie möglich zu retten. Es gibt einen berühmten Film über ihn mit dem Titel „Schindlers Liste“. Weniger bekannt ist, dass es ein zweites NSDAP-Mitglied namens John Rabe gab, das auf dem chinesischen Festland tätig war und ebenfalls alles in seiner Macht Stehende tat, um das Leben von Chinesen in Nanjing und an anderen Orten zu retten.
F: In Röm 13,1–2.4 fragt der Skeptiker Bart Ehrman, ob Christen den herrschenden [römischen] Autoritäten gehorchen sollten oder ob die römischen Autoritäten in Offenbarung 17,18 als gottlos und böse dargestellt werden (Jesus, Interrupted, S. 97–98).
A: Ich habe meine 14-jährige Tochter danach gefragt, und sie sah die Antwort ganz klar: Beides ist wahr. Paulus lebte unter einem der verabscheuungswürdigsten römischen Kaiser aller Zeiten: Nero. Paulus wusste zu seiner Zeit, wie bösartig der römische Kaiser sein konnte; er musste nicht warten, bis die Offenbarung geschrieben wurde (fast 50 Jahre nach seinem Märtyrertod), um zu wissen, dass die herrschenden Autoritäten sehr böse sein konnten. Dennoch lehrte Paulus uns, den staatlichen Autoritäten Gehorsam zu erweisen. Die frühen Christen gehorchten den staatlichen Autoritäten, außer wenn deren Befehle den höheren Geboten Gottes widersprachen.
F: Wann sollten Christen gemäß Röm 13,1–6 zivilen Ungehorsam leisten?
A: Christen sollen im Allgemeinen die Gesetze des Landes befolgen. Doch so wie ein Bundesgesetz ein Landesgesetz außer Kraft setzt, hat Gottes Gesetz Vorrang vor den Gesetzen der Menschen. Wenn also ein Gesetz dem widerspricht, was Gott geboten hat, müssen wir in erster Linie Gottes Gesetz befolgen. Während des Zweiten Weltkriegs verstießen einige Christen, wie beispielsweise die Familie ten Boom, gegen das Gesetz und versteckten Juden vor den Behörden. Sie handelten richtig, als sie unterdrückte Menschen vor einem bösartigen Gesetz schützten.
F: In Röm 13,7: Inwiefern waren heidnische und korrupte römische Regierungsbeamte Diener Gottes?
A: Die römische Regierung war zu Paulus’ Zeiten äußerst korrupt. Männer häuften riesige Vermögen an, allein dadurch, dass sie Statthalter von Provinzen wie Sizilien waren. Diese Menschen waren weder aufgrund einer bewussten Entscheidung noch aufgrund ihrer Moral Gottes Diener. Vielmehr waren sie in dem einen (und einzigen) Sinne Gottes Diener, dass sie die tatsächliche Regierung darstellten und die Christen ihnen gehorchen mussten, solange ihre Gesetze nicht im Widerspruch zu Gottes Gesetzen standen. Im Allgemeinen waren die frühen Christen sehr gesetzestreu, abgesehen davon, dass sie sich weigerten, neben Christus auch den Kaiser anzubeten. Aus diesem Grund erlitten Zehntausende von ihnen den Märtyrertod.
F: Warum haben Christen laut Röm 13,8 Schulden?
A: In Römer 13,8 heißt es nicht, dass man niemals Schulden haben darf, sondern dass keine Schulden offen bleiben sollen – außer der Liebe zueinander. Mit anderen Worten: Der erste Teil dieses Verses besagt, dass wir Schulden haben können, diese aber begleichen sollten. Manchmal können seltsame und ungewöhnliche Gesetze jemanden von der rechtlichen Verpflichtung befreien, eine gültige Schuld zu begleichen. Ungeachtet seltsamer menschlicher Gesetze müssen wir jedoch weiterhin Gott gehorchen.
Dies bedeutet nicht, niemals Schulden zu haben, sondern vielmehr, das zu bezahlen, was man schuldet, wie es im „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1732) und im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“ (S. 491) heißt.
F: Fasst in Röm 13,9–10 der Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ wirklich das gesamte Gesetz zusammen? Was ist mit der Liebe zu Gott, wie es in Markus 12,29–30 heißt?
A: Paulus erwähnte hier vier der Zehn Gebote. Tatsächlich lassen sich die letzten fünfeinhalb Gebote unter dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zusammenfassen. Die ersten viereinhalb Gebote lassen sich unter dem Grundsatz „Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ zusammenfassen. Ein Punkt ist also, dass „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ tatsächlich alle Gesetze zusammenfasst, die die Beziehungen zu anderen Menschen betreffen.
Ein zweiter Punkt ist, dass es schwierig ist, die Kraft aufzubringen, Ihren Nächsten wirklich geistlich, emotional, finanziell und in jeder anderen Hinsicht zu lieben, wenn Sie nicht zuerst Gott lieben.
F: Da wir gemäß Röm 13,10 keinen bösen Willen gegenüber unseren Nächsten hegen sollten, kann ein Christ dann Polizist sein und Menschen festnehmen?
A: Ja. Aus Liebe zu anderen Menschen, zum Wohle der Gesellschaft und zur Durchsetzung von Gesetzen gegen Übeltäter kann ein christlicher Polizist Menschen festnehmen und dabei, falls erforderlich, Gewalt anwenden. Er sollte dies jedoch ohne Hass, Bosheit, Zorn oder Feindseligkeit gegenüber dem Übeltäter tun. Ein guter Polizist sollte niemals die Einstellung haben, dass er selbst über dem Gesetz steht oder dass andere ihn besonders behandeln sollten.
Ein gutes Beispiel dafür, wie es ist, als christlicher Polizist in der „Heroin-Hauptstadt Australiens“ Streife zu gehen, finden Sie in „Creation ex Nihilo“, Band 3, Nr. 3, Juni–August 1998, S. 14–16.
Frage: Welche Bedeutung hat die Passage in Röm13:11 –14?
A: Die Menschen können selbst entscheiden, wie sie leben möchten. In Römer14:12 heißt es jedoch, dass sie Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie sie gelebt haben. Da wir nicht wissen, wann für uns das Ende des Lebens auf Erden kommen wird, wird in Römer 13,11–12 die Dringlichkeit betont, sich der aktuellen Realitäten bewusst zu werden.
Nebenbei sei angemerkt, dass Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) sagte, er sei durch Römer 13,11–14 in die Knie gezwungen worden. Bevor er Christ wurde, lebte Augustinus mit seiner Freundin zusammen, mit der er einen Sohn hatte.
F: Was genau sind in Röm 14,1 die „zweifelhaften Dinge“?
A: Wörtlich heißt es dort: „… aber nicht zu Streitigkeiten über Meinungen“. Paulus hat die zweifelhaften Dinge, über die sich Christen uneinig sind, nicht genau definiert, daher können wir uns wohl auch darüber uneinig sein! Paulus beschreibt diese zweifelhaften Dinge lediglich anhand von zwei Beispielen. Er spricht über die Ernährung eines Christen und darüber, einen Tag (wie beispielsweise den Sabbat oder den Sonntag – er hat dies nicht näher spezifiziert) als wichtiger anzusehen als einen anderen Tag. Gute Christen können in diesen Punkten unterschiedlicher Meinung sein, und anstatt diese Fragen zu klären – wie es der Apostel hätte tun können –, nutzt er sie, um zu zeigen, wie Christen trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten über „zweifelhafte Dinge“ miteinander auskommen sollten. Zweifelhafte Dinge sind Angelegenheiten, die in der Heiligen Schrift nicht ausdrücklich geregelt sind und deren richtige Handhabung für die Erlösung nicht wesentlich ist. Es ist nicht so, dass alle zweifelhaften Dinge unwichtig wären, sondern vielmehr, dass sie nicht so wichtig sind wie die klar gelehrten Dinge.
F: Wie kam es, dass es in Röm 14,1–5 Juden in Rom gab?
A: Juden wurden 139 v. Chr. aus Rom vertrieben, ebenso durch Kaiser Tiberius im Jahr 19 n. Chr. Später, im Jahr 49 n. Chr., vertrieb Kaiser Claudius alle Juden aus Rom, doch sie kehrten nach Claudius’ Tod im Jahr 54/55 n. Chr. zurück. Wie die anderen Gemeinden hatte also wahrscheinlich auch die römische Gemeinde jüdische Gläubige, allerdings vermutlich nicht in so hohem Anteil wie andere Gemeinden.
F: In Röm 14,2.14.17.20–21 wird erwähnt, dass katholische und orthodoxe Christen während der Fastenzeit auf Fleisch (außer Fisch) verzichten. Sollten alle Christen dies ebenfalls tun, um schwächere Brüder nicht zum Straucheln zu bringen? Und sollten alle Christen ebenfalls auf Alkohol verzichten, da einige Christen der Überzeugung sind, niemals Alkohol zu trinken?
A: Hier ist eine Zusammenfassung dessen, was Sie tun sollten.
1. Handeln Sie so, wie Sie es für richtig halten, aber schauen Sie nicht auf diejenigen herab, die anders handeln.
2. Lassen Sie nicht zu, dass das, woran Sie glauben, als falsch bezeichnet wird, sofern es nicht unbiblisch ist. (Siehe Kolosser 2,16–20)
3. Wenn jemand Sie auf dieses Thema anspricht, weisen Sie darauf hin, dass es in Ordnung ist, dies zu tun, sagen Sie ihm jedoch, dass Sie es in seiner Gegenwart nicht tun werden, wenn er dies so glaubt.
Es ist wichtig, Punkt 2 und 3 gemeinsam zu befolgen. Wenn Sie es zu diesem Zeitpunkt einfach unterlassen, könnte der Eindruck entstehen, dass Sie zustimmen, es nicht wieder zu tun. Wenn die Person herausfindet, dass Sie es wieder getan haben, als sie nicht anwesend war, würde dies den Anschein von Heuchelei erwecken. Unterlassen Sie es also in ihrer Gegenwart, machen Sie aber deutlich, dass Sie es nach wie vor für richtig halten und nicht andeuten, dass Sie es gänzlich unterlassen werden.
F: Ist es gemäß Röm 14,5 nun in Ordnung, am Samstag oder Sonntag zu arbeiten, oder nicht?
A: Echte Christen, sowohl damals als auch heute, sind sich darüber uneinig. Die Antwort finden Sie in der Erörterung zu 2. Mose 20,8. Paulus sagte in 1. Korinther 16,2, man solle am ersten Tag der Woche Geld sammeln. Die frühen Christen feierten den Gottesdienst am Sonntag, wie aus dem
Folgendem:
Brief des Ignatius an die Magnesier, Kap. 9, S. 62 (106–117 n. Chr.): „Wenn also diejenigen, die in der alten Ordnung der Dinge erzogen wurden, zu einer neuen Hoffnung gelangt sind und den Sabbat nicht mehr einhalten, sondern den Tag des Herrn feiern, an dem auch unser Leben durch Ihn und durch Seinen Tod wieder auferstanden ist“
Brief des Ignatius an die Epheser, Kap. 5, S. 51 (107/116 n. Chr.) „Wer sich also nicht mit der Gemeinde versammelt, hat schon dadurch seinen Stolz offenbart und sich selbst verurteilt.“
Didache (= Lehre der zwölf Apostel) (ca. 60–120 n. Chr.), Kap. 14, S. 381 (impliziert): „Versammelt euch aber an jedem Tag des Herrn, brecht das Brot und bringt Dank dar, nachdem ihr eure Verfehlungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.“
Der Barnabasbrief (ca. 70–130 n. Chr.), Kap. 10, S. 143 (impliziert), besagt, dass Christen den „achten Tag“ [d. h. den Sonntag] einhalten, da dies der Tag ist, an dem Jesus von den Toten auferstanden ist. Später stieg er in den Himmel auf.
Justin der Märtyrer (um 150 n. Chr.): „Der Sonntag ist jedoch der Tag, an dem wir alle unsere gemeinsame Versammlung abhalten, denn es ist der erste Tag, an dem Gott, nachdem er eine Veränderung in der Finsternis und der Materie bewirkt hatte, die Welt erschuf; und Jesus Christus, unser Erlöser, ist am selben Tag von den Toten auferstanden. Denn Er wurde am Tag vor dem Tag des Saturn (Samstag) gekreuzigt; und am Tag nach dem Tag des Saturn, der der Tag der Sonne ist, erschien Er Seinen Aposteln und Jüngern und lehrte sie diese Dinge, die wir auch Ihnen [Kaiser Hadrian] zur Prüfung vorgelegt haben.“ Erste Apologie des Justinus des Märtyrers, Kap. 67, S. 188
Dionysius von Korinth (170 n. Chr.) (Auszug): „Wir haben diesen heiligen Tag des Herrn verbracht, an dem wir Ihren Brief gelesen haben, aus dessen beständigem Lesen wir Ermahnung schöpfen können, ebenso wie aus der Lektüre des früheren Briefes, den Sie uns durch Clemens geschrieben gesandt haben.“ Fragment 2, Band 8, S. 765
Irenäus von Lyon (180–188 n. Chr.) (aus zweiter Hand) wird in dem gleichnamigen Werk „Fragen und Antworten zur Orthodoxie“ erwähnt: „Dieser [Brauch], am Sonntag nicht die Knie zu beugen, ist ein Symbol der Auferstehung, durch die wir durch die Gnade Christi von den Sünden und vom Tod befreit worden sind, der unter Ihm getötet wurde. Dieser Brauch geht nun auf die Zeit der Apostel zurück, wie der selige Irenäus, der Märtyrer und Bischof von Lyon, in seiner Abhandlung „Über Ostern“ erklärt, in der er auch Pfingsten erwähnt; an diesem [Fest] beugen wir das Knie nicht, da es aus dem bereits genannten Grund die gleiche Bedeutung wie der Tag des Herrn hat.“ (Die Fußnote besagt, dass sich der Sonntag hier wahrscheinlich auf den Ostersonntag bezieht.) ANF Band 1, Fragmente des Irenäus, Fragment 7, S. 569–570.
Clemens von Alexandria (193–202 n. Chr.) (auszugsweise; der Tag des Herrn ist der achte Tag) „Und von dem Tag des Herrn spricht Platon prophetisch im zehnten Buch der ‚Politeia‘ mit folgenden Worten: ‚Und wenn für jeden von ihnen sieben Tage auf der Wiese vergangen sind, sollen sie am achten Tag aufbrechen und in vier Tagen ankommen.‘“ „Stromata“, Buch 5, Kap. 14, S. 466
Tertullian (200–220/240 n. Chr.) sagt, dass zwar die jüdischen Feste der Sabbat und das Reinigungsfest waren, die Christen jedoch den Sonntag zu ihrem Ruhetag bzw. Festtag machten. Ad Nationes, Buch 2, Kap. 13, S. 123
Origenes (225–253/254 n. Chr.): „Wenn es jedoch aus der Heiligen Schrift klar hervorgeht, dass Gott am Tag des Herrn Manna vom Himmel regnen ließ, am Sabbat jedoch keines, so sollen die Juden begreifen, dass von jener Zeit an der Tag unseres Herrn über den wahren Sabbat gestellt wurde.“ Homilien zum Buch Exodus (übersetzt von Rufinus, der sehr frei übersetzte) Homilie 7, Kap. 5, S. 308
Cyprian von Karthago (ca. 253–258 n. Chr.) (Auszug) „Denn was die Einhaltung des achten Tages im jüdischen Ritus der Beschneidung des Fleisches betrifft, so wurde zuvor ein Sakrament in Schatten und Brauch gegeben; als aber Christus kam, wurde es in Wahrheit erfüllt. Denn da der achte Tag, das heißt der erste Tag nach dem Sabbat, jener sein sollte, an dem der Herr wieder auferstehen, uns beleben und uns die Beschneidung des Geistes schenken würde, ging der achte Tag, das heißt der erste Tag nach dem Sabbat und der Tag des Herrn, zuvor als Vorbild; dieses Vorbild hörte auf, als nach und nach die Wahrheit kam und uns die geistliche Beschneidung geschenkt wurde.“ Briefe des Cyprian, Brief 58, Kap. 4, S. 354
Anatolius von Alexandria (270–280 n. Chr.) (Auszug): „Die Auferstehung des Herrn, die am Tag des Herrn stattfand, wird uns dazu veranlassen, sie nach demselben Prinzip zu feiern; doch sollte dies so geschehen, dass der Beginn von Ostern …“ Paschalkanon, Kap. 16, Bd. 6, S. 151
Victorinus von Petau (gest. als Märtyrer im Jahr 304 n. Chr.): „Auch an diesem Tag halten wir aufgrund des Leidens des Herrn Jesus Christus entweder eine Andacht zu Ehren Gottes ab oder fasten. Am siebten Tag ruhte Er von all Seinen Werken, segnete ihn und heiligte ihn. Am Tag zuvor pflegen wir streng zu fasten, damit wir am Tag des Herrn mit Danksagung zu unserem Brot schreiten können. Und möge der Vorabend zu einem strengen Fasten werden, damit es nicht so aussieht, als würden wir mit den Juden irgendeinen Sabbat einhalten, den Christus selbst, der Herr des Sabbats, durch Seine Propheten als etwas bezeichnet, das „Seine Seele verabscheut“; diesen Sabbat hat Er in Seinem Leib abgeschafft, obwohl Er zuvor selbst Mose geboten hatte, dass die Beschneidung nicht über den achten Tag hinausgehen dürfe, der sehr häufig auf den Sabbat fällt, wie wir im Evangelium lesen.“ Über die Erschaffung der Welt, S. 341–342
Konzil von Elvira (306–307 n. Chr.) (21 unumstrittene Kanones) „Wenn jemand, der in der Stadt wohnt, drei Sonntage lang nicht an den Gottesdiensten teilnimmt, soll diese Person für kurze Zeit ausgeschlossen werden, um die Schande öffentlich zu machen.“ Kanon 21.
Petrus von Alexandria (306, 285–311 n. Chr.) erörtert den vierten Tag und dass Jesus am sechsten Tag [Freitag] für uns gelitten hat. Dann sagt er: „Den Tag des Herrn feiern wir jedoch als Tag der Freude, denn an ihm ist Er auferstanden; an diesem Tag haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, nicht einmal das Knie zu beugen.“ Der kanonische Brief, Kanon 15, S. 278
Methodius (270–311/312 n. Chr.) (auszugsweise, erwähnt den achten Tag): „Seinen eigenen Sohn, um den Propheten Sein zukünftiges Erscheinen in der Welt im Fleisch zu offenbaren, in dem die Freude und die Erkenntnis des geistlichen achten Tages verkündet werden sollen, … bevor die Kirche mit dem Wort vermählt wurde, den göttlichen Samen empfing und die Beschneidung des geistlichen achten Tages voraussagte.“
Unter den Häretikern und in unechten Schriften
Der Ketzer Bardaisan/Bardesan (154–224–232 n. Chr.) sagt, dass wir [Christen] uns am ersten Tag der Woche versammeln. Das Buch der Gesetze verschiedener Länder, S. 733
Nach dem Ersten Konzil von Nicäa (325 n. Chr.)
Hegemonius (4. Jahrhundert) (auszugsweise) erörtert, wie Christus als Herr des Sabbats diesen abgelöst hat. „Die Auseinandersetzung mit Manes“, Kap. 42, S. 216
„Verfassungen der Heiligen Apostel“ (ca. 375/390 n. Chr.): „Haltet aber den Sabbat und den Tag des Herrn als Festtage; denn der erstere ist das Gedächtnis der Schöpfung, der letztere das der Auferstehung.“ Buch 7, Abschnitt 2.23, S. 469
Konstitutionen der Heiligen Apostel (um 375/390 n. Chr.) „Versammelt euch jedoch jeden Tag, morgens und abends, im Haus des Herrn, um Psalmen zu singen und zu beten: morgens den zweiundsechzigsten Psalm und abends den einhundertvierzigsten, vor allem aber am Sabbat. Und am Tag der Auferstehung unseres Herrn, der der Tag des Herrn ist, versammelt euch noch eifriger und preist Gott, der durch Jesus das Universum erschaffen hat, …“ Buch 2, Kap. 8.59, S. 423
Abweichungen davon wurden von Justin dem Märtyrer (schrieb um 138–165 n. Chr.) erwähnt (Dialog mit Trypho, Kap. 47), der die Sabbathalter als „schwächere Brüder“ bezeichnet, und Eusebius von Caesarea (324 n. Chr.) erwähnt die ebionitischen Ketzer als Sabbathalter.
F: Bezieht sich Paulus in Röm 14,5 hier auf den Sabbat?
A: Dies gilt sowohl für den Sabbat als auch für die jüdischen Feiertage. Unter Christen gibt es zwei Standpunkte. Paulus hat weder die alttestamentlichen Feste noch den Sabbat ausdrücklich genannt. Paulus verwendete den sehr allgemeinen Ausdruck „besondere Tage“, um beides abzudecken.
Im Gegensatz dazu sind die Herausgeber der calvinistischen „New Geneva Study Bible“ (S. 1791) der Ansicht, dass Paulus sich ausschließlich auf jüdische Feiertage bezog. Dort heißt es: „Wäre der Sabbat gemeint gewesen, wäre es natürlicher gewesen zu sagen: ‚Der eine hält den Sabbat für wichtiger als die anderen Tage.‘“
Es ist müßig, der Formulierung in Römer 14,5 Einschränkungen hinzuzufügen, da Paulus an anderer Stelle (Kolosser2:16 ) ausdrücklich sagt, dass wir andere nicht „hinsichtlich eines Festes, eines Neumonds oder der Sabbate“ richten sollen. Somit bezog sich Paulus auf Gläubige mit unterschiedlichen Ansichten und darauf, andere weder wegen der Feste noch wegen der Sabbate zu verurteilen.
F: Was halten Sie in Bezug auf Röm 14,5 von Eric Liddell, der Hauptfigur des Films „Chariots of Fire“, der sich weigerte, bei den Olympischen Spielen in seiner Paradedisziplin anzutreten, weil der Wettkampf auf einen Sonntag fiel?
A: Eric hatte die persönliche Überzeugung, dass er Gott gefalle, indem er den Sonntag als heiligen Tag ehrte und an diesem Tag keine Arbeit verrichtete. Die Teilnahme an einem Wettlauf würde als Arbeit gelten. Die Bibel verbietet jedoch keineswegs, am Sonntag zu arbeiten. Im Alten Testament sollten die Israeliten am Samstag keine Arbeit verrichten, nicht am Sonntag.
F: Warum lehnte Paulus es in Röm 14,5 ab, die Frage zum Sabbat zu klären, obwohl er die perfekte Gelegenheit dazu hatte?
A: Weil der Punkt, den Paulus hervorheben wollte, wichtiger war als unsere Sichtweise zum Sabbat. Zwar gab Paulus tatsächlich indirekt eine Antwort in Bezug auf das Essen (Römer14:14 , 17, 20), doch der Kern dieser Passage ist nicht das Essen oder der Sabbat, sondern Folgendes:
1. Gehorsame Christen werden in nicht wesentlichen Fragen unterschiedlicher Meinung sein, und das ist in Ordnung. Wir dürfen auf diejenigen, die andere Ansichten vertreten, nicht herabblicken. (Römer 14,1–4.10–13)
2. Lassen Sie nicht zu, dass das, was Sie für gut halten, als böse bezeichnet wird. (Römer 14,16–17)
3. Seien Sie kein Stolperstein für andere. Auch wenn Sie wissen, dass es in Ordnung ist, könnte es für schwächere Brüder, die es nicht aus Glauben tun, dennoch eine Sünde sein. (Römer 14,13–15, 20–21, 23)
Weitere Informationen finden Sie auch in der Erörterung zu 1. Korinther 8,9–13.
F: Wie kann in Röm 14,15 das bloße „Essen“ einen Mitchristen zerstören?
A: Das Essen fügt einem Glaubensbruder keinen körperlichen Schaden zu, doch Paulus spricht davon, wie die Handlung des Essens den Glauben eines Mitchristen zerstören kann. Wenn ein Christ der Meinung ist, dass es falsch ist, etwas zu essen, und ein zweiter Christ den ersten dazu verleitet, gegen sein Gewissen zu handeln, dann kann dies den Glauben des ersten Christen beeinträchtigen.
F: Wie sollen wir gemäß Röm 14,16 verhindern, dass das, was gut ist, als böse bezeichnet wird?
A: Manchmal möchten Sie bestimmte Dinge zu einem bestimmten Zeitpunkt vielleicht unterlassen, um niemanden zu kränken. Beispielsweise möchten Sie vielleicht vor jüdischen oder muslimischen Menschen kein Schweinefleisch essen, da dies Anstoß erregen könnte. Vielleicht möchten Sie vor Christen aus dem Nahen Osten niemals eine Bibel auf den Boden legen, da diese dies als Respektlosigkeit gegenüber der Bibel auffassen würden. Es würde jedoch heuchlerisch wirken, diese Dinge in ihrer Gegenwart zu unterlassen, wenn sie dann herausfinden, dass Sie sie tun, sobald sie nicht anwesend sind. Das wäre in etwa vergleichbar mit der Heuchelei des Petrus in Galater 2,11–18.
Der beste Weg, damit umzugehen, besteht darin, den Wunsch, niemanden zu kränken, mit Römer 14,16 zu verbinden. Sagen Sie ihnen, dass diese Dinge in Ordnung sind und Sie sie auch tun, dass Sie sie jedoch in ihrer Gegenwart – als Diener – unterlassen, um sie nicht zu kränken. Bei zweitrangigen Lehrfragen halten Sie den aktuellen Zeitpunkt und Ort vielleicht nicht für den besten, um darüber zu diskutieren. Sagen Sie ihnen kurz, dass Sie glauben, eine bestimmte Lehre sei wahr und gut, aber dass Sie sich nicht gerade in diesem Moment auf eine Debatte darüber einlassen müssen.
F: Welche Möglichkeiten gibt es gemäß Röm 14,19, aktiv für Frieden und Harmonie in der Gemeinde einzutreten?
A: Schauen Sie sich zunächst um und erkennen Sie, wo ein Bedarf an mehr Harmonie besteht. Manchmal ist es eine einzelne Person, mit der die meisten anderen Schwierigkeiten haben, auszukommen. In anderen Fällen sind es zwei Lager, die einander nicht vertrauen oder nicht mögen. Manchmal geht es um das Verhältnis zwischen den stärkeren und den schwächeren Brüdern. Paulus appelliert vor allem an die stärkeren Brüder, Rücksicht auf die schwächeren zu nehmen.
F: In Röm 14,20–21 lehrte ein Gläubiger vom Typ C5 (die sich manchmal nicht als Christen bezeichnen wollen), dass Christen – selbst in Amerika – kein Schweinefleisch essen sollten, da dies für manche Muslime beleidigend sei, obwohl diese selbst Schalentiere und Kamelfleisch verzehren, was gegen die Speisevorschriften der Juden im Alten Testament verstößt. Der Verzehr von Rindfleisch ist für manche Hindus beleidigend. Die Jainisten lehren, dass man nach Sonnenuntergang nichts mehr essen sollte. Die Pythagoräer lehrten, man solle keine Bohnen essen. Was würden Sie dazu sagen?
A: Wenn Sie jeden Brauch jeder einzelnen Religion befolgen würden, wäre das Leben schwieriger; insbesondere dann, wenn sich die Bräuche einer Religion mit denen einer anderen Religion widersprechen. Vier Punkte, die bei der Beantwortung zu berücksichtigen sind.
1) Als Christen haben wir die Freiheit, jedes Fleisch (oder jede Bohne) zu essen, das bzw. die wir möchten, wann immer wir möchten.
2) Wir sollten es nicht einfach hinnehmen, wenn Menschen behaupten, es sei falsch, bestimmte Lebensmittel zu essen oder zu bestimmten Zeiten zu essen.
3) Aus Rücksicht auf das Gewissen eines anderen Menschen sollten wir jedoch in dessen Gegenwart nichts tun, was dieser als beleidigend empfindet.
4) Wenn wir jedoch gefragt werden, sollten wir nicht lügen und sagen, dass wir diese Speisen essen.
F: Wie würde sich in Röm 15,1–3 ein Christ, der Gott und sich selbst gefallen möchte, ohne sich groß um andere zu kümmern, von einem unterscheiden, der so lebt, dass er zuerst Gott und dann anderen gefällt?
A: Dem ersten Typ wäre die Antwort auf die vorangegangene Frage völlig gleichgültig. Manchmal neigen Christen zu einer „Lone-Ranger“-Mentalität, bei der es nur um ihre eigene Gemeinschaft mit Gott geht und sie sich nicht um andere kümmern. Ein Christ kann sich dem hingeben, von dem er weiß, dass es für ihn in Ordnung ist, ohne zu erkennen oder sich darum zu kümmern, dass dies jemand anderen zum Straucheln bringen könnte. Ein Christ der ersten Kategorie würde sich darum kümmern, ob er wächst, ob er geistlich genährt und gefördert wird, ob die Gemeinde ihm hilft und ob er Christus ähnlicher wird. All das ist gut. Ein Christ der zweiten Kategorie würde sich jedoch noch stärker darum kümmern, ob andere um ihn herum wachsen, ob andere geistlich genährt und gefördert werden, wie er der Gemeinde helfen könnte und ob andere Christus ähnlicher werden.
F: Sollten wir gemäß Röm 15,2 versuchen, anderen zu gefallen, oder sollten wir Gott gefallen und nicht Menschengefällige sein, wie es in Eph 6,6; Kol 3,22; 1 Thess 2,4 und Gal 1,10 heißt?
A: Wir sollen in erster Linie Gott gefallen. Verse, die zeigen, dass wir Gott gefallen sollen (und nicht nur mechanisch den Anweisungen gehorchen), sind Hebräer 11,6; 13,21; 1. Thessalonicher 2,4; 1. Johannes 3,12; Epheser 5,10; 6,6; Kolosser 3,20; 3,22 und Prediger 7,26.
Erfreuen Sie nicht zuerst andere: Anderen zu gefallen sollte nicht unser höchstes Ziel sein; Gott zu gefallen sollte es sein. Jesus sagte ausdrücklich, dass die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst das zweite Gebot sei, nicht das erste, in Markus 12,28–31; Matthäus 22,37–40; Lukas 10,27–28.
Gott gebietet uns, andere zu lieben und ihnen zu gefallen – nach ihm. Wir sollen zuerst Gott gefallen, und wir können ihm gefallen, indem wir seine Gebote befolgen, einschließlich 1. Johannes 5,2 und 2. Johannes 5–6. Jesus sagte, das zweitwichtigste Gebot sei, andere so zu lieben, wie wir uns selbst lieben. Dazu gehört sicherlich auch, ihnen zu gefallen (mit einer Ausnahme, die im nächsten Punkt erwähnt wird). Wenn wir also Gott gefallen wollen, werden wir andere lieben und ihnen gefallen.
Anderen zu ihrem Besten gefallen: In Römer 15,2 heißt es zusätzlich „zu ihrem Besten“. Wenn es Dinge gibt, die jemandem gefallen könnten, die aber sündhaft oder ihm anderweitig schaden, sollten Sie diese Dinge nicht tun. Tatsächlich kann es vorkommen, dass wir, gerade weil wir einen Menschen lieben, Dinge tun, die ihm vielleicht nicht gefallen. Das widerspricht natürlich dem Grundsatz, anderen um jeden Preis zu gefallen, steht aber im Einklang damit, andere zu lieben und Gott zu gefallen.
F: Welche guten Möglichkeiten gibt es laut Röm 15,2, anderen mehr zu gefallen?
A: Es gibt eine Reihe von Dingen, die man tun sollte, aber auch eine Reihe von Dingen, die man unterlassen sollte.
Tun Sie nichts, wodurch sich Menschen herabgesetzt fühlen. Das bedeutet nicht nur, andere nicht herabzusetzen; es bedeutet auch, Dinge zu vermeiden, die – obwohl sie nicht mit der Absicht getan werden, andere herabzusetzen – den Nebeneffekt haben, dass sich diese herabgesetzt fühlen.
Schauen Sie nicht auf andere herab und erwecken Sie nicht den Eindruck, dass Sie dies tun. Zeigen Sie, dass Sie sie respektieren, wertschätzen und ihnen Ehre erweisen. Behandeln Sie andere als wichtiger als sich selbst, wie es in Philipper 2,3 heißt.
Seien Sie ein Diener – in erster Linie Gottes, aber dann auch der anderen.
Haben Sie Einfühlungsvermögen für den anderen, versuchen Sie zu verstehen, wie das Leben aus dessen Perspektive aussieht. Vielleicht gelingt Ihnen das nicht vollständig, je nachdem, was der andere durchgemacht hat, aber Sie können es dennoch versuchen.
Macht es Ihnen Freude, mit dem anderen zusammen zu sein, wie Paulus in Römer 15,24.32 erwähnt? Wenn ja, dann zeigen Sie, dass Sie gerne mit dem anderen zusammen sind.
Gehorchen Sie: Gott hat uns in 1. Johannes 5,2 und 2. Johannes 5–6 ein ausdrückliches Gebot gegeben, dass wir die Kinder Gottes lieben sollen.
F: In Röm 15,4 gibt uns die Heilige Schrift Wahrheit, aber inwiefern hat sie uns auch Geduld, Trost und Hoffnung geschenkt?
A: Da Gottes Wahrheit in uns wohnt und unser Leben verwandelt, sollten wir geduldiger sein, mehr Trost erfahren und mehr Hoffnung haben, während wir in der Erkenntnis Gottes wachsen.
F: Was bedeutet es in Röm 15,7, andere Gläubige so aufzunehmen, wie Christus uns aufgenommen hat?
A: Wir waren nicht (und sind auch heute noch nicht) sündlos und vollkommen. Wir haben wahrscheinlich nicht in jeder einzelnen Lehre zu 100 % richtig geglaubt – und tun dies auch heute noch nicht. Und doch hat Jesus, der ein sündloses Leben führte und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis kennt, uns dennoch als sein Volk angenommen. Um wie viel mehr sollten wir andere Gläubige annehmen, die Christus trotz ihrer Unvollkommenheiten angenommen hat. Stellen Sie sich vor, Sie würden denken: „Ich weiß, dass Gott uns vergibt, aber bei anderen Gläubigen bin ich mir nicht sicher, denn deren Maßstäbe sind höher als die Gottes.“ Wir sollten geduldig mit anderen sein und dankbar dafür sein, wie geduldig Gott uns gegenüber gewesen ist.
F: Wie können wir gemäß Röm 15,14 andere Gläubige so ermahnen, dass sie eher bereit sind, zuzuhören und die Ermahnung anzunehmen?
A: Zunächst einmal liegt es in der Verantwortung der Person, die die Ermahnung erhält, ob sie die Zurechtweisung und den Tadel, die sie annehmen sollte, tatsächlich annimmt oder nicht. Wenn Ihnen jemand auf ungeschickte Weise eine Ermahnung erteilt, diese aber inhaltlich richtig ist, sollten Sie dennoch danach handeln. Dennoch gibt es als derjenige, der die Ermahnung ausspricht, einige Dinge, die wir tun können, um es dem anderen leichter zu machen, sie anzunehmen.
Tadeln Sie die Person nicht, als wäre sie Ihnen unterlegen, sondern wenden Sie sich an sie als Mitgläubiger. Stellen Sie sicher, dass Sie betonen, was falsch war, wie schwerwiegend es ist und wie dringend eine sofortige Änderung erforderlich ist. Betonen Sie, dass Sie die Person nicht hassen, sondern sie auch nach dieser Tat weiterhin lieben – dass Sie jedoch das hassen, was sie getan hat.
Eine Methode, die in manchen Fällen funktionieren kann, ist der Ansatz des „Propheten Nathan“. Fragen Sie die Person, was der beste Weg sei oder wie sie mit einer Situation umgehen würde, die ihrer eigenen ähnlich ist. Sie könnten fragen, was sie zu einer Person sagen würde, um diese dazu zu bringen, zuzuhören und sich zu ändern. Erklären Sie dann, dass Sie einen Freund in dieser Situation haben: die Person selbst. Und sagen Sie ihr mit anderen Worten dasselbe zurück. Sie können nachlesen, wie Nathan in 2. Samuel 12,1–15 ähnlich mit David verfuhr.
F: Wann sollten Sie gemäß Röm 15,18 nicht von den großen Taten berichten, die Gott durch Sie vollbracht hat?
A: Im Allgemeinen ist es gut, darüber zu berichten, was Gott getan hat. Sie sollten dies jedoch nicht unter Umständen oder auf eine Weise tun, die prahlerisch wirkt oder die Aufmerksamkeit auf sich selbst lenkt. Sie sollten darauf achten, dass Sie dies nicht einmal versehentlich so tun, dass der Eindruck entsteht, Sie seien ein effektiverer, nützlicherer oder gesegneterer Diener Gottes als jemand anderes.
F: Was meinte Paulus in Röm 15,20 damit, nicht auf dem Fundament eines anderen zu bauen, und warum war es gut, dies zu vermeiden?
A: Einerseits sollten wir mit anderen Gläubigen zusammenarbeiten, uns gegenseitig ergänzen und anerkennen, dass das Werk dem Herrn gehört und nicht uns. Was Paulus hier jedoch meinte, ist, dass wir nicht in Konkurrenz zu anderen Gläubigen stehen oder versuchen sollten, Menschen, die in erster Linie einem anderen guten Gläubigen zuhören, dazu zu bringen, stattdessen auf uns zu hören. Paulus erörtert das Gleichgewicht in dieser Frage in 1. Korinther 3,4–7. Gläubige spielen unterschiedliche Noten, wenn einige in Harmonie spielen, doch wir sollten alle dasselbe Lied spielen.
F: Wie erkennen Sie in Röm 15,23, nachdem Gott Sie an einen Ort oder in eine Situation geführt hat, dass die Zeit gekommen ist, in der Sie „in dieser Gegend keinen Platz mehr haben“?
A: Die Felder sind reif für die Ernte. Es gibt viele gute Orte, an denen man Jünger machen und das Wort verkünden kann, aber von all diesen guten Orten – wo ist der beste Ort, an dem Gott Sie haben möchte, und wann ändert sich das?
Wenn Sie nicht sofort eine Ernte sehen, dann beten Sie zu Gott. Vielleicht ist es an der Zeit, an einen anderen Ort weiterzuziehen. Oder vielleicht möchte Gott, dass Sie dort noch länger durchhalten, den Samen des Wortes säen, und die Ernte wird später hier eintreffen.
Vielleicht sehen Sie eine gute Ernte, und es gibt reichlich Erntearbeiter. Es könnte sein, dass es, wie bei Paulus, an der Zeit ist, an Orte weiterzuziehen, an denen noch niemand ist, nun da andere diesen Dienst übernehmen können.
Manchmal muss man auf die Mittel warten, um etwas tun zu können. Vielleicht war ein Grund, warum Paulus hier seine Pläne, nach Spanien zu reisen, so ausführlich darlegte, dass er auf finanzielle Unterstützung durch die römische Gemeinde hoffte, um diese Reise antreten zu können.
Vielleicht legt Gott gerade jetzt in Ihr Herz den Wunsch, Gottes Wort an einem bestimmten Ort zu verkünden.
Schließlich könnte es sein, dass neue Christen sich weiterentwickeln und Ihre Anwesenheit mit all Ihrer Erfahrung sie daran hindert, sich zu engagieren und die Verantwortung sowie die Erfahrung in den Aufgabenbereichen zu übernehmen, in die sie hineinwachsen müssen.
Letztendlich gibt es keine festen Regeln, und Sie müssen um Gottes Führung beten.
F: Ist Paulus in Röm 15,24.28 jemals nach Spanien gereist?
A: Paulus schrieb den Römerbrief auf dem Weg nach Jerusalem (Röm15:25 ); sollte er also dorthin gereist sein, musste dies nach der Abfassung des Römerbriefs geschehen sein. Hier sind die Belege dafür, dass er dies tat.
a) Paulus hatte in Röm15:24 ,28 die Absicht, dorthin zu reisen.
b) Eusebius deutete in seiner „Kirchengeschichte“ 2,22,2–3 an, dass Paulus dorthin gereist sei.
c) In 1. Clemens (96–98 n. Chr.) 5 (ANF Bd. 1, S. 6, sowie ANF Bd. 9, S. 230–231) heißt es über Paulus: „Als er die Grenzen des Westens erreicht hatte, legte er vor den Herrschern sein Zeugnis ab und schied so aus dieser Welt.“ Es wäre seltsam, wenn mit den „Grenzen des Westens“ Rom gemeint wäre, da Clemens aus Rom schrieb.
d) Paulus handelte gemäß 1. Clemens, Kap. 5, S. 6, dem Muratorischen Kanon, Kap. 2, Zeilen 34–39, S. 603, und den unechten Petrusakten (4. Jahrhundert?) Kap. 1–3. Ich würde den Petrusakten nicht viel Glauben schenken, aber den beiden anderen Quellen würde ich eher vertrauen.
F: Was ist in Röm 15,29 die „Fülle des Segens des Evangeliums Christi“?
A: Dies kann sich sowohl auf das Leben des Paulus als auch auf seine Worte beziehen. Er kommt zu ihnen mit einem Leben, das von ganzem Herzen von den Segnungen Christi erfüllt ist. Durch seine Worte wird er das gesamte Evangelium verkünden und lehren, nicht nur einen Teil davon.
F: Was sind in Röm 15,30–32 die vier Gebetsanliegen des Paulus, und warum sind sie wichtig?
A: Klingen diese wie Ihre Gebetsanliegen? Paulus bittet ausdrücklich um Gebet
1) dass er von den Ungläubigen in Judäa befreit werde. Diese Bitte wurde nicht mit „Ja“ erhört.
2) Dass sein Dienst an den Heiligen in Jerusalem wohlgefällig sei. Paulus betet darum, dass er ihren Bedürfnissen gerecht werden möge, wie er in Römer 1,10–11 sagt.
3) Dass Paulus nach dem Willen Gottes voller Freude zu ihnen kommen möge. Dabei geht es um mehr als nur darum, dass Paulus die richtigen Worte findet. Es umfasst, dass Paulus mit seiner ganzen Person ein Gefäß des Evangeliums ist.
4) Paulus und sie mögen gemeinsam Erquickung erfahren. Offenbar war es Paulus wichtig, dass die Gläubigen einen erquickten Geist hatten. Paulus betet in Römer 15,33 darum, dass der Gott des Friedens mit ihnen sei.
Frage: Warum, glauben Sie, bat Paulus in Röm 15,30–32 nicht um weitere Dinge, wie beispielsweise persönliche Sicherheit oder Trost?
A: Die frühen Christen beteten in Apostelgeschichte 4,25–31 nicht um körperliche Sicherheit und Bequemlichkeit, und das darauf folgende Beben deutete darauf hin, dass Gott mit ihrem Gebet sehr zufrieden war.
Offenbar war Paulus der Ansicht, dass seine körperliche Sicherheit und sein Trost nicht so wichtig waren wie diese anderen Dinge. Paulus wusste, dass Gott für ihn sorgen würde und dass er nicht sterben würde, bevor Gott es zuließe. Paulus konzentrierte sich nicht darauf; sein Fokus lag darauf, das Evangelium mutig zu verkünden.
In Römer 15,31 betete Paulus jedoch darum, von den Ungläubigen befreit zu werden.
F: Wie können wir in Röm 15,32 andere besser „erfrischen“?
A: Seien Sie ein Diener. Prüfen Sie zunächst Ihr Herz. Bedenken Sie, dass ein Grund, warum Gott Sie auf dieser Erde hält, darin besteht, ein christlicher „Wasserträger“ – oder eine christliche „Wasserträgerin“ – zu sein, der bzw. die den wichtigen Heiligen, die Sein Werk verrichten, Erquickung spendet. In Philipper 2,3 heißt es, dass Sie andere für wichtiger halten sollen als sich selbst. Versetzen Sie sich in andere hinein; nehmen Sie sozusagen deren Perspektive ein.
Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre „Ermutigung“ nicht in Wirklichkeit eine subtile Form der Entmutigung ist. Wenn Sie beispielsweise jemandem sagen: „Sie halten das so gut durch, obwohl jeder normale Mensch viel finden würde, worüber er sich zu Recht beschweren könnte“ – haben Sie diese Person dann wirklich ermutigt oder eher entmutigt?
Ermutigen Sie ihn, weiterzumachen, standhaft zu bleiben und im Herrn Ruhe zu finden. „Beschweren“ Sie sich nicht einfach „für ihn“ und bezeichnen Sie dies als Ermutigung.
F: Wie kommt es, dass der Herr in Röm 15,33 ein Gott des Friedens ist, wo doch in Ex 15,3 steht, dass Gott ein Krieger ist?
A: Die Bibel sagt niemals, dass Gott nur ein Friedensstifter ist oder dass Gott Frieden ist. Stattdessen erwähnt die Bibel, dass Gott sowohl Zorn hat als auch ein Gott des Friedens ist. So wie ein Krieger den Frieden anderer befehlen und schützen kann, so kann auch Gott Frieden befehlen.
F: Deutet diese lange Liste von Personen in einer Stadt, die Paulus nicht besucht hatte, in Röm 16 darauf hin, dass dieser Brief nicht wirklich an die Römer gerichtet war (Asimovs Leitfaden zur Bibel, S. 1097) oder dass Röm 16 nicht wirklich Teil des Römerbriefs war (Asimovs Leitfaden zur Bibel, S. 1093)?
A: Nein. Von den mehr als 28 Personen, die Paulus erwähnte, stammte eine aus Asien, drei waren Verwandte des Paulus, und einige waren Mitarbeiter, die Paulus aus Korinth und anderen Orten kannte. Zudem gibt es keinen Hinweis darauf, dass Paulus jede dieser Personen persönlich getroffen hatte; bei einigen handelte es sich möglicherweise um Mitarbeiter, von denen Paulus aus zweiter Hand gehört hatte und die er lobend erwähnen wollte. Der „Evangelical Commentary on the Bible“, S. 955, und der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 10, S. 162, fügen hinzu, dass es in der Handelswelt des Römischen Reiches nicht ungewöhnlich war, dass Menschen viel reisten.
F: Was ist in Röm 16,1–2 das Interessante an Phöbe?
A: Entweder sandte Paulus sie als seine Gesandte, oder aber er wusste, dass sie im Rahmen ihres Dienstes reiste.
Wir wissen hier jedoch nicht, ob Paulus sie direkt nach Rom entsandt hat oder – was wahrscheinlicher ist – ob er sie lediglich den Brief überbringen ließ, da sie ohnehin bereits auf dem Weg nach Rom war. Das griechische Wort für „Diener“ an dieser Stelle, „diakonon“, ist dasselbe Wort, das in Philipper 1,1 sowie in 1. Timotheus 3,8.10.12 für Diakone verwendet wird. Es kommt auch in Römer 15,8 und 1. Korinther 3,5 vor.
„Phoebe“ leitet sich vom griechischen Wort für „hell“ ab und ist ein Spitzname des Gottes Apollon. Es handelte sich um einen heidnischen Namen, doch es war zulässig, als Christ einen heidnischen Namen beizubehalten.
F: Warum versammelten sich die Christen in Röm 16,5 in ihrem Haus?
A: Zu dieser Zeit versammelten sich alle Gemeinden in Privathäusern. Als die Verfolgung begann, zogen sie in Katakomben und an geheime Orte. Kirchengebäude entstanden erst im späten zweiten Jahrhundert. Aquila und Priscilla, die beide Zeltmacher waren, konnten sich offenbar ein Haus in Rom leisten, das groß genug war, damit sich dort eine Gruppe von Gläubigen versammeln konnte. Als sie in Korinth lebten, hatten sie ebenfalls eine Gemeinde in ihrem Haus.
F: Waren Andronikus und Junia in Röm 16,7 Apostel, da sie unter den Aposteln in hohem Ansehen standen?
A: Nein. Dies bedeutet, dass Andronikus und Junia von den Aposteln besonders beachtet wurden. Nebenbei sei angemerkt, dass sie von kirchlichen Schriftstellern bis zum Jahr 325 n. Chr. überhaupt nicht erwähnt wurden. Es besteht eine gewisse Unklarheit hinsichtlich des Geschlechts von Junia. Der „Evangelical Commentary on the Bible“ (S. 956) führt jedoch aus, dass die Beweislage dafür spricht, dass Junia eine Frau war; sollte Junia ein Mann sein, wäre dies die einzige Stelle in der gesamten griechischen Literatur, an der es sich um einen Männernamen handelt.
F: Warum wurden in Röm 16,10 „Haushalte“ gegrüßt?
A: Das griechische Wort bedeutet hier „gehören zu“, daher bezog sich dies wahrscheinlich nicht in erster Linie auf eine Ehefrau und Kinder. Ein wohlhabender Haushalt hätte viele Sklaven gehabt, und hier waren die Sklaven gemeint.
F: Was ist in Röm 16,9.12 an den Namen Tryphena, Tryphosa und Urbanus interessant?
A: Die Namen dieser Frauen bedeuten „zierlich“ und „luxuriös“, was nicht gerade auf fleißige Frauen hindeutet. Möglicherweise stammten sie aus aristokratischen Kreisen und nicht aus der Unterschicht oder aus der Sklaverei. Doch Paulus sagt, dass sie – unabhängig von ihren Namen – fleißige Frauen waren. Ebenso ist „Urbanus“ ein Männername, der „kultiviert“ oder „elegant“ bedeutet, und es muss schön gewesen sein, von einem Arbeiter bedient zu werden, dessen Name „elegant“ bedeutete. Andererseits waren „Hermas“, „Hermes“ und „Ampliatus“ gebräuchliche Namen für Sklaven. In der Gemeinde arbeiten „hochgeborene“, wohlhabende Menschen, ärmere Menschen und sogar Sklaven alle gemeinsam in Einheit als Gleiche, eins im Herrn.
F: Ist dieser Rufus in Röm 16,13 derselbe Rufus wie in Markus 15,21, der Sohn des Simon von Kyrene, der das Kreuz Jesu trug?
A: Das könnte sein, muss aber nicht. Rufus, was „rot“ bedeutet, war ein gebräuchlicher Name.
F: Wie konnte Jesus Christus in Röm 16,25 und 1 Petr 1,10–12 bis zu Seinem Kommen geheim gehalten werden, da sich so viele Prophezeiungen des Alten Testaments auf den Messias beziehen?
A: So wie man ein Geheimnis als Rätsel erwähnen kann, ohne es zu erklären, so erwähnt das Alte Testament häufig das Geheimnis der Prophezeiung vom kommenden Messias, ohne die Menschwerdung Jesu zu erläutern.
F: Warum warnt Paulus in Röm 16,17–18 die Menschen so oft vor falschen oder gottlosen Lehrern?
A: Es könnte eine Kombination aus dem sein, was er in den Menschen sah, was er hinsichtlich ihrer Anfälligkeit erkannte, sowie aus der Prophezeiung in Apg 20,29–31. Paulus prophezeite dies auch in 1 Tim 4,1–3 und 2 Tim 4,3–4. Das Wort für „Hindernis“ hier, skandala, bedeutet nicht große Blöcke, sondern vielmehr Fallen oder Schlingen. Die Menschen, die getäuscht werden, werden im Griechischen als „akakon“ bezeichnet, was so viel wie „ahnungslos“ oder „unschuldig“ bedeutet. Das Wort „unschuldig“ im Zusammenhang mit dem Bösen ist ein verwandtes Wort, im Griechischen „akeraios“, was „ungeschwächt“ oder „unverfälscht“ bedeuten kann.
Paulus’ berechtigte Sorge um die Gemeinde, sich vor falschen Lehrern zu hüten, hat jedoch im Laufe der Zeit nicht nachgelassen. Auch wenn manche Gläubige, die die Herde hüten, als „Ketzereijäger“ verunglimpft haben, ist es wichtig, die Herde vor geistlichen Wölfen zu schützen.
F: In Röm 16,17–18: Inwiefern dienen spaltende Menschen ihrem eigenen „Bauch“ oder ihren Begierden?
A: Menschen stiften oft Zwietracht aus eigenen Motiven heraus, wenn auch nicht unbedingt aus klugen oder intelligenten Gründen.
Es kann um sie selbst gehen: Sie können spaltend oder unangenehm sein, weil es ihnen ein Gefühl von Selbstbedeutung verleiht und ihren Stolz nährt. Sie können das Gefühl haben, einen Beitrag zu leisten, indem sie als Wächter fungieren oder nicht zulassen, dass jemand mit etwas leicht davonkommt. In gewisser Weise können sie schwierig sein und dann das Gefühl haben, großzügig einen Beitrag zu leisten, wenn sie schließlich nachgeben und es zulassen.
Es kann um Geld gehen: Sie könnten mehr Umsatz oder Chancen erzielen, wenn sie jemand anderen herabsetzen. Oder sie glauben, dass ihr Vorgesetzter zufriedener mit ihnen wäre, wenn sie eine Person „manipulieren“, um sie in ein schlechtes Licht zu rücken.
Es kann um die andere Person gehen: Sie säen Zwietracht, um jemand anderen zu Fall zu bringen, selbst wenn sie sich dadurch in den Augen anderer selbst ein wenig herabsetzen. Einige widersetzten sich Paulus aus diesem Grund in Philipper 1,15–16.
Es kann um eine bestimmte Sache gehen: Wenn sie zustimmen und mitmachen, könnte ihnen dadurch ein finanzieller Verlust entstehen.
Es kann um ihr Publikum gehen: Sie glauben, dass sie dadurch in den Augen anderer gut dastehen, und manchmal ist das auch der Fall. Sie können denken, dass sie dadurch als hart, klug oder als gute Führungskraft oder Anführer wirken. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sie glauben, ihr Ansehen in den Augen anderer steigern zu können, indem sie sich als eine Kraft präsentieren, mit der man rechnen muss.
F: Welche archäologischen Belege gibt es in Röm 16,23 für Erastus?
A: In Römer 16,23 grüßt Paulus Erastus, den Stadtkämmerer der Stadt, aus der Paulus schrieb (Korinth). Es könnte sich um denselben Erastus handeln wie in 2. Timotheus 4,20 und Apostelgeschichte 19,22.
Im Jahr 1929 wurde bei Ausgrabungen in Korinth auf einem wiederverwendeten Pflasterstein folgende Inschrift gefunden: „Erastus, Verwalter öffentlicher Gebäude, ließ diesen Pflasterstein auf eigene Kosten verlegen.“
F: Wann wurde der Römerbrief in Rom verfasst?
A: Vermutlich im Winter 56/57 n. Chr.
F: Woher wissen wir, dass der Römerbrief tatsächlich von Paulus verfasst wurde?
A: Aus mehreren Gründen:
Der Römerbrief selbst besagt dies, und die frühe Kirche hat dies nie in Frage gestellt.
Der Muratorische Kanon (170–210 n. Chr.), Kap. 3 (ANF, Band 5), S. 603, erwähnt, dass Paulus in seinen Briefen an sieben Gemeinden schrieb: an die Korinther (zwei Briefe), an die Epheser, an die Philipper, an die Kolosser, an die Galater, an die Thessalonicher (zwei Briefe) und an die Römer. Paulus verfasste außerdem den Brief an Philemon, den Brief an Titus sowie zwei Briefe an Timotheus.
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) zitiert Römer 1,1–4 als einen Brief des Paulus an die Römer. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 16.3, S. 441. Ebenso zitiert er Römer 8,36 als einen Brief des Paulus an die Römer in Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 2, Kap. 22.2, S. 390
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.): „Wenn Paulus also die menschliche Schwäche darlegt, sagt er: ‚Denn ich weiß, dass in meinem Fleisch nichts Gutes wohnt‘, womit er zeigt, dass das ‚Gute‘ unserer Erlösung nicht von uns selbst, sondern von Gott kommt. Und weiter: ‚Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?‘ [Römer 7,24] Dann stellt er den Erlöser vor und [sagt:] ‚Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn.‘“ Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 20.3, S. 450
Tertullian (207/208 n. Chr.) erwähnt in „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 4, Kap. 5, S. 350, dass Paulus der Verfasser der Briefe an die Galater, die Korinther, die Philipper, die Thessalonicher, die Epheser und die Römer sei.
Tertullian (198–220 n. Chr.): „Aber wie konnte Paulus, … Wie auch in seinem Brief an die Römer: ‚Und nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, da wir gewiss sind, dass Bedrängnis Geduld bewirkt, Geduld aber Bewährung, und Bewährung Hoffnung; und die Hoffnung lässt uns nicht zuschanden werden.‘ [Römer 5,3–5a] Und weiter: ‚Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden. Denn ich halte die Leiden der gegenwärtigen Zeit für nicht vergleichbar mit der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.‘ Und deshalb sagt er anschließend: „Wer soll uns von der Liebe Gottes trennen? Die Bedrängnis oder die Not oder der Hunger oder die Blöße oder die Gefahr oder das Schwert? (Wie geschrieben steht: ‚Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag lang getötet; wir werden wie Schafe zum Schlachten gezählt.‘) Nein, in all diesen Dingen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Denn wir sind überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Mächte noch Höhen noch Tiefen, noch irgendein anderes Geschöpf uns von der Liebe Gottes trennen kann, die in Christus Jesus, unserem Herrn, ist.“ [Römer 8,17–39] Scorpiace, Kap. 13, S. 646
Hippolyt (222–235/6 n. Chr.) zitiert Römer 1,17 als von Paulus stammend; „Abhandlung über Christus und den Antichrist“, Kap. 64, S. 218. Siehe auch „Gegen die Häresie des Noetus“, Kap. 4, S. 225
Origenes (225–253/254 n. Chr.) „Paulus jedoch, als Liebhaber der Wahrheit, sagt über bestimmte Weise unter den Griechen, wenn deren Aussagen wahr sind, dass ‚sie zwar Gott kannten, ihn aber nicht als Gott verherrlichten und ihm auch nicht dankten‘. Und er bezeugt, dass sie Gott kannten, und sagt zudem, dass dies nicht ohne göttliche Erlaubnis geschah, mit folgenden Worten: ‚Denn Gott hat es ihnen gezeigt‘; womit er, wie ich meine, vage auf jene anspielt, die von den Sinnesgegenständen zu den Gegenständen des Verstandes aufsteigen, wenn er hinzufügt: ‚Denn die unsichtbaren Dinge Gottes, seine ewige Macht und Gottheit, sind seit der Schöpfung der Welt an den geschaffenen Dingen deutlich zu erkennen, sodass sie keine Entschuldigung haben; denn obwohl sie Gott kannten, haben sie ihn nicht als Gott verherrlicht und waren ihm auch nicht dankbar.‘“ [Römer 1,19–21a] Origenes, „Gegen Celsus“, Buch 3, Kap. 47, S. 483
Novatian (250–257 n. Chr.) erwähnt Römer 1,20 als vom Apostel Paulus stammend. Abhandlung über die Dreifaltigkeit, Kap. 3, S. 614
Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) erwähnt den „Brief des Paulus an die Römer“ in den „Abhandlungen des Cyprian – Zeugnisse“, Kap. 45, S. 546.
Auf dem Siebten Konzil von Karthago (258 n. Chr.) (auszugsweise) zitiert Paulus von Obba auf S. 570 die Hälfte von zwei Versen, Römer 3,3b–4a, als vom Apostel stammend
Adamantius (um 300 n. Chr.) zitiert Röm 7,12 als von Paulus stammend. „Dialog über den wahren Glauben“, zweiter Teil, Kap. 20, S. 105. Siehe auch ebenda, erster Teil, Kap. 21, S. 64
Victorinus von Petau (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) erwähnt das Alte und das Neue Testament in seinem „Kommentar zur Offenbarung des seligen Johannes“, S. 345. Er listete die Paulusbriefe wie Römer, Korinther, Galater, Epheser, Thessalonicher, Philipper, Kolosser und Timotheusbriefe auf und zitiert 1. Timotheus 3,15 in Kapitel 16, S. 345. Anschließend zitiert er 1. Korinther 15,53 auf S. 346
Methodius (270–311/312 n. Chr.) zitiert Römer 8,19–21 mit den Worten: „Paulus bezeugt eindeutig“. Abhandlung über die Auferstehung, Teil 1, Kap. 8, S. 365
Frage: Wie können wir im Römerbrief wissen, dass die heutige Heilige Schrift eine zuverlässige Überlieferung dessen ist, was ursprünglich geschrieben wurde?
A: Ganz allgemein lässt sich sagen, dass vor dem Jahr 325 n. Chr. die Bibelhandschriften und die frühen christlichen Schriftsteller 84,5 % des Römerbriefs zitieren. Das sind alle bis auf 65,6 von insgesamt 433 Versen. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.biblequery.org/Bible/BibleCanon/EarlyChristianNTQuotes.xlsx. Wenn man dies genauer betrachtet, gibt es drei sich ergänzende Antworten.
1. Gott versprach, sein Wort zu bewahren (Jesaja 55,10–11; Jesaja 59,21; Jesaja 40,6–8; 1. Petrus 1,24–25 und Matthäus 24,35).
2. Belege aus der frühen Kirche. Die Schriftsteller der frühen Kirche bis zum Ersten Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) zitierten etwa 497 Mal aus dem Römerbrief, Anspielungen nicht mitgerechnet. Diese 21 Autoren zitierten 57 % des Römerbriefs, wobei Teilverse als Bruchteile gezählt wurden. Das sind 246,0 von insgesamt 433 Versen. Alle Einzelheiten finden Sie unter https://www.biblequery.org/Bible/BibleCanon/EarlyChristianNTQuotes.xlsx.
Nachfolgend sind die vor-nikänischen Autoren aufgeführt, die sich auf Verse aus dem Römerbrief bezogen haben, gefolgt von den späteren Autoren.
Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) zitiert Römer 1,32f (9 von 23 Wörtern) in 1. Clemensbrief, Kap. 34, Band 1, S. 14; Band 9, S. 239
Polykarp (um 150 n. Chr.) Röm 14,10b.12 (1 ½ Zitate) im Brief des Polykarp an die Philipper, Kap. 6, S. 34
(In „The Ante-Nicene Fathers“, Band 1, S. 591, finden sich im Anhang vier Verweise in den Werken des Justinus des Märtyrers; meiner Meinung nach sind diese jedoch nicht eindeutig genug, um als Verweise zu gelten.)
Theophilus von Antiochia (schrieb 168–181/188 n. Chr.) zitiert Römer 2,7 sowie 2,8–9 in „Theophilus an Autolycus“, Buch 1, Kap. 14, S. 93. Er zitiert einen Teil von Römer 13,7–8 in „Theophilus an Autolycus“, Buch 3, Kapitel 14, S. 115. Dies sind die einzigen Stellen, an denen er auf den Römerbrief Bezug nimmt.
Die „Christen von Wien und Lugdunum“ (177 n. Chr.) zitieren in ANF, Band 8, S. 778, 15 von 17 Wörtern aus Römer 8,18.
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) zitiert Römer 1,1–4 als einen Brief des Paulus an die Römer. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 16.3, S. 441. Er verweist außerdem auf Römer8:36 als einen Brief des Paulus an die Römer in Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 2, Kap. 22.2, S. 390
„Die Passion der Märtyrer von Scillitan“ (180–202 n. Chr.), S. 285 (auszugsweise, Paulus): „Was befindet sich in Ihrer Truhe?“, fragte Speratus. „Bücher und Briefe des Paulus, eines gerechten Mannes“, antwortete er.
Der Muratorische Kanon (170–210 n. Chr.), ANF, Band 5, S. 603, erwähnt, dass Paulus in seinen Briefen an sieben Gemeinden schrieb: an die Korinther (zwei Briefe), an die Epheser, an die Philipper, an die Kolosser, an die Galater, an die Thessalonicher (zwei Briefe) und an die Römer. Paulus verfasste den Brief an Philemon, den Brief an Titus sowie zwei Briefe an Timotheus.
Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) zitiert Römer 16,19 aus dem Brief des Apostels an die Römer. „Der Lehrer“, Buch 1, Kap. 5, S. 214
Tertullian (198–220 n. Chr.) schreibt: „Der Apostel ermahnt die Römer“ und zitiert in „Scorpiace“, Kapitel 14, Seite 647, Römer 13,1.
Hippolyt (222–235/6 n. Chr.) zitiert Römer 1,17 als von Paulus stammend in seiner „Abhandlung über Christus und den Antichrist“, Kap. 64, S. 218
Commodianus (um 240 n. Chr.) (auszugsweise) spricht von Salomo und dem Apostel Paulus. „Anweisungen des Commodianus“, Kap. 31, S. 209
Theodotus, der vermutlich ein Montanist war (ca. 240 n. Chr.), zitiert in seinem Brief, Kapitel 19, Seite 45, ein Viertel von Römer 8,15, was zugleich ein Viertel von Galater 4,6 entspricht
Origenes (225–253/254 n. Chr.) zitiert Römer 9,16 als „bei Paulus“ [sowohl in der lateinischen als auch in der griechischen Fassung]; Origenes, „Gegen Celsus“, Buch 3, Kap. 1, S. 307
Novatian (257 n. Chr.) bezieht sich auf Römer 1,20 als vom Apostel Paulus stammend. „Abhandlung über die Dreifaltigkeit“, Kap. 3, S. 614
In der „Abhandlung gegen Novatian“ (254–256 n. Chr.), Kapitel 12, S. 661, wird Römer 14,4 als vom Apostel stammend zitiert. In Kapitel 16, S. 662, werden Teile von Römer 2,11 zitiert.
Cyprian (ca. 246–258 n. Chr.) zitiert unter anderem in der Abhandlung 12, im dritten Buch, 17, aus dem „Brief des Paulus an die Römer“.
Moyses et al. zitieren in Bezug auf Cyprian (250–251 n. Chr.) Römer 8,35 als vom Apostel stammend. Briefe des Cyprian, Brief 25, Kap. 4, S. 303
Auf dem Siebten Konzil von Karthago (258 n. Chr.) zitiert Paulus von Obba auf S. 570 die Hälfte von zwei Versen, Röm 3,3 (vollständiges Zitat) und 3,4a (11 von 26 Wörtern zitiert), als vom Apostel stammend.
Dionysius von Alexandria (ca. 246–265 n. Chr.) bezieht sich auf ein Drittel von Römer 14,23 als vom Apostel stammend. Brief an den Bischof Basilides, Kanon 4, S. 96.
Adamantius (um 300 n. Chr.) bezieht sich auf Römer 2,16. Er zitiert außerdem Römer 6,13 als vom Apostel stammend und zitiert Römer 7,12 als von Paulus stammend
Victorinus, Bischof von Petau in Österreich (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) Er erwähnt das Alte und das Neue Testament in seinem Kommentar zur Offenbarung des seligen Johannes, S. 345. Er listete die Paulusbriefe wie folgt auf: Römer, Korinther, Galater, Epheser, Thessalonicher, Philipper, Kolosser, Timotheus und zitiert 1. Timotheus 3,15 in Kap. 16, S. 345. Anschließend zitiert er 1. Korinther 15,53 auf S. 346
Petrus von Alexandria (306, 285–311) Röm 10,8–10. „Die kanonischen Briefe“, Kanon 5, S. 271. Er zitiert die Hälfte von Röm 2,11 in „Die kanonischen Briefe“, Kanon 7, S. 272.
Methodius (270–311/312 n. Chr.) zitiert Römer 8,19–21 mit den Worten: „Paulus bezeugt eindeutig“. Abhandlung über die Auferstehung, Teil 1, Kapitel 8, S. 365
Athanasius von Alexandria (um 318 n. Chr.) zitiert Römer 1,26f (13 von 22 Wörtern zitiert); 1,27a (24 von 35 Wörtern zitiert) mit den Worten: „wie Paulus, der heilige Diener Christi, sagte“; „Gegen die Heiden“, Kap. 26, S. 17
Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.) spielt in „De Institutio Divina“, Buch 2, Kap. 3, S. 44, auf Römer 1,22 an. Er spielt in „De Institutio Divina“, Buch 4, Kap. 1, S. 101, auf Römer 1,21–23 an
Alexander von Alexandria (313–326 n. Chr.) zitiert Römer 8,32 als Worte des heiligen Paulus. „Briefe über die arianische Häresie“, Brief 1, Kap. 8, S. 294
Eusebius von Caesarea (318–339/340)
Von Nicäa bis Ephesus (325 n. Chr.–431 n. Chr.)
Aphrahat/Aphraates (337–345 n. Chr.) bezeichnet den Römerbrief als Heilige Schrift. Ausgewählte Beweise
Hegemonius (4. Jahrhundert) zitiert Archelaus (262–278 n. Chr.) und führt im Streit mit Manes den Römerbrief 5,14 als Heilige Schrift an. „Disputation mit Manes“, Kap. 29, S. 202
Philo von Karpasien (4. Jahrhundert) bezieht sich auf den Römerbrief 10:15
Serapion (nach 362 n. Chr.)
Marius’ Antwort an den Arianer Candidus (359–362 n. Chr.)
Victorinus von Rom (nach 363 n. Chr.)
Athanasius von Alexandria (367 n. Chr.) listet in seinem Festbrief 39, S. 552, die Bücher des Neuen Testaments auf
Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.) zitiert Römer 1,2–4 als von Paulus verfasst. In „Über die Dreifaltigkeit“, Buch 7, Kap. 25, S. 129
Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.) zitiert Römer 6,10–11: „Erneut schreibt er [der selige Apostel] an die Römer.“ In: „Über die Dreifaltigkeit“, Buch 9, Kap. 13, S. 159
Die „Synopsis Scripturae Sacrae“ (350–370 n. Chr. oder 5. Jahrhundert) erwähnt den Brief des Paulus an die Römer als Teil des Neuen Testaments. Sie zitiert den gesamten Text von Römer 1,1.
Cheltenham-Kanon (= Mommsen-Katalog) (ca. 360–370 n. Chr.)
Titus von Bostra (vor 378 n. Chr.)
Ephraim der Syrer (350–378 n. Chr.)
Basilius von Kappadokien (357–378/379 n. Chr.) zitiert Römer 11,36 als von Paulus stammend. Über den Geist, Kap. 5, S. 5
Synode von Laodizea (in Phrygien) (343–381 n. Chr.): Kanon 60, S. 159, listet die Bücher des Alten und des Neuen Testaments auf. Kanon 59, S. 158, besagt, dass in der Kirche nur die kanonischen Bücher des Alten und des Neuen Testaments gelesen werden dürfen.
Ambrosiaster (nach 384 n. Chr.)
Cyrill von Jerusalem (ca. 349–386 n. Chr.) erwähnt Römer 8,14 als von Paulus an die Römer geschrieben; Vorlesung 14.29, S. 102
Apollinaris von Laodizea (um 390 n. Chr.)
Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.) zitiert Römer 1,24–25 als von „Paulus, der, erfüllt vom Geist Gottes“. Über den christlichen Glauben, Buch 1, Kap. 16.101, S. 218.
Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.) zitiert Römer 8,32 als Schriftstelle. In: „Über den christlichen Glauben“, Buch 1, Kap. 17.109, S. 219.
Gregor von Nazianz (330–391 n. Chr.)
Pacianus von Barcelona (342–379/392 n. Chr.) zitiert Römer 2,4–5 als Worte des Apostels Paulus. In: „Über die Büßer“, Kap. 11.2, S. 84
Gregor von Elvira (nach 392 n. Chr.) bezieht sich auf Römer 7,22 und andere Passagen
Amphilochius (–394/397 n. Chr.) in „Iambi ad Seleucum“
Gregor von Nyssa (ca. 356–397 n. Chr.) bezeichnet Römer 1,1 in „Gegen Eunomius“, Buch 2, Kap. 4, S. 105, als von Paulus stammend und den Römerbrief in „Gegen Eunomius“, Buch 2, Kap. 9, S. 117
Didymus der Blinde (398 n. Chr.)
Diodor (398 n. Chr.)
Der Schismatiker Luzifer von Cagliari, Sardinien (361–ca. 399 n. Chr.)
Das syrische „Buch der Stufen“ (Liber Graduum) (350–400 n. Chr.)
Syrischer Katalog der Heiligen Katharina (ca. 400 n. Chr.)
Makarios/Symeon (4./5. Jahrhundert)
Asterius von Emesa (ca. 400 n. Chr.)
Makarios/Symeon (4./5. Jahrhundert)
Maximinus von Turin (4./5. Jahrhundert)
Epiphanius von Salamis (360–403 n. Chr.)
Papst Innozenz I. von Rom (um 405 n. Chr.)
Rufinus (374–406 n. Chr.)
Gaudentius (nach 406 n. Chr.) bezieht sich auf den Römerbrief8:35 us und andere Verse
Chromatius (gest. 407 n. Chr.)
Johannes Chrysostomos (392–407 n. Chr.) verfasste 32 Predigten über den Römerbrief.
Severian (nach 408 n. Chr.)
Niketas von Remesianus (361–ca. 415 n. Chr.)
Rufinus (374–406 n. Chr.) zitiert in seiner Übersetzung von Origenes (225–253/254 n. Chr.) aus dem Römerbrief 1,1–4 in „de Principiis“, Buch 2, Kap. 4.2, S. 276
Orosius/Hosius von Braga (414–418 n. Chr.)
Konzil von Karthago (393–419 n. Chr.)
Hieronymus (374–420 n. Chr.) zitiert Römer 7,6 mit den Worten „sagt der Apostel“. Briefe des Hieronymus, Brief 69, Kap. 7, S. 146
Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) erwähnt in „De civitate Dei“, Buch 20, Kapitel 1, S. 421, dass der Apostel den Römerbrief verfasst habe
Der semi-pelagianische Johannes Cassian (419–430 n. Chr.) zitiert in „Die sieben Bücher des Johannes Cassian“, Buch 3, Kapitel 7, Seite 566, den Römerbrief14:10 , 11 mit den Worten: „Der Apostel … schrieb an die Römer.“
Nilus (um 430 n. Chr.) bezieht sich auf Römer 7,12.
Marcus von Eremita (nach 430 n. Chr.)
Das Konzil von Ephesus (Juni–September 431 n. Chr.) spielt auf den Römerbrief an.
Hinweise auf Ketzer und apokryphe Schriften
Marcion (um 160 n. Chr.) bezeichnet den Römerbrief laut Adamantius und Tertullian als von Paulus verfasst.
Tatian (um 172 n. Chr.) spielt in seiner „Ansprache an die Griechen“, Kap. 4, S. 66, auf Römer 1,20 an.
Der Ketzer Manes (262–278 n. Chr.) akzeptiert Archelaus, der Römer 5,14 zitiert, als Heilige Schrift. „Disputation mit Manes“, Kap. 29, S. 202
Der manichäische Ketzer Faustinus von Milevis/Milevum (nach 383 n. Chr.)
Der Ketzer Priscillian (um 385 n. Chr.) bezieht sich auf Römer 8,11
Der donatistische Ketzer Tyconius (nach 390 n. Chr.)
Der extreme Arianer Eunomius von Kyzikos (ca. 360–383/394 n. Chr.)
Der Ketzer Pelagius (416–418 n. Chr.)
Der pelagianische Ketzer Theodor von Mopsuestia (392–423/429 n. Chr.)
Der pelagianische Ketzer Julian von Eclanum (um 454 n. Chr.)
All diese Texte liegen uns heute noch vor.
3. Die frühesten uns vorliegenden Handschriften des Römerbriefs weisen zwar geringfügige handschriftliche Abweichungen auf, jedoch keinerlei theologisch bedeutsame Fehler. Die sieben Handschriften des Römerbriefs aus der Zeit bis zum Ersten Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) zitieren 63,5 % des Römerbriefs. Das sind 275 zitierte Verse von insgesamt 433 Versen. Alle Einzelheiten finden Sie unter https://www.biblequery.org/Bible/BibleCanon/EarlyChristianNTQuotes.xlsx.
p27 Römer 8,12–22,24–27;8:33 – 9,3; 9,5–9 (3. Jahrhundert) Das Werk „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“ enthält auf Seite 109 eine Abbildung eines Ausschnitts aus p27.
3. Jahrhundert – 1968 – „Der Text des Neuen Testaments“.
S. 40 Röm 1,24–27; 1,31–2,3; 3,21–4,8; (2 von 19 Buchstaben in 6,2; 7 von 62 Buchstaben in 6,3) 6,4–5; (7 von 56 Buchstaben in 6,15); 6,16; 9,17,27 (3. Jahrhundert) Alexandrinischer Text.
3. Jahrhundert – 1968 – Der Text des Neuen Testaments erwähnt die Verse 6:2–3, 15 nicht
p46 Chester Beatty II 100–150 n. Chr. Römer 5,17–6,3; 6,5–14; 8,15–25,27–35; 8,37–9,32; 10,1–11,22; 11,24–33; 11,35–15,9; 15,11–16,27 sowie weitere Abschnitte aus den Paulusbriefen und dem Hebräerbrief. (233 Verse aus dem Römerbrief) Das Werk „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“ enthält auf Seite 192 eine Fotografie eines Ausschnitts aus p46. Auf den Seiten 197–198 heißt es dort zudem, dass die Qualität und die stichometrischen Markierungen darauf hindeuten, dass dieser Text von einem professionellen Schreiber verfasst wurde.
Erste Hälfte des 3. Jahrhunderts – 1936 – Frederic G. Kenyon gemäß „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“.
2. Jahrhundert, 200 n. Chr. – 1935 – Ulrich Wilcken gemäß „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“.
200 n. Chr. – 1968 – „The Text of the New Testament“.
81–96 n. Chr. – 1988 – Young Kyu Kim gemäß „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“.
Um 200 n. Chr. – 1975 – Aland et al., dritte Auflage.
Um 200 n. Chr. – 1998 – Aland et al., vierte überarbeitete Auflage.
Anfang bis Mitte des 2. Jahrhunderts – 1999 – „Der vollständige Text der frühesten neutestamentlichen Handschriften“. Dies beruht zum Teil darauf, dass die Handschrift große Ähnlichkeit mit dem Papyrus Oxyrhynchus 8 (Ende des 1. oder Anfang des 2. Jahrhunderts) und dem Papyrus Oxyrhynchus 2337 (Ende des 1. Jahrhunderts) aufweist.
Greens Sammlung (frühes 3. Jahrhundert) Römer 9,18–21 sowie Teile von Römer 10
S. 113 (= Papyrus Oxyrhynchus 4498) Römer2:12 –13,20 (3. Jahrhundert)
Unzial 0220 (um 300 n. Chr.) Römer4:23 –5,3; 5,8–13 (um 300 n. Chr.) In „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“, S. 646, heißt es, dass diese Handschrift bis auf Römer 5,1 in allen Punkten mit dem Vatikanus übereinstimmt. Dort wird außerdem angemerkt, dass Römer 5,8–13 zwar ebenfalls vorhanden ist, jedoch zu stark beschädigt ist, um rekonstruiert werden zu können.
Nach dem Ersten Konzil von Nicäa (325 n. Chr.)
Vaticanus [B] 325–350 n. Chr.
Sinaiticus [Si] 340–350 n. Chr.
S. 10 (= Papyrus Oxyrhynchus 209) Römer 1,1–7 (4. Jahrhundert). Alexandrinischer Text
4. Jahrhundert – 1968 – Der Text des Neuen Testaments.
Alt-Syrisch (um 400 n. Chr.)
Bohairisch-Koptisch [Boh] 3./4. Jahrhundert
Fayyum-Koptisch [Fay] 3./4. Jahrhundert
Sahidisches Koptisch [Sah] 3./4. Jahrhundert
Syrische Peshitta (443–)
Ephraemi Rescriptus (444 n. Chr.)
Alexandrinus [A] um 450 n. Chr.
Gotisch [Goth] 493–555 n. Chr.
Ephraemi Rescriptus [C] 5. Jahrhundert
Armenisch [Arm] ab dem 5. Jahrhundert
Claromontanus [D] 5./6. Jahrhundert
Äthiopisch [Eth] ab ca. 500 n. Chr.
S. 26 Römer 1,1–16, ca. 600 n. Chr. Stimmt mit dem Sinaiticus und dem Alexandrinus überein
ca. 600 n. Chr. – 1968 – Der Text des Neuen Testaments.
S. 61 Römer 16,23,25–27; 1. Korinther 1,1–2, 4–6; 5,1–3, 5–6, 9–13; Philipper 3,5–9, 12–16; Kolosser 1,3–7, 9–13; 1. Thessalonicher 1,2–3; Titus 3,1–5, 8–11, 14–15; Philemon 4–7. ca. 700 n. Chr.
ca. 700 n. Chr. – 1968 – Der Text des Neuen Testaments.
Um 700 n. Chr. – 1975 – Aland et al., dritte Auflage, und 1998 – Aland et al., vierte überarbeitete Auflage
S. 94 Römer 6,10–13,19–22 (5./6. Jahrhundert)
S. 31 Römer 12,3–8 7. Jahrhundert. Stimmt mit dem Sinaiticus überein
7. Jahrhundert – 1968 – „Der Text des Neuen Testaments“.
Weitere Informationen zu frühen Handschriften des Römerbriefs finden Sie unter www.BibleQuery.org/RomansManuscripts.html.